Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. > 1888. Dureaur Schulstraße. 7. Erscheint täglich mtt Ausnahme des MontagS. I».«........ ■■■■ Hl ■«. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Aeutschtaud. Berlin. Nach S 2 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 können die Berufsgenossenschaften durch Statut bestimmen, daß und unter welchen Bcduigungen auch Unternehmer der versicherungspflichltgen Betriebe berechtigt stnd, sich selbst gegen die Folgen von Betriebsunfällen zu versichern. Viele Berufsgenossenschaften haben von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und dabei einen Maximalsatz des JahreSarbeits- verdtenstes, dis zu welchem sich die Versicherung erstrecken kann, festgesetzt. In einer dieser Genossenschaften nun hatte ein Betriebsunternehmer, ohne wie das Statut oor- fchreibt, seine Versicherung unter Bezeichnung des zu Grunde zu legenden Jahresarbeitsverdienstes beim Genossenschaftsoorftande zu beantragen, lediglich sich selbst und seinen Jahresarbettsverdtenft in der Lohnnachwetsung aufgeführt. Nachdem ihn ein Unfall betroffen hatte, beanspruchte er Entschädigung, welche ihm jedoch von der Genossenschaft versagt wurde. Sein Gesuch um amtliche Einwirkung auf den Vorstand der Genossenschaft behufs Gewährung der Entschädigung hat das Reichs-Versicherungsamt adgelehnt und dabet die Ansicht ausgesprochen, daß die Aufführung des eigenen Verdienstes in der Lohnnachweisung an sich die Versicherung des Unternehmers nicht begründe. Berlin, 3. October. Das Vordringen der deutschen Industrie im ottomanischen Reiche verursacht den Franzosen schlaflose Nächte. Es macht einen komischen Eindruck, wenn die französischen Blatter Schmerzensschreie ausftoßen und die arme Türket i bejammern, welche „unter einer furchtbaren Invasion der Deutschen dahinstirbt", einer Invasion, welche völlig friedlich, lediglich handeltreibend, aber ebenso gefährlich sei als eine Invasion mtt gewaffneter Hand — während es dieselben Blätter, ein paar Zeilen weiter unten, nur in Ordnung finden, daß Frankreich beinahe ein volles Jahrhundert hindurch den Handel mtt der Türket gleichsam monopolisirt habe. Am aufgeregtesten zeigt sich der „Figaro". Er gräbt aus dem unterm 23. August erstatteten Bericht eines im Orient ftationirten hohen französischen Beamten folgende Stelle aus: „Die Zahl der in verschiedenen Oertlichkeiten des ottomanischen Reiches seßhaft gewordenen Deutschen hat in einer ebenso sehr für die handeltreibende Bevölkerung dieses Landes als für den Handel und die Industrie der in Handelsbeziehungen zur Türkei stehenden anderen Länder Europas bedrohlichen Weise zugenommen." Den Effekt dieses Kassandrarufes zu verstärken, ertheilt der „Figaro" einem Konstantinopeler Correspondenten das Wort zu folgenden Ergießungen: „Alle Welt klagt über diese Eindringlinge; wir haben es hier mtt einer friedlichen, langsamen, aber ununterbrochenen und fortschreitenden Invasion zu thun. Der Handel verflüchtigt sich immer mehr aus der Hand der Eingeborenen und der seil langem in Konstantinopel, Smyrna, und anderwärts etablirten Ausländer und geht zu den Deutschen über. Nichts vermag ihnen zu widerstehen; sie erobern alles, sie legen sich auf alle nur denkbaren Geschäftszweige. Denen, die sich n.it ihnen emlassen, gewähren sie alle^möglichen Erleichterungen; sie gehen überall hin, sie fassen überall festen Fuß. Sie treffen tagtäglich in Gruppen zu fünf, zehn, fünfzehn Personen in Konstantinopel ein. Man findet sie überall, in allen Erwerbs- und Berufsarten. Bisher widmeten sie sich