Ar. 61 Drittes Blatt. Sonntag den II. März 1888. (Hiebmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. —---- . 9 (m x . Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringeriohm Bureau r S ch u l st r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Gießen, am 10. Marz 1888. Betr.: Ableben Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die »rotzherz-glich-n Bürgerm«ift-r«iorge ist es, die uns noch bedrückt, es ist die Sorge für unseren Kronprinzen. Beten wir zu Gott, daß er uns denselben erhalten möge, daß die Gesundheit und Genesung desselben baldigst eintreten möge." . Präsident Kugler: Es ist uns soeben durch den Herrn Staatsmmffter die außerordentlich traurige Mittheilung geworden, daß Se. Majestät der Kaiser heute Morgen um V29 Uhr sanft entschlafen ist. Indem ich Sie ersuche, zum Zeichen unserer tiefsten Theilnahme sich von Ihren Sitzen zu erheben (geschieht) spreche ich Namens des Hauses der Großh. Staatsregierung das tiefste Beileid aus über den Schicksalsschlag, den unser Deutsches Reich getroffen. Wir müssen aber auch zugleich unseres geliebten Kronprinzen gedenken, der von einem schweren Leiden heimgesucht wird. Möge er noch lange Zeiten unserer Nation erhalten bleiben zum Segen unseres Deutschen Vaterlandes. Meine Herren! In Anbetracht dieser traurigen Umstände werden ^ie mit mir einverstanden sein, wenn wir die heutige Sitzung abdrechen und die nächste auf nächsten Montag 9 Uhr anberaumen. Lokales. 8Ä,Äi Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. ...qm*, Herr Bürgermeister Bramm eröffnet die Sitzung zunächst mit einigen Mit- tbeilunaen. Die erste betrifft eine Einladung der Directton der höheren Mädchenschule an den Stadtoorstand zu den Prüfungen der gen. Schule. — §etr <5. ftafcenftein, SX »ilÄ w1'”' 5™ und die Uebernahme anderer namentlich angeführter Straßenstrecken ba§ behandelt werden könne. — Gegenstand des ersten Punktes der Tagesordnung ist das neulich erlassene Ausschreiben Großh. Kreisamts an die ^"^^meistereien, worin lektere um bezügliche Angaben über die vorhandene oder zur Anschaffung in Aussich aenom vierte Rasse des Fasselviehes ersucht werden. Herr Simon befürwortet Bei- behattung der bisher gehaltenen Bullenrasse (1 Vogelsberger und 1 Simmenthaler); bie Versammlung ist hiermit einverstanden. — Heber die mit dem 1. April d. I. ta | Leben tretende neue Straßenkehrordnung, nach welcher von dem 0c”an"^ Reinigen der Straßen (incl. Trottoirs) und öffentlichen Platze auf dieStadt übergeht, Üeat Der Entwurf eines Reglements nebst Voranschlag vor Danach soll die Kebrmannschaft aus 18 Personen bestehen und in drei Rotten gebildet werden, deren jeder ein Vorarbeiter vorsteht. Während die eine Rotte am Üblichen Ausgange der Stadt anfängt, beginnt die zweite ihre Arbeit am nördlichen (5nbe, in der inneren Stadt beginnt. In zwei ^agen hofft man auf Ue We^ft alle Straßen und "Nebenstraßen gereinigt zu haben, worauf die Arbeit von Reuem beginnt, w v wöchentlich dreimal gekehrt wird. Die Arbeit beginnt im Sommer um Uhr Morgen unb enbigt um 6 Uhr Abends, Im Win,er dauer, dieselbe bi!J ,um beit. Die SS 2 und 4 des Localpolizeireglements vom 10. N^ember etch^oe Verpflichtung der Einwohner zum Reinigen berStrafzen und Goss daß die Be- autzer Anwendung gefetzt, der Ü» ^deffeiben Reglements dah ^-„Häusern