Qr 83 Zweites Blatt. Donnerstag den 12. April 138L. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. - ‘ e , . . Preis vierteljährlich 2 Mark^20 Pf. mit Bringerlohn. ^Vnreanr Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. ' Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hßeil. Betreffend: Die Nachsuchung der BerechtigA«g zum einjährig-fteiwMgen Dienst auf Grund von Schulzeugnisse«. - Bekanntmachung. 1. 2. 3. angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: erbringen. y Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sem und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; o. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; i. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reisezeug, niffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (I. Th eil der Webr - Ordnung vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. 94 der angeführten Ersatz-Ord. verwiese«. Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrerSchulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werde« hierdurch aus die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Ansügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständig« Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzog- thum Hessen gestellungspslichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. Die Berechtigung zum einjährig freimütigen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und mutz spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit u. Fähigkeit, den Freiwilligen Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der SS 88, 89, 90, 93 und Großherzogliche Prüfungs-Commisston für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr Zeller.________________ Vermischte-, — Die Frage, ob das diesjährige große Mittelrheinische Turnfest, welches bekanntlich Coblenz übernommen hat, stattfinden soll oder nicht, ist durchaus noch nicht entschieden. Es hängt dies von den Zeitverhältnissen ab und ob die Kaiserin- Mutter auch dieses Jahr wieder ihren Aufenthalt in Coblenz nehmen wrrd. Eme in voriger Woche in Frankfurt stattgehabte Kreisausschußsitzung, welche sich mit den Turnübungen u. s. w. für das Mittelrheinische Turnfest befaßte, ließ an bte Eoblenzer Turnvereine die Aufforderung ergehen, binnen vier Wochen über diese Frage einen bestimmten Entschluß mitzutheilm. A Mainz, 10. April. Der gestern hier ausgebrochene Maurerstrike dauert noch fort und haben heute s, ziemlich alle Gehilfen die Arbeit eingestellt. Die bedeutenderen Baufirmen haben sich unterschriftlich verpflichtet, keine Maurergesellen zu nehmen, die sich nicht mit elfstündiger Arbeitszeit — von 6 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends — zufrieden geben. 400 Maurer sind bereits von hier abgeretst. Zur Unterstützung der Sinkenden fand heute eine Hauscollecte statt, auch sind von auswärts schon beträchtliche Beträge eingetroffen. In einer Erklärung der Lohncommissmn der Gesellen werden die Arbeiter aufgefordert, alle Excesse zu vermeiden. Für die Meister wie Gesellen dürfte der Strike wenig nutzbringend sein. Letztere haben in Folgc des langen Winters lange genug verdienftlos gesessen und die ersteren sind vielfach durch Verträge zur raschen Arbeitsausführung verpflichtet. — Wie groß die Unternehmungslust ist, geht aus der Thatsache hervor, daß sich zur Ausführung für das kaum aufgetauchte Projekt der Errichttmg von AZalv- bahnen um die hiesige Stadt bei der Bürgermeisterei schon eine ganze Reihe von Unternehmern eingestellt haben. Von der Weichsel schreibt man der „Danziger Zeitung" aus' Danzig 7. April: An der unteren Weichsel hat sich bis gestern Abend, soweit hier bekannt geworden, die Lage nicht geändert. Durch den Rückstau vom Meere her hat ,die Strömung erheblich von ihrer Schärfe verloren, doch werden dadurch auch die Schutzarbeiten fortdauernd erschwert. An der unteren Nogat hatte sich das ^ruchloch zwischen den Arnold Wannow'schen Grundstücken in Einlage derart in, EiS-verpack, daß der Fußweg von einer Dammstrecke