Nr. SL 1» Samstag den 7. April ichener Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis neßen. K Bureaur Schulftraße 7. .<3KBÄSsseMeDWBe™eucEHHBae™ee Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Rundschau Gießen, den 6. April 1888. Kaiser Friedrich erfreut sich fortgesetzt eines verhältnißmaßig recht befriedigenden Befindens und ist namentlich heroorzuheben, daß der Auswurf fast gar nicht mehr gefärbt erscheint. Auch die mit dem Osterfeste wieder eingetretene ungünstige Witterung hat auf den Gesundheitszustand des hohen Herrn bislang nicht nachtheilig eingewirkt und nur die einstweilige Wiedereinstellung der kaum erst begonnenen Ausfahrten des hohen Herrn zur Folge gehabt. Im Uebrigen kann auch aus der bevorstehenden Abreife Str Morell Mackenzte's nach London, woselbst derselbe am 11. April seine silberene Hochzeit zu feiern gedenkt, der beruhigende Schluß gezogen werden, daß bedrohliche Erscheinungen im Zustande des Kaisers augenblicklich nicht zu befürchten sind. Zur Vertretung Dr. Mackenzie's während dessen Abwesenheit von Berlin ist Dr. Norris Wolfenden, welcher schon bet dem Aufenthalte des Kaisers in Norwood als Stellvertreter Mackenzte's fungirte, in Berlin eingetroffen. Mehrere Kundgebungen Kaiser Friedrichs nahmen in den letzten Tagen wiederum die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch. Zunächst galt dies von der Amnestie, welche der Monarch als König »von Preußen noch unmittelbar vor dem Osterfeste erlassen hat und die somit denjenigen Personen, die von Ihr umfaßt werden, in Wahrheit zu einem Ostergeschenk geworden ist. Wenn der Erlaß gewisse Vergehen, besonders aber Hoch- und Landesverrath ausschlteßt, so erscheint dies nur gerechtfertigt, denn die Gnade des Herrschers würde unter den obwaltenden Verhältnissen nur ganz unwürdigen Anarchisten oder Verräthern an vaterländischen Interessen zu Gute kommen. Ausgeschlossen sind auch die speciell socialdemokratischen Deltcte und Vergehen, was aber natürlich verhindert, daß der allgemeine Strafnachlaß für Preßvergehen u. s. w. auch zahlreichen Socialdemokraten zu Gute kommt. Wenngleich das Osterfest an größeren Ereignissen von eigentlich politischer Bedeutung auf innerem Gebiete nichts gebracht hat, so ist es doch nach einer speciellen Richtung hin nicht ohne eine Ueberraschung verlaufen. Dieselbe liegt in der Verleihung des Rothen Adlerordens I. Classe an Herrn v. Bennigsen, dem anerkannten Chef der nationalltberalen Partei. Diese hohe Ordensauszeichnung wird sonst nur hochgestellten Beamten, Diplomaten und ähnlichen Persönlichkeiten zu Theil und da Herr v. Bennigsen als Landesdirector von Hannover kein Staats-, sondern ein Selbstverwaltungsamt bekleidet, so wird man kaum irren, wenn man annimmt, daß seine Decorirung mit der ersten Classe des Rothen Adlerordens seiner politischen Persönlichkeit und seiner hervorragenden parlamentarischen Stellung gilt. Inwieweit die Herrn v. Bennigsen zu Theil gewordene Auszeichnung eine besondere politische Bedeutung beansprucht, wird sich des Näheren vielleicht schon aus den Ereignissen der nächsten Zeit von selbst ergeben. In erfreulichster Weise hat sich das allgemeine Mitgefühl des deutschen Volkes den durch die Ueberschwemmungen vor Allem der Elbe, Weichsel und Oder, dann auch der Netze, Warlhe, Brahe u. s. w. so schwer heimgesuchten Landsleuten zugewandt und schon bislang sind die Gaben für die Ueberschwemmten an den Centralsammelstellen reichlich eingelaufen. Aber das Elend in den überschwemmten Gegenden ist unbeschreiblich groß und darum ist dringend zu wünschen, daß der Wohlthätigkeitssinn aller Kreise der Nation auch fernerhin sich rege bethätige, zumal sich das Ueber- schwemmungsgebiet leider noch immer erweitert. So ist im Memeldelta nun ebenfalls eine bedeutende Ueberschwemmung eingetreten, ferner sind im Danziger Werder die Binnengewässer ausgebrochen und auch im Netzegebiet 'erfolgten neue Dammbrüche, wobei leider auch acht Personen umkamen. — Für die durch die Überschwemmungen in Deutschland Betroffenen hat König Humbert in hochherziger Weise 40,000 Frcs. gespendet und seine echt königliche Gabe mit Worten der Sympathie begleitet, die ein neues inniges Band um Deutschland und Italien schlingen. In der auswärtigen Politik concentirt sich das Interesse gegenwärtig zumeist auf die Vorgänge in Frankreich. Allerdings ist das Ministerium Floquet, nachdem es sich an Stelle des wieder ausgeschiedenen opportunistischen Mtntstercandidaten Ricard und Loubet durch den Eintritt der Herren Ferouillat und Deluns-Montard im radicalen Sinne noch weiter verstärkt hat, offictell constituirt und da sich auch die beiden Häuser des Parlaments bis zum 19. April vertagt haben, so wird wohl in Frankreich für die nächste Zeit der Aufregung des Ministerwechsels wieder eine gewisse Ruhe folgen, aber daß die Krisis durch die Neubildung des Ministeriums Floquet nur vertagt, aber nicht beschworen ist, geht aus der ganzen Situation hervor. Schon jetzt kündigen die Opportunisten dem radicalen Ministerium des Herrn