1888. Nir. 187 Zweites Blatt. Sonntag den 13. August Gieß enW Amis- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen. Bureau r Schul st raße 7. Der neue Hauptpersonenbahnhofzu Frankfurt a. M. Der officielle Titel für das nunmehr vollendete Riesenwerk, welches am 18. d. M. dem Betrieb übergeben werden wird, lautet: Hauptpersonenbahnhof. In Mr. 116 d. Bl. wurde bereits eine eingehende Beschreibung gegeben, die unsere Leser in der Hauptsache mit der Einrichtung und den Größenverhältnissen des gewaltigen Bauwerkes bekannt machte. Es wäre nur noch nachzutragen, daß die colosfale Perronhalle einen hübschen Farbanstrich erhalten hat, daß die elektrische Beleuchtung jetzt eingerichtet ist, daß vor dem Haupteingang heute schon geschmackvolle Anlagen zu sehen sind, daß die ganze Einrichtung des Gebäudes fertig ist, daß aber die projectirten 8 Zusahrtstratzen nur zum geringsten Theil bis zum Eröffnungstage in Benutzung genommen werden können. Bekannt wird den Lesern des „Gieß. Anz." sein, daß die Westbahnhöfe in Frankfurt a. M. (Main-Weser-, Matn-Reckar- und Taunus-Bahnhof) am 17. August 12 Uhr Nachts, die letzten Züge aufnehmen und schon am 18. August, um 5 Uhr früh, der regelmäßige Betrieb im neuen Hauptpersonenbahnhof beginnt. Es wurde auch schon mttgethellt, daß in den 3 mächtigen Perronhallen zusammen 18 Geleise liegen, auf denen 6 Bahnlinien selbständig nebeneinander eingeführt werden. Es sind dies die 3 Linien der Staatsbahnen Frankfurt-Höchst-Coblen; mit Abzweigung nach Soden und Wiesbaden, Frankfurt-Bebra und Franlfurt-Gießen-Cassel mit Abzweigung nach Homburg und Kronberg. Dazu kommen die Linien der Matn-Neckar-Bahn: Frankfurt-Darmstadt-Heidelberg und endlich die Bahnlinien der Hessischen Ludwigsbahn: Frankfurl-Mainz-Bingen, Frankfurt-Mannheim und Frankfurt-Limburg mit Abzweigung nach Wiesbaden. Es wurde schon oben gesagt, daß die im Plan vorgesehenen 8 Zufahrtsstraßen zum Eröffnungstermin nicht ferltggestellt werden können; es liegt dies daran, daß sie zum größten Theil auf dem Terrain der alten Bahnhöfe liegen. Es muß daher die Zufahrt zunächst und noch für mehrere Monate auf proviforisch hergestellten Straßen erfolgen. Die eine derselben beginnt an der bisherigen Einfahrt von der Taunus- Anlage zum Matn-Neckar-Bahnhof und führt durch diesen hindurch bis zum Platz vor dem Empfangsgebäude des Hauptpersonenbahnhofs. Dieselbe wird einige Tage nach der Betriebseröffnung Pferdebahn erhalten, womit die schon in Aussicht gestellte directe Linie Hauptwache-Hauptbahnhof gebildet wird. Die zweite provisorische Straße zweigt hinter dem jetzigen Bahnübergang der Main-Weser-Bahn über die Mainzer Landstraße von dieser letzteren ab und mündet auf dem nördlichen Seitentheil des Vorplatzes vor den nördlichen Ausgangsthüren des Empfangsgebäudes. Der südliche Seitentheil des Vorplatzes kann erst einige Tage nach der Betriebseröffnung dem Verkehr freigegeben werden, nachdem die Geleise der jetzt darüber hinwegführenden verlegten Taunusbahn beseitigt sein werden und die weiter beabsichtigte Straße vom Wiesenhüttenplatz nach dem südlichen Vorplatze ausgeführt sein wird. Bis dahin müssen die beiden vorgenannten provisorischen Straßen den Verkehr ausschließlich aufnehmen und es wird der Abgang der ankommenden Reisenden