Nr. 260 Dienstag den 6. November 1888. Kichemr Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Btiteaut Schulstraße 7. ‘ Erscheint tLglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 MattMPst mitBringerlohir. _______ ___________________________________________Durch die Post bezogen vierteliahrlich 2 Mark 50 Pst Amtlicher Th ei 5 Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß der Vorstand der Fuhrwerks-Berufsgenoffenschast den Herrn Spediteur Adolf Lunker m Gießen zum Vertrauensmann und den Herrn Fuhrwerksbesitzer Christian Haubach in Gießen zu dessen Stellvertreter im Sinne de» Unfallverficherunas. gesetzes für die Provmz Oberhessen ernannt hat. ' 1 b (Siegen, am 2. November 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______________v. Gagern. Betreffend: Die Wahl von Vertrauensmännern für die Fuhrwerksberufsgenoffenfchast. Gießen, am 2. November 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großherzogliches Polizetawt Gießen und di« Großherzogliche« Bürgermeistereien der Landgemeinden de« Kreises. ... m Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie auf Grund des § 54 des Unfallversicherungsgesetzes die Benachrichtigung über Einleitung einer Untersuchung über die bei Mitgliedern der Fuhrwerksberufs-Genoffenschaft eingetretenen Unfälle an den genannten Vertrauensmann bezw. besten (Stellvertreter zu richten. 0 _____ v. Gagern._________________ Politische Rundschau. Gießen, 5. November. Kaiser Wilhelm gedenkt bereits in dieser Woche wieder einen Reise-Ausflug von seiner Residenz Potsdam aus zu unternehmen und soll derselbe dem Besuche mehrerer thüringischen Fürstenhöfe, man nennt diejenigen von Meiningen, Coburg und Weimar, gelten. Die Reorganisation unserer Marine-Verwaltung, von welcher seit längerer Zeit die Rede war, ist nunmehr nach einer Mittheilung der „Rat. Ztg." beschlossen, nachdem die betreffenden Anordnungen vom Kaiser vollzogen worden sind. Es handelt sich bekanntlich um eine Trennung der Verwaltung und des Obercommandos. Graf Monts verbleibt an der Spitze der Admiralität. Wie verlautet, ist eine Aenderung bezüglich des Seebataillons in der Weise geplant, daß dasselbe als Regiment in zwei Bataillone zu je vier Compagnien vom 1. April 1889 an formirt wird. Ueber die Urwahle« zum preußischen Abgeordnetenhause gehen noch immer theils berichtigende, theils neue Meldungen, letztere zumeist aus ausgedehnten ländlichen Wahlkreisen, ein, so daß erst nach den Abgeordnetenwahlen sich eine Ge- sammtübersicht über die Wahlergebnisse ermöglichen lassen wird, zumal in einer ganzen Reihe von Wahlkreisen daS Resultat noch jetzt ein schwankendes ist. Indessen vermögen die an diesem Dienstag stattfindenden Abgeordnetenwahlen das Bild der Urwahlen schließlich doch nur noch abzurunden und nur in Einzelheiten noch auszumalen, während im Großen und Ganzen das Wahlergebniß feststeht. Dasselbe läßt als seinen hauptsächlichsten Zug eine Verstärkung der nationalltberalen Sitze in der neuen preußischen Volksvertretung zum geringeren Theile auf Kosten der Freisinnigen, zum größeren Theile auf Kosten der Deutschconservatioen erkennen, während die sonst ein- getretenen Besitzoerschiebungen zwischen den einzelnen Parteien minder belangreich sind. Ader auch der Gewinn der Nationalltberalen, wenn er auch 18 bis 20 Mandate betragen mag, ist noch lange nicht derart, um eine wesentliche Verschiebung in den Stärkeoerhältnissen im künftigen Abgeordnetenhause zu bedeuten