M. 264 Samstag den 10 November 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn« Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf«. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Ärrrearrr Schul st raße 7. Politische Rundschau. Gießen, 9. November. Die ablaufende Woche stand in Bezug auf die innere Politik vollständig unter fc.-m Zeichen der Slbgeordnetenwahlen in Preußen, mit welchen der diesmalige Wahlkampf nunmehr definitiv abgeschlossen ist. Ein Ueberblick über das Gesammt- «rgebnitz der Wahlen vom 6. November zeigt, daß die Prognose, die man unmittelbar mach den Urwahlen hinsichtlich der Zusammensetzung des neuen preußischen Abgeordneten- tzauses stellen konnte, daß nämlich die letztere keine einschneidende Veränderungen er- Seiden würde, im Wesentlichen richtig war. Immerhin sind aber natürlich verschiedene Verschiebungen in den gegenseitigen Stärkeverhältnissen der Fractionen erfolgt und fftellt sich das Bild des neuen Abgeordnetenhauses im Vergleiche init dem alten Hause folgendermaßen dar, wobei die Ziffern in den Klammern die bisherige Stärke der 'Parteien bedeuten. Eonseroative 131 (138), Frerconservative 67 (62), National- Siberale 87 (72), Freisinnige 29 (40), Centrum 99 (98), Polen 14 (15), Dänen 2 (2), Welfen 1 (2), Wildltberale 3 (5). Doch selbst diese Ziffern dürften noch nicht als endgilttg feststehende zu bezeichnen sein, da bei den Conseroativen und wohl auch bei Iden Naiionalliberalcn verschiedene „Hospitanten" auftauchen werden und so wird erst Las amtliche Fracttonsoerzeichntß des Abgeordnetenhauses die endgültige Berichtigung lbrtngen. Jedenfalls wird aber auch die neue preußische Volksvertretung wiederum das Doppelgesicht einer conservatio-nationalliberalen und einer conservativ - clertcalen Mehrheit aufweisen und ist also in den grundlegenden Parteiverhältnissen des Abgeordnetenhauses durch die Neuwahlen nichts geändert worden. Für die Freisinnigen haben sie Freilich doch recht empfindliche Verluste gebracht, denn diese Partei sieht die Zahl ihrer Vertreter im Abgcordnetenhause von 40 auf 29 heraogemindert, sie hat also fast ein Viertel ihrer Mandate eingebüßt, darunter diejenigen für eine Anzahl großer Städte, rote Altona, Frankfurt a. M., Breslau (3), Königsberg und Halle a. d. S., sie wird also noch weniger als bisher ihr Gewicht in der Volksvertretung des größten deutschen Bundesstaates geltend zu machen vermögen. Das neugewählte preußische Abgeordnetenhaus wird indessen verfassungsmäßig erst kommenden Januar einberufen werden und somit wendet sich das Interesse vorerst nur dem Reichstage zu, der in übernächster Woche zu seiner Winterfession zusammtritt, Dbwohl die amtliche Bekanntgabe des Tages seines Zusammentrittes noch immer nicht erfolgt ist. Auch diesmal harren des Reichstages wichtige Aufgaben und werden an chrer Spitze die Vorlagen über die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter, über die Reorganisation unserer Marine und über die Reform des Genossenschaftswesens stehen, während die Erörterung über den Entwuf des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches vermuthlich erst einer späteren Reichstagssession vorbehalten bleiben wird. Dagegen wird die bevorstehende Session unzweifelhaft wieder lebhafte Verhandlungen über die Colonialpolittk Deutschlands bringen, zu denen in erster Linie die Vorgänge in Ostafrtka die Basis abgebcn werden und steht von diesen Verhandlungen zu erwarten, daß sie bestimmte Aufschlüsse über das fernere Einschreiten der Retchsregierung rin Ostafrika bringen. Der „Reichsanzeiger" meldet, daß der Kaiser den Staatssecretair im Reichs- . -schahamle, Freiherr» von Maltzahn-Gültz, mit der Stellvertretung des Reichskanzlers in Finanzangelegenheiten beauftragt hat. In Oesterreich hat die Berufung des Czechenfreundes Grafen Schönborn in Las Ministerium Taaffe jetzt einen hocherfreulichen Vorgang gezestigt, die Vereinigung Les deutsch-österreichischen und des deutschen Clubs des Abgeordnetenhauses zu einer «einzigen Fraction der „Vereinigten deutschen Linken". Bekanntlich spaltete sich die Leutschltberale Opposition des österreichischen Abgeordnetenhauses infolge tiefgehender Meinungsverschiedenheiten seinerzeit in drei Richtungen: in die Clubs der deutsch- Lfterretchischen, der deutschen und der antisemitisch angehauchten deutschnationalen Frac- itton, und diese beklagenswerthe Spaltung geschah selbstverständlich zu Ungunsten des : Einflusses und des Ansehens der deutschen Opposition. Was aber alle Maßnahmen Les Ministeriums Taaffe nicht herbetzuführen vermochten, das hat jetzt die Berufung Les Grafen Friedrich Schönborn, dieses czechisch-feudalen Heißspornes, in die Negierung Lewirkt, die Verschmelzung wenigstens zweier Gruppen der Oppositionen, während die , Hührer der Deutschnationalen die Erklärung abgegeben Haven, sie würden in ent- ^scheidenden Fragen mit den übrigen Liberalen zusammengehen, so daß die deutsch- ! liberale Partei des österreichischen Abgeordnetenhauses ihre parlamentarische Stellung -wesentlich verstärkt sieht. Die Vereinigung des deutsch-österreichischen und des deutschen Clubs ist auf nachstehender Grundlage erfolgt: Wahrung der Staatseinheit, Schutz des Deutschthums und der berechtigten Stellung der Deutschen in Oesterreich, sowie : Erhaltung un Entwickelung