Nr. 109 Donnerstag den 10. Mai icßener Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. 1888 Drrr-arr r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Amtkicher Hßeik. DreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Bekanntmachung. v ®s u>ird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Margarethe Römer von Treis a. d. Lda, nach Heu-miß der Großb Direction der Entbindungsanstalt zu Mainz die Prustrng als Hebamme mit der Note „gut" bestanden hat und als Hebamme verpflichtet worden ist. 9 Gießen, den 8. Mai 1888. Großherzoglicher Kreisamt Gießen. __ Dr. Boekmann. Betreffend: Ein aus dem heutigen Viehmarkt stehen gebliebenes Ochsenkalb. Auf dem heutigen Viehmarkt ist ein Kalb zurückgeblieben, besten Eigenthümer nicht ermittelt ist. Derjenige, welcher Ansprüche an dieses Kalb machen zu können g aubt, rotrb aufgefordert, solche alsbald dahier vorzubringen, widrigenfalls dasselbe veräußert und der Erlös als gefundener Gegenstand behandelt werden wird. Gießen, 8. Mai 1888. Großherzogliche» Polizeiamt Gießen. Fresenius. 3997 Politische Ueberficht. Gießen, 9. Mai. Das Befinden des Kaisers läßt augenscheinlich wieder mehr zu wünschen übrig, namentlich treten seit Sonntag die E.tterausleerungen aus dem Kehlkopf wieder stärker auf, in Folge dessen der Schlaf des Kaisers Nachts öfters unterbrochen ist und sich der hohe Patient überhaupt matt und angegriffen fühlt. Da sich indessen derartige körperliche Schwächezuftände beim Kaiser im Laufe der letzten Wochen wiederholt gezeigt haben und doch von ihm immer wieder überwunden wurden, so liegt auch jetzt kein Anlaß zu besonderen Befürchtungen vor, nur ist selbstverständlich fortdauernde äußerste Schonung für den hohen Kranken geboten. Dm Montag verbrachte der Kaiser verhältnißmäßig günstig. Die Mattigkeit verschwand im Laufe des Vormittag fast gänzlich, so daß sich der hohe Patient ohne Anstrengung der Arbeit widmm konnte. Abends betrug die Temperatur 38,6 Grad; der Auswurf war etwas verringert. Die Nacht zum Dienstag verlief ziemlich gut und fühlte sich der Kaiser am Dienstag Morgen kräftiger; das Fieber blieb gering. Die Kaiserin, welche sich auf ihrer Reise in das Ueberschwemmungsgebiet der Elbe eine Erkältung zugezogen hatte, ist von ihrer Unpäßlichkeit wtederhergestellt. Der signalisirte abermalige kaiserliche Gnadenact, betr. eine Reihe weiterer Rangeserhöhungen, Ordensverleihungen u. s. w., ist nunmehr vollzogen wordm und veröffentlicht der „Reichsanzeiger" denselben. Hiernach sind in den Grafenstand erhoben worden v. Bodelschwingh-Plettenberg und v. Steinberg, in den Fretherrnftand erhoben wurden, der Minister Dr. Lucius, die vier Brüder Stumm und v. Gersdorff-Bauchwitz. Geadelt wurden 33 Personen, darunter Oberpräsident Dr. Achenbach, Prof. Dr. Gneist, Geh. Commerzienrath Mendelssohn-Berlin, Generalarzt Wegner, Amtsrath Dietze- Barby, mehrere Unterstaatssecretäre u. s. w. Geadelt wurde auch der frühere Cultus- minister Dr. Falk, welcher außerdem noch das Großkreuz vom Rothen Adler-Orden erhielt. Den Stern zum Rothen Adlerorden 2. Elasse erhielt Senatspräsident Hocheder, den Rothen Adlerorden 2. Elasse Reichsgerichtsralh Thcwald, den Stern zum Kronenorden 1. Elasse Senatspräsident Bingener, den Kronenorden 