und namentlich werden die Deut^cheonservattven mit vermuthlich mindestens 120 Mitgliedern immer wieder als die stärkste Fractton erscheinen. Es erhellt hieraus weiter, daß auch künftig im preußischen Abgeordnetenhause eine Mehrheit zunächst nur durch das Zusammengehen von Nattonalliberalen und Conseroattven gegeben sein wird. Ob außerdem, wie bislang, auch die Möglichkeit einer aus Centrum und Conseroattven sich zusammensetzenden Majorttätsbilbung wiederum vorhanden sein wird, läßt sich augenblicklich noch nicht mit Bestimmtheit beurteilen. Die Parlamente Oesterreich- und Ungarns werden sich demnächst mit einem abermaligen Wehrgesetze zu befassen haben, welches eine neue Stärkung der Wehrkraft des Donaustaates bedeutet. In seinen hauptsächlichsten Zügen bestimmt der neue Entwurf, daß zwar an dem bisherigen normirten Kriegsstande der österreichisch- ungarischen Armee von 800,000 Mann nichts geändert werden, daß aber dieser Kriegsstand im Bedarfsfälle auch tatsächlich vorhanden sein soll. Zu diesem Zwecke soll dem stehenden Heere wie der Landwehr ein größeres jährliches Rekruteneontingent als bisher überwiesen werden und wird das Rekruteneontingent für Heer wie Landwehr künftig die Grundlage für die Kriegsstärke bilden, die Ziffer der letzteren selbst wird nicht mehr im Gesetze enthalten sein. Die Ziffer des Kontingents soll für die nächsten zehn Jahre festgestellt werden, unbeschadet des Rechtes der Parlamente zur jährlichen Bewilligung des Kontingents. Die Ersatzreservisten sind nach dem neuen Gesetzentwürfe zu denselben periodischen Waffenübungen verpflichtet, wie die Reservisten; daS stellungspflichtige Alter wird vom 20. in baS 21. Lebensjahr verlegt. Eingehende Bestimmungen enthält der Entwurf auch über die Einjährig - Freiwilligen und weist er ferner wesentliche Verbesserungen und Vereinfachungen beim AuShebungsgeschäst aus; für die Kriegsmarine endlich schafft er eine Art zweiter Reserve, die Seewehr. Im Ganzen zielt baS neue Gesetz auf eine wesentliche unb wirksame Verbesserung beS österreichisch-ungarischen WehrsyftemS, ohne eine gleichzeitigere einschneibenbere Erhöhung der Militärlasten, nur sollen bte unerläßlichen Anforberungen ber allgemeinen Wehrpflicht angemessen vertheilt werben. Die russische Kaisersamilie ist am Freitag Nachmittag wohlbehalten von ihrer KaukasuSreise in Gatschina eingetroffen, woselbst bie Majestäten bie nächste Zeit Aber noch reftbiren werben. Daß bas Kaiserpaar und namentlich der Ezar selbst noch immer unter dem erschütternden Eindrücke der Eisenbahnkatastrophe steht, durch welche lie Heimreise der Kaiserfamilie so entsetzlich unterbrochen wurde, ist nur zu begreiflich, Hing doch der Tod, ein fürchterlicher Tod, hart an dem russischen Herrscher unb ben ©einigen vorüber! AuS einem nachträglichen Berichte, ben ber „Grashdanin" über bas bem kaiserlichen Hofzuge bet Borkt zugestoßene Unglück veröffentlicht, geht nochmals hervor, in welcher eminenten Lebensgefahr bie kaiserliche Familie geschwebt hat und möchte man bei ihrer so glücklichen Beschirmung allerbings fast an ein Wunber ber Vorsehung glauben; z. B. würbe ein Diener, gerabe als er bem Kaiser Kaffee reichte, sofort getöbtet, ebenso, ein bicht neben bem Kaiser liegenber Hunb. — WaS bie birecte Ursache ber Entgleisung bes Hofzuges anbelangt, so ist hierüber bie Untersuchung noch immer nicht abgeschlossen; eS scheint indessen, als ob weniger bie Fahrgeschwindigkeit des Zuges, als vielmehr