freiheitlicher Verfassungsgrundsätze. Die Angelegenheit der französischen BerfassungSrevifion entwickelt sich in ziemlich schleppender Weise. Von der berühmten Revisionscommission der Deputirten- -kammer wurde am Mittwoch der Beschluß, mit 6 gegen 4 Stimmen, gefaßt, daß die Revision der Verfassung von einer eigens für diesen Zweck zusammenberufenen con- stituirenden Versammlung vorgenommen werden soll. Bis zum glücklichen Zusammentritte dieser Versammlung wird aber wohl noch mancher Tropfen die Seine hinunter- flteßen______________________________ Lokales. Gießen, 10. November. ^Sitzung Großherzogl. Handelskammer Gießen vom 22. October 1888.] Gegenwärtig waren die Herren Commercienrath Silbereisen, F. C. B. Koch, Gail, Heichelheim, Klingspor, Kraatz und Schirmer. Herr F. C. B. Koch reterirte eingehend über den Gegenstand der Tagesordnung, betr. die Einführung von Kilometerbillets, und faßte die Kammer danach, entsprechend dem Anträge des Referenten, folgende Resolution: 1) Es ist zu erstreben, daß die Personentaxe unter Beseitigung des Freigepäcks eine wesentliche Reduction erfahre, sei es durch Schaffung von Kilometerbillets oder Zonenbillets, welche gleich jenen den Reisenden eine freiere Bewegung gestatten. 2) Bezüglich der Geväcktaxe ist auf eine einheitliche Reform und Reduktion der Taxe auf billigste Sätze hinzuwirkeu, sowohl im Interesse des Fahrgastes wie auch im Interesse der Bahnverwaltung selbst, durch die dadurch ermöglichte bessere Ausnutzung des Fahrparks bei der vermiedenen Versperrung des Raumes durch Gepäck für das reisende Publikum. Bei der Frage der wiederholt schon angeregten Abänderung des Markenfchutz- gesetzes wird zur Vorbereitung eines Referats und Stellung von Anträgen tn einer der nächsten Sitzungen der Handelskammer eine Commission, bestehend aus den Herren Gail, Klingspor und Sckirmer, erwählt. Auf die nächste Tagesordnung soll die Wahl der vorzuschlagenden Handelsrichter für die neu beginnende Wahlperiode gesetzt werden. Der Handelskammer geht eine Mittheilung über das Verbot der Einfuhr salicylhaltiger Biere nach den Philippinen zu, über dessen näheren Inhalt auf Wunsch den Interessenten Auskunft erthellt werden wird. Von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz wird die Kammer benachrichtigt, daß die von der Konigl. italienischen General-Zolldtrection unter dem 29. Februar d. I. erlassene Verfügung, wonach Poststücke (colis postaux) auch ohne Ursprungszeugnisse lediglich auf Grund der von dem Absender ausgestellten Declaration zu den Vertragszöllen abgefertigt werden, hinsichtlich der aus Deutschland stammenden Maaren eine Aendcrung nicht erfahren hat, vielmehr nach wie vor in Kraft steht. Herr Commercienrath Silbe reisen übernimmt auf's Neue die in letzter Zeit von Herrn Koch versehenen Geschäfte des Präsidenten der Kammer, seinen Dank für die Stellvertretung aussprechend. Gießen, 9.November. „George Sand und ihre Stellung in der Welt- litteratur" war das Thema, das Frl. Dr. Mensch ihrem letzten Vortrage zu Gunsten eines Lehrerinnenheims zu Grunde gelegt. In der Einleitung führte Rednerin den Gedanken aus, daß keines Landes politische Zustände im Zeitraum eines Menschenlebens einen so kaleidoskopartigen Anblick gewähren, als die Frankreichs während der Jahre 1804—1876, der Lebensjahre George Sands. Ihre Jugend fiel in die Zeit höchster Blüthe des Landes unter Napoleon L, die Restauration, das Revoluttonsjahr, das zweite Kaiscrthum und dessen Sturz, alles das sah sie und fühlte lebhaft mit ihrem Vaterland. Aurora Dupin wurde am 5. Juli 1804 zu Paris geboren, Väterlicherseits eine Urenkelin des Marschalls Moritz von Sachsen — aus königlichem Blute also, wie sie selbst gelegentlich halb scherzhaft heroorhob, — während ihre Mutter den niederen Volksschichten entstammte. Nach dem frühen Tode ihres Vaters, der Offizier gewesen, nahm ihre Großmutter Duptn auf ihrem Gute Nohaut im Serri, eine eifrige Anhängerin Voltaires, ihre Erziehung in die Hand. Von 1817—1820 wurde sie den Telegraphische Depeschen. «volN'S teuer. «Korrespondenz. «urea«. Berlin, 8. November. Sicherem Vernehmen nach ist für die Eröffnung drS Reichstags der 22. November in Aussicht genommen. — Den „Berl. Poltt. Nachr." zufolge sind die Meldungen einer bevorstehenden Liquidation der beutsch-ostafrikanischen Gesellschaft falsch, im Gegentheil erblicke man maßgebenden Ortes in der Thatsacbe, daß Deutschland und England gemeinsam das Araberthum bekämpfen werden, einen Grund mehr dafür, den deutschen Besitz festzuhalten. — Das deutsch-englische Abkommen dürfte demselben Blatte zufolge demnächst veröffentlicht werden. DreS-en, 8. November. Der König empfing heute den bisherigen österreichischen Gesandten Herbert-Rathkeal, welcher sein Abberuf ungsfchreiben übergab, und darauf Graf Chotek als den neuernannten Gesandten, welcher sein Beglaubigungsschreiben überreichte. Beide Gesandten hatten auch bei der Königin Audienz. Hamburg, 8. November. Carl Schurz reift am nächsten Sonntag mit der Hammonia" nach Newyork ab. Bern, 8. November. Nach der officiellen Ausstellung der muthmaßlichen Bundes*' ausgabe für das nächste Jahrzehnt werden außer den für die militärische Sicherung des- Gotthard beschlossenen 2'/z Millionen weitere 3.Millionen für die Lavdesbefestigung tn Aussicht genommen. DariS, 