Floquet offene Fehde an und daß zunächst das jetzige radicale Regime zu einem Kampfe zwischen den Be- kennern des gemäßigten Republikanismus und den Anhängern Elemenceau's, des Hauptes der französischen Radicalen, führen wird, geht 'auch aus dem seltsamen Verlauf der Präsidentenneuwahl in der Deputirtenkammer hervor. Die Opportunisten candidirten Herrn Brisson als Nachfolger Floquet's auf dem Präsidentenstuhle, die Radicalen beanspruchten diese Ehre für ihren Herrn .und Meister Clemenceau, aber trotz dreier Wahlgänge konnte die Kammer zwischen beiden Eandtdaten keine Entscheidung treffen, vielmehr wurde schließlich der außerhalb Frankreich's schwerlich bekannte Deputirte Meline auf den Präsidentenposten berufen, eine Verlegenheitswahl, welche deutlich die zerfahrenen Parteiverhältnisse in der französischen Volksvertretung illustrftt. Meline appellirte bei Uebernahme des Präsidentenpostens ebenfalls an die Einigkeit der Republikaner, wie dies schon vorher das Ministerium Floquet in der sein „Programm" enthaltenden Erklärung gethan hatte, aber dieser Appell ist an die republikanischen Gruppen Frankreichs schon zu oft vergeblich ergangen, als daß man diesmal an seine Wirkung glauben sollte. — Der Kriegsminister Freycinet wird wahr- -scheinlich den General Warnet zum Chef des Generalstabes ernennen und da Freycinet kein eigentlicher Militär ist, so dürfte Warnet als die „Seele" des Freycinet'schen Kriegsministertums zu betrachten sein. Köln, 5. April. Der „Köln. Zeitung" wird anscheinend officiös aus Berlin gemeldet: Man spricht in ernster Weise von der Möglichkeit eines baldigen Rücktritts es Reichskanzlers und bringt dieselbe in Verbindung mit dem Plane einer ehelichen Verbindung des Prinzen Alexander von Battenberg und der Prinzessin Victoria : von Preußen; man will zuverlässig wissen, der Prinz komme demnächst zur Bewerbung nach Berlin; die Königin von England komme auf der Rückreise ebenfalls um als Freiwerberin für den Schwager ihrer Lieblingstochter aufzutreten. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 5. April, Nachdem der Kaiser Vormittags eine kurze Promenade gemacht hatte, empfing er Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Milttai- cabinets und Nachmittags den Reichskanzler. — Heute Mittag fand im königlichen Palais im Beisein der Kaiserin Augusta der Großherzogin von Baden, der Kronprinzessin von Schweden und der Kronvrinresstn Wilhelm eine Sitzung des Vaterländischen Frauenoereins statt. 6 ’ — Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, daß Dr. Wolffenden aus London lediglich zu persönlichen Zwecken hlerherreise und daß derselbe an der Behandluna des Kaisers nicht theilnehmen werde. Berlin, 5. April. Das Wiener Telegramm der „Köln. Ztg." von einem angeblichen Entlassungsgesuch des Reichskanzlers verstimmte die Börse. Der Nachricht fehlt indeß jede Bestätigung. v — Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet: Der Sultan hat in der Absicht einen neuen Beweis des Wohlwollens und der Sympathie für das deutsche Volk zu'geben die Einsetzung einer unter seinem Patronate stehenden besonderen Commission ange-' ordnet, welche die Aufgabe hat, Geldsammlungen, zur Unterstützung der Opfer der Ueberschwemmung in Deutschland zu veranstalten. Landsberg a. d. W., 5. April. Der Minister des Innern, v. Putlkamer ist heute Nachmittag mittelst Dampfer von Sonnenburg hier eingetroffen. Gegen 15 Quadratmeilen des Warthe- und Netzebrucheü bet einer Einwohnerzahl von 25 000 ist unter Wasser. Seit gestern arbeitet die Feuerwehr, um den bet Cettritz sinkenden Damm der Warthe zu halten. Bet scharfem Westwind ist die Arbeit sehr erschwert Das Wasser der Warthe fällt langsam. Altona, 5. April. Die königliche Etsenbahn-Direction macht bekannt: Die directe Expedition über den großen Belt ist jetzt in vollem Umfange wieder auf- genommen. Die Route Fredertkshaoen-Gothenburg ist ebenfalls wieder eröffnet, wegen Treibeises aber noch nicht ganz regelmäßig. Directe Expedition von Personen! Reisegepäck und Gütern kann. daher über diese Route wieder stattfinden, jedoch sind Passagiere auf die nicht ganz regelmäßige Beförderung besonders aufmerksam zu machen. Paris, 5. Avril. Alle Blätter constatiren einmüthig, daß die gestrigen Abstimmungen in der Kammer und im Senate ein Zeugniß des Mißtrauens gegen das Cabinet Floquet ablegten. Die „Justice", das Organ Elemenceau's, sagt dagegen, das Cabinet stehe vor einer Koalition, könne aber den ersten Ansturm erwarten: bie aefammte republikanische Partei stehe an seiner Seite. — Eine Versammlung der Opportunisten im Departement du Nord beschloß der Candidatur Boulanger's diejenige des Advokaten Foucard entgegenzustellen. r Paris, 5. April. Auf Wunsch Goblet's wird der bisherige Director der Ab- theilung für politische Angelegenheiten, Francis Charmes, im Amte verbleiben. — Ein Rundschreiben Freycinets an die Corpscommandanten bezeichnet cs als seine feste Absicht, in der Armee den unbedingten Respekt vor der Disciplin in allen Graden aufrecht zu erhalten. — Heute fand