zunächst ausschließlich durch den nördlichen Ausgang des Hauptgebäudes, vor welchem auch nur die Droschken halten werden, stattfinden müssen. Ueber die Einrichtung des Hauptvestibüls sei noch zu jenen in Nr. 116 d. Bl. gemachten Angaben nachgetragen, daß sich dortselbst Billetschalter, Expedtttonsräume, Depeschen-Annahmestelle, Nachweisungsbureau, Amtsstube des Bahnhofsvorstehers, Polizei, Portier u. s. w. befinden. In der Mitte des Vestibüls soll ein Wechselbureau eingerichtet werden, eine Neueinrichtung, die ohne Fehl als eine große Annehmlichkeit empfunden werden wird. Die Wartesäle ziehen sich links und rechts vom Hauptvestibül hin. Der Bahnhof enthält deren 4, 2 Wartesäle I. und II. und 2 III. und IV. Elaste, ferner 2 Spetfesäle und 4 Damenztmmer. Letztere sind für jede Elaste getrennt. — Der Billetverkauf sowie die Gepäckannahme liegen im Gebäude aus jeder Sette desselben und zwar auf der linken Sette für die Richtungen nach Wiesbaden, Niederlahnstein- Eoblenz,^ Hanau(Ostbahnhof)-Bebra und Darmstadt-Heidelberg, Mannheim; auf der rechten «Leite für die Richtungen nach Homburg, Cronberg, Gießen-Cassel, Mainz, Bingen, Worms-Ludwigshafen, Mannheim, Niedernhausen-Limburg, Wiesbaden. Die Abfahrt der Züge findet statt in der linken Halle nach Wiesbaden, Ntederlahnstein- Coblenz, Hanüu-Bebra, in der Mittelhalle nach Darmstadt-Heidelberg, Mannheim, Homburg, Eronberg, Gießen-Eastel und in der rechten Halle nach Mainz Bingen, Worms-Ludwigshafen, Mannheim, Niedernhausen-Limburg, Wiesbaden. Die Ankunft der Züge erfolgt in der linken Halle von Coblenz-Niederlahnstein, Wiesbaden, Bebra- Hanau (Ostbahnhof), Mannheim, Heidelberg-Darmstadt, in der Mtttelhalle von Mannheim, Heidelberg-Darmftadt, Homburg, Eronberg, Cassel-Gießen und in der rechten Halle von Mannheim, Ludwigshafen-Worms, Bingen-Mainz, Limburg-Niedernhausen, Wiesbaden. Sowohl von der Eingangshalle als auch von jedem Wartesaal führen Thüren direct auf den Querperron. Der letztere wird den Reisenden geöffnet sein, dagegen werden Vie einzelnen Zungen-Perrons, vor denen die Züge halten, bis einige Minuten vor der Ankunft beziehungsweise bis zu einer bestimmten Zeit vor der Abfahrt der Züge durch eine leichte Kette geschlossen werden. Das Betreten der abgeschlossenen Personenperrons ist untersagt, desgleichen das Betreten der Gepackperrons, selbst wenn sie nicht geschlossen sein sollten. Ferner ist das Ueberschreiten der Geleise, um von einem zum anderen Perron zu gelangen, streng verboten. Ein Uebergang von einem Personenperron zu einem andern ist nur für Durchreisende nothwendig, welche sich dann entweder nach dem vor den Wartesälen befindlichen Querperron zu begeben haben, oder auch den am Ende der Halle angelegten, von jedem Personenperron durch eine Treppe zugänglichen Personentunnel unter den Geleisen zum Durchgang benutzen können. Die Abfahrtsperrons sind an ihrem Zugang vom Querperron durch Schilder, auf denen die größere nächstgelegene Station bezm. die Endstation der betreffenden Bahnlinie angeschrieben ist, bezeichnet. Ebenso sind die Billetschalter am Eingang, die Gepäckannahmen und die Zugänge zu den Wartesälen durch Schilder, welche die Bahnlinie angeben, für die sie bestimmt sind, bezeichnet. Die Bezeichnung auf den Schildern stt nur eine