2. Elasse Reichsgerichtsrath Boisselier, sämmtlich in Leipzig. Auch die Berliner Künstler Reinhold Begas und Professor A. v. Werner befinden sich unter den Decorirten. Von Ernennungen sind u. A. hervorzubeben die Wallot's, des Baumeisters des Reichtagsgebäudes, zum königlichen Baurath, Dr. v. Rottenburg's zum Rath erster Elasse und v. Poschinger's, '.des Herausgebers des bekannten Buches über Bismarck, zum Geheimen Regierungs-Rath. Die Ltsie der sämmtlichen ausgezeichneten Persönlichkeiten ist selbstverständlich noch weit größer, als hier angedeutet werden konnte. Das preußische Abgeordnetenhaus befaßte sich am Montag in der Hauptsache mit der ersten Lesung des ihm noch im Endabschnitt seiner Session zugegangenen neuen Gesetzentwurfes, betr. die Verbesserung des Laufes der Oder und der Spree. Die Nothwendigkett einer Regulirung beider Flüsse wurde allseitig anerkannt, doch befürworteten die Eentrumsabgeordneten aus dem Westen in der Debatte die gleichzeitige Berücksichtigung des so lange schwebenden Projectes des Dortmund-Emscanals und plaidirte hierbei speciell Abgeordneter v. Schorlemer-Alst für seinen Antrag, die Adjacenten des Eanals von der Verpflichtung zur unentgeltlichen Hergabe des Grund und Bodens zu befreien. Die Vorlage mit dem genannten Anträge ging schließlich an eine besondere Commission zur Vorberathung. Im Eingänge der Sitzung hatte das Haus den Gesetzentwurf über die Eorporationsrechte für katholische Ordensniederlassungen in dritter Lesung debattelos genehmigt, der Rest der Sitzung wurde durch Erledigung von Petitionen ausgefüllt. Für Dienstag standen nur kleinere Sachen auf der Tagesordnung. Darmstadt, 7. Mat. Dem „Frkf. I." wird aus Berlin gemeldet: „Entgegen anderweitig verbreiteten Nachrichten bin ich in der Lage, auf das Bestimmteste zu berichten, daß am Hoslager zu Eharlottenburg Disposition dahin getroffen ist, die Hetratd des Prinzen Heinrich mit der Prinzessin Irene von Hessen, falls irgend der gegenwärtig befriedigende Zustand des Kaisers noch andauert, in der allerkürzesten Frist stattfinden zu lassen. Die Hochzeit soll im engsten FamUtenkretse in Eharlottenburg gefeiert werden, ohne daß weitere Einladungen dazu ergehen. Das junge Paar wird sich dem Vernehmen nach von hier auS alsbald nach Fürstenlager Seeheim bet Darmstadt begeben, um dort einige Zeit zu verweilen." Genaueres hierüber konnten wir, so bemerken die „Neuen Hess. Volksbl.", nicht erfahren, da, wie bereits bemerkt, ein bestimmter Tag bis jetzt noch nicht festgesetzt war und auch unter den obwaltenden Umständen längere Zeit vorher nicht bestimmt werden kann. Nach unseren früheren Informationen war die Hochzeit, wie wir auch s. Z. meldeten, für die zweite Hälfte des Monats Mat geplant und sollte sich das junge Paar zunächst nach Schlesien begeben. Telegraphische Depeschen. Wolff S telegr. Eorrefpondenr »Bureau. O tua 8. Mat." Des Kaisers Befinden ist ziemlich gut. Nachmittags von 3 bis 4 Uhr verweilte Fürst Bismarck beim Kaiser. , “ Dse „Nordd. Allgem. Ztg." sagt: Der Kaiser gibt selbst an, sich wieder kräftiger zu suhlen als die letzten Tage, wird aber auf den Rath der Aerzte auch heute noch zu Bett bleiben. Die Morgentemperatur war 37.7. — Die Kaiserin wohnte heute Nachmittag in Berlin der