dienen, hälter, welche zur Aufnahme von Asche und fonstigen Abfallen aus, d« .. f Kehrichts zur Abfuhr beieit zu stellen sind, wenn der Fuhrniann, der die Abfuhr^ des Keynes besorgt, den betreffenden Straßentheil paffrn. Die VaudeprU der Anschaffung Reglement einverstanden, desgl nut Roll stellt in Er- von Kehrgerathen u. s. w. auf lo966 beziffert. ^- Abfuhr des Kehrichts wägung, ob es nicht raihsam sein durfte en weder w" bei di- d^nielben der bclorgenden Fuhrunternehmern -in Abkommen zu @tabt bcn(e[ben fdbft Kehricht zum eigenen Verwerthen überlassen wird, oDer Vortheil für die entsprechend verwerthen könne, wodurch sich wohl in I j ... Fuhrleute finden Stadt ergeben würde. Herr Beig. Gnauth bezweifelt,,da^sich suhN-utt tmoen werden, welche Verwendung für ben Kehricht hab«:, wctt p0H%cr Stadt ent- ! d^K-hrichls sich Nicht erreichen lasse; bem Anträge bcr Baudeputation einverstanden. Ä" ®"i'Äa“'in"b 8 Rechtsanwalt Labroisse) verkaufe von Hause Ä i Waarenoorräthe in 1 ^eute ab meine sämmt- J --ach in größter Jom. Marit, Schulstraße 5. uste Nicht, • r* Rechtsanwalt Labroisse) verkaufe Z uchen Waarenoorräthe in :J.aPete“, Rouleaux, Teppichen, Gar dinen, Tischdecken etc G öu bedeutend herabgesetzten Preisen. Ausverkauf mm Chriftofte- und Alfenidewaaren geschloffen?"^'^' me9en D0“ftä,,bi3cr Aufgabe dieses Artikel (Bchecke aus. ------H2 Zln>lller- Krrus, Ecke der Msusbur/" Die Malz-Extract-Piäparate Malz-Extract u Caramellen v. L. H. Pietsch & Co., Breslau. Engroa ä Flasche Mk. 1, 1,75 u. 2 50. Caramellen nur in Beuteln (niemals lose) ä 30 und 50 Pfg. Nur echt, wenn auf jeder Flasche und jedv m Beutel diese Schutz-Marke steht. Bezogen hat von uns: in Giessen: 4J Ferd. Drehes. Dankschreiben. Hiermit nehme ich X eranlassnng, Ihnen meinen besten Dank auszusprechen und bekunde gern dass ich mich bei dem Gebrauch Ihres’ Malz - Extractes Schutzmarke Huste- Nicht“ sehr wohl befinde und nach Verbrauch von mehreren Flaschen ven meinem Lungenleiden, Heiserkeit u. Athem- noth vollständig wieder hergestellt bin. H Cleven, Schenkwirth, Geldern, den 20. Mai. " ■* 5 Sol S ä 1 *■" ®““ worden, adaelchnt desalpi^-,, ® oortger Srhung eingehend darüber verhandelt man der Ansicht in bafi £ ^Heilung der untersten Klasse dieser Verschale nicht die Rede sein könne Vrr Cfs ^utn^ DOn ?? Kindern von einer Ueberfülluna sichtigten Trennung in eine Sodcbule 7ih-C Crt [id) mit bcr beabsich- Mädchenschule nicht etnoerstand n erklär-?^ Tb 5 solche für die erweiterte für die Kinder ein Unterschiedgeschafftuü be fd>on üt frühester Jugend einen gleichmäßigen Unterricht er beilen ^i"bfrn foüte man Anfang dieser oder jener SLule Auaifübren n,ht^'uer noch Zeit, dieselben ja noch reden; er stelle den Antr«m bc§ Schulgeldes lasse sich j»^WSBaag5#Itsss,ÄU! «SÄff'Ä.“ x6sz£iS vorliegenden Frage StandesuntersÄ-^ ^ bu fcln’ bcl Entscheidung her Gnauth erklärt, daß die gegen die beabsichtig^ — Herr Beigeordneter Strömung ihn nicht bestimmen könnte der Vorschule herrschende lange es nicht anstoße, daß wie bish^ fur dieselbe darzulege.c. So m eine niedere Schule geschickt wurde könn-^ ber Kinder tn eme höhere, ein anderer Klassen nicht entgegentreten Den Eltern “b* <£ncr Trennung der unteren Möglichkeit nicht genommen die Kind erweis Trennung der Vorschule die besucht, später in die erweitert? Törfit^rf* r^C r^.