ein von etwa 500 Anarchisten besuchtes, gegen die Stellenoermittelungsbureaus gerichtetes Meeting statt, nach dessen Beendigung die Theilnehmer die Veranstaltung einer Kundgebung in der Nähe der Centralhallen versuchten. Sie wurden jedoch von der Polizei ohne Widerstand zerstreut. Liverpool, 5. April. Der Gemeinderath beschloß einstimmig, sein tiefes Bedauern über den Tod Kaiser Wilhelm's, sowie seine aufrichtige Sympathie für die kaiserliche Familie und die deutsche Nation dem deutschen Botschafter in London übermitteln zu lassen. Florenz, 5. April. Das italienische Königspaar besuchte heute Vormittag in Begleitung Crffpi's die Königin von England, welche Nachmittags den Besuch erwiderte. Nach ihrer Rückkehr empfingen der König und die Königin das brasilianische Kaiservaar und den König von Württemberg. Petersburg, 5. April. Der Aufgang der Newa hat bei Schlüsselburg begonnen. Der Dünafluß ist bei Riga aufgegangen. UniverfitätS-Chronik. Wien, 5. April. In Graz hat sich der Professor der Botanik an der Universität, Hubert Leitgeb, erschossen. L o k Ä l e €. Gießen, 6. April. Nach den dem Voranschläge der Stadt Gießen beigefügten Erläuterungen betrug die Zahl der Wohngebäube am Ende des Jahres 1887 1319, gegen das vorhergegangene Jahr mehr 24. — Im Jahre 1840 waren 797 Wohngebäude vorhanden, 1850: 810, 1860: 816, 1870: 871, 1880: 1177. — An Steuerpflichtigen waren im Jahre 1887/88 vorhanden: 6454. Für das Jahr 1888/89 sind folgende Steuerkapitalien festgesetzt worden: Grundsteuerkapital 321317.9 JL, Einkommensteuerkapital 561115.1 JL, Gewerbsteuerkapitalien 212 984.0 Jt, Kapttalrentensteuer- kapitalien 110 627.0 in Summa 1206 043.9 JL — An Umlagen wurden im Jahre 1887/88 erhoben 300154 JL, 1840: 9211 fl., 1850: 10 265 fl., 1860: 10 449 fl., 1870: 24 000 fl., 1880/81: 213 399 JL — Die Einwohnerzahl Gießens betrug im Jahre 1840: 7209 Seelen, 1850: 8696, 1860: 8992, 1870: 13 980, 1880: 17 003; die letzte im Jahre 1885 stattgehabte Volkszählung ergab eine Einwohnerzahl von 19001 Seelen, so daß jetzt dieselbe von 20 000 erheblich überschritten sein dürfte. o Gießen, 6. April. sLokal-Zug Friedberg-Lollar.j Die Bewohner Gießens und Umgegend werden hierdurch auf den seit dem 1. April versuchsweise bis zum 1. Juni eingelegten Lokalzug aufmerksam gemacht. Derselbe geht Morgens kurz vor 5 Uhr in Friedberg ab und trifft Morgens gegen3W Uhr in Lollar ein, geht 7 Uhr 30 Min. wieder nach Gießen zurück. Mittags 1 Uhr 40 Min. fährt dieser Zug wieder nach Lollar und um 2 Uhr 20 Min. nach Gießen zurück. Gerade der um 1 Uhr 40 Min. von Gießen nach Lollar gehende Zug hilft einem in Gießen längst gefühlten Bedürfnisse, den schönen Staufenberg per Bahn früher als seither besuchen zu können, ab, und beabsichtigt Einsender dieses, aus diese Fahrgelegenheit aufmerksam zu machen in der Absicht, daß der Zug Mittags recht oft benutzt werde, damit derselbe auch auf die Dauer erhalten bleibe, wa3 nur dann der Fall ist, wenn derselbe recht fleißig benutzt wird. Wie wir soeben erfahren, soll der Zug Mittags 1 Uhr 40 Min. ab Gießen auch -vor dem Badenburger Einschnitte halten und dürfte dies auch.'zum Besuche der Badenburg Veranlassung sein. Gießen, 6. April. In Bezug auf die Versetzung des hiesigen katholischen Pfarrers, Herrn Rady, circuliren die widersprechendsten.Gerüchte, und auswärtige Blätter führen dieselbe auf Schmähungen und Denunciationen des geachteten Geistlichen vor dem bischöflichen Stuhle Seitens einzelner Katholiken aus der eigenen Gemeinde zurück. Wir können aus einer Quelle, wie sie zuverlässiger gar nicht gedacht werden kann, conftatiren, daß die Versetzung lediglich auf die Initiative des Herrn Pfarrers Rady selbst erfolgt ist und daß dem Bischof von Mainz andere Kundgebungen aus der Gemeinde, als die der Anhänglichkeit, nicht bekannt geworden sind. — Zum Besten der Ueberschwemmten wird Herr Ph. Brand, Dirigent des Gießener Zttherclub (Wohlthätigkettsverein) am Sonntag den 8. April mit seinen Zitherspielern und Streichquartett ein Concert veranstalten und wird der Reinertrag dieses Concerts den Bedrängten zugewieien. — Ein hübsches Programm ist für dieses Concert eingeübt und wird dasselbe denn auch hoffentlich recht zahlreich besucht werden. — Eine frühere hiesige Einwohnerin, welche, nachdem sie von ihrem ersten Manne geschieden war, in Frankfurt a. M. sich mit einem Restaurateur wieder ver- heirathete, hatte sich vor einiger Zeit in Gesellschaft eines jungen Kaufmannes unter Mitnahme von 4700 JL von Hause entfernt. Das nette Pärchen hielt sich zuletzt in Lang-Göns auf und lebte herrlich und in Freuden. Als dasfelbe von da aus nach vier kam, wurde auf Requisition durch unsere Polizei die Ferienreife unterbrochen. Die Frau, gegen welche ihr Mann keinen Strafantrag gestellt halte, wurde auf freiem Fuß gelassen, wogegen der junge Pseudo-Gatte per Schub nach Frankfurt retournirt wurde. Vermischtes. Darmstadt, 5. April. Bet dem ärztlichen und veterinärärztlichen Personale haben sich im Verlaufe des 1. Quartals d. I. die nachstehenden