Feier der Eröffnung der neu errichteten, unter ihrem Protektorate stehenden Fortbtldunasanstalt für Mädchen bei. derli«, 8 Mai. Der Kaiser nahm im Laufe des Vormittags den Vortrag des Chefs des Militarkabinets o. Albedyll entgegen. — Der Kronprinz, der gestern Nachmittag den Staatssecretär Graf Herbert Bismarck zum Vortrage empfangen und dann mit dem Regierungsrathe v. Brandenstein gearbeitet hatte, wohnte heute Vormittag den Truppenübungen bei und begab sich von da nach dem Charlottenburger Schlosse, worauf er, nach Berlin zurückgekehrt mit dem Wirkt. Geheimen Rathe v. Wilmowskt arbeitete und mehrere militärische Meldungen entgegennahm. Berlin, 8. Mai. Das Abgeordnetenhaus erledigte in seiner heutigen Sitzung die Ueberficht der Staats-Einnahmen und -Ausgaben des Etatsjahres 1886—87 entsprechend den Anträgen der Rechnungscommtssion und ebenso auch eine größere Anzahl Petitionen. — Die nächste Sitzung findet am Montag den 14. Mai, 12 Uhr Mittags statt und stehen auf der Tagesordnung die zweite Abstimmung über das Volksschullastengesetz und die zweite Lesung der Odervorlage. — Die Commission für die Vorlage, betreffend die Verbesserung der Oder und Spree, nahm dieselbe einstimmig an, wie auch ebenso den Antrag des Abgeordneten v. Schorlemer-Alst, betr. die theilweise Befreiung der Anwohner des Rhein-Ems-Canals von der Beitragspflicht zu den Grunderwerbungskosten. BreSlau, 8. Mai. Die „Bresl. Zeitung" meldet aus Reichenbach: In den benachbarten Webereien von Neugebauer Söhne daselbst und Julius Neugebauer (Langenbielau) stellten gestern die Weber die Arbeit ein. In der erstgenannten Fabrik nahmen von den strikenden Webern etwa 300 die Arbeit wieder auf, nachdem eine Lohnerhöhung zugeftanden war. Wien, 8. Mai. Wie die „Pol. Corr." aus Sofia meldet, enthob die bulgarische Regierung den Metropoliten Clement in Ttrnowa wegen seines feindseligen Verhaltens gegen den Prinzen Ferdinand seiner Funktionen. PariS, 8. Mai. Der „Jntransigeant" will wissen, Boulanger sei bei den Gemeinderathswahlen in drei Gemeinden des Departements Lozere gewählt worden. — Dem Vernehmen nach traf die Regierung Vorkehrungen, um etwaige Ruhestörungen bei der Reise Boulanger's nach dem Norddepartement fcrnzuhalten. London, 8. Mai. Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die Einnahmebudget- Bill an. Im Laufe der Debatte erklärte Salisbury, Frankreich beanstande dm neuen Weinzoll für die Schaumweine des Loirethales. Goschen untersucht, ob sie auszunehmen sind, aber er weiß noch nicht, ob dies möglich ist. — Wie die „Morning-Post" erfährt, theilte Belgien der Zuckerprämienkonferenz mit, es könne die ihm angesonnene Aenderung seines gegenwärtigen Systems der Zuckerdesteuerung, welches eng mit der Art der belgischen Fabrikation Zusammenhänge, nicht durchführen und müsse dasselbe betbehalten. — Nach einem Telegramm des „Standard" aus Shanghai ist der Kantonfluß ausgetreten; gegen 300 Personen seien ertrunken. Bologna, 8. Mai. Die Königin, welche heute der Messe in der Peterskirche beiwohnte, wurde am Kircheneingange von Deputirten des erzbischöflichen Kapitels empfangen, auch Erzbischof Pattaglini wohnte der Messe bei. Bukarest, 8. Mai. Gestern Abend gegen 10 Uhr gab ein ehemaliger Polizeibeamter, welcher