Ar. 1S6 Samstag den 11. August . I 1888. (Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »ur.a«r Sch ulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag«. g Amtlicher Hßeit. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der Rechner und Oeconom Kötter in der Großh. Anstalt für Blödsinnige „Alicestist", welcher seither durch den Finanzaspiranten Kreuder vertreten wurde, seinen Dienst wieder angetreten hat. Das Bureau befindet sich wie bisher in der Anstalt. Darmstadt, den 4. August 1888. Großherzogliche Provinzial-Direction Starkenburg. In Vertretung: Dr. Zeller. Betreffend: Dekanatsvisitation. Lang-Göns, den 9. August 1888. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an fänrmtliche Pfarrämter -es Dekanats. Der Großherzogliche Superintendent der Superintendantur Gießen beabsichtigt, Sonntag und Montag, den 19. und 20. August, Visitation im hiesigen Dekanat zu halten. Indem ich Sie erhaltenem Auftrage gemäß hiervon benachrichtige, beauftrage ich Sie zugleich, nach der Instruction vom 15. März 1834 die vorgeschriebene Bekanntmachung zu erlassen. Montag, den 20. August, Bormittag» 10 Uhr, soll eine Pfarrconferenz im gewöhnlichen Versammlungslocal zu Gießen abgehalten werden, wozu ich Sie erhaltenem Auftrage gemäß einlade. Dr. Strack Politische Rundschau Gießen, 10. August. Noch wirkt in allen Gemüthern die Nordlandsfahrt Kaiser Wilhelms nach imb schon wenden sich die Blicke der nun feststehenden zweiten großen Reise zu, die Len jungen Kaiser im kommenden Herbste über Wien nach Rom zum Besuche des Königs Humbert führen soll. Obwohl der deutsche Kaiser jedenfalls erst im October in der „ewigen Stadt" erscheinen wird, so geht man daselbst doch schon jetzt an die Vorbereitungen zu einem großartigen Empfange des kaiserlichen Gastes und so wird Lenn auch die Romfahrt unseres Kaisers den Augen der Welt glanzvolle Bilder entrollen. Die politische Bedeutung aber dieser angekündigten Kaiserretse nach Süden sieht im Voraus fest, sie ergiebt sich schon aus der Thatsache, daß sie dem Besuche der Herrscher gilt, deren Reiche mit Deutschland in einem festen und innigen Bündntß- werhältnisse stehen und somit kann der Besuch Kaiser Wilhelms in Wien und Rom nur die Besiegelung und weitere Stärkung der deutsch-österreichisch-italienischen Allianz Ledeuten. Soeben aber ist es von Berlin wie von Petersburg aus von authentischer Sette erklärt worden, daß die Kaiserentrevue von Peterhof ein vollständig friedliches Resultat ergeben habe und die Welt darf sich der freudigen Gewißheit htngeben, daß die Reise unseres Kaisers nach Wien und Rom die Tragweite der Kaiserbegegnung im Norden nur noch umfassender und verheißungsvoller gestalten wird. Von den ferneren Reiseprojecten des Kaisers gilt, abgesehen von den Manöverretsen des Monarchen, bis jetzt sein Besuch in Bayreuth in der Ivetten Hälfte des August und dann ein mehrtägiger Aufenthalt in den Reichslanden, im September, als gesichert, lieber die mehrseitig gemeldete Reise Kaiser Wilhelms nach Thüringen zur Theilnahme an den großen Htrschjagden des Herzogs von Coburg, die Mitte August in der Gegend von Oberhof, der Sommerfrische der kaiserlichen Prinzen, ßtattfinden sollen, müssen erst noch bestätigende Mittheilungen abgewartet werden. Wiederum sind blühende deutsche Länder striche schwer von der Wuth der entfesselten Elemente hetmgesucht worden und besonders haben die Gegenden am Rtesen- gebirge und weitere Thetle von Oberschlesien unter den jüngsten Ueberschwemmungen sjchwer zu leiden. Erschütternde Meldungen kommen aus den heimgesuchten Bezirken, die hoffentlich auf baldige thatkrästige Unterstützung und Hilfe von staatlicher wie privater Seite her rechnen dürfen. Verhandlungen über einen deutsch - russischen Handelsvertrag werden als Levorstehend angekündtgt, doch wird man die Bestätigung dieses sensationellen Gerüchtes auf alle Fälle noch abwarten müssen. Das Interesse an den Wochenereignissen im A u s l a n d e war diesmal der Strikt Lewegung in Frankreich und speciell in der Hauptstadt Parts in erster Linie zugewendet. Die jüngsten Nachrichten hierüber lassen kaum mehr einen Zweifel, daß in der Hauptstadt Frankreichs wieder einmal der revolutionaire Geist spukt und daß Lie Lohnbewegung der Erdarbeiter, Kellner u. s. w. mehr und mehr in communisttsche imd anarchistische Bahnen einlenkt. Die Straßenemeute bei dem am Mittwoch stattgefun- Lenen Begräbnisse des ehemaligen Commune-Generals Eudes beweist klar, wie drohend pch die Pariser Arbeiterbewegung unter Leitung staats- und gesellschaftsfeindlicher Elemente bereits zugespitzt hat. Obwohl regierungsseitig infolge der schon vorher an- gekündigten Theilnahme der Strikenden an dem Begräbnisse besondere Vorsichtsmaßregeln ergriffen worden waren, vermochten dieselben doch nicht, die blutigen Zusammenstöße zu verhindern, welche sich zwischen der Polizei und den Theilnehmern am Leichenzuge rntspannen und wobei es an Revolverschüssen, ja sogar an geworfenen Bomben, die »lücklicher Weife nicht explodtrten, nicht fehlte. Da die Polizei sich gegen die Straßen- Meuterer als machtlos erwies, so mußten noch Gensdarmen, Stadtgardisten