provisorische und wird je nach Bedürfniß abgeändert. So stattlich und imponirend sich auch der äußere Bau präsentirt, so wird dennoch der Techniker einem anderen Theile des Riesenwerkes sein Hauptinteresse zu- wenden, nämlich der hydraulischen Anlage. Bis jetzt ist eine solche Anlage von solcher Ausdehnung noch nie ausgeführt worden und selbst Fachleute sehen mit Bewunderung auf diese Leistung der Technik. Diese Arbeit nach Gebühr zu schildern, vermag nur gebe aber die Aussprüche Sachverständiger wieder, wenn ich sage: „Die hydraulische Anlage ist das Großartigste am neuen Hauptpersonenbahnhof zu Frankfurt am Main." . .. e^.^che Beleuchtung hat vor circa 14 Tagen eine Probe bestanden, bei der sich bte Einrichtung bewährt haben soll. Um indeß allen Eventualitäten vorzubeugen, ift eine provisorische Nothbeleuchtung eingerichtet worden. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50, Pf. Die Verwaltung des Hauptpersonenbahnhofs geht vom Tage der Eröffnung ab auf das königllche Elsenbahn-Betrtebsamt über. Dasselbe wird bis nach Erbauung des in unmittelbarer Nähe des Hauptpersonenbahnhofs geplanten besonderen Amtsgebäudes seinen Amtssitz in Sachsenhausen behalten. Unter Leitung des königlichen Eisenbahn- Betriebsamts und durch dessen technische Oberbeamten werden auch die für die Ueber- lettung der Bahnlinien in den Hauptpersonenbahnhof noch erforderlichen Geleisanschlüsse tn der Nacht vom 17. zum 18. August hergestellt werden. Mit der Leitung des Stationsdienstes der Staatsbahnlinien und der Aufsicht über die Gesammtanlage ist der Stationsvorsteher 1. Elasse, Herr Stirn, beauftragt- als sein Vertreter wird der Stationsvorsteher 2. Elasse, Herr Fink von Finkenstein, fungiren. Mit der Leitung des Betriebes der Hessischen Ludwigsbahn ist der Bahnhofsoerwalter von Flamerdtnghe betraut. Auf den der Staatsbahnverwaltung unterstellten Bahnlinien des Hauptpersonenbahnhofs werden täglich 2 Courierzüge 44 Schnellzüge, 111 Personenzüge, 4Omntbuszüge und 2 Etlgüterzüge, also im Ganzen 163 Züge ein- und ausfahren. Die Zahl der ein- und ausfahrenden Züge wird sich auf 180 erhöhen, wenn die Fakultativ-Personen- und die Fakultativ-Viehzüge, die fahrplanmäßig vorgesehen sind, fämmtlich gefahren werden sollten. Zieht man noch die ein- und ausfahrenden Züge ber Hessischen Ludwigsbahn mit in Rechnung, so ergibt sich eine Gesammtzahl der tagtäglich in den Hauptpersonenbahnhof ein- und auslaufenden Züge von mehr als 200. Begonnen wurde mit dem Bau des Bahnhofes im Sommer 1881, man hat also bis zu seiner Vollendung volle 7 Jahre gebraucht. Die Kosten belaufen sich auf rund 33 Millionen JL, wovon 25 Millionen zu Lasten des Staates entfallen. Die Oberleitung des Baues lag in den Händen des Oberbauraths Vogel, die specielle Leitung in den Händen des Regierungs- und Bauraths Hottenrott. Der Entwurf zum Empfangsgebäude rührt von dem Landesbauinspector Eppert her, der Grundriß verdankt zum wesentlichen Theil dem Baurath Grüttefien seine Feststellung. Die gewaltige Perronhalle ist nach Angabe des Geh. Oberbauraths S chw edler bearbeitet und zwar vom Regierungsbaumeister Frantz. Bei der Ausführung waren noch: als Sectionsbaumeister die Regierungsbaumeister Weithmann und Jung- Hann thätig. Von einer Feierlichkeit anläßlich der