111 jfodtcg Blatt. Sonntag den 11. Mai 1888’ itli'Ol OOA H ck^ • 117141" 1 VI Je iB 1 UT Hf Ul ♦ > 1J> 1-1> G- ▼ H/l^k 1W^/V Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vurea« r S ch u l st r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Amtlicher Hheic Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, - Bekanntmachung. K •— Sw E ÄsSfss G.eßen, am 4. Mai 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen ___________________________ Dr. Boekmann. Du.chw.LLW 5ÄJ? M a^jg 1887 «• Wr bi. Much. ,„ z,'-d-- „tk„ _ . Hafer JL 14,66, Heu JL 8,12, Stroh 5,37 pro 100 Kllsqramm. Sieben, am 9. Mar 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. -- ------------------ Dr. Boekmann. hiermit nachstehende — sSteppenhühner wieder in Deutschlands Mancher Leser erinnert sich wohl noch der berechtigten Aufregung, welche sich im Jahre 1863 aller Ornithologen und Jager wegen des plötzlichen Erscheinens asiatischer Sleppenhühner (Syrrhaptes paradoxe) in Deutschland bemächtigte. Aus nicht aufgeklärten Ursachen waren diese Vogel, welche die steppen Centralasiens bewohnen, gleich der Hunnen-Wanderung des 4. Jahrhunderts in nach Tausenden zählenden Schaaren nach Westen gezogen, hatten über ganz Mitteleuropa sich verbreitet und Ausläufer waren bis nach Helgoland, den holländischen Nordsee-Inseln, nach Großbritannien und sogar bis zu den Faröer-Jnseln gelangt. Trotz vielseitiger dringender Aufforderungen, diese Vögel zu schützen und ein neues jagdbares Flugwild in unfern Feldern heimisch werden zu lassen, fiel damals leider die Jägerei mit wahrer Vernichtungswuth über die harmlosen Einwanderer her sodaß sie, obwohl viele an verschiedenen Orten mit Erfolg genistet hatten, nach Verlauf eines Jahres wieder verschwunden waren. Vor einiger Zeit haben sich nun wieder Anzeichen einer Einwanderung der Steppenhühner gezeigt. Bei Bukow in der Mark wurde am 27. April ein Stück aus einem Volke von etwa 20 geschossen; ein anderes ist bet Hannover erlegt worden; bei Leipzig wurden zwei Stück gefunden, welche durch AvAiegen gegen Telegraphendrähte sich verletzt hatten. Vermuthltch sind zahlreichere yuUe bereits beobachtet oder in Folge dieser Anregung festzustellen. Die Steppenhühner vhneln in ihrer allgemeinen Erscheinung unfern Rebhühnern, abeN die Ständer sind viel kürzer, dicht befiedert und haben nur drei, ebenfalls befiederte, sehr kurze und auf «er Sohle stark schwielige Zehen. Die Flügel sind außerordentlich spitz; die erste I Gingesandt. Gegen den Apiritusring. .. .. Das neue Ringproject, das Ende Februar das Licht der Welt erblickte, unter- scheidet sich insofern von dem bereits früher gescheiterten, daß die Brenner s. K. die e^ner Bank ohne Einschluß der Roh-Branntwein- bezw. Sprithändler während das jetzige Project den Sprithändlern und Spritfabrikanten wesent- liche Vortheile gewährt. Die Spritfabrikanten sollen nach den Entwürfen der Spiritus- bank eine Rectificationsprämie von 4% pro Hectoliter Sprit erhalten, während Lokales. , 12. Mai. Auf dem Gebiete der Illusion ist in dem letzten Jahrzehnt manch hübsches Kunstwerk geschaffen worden. Eines der kunstvollsten und reizendsten derartiger Werke ist „die schöne Galathee", benannt nach der Sage aus der griechischen Mythologie von dem Bildhauer Pygmalion. Dieses Wunderwerk, welches in allen größeren stabten, in welchen es gezeigt wurde, geradezu Sensation