und Milt- ttär einschreiten und mit blanker Waffe die Tumultuanten zerstreuen, aber erst, nachdem Ler Letchenzug auf dem Friedhof angelangt war, konnte die Ordnung wieder einiger- Maßeu hergestellt werden. Es sind hierbei mindestens gegen 50 Personen verwundet Worden und auch die Zahl der Verhafteten ist eine große. Die Regierung soll entschlossen sein, nunmehr mit rücksichtsloser Energie gegen die Strikenden aufzutreten und dazu ist es allerdings die höchste Zett, denn sonst können die seitherigen Straßenunruhen iir eine vollständige Revolution der unteren Beoölkerungsklassen von Paris Umschlägen. Ueber die zwischen Italien und Frankreich schwebende Massaua h-Frage Liegen noch keine wetteren Meldungen vor, ausgenommen, daß nun auch Deutschland steine Zustimmung zu dem Standpunkte Italiens in der Angelegenheit hat erklären Uassen. Ebenso wenig ist bis jetzt von einem Proteste einer Macht gegen die Besetzung des Hafens und Gebietes von Zula durch die Italiener etwas bekannt geworden, obwohl von französischer Seite ein solcher Einspruch vorbereitet roerben soll. Es heißt, Frankreich wolle denselben auf einen Vertrag mit Abyssinien gründen, der vom Jahre 1859 datiren und Frankreich den Besitz von Zula zusprechen soll. Das ist aber freilich ein bischen lange her! Die Kiewer Jubiläumsfeier ist doch nicht ohne einige bemerkenswerte Zwischenfälle verlaufen. So hat namentlich eine Rede des bekannten panslaoistischen Wortführers Jgtiatieff Aufsehen erregt, weil sie mit derartigen Ausfällen gegen Oesterreich gespickt war, daß sie selbst am russischen Hofe peinlich berührte und foll darum Jgnatieff einen scharfen Verweis vom Czaren erhalten haben. Auch die Beglückwünschungs-Depesche, welche der croatische Bischof Strohmayer nach Kiew sandte und in der von der zu erfüllenden Weltmission Rußlands gesprochen wird, macht viel von sich reden. In Wien verlautet, Bischof Stroßmaycr solle wegen dieser Kundgebung vor einem österreichischen Gerichtshöfe zur Verantwortung gezogen werden. Telegraphische Depeschen. Wolsi'S telegr. Eorrespon-enz. Bureau. Bonn, 9. August. In der heutigen Schlußsitzung des Anthropologenkongresses sprach Dr. Mles über die Verschiedenheit der Schädelbildung, Professor Howard Gore aus Washington über die anthropologische Forschung in Amerika, Dr. Schmidt über die Vererbung erworbener Eigenschaften, John Evans über altbritifche Münzen, Kämen über die Uebereinstimmung der rheinischen Culturreste mit den bezüglichen ethnographischen Angaben Cäsars und Tacitus. Im Weiteren wurde der Vorstand ermächtigt, wegen der Ausnahme von Bestimmungen über Eigenthumssicherung an Alter- thümern in's neue bürgerliche Gesetzbuch eine Eingabe an den Reichskanzler zu richten. Zum nächsten Versammlungsort wurde Wien bestimmt. Paris, 9. August. Der gestrige Abend ist verhältnißmäßig ruhig verlaufen. Es gab nur einige tumultuarische Zwlfchenfälle aus der Place de la Republique, wo Truppen zur Unterstützung der Polizeiagenten einfchritten. Auch in Faubourg Saint Antoine fand ein Handgemenge statt. Don den gestern Verhafteten wurden nur acht in Haft behalten. Die Zahl der Verwundeten beträgt 30, sämmtlich leicht. — In Amiens sind neuerdings keine Ruhestörungen vorgekommen. Die Zeitungen meinen allgemein, der gestrige Tag sei besser verlaufen als zu befürchten war. Die radikalen Blätter werfen der Polizei Mangel an Kaltblütigkeit vor. PariS, 9. August. Im heutigen Ministerrath theilte Floquet mit, daß die Arbeitsbörfe seit längerer Zeit ihrem eigentlichen Zwecke nicht mehr diene und daher vorläufig geschlossen bleiben solle. — Mehrere Ansammlungen der Strikenden wurden heute Vormittag von der Polizei mit leichter Mühe auseinandergetrieben. Die Arbeitsbörse wird fortdauernd polizeilich bewacht. — Kriegsminister Freycinet tritt morgen eine Reise an, um die militärischen Anstalten in Chambery, Brianson und Grenoble zu besichtigen. Paris, 9. August. Die „Agence Haoas" veröffentlicht die Antwort Goblet's auf die italienischen Noten in der Massauahfrage. Die Note schließt: Wenn das Verfahren Italiens zur einfachen Beseitigung der Kapitulationen und unserer früheren Rechte in Massauah führen sollte, würde uns nur erübrigen, von der übrigen Art des Vorgehens und von dem für die Zukunft aufgestellten Principe Akt zu nehmen, wonach die Kapitulationen mit vollem Rechte ohne irgend welche Verhandlungen mit den Mächten wie ohne Erklärung ihres Einvernehmens in einem Lande, wo eine europäische Verwaltung eingerichtet wird, ihre Wirksamkeit verlieren. Wir behalten uns vor, daraus diejenigen Consequenzen zu ziehen, welche unser Interesse in solchen Gebieten, wo wir auf Grund regelrechter Erwerbstitel angesessen sind, vor- ' schreiben wird. London, 9. August. Ans dem Banket, welches der Lordmayor gestern zu Ehren des Cabtnets gab, beantwortete Lord Salisbury den Toast auf das Ministerium mit einer Rede, in welcher er Folgendes sagte: Im Ganzen herrsche hinsichtlich der auswärtigen Angelegenheiten Ruhe; mit größerer Zuversicht als je könne man sagen, daß das Ziel aller Herrscher die Sicherung eines ununterbrochenen Friedens sei. In Egypten herrschten noch Gefahren