Eröffnung hört man immer noch nichts. Es scheint in der That, wie wenn der denkwürdige Tag sang- und klanglos vorübergehen sollte. Auch von der Hierherkunft Kaiser Wilhelms II. ist es still geworden. c ir. ®cr neue Hauptpersonenbahnhof ist z. Z. der Zielpunkt zahlreicher Fremden, die freilrch den weiten Weg vergeblich machen, wenn sie glauben, in das Innere des Gebäudes gelangen zu können. Der Zutritt wird jedem Unbefugten confequent verwehrt und es läßt sich gegen diese -strenge eigentlich nichts Stichhaltiges sagen, da zahlreicher Besuch die Arbeiten hemmen würde. Wer indeß nicht allzu weit von Frankfurt entfernt ist, der sollte nach der Eröffnung die Reise nicht scheuen und den gewaltigen Bau einmal anschauen. So etwas sieht man in der That nicht alle Tage! Vermischtes. Weilburg, 8. August. sKirchweihfeftJ Zu den ältesten und schönsten Volksfesten unserer Lahngegend gehört unstreitig das Weilburger Kirchweihfest. Die eigen- thümliche Art und Weise, in der es gefeiert wird, der farbenreiche Festzug, der durch die Straßen der Stadt unter die Linden des Schießhauses sich bewegt, der anmuthige Kinderreigen, dessen heiteres Bild das Ange von Alt und Jung ergötzt, der Aufmarsch der stattlichen, altehrwürdigen Bürgergarde, in der Weilburgs historische Vergangenheit, das innige Verhältniß zwischen Fürst und Volk verkörpert vor uns tritt, der gemüth- liche herzliche Verkehr der verschiedenen Stände miteinander, die sich in schöner Harmonie als Glieder eines Gemeinwesens fühlen, der gesittete, von jeder Ausschreitung fern bleibende Geist der Freude, der aus Aller Augen leuchtet — das Alles gibt diesem Feste einen besonderen Reiz, so daß es unter all den vielen Festen, in denen das reich entwickelte Vereinsleben der neueren Zeit gipfelt, doch seine Anziehungskraft nicht verloren hat, sondern noch immer von Alt und Jung, Hoch und Niedrig, Einheimischen und Fremden zahlreich besucht wird. — In diesem Jahre nun wird das Weilburger Kirchweihfest sich voraussichtlich zu einem besonders festlichen und glänzenden gestalten, da mit demselben sich eine seltene Gedächtnißseier verbindet. Vor einem Jahrhundert, im Jahre 1788 wurde der hiesigen Bürgergarde, welcher in den kriegerischen Zeiten am Ende des vorigen Jahrhunderts in Abwesenheit der regulären Truppen, die Bewachung des hiesigen Schlosses und der Sicherheitsdienst in der Stadt oblag, von dem damaligen Nassan-Weilburgischen Fürsten Friedrich Wilhelm bei der Heimführung von dessen Gemahlin Isabella, einer Prinzessin von Sayn-Hachenburg, eine prächtige seidene Fahne mit dem Wappen der Stadt verliehen. Unter allem Wechsel der Zeiten hat seitdem unsere Bürgergarde um diese Fahne in ernsten und frohen Stunden sich treu geschaart und dies Banner ist für sie ein Symbol fürstlicher Huld und Gnade^ eine Mahnung zu rechter Vaterlandsliebe geblieben. In erhöhter Feststimmung, mit-dgnk- barem Rückblick in die Vergangenheit wird daher in diesem Jahre die Bürgergarde zum Festplatze ausziehen und unter allgemeiner Theilnahme der hiesigen Bewohner, namentlich der zahlreichen Damen und der hiesigen Vereine, den hundertjährigen Jubeltag ihrer Fahnenweihe begehen. Möge denn auch diesmal am 15. und 16. August das Weilburger Kirchweihfest, dieser lichte Höhepunkt im Leben unserer Stadt, aus der Nähe und Ferne viele Gäste anziehen, die sich gerne freuen mit den Fröhlichen und in gesegneter Mitfeier dieser schönen Tage uns bezeugen dürfen: das Weilburger Kirchweihfest ist ein Volksfest im besten Sinne des Wortes. 