8. November. Es heißt, der Chef der öffentlichen Sicherheit hätte in der verflossenen Nacht etwa 20 Verhaftungen anläßlich der jüngsten Explosionen, die im Marktballen-Viertel stattfanden. vornehmen lassen. Unter den Verhafteten befinden sich drei Mitglieder des ComitS's der Kellner. Der Polizeipräfekt erließ einen Befehl, wonach alle diejenigen Bürger verhaftet werden, die in der letzten öffentlichen Versammlung durch Reden zu Mord und Plünderung aufreizten. London, 8. November. Der „St. James Gazette" zufolge erhielt das Panzerschiff „Agamemnon", welches dem Mittelmeergeschwader angehört, Befehl, nach Zanzibar abzugehen. Sevilla, 8. November. Die feindlichen Kundgebungen gegen Canovas del Castillo, den Führer der spanischen Conseroativen, haben sich heute wiederholt. Eine starke Menschenmenge bewegte sich unter Pfeifen und dem Rufe: „Nieder mit Canovas, dem Verräther!" in den Straßen. Canovas verläßt morgen die Stadt. Rewyork, 8. November. Die Majorität der Republikaner im Repräsentantenhause dürfte eine geringe sein. Newyork, 8. November. Stunmehr steht fest, daß Harrison auch in Carlifornien und Indiana gesiegt hat. man hat den Zaren schon einigemal allein in seinem Zimmer in Thränen gefunden. Für die Htntecdliebenen ist in sehr reichlicher Weise Fürforge getroffen worden. That- soche ist, daß der Zar darauf bestanden hat, schnell zu fahren, und den abrathendm Verkehrsminister Possjet bet einer Gelegenheit sogar recht hart angelassen hat. Ein starkes silbernes Cigarren-Etui, welches der Zar in der rechten Hosentasche trug, ist fast ganz platt gedrückt; die Quetschung ist sehr schmerzhaft. (K. Ztg.) Deutschland. Darmstadt, 8. November. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 33 enthält: Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Errichtung von Uebergangsstelle» betreffend Nutzland. PeterSbnr-, 8. November. Der Zar ist durch den Eisenbahnunfall doch mehr erschüttert worden, als man seiner Natur nach annehmen mußte; fortwährend beschäftigen ihn die vielen Opfer nnd der Schmerz der Hinterbliebenen; es ist schwer, ihn auf andere Gedanken zu bringen, sowie er sich an seinen Arbeitstisch setzt, fehlt ihm sein steter Begleiter: der große Hund, der sonst immer zu seinen Füßen log und der Beim Unfall umkam. Dieser Umstand ruft ihm wieder alles in die Erinnerung zurück; Samstag: Sonntag: Gottesdienst in der Synagoge. Sam6taßr«benbt5"b 4” U6f' ®am8tofl Morgen 8°° Uhr, Samstag Mittag 3°° Uhr, Kirchliche Anzeigen -er Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 24. Sonntag nach Trinitatis, den 11. November- ^Vormittags 9«/» Uhr: Pfarrer Schlosser. „ Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer vr Naumann- Vormtttags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. schule T wUta:Ätt12' Number, Abends 8 Uhr, In der Kleinkinder« Pfarrer o^aL nm ' Derfd,iebenc 2,11 d-r Kinder Kains und Sech-, im Ab-^dfon^di"/^^ 9Z0DtmbCr' B-'cht- und heiliges Abendmahl Schlo?/-d^"°'^^^ in der Woche vom 11. bis 17. November besorgt Pfarrer Für die Abgebrannten in Hünfeld gingen ferner bei uns ein: F. Burk 20 Jt Vb W 1 n A A s o 9Z?umann 12 A zusammen 34 Jt, insgesammt 218 Jt "" Wettere Beitrage nimmt gerne entgegen ziö - ___________Die Exped. d. „Gießener Anzeiger".' Vermischte s. „ntl 8 November. Die Thatsache, daß die hiesige Gegend mit Vorliebe ..J* Äigeunern aufgesucht wird und hierdurch die Polizetorgane besonders die iSnh- liÄnAJOrtrom^rc!tb im hohen Grade in Anspruchgenommen'werdenbat Lben PanhÄ? d^ovinztalbehörden schon vtelsach zu der Erwägung geführt,ivie dieser Landplage am thunltchsten zu Leibe zu rücken ist. Eine Reihe “on Maßnahmen sind Schritte unternommm worden^ nk-r S m “ b!rr vergeblich gezeigt und wenn eine Bande in einem Bezirk alücklick ="äÄ s «'"ää. w MM ^'kerung" H«°o7rgerustn wmde^'sin^ w-Ich-n Ä",""nicht unbedeMenden"Ver- m' abcn "Erdings die Sicherheitsorgane die Weisung erhalten mit i» Ww?“' ät: Fundamente unter den Tragsäulen der Bardokapelle vollständig gewichen sind und eine ßanj neue Untermauerung stattfinden muß. Diese Arbeiten sollen s!?or in Anaritt genommen und alsbald auch die Fundamente der anarenrenden Tb-tt- /s ^n0 5 einer forgsStttgen Untersuchung und Besichttgnng unterzogen'werbm ^ " $°me8 Mer ^Ntl^ngetretene Kälte hat veranlaßt, daß der größte Theil der Bauten L mrdstnstlök^gewoL^"^ "" 8r°6c Arbeiter Umarmt schne?br°d- i._r iar. Firma Kupferberg & Co. hat für ihre Schaumweinsabrik in Brüssel aus iS Mbä-TM" 92 s” •'"* “«««.-'«SS -»■ftw.xr'ä'ax 19—14 ^r Äund verkauft. Die Riesling-Trauben von der Frühlese kosten OuanOtisten Most gekauft. ®einfitmen ^be>* «•» »'-mlich beträchtliche 1 ?Jn ^üri3 anoertraut und war bald die wildeste und ausgelassenste Üh/s,, Genossinnen — diableroe nannte sie selbst sich; — doch auf die Dauer wurden ihr die Teufeleien langweilig und sie wurde zur Abwechslung fromm bis zur Schwärmerei; ja sie übte sogar Askese, durchaus nicht im Sinne ihr?r ErVttherinnem ?urj "ach ihrer Heimkehr verlor sie die Großmutter und war fortab von ihrer Mutter durch Liebe und Haß gepeinigt. Um sich der mütterlichen Zucht zu enttiehen reichte «mJ822 bcm ?ar0.n Dudevaut ihre Hand zu einer Conoemenzehe, die ihrem Herzen ?-«!?