an der Grenze, im Innern seien alle Schwierigkeiten^ überwunden; Egypten sei solvent und Englands Politik in Egypten unverändert. Was Bulgarien betreffe, so deute, soweit die auswärtigen Mächte in Frage kommen, alles auf zukünftige Ruhe und Frieden. Bei den leitenden Staatsmännern Europas trete die Ueberzeugung hervor, daß es das Beste fei, Bulgarien sich selbst zu überlassen; unzweifelhaft passe eine solche Politik allen europäischen Staaten; England wünsche nur die Freiheit und Unabhängigkeit Bulgariens - Deutschland habe stets erklärt, daß ihm Sulßoricn eine gleichgültige Angelegenheit sei, Oesterreich wünsche die Aufrechterhaltung des territorialen sutus quo und Rußland strebe als höchste Genugthuung für die Tapferkeit seiner Soldaten, welche für die Freiheit Bulgariens geblutet haben, ein blühendes und zufriedenes Bulgarien an- Die August-Meteore. Lokales TOnx"e N'it der Großherzog von Hessen und bei Rhein und Seine mM hoch^ Ä “ ”On Deutschland, sie leben hoch! und nochmals hoch! und aber- All-s" aelunam mid^ hn^h6*' M8lcb »Deutschland, Deutschland über begonnen Wi- 11?« ?urd> Böllerschüsse gegebene Signal mit den Spielen oegonne». 2bte Icfton von Anfang an, wahrend der Aufstelluna des Festmaes so ^? bn ?uch bei ben (Spielen bie Spielordner, Damen und Herren, daß sie mit Luft und Weit, mit richtigem Verstandniß für Alles das, was Ktnderherzen beweg«, sich Iur,iün»sten Kaiserbegegnung übergehend, sagte Lord Salisbury der iebiae Kaiser Deutschlands habe von Anbeginn seiner Herrschaft einen hohen Sinn für den Werth des Friedens gezeigt, nicht nur für die Menschheit, sondern auch für sein Reich wel- rauche ein absolutes Bedürsniß sei und ohne welchen es alle herrlichen die -s gewonnen habe, aufs Spiel setzen mürbe. Lord Salisbury zeigte sich llrh?nlil6. V?,elfMr«!JknÄ®artU!I:aen/ rocellÄc an die Kaiserzusammenkunft geknüpft worden seien, Deutschland habe wie England alles gewonnen, was es gewinnen konnte uni) wünsche nur, daß seinem Volke gestattet werde, die eigene moralische und industrstlle bestehenden territorialen Arrangements zu verfolgen; dreser Geist beseele den deutschen Kaiser- Lord Salisbury ist überzeugt daß 8 die ?"?rredung zwischen den beiden Kaisern dem Zaren, der stets offen und hrlich auf das Höchste dem Interesse des Friedens sich gewidmet habe, die Kraft gebe, seinem Volke seine Politik aufzulegen und die Bildung einer großen Friedensliga zu empfehlen die keme andere Macht brechen könne. Frieden zwischen Rußland und Demschland bedeute Frieden in Oesterreich und in allen Ländern, wo die Aufrechterhaltuna der jetzigen eine gebieterische Nothwendigkeit sei, und er bedeute auch Frieden Snfp^ff?Cf"Ürfi:blCr n)^I^Cr.auf ^rrUnb enÖlanb§ maritimer Interessen, stets ein hohes Interesse für England haben müssen. Er glaube daher, die lüngsten Ereignisse würden 17h.n™be§ngrLnbenU?g?r;id)®iflIanb5 ®cftr£t,un8en brC eI schönsten Himmelserscheinung belehrt hat. Die Geschwindigkeit von I ^mi^hinfpHT Neulich fast um die Hälfte größer als die ?lanetarische Geschwinbigkeit, also btc ber Erde in ihrer jährlichen Bahn um die Sonne iinh I nun gerade bie Eesckwinbigkeit, mit der sich ein Himmelskörper in seiner Bahn beroeat I ein untertöeibenbeS Merkmal für seine besondere Natur bietet, so müffen wir fckon nefAmhihin?pitC ncrt ®on Himmelskörpern suchen, welche ähnliche Bahn- I 2nt^immfiaraU mc er b 6 Sternschnuppen unb Meteore. Eine solche Kategorie I Hlmmelskorpern, welche sich mit größerer als planetarischer, nämlicft etroa 6 Äen pro Secunde betragender Geschwindigkeit in der Bahn bewegen, sind aber die Kometen I und zwar findet sich unter diesen eine Anzahl, welche in jroar UnggeÄn afiJr boA unffe ‘«ugutoetrore? 6 umkreist und dieselbe Bahngeschwindigkeit besitzt wie aueft sofort eine völlige Übereinstimmung zwischen dieser Sternfcknn^P^k, r. berjenigen fand, in welcher sich der dritte Komet be8 iq$? Ppnl6.Q^n un- bewegt. Die Uebereinstimmung ber beiden Bahnen die^nu^beA^üaHck ^Onnc (wegen der schwierigen Bestimmung dieses Elementes aus ben Umlaufszeit aefttungen) noch einer Bestätigung bedurfte war sa f^lnnpnk .Sternschnuvpenbeoab- zweifelhaft sein konnte über den urf& baK ma" nicht mehr Beide Himmelskörper laufen in be-felben^Rrthn bctbcr Erscheinungen. ?.£' KlÄMay-! ä"? F“» bann cintge^gntf “rnungm iS^alTtmlfl'^l^abn mlu^^ li? ffrerfe bes Kometen mit losg-löst-n Th-Ilch-n ang-süllt w7rb-n " $Ql,n= kometarische oder meteorische Materie' binburckn-bpn k1111 b c^c Sett durch diese »SB;•£ gM SS» ihrem früheren Glanze verloren haben Erdnahe zuruckkehren^ okl von ihrer Aufgabe widmeten. Das Spiel, durch eine einstündige Pause unterbrochen, dauerte bis gegen 6 Uhr; nach Vertheilung der Preise folgte noch ein Stündchen der Rast und Erholung, bis neue Böllerschüsse zum Scheiden aus Waldesgrün und -Kühle mahnten. Froh und durch die beim Spielen und Turnen errungenen Gaben und Preise besonders beglückt, marschierte die Jugend wieder in die Stadt zurück, wo an der Turnhalle der Feftzug, der natürlich nicht mehr in der gleichen Ordnung wie beim Hinausmarsch gc- halten werden konnte, gegen 8 Uhr Abends sich auflöste. Damit war