Veränderungen ergeben. Es sind verzogen die praktischen Aerzte Dr. Dr.: Brennstuhl von Ober-Roden nach Dieburg, Schliephake von Darmstadt nach Münzenberg, Veith von Ober-Mörlen nach Friedberg, Egger von Butzbach nach Cleve, Ebrhard von Homberg a. d. O. nach Landsberg bei Halle a. S., Siebert von Heppenheim a. d. W. nach Trebur, Alt von Gießen nach Halle a. S., Koch von Trebur nach Dietzenbach und Schellbaas von Crumstadt nach Homberg a. d. O. — Niedergelassen haben sich die praktischen Arzte Dr.Dr.: Vogel in Mainz, Borndrück in Heppenheim a. d. W., Kiehn in Allendorf a. d. Lda., Fltchter in Egelsbach, Hamacher in Mörfelden, Emmerling in Darmstadt, Marr in Bürstadt, Dietsch in Goddelau, Müller in Bingen, Lamps in Groß-Umstadt und die einjährig-freiwilligen Aerzte Dr.Dr : Fesse, Fischer und Hohmann in Gießen, ferner der praktische Vetertnärarzt Neuhöffer in Heppenheim a. d. B. — Gestorben sind: Der Kretsassistenzarzt Dr. Baur in Hirschhorn und die praktischen Aerzte Dr.Dr.: Neuenhagen in Guntersblum, Schwab in Darmstadt, Buhl in Mörfelden und Daub in Bingen. — Frankfurt a. M., 5. April. Unter dem Vorsitze des.Oberbürgermeisters Dr. Miquel fand gestern Abend im Saale der Polytechnischen Gesellschaft dahier eine Versammlung behufs Besprechung über die geplante Errichtung eines Denkmals für weiland Kaiser Wilhelm statt. Die Herren N. Manskops und Dr. Varrentrapp sprechen sich für ein Denkmal aus; der bekannte Schriftsteller Dr. Wilhelm Jordan wünschte die Veranstaltung einer allgemeinen Sammlung und wollte die Frage der Denkmals-Errichtung zunächst noch als eine offene behandelt sehen. Er meinte, die zusammenfließenden Gelder könnten eoent. auch für das in Aussicht genommene Nationaldenkmal verwendet werden, was vom Vorsitzenden durch die Bemerkung als außer Frage stehend bezeichnet wurde, daß das Nationaldenkmal aus Reichsmitteln errichte: werde. Von mehreren anderen Herren, namentlich Sonnemann, Stadtverordneter Drill und Landtagsabgeordneter Flinsch, wurde der Gedanke angeregt und lebhaft befürwortet, eine Stiftung zu begründen, deren Zweck die Errichtung von Arbeiterwohnungen sei. Dieser Vorschlag wurde besonders durch den Hinweis unterstützt, daß Kaiser Wilhelms Socialpolitik nicht besser praktische Anwendung finden könne; ein solches Unternehmen sei das schönste Zeichen der Verehrung. Der Name des Heimgegangenen Monarchen solle selbstredend mit dieser Stiftung verknüpft fein. Dieser Vorschlag fand indeß nur wenig Anklang, die meisten Redner glaubten, ein äußeres Zeichen der Erinnerung sei am Platze und könne allein die Heranwachsende Jugend an den großen Kaiser und sein Wirken dauernd und entsprechend gemahnen. Zum Schlüsse entschied sich denn auch die Versammlung für die Errichtung eines Denkmals und accepkirte. einen von Oberbürgermeister Dr. Miquel verlesenen Aufruf zur Spendung von Beiträgen. Es wurde ein Comitö, bestehend aus 9 Herren, zur Eröffnung der Sammlungen ernannt, an deren Spitze unser Oberbürgermeister steht. □ Frankfurt, 5. April. Nachdem sich die Gemüther allmälig darüber beruhigt yaben, daß der Silberdieb Langner unserer Polizei entwischt ist, wird vornehmlich die Schuldfrage des durch Selbstmord geendeten Gefängnlß-Aufschers Brocar besprochen. Natürlich hing mit der Beurtheilung dieser Frage jene eng zusammen, wie lange Brocar Dienst gethan habe. Ich machte Ihnen bereits von dem Gerücht Mitthetlung, wonach B. 56 Stunden nacheinander Dienst gethan haben sollte und ich brauche wohl kaum hinzuzufügen, daß die große Menge auf Grund dieses Gerüchtes nur zu geneigt war, den Gefängniß-Aufseher in Schutz zu nehmen, seine Hinterbliebene Familie zu bemitleiden und die Polizeibehörde zu verdammen. Um den mancherlei Betrachtungen über diesen Fall ein Ende zu machen, hat heute die Polizei den hiesigen Blättern das Resultat der amtlichen Ermittelungen hinsichtlich der Dienstzeit des Brocar in den letzten 48 Stunden vor Langner's Entweichen mitgetheilt. Nach demselben hatte Brocar in breiten Zwischenräumen 31 Stunden Dienst gethan, wobei übrigens noch bemerkt werden mutz, datz innerhalb dieser 31 Stunden mehrere Pausen von 3*/»—4 Stunden liegen, welche B. zu seiner Erholung benutzen konnte. Sonach kann von einer Ueberanstrengung des Gefängniß-Aufsehers nicht die Rede fein. Bemerkens- werth ist übrigens der Zusatz der Polizeibehörde, daß Brocar sich schwerlich aus Furcht vor der Strafe, die ihn getroffen haben würde, weil er Langner entwischen ließ, entleibt habe, vielmehr aus Furcht vor jener Strafe, die er infolge seines Verhaltens nach Langner's Verschwinden zu gewärtigen hatte. Brocar habe nämlich, wie der Polizeiberrcht sagt, keineswegs sofort Lärm geschlagen, als er das Entweichen des Sträflings bemerkte, sondern die Ablösung abgewartet und dem an seine Stelle tretenden Wärter gesagt, Langner schlafe. Der den Brocar ablösende Wärter hob aber kurzerweise die Bettdecke auf, um sich zu überzeugen, ob Langner da sei, fand aber natürlich das Bett leer. Brocar, der allen Anzeichen nach das Verschwinden Langner's