- nCnr aVa"? % ^nnri ^ic auch ihrem Gatten gerne zu Willen war/so setzte sie sich doch in Zwiespalt mit sich selbst, was sie äußerst unglücklich machte. Ihr Gatte erlaubte ihr daher, mit einem Einkommen von 500 Frc. jährlich einige Monate von ihrem Töchterchen Solange begleitet zu verbringen. Ihr dortiges Leben das sie ^I^Etterung ihres Gedankenkreises. zur Vorbereitung auf ihren künftigen literari- Cnn “T?6- baIb bcor Gegenstand zahlloser Anekdoten, ähnlich denen, Tb Person des lungen Lord Byron knüpften. Besonders machte man ihr ^i?nrbfnmFSa0Cn jtI..ctcb1un9 einen Vorwurf, während sie dies doch nur aus ^mmen nfrfit 8nnf!«nh» s^ Senothigt sah. Sonst hätte sie mit ihrem geringen Ein- kommen nicht anständig auskommen können. Damals trat sie zuerst als Schrtttstellerin nünS a T e3 Sandeau zusammen unter dem Pseudonym „Jules Sand fi^f*?Uh hß8 ^iCD1 * unJcy!iflC" Roman „Rose und Blanche" verfaßte, das will sagen : fu fjiieb ben Roman und Sandeau arbeitete ihn um. Ein Jahr später erschien ihr erstes selbstständiges Werk, der Roman „Indiana" unter dem Namen George Sand. ^l..l-?7.u^eure Erfolg dieses Werkes war ebenso wie der von Rousseau's „neuer m "Werther", kein rein änhetischer, aber er machte die Verfasserin ^^^l^beruhmt und pekuniär unabhängig. Den Winter 1833/34 verbrachte m * ibriCm Alfred de Müsset in Venedig, wo die Verschiedenheit *brIr 9a(uaftcrc S tinc,.n Bruche zwischen den beiden genialen Menschen führte, der bcr, ^borge Sand einen tiefen Eindruck hinterließ. Nach ihrer Rückkehr 1834 während ibr ^tt- Z Mc" 0cfd)kbcn' roKobd fie im Besitze von Nohaut blieb, ’S/ einer Geldsumme abgetunden wurde. Von da ab beginnt die 20 fe,nr?jC ®a"acn bie stattliche Zahl von etwa HO Bänden bilden, ?bCnJn ?c ner oollständtgen Ausgabe oorltegen. Die französischen wie auck die fie/np(fdiriPhßCnaniflnin ^saMmtausgaben enthalten nur den kleineren Theil dessen? was si^ geschrieben. Wie mancher vielbeschäftigte Schriftsteller kannte auch sie von ihren ÄÄ »,?• £Ä SS« ä, XtSX,1;; SÄ““ *•=«*« «Wen Womone „fidia-, inhaltlich mit „Indiana" verwandt, d. h. ßflnKa h en .n,enmc1n1b' erregte einen solchen Unwillen, daß George bebaucrk, feiger in ber Meinung, unbemerkt durchzuschlüpfen, pseudonym fdn^ lln3fprbhbC1L dagegm bas Pseubonym fallen zu lassen, schien ihr seigern Haupt fort fie'SBcrfen ragt „Sonfuelo" hervor, das bedeutendste übex-- nnh Q geschaffen. In den vierziger Jahren ließ sie sich von Michel de Bourges ^ona zu pEstchffoctaltstischen Tendenzromanen verleiten, doch Saint ^^onfftin ist sie eigentlich nie gewesen. Gegen bie Ehe selbst hat sie sich nie mitrebcn. beni nur 0e0cn bic ohne Herzensnetgung unb babei burfte sie füglich ^on"te die Tenbenzbichtung ihren poetischen Genius nicht befriebigen. e/.ctT ^nrstanbe verbanken wir bie lieblichen Dorfgeschichten, bas anmulbtafte und Fetische, was ihrer Feber entflossen, frei von aller Tenbenz; - nu7^s chattenhaft Hter?rHA fhSHn ba auf. Bis unmittelbar vor ihrem Ende war sie literarisch thätig. Sie starb am 8. Juni 1876 auf ihrem Gute Nohaut. nur in AbnnI Vaterland, auch über die Grenzen Frankreichs hinaus fand Wealassun^d-^kk englisches Blatt berichtet einmal „Man beabsichtige, unter iuaeben e^ lieber,etzung einiger ihrer Romane heraus- zugeoen, es haue für seine Pflicht, diesen Plan zu denunzieren." c ,lcr'c unb Ärttlfcn wurden natürlich von solchen, die nichts von Georae Sand gelesen, gewissenhaft nachgebetet, auch in unserem Vaterlande ?nd da sie bei durckaub8 nnri*H^U^e über sie waren, so verbreitete sich vielfach eine durchaus unrichtige Beurtheilung, ungerechte Verurthetlung der genialen Frau von der Brandes sagt. „Ein weiblicher Genius, so vollständig , so bedeutend^ daß nie Kr8ejnet0te6once"0eWl*le "" 38616 fi* im ctner !° reichen IchöpseUschen ^g etwa in großen Zügen der Gedankengang des geistvollen Vorttags ward^"Das' Vukt^del- ^"^ohlreich versammelten Hörern mit lebhaftem Beifall gelohnt ward. Das Pult der Rcdner.n war mit zwei prachtvollen Sträußen geschmückt Th. M—n. $.”.S, bS" *•“ 3,lu- "*«" »■»“• ii«‘« - rmi.., .7 Rach einer an Großherzogliche Bürgermeisterei hierher gelangten officiellen ^6 n<*i8 ^U” ClbAbcl ^trarf an getragenen Kleidungsstücken gedeckt, so daß solche nicht mehr nach dort abgesandt werden möchten. Eingesandt. F. Küpp"r"Maiermund^unsthändl^au"s Düssel?or/ Leder S Sammlung vieler trefflicher Gemälde anerkannter fi-ünm5rbCr4Cr?^r ^kichhaltigen diese Kunstwerke bieSn al im groß n Souie des m «Mienen und hat sind dieses mehr uls 150 Nummern, °°n welchm unstr7 HefiÄ °us0estelli. ES »""*»" —W:.a Ä'.“äK sä SS, jä-ä for. 2 ebensalls ein Norwegisches Fjord. ÄSSiaW'äFS1« „Schmiide im Spreewald " ' im Schwarzwald" und Nr. 16, U*Ä Sftflsg2? •*«- !»“'■* ”s g ÄS's;'^ rK.Ät MMMIW-M-LZ --ZRWMES-!-— -SKL-L-LL-------- ilSSSÄSi -MWMZ-MM in bcr ^ffel" ist ein Werk von Heinr. Hartung in Düsseldorf und Nr 60 ausgezeichnet hat sich A. Borsow durch feine Landschasten Nr ^ \^nn0?AUt/ Lsikm genialen Maler in Düsseldorf, sind Nr 69 derbst- landschaft und Nr. 70, „Wtnterlandschaft", beide kleine Bildchen sehr sorgfältig aus- Das glänzendste unter den ausgestellten Gemälden ist aber Nr 72 an der schwedischen Küste" von Axel Nordgren in Düsseldorfsaeboren 1828^in® ÄÄ »•ftteÄÄSSÄ s. s «'»-«»" «■« ■»»! Gießen, den 8. No°embe^l888. Dr. H. „ Ritgen. Katholische Srmeiade. !» *2u.6jlnntaP Pfingsten. zur^hl. Beichte" U,r unb Abends um */i8 Uhr Gelegenheit ^?