vorzugsweise dem mittleren Handelsbetrieb. Jetzt sind sie sowohl in den Groß- als tn den Kleinhandel eingedrungen." Der Briefschreiber des „Figaro" bemerkt noch, daß seit Eröffnung der Salonichi. bahn die deutsche Einwanderung nach der Türkei einen bedeutenden Aufschwung genommen habe. Das Blatt sieht übrigens schon den Zeitpunkt herannahen, wo das bisherige französische Quasi-Monopol des Orienthandels in die Hände der Deutschen übergegangen sein werde, welche die Türkei überschwemmten und derselben ihre Eultur aufdrängten. Im Namen des Patriotismus endlich beschwört der „Figaro" seine Landsleute die Ohren steif zu halten und nicht zu vergessen, daß die Deutschen ein Volk seien, welches die Eroberungen auf dem Gebiete des Handels ebenso liebe wie diejenigen auf dem Gebiete der Politik. Da hätten wir denn den Appell an den Chauvinismus, von dessen Thorheit die Franzosen sich nachgerade doch überzeugt haben könnten. Vermischtes. *Darmstadt,3. October. Am 11. October wird der Mittelrheinische Architekten- und Ingenieur-Verein seine diesjährliche ordentliche Hauptversammlung tn Darmstadt abhalten. Der Verein bildet einen Zweig des großen Verbandes Deutscher Architekten- unb Ingenieur-Vereine und zählt über 160 Mitglieder, welche zum größten Theile am Mittelrhein das Feld ihrer fruchtbringenden Thäligkeit haben. Demnach soll auch mit dieser Versammlung eine Ausstellung von Zeichnungen und Modellen solcher Baulichkeiten verbunden werden, welche im Lause der letzten Jahre am Mittelrhein geplant, kezw. ausgeführt sind. Diese Ausstellung wird im Saalbau ftattfinden und verspricht nach den bisherigen Anmeldungen eine sehr reichhaltige zu werden. Auf dem Gebiete des Hochbaues werden eine große Anzahl Postneubauten am Mittelrhein durch die Originalpläne vertreten fein, so Trier, Darmstadt, Heidelberg. Worms, Bingen u. a. Die Hessische Ludwigsbahn stellt das neue Verwaltungsgebäude in Mainz, die Bürgermeisterei Mainz die Pläne der Stadthalle, verschiedene Schulhäuser u. s. w. aus. Von dem Wormser Volkstheater werden Zeichnungen und ein großes Modell auf der Ausstellung fein. Auch die neuen Unioerfitätsdauten in Gießen werden nicht fehlen Vielleicht noch reichhaltiger wird die Ausstellung von Bauten aus dem Gebrete des Jn- genteurwesens beschickt werden. Es mögen nur vorgeführt werden: die Bahnumführungsarbeiten der Hess. Ludwigsbahn in Mainz, die Hafenanlagen ebendaselbst, die Pläne der neuen Brücken zu Mainz, Offenbach und Kostheim, die am Bahnhof Darmstadt geplanten Unterführungen der Main-Neckar-Bahn, die Pläne einer Reibe von Nebenbahnen, welche von der Darmstädter Bank und Herrn Bachstein ausgeführt werden, und viele andere. Da außerdem zwei interessante Vorträge auf der Tagesordnung stehen — über den Bau der Kosthetmer Mainbrücke von Herrn Mtnisterialrath Dr. Schäffer und über die Universitäts-Neubauten in Gießen von Herrn Kretsbauassessor Klingelhöffer — so kann der Besuch der Ausstellung und der Versammlung allen Interessenten angelegentlichft empfohlen werden. Hause. Durch Verrath eines verurtheilten Complicen fand bet P. eine Haussuchung statt, wobei das „Hackengewehr" gefunden und P. zur Bestrafung gebracht wurde. Literarisches. ~ Der »Wassersport" erscheint im neuen Jahrgang mit reichem Bilder- IZ^uck. Nr. 1 enthüll unter Rudern: Deutsche Verbands-Regatta. Meisterschaft der WeU. Meisterschaft von Frankreich. Von Ulm nach Budapest, eine Donaufahrt. ~l i r Ruderer. Nachrichten. — Unter Segeln: Die amerikanische Schwertyacht „Shadow" mit Constructions- und Segelriß. Rigaer