wegen eines Vergehens verurtheilt gewesen, später aber begnadigt worden war, zwei Flintenschüsse auf das königliche Palais ab und zertrümmerte mehrere Fensterscheiben des Bibliothekzimmers. Derselbe wurde alsbald verhaftet. Es heißt, der Verbrecher hätte als Motiv seiner Thal angegeben, daß er keinen Fremden auf dem Throne dulden werde, daß er gehofft habe, von Denjenigen unterstützt zu werden, auf welche bei den agrarischen Unruhen geschossen wurde. Verletzt wurde Niemand. Berlin, 9. Mai, 11 Uhr 10 Min. fPrivatdepesche.j Das Befinden des Kaisers war Nachts über ein ziemlich gutes, aber nicht so gut wie die Nacht vorher. Gestern Abend war das Fieber gering und hat dasselbe heute Morgen ganz nachgelassen. Die Eiterung ist geringer als gestern, die Körperkräfte haben zugenommen. Der Kaiser durfte mit Erlaubniß der Aerzte heute das Bett einige Zeit mit dem Sopha vertauschen. « v r K s - 4. Gießen, 9. Mai. Bei den anläßlich der Thronbesteigung des Kaisers Friedrich erfolgten Ordensverleihungen haben die nachstehend bezeichneten Personen aus dem Großherzogthum Hessen die folgenden Orden erhalten: Den rothen Adlerorden .. c die Ueberschwemmten gingen ferner bei uns ein: Gemeinde Albach 35 JL mit den früher quitttrten Beträgen nunmehr 3832.44 jfc ’ ' Weitere Gaben nimmt gerne entgegen Die Expedition des Gießener Anzeigers. Katholische Gemeinde. m w Christi Himmelfahrt. Von 6 Uhr an Beichte. 8®, * Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. Um VglO Uhr: Hochamt und Festpredigt. „ 2 Uhr: Festandacht. Am Freitag um 6 Uhr: Maigebet. ! LThn* at'I5 Mütterchen aus Hofheim zur Sammelstelle: mehr bewähn die sein dankbares erhabenen Einiaers Deutschlands sich ’7J’—* «■H SSK2S=ä=-=SE=S achtes Seaensjah?»^Ao2? hl,®™ 2cut< prophezeien ein wirkliches und 'Ä» "ÄÄ L Ä Mun^gehen *' na4fte6cn- Wolle Gott, daß die Prophezeiungen 'alle in Er-' . • S Frankfurt SOI., 8. SDiat. Die Probefahrten auf der Frankfurt-Eschers- hernicr «ahn sollen, dem Vernehmen nach, morgen stattfinden. - Hier ist der Sommer mit einem Male etngezogen. Heute haben wir h,er Tcmperaturocrhältnisse wie Mitte Jult. Unsere Anlagen sind vollständig grün, die Obstbäume sind schon schneeweiß von Blüthen und die Garten mit blühenden Tulpen und sonstigen ,a> b-nprächttgen Blumen machen einen frischen herzerfreuenden Eindruck. — Seit einigen Tagen sind in den besseren Obsthandlungen unserer Stadt Kirschen zu haben, gestern wurden mm ersten Male welche an den Markt gebracht. Preis 2.50 per Pfund. - G^stürtt-in der Morfelder Straße ein Dachdecker von einem Neubau und erlitt schwere Verletzungen am Kopfe. - Heute Nachmittag trat im Zoologischen Garten Mr. Frankloff aus Er lies auf einer Tonne, welche er mit den Füßen rollte, über den großen Weiber des Gartens Das Kunststuck batte eine große Zuschauermcnge angezogen. Zum Schluß sprang Frankloff in's Wasser und schwamm an's Ufer. Hoffentlich ist er m Schnuvien nicht geneigt, andernfalls dürste dies das Mindeste sein, was er sich bei dM kal en Bade zuzieht denn wenn es auch heute sür Anfang Mat ganz außergewöhnlich warm war, so durste doch das Was,er noch keine Badetemperatur ausweisen. Am nächsten Donnerstag und Sonntag tritt Frankloff nochmals auf. Spater will er in aleirber Weise von Offenbach nach Frankfurt auf dem Main und von Basel nach Düffeldor! auf dem Rhein marfchiren. Ob feine Beine wohl die letztere Tour a?shalten? - Donnerstag wird die internationale Ausstellung von Jagd- und Luxushunden eröffnet werben. Die ersten Hunde sind bereits emgetroffen. 