^orschule der höheren Töchterschule betont, daß bie8r” ucnÄ Nachdem noch H-rrSchee! fchule eine fo schwache fei baft “ä?"b »wetterten Mädchen- laffen und die unteren und mttikr-n KlattÄ » d^'k-ben gan, eingeben ,u Schuldirectiou abgestimmt und derselbe, wieoben" der g-kündi^^onr-r!0fin?e-'we°-n^de7^ Sonntag den 11. Marz am Marter. Majestät des Deutschen Kaisers1,im7ttaܰ" 8üni,,61rauer in &>*» WWZUDUMM- Zu dem Voranschlag des städtischen Gas- und Sßaffermrrfä „rft iqqq/q Sä ’it; ft?" * ? W-sMzufiuß beiechne sich auf runb 190 mo^ub&tet ?rn ^burchschntttliche sWÄ’iÄWÄftHEa i&asÄ?. ’itÄWB.-s t1” K” AAL fl6.SE gesehen, während das Ueberlaufwasser 3. 9 auf 52 000 frhm L^°°? §bm vor- sffÄS'“28— rS melän die gleiche Summe als Ausgabe gegenüber steht so bafe itA mS«. o2 /?1(£ I nothig machen, noch ein Ueberschuß ergeben wird fbA 7? ^n Zuschuß I batiüvSzS LrWMLLLM ML beanspruchen noch einen Aufwand von F> 741 80 / u? Wasserleitung I Rücksicht auf unvorhergesehene ^älle ,.nh yi ^, Commission empfiehlt in ML-MZZWMUM ssfags-j scheu wr Kapitalien ausberßöber; pünktlicher Ztttszahiuug ei,en's'd^Schu?dn r Ü ^^ I Dem Gejuche des .Herrn Emil Vistor um £ rcrboben wurden, eitaen Steges üb-r dcnStadibach in der'Sandmsst-ttSbtt'9^"-""° ?ine3 ncuen gütliche Genehmigung, wogegen sie das ffrfnrfipn o!;C bte Versammlung wider- des Petenten liegenden TMs des SiabSet in «n dem Besitzthum -s sich nicht -mpsehlen dürste ein'- d-rartiäe Arätt ™bcanstaudet, da d>- m Aussicht stehende tzanalisirung beschlchsen ist °^u,uhrcn, ehe endglllttg über eines i“r Errichtung worden, dieselbe befürwortet auch Dopens oon^dem hT obeanstandet ’« dem projectirten Gebäude ein Localbaustatuts, f,' «andwirthfchaftltche Nachrichten. _ (Nachdruck verboten.) der Bäume' als eii^roetfmä^ifl^ uÄ sicheres^jtt-^ur « '§H?nfra^n unb Abbürsten haftenden Mooses zu empfehlen ist so könn^ ertilgung des aus der Rinde WSÄckHMM'-BLHZ Sodann wird diese Mischung erruärmtrunhUmittprn [unb ®arboI.fäure zusetzt, warm auf die mit Moos bpmndifpnpn Pinsel oder Strohwisch möglichst dieser Mischung tödte^das Moos^und dttse^äll,^s-d-n»T ®‘C °^"de Mittung kommt auch sobald nicht wieder. C§ ’ant 'obann tn einigen -tagen ab und man im zeitigen F^^hjahrV^sorge" Mr ehfen^fehr rcirf? bekannt sein, daß halbwarmes Mistbeet mit etwas sandiaer 1 und pflanzt sie in ein man in ein halbwarmes Mistbeet stell? hpih^ H> ttt har nkarfÄi«Riivfti • •__ vom 8 d. M. in der Oberförsterei Strasse 15. 90 If If If If If Georg Schäfer ♦ Günstige Gelegenheit für Brautleute! 2018 Möbel »agerbier, „ „ . . 20 „ frei ms vaus empfiehlt 1935 W. Hammel, ®Äc2T’ Holzversteigerung, t < Freitag, den 16. März I. I., ▲ fei Vormittags 10 Uhr ansangend, sollen X in den Roßbacher Gemeindewaldungen, s' Districten Kciegwald, Tretthardt und ▼ ** H ft ft if I. „ Stück Koblen Prima melirte Koblen Briquctts Klein gemachtes Holz pr. Korb !!! Zopfe !!! , werden für 1 — angefertigt, PerrüSeri - Toupes und Scheitel nach Maaß. Neue Zöpfe von jl 3 — an. ' «Seorg Petri Wwe., ; 266 _____- Seltersweg 43. Mitglied des Deutsch-Oesterreichischen Möbel-Transport-Berbandes. 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März 1888.Der Vorstand. Den Empfang der Neuheiten M in Damm-Miderstossen 1782 Ein Acker, neben Herrn Gabriel gelegen, zu verpachten, Näheres ____________________Sonnenstraße 29. 