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Durch ♦ aus-erordenJichen Kostenau.wand und unterstützt durch die denkbar vollkommensten technischen Einrichtungen, die die ▲ * e,g.?1"s erbaute Orossanige Fabrikanlage auszeichnen, ist es den nachhaltigen Versuchen des Apothekers Otto Rademann X vollkommen gelungen, das Hafermehl derart zu präpariren. dass es nicht allein von unbegrenzter Haltbarkeit sondern ♦ überhaupt das vorzüglichste Product aller im Handel befindlichen Kindernährmittel geworden ist. Es gilt somit unstreitig * Rademanns Kindermehl t Y vortrefflichste Nahrungsmittel für Kinder, da es von allen Nährmitteln der Muttermilch am nächsten kommt, es * * hildet Blut, Fletsch und Muskel, erzeugt Wärme und leistet bei Verdauungssehwäohe, Magen- und Uarmcatarrhen kleiner X T vorzughohe Dienste. In Folge seiner Leiohtverdaulichkeit kann bei dessen Anwendung von Durchfall der ▼ ▼ f* i, * * *"dLe,l’ der dieselben so sehr in dem gedeihlichen Fortschritt schädigt, absolut keine Rede sein. Bezüglich * ♦ des Gehaltes an knocken bl Id enden minerabscheu Salzen ider Hauptfactor bei der Knochenbildung) übertrifft X Rademanns Kinder nie hl alle bisher bekannten Präparate. ▼ ♦ . . Die regelmässige Verabreichung dieses Kindermehles verhindert die Entstehung von Knochenkrankheiten, als da ▲ ♦ V krumme schwache Beinchen, abgesetzte Glieder. Rachitis, englische Knochen- krankheit, Huhnerbrustcheii, Ruckgratsverkrümmungen und leistet beim Zahnen der Kinder ▼ * die denkbar grösste Wohlthat, indem der Zahnbau befördert, und die lästigen Nebenerscheinungen wie Zahn- * ♦ ^' «ktfeschaaclit und hintangehalten werden; auch auf das Nervensystem übt dasselbe eine heilbringende Wirkung Rademanns Rind er mehl ist seines Gehaltes wegen gerade ein Heilmittel für ♦ * rachitische und knoehenkranke Kinder, säuert nicht, und schlie-st, da es auf unbegrenzte Zeit haltbar, die Abnahme des JK Nahrwerths dur^i die Zeit gänzlich aus, ein Vorzug, der keinem anderen Präparate eigen. X „ . -_Pie, des Kindermehls von Seiten der Mutter ist eine einfache und leichte, sein ♦ duJn I? pr^-«U2h8wlt 5t1°.Gr«mm Inhalt ein ausserordentlich billiger, da eine Buchse dieses Mellles eine Woche hindurch ausreicht. Jeder Büchse ist eine Gebrauchsanweisung nebst ▼ lelcht verständlichem Prospect, der über alle wissensnöthigen Punkte Aufschluss gibt, beigefügt. ▲ ♦ r n Al*o*heken und Drogen-Geschäfte halten Verkaufsstelle. Nicht vorräthigen X Falles werden Auftrage direct an die Fabrik erbeten. Ausführung umgehend. 6460 ▼ Prospecte, ärztliche Zeugnisse, sowie jede gewünschte diesbezügliche Auskunft ertheilt gerne X Rademanns Nährmittel-Fabrik, Bockenheim—Frankfurt a. M. ♦ lOtC] Westanlage 1 ist die Wohnung im 3- Stock, bestehend aus 7 Zimmern und Zubehör, Wasserleitung und Garten- antheil, zu vermiethen. 