1,1 Limburg, 3. Mai. [Gntforungen.J Gestern Mittag sprang ein von hier nach Wetzlar ttansportirter Unt-rsuchungsg-fangener, trotzdem er geschlossen war, aus dem in voller Geschwindigkeit dahinbrausendcn Zuge, als dieser eben den Tunnel imtMvn Eschhofen und Runkel passirtc. Er hatte sich dabei merkwürdiger Weise nur unerFebttche Verletzungen ,ug-zog-n Die Freiheit aber sand er nicht, denn er wurde alsbald wieder emgefangen und an seinen Bestimmungsort abgeltefert. — Militärisches.) Die Nachricht, daß die Epaulettes in der Armee nnniii* abgeschafft werden sollen, beruht, wie uns mitgethcilt wird, aus Jrrthun^ es soll v e0 mehr nur die Anlegung aus Hosgala, große Paraden u. s. w. beschränkt und n cht mehr zum GarnisomWachtdienst wie bisher statthaben. Zur Ersparnis bedeutender Summen sind dagegen solgende Veränderungen in der Uni ormirung und Armirung der Truvven in Aussicht genommen. 1) Abschaffung der Haarbllsche auf den Httm-7 und andern Kopfbedeckungen auch bet den Garde-Regimentern. 2) Abschaffung der farbiom bei den Manen und deren Epaulettes als überflüssig unb foftfplellg 3? ä/F schaffung der Sadettaschen bet den Husaren, welche bei Fußgefechten febr blndeeiiest 4) Verwandlung aller farbigen Husaren-Rcgimcnter in dunkelblaue resp fckwa!7 Außerdem ist Folgendes beabsichtigt: I) Alle Linientruppen erhatten an Sel5,m c' den fliegenden Adler, allerdings ohne Garde-Stern. 2) Alle Offiziere outi Infanterie, tragen fortan Schleppsäbel, nur bet Hof, G-sellscha ttn, Bällen F f ^2 einen Degen. " u* '• — sHessens Dank.) In Bezug auf die Mildthätigkeit der beffifrhon zu Gunsten der Ueberschwemmten in Norddeutschland lesen wir in der N A Die an den Usern des Rheins, soweit er Großh. hessisches Gebiet berührt',' gesammelten Gelder sind an den Viceprästdenten des preußischen Staatsministcriums, v PuEmer soeben abgesuhrt worden. Die Großh. Kretsamter, die Bütgermeistereieit die änderen Tagesblätter haben die Sammlungen atrangirt; hervorragend beth'eiliaten^' daran namentlich die vereinigten hessischen Rhcingnneinden. Seit den großen Ue/eg I schw-mmungen um di- Jahreswende 1882-83 haben dies- Gemeinden unter sich eine Vereinigung (Vorsitzender Geheimer Commercienrath Freiherr Hcvl tu 6ern>sf>,L Worms) gebildet, um in allen den Strom betreffenden Angellg-nhett-n^Reaul^na Uscrbauten, Dammverlegungen -c.) gemeinsam vorzugehen. Sofort nach B-kanntm-rden des Unglücks in den Weichsel- und Elbnicderungen ging durch dstst Rbeinaemginden die Aufforderung, jetzt die Liebe zu vergelten, die sie selber beim eigenen UngtM oor "ehr als 5 Jahren aus ganz Deutschland in so reichem Maße erfahren Batten Hnh All- Haben beigest-uert, reich und arm, wenn man in diesen fortwährend r Wa er gefaxt ausgesetzten Dörfern von Reichthum überhaupt sprechen darf Mit ihrem 1. Elassc: Earl, Fürst zu Vsenburg-Birstein; den Stern IUM Rotben Adtee- orden 2. Classe mit Eichenlaub: Westerweller von Anthonp, General-Adjutant des Großheizogs; den Rothen