zur andern über dieses Ers geschieht. Die Einlage und Zeoer sind ziemlich wasserfrei. Die Zustände in P^ckelmrd Umgegend, besonders in Klein- und Groß-Usnitz und Rosenkranz, spotten leder vefchreibung. Seit dem Eintritt des Eisganges am 18. v. M. verheeren die Wogen einem Meere gleich reden Besitz. Was bis jetzt sich noch nothdürftig gehaltm, fällt der durch den Nordsturm aufgestauten Fluth zum Opfer, sodaß das ganze Gebiet einer einzigen Wasstrwüste gleicht. Die dem Element entrissenen Sachen sind nach dem hoher gelegenen Weißenburg geschafft worden. Von der Warthe wird der „Pvsener Zeitung' berichtet. der Frieden in der Fabrik oft weit mehr ab, als von dem guten Willm des Unternehmers.^^ Werkmeister sind mit dem Wachsthum der deutschen Industrie nicht nur an Zahl, sondern auch an Einfluß gewachsen; sie haben sichzu emem deutschen Werkmeister-Verbände vereinigt, welcher seit 1886 seine Mitglrederzahl von 4082 auf 13,000 gesteigert und 289 Bezirksvereine zur Wahrnehmung ferner Interessen in allen deutschen Staaten gebildet hat. Der Verband ist eifrig bemüht, zunächst die rechtliche Stellung der Werkmeister, die in der Gewerbeordnung unbestimmt gelassen ist, zu verbessern und eine Gleichstellung der Werkmeister mit den Handlungsgehilfen herbeizuführen; er erstrebt eine Wtttwen- und Waise»-, s-wie eine Pensions- u»d Jnvalidenkasse, sucht stellenlos gewordenen Mitgliedern eine neue Stelle zu verschaffen, auf eine bessere Gestaltung des Lehrlingswesens und aeistiger Fortbildung aller Berufsgenossen hinzuwirken und ist in neuester Zeit auch dem Deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke beigetreten, um die Mäßigkeit seiner Genossen und der gesammten Arbeiterschaft kräftig mit zu fördern. Einem Verbände, der sich so schone Ziele gesteckt hat, kann man nur Gedeihen und Erfolg wünschen. Berlin, 9. April. Aus Charlottenburg erhalten wir solgenden Bericht: Dec Kaiser überreichte bet dem heutigen Morgenbesuch Mackenzie das Comthurkreuz des Hohenzollernschen Hausordens mit dem Stern, und Hovell den Kronenorden 2. Elasse. Der Kaiser drückte beiden Aerzten die Hand und schrieb Mackenzie folgende Worte auf: Als Sie zum ersten Male kamen, hatte Ich Vertrauen zu Ihnen, da Sie Mir von Meinen deutschen Aerzten empfohlen worden waren; Ich habe selbem Gelegenheit aebabt Ihre Geschicklichkeit aus eigener Erfahrung werthzuschatzen; es freut Mich daher ungemein, Ihnen diesen Orden zu überreichen in dankbarer Anerkennung Ihrer werthvollen Dienste und in Erinnerung an Meine Thronbesteigung." Berlin, 8. Avril. Die Sammlungen für die Ueberschwemmten in dm deutschen Stromgebieten nehmen den erfreulichsten Fortgang. Beim Berliner EentralcomitL sind schon über 300,000 JC. eingelaufen oder angemeldet, von denen allem nahezu 1*0,000.* an der hiesigen Börse gezeichnet worden sind. Auch die von Haus zu Haus vertheilten Sammellisten verheißen einen reichen Ertrag. Beim vaterländischen Frauenoerein sind schon 50,000 eingegangen; die besonderen Sammlungen der Berliner Zeitungen mögen auch schon die Summe von 100,000-X erreicht haben. Auch in den Provinzen zeigen die Sammlungen überall die erfreulichsten Ergebnisse, m Köln, Hamburg, Stettin, Danzig, Königsberg, Breslau, Magdeburg, Dresden sowie in den süddeutschen Hauptstädten sind höchst bedeutende Beträge eingegangen. Aber die Schilderungen über die herrschende Roth lauten fortdauernd so bedenklich, daß n cht genug gebeten werden kann, in Spenden und in der Hilre nicht nachzulassen. Die Noth ist, rote Minister v. Puttkamer, der alle Ueberschwemmungsgebiete besucht hat, versichert, so groß, daß selbst die jetzigen hohen Summen nur Tropfen auf heiße Steine sind. Dazu kommt, dasi nicht nur in Schlesien, sondern auch im Danziger Ueberfchwcmmungsgebtet neues schweres Schneetreiben eingetreten ist, das in der jetzigen Zeit geradezu verhangmtzvoll wirken muß. ________________ Die Stellung der Werkmeister im heutigen Erwerbsleben. Die moderne Grobindustrie wird ost angeklag«, daß sie Tausend- von