erregte, wird von Samstag den 12. Mat ab auch hier und zwar im Cafö Leib zu sehen sein. Von einer geschmackvollen Draperie umgeben erblickt man nach Entfernung des Atlasvorhanges die grell beleuchtete Büste der Galathee. Herr Joachim erzählt den Zuschauern das ermähnte Märchen. Pygmalion, der im ganzen Griechenland kein Mädchen nach seinem Geschmack finden konnte, verfertigte sich deßhalb ein solches mit Hilfe seines Meißels aus Marmor. Pygmalion verliebte sich in seine kunstvolle Schöpfung und auf sein Flehen verlieh die Göttin Venus dem tobten Marmorbilde Leben. Während Herr Joachim dies den Zuschauern erzählt, scheint sich der obere Theil der Büste in Nebel ?.ulrulosenund plötzlich zeigt sich dem erstaunten Auge des Zuschauers ein holder, lieblicher Madchenkopf mit einer Rose im Haar, die vorhin der Büste auf den Kovf gelegt wurde. Der Darsteller erklärt weiter, daß Pygmalion der Galathee Herz und Hand anbot ihr aber verschwiegen habe, daß er nur ein armer Künstler sei. Als diese es erfuhr, verschwand sie und ließ dem Bildhauer einen Korb zurück. Die tobte Büste, bie soeben Leben angenommen und sich in eine sinnberückenbe Schönheit verwandelt hatte, verschwindet vor den Augen des Publikums und an Stelle derselben zeigt sich ein mit Blumen gefüllter Korb. Noch einmal erscheint auf das Flehen Pyg- malions die Galathee in ihrem ganzen Liebreiz als lebendes Wesen, dann erstarren die Zuge allmählich und nur das tobte Marmorbild bleibt zurück. Mit dem Gefühle einen schönen Traum geträumt zu haben, der uns in das Land der Märchen in die alte griechische Fabelwelt ver setzte, verlassen wir das Local, nehmen das Bewußtsein mtt, das Großartigste, was auf dem Gebiete der Illusion geschaffen ist, gesehen xu haben und betrachten es als eine angenehme Pflicht, Jeden zum Besuche der schönen Galathee zu veranlassen, was wir hiermit von unserem Standpunkte aus actban haben wollen. ö * 9in,rF>s^r“ft Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst 1 a ®?tto‘,c6un0 vom Heutigen dem Oberst a. D. Rütt, seither Com- nnh ®s»§bJlrn!rCrlc' KorJ8 - Charakter als Generalmajor zu verleihen zu^ernennen"geruh/®ommQn^cur Gcnsdarmeric Corps, zum Oberstlicutenant gnädig«? 10" 5BiaL @einc königliche Hoheit der Großherzog haben Allermann b-n R-gierungsass-ssor Adam Franz Wick aus Dieburg zum Amt- mann bei dem Krelsamt Schotten zu ernennen; am 9. Mai den Ob-rlandesgcrichtsrath bei dem Oberlandesgericht vr. Karl von Heise aus sein Nachsuchen unter Verleihung des Charakters als „Geheimer Rath" unt-r Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen; Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg ^ohann Heß zum OberlandeSgerichtsrath bei dem Oberlandesgericht, — und " den Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Ludwig Ruster zum Landrichter bei diesem Gericht zu ernennen. i ^"Esche Maaren — Deutsche Marken.j Unter dieser Aufschrift tritt her ,,33erein deutscher Nndelfabrikanten" zu Aachen in einem Eircular gegen die Unsitte nnh ^r Fabrikanten au., ihre Maaren mit außerdeutschen Fabrikationsorten, Maßen 1 be8(Än' i?nen eine fremdsprachliche Aufmachung zu geben und tte nach ausländischem Maß und Gewicht zu vertreiben. Wenn auch dagegen nichts ein daß d^ Exportwaaren Bezeichnungen und Gebrauchsanweisungen in der ^brache des Absatzortes beigefugt werden, so verlangt der Verein doch mit Recht daß die deutschen