ber lieberltche Zuftanb ber betreffenben Eisenbahnstrecke bte Katastrophe herbeigeführt hat. (Vgl. Prtvatbepesche in voriger Nr.) Deutschland. Darmstadt, 3. November. Das Amtsblatt bes Großh. Ministeriums des Innern und ber Justiz, Sectton für Justizverwaltung, Nr. 29, enthält AuSschreiben vom 25. October an bie Justizbehörben, insbesondere die Gerichte und GerichtS- schreibereien, betreffend die Auszahlung ber Zettungsgelber an bie Postanstalten. Berlin, 2. November. Die Kaiserliche Urkunbe, welche bei ber Feier ber ©runbftetnlegung zum Reichsgerichtsgebäube in Leipzig in ben Grunbftetn eingemauert würbe, hat nach bem „Reichsanzeiger" folgenben Wortlaut: Wir Wilhelm, von GotteS ©naben Deutscher Kaiser, König von Preußen re. thun funb unb fügen zu wissen: Die Bemühungen ber Deutschen Fürsten unb freien ©labte sind seit Herstellung des Reiches unausgesetzt darauf gerichtet gewesen, bie Reichsgesetzgebung unb Rechtspflege in einer bem Staats- unb Volkswohl entsprechenben Weise zu gestalten unb bem langjährigen Verlangen beS Deutschen Volkes nach Einheitlichkeit beS Rechts Befriedigung zu gewähren. Die Schaffung gemeinsamen Rechts geht ihrer Vollendung mit bem Deutschen bürgerlichen Gesetzbuche entgegen, besten Zustanbekommen Wir , in naher Rufunft erwarten. DaS Reichsgericht ist berufen, ber unabhängige Hüter bes im Reiche geltenben Rechts zu sein. Seiner Wirksamkeit soll hier eine neue würbige Stätte bereitet werben unb haben Wir beschlossen, im Namen ber verbündeten Fürsten unb freien Städte die Grundsteinlegung zu dem neu zu errichtenden Gebäude in Gemeinschaft mit Seiner Majestät bem König von Sachsen, als bem Gebietsherrn, unb unter Mitwirkung ber Vertreter bes Reichstages zu vollziehen. Möge in ben Herzen beS gesummten Volkes immerbar ber echte Sinn sür Recht unb Gesetz lebenblg sein, ber die sichere Grunblage für Deutschland Macht und Größe bildet! Gegenwärtige Urkunde haben Wir in zwei Ausfertigungen mit Unserer Aller- hochsteigenhändigen Namensunterschrift vollzogen und mit Unserem größeren Kaiserlichen Jnstegel versehen lassen. Wir befehlen, die eine Ausfertigung mit den dazu bestimmten Schriften und Münzen in den Grundstein des HauseS niederzulegen, bie anbere in Unserem Archiv aufzubewahren. Gegeben Marmor-PalaiS zu Potsdam, den 27. October 1888. Wilhelm I. B. Berlin, 3. November. Der „Reichsanzeiger" schreibt: „Die Antwort ©einer Majestät beS Kaisers auf bie Abresse bes Magistrats unb ber ©tabtoerorbneten von Berlin hat trotz ihrer unzweibeutigen Klarheit zu gleichzeitig roiberfinnigen unb böswilligen Entstellungen in einem Theile ber Berliner Presse, namentlich in ben Organen ber sogenannten freisinnigen unb ultramontanen Parteien Veranlassung gegeben. Da es ben Anschein hat, baß bie bezeichneten Blätter nach einem vereinbarten Plane ben Versuch gemacht haben, bie Tragweite ber kaiserlichen Aeußerung zu entstellen, so haben ©eine Majestät der Kaiser und König ausdrücklich zu erklären befohlen, daß es der Inhalt unb bie Tonart ber freisinnigen Berliner Blätter sei, welche Allerhöchftseine Gefühle verletzt haben. Bei ben Beziehungen, in benen bie Berliner ©tabtbehörben gerabe zu bieser ©eite ber Presse stehen, haben ©e. Majestät angenommen, baß dieselben zu einer Mitwirkung bet Abstellung des gerügten Uebelftandes in der Lage und, nach Maßgabe der von ihnen ausgesprochenen Gesinnungen, auch geneigt sein würden." Stuttgart, 3. November. Der „Beobachter" veröffentlicht