Ä0ettn- oon 6 Ahr an Gelegenheit zur hl. Beichte: um 7 Mr SLwii V? mit Predigt; Nachmittags UM d Uhr Christenlehre und Andacht. Ziegler's Patent - Corsets, sowie wollene EorsetS für ältere Damen Krauen, und Kinder-CorsetS in jeder Preislage empfiehlt zu billigsten Preisen 9060J J. Kaan Jr.9 am Kreuz. ‘«’-ÄSiKri NM'werüimfl I -- 7----------; —— I können solide Personen sich erwerben durch > Entlausen: vier Enten . Verkauf eines leicht verkäuflichen Artikels. 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Das Gas- und Wasserwerk der Stadt Gießen wird für deren Rechnung unter dem Namen „Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen" betrieben. Bestellung einer Verwaltungs-Deputation. § 2. Die obere Leitung des Gas- und Wasserwerkes und die Oberaufsicht über dasselbe wird einer bleibenden Verwaltungs-Deputation im Sinne der Artikel 52 und 53 der Städteordnung übertragen, welche die Bezeichnung führt: „Deputation für das GaS- und Wasserwerk". Diese Deputation besteht: 1. aus dem Bürgermeister oder einem von demselben beauftragten Beigeordneten als Vorsitzenden, 2. aus vier von der Stadtverordneten-Versammlung zu wählenden Mitgliedern derselben. — Die Wahl erfolgt auf 3 Jahre und wird nach jeder Ersatz- oder Neuwahl der Stadtverordneten-Versammlung erneuert. Betriebs-Verwaltung. § 3. Der Geschäftsbetrieb selbst liegt den Angestellten des Gas- und Wasserwerkes nach den von der Deputation zu erlassenden Anordnungen ob. Angestellt sollen werden vom Stadtvorstand: 1. ein Direktor, 2. ein Assistent desselben, 3. ein erster Buchhalter, zugleich Rechner, 4. ein zweiter Buchhalter, zugleich Materialverwalter, 5. ein Gasmeister, 6. ein Brunnenmeister; von der Deputation: das sonst nöthige Personal, ausschließlich der in § 9 bezeichneten Personen. Zur Zeichnung für das „Städtische Gas- und Wasserwerk Gießen" ist innerhalb der ihm zugewiesenen Befugnisse der Direktor, im Fall der Verhinderung der erste Buchhalter, berechtigt. Zur Quittirung von Rechnungen ist auch der Buchhalter berechtigt; demselben ist gestattet, sich im Fall der Verhinderung darin auf seine Verantwortung in Beträgen bis zu 100 Jt. durch den zweiten Buchhalter oder einen Bureaugehilfen vertreten zu lassen. Befugnisse der Deputation. § 4. Die Deputation versammelt sich mindestens monatlich einmal, und außerdem so oft, als es der Vorsitzende für nöthig erachtet oder ein Mitglied der Deputation es beantragt. Die Einladung zu den Sitzungen erfolgt schriftlich mit Angabe der Tagesordnung. An denselben nehmen der Direktor und der erste Buchhalter des Gas- und Wasserwerkes mit berathender Stimme Theil, sofern nicht persönliche Verhältnisse derselben zur Sprache kommen. Die Deputation ist beschlußfähig, wenn außer dem Vorsitzenden zwei Mitglieder anwesend und alle vorschriftsmäßig geladen sind; die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt, bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Ueber die Beschlüsse werden laufende Protokolle geführt und von den anwesenden Deputationsmitgliedern sofort unterzeichnet. In Angelegenheiten, welche keinen Aufschub von 24 Stunden ertragen, entscheidet der Vorsitzende der Deputation irn Einvernehmen mit dem Direktor. 8 5. Die Deputation verwaltet das Gas- und Wasserwerk und leitet den Geschäftsbetrieb, sofern es sich nicht um die nachstehend verzeichneten Fälle handelt, durchaus selbstständig. Sie beschließt insbesondere nach Maßgabe des von der Stadtverordneten-Versammlung genehmigten Voranschlages, über freihändige oder submissionsweise Vergebungen aller Arbeiten und Lieferungen und trifft weiter die näheren Bestimmungen über die Preise und die Abgabe der verschiedenen Erzeugnisse und Einrichtungen. Der Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung bedürfen: 1. Veränderungen in dem Bestand des Gas- und Wasserwerkes und Er- \ Weiterungen, welche über die laufende Unterhaltung und Ergänzung! hinausgehen, 2. die Feststellung der Rechnungsergebnisse, 3. die Beitimmung der Gas- und Cokespreise und des WafferzinseS, 4. die Anstellung und Entlassung der in § 3 unter Nr. 1 bis 6 bezeichneten ständigen Betriebsbeamten. 8 6. Die Anstellung der vorgenannten Beamten erfolgt im Wege der Vcr- tragsberedung mit denselben; die Fassung der Anstellungsverträge wird von der -Lepntütion nach Anhörung des Direktors entworfen und von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellt. Anstellung und Entlassung des sonst nöthigen Bur^aupersonals geschieht auf Beschluß der Deputation nach Anhörung des Direktors durch rhren Vorsitzenden.. Deputation, sowie dem Direktor steht das Recht der Suspension aller Angestellten zu, jedoch ist der Direktor verpflichtet, dazu sofort die Genehmigung der Deputation einzuholen. Die Suspension eines der in § 3 unter Nr. 1 bis 6 genannten Beamten bedarf der Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung. 8 7. , ®em Vorsitzenden der Deputation im Einvernehmen mit dieser steht ein marrec^ ^er das gejammte in § 3 verzeichnete Personal nach Maßgabe des Art. 51 der Städteordnung zu. — Urlaub bis zu drei Tagen kann der aLireftor den einzelnen Angestellten, Urlaub für den Direktor selbst, oder Urlaub aus längere Zeit, nur der Vorsitzende der Deputation ertheilen. 