Adlcrordeii 2. Classe mit Etchenlaub- Freiherr Roder v. Di-rsbura II., General-Major und Commandeur von Darmstadt den Rothen Adlerord-n 3. Classe mit der Schleife: v. Ehappuis Oberst und Commandeur des 115. Infanterie-Regiments: den Rothen Adler-Orden 4 Clol,e° Müller Major im 117. Jnianterie-R-gim-nt, Freiherr -. Rolshausen M^j r ' m I1t>.Infanterie-Regiment: den Stern zum Kronenorden 2. Classe: v Witzmann General-Lieutenant und Commandeur der 25. (Großh. Hess.) Division - den ftr on en- orben 3. Classe: o. Wurmb, Obciftlieutenant im 116. Infanterie-Regiment- das Allgemeine Ehrenzeichen: Beaurp, Post-Packmeisier in Mainz, Dehrberg Wacht melster im 24. Dragoner-Regiment, Küchler, Wachtmeister im 23. Dragoner Regiment' Stütze!, Stabstrompeter im 25. (Großh. Hess.) Feldartillerie-Regimentt 8 '' , . 3. Mai. Es dürfte vielleicht auch wettere Kreise interesstren zu erfahren, daß nächsten Samstag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, Herr Taubstumwcn- l-hrer Schne-dcr aus Friedberg im oberen Saale der Restauration Bavaria (Felbel) einen Vortrag über Heilung des Stotterns halten wird. Der Zutritt ist Federmonn gestattet. Bei dem allgemeinen Interesse, das dieser Gegenstand bietet, und der Sach- kenniniß des genannten Herrn glauben wir ihm einen recht zahlreichen Hörerkrcis vcr- sprechen zu können. v Vermischtes. Wetzlar, 8. Mai. Ein schwerer Unglückssall hat sich gestern auf dem Weae von Hohensolms nach Blasbach zugetragen." Zwei L°u,° von Atzbach wttche in Hohensolms anscheinend tüchtig gerecht haben mochten, fuhren in der Chaise eines btefigen Fuhrunternehmers der Stadt zu. Ob nun der Kutscher auch nicht so recht nüchtern war oder ob sonst etwas vorlag, wer mag das wissen ? - kurzum, bet ragen kam zum Sturz, di- Pierde wurden scheu und schleppten die Chaise mit ihren Unfällen auf -ine Strecke von etwa 700 Meter weit mit sich fort. Die beiden Passagiere wurden auf di-s-r Tour, welche sie in der allerengsten B-rühNtng mit dem Chaussceboden jurmflegtrn so schauerlich -«gerichtet, daß sich ihre sofortige U-bersührung in die Gteßener Klinik als nothwendig erwies. Das Gesicht Beider war, wie uns berichtet wird, kaum mehr menschenähnlich, und auch von den Händen dürsten ganze Fetzen abgerissen sein. Der Wagen war selbstverständlich in unterschiedliche Theile aus- einanbergeriffen. v u — Wie der „Fr. Zig." versichert wird, wurde dem Herrn Dr. Friedrich Schneider Domprabendat und Professor der Kunstgeschichte am bischöflichen Seminar in Main»' eine Domherrnstelle in einer preußischen Blschofsstadt angeboten und soll derselbe auck angenommen haben. Ob und welche Anstrengungen von Seiten des Domkavitels gemacht wurden, um den berühmten Kunstgelehrten seinem Bisthum zu erhalten konnte man nicht erfahren. Jedenfalls droht dem Großherzogthum, unö der Stadt Mainz insbesondere, em großer Verlust. 