folgenbe Berichtigung auf Grund der bezüglichen Paragraphen deS Gesetzes. Die in Ihrem Blatte vom 1. ds. enthaltene Behauptung, daS gelammte Ministerium habe seine Demission ein- gcreicht, entbehrt jeder Begründung. Der Präsident deS Staatsministeriums v. Mittnacht. Arolsen, 3. November. Heute Mittag 1 Uhr fand die Beisetzung der Leiche der Fürstin Helene v. Waldeck in der Familiengruft zu Rhoden bei Arolsen statt. An derselben nahmen Tbeil der Fürst Georg Victor, der Erbprinz Friedrich, die Herzogin von Album-, die Prinzessin Elisabeth, Prinz Wilhelm von Württemberg, der Erbprinz von Benthetm-Stetnsurt, der Gras und die Gräfin zu Stollberg Stollbera, Adttltral v. Kapellen al« Abgesaudtcr deü König« und der Königin der Niederlande, der Herzog von vlastun, der Erbprinz und Pitnz Nikolaus von Nassau. Die Feier wurde mit Gesang c> öffnet, woraus nach Ncde und Gebet de« Ortsgeistlichen der Sarg in die Gruft g senkt wurde. Gleich nach Beendigung der Feier kehrten die Leidtragenden nach Pi-rmo» i zurück. k »mbnrg, 8. November- Bei dem heute Abend im großen Saal von Sagebiel'« Etabltss. ment stattgebabten Festessen brachte der Präsident der Handelskammer, Mestern, den Toast ans De. Majestät den Kaiser aus, welcher enthusiastisch ausgenommen wurde. Hieraus wurde folgendes Telegramm an De. Majestät den Kaiser abgesandt: „Die auf Einladung der Handelskammer Hamburg« anwesenden 700 Vertreter de« Handel« und der Industrie an« 200 Städten Deutschland« gedenken mit ehrfurchtsvollem Dank de« Kaiserlichen Schirmherrn der gesammten deutschen WlrthschastSthätigkeit und brachten Ew Kaiserlichen Majestät ein dreifache« donnernde« Hoch au«. Die Handelskammer. Mestern, Präses." Der preußische Gesandte, v. Kusserow, hob alsdann in längerer Ncde da« Emporblühen Hamburg« in diesem Jahrhundert hervor, welche« Hand in Hand gegangen sei mit dem Erwachen deutscher Bolkßkraft und dem Wachsen der deutschen Machtstellung. D « Vertrauen und der Glaube an die Weltstellung de« deutschen Volke« habe sich tn der großartigen Vermehrung der Hamburger Handelsflotte geäußert. Nur wo da« Vertrauen sich zur Thatkrast und Geschäftskunde geselle, könne so Große« geleistet werden, wie wir jetzt tn Hamburg vor Augen sehen. Der Jubel der Bevölkerung Hamburg« habe der Liebe zu Kaiser und Reich gegolten und der Freude über da« endlich erfüllte Ideal der Verschmelzung aller Kräfte ieü deutschen Volke« zur Vermehrung der Macht, de« Ansehen«, de« Wohlstände« und der Gesittung. Da« Bündntß hinsichtlich der wtrthschastltchen Interessen der Hansestädte und de« Vinnen- laude« werde ein Segen für da« ganze deutsche Vaterland und für Hamburg sein. Hamburg, da« jetzt die fünfte Weltstellung einnehme, gebühre nunmehr ans dem europäischen Eonnnent der erste Platz nud werde bald einen vorderen Platz unter den Seestädten bet Erde einnehmen. Der Redner schloß: „Die erste Hafenstadt de« Reiche«, da« zollüngeschloffene Hamburg und seine Negierung, die wir hier so würdig vertreten finden, leben hoch!" Bürgermeister Petersen brachte einen Toast ans Deutschland au«, welcher enthusiastisch ausgenommen wurde- Hieraus stimmte die Versammlung da« Lied: „Deutschland, Deutschland über Alle«" an Der Rcich«taa«abgeordnetc Woer- mann brachte einen begeistert anfgcnommenan Toast aus den Reichskanzler Fürsten Bismarck aus, woraus folgende« Telegramm an denselben nach Friedrichsruh gesandt wurde: „Die in Hamburg tn der Zahl von 700 Personen vereinten Abgeordneten