8 8. Zwei von der Deputation zu bezeichnende Mitglieder derselben haben mindestens zweimal jährlich eine Prüfung der Geschäftsbücher und der Kasse vorzunehmen, den Befund in einem entsprechenden Protokoll niederzuleqen und solches der Deputation zur Kenntnisnahme zu unterbreiten. Befugnisse und Pflichten der Beamten. 8 9. Der Direktor hat die Geschäfte nach den Beschlüssen der Deputation die gesammte Gaserzeugung und Abgabe, sowie die Gewinnunq und Abgabe des Quellwassers zu überwachen, die Buchführung und Kassenverwaltung zu beaufsichtigen, alljährlich bis spätestens 1. Januar den Voranschlag zu entwerfen, und nach stattgehabtem Bücherschluß, welcher Ende Juli zu erfolgen hat, bis spätestens 15. August das Rechnungsergebnis vorzulegen. Die Einsendung der Rechnung hat am 1. Oktober zu erfolgen. Er unterzeichnet nach der Bestimmung des § 3 die Correspondenz, und prüft Zahlungs- und Einnahme-Anweisungen. Die Annahme und Entlassung des Dienst- und Arbeitspersonales, sowie der Laternenwärter, und die Bestimmung der Löhne für das erstere ist dem Direktor unter seiner Verantwortlichkeit anheimgegeben. 1 8 10. Der Assistent des Direktors hat diesen in Erfüllung seiner Obliegenheiten zu unterstützen und im Verhinderungsfälle zu vertreten. 8 ii. c a Der erste Buchhalter und Rechner hat die gesammte Rechnung des Gas- und Wasserwerkes nach den Anordnungen der Deputation und in Uebereinstlmmung mit den Vorschriften des Art. 89 der Städteordnunq :u führen, und die Kasse zu verwalten; er hat dafür Sorge zu tragen, daß die Rechnungsergebnisse und Voranschläge, sowie die Geld- und Materialienrechnung durch den Direktor rechtzeitig vorgelegt werden können. . . ist bei seiner Verantwortlichkeit verpflichtet, mit dem Kaffenboien leben Abend abzurechnen und die eingegangenen Gelder ru seiner Kaffe ru z ehen Nebersteigt der Kassenbestand den Betrag von 4000 so ist der Ueberschuß in Posten von mindestens 1000 an die Stadtkasse abzuführen. & rr monatlich einen von dem Direktor gezeichneten Kassenabschluß an den Vorsitzenden der Deputation einzureichen, während der Bürgermeisterei über die jeweils erfolgenden Einzahlungen behufs Einnahme- Dekretnr für die Stadtkaffe Mittheilung zu machen ist. Für die den Kassenvorrath übersteigenden und nicht zu verschiebenden Ausgaben wird der allenfalls nothige Vorschuß aus der Stadtkasse auf Antrag der Deputation zu Lasten des Gas- und Wasserwerkes auf Dekretur des Bürgermeisters ver- abfolgt. m § 12. Der zwerte Buchhalter und Materialverwalter hat die ihm überwiesenen Bucher zu führen, die Materialien nach besonderer Vorschrift ru verwalten und den ersten Buchhalter zu unterstützen. § 13. Der Erlaß eingehender, die Verpflichtungen und Dienstleistungen des Beamten, und Arbeiterpersonales im Sinne der vorstehenden Paragraphen regelnder Instruktionen bleibt der Deputation vorbehalten. Rechnungswesen. § 14. .. Die Deputation hat alljährlich den über die Bedürfnisse des Gas- und Wasserwerkes für das kommende Rechnungsjahr aufgestellten Voranschlag spätestens am 15. Januar der Bürgermeisterei zur budgetmäßigen Behandlung und Genehmigung durch die Stadtverordneten-Versammlung vorzuleqen Reicht der genehmigte Voranschlag in einzelnen Rubriken für die Betriebs- bedurfnisse des Werkes nicht aus, so ist die Deputation befugt, die bei den einzelnen Rubriken vorgesehenen Summen im Nahmen des Gesammt-Creditcs bis zu dem Betrag von 20% zu überschreiten. Ueber das ^gelaufene Rechnungsjahr hat die Deputation längstens bis 30. August einen Rechnungsabschluß mit Erläuterungen der Bürgermeisterei zur Prüfung und Feststellung durch die Stadtverordneten-Versammlung vorzulegen. Dem Rechnungsabschluß sind die von einem Mitglied der Deputation geprüften Verzeichnisse über die Vorräthe aller Art beizufügen. Gießen, am 26. Oktober 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm, Oberbürgermeister. 9078 1 feine Plüsargarnttur 1 Buffet, \ l Auszieht sch, 6 Stühle, ein I । lloiiiKTsiair Mo« den 15. Hs. Mts S geschlossen. Hermann Katz 9))) 8942 X ermässigtem Preis. [9071 alte 10L40, neue 103 20 Müimer-Turiwerein «fließen. 4/a/ogra^f. Ä - TJ "• ! 4°/o Hamb. H do. Landwsch. Creditbk.- 4.16—4.19 162.50 4% Unaar. Goldrente 8973 159.50 Marienburger Eisenbahnactien Der Borstand. Tendenz: sehr fest. Redaction: 8L Scheyda. 104 50 86 00 99 00 103.70 103.00 99 00 104 00 107.70 104 40 107.10 105.20 106 20 16.14-16.18 16.11-16.14 20.34 -20.39 225.30 44 20 84 50 9250 9640 10300 92.30 6880 100.90 72.80 6910 10074 Spieltisch, 1 Bett (bestehend aus pol. Bettstelle. Sprungfeder-und 3th. Roßhaarmatratze, Detke und Kiffen), ferner 1 ovaler Tistti 1 Cello u. 1 Belociped (Zweirad) versteigert- Oesterr. Credttactien Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4% Rusten Obltg. Darmstädter Eisenbahnactien DtSconto-Com.-Antheile Lombarden Wegen eingetretencr Trauer bleibt mein Geschäft bis ?n^0/L,^almS-Brauns. Oblig. 4% Gießener Oblig. ^.-o Oesterr. Goldrente ^/6°/o Oesterr. Silberrente 5% Portugiesen Obltg. 4% Griechen 5% Ottoman. Zoll-Obl. 3Va% Grünberger Obl. f Geldsortr«. 20 Francs-Stücke do. in >/, Engs. Souvereiqns Dollars in Gold Zinnene Wärmflaschen u. Marmor-Wärmfleine empfiehlt [9072] I. H. Fuhr. empfiehlt ihr wesentlich ver- grössertes, mit den neuesten Erscheinungen 'ergänztes Kunst-Lager 3)11111 *Cdae dr-h-lchm Srud., .V w. Bietf(S) in mc6rTL--------------------------- heutig- Rumwer -nthätt 1 Matt mrd 1 Beilage. rfreimiffiye 3] Schön möbl. Zimmer zu oer- uuethen. Sonnenstraße 3 11. Freitag den 9. November: 1. Abonnements - Concert. I Ouvertüre z. Op : „Lodoiska" (Cherubini). Egmont (Beethoven) Große Anfana 8^‘0rnai,e lL-ff-n). 