Zweites Blatt. Nr. 289 Sonntag den 9. December 1888. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS gehabt. Seperior Quality. per */> Kilo General-Vertreter für Deutschland AM oo cg Fkneat Extra Vureaur Schul st raße 7. x. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. M. 3 — .. 3 75 - .. 4 5v spiel: ... ... glitscht aus — und bricht sich den linken Arm. ,,^-uuo nuy, vuo *iv* w* <.vw*v — rrösten ihn seine Freunde, die ibn anderen Tages an seinem Krankenlager besuchen. — Hätte er den rechten Arm gebrochen, — wurden sie sagen: „Es hall' a Fuß auch sein können — san's froh — so konnen's doch umanander geh'n — wenigstens!" — Halt' er einen Fuß gebrochen — hieß es: „Sie können sich gratuliren, hätten leicht 's Gnack auch brechen können." — Und wenn er das Genick wirklich gebrochen hätl', würden Alle sagen: „A Glück is — für'n Papperl — hat er doch not lang leiden müssen!" — [(geprellt.] Aus London wird geschrieben: In einiger Entfernung von der Küste von Donegal liegt die Tory-Jnsel, ein unwtrthltches, von einer armen Bevölkerung bewohntes Stückchen Erde; doch sind die Leute so gesund in ihrem Natur- leb n, daß kein Arzt es je gewagt hat, sich dort niederzulassen. Doch kommt cs zuweilen beim zarteren Geschlecht vor, daß die Anwesenheit eines Arztes zur Nothwendlg- keit wird, und so traf es sich kürzlich, daß einer Frau wegen ein Bote auf 0as Festland gesandt wurde, um einen Arzt zu rcquirtren. Dieser kannte die geizigen Gewohnheiten der Inselbewohner so gut, daß er sich weigerte, die Fahrt unter einer Guinee zu unternehmen. Nach langem Hin- und Herreden willigte der Bootsmann in die Forderung und der Doctor fuhr nach der Insel, kurirte die Patientin und verlangte, nach dem Feftlande zurückzukehren. Nun kam aber die Reihe des Parlamentirens an ihn, denn der Booteigentbümer bestand darauf, für die Ueberfahrl bezahlt zu werden, ehe er dm Arzt in das Boot ließ und seine Forderung war zwei Guineen, keinen Penny weniger. Der Arzt protestirte, aber es half^ihm nichts und er — »Wassersport^ Nr. 10, 1888—89, enthält unter Rudern: 1888 (Ein Rückblick aut die Ereignisse des Jahres), Rudersport und Staatsanwalt (Unglücksfall in Frankfurt a. M. beireffcnb). 'Nachrichten. — Unter Segeln: Der Austritt deS Berliner Dacht-Club aus dem Deutschen Segler-Verband. Schwert und Kiel, mit Bildern (Risse von Voluntcer und Thistlc). Oel auf See (mit Abbildungen). Nachrichten. — Unter Feuilleton: Mttternachtsfahrt um Newyork. — Unter Eislauf: Nachrichten. — Ferner: Briefkasten und ofsictelle Mtttheiiungen der Clubs. Ernst Hölimann, Bon Kaiserplatz 8. Aufträge werden sofort ausgeführt. Probesendung in Diensten. Vertreter in Glessen: j jj. Schulhof. Vermischtes — Der „Bär" erzählt eine Anekdote, wie der Divisionspfarrer Hsrnisch in Potsdam seiner Zett zu seiner Stelle kam. Der General Renzel, der den Posten zu vergeben hatte, liebte allerhand spaßige Reden, und wie Harnisch sich bet ihm zu dem- fcibeii meldete, sagte er: „Die Stelle kann Er nicht kriegen, mein lieber Küraß, die ist schon so gut wie vergeben." — „Ra", entgegnete unser Candtdat Harnisch, „dann thut es nichts, General Tornister, dann muß ich mich anderweiiig umsehen." — „Er ist ja ein Schwerenothskerl", sagt« Renzel, „so einen brauche ich aber bei meinen Soldaten, der das Maul auf dem rechten Fleck hat. Er soll die Stelle haben." — So wurde Harnisch Dtvisionspfarrer — und General Renzel hat es nie zu bereuen Literarische-. — K. Euler (Stadtpsarrer zu Schliß): Handbuch zum kleinen Säte chiSmuS Luther'- für Lehrer in Schule und Kirche. (Verlag der I. R ick er« schen Buchhandlung.) Preis broch. 4 X, geb. 4 X 50 Zu dem in den lutherischen Schulen Hessens cingeführten Euler'schen Katechismus mit Spruchbuch erschien soeben das für die Hand des Lehrers bestimmte Handbuch desselben Verfassers in dritter veränderter Auflage. Von dem Texte der früheren Auflage ist ntchls Wesentliches sortgeblieben, wohl aber manches gekürzt und zusammengedrängt, wodurch ein handliches Format und ein sehr wesentlich billigerer Preis erzielt worden (die zweite Auflage kostete 7 X ungebunden, die neue, brochtrt, 4 X und in gefälligem Calicoband 4 X 50 H), was dem Buche eine noch bessere Aufnahme sichern wird. * _L In Newyork macht ein Mann glänzende Geschäfte, der den Frauen ihre Zukunft vorhersagt aus Muttermalen, die sie am Körper tragen. Er gibt jeder Kundin vier Abrisse einer weiblichen Figur mit nach Hause, auf welchen sie dann die Stellen bezeichnen mutz, an denen sie die Male hak, und aus diesen prophezeit er bei dem zweiten Besuch. In seinem Vorzimmer drängen sich Frauen und Mädchen und müssen oft viele Stunden warten, bis die Reihe an sic kommt. — Die zehn Gebote der Frau saßt ein amerikanisches Blatt in folgenden Säßen zusammen: 1) Hüte Dich vor dem ersten Streit, n«ht er aber heran, so fechte ibn brav zu Ende; es ist von weittragender Bedeutung, daß Du m demselben Zieger bleibst. 