1970 Ich suche für mein hiesiges Geschäft eine geübte Putzmacherin. Offerten mit Gehaltsansprüchen zu richten an meine Adresse. L. Bertrand, Darmstadt, Carlsstraße 12» 291 Eine hiesige Cigarrenfabrik sucht zu Ostern einen Khrling mit guten Schulkenntnissen. Näheres in der Exped. d. Bl. Ncdciction: ?l. Schevda. — 3nm Nr L'-rühl'schcn iFr. Cbr. letsch) in Gießen. Mage zu Nr. 61 Des „fliejjener Anzeiger 418 sind bei mir zu haben. VERITABLE IIQUEUR BENEDICTINE Marques döposees en France et ä 1'Eiranger Literarisches. — Nach 8jährigem ununterbrochenem Erscheinen liegt endlich die zur Zeit einzig exislirende größte Flora von Deutschland, Oesterreich-Ungarn und der Schweiz, in 5. Auflage herausgegeben von o. SchlechtendaI Hallter, rn-rOstattlichen Bänden mit 3300 Farbendrucktafeln complet vor uns. (Kohler s Verlag m Gera-Untermhaus.) Die außergewöhnliche Verbreitung ist wesentlich durch gunstrge Bezugsbedingungen (Ratenzahlung rc.) herbeigeführt worden, wodurch die hohe Auflage bereits bis aus ein Sechstel verkauft und somit von diesem bedeutenden Unternehmen ein selten günstiger Erfolg erzielt wurde. Die glückliche Durchführung eines so groß angelegten wrstenschaftlrchen Werkes, dessen Hauptschwierigkeit in den anerkannt naturtreuen, vortrefflichen, tauienöen von Pflanzentafeln liegt, ist für die Botanik eine Errungenschaft von hohem Werth. Kleinkinder - Bewahranstalt Von dieser Woche an werden die Beiträge für unsere Anstalt für das 1. Vierteljahr d. I, mit denen zugleich der Gesammt-Jahres-Beitrag gezahlt werden kann, erhoben werden. Mit der Erhebung der Beiträge ist unsere Anstalts-Dienerin Elise Werner, sonst Niemand, beauftragt. Indem wir dies den Wohlthätern und Freunden der Anstalt mittheilen, richten wir an dieselben die herzliche Bitte, uns auch in diesem Jahre freundlichste Unterstützung gewähren zu wollen. Wir haben ständig für mehr als 200 Kinder in unserer Anstalt zu sorgen, und wir haben außerordentlicherweise infolge der in der Kleinkinder- schule ausgebrochenen Feuersbrunst zur Wiederherstellung des Dachstuhls etwa 700 Mark mehr aufzuwenden, als uns aus der Brandkaffe an Entschädigung gezahlt werden konnte. Hierzu sind wir zumeist aus Liebesgaben angewiesen. Gießen, den 5. März 1888. * Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt. Dr. Naumann, Pfarrer. UniverfitLts -Thront?. — Zum Nachfolger des verstorbenen Prof. Schlottmann in Halle ist Professor Dr. Kautzsch in Tübingen ausersehen. — Der außerordentliche Professor Dr. Alois Brandl in Prag ist zum ordentlichen Professor der philosophischen Fakultät der Universität Göttingen ernannt worden. — Das Amt des Unioersitätsrichters in Göttingen, welches durch den Tod des Universitätsralhs Rose frei geworden, ist dem Landrichter Backmeifter mit Genehmigung des Justizministers als Nebenamt übertragen worden. Tübingen. Professor Liebermeister lehnt den Ruf nach Leipzig ab. Der Gelehrte wurde von einem schweren Schicksalsschlage betroffen; er fand seinen hoffnungsvollen Sohn, der Abends vorher von einem Ausfluge auf den Hohenzollern gesund zurückgekehrt war, tobt im Beile. empfiehlt sich im 6inr*hmen von Bildern und Spiegeln In allen denkbaren Rahmen Man achte darauf, dass sich auf jeder Flasche die viereckige Etiquette mit der Unterschrift des General-Directors befindet. Sämmtliche lormularicn für Krankenkassen Wilh. Klee Schreibmaterialienhandlung zu Gießen Distillerie der Abtei ZU Fecamp (Frankreich) tolabie Liquenr BMlHclhie der Benedictiner Mönche. Vortrefflich, tonisch, den Appetit und die Verdauung befördernd. Gießen, 10. März. (Prüfung der hiesigen Fortbildungsschule.