Yacht-Club-Regatta. Kielboot- Regatta, Berlin. Aus Skandinavien. Nachrichten. — Unter Schwimmen: Nachrichten. — Unter Allgemeines: Torpederleutnants. Nachrichten. Aus anderen Sportgebieten und Briefkasten. LandwirthschaftlicheS. — Welches sind die besten Rosen? Diese Frage ist schon oft aufgeworfen und ihre Beantwortung besonders von gärtnerischen Vereinigungen durch Versendung von Fragebogen und Gruppirung der eingehenden .Abstimmungen versucht worden. Immerhin find dieser Ermittelungswetse erhebliche Mißstände nicht adzusprechen, besonders da jene Fragebogen nur an die dem Veranstalter bekannten Adressen von Rosen-Züchtern und -Freunden versandt wurden, deren persönliche Anschauung und Vorliebe bei der Abstimmung naturgemäß eine mehr oder minder große Rolle spielten. Neu und durch seine wirklich verblüffende Einfachheit originell ist der Modus, wie die bekannte Rosenfirma Gebr. Schultheis in dem benachbarten Steinfurth bei Bad- Nauheim die Frage annähernd zu lösen versuchte (die Firma besitzt bekanntlich eine der größten und bewährtesten Rosenzüchtereien der Welt). Von dem richtigen Gedanken ausgehend, daß für die Werthbestimmung von Rosen doch in erster Linie der größere oder geringere Begehr des kaufenden Publikums maßgebend sein müsse, hat sie stillschweigend während der letzten 4 Jahre die bei ihr eingehenden Bestellungen auf namentlich verlangte Rosen gesammelt, die auf eine einzelne Rose entfallenden Bestellungen gezählt, und veröffentlicht jetzt in ihrem diesjährigen Herbstcatalog eine classifictrte llebersicht der begehrtesten älteren und neueren Rosen, die für jeden Rosenfreund von hohem Interesse sein muß. Wir ersehen daraus z. B., daß von den älteren Rosen die Baronne de Rothschild am öftesten (21 900) verlangt wurde, dann kommt Gloire de Dijon (14 889) und Souv. de la Malmaison (14178) u. s. w. Von den neueren Rosen erscheinen die englischen Züchtungen, besonders die des unermüdlichen und erfolgreichen W. F. Bennett, sich steigender Beliebtheit zu erfreuen. Es dürfte wohl kaum zu gewagt erscheinen, wenn wir prophezeien, daß tn 10—15 Jahren, bei zunehmendem Bekanntwerden und naturgemäßer Verbilligung, eine ganze Reihe dieser herrlichen Neuzüchtungen, Insbesondere die prachtvollen Theehybriden wie z. B. Lady Fitzwilliam, in unseren Gärten dominiren und gar manche der jetzt beliebten und verbreiteten <>orten in den Hintergrund drängen werden. r.. In ihrem diesjährigen Katalog veröffentlichten Gebr. Schultheis auch eine statt- llche Reihe von Zeugnissen, die sich über die Vortheile von Sämlingshochstämmen tm Vergleich mit der seither meist gebräuchlichen Hochstammveredlung auf Wildlingen aussprechen. Bei dem letzteren Verfahren werden die im Wald wild wachsenden Stamme ber Hundsrose (rosa canina) ausgegraben, von den Dornen und Seitentriiben befreit und dann veredelt. Hierbei hat man zwar den Vortheil, sofort kräftige Stämme zu haben, aber das Entfernen der Dornen und Seitentriebe an den ausgereiften rammen ^ht fast nie ohne Verletzungen derselben von Statten, in denen sich in naßkalten Wintern, wie der verflossene, die Feuchtigkeit festsetzt und durch nachheriges Gefrieren die Stamme vernichtet. Hinzukommt der in der Regel nicht genug beachtete Umstand, daß dre wild aufgewachsenen Stämme, weil nicht in ihrer Jugend öfter verpflanzt, eine geringere Bewurzelung besitzen, was dann wiederum eine langsamere Kronenbildung und schwächere Blühbarkeit zur Folge hat. Denn wie bei allen Pflanzen steht auch bei den Rosen das Wachsthum und die Willigkeit zum Blühen im directen Verhaltniß zur gehörigen