3. Th.il - Joh. Strauß. 6 9093 9 „ Entr6e 50 Pfg. Die Pifi, ri,nt Ärau*»e. Großh. Musikdirector. I -----Me^iste liegt noch an der Kaffe zum Abonniren offen. Gffchiiftv-Eröflilmlg Zum Solmser Hof el richtet habe. Borziiglichr Speisen und Getränke zu jeder R,it gegen 6eRe ®CbienUn3 rusich-rnd, sehe ich zahlreichem Lsuche gerne ent- Hochachtungsvoll 8963 Aug. Fr. Albold. , soursderichs öer Jrankfutter Börse. R^chSban.-DiSconto 4»,„ 8. November ,»«». ffrankf. Bank-Dl«,.».» 4°/, / ' t> $eifage zu JTr. 264 des „fließener Anzeiger". ' ■ " ----L- '■ ---- J--! . -U ' ——1_____■ Vermischtes. — „[3ur Geschichte des Zeitungswesens.^ Kürzlich erschien in Paris eine französische Ausgabe eines alten, in arabischer Sprache von einem marokkanischen Botschafter an König Philipp verfaßten Retsetagebuchs aus Spanten. Der gelehrte Scheik weilte 1690 und 1691 in Madrid und beobachtete in seiner Weise scharf. Eine wahrhaft classische Stelle feines Buches über Druckerei und Zeitungswesen ist folgende: „Man wendet in Madrid noch ein anderes Mittel als Briefe an, um Nachrichten zu verbreiten. ^Das ist so: Wenn eine Nachricht aus sehr entfernten Ländern kommt, so gibt es dafür ein Haus, worin sich eine Schriftmühle befindet, geleitet von einem einzigen Manne, welcher dafür dem Könige bei Beginn jedes Jahres eine bestimmte Abgabe zahlt. Jedesmal, wenn er eine Weuigfeit erfährt oder wenn eine solche ihm zu Ohren kommt, ober wenn er sie entdeckt, vereinigt er von allen Nachrichten Alles, was er kann, und indem er sie in die Mühle schüttet, druckt er davon tausend Blätter, die er billig verkauft. Ein Mann, der ein großes Packet in der Hand hat, ruft: »Wer will die Neuigkeiten aus dem und dem Lande kaufen?" Die, welche sie lesen wollen, kaufen dann ein Blatt. Sie nennen ein solches „Zeitung". Man liest darin viele Neuigkeiten, aber diese sind meist übertrieben und lügenhaft, um die Neugier der Leute aufzuregen." — Aus Monte Carlo kommt die erfreuliche Nachricht, daß die Einkünfte der Spielhölle von Jahr zu Jahr geringer werden. Die Besucher seien klug geworden und setzten jetzt 5 Flanken, statt, wie es früher häufig geschah, ebenso vieler Louisdors und Banknoten, auch hielten sich viele dem Spielsaale ganz fern, indem sie die Naturschönheiten genössen, ohne dem Fürsten die Steuer, mit der derselbe die menschliche Leidenschaft belegen zu können vermeinet, zu entrichten. Immerhin hat auch dieses Spieljahr wieder 25 Selbstmorde aufzuweisen; noch vor wenigen Tagen hat eine junge Russin, nachdem sie ihr ganzes Vermögen verloren, sich in's Meer gestürzt. Demnächst wird Seine Durchlaucht Fürst Carl Monte Carlo mit seinem Besuche beehren und es wäre vielleicht am Platze, demselben eine Liste derjenigen Leute zu überreichen, die sich seit dem Bestehen der Spielbank in Monte Carlo das Leben genommen haben. Der Erbprinz von Monaco beschäftigt sich neuerdings mit der Vivtsection von Seethierev; mit welchem Erfolge für die Wissenschaft, wird nicht berichtet. — sJn den Backofen geschoben.^ Aus Bukarest wird die folgende, schier unglaublich klingende Unthat berichtet: Im Dorfe Balsch im Romanatzier Bezirke lebt seit Jahren der Bäcker Hristea Bogdanesen, der durch Fleiß sich einige taufend Francs erspart hatte. Seit einem Jahre aber ist er in Folge einer Erkältung, die seine beiden Füße gelähmt hat, bettlägerig geworden. Seine Frau Maria Florea sann auf ein Mittel, um ihn los zu werden. Sie trat in intime Beziehungen zum Gesellen Michael Angel und versprach ihm, ihn zu hetrathen und ihn zum Herrn über die Bäckerei zu machen, falls er ihr behilflich sein wollte, den Hristea bet Sette zu schaffen. Der Geselle war damit einoerstmrden und sie wählten die darauffolgende Nacht. Abends um 10 Uhr, als das Feuer im Ofen stark brannte, trat die Maria auf den schlafenden Bäcker zu, verband ihm seinen Mund und rief den Gesellen Michael, um ihr zu helfen. Sie trugen den Bäcker Hristea an den Ofen und schoben ihn schnell in's Feuer. Durch die starke Hitze und den Schmerz war der Hristea, der zunächst nur mit dem Oberkörper im Feuer steckte, natürlich bewußtlos geworden. Nun gossen Maria und der Geselle ihm Petroleum auf den Leib und steckten ihn ganz in den Ofen. Um Mitternacht war der ganze Körper verbrannt. Maria und der Geselle nahmen dann die Asche, zerstückelten die Reste größerer Knochen, die das Feuer nicht ganz vernichtet hatte, und warfen sie in den Atutz-Fluß. Den Nachbarn sagten sie, daß der Hristea nach Bulgarien gegangen wäre, um dort Erholung zu suchen. Aber das Dorf zweifelte daran und bewog den Primär lGemetudeältesten), in Begleitung des Arztes eine Haussuchung in der Wohnung oes Hristea zu machen. Man fand nichts Verdächtiges, weder Blutflecke, noch blutige Werkzeuge rc. Schon wollten sie gehen, als sich der Bezirksarzt Dr. Sarcan dem Ofen näherte und die Asche ansah. Die gefundenen Kalkspuren bestärkten seinen Verdacht und er ließ die ganze Asche herausnehmen. Da fand er folgende Knochenreste: Ein Stück auS dem inneren Schädel, ein Rest des Schulter- gürtels, Fragmente zweier