^ Laut Publikation im „Gießener Anzeiger" fand Freitag Abend, den 9. d. M., zum ersten Male eine öffentliche Prüfung der hiesigen Fortbildungsschule statt. Es waren hierzu erschienen: Herr Schulrath Büchner als Vertreter Großherzoglicher Kreis- Schulcommission, Herr Bürgermeister Bramm in Vertretung des Schul- und Stadtvorstandes und die Vorstände der Fleischer-, Bäcker-, Schuhmacher- und Barbier- Innungen als Vertreter ihrer reff). Innungen. Kurz nach 7 Uhr wurde die Prüfung nach einer vorherigen passenden Auseinandersetzung des Herrn Oberlehrer Hahn über Zweck und Ziel des Fortbildungsunterrichts, sowie speciell über den Gang der heutigen Prüfung eröffnet. Herr Hahn gab neben Anderem auch seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen fei, wie die Vertretung der Innungen ja beweise, das Interesse des Handwerkerstandes für den Fortbildungsunterricht zu erwecken und sprach die Hoffnung aus, daß es gelingen möge, dieses Interesse dem Unterrichte auch auf die Dauer zu erhalten. Die Prüfungen, welche nunmehr begannen und sich auf Lesen mit Besprechung, Geschäftsaufsatz, practisches und geometrisches Rechnen und eine geordnete gewerbliche Buchführung erstreckten, nahmen einen im Ganzen recht flotten Verlauf und zeigten Seitens der Lehrer eine verftändnißreiche Auffassung und Durchführung ihrer Aufgabe. Ein erhöhtes Interesse gewannen bei den Anwesenden sichtlich die Leistungen der 1. Elasse. Zunächst ward hier, vollständig neu, ein absoloirter Buchführungscursus durch anschauliche Besprechung in klarer und auch dem Laien verständlicher Weise vor- geführt. Die Antworten bewiesen, daß das Erlernte verstanden worden ist und wohl s. Z. entsprechend verwerthet werden wird. Daß die gründliche Durchführung eines solchen Eursus viel Schweiß erfordert, ist klar, darf indessen der Wichtigkeit der Disciplin gegenüber nicht in Betracht kommen. Die jungen Leute werden es der Fortbildungsschule Dank wissen, daß sie ihnen einiges Wissen in der Buchführung zuführen ließ. Die darauf vorgenommene Prüfung in der Körperberechnung ergab ein exactes und abschließendes Wissen in einem namentlich für Baubandwerker so nöthigen Wissenszweig und machte auf die Anwesenden den besten Eindruck. Irren wir nicht, so war auch der Eindruck der ganzen Prüfung auf die Vertreter der Schulbehörde ein durchaus befriedigender. Nach der Prüfung wurden Seitens der Jnnungsmeister entsprechende Prämiirungen an die vom Lehrpersonal vorgeschlagenen Schüler unter passender Ansprache der Meister vorgenommen. Präcis 9 Uhr Schluß der Prüfung und Entlassung der Schüler der ersten Elasse, nachdem Herr Oberlehrer Fuhr denselben die besten Ermahnungen mit auf den Lebensweg gegeben hatte. Unordnung und Collisionen einzelner Classen waren durch präcise Regelung der ganzen Handlung ausgeschlossen und Störungen auf dem Heimwege durch dankens- werthes Eingreifen der Polizei vermieden worden. Sollen wir nun noch unsere Meinung über Zweck, Anlage und Durchführung