für die kleine Welt das Fest beendet. Datz nun derartige Feste, wie unser Jugendfest, auch von den großen Kindern besucht werden, ist wohl selbstverständlich, aber einer solchen Theil- nahme wie der gestrigen, hatte sich wohl schwerlich je ein Jugendfest zu erfreuen. Während in den Nachmtttagsstunden die Straßen der Stadt vollständig menschenleer, die Läden geschlossen waren, bewegte sich sozusagen ganz Gießen draußen im Philosophenwalde. Trotzdem die Wirthe viel gethan hatten, um die Festtheilnehmer zu befriedigen, reichten die vorhandenen Sitzplätze bei Weitem nicht aus, bis gegen 7 Uhr, nachdem die Kinder nach der Stadt gezogen, einigermaßen „Luft" wurde. Wie lange die letzten der Festtheilnehmer ausgehalten, wissen wir nicht, ebensowenig vermögen wir über das Quantum des verzapften und natürlich auch getrunkenen Bieres Auskunft zu geben, dies werden die Wirthe und Brauer wohl am besten wissen, nur so viel dürfen wir sagen, daß Jedermann seine Schuldigkeit auch nach dieser Richtung gethan haben dürfte. Fassen wir Alles in Allem zusammen, sehen wir Dieb leiept von einigen kleinen unliebsamen Scenen, die ein großes Fest naturgemäß mit sich bringt, ab, so müssen wir das Fest als vollkommen gelungen bezeichnen. Dies verdankt die Einwohnerschaft nächst dem gütigen Himmel, der gestern zur Feier des Tages sein bestes Gesicht zeigte, allen Denen, die sich um das Zustandekommen des Festes besonders verdient gemacht haben: dem Festcomitö, dem Stadtvorstande und den Schulvorständen, den Lehrern und Lehrerinnen, den Fest- und Spielordnern und Spielordnerinnen. Möge die allseitige Anerkennung, die ihre Thätigkeit gefunden, der Lohn für ihre Arbeit und Aufopferung sein. Gießen, 10. August. Durch Unvorsichtigkeit hat sich heute Morgen ein Arbeiter an den städtischen Wasserleitungsarbetten in der Ostanlage innerlich eine Verletzung zugezogen. Derselbe wurde zur Untersuchung in die hiesige Klinik verbracht. vermischtes. Darmstadt, 9. August. Am 28. März d. I. war in Folge von Hochwasser in der Gemarkung Astheim der Sommerdamm gebrochen. Nun ist gestern auch der dort hergestellte Nothdamm dem Andrang des Wassers gewichen und ein großer Thetl der Gemarkung Astheim steht abermals unter Wasser. Es wird von fachmännischer Seite der Vorwurf erhoben, daß durch rechtzeitige gehörige Herstellung des Dammes das jetzige Unglück hätte verhütet werden können. (F. a.) Offenbach a. M., 9. August. Geheimerath Schweikard, langjähriger Verwalter des fürstlich Jsenburg'schen Palais, hat sich heute früh auf dem Friedhöfe erschossen. Motiv nicht bekannt. Geinsheim, 8. August. Betrübende Wassernachrichten bringen die Zeitungen von überall her. Auch im unteren Ried steigt die Roth. Schon seil Wochen sammelt sich das Regenwasser, ohne abfließen zu können, weil die Schleuse nach der angeschwollenen Schwarzbach geschlossen ist, in den Gemarkungen von Erfelden und Wolfskehlen abwärts, so daß man überall auf dem tiefer gelegenen Gelände das Wasser vorstehen und die Crescenz verdorben sah. Auf dem ganzen Gebiet, welches zur Ried- entwässerung vorgesehen ist, hat nicht bloß die Fruchternte und das mit Kartoffeln und Rüben bestellte Gelände schweren Schaden erlitten, der besonders die ärmere Klasse trifft, sondern auch die Wiesen konnten zum großen Theil bis heute noch nicht gemäht werden, und an Grummet ist da nicht zu denken. Die Folge davon ist, daß der Preis für das, was man jetzt im Wasser mähen und auf trockene Plätze zum Dürrmachen heraustragen konnte, aufs drei- und vierfache gegen früher gestiegen ist. Auch in den Gemarkungen Trebur und Astheim waren die Wiesen seither schon völlig überschwemmt. Zu allem Unglück bringt jetzt der Rhein, der den ganzen Sommer nicht bedrohlich war, wiewohl er den Stand von 11—12 Fuß Oppenheimer Pegel erhielt, Grund ernster Besorgniß. Rasches Steigen am Samstag auf 14, Sonntag auf 15,8 gestern, (Dienstag) auf 16,2 Fuß gefährdet den Sommerdamm, weshalb in den letzten Tagen in den zwischen ihm und dem Landdamm gelegenen Ländereien, den log. „Auen", fieberhaft gearbeitet wurde. Es ist gelungen, fast die ganze Gerste, zum Theil aus dem Quellwasser heraus, zu mähen. Freilich mußte sie sofort gebunden und noch frisch in die Scheuern eingesahren werden! Aber Wetzen und Hafer sind noch zu unreif, Wiesengras steht noch, und eben 9 Uhr Bonn., wird durch die Schelle Mannschaft aufgeboten, um zu versuchen, ob der kleine Quelldamm, der die Ludwtgsau von den nördlich gelegenen Auen abschließt, durch Aufdämmen mit Grund noch rechtzeitig erhöht werden kann. Denn auf der Hohenau ist der Damm, der im Winter schon einmal gebrochen war, aufs neue durchbrochen und der Rhein droht dadurch von unten her in wenigen Stunden auch unsere Au zu überflulhen. Dann ist nicht bloß was dort steht verloren, sondern auch diesseits des Landdammes wild das Quellwasser höher steigen und furchtbaren Schaden an den bis jetzt noch oelschonten Fluren anrichten. Von den 20 Fluren unserer Gemarkung sind nur 5 dem Gründ- oder Quellwasser nicht unterworfen. Dazu steigt der Rhein, obwohl von oben her, seit gestern Fallen gemeldet worden ist, noch immer. Heute früh steht er 16 