gemerkt hatte, wollte also die Schuld seinem Nachfolger im Dienst geschickterweise zu- wälzen und nur durch dessen Vorsicht wurde dieser Plan vereitelt. Als die Behauptung, Langner schlafe, nicht mehr aufrecht zu erhalten war, soll Brocar erklärt haben, dann könne L. nur in dem Moment der Ablösung entwichen sein, womit er den Gedanken erweckte, daß der Silberdieb noch innerhalb der Gefängnißmauern weile. Durch diese unwahren Angaben hinderte Brocar die Polizeibehörde daran, sofort umfassende Maßregeln zu treffen, des Langner noch innerhalb der Stadt habhaft zu werden und letzterer erlangte dadurch einen Vorsprung von mehreren Stunden. Für dieses Verhalten würde Brocar schwer bestraft worden sein und diese Erkenntniß habe ihn jedenfalls in den Tod getrieben. Von der Weichsel. Das „Berl. Tagebl." theilt folgenden Brief eines Ingenieur-Offiziers mit: Neukirch (Nogat-Niederung), den 29. März 1888. Ich kann es nicht unterlassen, Ihnen, nachdem Sie mich mit so guten Wünschen für unsere Rettungsarbeiten auf die Reise geschickt, ein Lebenszeichen von der Unglücksstätte zu senden und mit einigen Worten einige Erlebnisse Ihnen anzuveitrauen. Sie wissen, daß am Sonntag der große Nogat-Damm gerissen und daß der Marienburger und Elbinger Kreis zwischen Marienburg und Elbing tief unter Wasser steht. Ein 300 Meter breiter Eisstcom mit furchtbaren Eisschollen und häuserlangen Tafeln ergießt sich fortwährend in die Niederung und isolirt durch Eisblöcke, die Mühlen und Häuser einreißend die Ortschaften, deren Bewohner auf die Dächer geflüchtet sind. Ich kam hier am Sonntag Abend an, nahm das erste beste Pferd und ritt noch fünf Meilen von Marienburg den Deich bis zur Bruchstelle entlang und sah, wie der Eisstrom sich ergoß. Ich ließ sM in Marienburg in der Nacht am Montag, bevor noch das sofort requirtrte Pionier-Bataillon eintraf, schnell von der Regierung, die durch Excellenz den t Präsidenten Herrn v Ernsthausen, den Regierungspräsidenten v. Heppe vertreten^war auf der Karte über ine Situation aufklären und konnte von dort aus am Moraen bk Kompagnien nach den verschiedenen Seiten dirigiren. Ich für meine Person, mit einem Unterofüiterunb drei Pontons, bemannt, fuhr nun über die Telegraphendräbte der Eisenbahn irn Wasser nach Altfelde und fand jammerbare Zustände eine Frau lÄwe aus dem Schornstein raus nach ihrem Kinde, das Wasser drang nach; wir rissen ein Loch in die Decke und fanden das Kind in der Balkenlage noch lebend; in Fischau ahen wir eine Frau todt tm Bette liegen, im Wasser noch; an dem Tage habe ich mit meinen Leuten 16 Familien und 27 Kinder gereitet und nach einer hochgelegenen 3ueferfabrif gefahren und dort untergebracht. Ueber die unabsehbare See weiterfahrend sah ich wie im Dorfe Sommerau eine Nothflagge flatterte und eine bleiche Gestalt bcr Slt0an0 n.a^T. bocV gerade seinen Strom: ich ging mit meinem Ponton § öuni Retten, mir fampften wie die Löwen gegen die Eisplatten, die sich gegen das schwache Ponton druckten; ich gerieth immer tiefer hinein, der Strom ritz unser Ponton fort, und in Zeit von 10 Minuten war ich vereist, von allen Seiten bis an ben $orij°nt nur Eisschollen sehend. Wir wurden eingeklemmt und haben 11 Stunden im Eise gelegen. Mit nackten Füßen auf den Eistafeln batancirenb, versuchte ich mit ben Leuten das Ponton zu schieben, bis wir alle so entkräftet waren, daß wir uns auf Gnade und Ungnade auf den Hungertod gefaßt machten. Es war Abend geworden und ich wollte noch einmal Rettung versuchen. Wir nahmen, unserer Fünf, jeder ein te|eTI.f^0!]t0n und uns platt auf den Brettern vorschiebend “b.er d^hochkantigen Eisschollen, kamen wir in 2 Stunden ans freie Wasser, wo der StromfUich war. Nach vielem Rufen fand uns ein verirrtes Ponton, und wir hatten das nackte Leben gerettet. Wir logierten bei den Leuten auf den Böden mit dem geretteten Vieh zusammen; gestern habe ich mir einen Kamm und ein Stück Seife in Elbing, was zum Theil auch unter Wasser steht, kaufen können." o-. - „Rasiren überflüssig", lautete eine oft wiederholte Anzeige in Wiener Zeitungen. Ein Leier bat unter Beifügung der verlangten 20 H um Angabe beS- E erhielt Wort d e Antwort: „Lassen Sie sich Ihren Bart stehen, bann brauchen Sie feinen Barbier." Schiffs Nachrichten n-., April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer ®.I6c' Capitan G. Meyer , vorn Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am DOn ^r5'nlCIL "üb um 26. März von Southampton abgegangen war, ist heute Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen. Landwirthfchaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — (Das Pilzigwerden der Radieschen und Rettige zu vermeiden.! Die Zeit in der die Aussaat der Radieschen in die Freilandbeete zu erfolgen pflegt benutzen wir, um untere Leier darauf aufmerksam zu machen, daß sie irgendwelche der allbekannten Mittel anwendcn, um zu verhindern, daß ihre Radieschen und Rettige pelzia oder gar hohl werden. Die Ursache für diese Erscheinung ist in einem ungleichmäßigen namentlich durch Trockenheit ober zu