reichlichen Bewurzelung. Bei Sämlingen dagegen wird der Same von rosa canina auf gut rigolte und gedüngte Felder untergebracht, die Pflanzen werden, vor ihrer Veredlung im vierten Jahre, jedes Jahr In besondere Stammschulen verpflanzt und Dornen und Seitentriebe, sobald sie sich zeigen, an dm noch zarten Stämmchen beseitigt, was ohne die geringste Beschädigung der letzteren ge chteht. Auf die so erzielten gut bewurzelten und tadellos glatten und biegsamen Stämmchen rotrb bann veredelt und tm fünften Jahre ist der Hochstamm mit guter Krone zum Verkauf fertig. Freilich ist der Stamm nicht so dick, wie bet den Wild- l ngen, aber dem kann durch gutes Anbtnden abgeholfen werden, zumal das Stämmchen, einmal tn den Garten gepflanzt, jährlich an Umfang zunimmt. Dagegen ist das Ntederlegen im Winter wesentlich erleichtert; man braucht nicht zu befürchten, daß einem etwa ein Stamm dabei adbricht. Ferner ertragen die Sämlingsstämme besser UJ? Ji SFÄkrf? 2öinter unb vor Allem blühen sie im Sommer und Herbst weit reicher als die Wlldstämme. Auch das Anwachsen nach der Pflanzung ist sicherer als bei lenen, eben vermöge der besseren Bewurzelung. Unseren Handelsgärtnern ist jedenfalls der Erwerb solcher Samlingsstämme zu empfehlen; das Publikum wird bald merken, daß es ber dem Kauf derselben besser fährt als bei den Wtldstammveredlungen. 7" ^I^udet die Obstbäume im Herbste vom Pfahl!) Wenn die jungen Obstbaume tm Winter vom Froste keinen Schaden erleiden sollen, so ist es unbedingt noth- wendig, daß sie im Herbst vom Pfahl losgebundeu werden. Es wird dies vorgenommen, nachdem die Blätter abgefallen und die Zweige zurückgeschnitten sind. Dann können sich die Baume in den Winterstürmen tüchtig austoben und für den Sommer stärken, ohne daß man zu befürchten braucht, daß sie brechen, denn ein richtig gezogener Baum biegt sich wohl, aber er bricht nicht. Natürlich muß man den Pfahl entfernen, da derselbe sonst dem Bäumchen durch Reibungen schaden könnte. Der Pfahl muß übrigens doch entfernt werden, da es nur sehr selten ist, daß derselbe länger als einen Sommer^ hindurch an derselben Stelle stehen bleiben kann, also kann man ihn den Winter über lieber ganz fort lassen. Ebenso müssen die Ziersträucher, Beerenobst- straucher, Spalrerbaume und Weinreben im Winter frei gemacht werden; es ist dies für ihr gutes Fortkommen durchaus nothwendig und da dasselbe auch ohne große Mühe ist, so kann man dasselbe wohl sehr gut anwenden. — Vor Kurzem wurde vor der Darmstädter Strafkammer der 58j2hrige gut situirte Landwirth P. von Ober-Beerbach wegen gewerbsmäßiger Wilderei zu vier Monaten Gefängntß verurthetlt. Interessant ist, mit welcher Schlauheit derselbe feine sträfliche Handlung längere Zeit übte. Wenn P. auf die Jagd ging, trug er gewöhnlich auf der Schulter eine Hacke, deren Helm hohl war und worin er den Lauf seiner Flinte verbarg, während er den hinteren Theil des Gewehrs in ber Tasche hatte. So ! ahnte Niemand, daß P. wildern ging. Im Walde setzte er das Gewehr, nachdem ! Kolben und Hacke ibre Plätze gewechselt hatten, richtig zusammen. Nach Gebrauch und abermaligem Wechsel ftolzirte bann P. wieder frohen Muthes mit seiner Hacke nach » Temperatur in Gießen. September 1888. Niederste Mittlere Mittel früherer Jahre Höchste Niederschlag an 6 Tagen .... * im Mittel früherer Jahre an 12 + 1,5 °R. + 10,28 „ + 11,0 , + 19,2 „ . 