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Unter einem feinen schwarzen Thronhimmel mit goldenen Tressen war in schönem Rahmen das Bild des verstorbenen Kaisers mit der Unterschrift: „Dem edlen Friedrich dem III. — Die Deutschen in Asturias". — Zu Serben Seiten an der Wand hingen prächtige Kränze von künstlichen Blumen, welche man won Madrid hatte kommen lassen. Der eine Kranz war von weißen Rosen, Akacien und Spheu, der andere von Veilchen und Lorbeeren. Die Wände waren mit schwarzem Sammet und schönen Bildern behängt. In den Oeffnungen der Fenster waren durchsichtige Jücher Mit bildlichen Reden eingehängt. Alles machte einen erhebenden Eindruck und das Lokal I'onnte kaum die auserwählten Zuhörer fassen. Man zählte unter ihnen mehrere Consule und Beamte, die Deutschen von Gijon, Arnao, Oviedo und La Manjoya, sowie die hier ansässigen Engländer; ein Beamter des Rathhauses in Vertrelung des Bürgermeisters und viele schöne und reich gekleidete Damen. Die evangelischen Christen, Spanier, in ganz Asturias, waren auch zugegen. Der Gottesdienst bestand aus der Lektüre eines Psalms und des 15. Abschnittes der ersten Epistel Pauli an die Korinther, aus dem Gesang von mehreren Liedern und aus verschiedenen Gebeten. Der Redner, Prediger Juan Emeterio yuente, »ür welchen hier große Sympathie ist, hielt mit bezaubernder Beredsamkeit die Trauerrede. Sr machte zuerst eine kurze Beschreibung des Lebens des verstorbenen Kaisers, pries seine Tugenden, machte einige schöne Betrachtungen über die Nichtigkeit des Lebens und bann auch über seine hohe Bedeutung unb enbete mit einer berebten Anrufung an ben Geist Friedrichs III. Wir haben bie Absicht, in ber solgenben Nummer unseres Blattes blese i.chöne Rebe zu veröffentlichen, welche großes Interesse für bie Leser haben wirb. Der «ebner hat in seiner Rebe keinen Angriff auf bie verschiebenen Confessionen unb Meinungen Der Anwesenben gemacht, er hat bem Beispiel unserer römischen Priester nicht gefolgt. Mit feinem inbrünstigen Gebet unb mit bem Segen bes Allmächtigen enbete dieser feierliche Trauergottesbienst, welcher gewiß allen Theilnehmern in guter Erinnerung bleiben wirb. So weit bie Blätter von Asturias. Die hiesigen Deutschen unb mit uns bas ganze deutsche Volk müssen sich freuen, weil nicht nur in Mabrib, sondern auch in ber kleinen, «bergläubischen, fanatischen Stabt von Gijon (20000 Seelen), Mittelpunkt ber carliftischen Partei, ein feierlicher Trauergottesbienst zum Gedächtniß unseres edlen und geliebten Kaisers zur Ausführung gebracht worden ist. Diese Feierlichkeit ist ein Triumph für das Evangelium gewesen. Wir wissen, daß Herr Prediger Juan Emeterio Fuente große Schwierigkeiten gehabt tzat, daß er große Hindernisse auf dem Wege hatte, daß mehrere Deutsche sich kalt und gleichgültig fühlten, als er ihnen seine Gedanken vorlegte, daß viele ihm abriethen und Niemand glaubte, daß die Sache in dieser kleinen Stadt zur Ausführung kommen würde. Aber Herr Prediger Fuente mit einem Eifer, mit einer Thätigkeit, mit einer Standhaftigkeit und Selbstverleugnung, welche als Muster bezeichnet werden kann, obwohl eer allein war und obschon er seine Frau und sein jüngstes Kind krank hatte, arbeitete so fleißig, daß er alle Hindernisse und Schwierigkeiten überwand und das Fest großartig feierlich und des edlen Fürsten würdig sich gestaltete. Die Begeisterung, mit der Herr Prediger Fuente in seiner Rede sprach, zeigte uns die Liebe, welche er zu unfetnt Kaiserhause und unserem Volke