festen Boden verursachten Wachsthum zu suchen' Um diesem Uebelstanbe abzuhelfen, empfiehlt es sich, die Oberfläche der zugerichteten Beete zu bedecken und zwar eignen sich für diesen Zweck am besten Sägespähne ober Torfmull, welche ein bis zwei Finger hoch aufgebracht werden, gut ist es, den Torfmull ober die Sägespähne einige Zeit vorher mit Jauche zu begießen und öfter umzuarbeiten, nöthig ist es jedoch nicht. Ist die Bedeckung vorher mit Jauche begossen worden, so kann man die Radieschen und Rettige gleich in die Bedeckung hineinsäen andernfalls iät man in den gutgelotferten Boden und deckt bas Beet bann in der angegebenen Weise zu. Die Hauptsache ist, für eine genügenbe Feuchthaltung zu sorgen was durch die Bedeckung sehr erleichtert wird, dieselbe hält auch ben Boden locker' Dieses einfache Mittel ist nur allgemein zu empfehlen. Ein Versuch wirb die Vortrefflichkeit bestätigen. Für bk Ueberschwemmten gingen ferner bei uns ein: I. W. Kurz 5 3t I R 3 JL, Ungenannt beim Verkauf eines Grunbstücks 10 34, Prof. Schürer 6 Jü Frau Pfarrer Kistner 3 34, Frau Landr. Eckstorm 3 34, G. G. 10 34, Frau Block 10 34 .E. Hoffmann 5 34, R. G. 3 34, H. H. 2 34, Frau B. 1 34, Tischgesellfch. b. Kamm' Krankenkasse 12 34, Louis Heyligenstaebt 50 34, N. N. 3 34, Eommerzienratv Adolph, Noll 50 34, Landgerichts, ath Kullmann 10 34, A. B. 20 34, B. S. 3 34 A S 234 H. H. 3 34, zusammen 264 34 Jnsgefammt 701.55 34 Um weitere Gaben bittet dringend Die Expedition des „Gießener Anzeigers". Kirchliche Mnzerge« der' GtsZM MeGeN. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 7. April: Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dingeldey. Sonntag Quasim odogeniti, 8. April: Vormittags 9y2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Konfirmation der Gymnasiasten und Stadtschüler, Feier des heiligen Abendmahls. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde. Kinderkirche: fällt aus. Montag, den 9. April, Abends 8 Uhr Bibelstunde in der Kleinkinderschule» Markus Kap. 16, von Vers 9 an; der Auferstandene und seine Jünger, Christi Himmelfahrt. Pfarrer Dr. Naumann. v „Donnerstag, den 12. April, Abends 8 Uhr: Missio ns stunde in der Kirche, die Mission in Ostafrika. Pfarrer Schlosser. Am Sonntag Misericordias Domini, den 15. April, Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Realgymnasiasten und Realschüler, Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 8. bis 14. April besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Für den Kirchbaufonds sind im 1. Vierteljahr 1888 eingegangen: 1. aus den Opferbüchsen in der Kirche 42 3t 30 2. von Frl. I. H. 10 34, 3. Erlös aus den im Winter 1887/8 gehaltenen 6 Vorträgen 690 34, 4. Geschenk aus ben lieber^ schüssen des „Dilettanten-Abends" 70 34 Gesammtbetrag jetzt 8616 3t 50 4, woju noch die Kapitalzinsen aus dem Rechnungsjahr 1887/8 kommen mit 317 34 34 X demnach Gesammtbetrag 8933 3t 84 H. Katholische ffietaeitiiit. Weißer Sonntag (Quasimodo geniti). Von 6 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Kommunion Um i/z!0 Uhr: Hochamt und Predigt. Unter dem Amt ist die gemeinsame Kommunion der Krftcommunifanten- „ 3 Uhr: Fest-Andacht und Erneuerung der Taufgelübde Seitens der Krftcommunifanten. Nach dem Gottesdienste Kollekte für die Waisen-Anstalt zu Klein-Zimmern. Vorn nächsten Sonntag ab wird die sonn- und feiertägige Frühmesse ben Sommer hindurch um 7 Uhr gehalten. GotirMerch in der Synagoge. Freitag Abend 6^ Uhr, Samstag Morgen 8«o Uhr, Samstag Mittag 4 Mr, Samstag Abend 72& Uhr. Allgemeiner Anzeiger. Preisvertheilung am 16. April, Nachmittags 3 Uhr. Wallthorstraße 6 im „Darmstädter Haus 2858 L) 51 150 2400 4800 70 E tl n n Buchen-SchlagweÜen, Nadel-Wellen, Derbstangen, 78 12 80 22 35 1775 2875 Nadel-Wellen. Mittwoch, den II. April Holzversteigerung. Avs den Waldungen der Gemeinde Gtt'shausen kommen zur Versteigerung: a) Dienstag, den 10 April d. I.. in den Districten Stamm und Ziegenbera: 60 KiefernstLmme von 15-26 cm Durchm. und 10—15 m Länge, Rmtr. Buchen-Scheiter, ^2 *sD «ä LZ I Sä Arbeiter werden gesucht von Wilhelm Stumpf, Sonnenstraße 9. 180 Reisstangen. Der Anfang und die Zusammenkunft ist jedesmal des Vormittags um 9 Uhr, den ersten Tag im District Stamm, den zweiten Tag im District Junken- zipfen auf der Kreisstraße nach Beuern. Geilshausen, 5. April 1888. Großh. Bürgermeisterei Gellshausen. Pfeiff. 2831 LrmWter Pferde- u. FMcu-Msrkt am 16., 17. und 18 April 1888. 2) Weißbinderarbeit «X 119,50--- . Pläne, Voranschläge und Bedingungen können auf unserem Baubüreau der s , Kliniken eingesehen werrden. Montag den 9. April, Morgens OUHr, werden im Die Angebote find ver chlossen und Hofe d-r ZeughauSkaserne 8000 tfd. r-Ireter befcplagenes mit entsprechender Aufschrift versehen, 1 - - - ’ " ------~S *-----itt spätestens bis zum 12. d. Ms., Vormittags 10 Uhr, portofrei an uns ein- zureichen, um welche Zeit auch die Eröffnung der Angebote in Gegenwart leer etwa erschienenen Interessenten ßattfindet . 2839 Gießen, den 5. Aprll 1888. Großh. Kreisbauamt Gießen. Walter. 