1,10 Par. Zoll. Tagen 1,75 „ „ Aas Vorkommen von Viehseuchen im Grohherzogthum Hessen wahrend des Monats August 1888. Milzbrand wurde festgestellt in Leihgestern im Kreise Gießen am 12., in den Orten des Kreises Friedberg Steinfurth am 3., Reichelsheim am 8. und 28., und Rodheim am 13., ferner in Heuchelheim im Kreise Büdingen am 28. August, jedesmal bet einem frepirten Rinde. Rotz. Wegen Verdachts der Ansteckung stehen unter polizeilicher Beobachtung 3 Pferde eines Besitzers in Offenbach und 1 Pferd in Dudenhofen im Kreise Offenbach, im Kreise Dieburg 5 Pferde bei drei Besitzern in Ober-Roden, 2 in Heubach bei zwei Besitzern und 1 Pferd in Langstadt. Maul- und Klauenseuche wurde festgestellt im Kreise Oppenheim in Selzen am 2. und in Nierstein am 10. August. Im erstgenannten Orte sind neun Rindpiehbestände verseucht gewesen, im letztgenannten ein Rtndoiehbestand. In beiden Orten ist die Seuche wieder erloschen. — Die Seuche wurde ferner auf dem Viehhofe in Mainz bei einem am 27. August in Hamburg angekommenen Transport Don 92 Schweinen constatirt. Der ganze Transport ist bis zum 30. August abgeschlachtet worden. Der Bläschenausschlag des Rindviehs in Dromersheim im Kreise Bingen und in Tiefenthal im Kreise Alzey ist erloschen. Feftgestellt wurde die Seuche in Griesheim im Kreise Groß-Gerau am 5. und in den Orten des Kreises Alsfeld Altenburg und Maulbach am 20., bezw. 22. August. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Gießen: Schiffenberg und Watzenborn; in Altenburg im Kreise Alsfeld: in den Orten des Kreises Büdingen: Wallernhausen, Blofeld, Leidhecken und Bergheim!' in den Orten des Kreises Lauterbach: Maar, Uetzhamen, Metzlos-Gehag und Sandlofs, und in den Orlen des Kreises Schotten in Bobenhausen, Breungeshain unb Volkhardshaiu. Telegraphischer SchisfSbericht der „Red Star Line" Antwerpen. Newyork, 3. October. Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line^ ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Allgemeiner Anzeiger. Montag den 8. Moder, Nachmittags 2 Uhr, werden auf Großh. Ortsgericht nachfolgende, den Erben des L. Vogt zustehende Grundstücke versteigert und wird bei annehmbarem Gebot der Zuschlag sofort -erteilt: Flur Nr. Mtr. 2 18 231 Acker am Wißmarerweg a. d. Lahn, 4 60 1619 Acker am Wißmarerweg über dem Schwalbachischen Acker, 24 24 2950 Acker am Hasenköppelsweg und BarreSgraben, 24 25 2950 Acker daselbst. 28 162,3 2488 Acker auf dem Sandkauter- weg und Heegstrauch, 29 88 2488 Acker am Ohlenberg rechts am Erdkauterweg, 29 89 2200 Acker daselbst, 31 118 2263 Acker am Sandkauterweg und Grüninger Pfad, 39. 113e 1113 Wiese hinter dem Wallbrunnen, 29 113f 512 Wiese daselbst, 44 12 1400 Acker auf dem Fluthgraben am Weg. Großh. Ortsgericht Gießen. I. V.: Hoffmann. 7807 Zieikgeöotenes. Kieler Sprotten, Bückinge, Geräucherte Aale, Geräucherten Lachs, Aal (gebraten), Aal (in Gels), Neunaugen, Marinirte Häringe (in drei Sorten) empfiehlt Carl Schwaab’s 7979_______Delicatessenhandlung. Ulmer Dogge, "Rüde, 1 Jahr alt, isabellenfarben, von Prächtiger Figur, zu verkaufen. Preis •Ma 120.—. Aug. Benz, 7961 Arheilgen b. Darmstadt. 7950 Eine Kelter neuester Construction peht zu verkaufen. 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Holzhauer in Marburg) als selbständiger Bandagist, ♦ jetzt mich in den Stand, alle in dieses Fach gehörigen Artikel, wie RückeU-Apparate, ♦ Gradhalter, orthopädische Maschinen und künstliche Glieder, allen Anfor- 0 derungen entsprechend herzustellen und wird es mein eifrigstes Bestreben sein, durch Lieferung guter Maaren zu solidesten Preisen ein allseitiges Wohlwollen zu erwerben. ♦ Gießen, 1. Oktober 1888. 