Fuß 5 Zoll. Eben, Nachmittags 4 Uhr, komme ich von einem mehrstündigem Gange in die Aue zurück und vervollständige meinen Bericht von heule Vormittag. Unsere Lage ist nicht ohne, große Gefahr; aber zunächst ist Herr Gutsbesitzer Touchon auf der Hohenaus am härtesten betroffen. Schon von weitem hört man dort das Rauschen des Rheins, der durch den gebrochenen Sommerdamm in dessen Aue stürzt. Die Bruchstelle ist direkt neben der dort stehenden Wassermaschine, der selbst im Wasserschwall bemfdben ^atz, wo im März der Tamm gewichen war. Der bflM ?IS geschlagene Nothdamm war nicht stark genug, dem jetzigen iU ^n, und zeigte gestern schon gefahrdrohende Erscheinungen, so 10 Mete? wurde. Heute früh */22 Uhr ist er gebrochen: der Kolk ist wohl 10 Meter breit, 5 Meter tief, yerr Touchon hatte alsbald telegraphisch 3 Schiffe voll RbeinseileaCftc?f' bcrcen eines gerade während meiner Anwesenheit auf der Jiöeinfeite des Dammes ausgeworfen wurde, um da einen Nothdamm zu bilden. Doch mor0CrnJrilb nicht möglich fein, die Bruchstelle auf diese Weise der Ö verschließen. Es ist fraglich, ob man dann noch Grund genug läcfe wbma?n^hesCn Thett von der Gemeinde Trebur gelieferten Sand- mSAtM ^en .Zudrang des Wassers abzuwehren. Derweil strömt aber der J?bcin m die Aue, wo noch 200 Getreide-Morgen auf dem Halm stehen, , letzt schon verloren sind. Ein höchst bedeutsamer Schaden, ohne den, den Herr faaelaueMft^M*11?^611^ ^scenzen erleidet. Die angrenzende Backsteinfabrik von ^len von 9mnm & ? heute Vormittag untergelaufen; ein gerade fertig eingesetzter i7nh m Oteinen, der heute in Brand gesetzt werden sollte, ist im Was er J" umß durch Verweichen völlig verderben. — Auf der südlich angrenzenden Oberau fing man, um sie vor Ueberfluthung von der Hohenau her zu schützen, heute Mittag an, Grund "u erhöhen 8Um Hauptdamm Ziehende Quelldämmchen durch aufgeworfenen ^^uerhältnißmäßig hochgelegene Oberau wird die Ludwigsaue unters &tfXX mit eiligem Abernten ihrer Kartoffel- und ff Sa? l Uebrigen hat die Aue Graswuchs, das Heu ist da fit*?beigentWmer ift ber Fiscus. An d-m biefe 2lue von b-r Kraffts- “"b Kornsanb geheißen, abgrenzenben Ouellbamm fanb ich 15 Mann SÄ tzt bem Morgen in angestrengter Thätigkeit, es burch Aufsetzen von feuchtem SMit b77nhm?nem,°?efflOT mhbemm 6c n^aficr,V ro.cnn eS- roie erwarten steht, biefe Jiaajt die Ludwrgsaue füllt, den Weg oberhalb in der Kornfandgemarkung zu ver- D-nnhier ist nicht bloß außer Kartoffeln unb Fut.e?gewächsen 7°ch °7ele ,roelb.c.n muß, sonbern es würbe auch, wenn ber Korn- &hef M'nm bn° rolbcr Landbamm zu stehen käme, bem biesseitigen L b chlimmste Schaben brohew Das Regen- unb Quellwasser, welches hier Vieles -erhorben hat, würbe bebeutenb vermehrt werben unb ben ganzen Herbst S mebr °us bem Feld zu enffernen sein, auch wenn ber Rhein roieber bebeutenb IT Ja a(?er °.Äen911^ Zkzug fehlt. Es ist noch ein Glück bei allem Unglück, bafe das Hochwaffer nicht 2—3 Wochen früher kam und daß wir mit Ausnahme des Sonntags seit 8 Tagen trockene Witterung haben, die das Ernten begünstigt. Jmmer- L"Lber Schaden für hier, ungerechnet der vermehrten Plage für Menschen und Vieh, sich auf Tausende belaufen. (D. Z.) Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Coangrlischk Gemeinde. Gottesdienst. 11. Sonntag nach Trinitatis, den 12. August: Vormittags 9>/- Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. m r ,c Nachmittags 2Vr Uhr: Pfarrer Schlosser. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die innere Mission in Hessen. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. , „ Katechismuslehre für bie Mäbcheu, Vormittags 9>/- Uhr, in ber Friebhoss- kapelle, Pfarrer Schlosser. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 12. bis 18. August besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Von Um 12. Sonntag nach Pfingsten. 6 Uhr an Beichte. „ ,7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. Um VilO Uhr: Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Andacht. Nächsten Mittwoch wird das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert und nach dem Gottesdienst eine Kollekte für die Waisenanstalt zu Neustadt gehalten. AUKatholilcher Gottesdienst. S?"ntag, d en 12. August, findet in der Stadtkirche Morgens um acht Uhr altkatholischer Gottesdienst statt. Gottesdienst in der Synagoge. .Freitag Abend 6« Uhr, Samstag Morgen 8™ Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr Samstag Abend 815 Uhr. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 21i/», Wasser 15 Gr. Gießen, den 10. August 1888. Rübsamen. Aeilgeöoleues. Frühkartoffeln, ß per Pfd. 3 __________Neuenweg 33. 900000 Säcke nur einmal gebraucht, groß, ganz und stark, für Kartoffeln, Kohlen, Getreide rc-, pro Stück 25 -H, Probeballen von 25 Stück vers. ur.t Nachnahme und erbittet Angabe der Bahnstation 6434 Max MenderShansen, LSthen i/A. Bedeutende Preisermäßigung. Wegen vorgerückter Saison verkaufe von heute ab Sonnenschirme, welche seither z. B. 10—12 JL kosteten, zu 5—7 JL 6145______Schirmsabrik M. Levi. Neue holl. Vollhäringe i Stück 6 empfiehlt •6452] Fr. Seibel. Allgemeiner Anzeiger. 