2794 Für Schneider! Zwei tüchtige j Ich suche rinen ^ordentlichen Jungen in l 2800 Lehrmund, Friseur. Verloosung am 18. April, Nachmittags 4 Uhr von schönen Reit- und Wagenpferden, Fohlen, einem eleganten Zweispänner mit zwei Pferden und completem Geschirr, einem Kühlwagen mit Pferd und Geschirr, vielen Reit- und Fahrgegenständen rc- rc- Der Vertrieb der Loose ä 2 Mark per Stuck ist dem Herrn L. F. Ohnacker in Darmstadt im einzigen General-Debit übertragen. ZÖ4U Der Darmstädter Pferdemarkt-Verein. Grosser Ausverkauf. Am SawStag, Sonntag und Montag kommen hier in Gießen zum fabelhaft billigen Ausverkauf: Schleier,Tüll in allen Farben.Mir. 25 Pfg. an, gestickte Tüll-Spitzen Mir. 10 Pfg. ab, Stickereien per 4>/-Mir. von 25 Pfg. ab, o r f ett s mit Lotsel.Mkchanck von 75 srifa. qh in arößter Auswahl, Herren-Kragen 6 Stück von Mk. 1 ab, m Jturu l-inen^6 Stück Mk. 1.50 an, Herren-Manschetten V2 Dtzd. Paar von Mk. l-7o ab, m Reinleinen 4fach V-> Ddd. Paar Mk. 3, Herren-Oberhemden mtt Lernen-Emsatz per Stuck Mk. 2 50, Knoten-t 5 Pfg, Herren-Schleifen in großer Auswahl, Rüschen M Dtzd. von 25 Pfg. an, spanische Sbawls,unter d>r Hälfte des reellen Preises, reinleinene Mchentücher 6 Stück von Mk. lab, T r i c o t - T a i l l e n von Mk. 2 an m großer Auswahl, acht Englische Tülldecken für Sopbk, Kommode und Tisch spottbillig, wollene und seidene Spitzen für die Hälfte des Fabrikpreises. Der Ausverkauf findet nur hier einige Tage statt und ist geöffnet von 8 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends. Hermann aus Berlin, b) ____________ d. I., tm District Junkenzipfen: Rmtr. Buchea-Knüppel, „ Nadel-Knüppel, Flößholz in allen Dimensionen nrrd Längen, welches sich in bestem Zustande befinden, versteigert. Gleichzeitig kommen eine grosse Parthie Brennholz sowie 30 gute Fenster zum AusgeSot.Lbb0 Aufgebot. Hermann Philipp Reger's Wittwe, Helene, geb. Lotz von Lich, ist am 24. März l. I. kinderlos und ohne Hinterlassung eines Testaments gestorben. — Als Erben haben flch deren nächste Verwandten: t 1. Franz Gondols's Ehefrau, Jodannette, geb. Psaff von Lich, und 2. Konrad Schäfer zweiter Wittwe, Barbara, geb. Psaff von da, gemeldet. Auf Antrag derselben werden d ren Schwerem: 1. Johanna Pfaff, ca. 71 Jahre alt, und 2. Sophie Pfaff, ca. 65 Jahre alt, von Lich, m.lche vor ungefähr 40 Jahren nach Amerika ausgewandert und dort ver- ffcho')en fein sollen, hiermit aufgefordert, spätestens im Termine Donnersrsg, d. 14. Juni l. I., Worm. 9 Uhr, ihre Erbansprüche an den Nachlaß der Wittwe Reger bei dem unterzeichneten Gericht gdteflb zu machen, als fonst Verzicht unterstellt werden würde. Lich, den 31. März 1888. Großherzogliches Amtsgericht. Langermann. 2832 Buchen-Knüppel, N-dil-Knüppel, Buchen-Stöcke, „ Nadel-Stöcke, Buchen-Schlagwcllei-, Das billigste und zugleich interessanteste Blatt Deutschlands ist die „Thier-Börse", welche in Berlin erscheint (Herausgeber Dr. LangmanM. Daß Blatt sollte in keiner Familie fehlen. Der Abonnementsprels tft so billig, daß er gar nicht in Betracht kommt: nur 50 Pfg. das ganze Vierteljahr, frei in die Wohnung 65 Pfg. Dafür erhält jeder Abonnent: jede Woche die „Thier-Börse", zwei- bis dreimal leben Monat eine Beilage ^.Naturalien und Lebrmittel-Börse" und jedes Vierteljahr eine spannende Erzählung- Man abonnirt nur bei seiner nächstgelegenen Postanstalt. Alle Postämter in Deutschlaiid, Oesterreich-Ungarn und der Schwe,z nehmen leder- zeit Bestellungen an- Wer nach dem 1. Apnl abonnirt, muß der Post 10 Pfg. ertra zahlen für Nachlieferung der bereits erschienenen Nummern. , Annoncen aller Art finden die werteste Verbreitung in der „Thier- Börse", welche in ca. 25,000 Exemplaren in ganz Deutschland gelesen wird. Die ^eile kostet nur 20 Pfg. Annoncen sendet man entweder direct an die Expedition der „Tdier-Börse^, Berlin S, ober auch an die Annoncenbureaux tn allen größeren Städten. , x-a. Tiiah ift i Das neue Schuljahr nimmt seinen Anfang SDlontüß ben 9. 2lp^kl Neubau orr m. Die Aufnahme für bie höhere unb erweiterte Äeäbchenfchule erfolgt llllorgens (fiii ftf il S von 9—11 Uhr: für die Vorschule, namentlich für die sechsjährigen Kinder, .-f™Lbun». von 11-12 Uhr Vormittags und von 2-4 Uhr Nachmittags im Conserenz- 2lt0Cttev 8 H* zimmer im II. Stock. <• m • Die nachstehenden zur Herstellung Erforderlich ist für solche, die noch ferne Schule besucht haben, bte »etter Dachgesimse für das Jsoltrgebaude btinflunq beä Impfscheins, fowie genaue Angabe des Geburtstags des Kmdes itnd pathologische Institut nothwendtgen unfa be£ Namens und Standes des Vaters ober Pflegers, bet auswärts Arbeiten sollen im Wege des öffentlichen qe6oreHen j^bern die Vorlegung des Geburtsscheins. Ktnder, bte schon die Angebots vergeben rotrben; namltch Schule besucht haben, bringen ein Zeugnis; über den seitherigen Schulbesuch 1) Schreiner- bez. Zimmerarbeit h-i und wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene veranschlagt zu it %lwfuna. A 2829 652,50 1 in,eite@5ineTen, den 5. April 1888. Di- Di«ct!on. Die diesjährige Lohernte aus den Gemeindewaldungen Dornholzhausen— 70 Ctr., Großrechtenbach — 130 Ctr., Hochelheim — 45 Ctr., Hörnsheim — 35 Ctr., wird hierdurch nochmals ausgeschrieben. Gebote find schriftlich, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis einschließlich den 16. d. M. hierhin einzureichen. Eröffnung erfolgt am <7. d. M., Vormittags 10 Uhr Hierselbst. Im Uebrigen wird auf bezügliche Bekanntmachung vom 20. vor. Mts. verwiesen. 