der Handelskammern nud ivtrtbschastlichen Vereine de« gesammten Deutschland« entbieten Ew. Durchlaucht ehrerbietigsten Gruß und stoßen aus da« stete Wohlergehen de« Durchs lanchttgen Hamburger Ehrenbürger« an. Die Handelskammer in Hamburg. Robert Mestern " - Weitere Toaste wurden von Siegmund Hinrtchsen auf die Gäste und von dem Vorsitzenden de« Aeltestencollegtum« der Kaufmannschaft in Beilin, Eoinmerzien- rath Frentzel, aus die Hamburger Handelskammer ausgebracht. Arankrcich. Paris, 8. November. In den Kohlengruben von Eampagnae (Departement Avci-ron) sand eine Explosion schlagender Wetter statt, wöbet gegen -10 Personen daü Leben etngebttßt haben sollen; 19 Leichname sind bereit« zu Tage gefördert. Serbien. Belgrad, 3. November. Der König eröffnete heute den Vcifassungvauüschnß. Vlul Antrag des König« wurde fast einstimmig beschlossen, nicht die gegenwärtige Ver sassung zu revidiren, sondern eine ganz neue auSzuaebetten. Ein Dudcomilä von N Mnglttdcrn (drei Mitglieder au« jeder Partei) wurde gewählt, dessen Sitzungen der König zeitweise selbst prästdiren wird, int anderen Falle präsidtren die Viceprästdenten de« Ausschusses. Die Sitzungen de« Subcomttö's finden im Magistratösaale, die Plena»sttzurigen im Konak statt. totales* Gießen, b. November. jGteßcner E oncertverein.j Die diesjährige Spiel- zeit des Gießener Eoncertvercin« nahm gestern einen glänzenden Anfang: die Solisten Ftl. Rouge (Ptqnoforte) und Herr Grahl iTcnor) waren ausgezeichnet, und da« Orchester stand aus der Höhe seiner Leistungosähigkeit, die allerdings ein relativer Bc Vlisl ist' Die Haupinummer de« außerordentlich scliönen und Interessanten Programm« war Wagner'« Iugendsiusonte. Die Eomposttion haben wir schon vorige Woche (in Jh. wP>0) an dieser Stelle einer allerdings stüchttgen Besprechung unterzogen: die All« fühcnna war im Ganzen lobenüwerth. m „ 3’* der Introduktion — deren frappante Familienähnlichkeit mit der von Beethoven « zweiter Sinfonie wohl keinem aufmerksamen Hörer entgangen ist, zumal diese die »ul tzt hier aufgefÜhrte de« Meister« ist hätten wir die Läuse, soweit sie von den Streichern vorgetragen werden, bedeutend reiner und präeiser gewünscht. Da« dl liegt 0 wurde, von Kletnigketien abgesehen, tadellos gespielt. Jur Durchsührungvtbetl dieses Satze« befindet sich eine Stelle, die eine saft uneUräglicbe Spannung hervorruft. Gin e unsinniger Sepiaecord drängt sich da vor und kehrt jedesmal, wenn man ihn gluekluh aufgelöst wähnt, lvieder, wodurch er aus die Dauer geradezu ausrege,id wirkt. , Formen, tn denen da« gesangvolle Hauptthema de« Andante« austrttt, lassen sch mit den griechischen Säulenarten vergleichen. Zuerst hören wir e« tn dort sche, Etnsachhett mit; vom Ptzztkato der Bässe begleitet und am Schlüsse entfaltet c« sich tu reichster korinihtscher Ornamentik bet der polvvhonen Begleitung durch da« ganze Orchester. Leider waren die Säulen nicht ebenmäßig gemeißelt: die Reinheit de« Strelebguartett« war auch hier sehr zweifelhafter Natur. Eine herrliche Wirkung „rächte der volle abgerundete Ton de« EontrasagottS; nur wurde sic etntgemale durch Mitschwingen de« einen der großen Spiegel gestört. . ... Scherzo waren besonders die Holzbläser vorzüglich; der Satz selbst Ist vielleicht üss' u°'"-^, w«cb- s r. ,UsiiiUl'k'0 dier zliiil Besuche bei Verwandten weilende Dame wurde gestern Abend von einem tragischen Schicksal ereilt. Die c be befand sich einer Restauration und begab sich auf den Hausstur, um hier eine Bed uiß uska auszusuchen. Statt in den Abort geriet!) die Dame In hm fo u,glücklich hinab, das! sic sich bad iMa.hf brach und tod, auf bet Ä li-ü-n bl'tcb. «m in btr Dchlubstrophe wirkt- lief trgrtlfenb. Für dm k-ck-n .