Fabrikanten in allen Fällen die deutsche Herkunft der Maare erkennbar machen, nachdem 8te deutsche Industrie sich überall concurrenzfähig erwiesen habe und verwirft d e schlechte Praxis deutscher Fabrikanten, selbst im Jnlande ihre Maare unter fremder Flagge fegeln zu lassen. Der Verein weist darauf hin, daß die deutschen fSut- M°d°n zur Einfühlung zu bringen und krätz deutsche Möbel auch m Auslande als deutsches Fabrikat gern gekauft werden. Treffend wird auch vom Vereine hervorgehoben, daß in dem am 23 August 1887 in Groß- brttannien in Kraft getretenen Gesetze über Markenschutz Derjenige wegen Anbringuna einer falschen Handelsbezeichnung mit Strafe und Vernichtung der Maare bedroht W der den Ort ober bas Land, wo bie Maare gefertigt ober gewonnen worden ist auf ber unrichtig bezeichnet ober solche Maare verkauft, zum Verkauf ober zu Handels^ ober Fabrikationszwecken ausstellt ober im Besitz hat. i ^anoeIS' ~ lJunge LiebeJ Der „P. L." erzählt: „Es war ganz so, wie es in dem Hphfp 9tomanc^ ^sen ist: Die kleine, sechzehnjährige Margit in Großwardein liebte mit der ganzen Gluth ihres jungen Herzens, liebte schrecklich den schönen Jüna- ^^^Sobn armer, aber ehrlicher Eltern. Und Margit liebte auch unglücklich nach der Borschrrft der Dichter, deren herzbewegende Merke sie im Geheimen verschlana AQli!C Ruhe gegangen war; denn, ach, ihre Eltern waren re ch und dfsJdeal batte nichts außer seiner Schönheit. Da ber Vater keine Romane las war nicht zu hoffen, baß er seine Hande segnenb über den Bund der Liebenden breiten werde und einem Andern angeboren, als Edgar, — er heißt eigentlich Markus, aber Edaar klingt viel poetischer - nein, lieber vermählt sie sich dem Tode; aber auch er soll mit ihr sterben, weil auch Erwin in dem letzten furchtbar schönen Lieferungsromane seiner angebeteten Hulda in die schwarze Vernichtung folgt. Margit erbrach ihre kleine Sparkasse, entnahm deren Inhalt im Betrage von 4 fl. 72 fr. und übergab ihn Markus- Edgar, daß er einen Revolver kaufe. Am nächsten Maienmorgen wollten sie zusammen sterben; der schluchzende Gesang Philomelens sollte noch einmal Über ihren Häu^ttrn ertönen, noch einmal wollten sie die Fliederdolden vom sanften Lenzeshauche bewegt sehen, dann einen Blick melancholischer Träumerei auf all' die Frühlingspracht rings- rC£ CI! *nb ”ad)bem ste vereint gemurmelt: „O, grausamer Vater, Dein Herz ist m,t stebenfachem Erze gepanzert, allein und einsam wirst Du Deine Tage vertrauern n^prlnw*r!db Deinen Knieen schaukeln (5. Band, S. 724^des Romans Um tc^acbt nachdem sie dies im Duett gemurmelt, dann wstgequalten Herzen mit einem Schuß zerschmettern! . . . Margit in en prechender ToiUtte war zur Stelle, aber Markus-Edgar war nicht erschienen- er keinen Revolver gekauft, sondern das Geld behalten. Mit dem Sterben war s fur^diesmal nichts und wird es noch für längere Zeit nichts sein, denn Margit ist eine Mannerhasserin geworden, weil Mama, welche den üblichen Abschiedsbrief durch 1 aulPa o•• lrHaItcn ^tte, ber Tochter aus dem Gesetzbuche nachwies, baß diese der häuslichen Züchtigung noch nicht entwachsen ist. ffipffphpr mb f bs b k Schwanzfedern laufen in eine dünne Spitze aus ? l nbKfn\ oberseits schwarz gefleckt und gebändert, Mangen und ?, ailf der Mitte des Bauches ein schwarzer, bei jüngeren dunkelbrauner mvAu »D?ese Merkmale genügen zum Erkennen ber Vögel. Da es von aroftfrr ' NU^ad)ft skstrustellen, ob es sich nur um vereinzeltes Vorkommen ober wieber um eine größere Einwanberung ber Steppenhühner hanbelt' rprfihphr.? esn^faÖ trk^e 8u heftinunen, welche bie Manberer genommen, enblich aber ^chtzeiUg Maßnahmen zum Schutze ber Einwanberer zu ergreifen, um ein neues n deutschen Gefilben einzubürgern, so werben alle Jäger und Staturbeobachter dringenb ersucht, auf das Vorkommen ber Steppenhühner zu achten nrb ^Äricht über bie Beobachtung mit genauer Angabe des Ortes und Datums an Dr. Reichenow, Eustos am König!. Zoologischen Museum in Berlin, einzustnden Zugleich aber möge schon jetzt Jagdbesitzern der Schutz der Vögel in ihren Keren Ä^ta^bUiben^13 fein; ber Nutzen und bie Freute an ber^haltung diese seither 2—3 JL höchstens erzielen konnten. Außerdem erhalten dieselben für ihre Faßtage eine Leihgebühr und für die Benutzung der Necttficattonsapparate eine noch zu vereinbarende Entschädigung, sowie 5pCt. des Reingewinnes; ebenso warm hat man auch die Sptritushändler bedacht; letztere bekommen für die Ueberweisung ihrer seitherigen Bezüge von den Brennern an die Bank eine angemessene Provision. Für diese beiden ist das Zustandekommen der Spiritusbank ein so lohnendes, müheloses Geschäft, daß es begreiflich ist, wenn sie das Zustandekommen der Bank herbeisehnen und man dabei zu Mitteln greift, wie jener Sprtlfabrikant Herr Sturm in Nordhausen, der in der Versammlung der Spritfabrtkanlen in Berlin eine Erklärung abgab, wonach der Anschlutz der Nordhäuser Branntweinhändler zwecks Bezugs des Spritoerbrauches an die Bank wahrscheinlich wäre, während dieser Behauptung am folgenden Tage, als diese Erklärung in Nordhausen bekannt wurde, eine so gründliche Desaooutrung folgte, daß von 70 Branntweinhändlern 67 jede Verbindung mit der Bank energisch zurückwiesen. Inzwischen haben die Nordhäuser eine Etnkaufscommission gebildet und sich den Bezug ihres Bedarfes gesichert. Betrachten wir nun einmal die Chancen, die den Brennern geboten werden. Diese erhalten für ihre conttngentirte Waare, die sie insgesammt, einschließlich der nichtcontingentirten, an die Bank abzuliefern haben, 50 JL pro 100 Liter lOOpCt., was diese Herren aber für die nichtconttngentirte Waare erhalten, darüber schweig! des Sängers Höflichkeit. Nun ist aber der heutige Berliner Preis 54 Jt, sodaß also die Herren Brenner heute 4 JL für ihre Waare mehr bekommen als ihnen die Bank bietet. Wenn es nun der Spirilusbank nicht gelingt, den Preis der Waare in die Höhe zu schrauben und event. unter der freien Concurrenz der Brenner, die der Bank nicht bettreten, der Preis nur um 1 big 2 JL unter dem den Brennern garantirten Minimal- preis sinkt, wie rasch ist dann das Acttenkapital von 10 Millionen Mark verwirth- schaftet. Daß man sich auf dem Weltmärkte keine Lorbeeren oder Dividenden holen wird, dafür sorgen die Exporteure anderer Länder, und vielleicht in viel kürzerer Zett als sie erwarten finden dann die Betheiligten, daß es noch immer Leute gibt, die nicht alle werden. Um sich die Selbstständigkeit bezüglich des Bezuges zu erhalten und zu verhindern, daß man der Bank eine monopoltsirende Macht einraume, hatten sich am Mittwoch in der „Stadt Ulm" in Frankfurt die Mitglieder des Verbandes südwestdeulscher Branntweininteressenten etngefunden, die unter dem Vorsitze des Herrn Eanthal (Hanau) einstimmig beschloß: „eine