Halsgürtel, einen Mahlzahn, ein Stück des Beckengürtels Schenkelknochens. Die Maria Florea war geständig, nur behauptet Dal ’tc , H^stka, als er schon erwürgt war, in den Ofen sieckte. Aber die bläu- ttchm Knochenstucke sprachen dagegen; die Blaufärbung ist die Folge eines durch große Warme verursachten Blutextravcttates. Literarisches. n "7i P» R* Rosegger s AuSgewLhlte Werke. Pracht - Ausgabe. Mit 600 Illustrationen von A. Greil und A. Schmid Hammer. In 75 Lieferungen, ci.: n : ÜD* 50 H. (21. Hart lebe n's Verlag in Wien.) 30 Lieferungen erschienen. ° Die uns heute vorliegenden Lieferungen 22 bis 30 der illustrirten Prachtausgabe D0Ir4 a? srgaer's Werken beginnen den zweiten Band der Sammlung mit dem ernsten historischen Noman „Der Goldsucher", woran sich die Anfangshefte von Rosegger's unfterbttchem Meisterwerke „Die Schriften des Waldschulmersters" schließen. Die zahl- Ä ^^ustrationen, welche den Text begleiten und an denen die beiden mitwirkenden Künstler abwechselnd betbeiligt sind, verrathen, daß sich dieselben mehr und mehr der Hohe ihrer Ausgabe nähern. Das Kleid macht zwar nicht den Mann, wie es im Spnchworte heißt, allein ebenso richtig ist es wobl, daß ein hübsches Kleid uns einen suten. iteuren Bekannten nicht entfremdet, und am wenigsten wird dies der Fall sein, wenn dieser Freund das uns liebgewordene Werk eines Dichters ist, das durch veruaaonißoolle KünstlerHand in anmuthsvoller Weise mit trefflich ausgeführten Bildern belebt und geschmückt erscheint. Da Rosegger's Schritten gewiß den meisten unter den geehrten Lesern dieser Zeitschrift bekannt sind — haben wir dock wiederholt Gelegenheit gehabt, Rosegaer's Werke eingehend zu würdigen — brauchen wir hier nicht über den Werth und die Bedeutung derselben zu sprechen und beschränken uns daher gegenwärtig darauf, der Freude Ausdruck zu geben, daß dem großen Berehrer- krette des gefeierten Dichters endlich dessen Werke in einer allen Anforderungen entsprechenden iUustrirlcn Prachtausgabe oorliegen. Schon das bloße Durchblättern dieser Prachtausgabe gewahrt einen hohen Genuß und wir sind überzeugt, es wird fein Freund und Verehrer Rosegger's versäumen, sich in den Besitz derselben zu setzen, um so weniger, als der Preis des Prachtwerkes ein verhältnißmäßig sehr geringer ist. Wir wünschen aufrichtig, es möge dem Dichter gelingen, durch diese neue Ausgabe feiner Werke die Zahl seiner Anhänger, Freunde und Verehrer recht ansehnlich zu steigern. — Die eben erschienenen Nummern 43 und 44 der ^Gartenlaube" bringen neben den Romanfortsetzungen mehrere interessante belehrende und unterhaltende Artikel. Naturfreunden wird insbesondere der treffliche, aus dem Nachlasse A. E. Brehnr'Ä stammende Beitrag „Die tnnerasrikanifche Steppe und ihre Plagen" willkommen sein, in welchem der berühmte Verfasser ein so farbenfrifches Bild der afrikanischen Steppe vorführt, wie nur ein solcher Meister des Wortes aus eigener Anschauung es geben kann. Die „Schmugglerbilder von der preußisch-russischen Grenze" in Bild und Wort von Robert Aßmus, sind durchaus lebenswahr und fesselnd. „Wie hebt man sein Geld auf?" ist eine heitere Plauderei von Oskar Justinus, „Der Lehrer als Wächter der Gesundheit. III." von Dr. med. Taube ein gehaltvoller Beitrag aus kundiger Feder, gleich beachtenswerth für Schule und Haus. — Der Roman „Die Alpenfee" fesselt das Interesse der Leser fortdauernd im höchsten Grade und die feinsinnige Novelle „Deutsche Art, treu gewahrt!" von Stefanie Keyser findet rückhaltlosen Beifall. — Der Jllustrattonsschmuck der Nummern ist, wie immer, reichhaltig nnd gediegen. Dlv Firma Seyffert Sohn, Greiz (Wollwaarenfabrlcation) bietet zu Fabrikpreisen die reichhaltigste Auswahl 9797 -------- wollener Damenkleiderstoffe--- (Morgenkleider, Strassen- und Ball-Toiletten). — Fehlerfreie Roben knappen Maasses) zu Geschenken geeignet, äusserst billig. — Muster umgehend. Allgemeiner Anzeiger. Echt chinesischer Thee, neuester Ernte. Wohlschmeckende Sorten von: ©oußD,SoHchong,^ecco Imperial u. Haysan. T Heespitzen staubfrei. Thee-Miachungen ingtschmackvollsterZusammensetzung. Bester Batawia-Arac. Feinste Bourbon Vanille offerirt die 8788 Drogerie von Otto Schaaf, Gießen, Seltersweg 39. 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Redaction: 18.36 30 Nach M. 20.41 20.69 21.74 23.26 591 60 tc 27.70 55 te 25,70 30 21.30 35 Jahre 65 te Jahr 30.40 85 Jahre 25.50 50 te M. 24.80 Allgemeine Renten-AnsSaSt Stuttgart Unter Aufsicht der Mnigl. Staatsregierung. — Gegründet 1833. Lebensalter beim Eintritt z B.............. Für je 1000 M- nach Ableben oder in einem bestimmten LebenSsahr zahlbare Versicherungssumme beträgt, abgekürzt z- B- auf das die Jahresprämie...... ...... 3 Jahren durch Genuß der Dividende bei 28 pEt. (aus der einfachen Lebensversicherung) nur noch..... . (Die Zahlung der Prämien kann in jährt. Raten ftatthaben.) Hauptagentur Gießen: Generalagent!«: Darmstadt G. W. Döpfer, Bürgermeistereisekretär, Südanlage 5. Fr. Ekert. Einfache Lebensversicherung: Lebensalter beim Eintritt z. B ........ 20 25 Ur je 1000 M- nach Ableben zahlbar beträgt die Jahresprämie M. 15.70 17.90 Diotdendengenuß schon nach 3 Jahren. Die Prämie beträgt daher nach dieser Zett bei 28 pEt. Dividende nur noch .... . . 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