dieser Prüfung anfügen, so ist es die, daß wir glauben, es werde durch eine derartige öffentliche Kundgebung doch das Interesse der öffentlichen Meinung für die Fortbildungsschule wachgerufen und fehlt es nicht an Interesse hierfür, so werden auch die Leistungen in derselben immer bessere und gedeihlichere werden können. Gießen, 8. März. Der Beschluß unserer zweiten Kammer, kein Geld für die Wohnlichmachung des alten Hofgerichts und der uralten Canzlei zu bewilligen, scheint in unserer Stadt nicht in seiner ganzen Tragweite erfaßt worden zu sein. Dem Hofgericht wird Niemand eine Thräne nachweinen, auch wenn es niedergelegt und für eine neue Straße Platz geschaffen wird, die ja recht wünschenswerth sein mag und schon lang geplant ist. Was wird aber aus der Canzlei mit dem Heidenthurm? Auch auf den Abbruch verkaufen? Das älteste, geschichtlich bedeutendste Gebäude, in dem unsere alten Landgrafen so manchmal gehaust haben (1518 wohnte hier auch der junge Landgraf Philipp, der später der Großmüthige genannt wurde), die alte Wasserburg, über deren Geschichte und Bedeutung Herr Geh.-Rath v. Rügen, der vorzügliche Kenner alter Bauwerke, im vierten Jahresbericht des Oberheff. Vereins für Localgeschichte S. 51 u. ff. sich ausführlich ausgelassen hat, versteigern, vielleicht auf den Abbruch versteigern? Das ist dock geradezu undenkbar! Für was haben wir in Hessen die verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz geschichtlicher Denkmäler? Daß aber das alte Schloß ein solches ist, wird Niemand im Ernst zu bestreiten wagen. Der Staat bat Geld für die Erhaltung der Ruinen Lißberg, Münzenbera rc., aber nicht für die Ruine des alten Schlosses in Gießen! Der hiesige historische Verein, der trotz der wenigen Jahre seines Bestehens sich unzweifelhafte und von urtheilfähiger Selle vollkommen anerkannte Dienste um die Localgesckichte der Stadt und der ganzen Provinz erworben hat, könnte keinen geeigneteren Ort für seine Sammlungen und seine Arbeiten finden, als das alte Schloß. Mit 10000 «X ließen sich die Dächer ausbessern, die späteren Holzanbauten beseitigen und das Schloß wieder einigermaßen wohnlich ern- rickten. Der Stadt würde ihr interessantestes Gebäude erhalten und dem Verein einen Raum übergeben, in dem er freudig weiterhin seinen gemeinnützigen Arbeiten obliegen könnte. Nicht allein jedes Siegel, jede Etiquette, sondern auch der Gesammteindruck der Flasche ist gesetzlich eingetragen und geschützt. Vor jeder Nachahmung oder Verkauf von Nachahmungen wird mithin ernstlich gewarnt und zwar nicht allein wegen der zu gewärtigenden gesetzlichen Folgen, sondern auch hinsichtlich der für die Gesundh eit zu befürchtenden Nachtheile. Man findet den echten Benedictiner Ijiqiieiir bei Nachgenannten, die sich schriftlich verpflichtet haben, keine Nachahmung zu verkaufen. Emil Fischbach, Hr. Kinkel, Conditor; Carl Schwaab. wy______ oond. Bouillon ist eingedickter reiner K PIHIH ftVIC 11 S Fleischsaft ohne Zusatz von billigen Suppcn- llvlUUivi *VU M läutern. Bequem.Gebrauch, fein.Geschmack. Gießen, 10. März. In dem Proceß Schaum wurde heute Vormittag >r/12 Uhr das Urtheil verkündet. Dasselbe lautet hinsichtlich des Stemmler auf Freisprechung, dagegen in Bezug auf die versuchte Beeinflussung des Wolter auf eine Zuchthausstrafe von 15 