2) Vergiß nicht, daß Du an einen Menn verheiratet bist und nicht an einen Gott damit seine Unvollkommenheiten Dich nicht überraschen. 3) Quäle ihn nicht iorttväbrend um Geld, sondern suche mit der festgesetzten Wochensumme auszukommen. 4) Wenn Dein Galle kein Herz besitzen sollte, so hat er doch unzweifelhaft einen Magen- Du wirst gut lhun, Dir durch gut gekochte Speisen die Gunst desselben zu erwerben. 5) Dann und wann, nicht zu oft, lasse ihm das letzte Wort; es erfreut ihn und bringt Dir keinen Verlust. 6) Lies außer den Gcburts-, Verlobungs- und Todes- Anzeigen auch den sonstigen Inhalt der Zeitungen und sei über Dinge unterrich ct d e im Auslande passiren; er wird sich bei Gelegenheit wundern, im Hause über 4>oldtr unb Tagesereignisse sprechen zu können, ohne in's WirthShaus zu müssen. 7) Sei stets — auch im Streite — höflich gegen ihn. Erinnere Dich, daß Du zu rhm auf- sahest, als er Dein Bräutigam war — sieh jetzt nicht auf ihn meber. 8) In angemessenen Zwischenpausen laß ihn auch einmal mehr wissen als Du; es wird sein Selbstgefühl erhalten und Dir bringt es Vortheil, wenn Du einmal zugibst, nicht ganz unfehlbar zu sein. 9) Sei Deinem Gatten eine Freundin, wenn er em kluger Mann ist; ist er es nicht, so suche ihn zu Deinem Freunde zu erheben. Erhebe ihn, steige aber nicht zu ihm nieder. 10) Achte die Verwandten Deine- Mannes, besonder seine Mutter: sie liebte ihn weit früher als Du. «■■■■■■■ E. T. Daniels & O London E. C. 17 & 18 St. Dunstans Hill, Great Tower Street Thee-Importeure Ausgesuchten schwarzen blended Thee wie In England gebräuchlich. — [3um Tr o st e.j Der gute Deutsche hat immer einen Trost. Zum Bei- Der,Privatier Plapper! geht mit einem Schwips die Wirthshaustreppe herunter, ' ' " ** . .. Sans froh, daß not der reckte is" hat sich als unübertroffen u. zum täglichen Gebrauch statt $ ♦ Oel ob. 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Wie die glorreiche Wieoeraufrichtung des Deutschen Reiches in mannigfaltiger Beziehung von segensreichen Folgen begleitet gewesen ist, so ve-danten wir es ihr auch, daß Wissenschaften und Künste in hohem Maße wieder aufgeblüht sind, und zeigt sich der überall gepflegte Kunstsinn nickt nur in den Werken der Künstler, sondern auch in den Erzeugnissen der Gewrrbe, die alle bemüht sind, nicht nur Praktisches und Solides, sondern auch Schönes und Stilvolles zu bieten. — Aus diesem Grunde finden wir auch Gegenstände, die dem fortwährenden Gebrauch unterworfen sind, in oft überraschender Weise elegant und geschmackvoll hergeft.llt, und zeigt sich dies vor Allem an dem, was zur Ausschmückung und Verschönerung des deutschen Heims dient. Ein solcher Gegenstand, der jetzt wohl fast in jedem Hause zu finden ist und der sich einer immer wachsenden Beliebtheit erfreut, ist der Abreißkalender, dm die bekannte Weltfirma Mey & Edlich, Leipzig-Plagwitz, alljährlich herausgibt und auf welchen das im Eingang Gesagte in jeder Hinsicht Bezug hat. Die genannte Firma hat nun auch für ihren 1889er Abreißkalender (der mit drei verschiedenen Bildern erscheint) wieder Alles aufgeboren, um denselben so schön und reichhaltig als möglich zu gestalten unb hat die enorme Summe von 4000 X als Prämien an drei Künstler bezahlt, um für die Entwürfe zu den drei Bildern etwas wirklich hervorragend Schönes zu erhalten. Wie sehr dies der Firma Mey & Edlich gelungen ist, beweisen uns die nunmehr bereits im Verkauf befindlichen Kalender. Wie bisher, so bilden auch diesmal wieder die auf der Rückseite der Tagesblättchen gegebenen Sentenzen und Dichtersprüche — die mit wahrhafter Sorgfalt ausgemählt sind — einen Hauptanziehungspunkt des Mey'schen Abreißkalenders, und ist auch d-e bildende und veredelnde Wirkung, welche durch die in den elfteren enthaltene Weisheit und Moral erzielt wird, nicht hock genug anzu- schlagen. — Es freut uns, unseren Lesern mittheilen zu können, daß Mey's 1889er Abreißkalender auch in unserer Stadt käuflich zu haben sind und zwar zu den Jedermann erreichbaren Preisen von 50 und 40 H (3 Stück zusammen für 1 X), worauf wir nicht verfehlen wollen aufmerksam zu machen. Folgender Brief ist unserem Wiener Vertreter zugegangen: Ich habe den mir zur Probe für Kranke des Maria-Theresien-Frauen-Hospitals in Wien zugeschickten Fleischertraet von Armour & Co., Chicago, versucht und vortrefflich befunden. Ergebenst Prof. Dr. Earl Freiherr von Rokitansky, Director. 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