Einkaufscommission sofort zu wählen, welche beauftragt werden soll, für den Fall des Zustandekommens der Spiritusbank den Einkauf von Sprit für die Interessenten des südwestdeutschen Verbandes einheitlich zu bewirken, aber sich zu diesem Behufe nur mit solchen Spritfabriken in Verbindung zu setzen, welche der Spiritus-Commtssions-Bank nicht beigetreten sind." Hierauf wurden in die Einkaufs-Commission gewählt die Herren Canthal (Hanau), F. Birkenholz (Vilbel), I. I. Diefenbach (Darmstadt), Stephan Lieber (Wiesbaden), Aug. Oppenheimer (Gießen), K. Schäfer (Dauborn) und Schott (Frankfurt), die nunmehr vorbereitende Schritte thun werden, um sich die Lieferung der nöthigen Waare von den Brennern bezw. Spritfabriken zu sichern, die sich der Spirilusbank nicht angeschlossen haben. In der Versammlung waren vertreten: Hanau, Wiesbaden, Gießen, Schlüchtern, Alzey, Oppenheim, Gr.-Gerou, Darmstadt, Vilbel und Mainz, während sich Regensburg, Dauborn und der badische Verband schriftlich zum Anschluß an obige Vorschläge bereit erklärt hatten. Möge der Spritbankschwindel ruhrg weiter spuken und sich seinen Vorgängern würdig anreihen, es wird denn wohl mancher Belheiligter um eine Hoffnung ärmer, aber auch um keine trübe Erfahrung reicher. L. Landwirthfchaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — [Noch einmal die Nützlichkeit des Maulwurfs.^ Auf unsere neuliche Mahnung, den Maulwurf zu schonen, weil er nützlich sei, sind und mehrfache Proteste und BeweiS- forberungen zugegangen. Wir erwidern darauf folgendes: Um einen entsprechenden Beweis zu liefern, daß der Maulwurf niemals Pflanzenwurzeln angretft, sondern nur von animalischer Kost lebt, wurde verflosscnes Jahr im pomologischcn Garten zu Kassel folgender Versucv veranstaltet: Eine Fläche von ca. 5 Quadratmetern wurde in einer Tiefe von 1 Meter ausgehoben und die Grube an allen 4 Seiten und auf dem Boden mit Brettern dicht verwahrt. Hierdurch wurde ein 30 Zentimeter über den Erdboden hervorragender Kasten gebildet. Der Kasten ward mit der ausgegrabenen Erde wieder gefüllt, mit Strauchwerk bepflanzt, und nachdem dieses angewachsen war, 140 Engerlinge nebst einer größeren Zahl von Regenwürmern über diese begrenzte Fläche vertheilt, die durch die Bretteroerschalung am Entweichen verhindert waren. Die Engerlinge und Regenwürmer vergruben sich sofort in die Erde. 9Zun wurde ein gefangener Maulwurf in diesen Erdhaufen ausgelassen, der sofort sich einwühlte und seine Jagd begann. Nach 34 Stunden wurde die Erde einer genauen Untersuchung unterzogen. Von den eingesetzten 140 Engerlingen fanden sich nur mehr 17, von den Regenwürmern gar nur 1 Stück vor- den Rest hatte der Maulwurf binnen dieser kurzen Zeit verzehrt. Dieser gelungene Versuch ermöglicht einen Schluß auf die ungeheure Menge von Engerlingen, Würmern rc. welche ein Maulwurf binnen Jahresfrist zu seiner Nahrung bedarf. Man nimmt mit Recht an, datz jeher Maulwurf innerhalb eines Tages sein Gewicht an Kerlen und Würmern verzehrt. Wie erwähnt, verursacht der Maulwurf in Gemüsegarten hier und da durch die Lockerung der Erde Schaden, indem durch das Unterwühlen der Pflanzenwurzeln Hohlgänge rc. entstehen, an welchen der Maulwurf schuld ist. Allein es gibt Mittel genug, um den nützlichen Maulwurf — ohne ihn zu tobten ober zu ver- utchten — aus einem solchen Gartengrund zu vertreiben, so u. A. indem man mit