Monaten, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren und Tragung von 6/io der Kosten. Wie wir erfahren, wird gegen das Ur- thetl die Revision verfolgt. Der Vertheidiger des Schaum, Rechtsanwalt Grünewald, stellte den Antrag, den Verurtheilten gegen eine Eaution von 20,000 JL aus der Haft zu entlassen, welchem Antrag der Gerichtshof willfahrte. Der Staatsanwalt fixirte eine Eaution von 50,000 JL. (Wegen Raummangel muß das ausführlichere Referat bis zur nächsten Nummer zurückbleiben. Red.) Vermischtes. △ Mainz, 9. März. Aus Anlaß des Ablebens des Kaisers sind die hiesigen Stadtverordneten heute Abend zu einer Extrasitzung zusammengetreten. Nachdem Oberbürgermeister Dr. Oechsner in kurzen Worten das schmerzliche Ereigniß berührt, beschloß die Versammlung, eine Beileidsadresse an die verwittwete Kaiserin zu richten und eine Deputation zu den Begräbnißfeierlichkeiten nach Berlin zu entsenden. Die Deputation wird entweder aus dem Obeibürgermeister Dr. Oechsner oder den drei Beigeordneten bestehen. A Aus Rheinhessen, 9. März. Der Landtagsabgeordnete Dr. Schröder hat an den Vorsitzenden der am Sonntag in Guntersblum abgehaltenen landwirth- schaftlichen Versammlung, Herrn Dettweiler, ein Schreiben gerichtet, worin er dagegen protestirt, daß er die hessischen Landwirthe heruntergesetzt habe. Er sehe sich, schreibt Dr. Schröder, genöthigt, sein Mandat für die Kammer niederzulegen, sobald sich nach Darlegung der thatsächlichen Verhältnisse ergebe, daß der Beschluß der Guntersblumer Versammlung von seinen Wählern getheilt werde. Alsfeld, 7. März. Jüngst ist ein kleines Schriftchen des Herrn Kreisrath Hoffmann dahier erschienen, das in weiten Kreisen unseres Vaterlandes ganz besondere Beachtung verdient. Es ist ein Geschichtskalender der Stadt Alsfeld, der zugleich fünf Abbildungen von geschichtlich und baulich bedeutenden Gebäuden enthält und aueb andere Sehenswürdigkeiten der alten Stadt aufzeichnet. Die Schicksale der Stadt im Mittelalter, mehr noch im dreißigjährigen Krieg und selbst noch in den späteren Kriegszeiten waren höchst wechselnd, dazu zeitweise geradezu furchtbar; aber immer wieder hat der selbst durch die schwersten Zellen nicht zu unterdrückende Bürgersinn die Stadt aus Schutt und Asche emporgerichtet und die ihr geschlagenen schweren Wunden wieder ausgeheilt. Daß jetzt die Stadt Alsfeld Mühe hat, das herrliche Rathhaus in seiner alten, stolzen Pracht wieder herzustellen, liegt nicht in ihr selbst, sondern in den jetzt vollständig veränderten Verkehrsverhältnissen, und ist es nur dankbar anzuerkennen, daß Herr Kreisrath Hoffmann den Reinertrag seines Sckriftchens gerade zur Wiederherstellung dieses Rathhauses bestimmt hat. Wir wünschen dem Herrn Verfasser und der Stadt einen reichlichen Erfolg. Den Empfang der Neuheiten in: Kleiöerstoffen. KegenmäntklnZmhängen, Duquettes u. Promenades in lebt reicher Auswahl zeigen ergebenst an 2022 29 fm. 2. 2015 Wagnerstangen und District Konzebühl District Graudorn 3 Technicum Mittweida \, ' — Sachsen, — \ $oV^- nach I W. Klippstein in Langsdorf. 43 1(14 TchiMraü'' ü 17 30 12 10 24 9420 410 6 2 779 3758 Raummeter Buchen-, Eichen- Nadel- unb Weichhotzreiser 1., 2. und 3. Durchforstung, 723 Raummeter Astreisig. Freitag den 16. und Samstag den 17. März d. 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