6 5. Mai. Vergangenen Samstag wurden in dem Offenbacher etabttfli) 440 Bader genommen, darunter 320 Schwimm- und 109 Wannenbäder ^n d-m MonatSlpril wurden im Ganzen 4347Bäder verabreicht, worunter 2809 Schwtmm- und 1379 Wannenbäder. Nachdem nunmehr besseres Wetter eingclretcn ist wird der Besuch der Anstalt und besonders des an Wochentagen bis 9 Uhr Abends und Sonntags bis 1 Uhr Nachmittags geöffneten Schwimmbades zweifelsohne stark \unebmcn Heppenheim a. d. B., 4. Mai. Am letzten Sonntag Abend wollte ein hiesiger 60iahriger Junggeselle in s-mem Sch-uerdache des herrschenden Regenwetters wegen einen Ziegel emichteben, glitt ab, stürzte in di-Tenne hmab und bl,eb bewußtlos liegen Die beim Sturze erlittenen Verletzungen führten vorgestern den Tod des Unglücklichen derbei. — In Folge der mehrfachen Brände in unserer Stadt verhängte die Staatsregierung über uns die sogenannten Strafparagraphen, nach welchen bei künftigen Branden die G-baulichkeiten nur nach ihrem kurz vor dem Brande repräscn irte Werthe entschädigt werden. Eine Sachverständigencommisston aus dem ^denwalde nahm nunmehr eine anderweitige Taxation sämmtlicher Gebäude vor reduerrtc aber in vielen Fällen den Gebäudewerth in so enormer Weise, daß zahlreiche Besitzer gegen b"^tig- °»n der Reg -rung unstreittg nicht beabsichtigte Schädigung ihrer Interessen Em prache erhoben, worauf demnächst eine neue Taxation durch eine andere Commission erfolgen wird. 11 u“ FÄ.-K ä; rsL L-MMMWMM SS- Lf aen finbf*nnnnr lchon so Manches siegreich und leuchtend empor- be t rn L ckt imh pStL schlummernde Kräfte zum Heil und Segen der Geiammt- stets nur ? Weweckt worden. Aber im Vollenden waren diese Kräfte nock fnUniPrp 0JrtT' f^ en lO0Qr' als ob sie überhaupt nicht ausreichten weil ber?lick n entgegengahnten, und dennoch war eines Tages Alles so unVer$1 u ae $triff nJ? hn?1 csTOlr b°^m^Dffcn' die Lücken, die heute noch überall eHnuprn das Herz an die bitteren, kaum erst überstandenen Wintertaae mUm?rl^rdlc§rL Passender Tausch. Hauptmann: „Unteroffieier der teben@k^TmHTroCld)e ?Cr @tra6c cinc Hutfeder verliert): „Sie, MamseUeken fehen Sie sich mal um, Sie fangen an, sich zu mausern!" , eueren, Landwirlhfchaftliche Nachrichtens (Nachdruck verboten.) cm^ ~ Vertilgung der Ameisen in den Wohnräumen.) Ameisen werden in den ^rlnn!Umenr ^^anders in ebenerdigen Gartenwohnungen oder Speisekammern öfters durch ihr masfenhaftes Auftreten lästig und spotten aller Gegenmittel, denn unaes'ckwäckt Vert lgungsoersuche ergießt sich stets von Neuem ein Sttom dteser eVn V?1!«.t6nCn deimgesuchten Oertlichkeiten. Als ein sehr gutes Mitte? nnn^Snntfl16 minbcrn und selbe ganz zu vertreiben wird ein Gemisch oon ponig oder eprup oder selbst aufgelöstem Zucker mit etwas Hefe emvioblen Portionen dieser Misckung den Ameisen auf ihren Weg, so fallen selbe gierig über diefe willkommene Speise her, angelockt durch die Süße und in ftolae welche die Hefe auf ihren Organismus ausüben soll gelt ^•aUr-rnsf0e??e der Nmcher schon beim ersten Versuche zu Grunde Hefe^ ist für die Amelsen. Schließlich meiden die Ameisen diesen gefährlichen Ort. Literarisches. 2m Wald «nd auf der Haide. Hamburg, G. Kramer. — Das Büchlein ere l?0Il!len auf Den Ausenlhalt im Grünen bezüglichen Volkslieder und soll m-^we^ Ausflügen dazu beitragen, die Fröhlichkeit zu erhöhen. Der mäßige Preis 20 Pfg.) ist wohl darauf berechnet, daß jeder Theilnehmer an einer Gesellschaft sich nut einem solchen Büchlein versehen kann. „ «• karrirte Seidenstoffe v Md. 1.3» Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 16gg Oörsetleii! SpQißlitöt! 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