Schwefelkohlenftoff getränkte Lappen in die Gänge steckt. Das vertreibt den Maulwurf sicher. Telegraphischer Schisf-bericht der „Red Star Line" Antwerpen. o. ,, i^w-York, 8. Mai. Der Postdampfer „Pennsylvania" der „Red Star Line , ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Farbig, febmotj und weiß Seiden Moiree von Mk. 2.65 bis Mk. 10.30 per Met. (antique und francais) versendet robeni und stückweise portv- und zollfrei das Fabrik-Däpöt G. Hennebere (K u. K. Hoflief.) Zurich. Muster umgehend. Briefe 20 Pf. Porto. ' 2377 Kemmerich's Fi ei »ch- it*e t»t on, unentbehrliches Nährmittel für Magenkranke, Schwache u.Genesende. Von Ae.rzten verordnet. t\D an„ der Erhaltung einer reinen Kopfhaut und schönen Haarwuchses etwas gelegen ist, der kaufe Retter’» Haarwasser (München). Dasselbe staatlich geprüft und begutachtet sowie von ersten Autoritäten empfohlen, verkauft zu 40 und JL 1.10 J. H. Fuhr, Sonnenstraße. Freiwill. Immobilien- Versteigerung. Dienstag, den 15. Mai l. I., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Ludwig Schmidt I. Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 35 Nr. W100 — 195 Meter Hof- raithe auf die Glünberger- Straße, Flur 35 Nr. 268Vio — 455 Meter Grabgarten daselbst, Flur 34 — Nr. 5996/10 — 382 Meter Hof- raithe zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus, Flur 34 Nr. 599’/io - 79 Meter Grabgarten daselbst Flur 33 Nr. 95 - 1350 Meter Acker im Altenfeld links auf den Weg, getrennt oder zusammen einer einmaligen freiwilligen Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, 11. Mai 1888. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. I. V. d. V-: _______Vogt, Ortsgerichtsmann. 4032 Montag, den 14 Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden im Krom bach'schen Hause, Ka plansgasse 10: Colonialwaaren, Cigarren, Thee, 1 «iste Limburger Küse, Pinsel und Farven u. s. w. versteigert. [4023 F» Hoffmann, Konkursverwalter. Montag, den 14. d. M, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in meinem Bureau — Schillerstraße 5: ca. 10 Mille Cigarren und ca. 5 Mille Cigarretten. Versteigerung bestimmt. Geißler, 4024 Gerichtsvollzieher. Keilgeöotenes. la. Rasirseife, put parffimirt, von Wolff & Sohn * in Karlsruhe, ä Pfund (weiße) 60 H, einzelne Stückchen zum Selbftrasiren h 12 empfiehlt 36)7 Fr. Weicker, Neustadt 30. Confirmanden - Anzüge billigst zu kaufen bei Louis Rothenberger, 1564 Neuenweg 22. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Das Bureau der 1. Bezirk» - Kompagnie Gießen befindet sich jetzt Grünbergerstrasse 14, Hinterhaus. Gießen, den 2. Mai 1888. Großherzogliches Bezirks-Kommando. I. V.: Lindpaintner, Premier-Lieutenant und Bezirks-Adjutant. 222 Flaschenbier. E Hiermit empfehle ich einem geehrten Pnbliknm per Flasche Prima hellfarbiges Exportbier 23 Pfg. ' Prima dunkelfarbiges Exportbier 25 „ Prima hellfarbiges Lagerbier 18 „ aus 8er Aktien-Brauerei Gießen. Gütigen Bestellungen sehe ich gerne entgegen und liefere hei Abnahme von mehreren Flaschen frei in’ö Haus. Daniel Heil, 2370 Lindenplatz 3. T Alle Sorten feine und hochelegante J t Schuhe, Stiefel und Pantoffel $ 4" in nur solider Waare offerirt zu den denkbar billigsten Preisen «fl» J die Special-Schuhhandlung 4= 3029 S. Elsoffer. jjjj |4 Einen Lehrlina i 3981 ««*» ««f d-r Warth JU W * ™““a „8 I 3u tS«* 23. 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