abhängigen Lohnarbeitern wenigen Unternehmern gcgenüberstellc und durch di- Vernichtung des fSnnbmerfa und Mittelstandes die Must zwischen Reich und Arm, Hoch und Niedrig nur Zweiter-. Man vergibt dabei, daß, wie di- B-russ- und Gewerb-statistik beweist, dt- Anaeböriaen des Handwerkerstandes und Kleinbetriebes immer noch weit zahlreicher smd als die Angehörigen der Großindustrie und,d°b innerhalb der Grotzinduür - e ne sehr erhebliche Anzahl von selbstständigen kausmannischen und technischen Hilsskra ten und von Werkmeistern die Stellung der sruheren Handwerksmeister unter vielsach gesicherteren Gehalts- und Lebensv-rhältniss-n ctnnimmt Eine ganz besonders wichtige Mittelstufe zwsich-n Unternehmern und Lohnarbeitern bilden die Werkmeister. Sie sind es, welche in den Fabriken die Arbeiten unter die verschiedenen Gewerbegruppen vertheilen und control ren, welche die Ordnung in der Fabrik, die Sicherheit, das Leben und die Gesunbhc t der bet der Arbeit an- gestellten G-w-rbsgehilfen und Fabrikarbeiter mit verantwortlicher Sicherheit »»überwachen haben. Jeder Werkmeister steht an dcr,Spitze einer größeren oder kleineren Schaar von Arbeitern, aus welche derselbe vermöge des Uebergewichts seiner Stellung auch einen bedeutenden moralischen Einfluß ausüben kann. Die Werkmeister stehen zu den Fabrikarbeitern in ähnlichem Derhältniß wie di- Handwerksmeister zu ihren G-- fellen und Lehrlingen; nur die Einrichtung der Werkstätten, der schwierige Ankauf der Roh- und H'.lfsstoffe, Werkzeuge und Maschinen, der Verkauf der fertigen Maaren und das Risiko des ganzen Betriebes ist ihnen erspart und auf den Unternehmer abgewälzt. Dagegen lastet auf ihnen, wie auf dem selbstständigen Handwerksmeister, die Verantwortung für die richtige Ausführung der Übernommenen Arbeiten, für das Verhalten der Arbeiter und die Ordnung des Betriebes. Ein guter Werkmeister mutz gewöhnlich der Erste und auch der Letzte am Platze sein. Der Unternehmer mutz sich unbedingt auf ibn verlassen können und ihm daher auch die Macht über die Arbeiter Übertragen. Don btm Wohlwollen und dem G-rcchtlgk-ttssinn- der W-rksühr-r Flaschenbier. Bockbier aus der Brauerei Förtsch per Flasche 23 H, empfiehlt je Arnold, 2352 Brandgasse 6. veranschlagt zu: 1293,51 at 3000 Herren- und Knaben-Anzüge n 99 99 99 99 99 billigsten Preisen. 2540 Hermann Marx Marktplatz 9. Gießen, am 7. April 1888. 2953 S'räth«, Bütten, Fässer «. a. 2954 August Schlesfinger. ctf d -Paletots, -Joppen, -Hosen CO CO CÜ CVS ff M tt ft ff ff tl tt ff H ff ff ft tt tt H 1254,68 433,34 200,32 80,83 1193,04 456,69 Der Kreisingenieur: G n a u L h. 231,— 33,- 280,— 68,— 339,— 57,50 410,— 2959 Ein gutes mittelschweres Arbeits Pferd zu verkaufen- Vergebung von Bauurbeiten. Die nachstehenden, zum Nebengebäude, der Einfriedigung d^r Hofanlage des neuen Tchulyauses in Orüuberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen Dienstag, den 17, April, 1 Uhr, im Wegs schriftlicher Submission vergeben werden und zwar: Engel, Gr. Gerichtsvollzieher. Möbelversteigerung. *2lrn J6«' und Dienstag, 17. d. 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Ausschank des Kaiserbräu bei ♦ ♦ Arnold, • ♦ zum Deutschen Hof. * t 2482 ♦ rblc MZWWW-WW KWSSSSSß fäut andauernd; heute Morgen betrug hier der Wasserstand 4 12 M «L« Mor-,-n) °z ist demnach das Wasser seit dem 29 M Mum 2 56 SB Sesallen und steht gegenwärtig so hoch wie etwa am 21 n w sm», m m ** MLMUMLMM schwemmten noch bis zum nächsten Mittwoch fortseken ru können-LiÄ schnittlich täglich 800 Mittagessen und 500 Pitlr B l ? es sollen durch- MWUMMUMM MUWWMZWZ waren. - das Wasser eMzudämmen -ersuchten' Dikünmögl7chk7t"^ I Carl Schwaab’s Delicatessenhandlimo empfiehlt oireet importier auS Cephalonia rothen süssen Wein der Insel Cypern süssen weissen Wein von Sanios 6e.be Sorten vorzüglich stärkende Weine für Kranke und Reconöalescenten pr. Flasche Mk. 2.— 259q Für Arbeiter wSlÄtotoÄSSr- ***•* SÄ"* ,n b" Marktplatz 9. 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