7903 ♦ Hochachtungsvoll ergebenst Otto Heger, Bandagist und GaRdsehuhmacher. NB. rasch und billig. Handschuh© werden tadellos gewaschen und gefärbt. Zöpfe, Touffen, Dreher, Haarketten und Bouquets werden schön und dauerhaft angefertigt. Fr. Lehrmund, Arifeur, 2883________Seltersw eg 14.__ 7967 Ein Acker im „Altenfeld" oder am „Schiffenbergerweg" gelegen, wird gegen baar zu kaufen gesucht. Offerten mit genauer Angabe der Größe und des Preises unter „A. B.“ in der Exped. d. Bl. nieder- z ule gen.__ Im Clubsaale. Sonntag dsa 21. October, Abends 7 XThr: I. 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JL 1200— p. a. und A 500— Fixum. Heinrich Botz, Hamburg. Mitglied de- Deutfch-Oesterreichifche« Möbel-Lransport-BerbandeS. Sonnenstr. 7. Umzüge werden besorgt mit und ohne Umladung und unter Garantie bei billigster Berechnung.248 | Stellenvermittelung »für Kaufleute (Prinzipale und Gehülfen). | Verband Deutscher Handlungs- gehülfen in Leipzig. [7889 7968 Ein gewandter discreter Kauf« mann, welcher die Buchführung gründlich versteht, wird zur zeitweisen Besorgung von schriftlichen Arbeiten gesucht. Späteres festes Engagement nicht ausgeschlossen. Offerten mit Angabe der Ansprüche rc. unter „Merkur" in die Exped. d. Bl. erbeten. Dämenfilzhute nach neuesten Formen werden billigst fayonnirt bei [7869 A» Famgmann. Käufe, Verkäufe, Miethen und Ver- miethungen von Hüufern, Grundstücken und Gefchüften jeder Art besorgt 783 K. KleeS, Ludwigsstraße 5. Neues Theater in Giessen. Montag den 8« Oktober r Eröffnungsvorstellung. Neu! Neu! Desdemonas Taschentuch. Schwank in 4 Acten von R ud. Kneisel. Regie: Herr Reiners. Personen: Fritz Hellenbach, Bank. Ernst Hildebrandt. Leonie, seine Frau Hedwig Müller. Franziska, s. Schwester Anni Reiners. Dagobert Fernau Ludwig Förster. Otto Walldorf, Archit. Eugen Göhler. Lammert, Rentier Adam Reiners. Lieschen Mainau, Stickerin Marie o. Fels. Frau Klemens, deren Großmutter Luise Gilsa. Jean, Diener bei Hellenbach Max Löwe. Ort der Handlung: Berlin. Im I. Act bet Walldorf, alsdann im Hause Hellenbachs. — Zeit: die Gegenwart Preise der Plätze: Tagesverkauf: Sperrsitz JC. 150,1. Pl. 90 H, Gallerie 50 Abendkasse: Sperrsitz JL 1.75,1. Pl. 1A Gallerte 50 Der Vorverkauf findet in der Cigarrenhandlung des Herrn Gustav Gerhardt statt, woselbst auch die Abonnementskarten umgetauscht werden müssen. Den geehrten Abonnenten bleiben die bestellten Plätze bis 12 Uhr Mittags re- servirt. [7970] Die Direktion. Kedactton: A. Scheyda. — Druck imb Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Jfcifage zu Ar. 236 des „Achmer Anzeiger". 80 c GchanspielhauS. Dienstag den 9. October: Ein Erfolg. Große Preise. afiratmc.od,1nbc?c10- Dctobet: Frauenemanctpalton. Hieraus: Ein Lust- 1 p t e 1. Große Preise. Donnerstag den 11. October: Abonnements-Vorstellung für einen ausgefallenen Freitag. Nathan der Weise. Große Preise. uu^quuciim Freitag den 12. October: Die Journalisten. Große Preise. , Samstag den 13. October: Zum ersten Male: Cornelius Voß. Lustspiel in 4 Akten von Franz von Schönthan. Große Preise. m t Sonntag den 14. October: Zum ersten Male wiederholt: Cornelius Voß. Große Preise. 