hat. Mehrere Deutsche kamen am Ende der Feier auf den Gedanken, ein Telegramm an den jetzigen Kaiser zu senden, ließen aber denselben wieder fallen, da es schon ein wenig spät war. Ich habe im Namen der Deutschen Herrn Fuente für die schöne Ueberraschung bestens gedankt und hoffe, daß die Sympathie, die er besitzt, zum Besten unserer Nation und des Evangeliums gereichen wird. verwischtes. — Frankfurt, 10. August. Es dringt jetzt die Kunde hierher, dah bei dem in Amerika verhafteten Postdefraudanten Haag noch 12000 JL von den unterschlagenen Geldern gefunden worden seien. Mitte d. Mts. wird er unter Eskorte von Amerika nach Homburg v. d. H. gebracht werden. — Der in letzter Zeit vielgenannte englische Arzt Sir Morell Mackenzie weilte vor einigen Tagen in unserer Stadt. Absteigequartier hatte er im Hotel „Zum Schwan" auf dem Stetnweg genommen. Heute traf der Exmtnister Leon Say in demselben Hotel ein. — Seit gestern ist hier das Wetter prachtvoll. Wie sehr alle Welt sich während der langen Regenzeit nach Sonnenschein und frischer Luft gesehnt hat, kann man jetzt auf einem Rundgang durch die Promenaden oder durch einen Besuch des Palmenoder Zoologischen Gartens ergründen. Wahrend noch zu Anfang der Woche diese Plätze schier verödet waren, herrscht dort jetzt ein buntes, vielbewegtes Leben und Treiben. Die Sommerhüte und -Toiletten sind wieder aus dem Schrank heroorgeholt worden und in der ganzen Frische und Anmuth, die der Sommer bet der Totlettenentfaltung gestattet, zeigt sich unsere Damenwelt. Helle Toiletten sind vorherrschend. Der jungen Welt kann man ordentlich die Freude in den Augen lesen, dah sie endlich wieder ohne Regenschirm und Mantel gehen und die hübschen Hellen Kleider tragen kann. Hoffentlich macht der Rest des Sommers zum Theil wieder gut, was der Anfang verdorben hat. Es wäre dies schon der Geschäftsleute wegen zu wünschen. Frankfurter Stadttheater. Die Vorstellungen von der „Reise um die Erde in achtzig Tagen" im Frankfurter Opernhause erfreuen sich fortwährend des größten Zuspruchs sowohl des einheimischen wie des fremden Publikums und findet die fesselnde und interessante Handlung des Schauspiels selbst, sowie die wahrhaft großartige und in Frankfurt noch nie gesehene Decoration und maschinelle Ausstattung rückhaltlose Anerkennung. Um vielfachen Anfragen von auswärts entgegenzukommen, sei hier besonders bemerkt, daß auswärtige Besucher volle Gelegenheit haben, nach der Vorstellung von „Die Reise um die Erde in achtzig Tagen" die Bahn zu benutzen und gehen die Züge in der Richtung nach Gießen 1050 und ID0. Die Vorstellung beginnt um 6*/- Uhr und endet jetzt durch rascheres Abspielen schon präcts um 10 Uhr. Allgemeiner Anzeiger. Restaurant zur Stadt München (Schlofigaffe 9)* Verehrtem Publikum von Gießen und Umgegend beehre ich mich hiermit Lrgebenst anzuzeigen, daß ich von dem allerwärts beliebten und von Kennern mur als vorzüglich bezeichneten Bier aus der Freiherr!, v. Gienanth- ffchen Brauerei in Winnweiler (Bayern) in Zaps genommen habe. Das Bier ist garantirt rein, ohne jeglichen Vor- oder Nachgeschmack und bekanntlich ausgezeichnet. Zahlreichem Besuche sehe ich gerne entgegen und zeichne Hochachtungsvoll Heinrich Schneider. NB. 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