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Reue Erbsen empfiehlt billigst 6447 I M Schulhof. Sämmtliche Desinfectionsmittel zu haben in ber Drogenhandlung von Otto Schaaf, 6441 Seltersweg 39. Mermieißungen. 6431 Vier Zimmer, Küche, Kammer (auch getrennt), Hinterh., sowie ein großes Zimmernach der Straße. I. Schmücker. 6428] 2. Stock, 3 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. Grünbergerftraße 42. 6430] Möbl. Zimmer zu vermiethen bei __H. Schmoll, Grünbergerftraße 15. 6429 Ein elegant möbl. Zimmer mit guter Pension an einen Herrn zu ver- miethen. Näheres in der Exped. d. Bl. 6438 Ein unmöblirtes Zimmer an eine einzelne Person zu vermiethen. __ A. Klingelmeyer, Sandgasse 33. 6449 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. Ostanlage 1b. Vermischte Anzeigen. 6433 Schlachtete heute wieder ein junge- fettes Pferd. __________Kehler, Rotzmetzger. 6440 Ein Regen- und ein Sonnen- fchirm im Philosophenwalde gefunden. Abzuholen bei Frau Heil, Wolfstraße 16. SamStag, 11. August 1888: Abends 8 Uhr: Feier des 27jährigen Stiftungsfestes im Vereinslocal „Gasthaus zum Löwen". Unsere Mitglieder, sowie Freunde des Vereins und der Stenographie laden wir hierzu höflichst ein. 6427 Der Borstand. GEGR: 1846 J-» 4» *13' S ti . <3 "SÄ VO 3= ** S« ti co _ 6455 Ein j. Mann, der vier Jahre in e. größeren Weißwaaren- und Wäschegeschäft Frankfurts en gros und en detail thätig war, sucht, gestützt auf prima Referenzen, anderweitig Stellung Offerten unter v. M- an die Exped d. Bl. 6456] Kord voll Eier gefunden. Adzuholen Licherstratze 5.__________ 6448 Ein retnl. Mädchen f. Monats- dienft gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl- 6450 Eine ordentliche Lauffrau wird auf sofort gesucht. ____________________Bahnhofstraße 31. 6442 Ein mit nöthiger Schulbildung (Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst bevorzugt) versehener junger Mann aus guter Familie findet in einem hiesigen kaufmännischen Geschäft Stellung als Lehrling. Selbstgeschriebene Offerten befördert die Exped- d. Bl- unter Nr 6442.__________ 6443 Eine perfecte Köchin und ein gewandtes Hausmädchen auf sofort ge» sucht von Frau Commerzienrath Noll. 6444 Ein junges braves Mädchen vom Lande auf gleich gesucht. ,______________Neuen Bäue 11. 6439] Gefunden ein Armband. Gegen die EinrückungsLebühren abzuholen Mäusburg 14. Waiwtmg (Creolin). ^Wiederholt werden in jüngster Zeit Nachahmungen und Verfälschungen des Creolin angeboten. Wir warnen nochmals vor diesem aus roher Carbolsäure und Seife bestehenden gefährlichen und werthlosen Präparate, gegen deren Erzeuger wir gerichtlich vorgehen. Das ächte ungiftige Creolin, worüber zahlreiche Abhandlungen in ärztlichen Blättern erschienen, ist in Gefäßen enthalten, welche unsere Plomben und Etiquetten tragen. 6435 William Pearson & Co., Hamburg. Gießener Rsdfthrverrin. In Folge Einladung der Gießener Rudergesellfchaft zum Comwersabend den 11. d. M. werden die Mitglieder gebeten, Abends 7 Uhr im Vereiusanzug am Ludwigsplatz zu einem gemeinschaftlichen Abend« Ausflug zu erscheinen.____________________________________________"__________6454 Gießener freiwillige Feuerwehr. Der Einladung der Rudergesellfchaft zu dem Samstag den 11. d. Mts, Abends 8 Uhr, in Steins Saal stattfindenen Commers werden die Mitglieder ersucht zahlreiche Folge zu leisten. (Ohne Uniform.) 6457 Der Vorstand. Forderungen, die aus den Einnahmen des Jugendfestes zu decken find, wolle man baldigst bei dem Unterzeichneten anmelden. 6459 Fuhr, Oberlehrer. Kirchweihfest. Die Bewohner des Schiffenbergerthales feiern Sonntag, den 12. d. M, ihr diesjähriges Kirchweihfest. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Es ladet ergebenst ein Gaftwirth K. Häuser, C. D. Fillmaim, Glaserei 1742 gegründet 15 Kirchenplstz 15 gegründet 1742 empfiehlt sich im Einrahmen von Bildern jeglicher Art in allen den dazu gewünschten Gold-, Politur-, Barock- rc. Leisten. 5419 Oval- und Stellrahmen rc., fertige Spiegel in allen Größen, Spiegelgläser. -torpliiü Wer aller in Gießen ankommenden und abgehenden Eisenbahnznge in der Expedition des „Gießener Anzeiger", sowie bei den ZeitungSträgern zn haben. Preis 20 Psg. Jugendfest. Allen, die zum Gelingen des schönen Festes beigetragen, insbesondere den Damen und Herren, die bei der Ordnung und Führung der Züge, sowie an der Kaffe thätig waren, fühlen wir uns zum aufrichtigsten Danke verpflichtet. Ebenso danken wir den beiden Turn-Vereinen, der Ruder-Gesellschaft und dem kaufmännischen Vereine für die bereitwillige Unterstützung, die sie uns zu Theil werden ließen. Ganz besonderen Dank den Herren Lehrern, die schon seit Wochen fast täglich mit den Vorbereitungen zum Feste beschäftigt waren und Denen, die durch Geldbeiträge uns unterstützt haben. Letztere werden auch jetzt noch dankend angenommen. Wir werden uns erlauben, die Namen der freundlichen Geber zu veröffentlichen. 