0 Montag den 15. October: Iphigenie auf TaurtS. Große Preise. Donnerstag den 11. October: Robert der Teufel. Große Preise. Freitag den 12. October: Zum 25. Male: Die Reife um die Erde in Tagen. Außer Abonnement. Große Preise. Samstag den 13. October: Martha. Große Preise. Sonntag den 14. October: Othello. Große Preise. Montag den 15 October: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Außer Abonnement. Große Preise. u Ä e,in serenes Ding; noch weit seltener aber ist ein vorurtheilsfrei urthetlt, zumal wenn es wnM Ä nh?r bnM m 1 Jeul Kriegsjahre 1870 in Verbindung stehen. Gleichen nnm 1 /Ä 8?b ll e5a0ebl!m ?Ulbcri einfach für unwahr. Bei Beginn der Belagerung SmSHH hfp hUm vereinigten französischen Corps beinahe 200 000 Mann §HfprhinnaC mm? ^gulären Armee, trefflich bewaffnet und ausgerüstet. hpsaÄn"hh. Artillerie der französischen überlegen gewesen, dafür aber eine dem deutschen Zündnadelgewehr in jeder Hinsicht durchaus überlegene Handfeuerwaffe, wahrend die Deutschen an Truppenzahl viel schwächer und Das und Belagerungsstrapazen hart mitgenommen waren. 2?,a? "^^^,^^erhältnttz glich sich erst gegen Ende der Belagerung einigermaßen hlL^6 r?r- }fer bcr Ansicht, daß. wenn seine Landsleute in Meß gut ?p?n mf.rh? 0 discrpltmrt gewesen wären, eine Million Soldaten nicht zu viel gewesen lrprh^hp«c,i2lm C nen Durchbruch zu hindern, da das Belagerungscorps den Aus- brechenden mmer nur einen Theil seiner Kräfte entgegenwerfen konnte. Er berechnet " ^?^-.?erfügbar gewesene deutsche Truppenzahl auf höchstens da en es mit der dreifachen Feindeszahl zu thun bekommen, welche sich obendrein noch auf eine der stärksten Festungen der Welt stützen konnte. bemerft:66^ seinerzeitigen Stand der beiderseitigen Wehrkraft wird Folgendes w pt bfr Mehrzahl der Franzosm herrscht die irrige Meinung vor, daß bei "nnf nhprC^^t ChC5 ^Eschen Frankreich und Deutschland alle Siegeswahr- fi^eiR7nrni*?UFriMahSC4!e der ersteren liege. Sie behaupten und das mit Recht, daß k5s)^? uich^ kriegsbereit gewesen seien. Aber waren denn die Deutschen so sehr viel h!« nn* e8kein geeinigtes Deutschland, denn bet Ausbruch kein unbedingter Verlaß auf all die Kleinstaaten, welche 1866 $!? mpift!»6fhL.Zubern roar die Bewaffnung, Ausrüstung und Ausbildung i kleinen deutschen Truppencontingente damals noch recht mangelhaft. Sehr ?lt bcm altmodischen Vorderlader bewaffnet (? D. Red!). Gewiß wird Niemand, der bte neuen französischen Manöver beachtet hat, leugnen, daß gmj-nAm7ß7g^bliL Crii£“ n,orbcn finb- 3,ber sind bte D°u.sch°n^„ blefer , ,-Zum Schluß: Der Krieg von 1870 wurde Deutschland von Frankreich unter dem lächerlichsten und nichtigsten, jemals ausgeheckten Vorwande aufgezwungen. Die Franzosen sind von den Deutschen in ehrlichem Kampfe überwunden und so bart es y,c ru Horen ankommen mag, sie sollten ihr Loos wie Männer tragen. Die Schuld Ihrer Niederlagen fallt der ganzen Nation zur Last und es ist ein im höchsten Grade mrwürdiges und unmännliches Schauspiel, wenn eine große Nation die Bürde ihrer eigenen Thorbeit und Verderbniß auf die Schultern einiger unglücklichen Individuen, wie Trochu, Bazaine rc. abzuwalzen sich bemüht. Vom französischen Standpunkte aus K i ^1^, wenn man möglichst wenig über den deutsch-französischen Vermischtes. G r o ß h e r z o g t h u m Hessen, 7. October. Bei der vorigjährigen lebl 7S?nin^m mitnh b^ hessischen Anwältekammer brachte Rechtsanwalt Woffs- fterinm nnru'rr^ bem ?^'"chen an den Vorstand, um Abänderung bei dem Mini- mSlrT ?ö werden, zur Sprache, daß sich bei einzelnen hessischen Gerichten PrU? hbr Sirafprozeßordnung die Praxis eingebürgert habe daß Staats- n!Vhn!hf D°r b4Cr ^bNherdigung nominirte Entlastungszeugen vor Beginn der v>aupt= anwa tsllm!? üb!^h^ofp^zesses durch Criminalbeauue ober durch Beamte der Staats- D^rnebn^n b c?' ??? Zeugen eventuell in dem betreffenden Prozesse aussagen, Vorgehen erblickte erwähnter Anwalt, der verschiedene MednfeüS nn hVr'm"^ nträd,ti,,ul,fl be§ Sln0eflanten, indem die Zeugen durch hnnb rnT,.;. b? Dcrtheidigung nicht controlirle Vernehmung für bte Haupwcr- ?n6t h^h,6r'äf^rma^n "fe1t"enaäelt" würden. Dr. Wolsskehl wurde bamalSZ fcambe Mn ^udaUspunkte zufammenzustellen, tn Folge deffen dle Ange- über tA^rn^n,' AC.C'0?e^. 