2842 Großrechtenbach, 5. April 1888. Das Bürgermeisteramt. Montag, den 9. d. M., Vormittags 10 Uhr, versteigere ich in meinem Bureau: 1 Kassaschrank, 2 Reisekoffer, ein Comptoirpult Gießen, den 6. April 1888. Bühner, 2866_____________________Gerichtsvollzieher. Möbelversteigerung. Im Austiag werden Montag, den 9. d., Nachmittags von 2 Uhr an, im Bramm'schen Local, Neustadt 55, versteigert: 1 komplettes neues Bett, eine Gartenbant, Gartentisch und Stühle (eine Saison gebraucht), 1 Schulbank (neues System), Tische, Stühle, Kteiderschrauk (2thürig), 1 Nähtisch, 2 Wecker, 1 Bettstelle mit Sprungfedermatratze, ein Sopha, Sitzvadewanne, Eis- schrank, Waschvütten, Bilder rc. Die Versteigerung konnte durch Verhinderung nicht früher avgehalten werden. Louis Kothenberger, 2828 Auktionator. Ileikgeöolenes. 1888er neuen Caviar, Maikräuter, Teltower Rübchen, Apfelfinen, westf. Pumpernikel, getrocknetes Obst, diverse Käse empfiehlt C. mvt §pscll^>crcst. 2677 im 2827 Der Vorstand des Gewerbvereins. Elegant mödlirte Zimmer zu Bismarckstraße 6. Auskunft im Laden. 2865 H. Görke alte 102.10, neue 102.20 3V-o/° do. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 6. 4% Ungar. Goldrente 79.70 5% Gemischte Russen Tendenz: gedrückt. Morgens 5M Redaktion: A. Scheyda. von ladet 135.50 89.50 77.80 97.30 103.00 102.50 97.50 103.50 94.10 103 00 89.00 64.60 97 40 138 70 107.10 102.10 102.80 106.20 105.10 10610 Die äusser ordentliche Verbreitung dieses Hausmittels hat eine ebenso 2836) < vermiethen. 1610-16.14 16.09-16.13 20.27—20.32 4.16-4.20 “ÄltT hervorgemfen, welche sich nicht entblöß Ve^. StolfwercSchen Fabrikates tr^en Ten" Die Packete ächten April 1888. 190.25 94.25 77.30 91.30 2859 Zwei ineinandergeb. gut mödl. Zimmer und ein einzelnes zu vermiethen. Lehrer C. Rahn Wwe. Oesterr. Creditactien Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4°/0 Russen Oblig. 4°/0 untf. Egypter Obttg. vermischte Anzeigen. 2853 Eine Waschfrau gesucht im Restaurant Sonnenstraße 14. Disconto-Com.-Antbeile 5% Italiener Friedrich Meckel. Kaplansgasse 2. Erweiterte Handwerkerschule des Gewerbvereins. Beginn des Sommersemesters 1888: 28173 Schreineraeselle gesucht. Jung V11I„ Klein-Linden. B’/aVo Solms-Brauns. Oblig. 4°/o Gießener Oblig. 4% Oesterr. Goldrente 4*/s% Oesterr. Silberrente 5% Portugiesen Oblig. Darmst. Bank-Actien Geldsorten. Abfahrt von Gießen nach: Frankfurt 2", 4^ 5«* ßu gis* ha 1-SU, 442# 76», g08. ' • l*1 (Localzug). Marburg 12'’*, l2«, 3« 8« 9*1* 11< 121*, 4<4 354 gO7. ' * Caffcl 12°♦, 'pe ' 343, gie. 951 e h# 121*, 444, 854». ' Wetzlar ß80, 6«, 82,e, 9«, 11« 12« 4« 4« 720», 857, Weilburg),' V (bis Betzdors). Tms-Covlenz 530, 881e, 9", 11«. 4» 720». Deutz 63r. «übel, Bahnhof- straße 45, zu vermiethen. 2846) Zimmer mit Bett zu vermiethen. 3 Lein, Wallthorstraße 7. 2830 Möblirtes Zimmer zu vermiethen bei L. Rullmann, Gölhestraße 12. 2833 Ein großes unmöbl. Zimmer zu vermiethen. Bahnhofstraße 43. 2844 Möblirtes Zimmer mir Kabinet zu vermiethen in nächster Nähe der Aula. Ludwigstraße 40 1. Bei 1000 Mark Gehalt und Provision sucht solide Leute zum Verkauf von Caffee, Cigarren rc., in Postcollis an Private 2841 Wilh. Bolckmanrr, Hamburg. 2856 Ein Laufmüdchen gesucht ’ Wetzfteingasse 4 Ii. 2862 Ein Mädchen vom Lande im Alter von 14—16 Jahren sofort gesucht. Steinstraße 50, part. 2837 Suche einen selbstständigen Tischlergehülfen. _____________ H» Werner. 2826) Schüler höherer Lehranstalten finden gute Pension. Auskunft wird erthellt Asterweg 8, part. Ich suche sofort ein Lehrmädchen in mein Putzgeschäft. 2638 L. Brrtrand. 2843) Jüngeres, kräftiges, gesundes Mädchen zur Beaufsichtigung zweier klemerenKmder für die Nachmittage gesucht. Offert, «ub A. B. 99 an die Exped. d. Bl. 2785 Für einen Schüler ist Kost und Logis abzugeben. Freundliche Behandlung zugesichert. Näheres Neustadt 28. 2726 Ein Schüler findet gute Pension bet einem hiesigen Lehrer. Zu erfragen in der Exped d. Bl. Wagenlackirer auf dauernde Stellung gesucht, sowie ein kräftiger Arbeiter in mein Wagengeschäft. 2732 Carl Leib. 2719 Ein tüchtiger, militärfreier junger Mann, dem die besten Empfehlungen zur Seite stehen, mit allen vorkommenden Büreauarbetten vollkommen vertraut, sucht Stelle auf dem Comptoir einer Fabrik oder eines Lvgros-Geschäftes. Gest. Off unter P. P. an die Exped. d. Bl 2676 Ein Mädchen, welches die Alice- schule besuchen will, findet freundliche Auf- nahme. Näheres Asterweg 25. ßuchbmdergehülfe, flotter Arbeiter, findet dauernde Condition. Anfragen vermittelt die Exp. d. 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