6458 Das Feat-Comite. Grands vins d’ltalie. w sattste dte dazu passenden und oAne STZcn Die als Sanitäts-StarkunaS" und feine Tafelweine berühmten Weine der Villa San Rocco, Porto ferraio, Insel Elba, Italien, welche zugleich wegen ihres starken natürlichen Eisengehaltes für Blutarme und Stärkungsbedürfende sehr zu empfehlen sind und für deren Aechtheit, Reinheit und Natürlichkeit garantirt wird, wurden von ersten JFachautöritäten den grands vins de France in Feinheit ihrer Bouquets und Qualitäten gleichstehend geschätzt. Die Weine sind in 5 Sorten am Lager vorräthig und stehen Preislisten, Prospecte und Analysencirculaire darüber gratis zur Verfügung bei 5773 Emil Fischbach in Giessen. Schweizer Stickereien ohne Apprvt in Hunderten von Mustern wieder frisch eingetroffen bei 1521 J. Kaan jun., Kreuzplatz 10. I Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste, sowie für die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Schlosser, und die reichen Vlumenspenden sagen den innigsten Dank Gießen, 10. August 1838. 6437 Die trauernde Familie Neuster. Coursdericht der frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3% 9. August 1888. Franks. Bank-Disconto 3:/o 4% Preußische Consols 107 30 3i/z°/o SolmS-Braunf. Oblig. 96.40 3Va°/o do. 10420 4% Gießener Oblig. 103 80 4% Nassauer Oblig. 101.50 4% Oefterr. Goldrente 92.10 4°/o Bayerische Oblig. 107.30 41/5% Oefterr. Silberrente 68.40 4o/o Badische Oblig. 105 50 5% Portugiesen Oblig. 100.10 4% Hessische Oblig. 40/n Franks. Hypothbk.-Pfandbr. 107.00 Darmft. Bank-Actien 156.70 alte 101 60, neue 103.40 Geldsorter». 3Va% do. 9900 16.16-16.19 16.13-16.17 41/a% Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 103.60 20 Francs-Stücke do. in Vi 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 103.00 En gl. Souvereigns 20.35-20.40 31/2°/o do. 98 50 Dollars in Gold 4.16-^20 5% Buderus Oblig. 104.00 Telegraphischer Eoursbericht der Berliner Börse vom 10. August 1888 Oefterr. Creditactien 165.40 Disconto-Com.-Antheile 220.25 Oefterr. Staatsbabn-Actien 103.30 Lombarden 43.30 1880 40/0 Russen Oblig. 40/0 unif. Egypter Oblig. 83 90 4% Ungar. Goldrente 84 20 85.40 5% Gemischte Ruffen 97 80 Tendenz: fest. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Stummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Mage zu JTr. 186 Des „fließener Anzeiger". UniverfitätS- Ghronik. — Die Berliner philosophische Facultät batte anläßlich des fünfzigjährigen Doctorjubiläums Gustav Frey tags das vor 50 Jahren diesem erlhetlte Doctor- diplom erneuert und zugleich ein Schreiben an den Dichter gerichtet, in dem es heißt: Der Gruß gilt dem Dichter, der einst in Tagen verwilderten Geschmacks den Wohllaut und die Formenreinheit unserer klassischen Dichtung zu erneuern, in Zeisen der Tendenz und Parteisucht wieder Menschen von Fleisch und Blut aus der Fülle deutschen Lebens herauszuschaffen wagte und seitdem den Deutschen das Vorbild eines denkenden Künstlers geblieben ist. Er gilt dem Historiker, der, schwere Forschung hinter lieblicher Hülle verbergend, sinnig wie kein zweiter den Werdegang des deutschen Gemüths durch die Jahrhunderte verfolgt hat. Es gilt dem Publictsten, der viel verkannt unter den Fahnen des schwarzen Adlers tapfer gefochten hat, bis Preußens Geschicke sich erfüllten. Was Ihnen auf allen diesen Gebieten Ihres Schaffens von edlen Früchten herangereift ist, gehört der Nation. Uns aber gestatten Sie noch ein Wort persönlichen Dankes. Sie haben uns unfern Beruf verklärt durch den anheimelnden Zauber Ihrer goldenen Laune. Sie wissen, wie viel Mühsal und Versuchung, wie viel Ruhm und Forscherglück um die einsame Lampe des Gelehrten webt und wenn die Deutschen kommender Geschlechter aus Ihren Dichtungen dereinst lernen werden, wie den Söhnen des 19. Jahrhunderts zu Muthe gewesen, so werden sie auch versieben, warum es in unseren Tagen ein Stolz und eine Freude war, ein deutscher Professor zu sein. Mögen Sie noch lange Jahre uns zur Ehre den deutschen Doctorhut tragen, der Ihnen so viel verdankt! Darauf hat Freytag Folgendes erwidert: Den größten Dank aber Ihnen und unserer Facultät für die Adresse, mit welcher Sie mich beehrt baben. Die gütige Würdigung meiner Lebensarbeit durch die stolze, gelehrte Körperschaft, welcher eine Reibe unserer erlauchten Namen angehören untz der ich selbst in meiner Jugend die Anfänge gelehrten Wissens und die Ehrfurcht vor wissenschaftlichem Forschen verdanke, war für mich, den bejahrten Mann, weit mehr als ein froher Gruß. Ihre feierliche Zuschrift ist mir ein Zeugniß meiner Standes- genossen, daß ich nach dem Maße meiner Kraft redlich und nicht fruchtlos für das deutsche Volk gelebt habe. Ein ehrenvolleres Zeugniß gibt es nicht. Sie, hochverehrte Herren, danken dem Dichter auch, daß er unternommen hat, die krause Art und den edlen Idealismus deutscher Professoren seiner Zeit in leichten Bildern abzuschildern. Manches darin mag schon der nächsten Folgezeit fremdartig erscheinen. Aber liebe, hochverehrte Herren, so lange es ein deutsches Volksthum gibt, wird es auch deutsche Professoren geben, Männer, denen das eigene Leben wenig bedeutet im Dienste ihrer Wissenschaft; oft wird den Helden und Opfern unendlicher Arbeit ein kleiner Zopf im Nacken hängen und immer, so vertraue ich, wird das Volk der Deutschen mit Neigung, Ehrfurcht und zuweilen mit guter Laune auf sie schauen. In Hochachtung und