2B?,|ter?ib bcr verflossenen Nacht und heute den Tag nreter mnt °^"e«en, fett gestern zusammen etwa 25 Centi- n.r « ^"chrtch/en von dein Oberrbetn lauten sämmttich noch auf „langsam steigend An den niedrigsten Stellen find die liier schon überflutet und LTm/'f*' b ' /kvomrt liegenden Lagerhallen und Gütermagazine zu räumen ^n dem Main wurden heute Morgen die Nadelwehren niedergelegt. c T l!nfleaitet Klagen über schlechte Zeiten wurden gestern vor dem hiesiaen Standesamte nicht weniger rote 23 Eheschließungen vollzogen. Nepertoir der vereiingten Stadttheater zu Fraiikiurt a. M. Operrrhaus. Dienstag den 9. October: Othello. Große Preise. greife mi“n,od) bcn 10' Cctobcr: Der Hofnarr. Außer Abonnement. Klein- Bekanntmachung. Für das akademische Hospital soll pro 1888/89 die Lieferung von ca. 500 Centnern Kartoffeln, „ 10 „ Kornstroh auf dem Wege der Submission vergeben werden. Die Bedingungen können auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen Nachmittags von 3—5 Uhr eingefehen werden. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 13. d. M. auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Gießen, den 4. October 1888. Großh. Direction des akademischen ______________Hospitals.________7947 Bekanntmachung. Drei leihfällige Keller in dem Schulhause an der Schillerstraße sollen Donnerstag den 11. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf dem Bürgermeisterei-Bureau verliehen werden. Gießen, den 5. October 1888. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 7995 Dienstag den 9. d. M., versteigere öffentlich gegen Baarzahlung: a) Mittags 12'/r Uhr in dem Hause Ntegelpfad 12 dahier: 1 ^^derschrank, ISopha, I Commode, 1 Wagen, b) Nachm. 2 Uhr in der Bramm'schen . , , Hokeaithe allda: 1 Hobelbank, 1 Secretär, verschiedene Kleider- und Küchenschränke, zwei Sopha's und Sessel und andere Mobilien. Die Versteigerung findet theilweise bestimmt statt. Gießen, den 6. October 1888. Engel, 8047 Gr. Gerichtsvollzieher. * Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Der Plan über die von der Stadtoerordneten-Versammlung festgestellte Baufluchtlinie für den Theil der Neustadt von der Sandgasse bis zum Thor liegt 14 Tage auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen, während welcher Zeit Einwendungen bei Vemreidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Behörde vorzubringen sind. Gießen, den 5. October 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________________ A. Bramm. 7996 Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf § 10 der Bedingungen für den Bezug von E»affer au« der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden Hausbesitzer dringend ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die Wafferweffer für unsere mit deren Untersuchung und Ausnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Köhlen, Holz u. bergt, möglich zu machen. ö a Gießen, am 6. October 1888. Städtischer Gas- und Wasserwerk Gießen. ______________________Otto Bergen. 8026 M. Student y Nr. 27 Msrktflrsße Nr. 27 ***?; Herren-Oberhemden von 1 75 H an, ArbeitShemden, gestreift, von 1 JL 25 H'an, Herrenkragen per Dutzend 2 JL 10 (8016 f= Corsetts = Ausverkauf des Restbestandes in Strickwolle. Ganz besonders mache auf mein großes Lager in Herren-Cravatten oon 10 H per Stück an, bis zu den elegantesten aufmerksam. 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