Verehrung verharre ich Ihnen und der philosophischen Facultät dankbar ergeben Dr. Gustav Freytag. Vermischtes. Frankfurt, 9. Aug. Der Poftdefraudant Haag aus Homburg v. d-H. ist also thatsächlich in Amerika verhaftet worden. Die kaiserliche Oberpoft-Direction dahier ließ die Nachricht heute den hiesigen Blättern zugehen. Ob man noch etwas von der unterschlagenen Summe bei Haag vorgefunden, wird nicht gesagt. Es scheint Übrigens keinem Zweifel zu unterliegen, daß der in Boston verhaftete Felix Bruno der gesuchte Haag ist. Hachborn (Kr. Marburg), 8. August. Auch in unserer Gegend hat sich in diesen Tagen das Steppenhuhn bemerklich gemacht. Nachdem Herr B. aus I. die Eier dieses seltenen Vogels gefunden, brachte Herr L. aus H. eines dieser Thiere gestern zur Strecke. (£). Z.) Wien. Mit der kürzlich von den Regierungen Oesterreichs und Ungarns vorgenommenen Erhöhung der Cigarrenpreise scheint man über's Ziel geschossen zu haben. UeberaU wird von den Tabakverschleißern über einen beträchtlichen Rückgang des Verbrauchs geklagt. Im Sluhlweißenburger Finanzsprengel — einem Gebiet von ziemlich geringer Ausdehnung — ist der Verbrauch im Monat Juni um 18,000 fl. gegen jenen des Vormonats zurückgeblieben. Der heurige Sommer hat mit seinem vorwiegend kühlen und regnerischen Wetter dem Brauerei- und Gastwirthgeschäft bedeutenden Abbruch gethan. Auch in den Steuerämtern macht sich der verminderte Bieiconsum sehr empfindlich geltend. In Böhmen veranschlagt man den Steuerausfall beim Bier auf rund 750,000 fl. — [Druck von Doctordissertationen.) Die medicinische Fakultät in Göttingen hat mit höherer Genehmigung beschlossen, in Zukunft den Druck der Doctordissertationen selbst zu übernehmen und die Druckkosten aus den Gebühren für Examen und Promotion, deren Betrag unverändert bleibt, zu decken, für die Dissertationen jedoch nur bis zum Umfange von etwa 3 Druckbogen und mit Ausschluß etwa der Arbeit beigegebenen Tafeln. Bei umfangreicheren Arbeiten behält die Fakultät sich vor, wenn dieselben besonders gut sind, ausnahmsweise die Mehrkosten des Druckes zu tragen. Durch diese Einrichtung stellt sich der medicinische Doctor an dieser Universität wesentlich billiger als bisher. — [Fortschritte der Lebensversicherung in Deutschland.) In der nächsten Zeit wird in den Hildebrand - Conrad'schen Jahrbüchern für „National - Oekonomie und Statistik" wieder die bekannte statistische Abhandlung über „Zustand und Fortschritte der deutschen Lebensversicherungs-Anstalten", und zwar für das Jahr 1887, zur Veröffentlichung gelangen. Einige hauptsächliche Ergebnisse dieser Untersuchung, welche sich auf die eigenen Geschäftsberichte von 34 Lebensversicherungsanstalten gründet, dürften allgemeinstes Interesse für sich in Anspruch nehmen. Der Versicherungsbestand der 34 Anstalten hat sich im abgelaufenen Jahre um 28244 Personen mit 156,206,174 JL Versicherungssumme vermehrt. Es ist dies der reine Zuwachs, welchen die sämmtlichen Anstalten nach Abzug des im Laufe des Jahres durch Sterbefälle, Zahlbarwerden bet Lebzeiten und Aufgabe der Versicherung entstandenen Abgangs erzielt haben. Der Brutto - Zugang betrug 63653 Personen mit 282,383,176 «4L Versicherungssumme. Von letzterer Summe kommen auf die Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha 33,366,200 JL, auf die „Germania" zu Stettin 26,634,435.X, auf die Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig 25,401,800 JL, auf die Lebensversicherungs- und Ersparnißdank in Stuttgart 23,307,540 und auf die Allgemeine Versorgungs-Anstalt zu Karlsruhe 20,697,912 JL Die genannten fünf größten Anstalten allein haben also zusammen 129,407.887 JL oder 45,8 pCt. des Gesammtzuganges aller 34 Anstalten erzielt. Der Versicherungsbestand belief sich am Schlüsse des Jahres auf 785475 Personen mit 3135.308,884 Nachthemden, Veinkleid^r. 3acftn, Frifirmüntel, neueste Defsta». Große/'Posten^De'tttutHerlelnen. prtma X.uahtat, Damast und Gebild bedeutend unter Prell«. 5906 Aeltestes u. grösstes Schuhgeschäft Giessens M von von von 6245 von von ihiffti Carl Bieler, Kreuzplatz 6. 3950 Garantirter Erfolg Näheres in der Exped. d. Bl. m einigen Wochen. Redaction: A. 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Briese abzul.gen, al« da, u - Separat'«, hoch ober seitlich, einschließlich Lochapparat, ist Ui , für Pie Mappe JL 1.25. 3816 Haeckel <$• Schultheiss, Frankfurt a. M. Vertreter für (Sieben und Umgegend r Rothamel «fe Petry, Lindenplatz 5. Nähere Auskunft ertheilt [205 Der Generalagent: J. F. Hillebrand in Mainz. Jom. Gottlieb in Xidda. [206 Johs. Walther in Stockheim. Leopold Stern II. in Schotten. Privaaf stunden in allen Fächern des Gymnasiums und Real-Gymnasiums werden von einem Studenten ertheilt. Näheres in der Exped. d. Bl. [6241 6335 Ein Geselle baldigst gesucht von Schreinei meister Sack. 5973 Zwei Logis, 7 und 5 Zimmer nebst Zubehör, im Freien mit schöner Aussicht, jedoch ganz nahe bei der Stadt gelegen, sind preiswerth zu vermiethen und können alsbald bezogen werden Näheres bei I. Vlitz, Wettergasse 5. 6178] Wohnung von 4 Zimmern nebst Zubehör per 1. 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