üidalao" dm V°bmM auW' ^mwi-d'-rum b» ,«7 SÄ ÄÄ ‘Ä-ÄV.' KJWSi S/age auf, wie das tolücf zu seinem Titel kommt, denn so einschläfernd mhft 2 boA nicht, um diesen zu rechtfelttgen, zumal wenn Frl. Rouge eü spielt Bedeutend bctfS «och gefiel un« da« glaztö« etnherschwebcndc Phantasiestück von Ruborfs. Den Sch ub j Elaviervorträge ,nachte Chopin'« stürmisch bewegte« Scherzo auS b-moll fikdn | entztlckte besonberS ber Künstlerin bnrchgetsttale« Spiel beü traumhasten Trios ba« .vie eine wchmüth ge Erinnerung aus ferner, längst Xcr6an0encr^ “eit Aana ' ba6 .... Nummer bes schönen Programms bildete Mendelssohn'« Ouvertüre I nr/ihmn. tuC ""d ülltckltche Fahrt". Diese« hart an da« Gebiet der Programulmusik nnu iDC wie wenige, de« Eomponisten große« Geschick sür drastttche Tonmalerei; wir erinnern a,t ba« liebliche Geplätscher ber Flöten unb später ber Elari- ceäten®iua der Btotoü: “*?• lc namltch-Beglett.ingSftgur kehrt noch einmal wieder, im Wechsel der Bratschen SS1'#; .Da lieb nun die AuWhruna an Unsauberkei! und Verschwommen" Un» hätten ..Niere« r^.ach- .... beim UcHergänge jur (ioba, baß ein Thcil be« Publikum« barin baS Eube zu erkennen vermeinte unb ziemlich aeräuschvoll ausbrach. 411 rncnncn A ,, ^(Wuffe niüHeii wir noch ber außerorbentlich bczenten unb fctufübliam geschmclbtg sich der Stngsttmme anschmteaenden Begleitung der Gesänge durch Herrn Trautman,, unsere volle Anerkennung zollen. Th. M-n? 5. November. lTheater.I Wie erwartet? hatte am Sonntaa bi- Gcsangüposse „Ihre Familie" auf unser kunstltebenbe« Publikum eine große^ Anziehungskraft auügcübt. Aber ba bas Stück burchauü keine „Posse" ist, sondern viel' mehr eine sehr ernste Tenbcnz verkörpert, so ist e« nicht recht geeignet sür ein Sonntaa«- publttum, ba« — wenigsten« ber überwtegenben Mehrzahl nach - nur lachen nicht w r*i ber Vorstellung Ivar nicht« weniger al« ungestört Jin ersten Akte erschien plötzlich ein Hünblein im Saale unb „ba« Hünblcin wedelte mit dem cvchwänzletn und erregte ganz unzeitgemäße Heiterkeit. Man sollte meinen da« ei genug dc, Störung für einen Abend. Nein, e« sollte noch ärger kommen' ' Ew Nur n/.nbp0«/? 9<üer5t ricf p^tzlich im dritten Akte eine allgemeine Panik hervor q»uttkstt fonnene behaupteten ihre Plätze nnd veranlaßten die Eapellc, durch einige Musikstücke die erregten Gemuther zu beschwichtigen, wa« auch endlich gelang nachdem üc'vorden, daß da« Feuer nicht im Theatergebäude selbst sei. "'m« das Publikum sah, bag zum Verbrennen bk Grundbebtngung, ba« Feuer, fehle füllte sicü ber oaal alühalb wteber, ja er schien jetzt sogar voller zu sein denn ruvor unb nnA .^^stünbtger Unterbrechung konnte die VolsteUung sortgcsctzt^ werden. Die Aufführung war etne durchaus gelungene. Am besten gefiel unü Herr Taußia bcr den alten versoffenen Socialdemokraten nach jeder Richtung hm auf? gezeichnet spielte. Besonder« hcrvorAuheben Ist Schlaf und Erwachen des Alten Im vorzüglich gelang, ^tttchstdem verdient der gemülhlichr, urkomt che Berliner Mädickc, da« „Ludemätzchen" (Herr Reiner«), da« meiste Lob. ^tur schien unü der Scherz, „daß China noch weiter sei wie von hier bi« Klein-Linden" UM deswillen „ich ganz pasjcno, weil doch da« Stück in Berlin spielt und man vW einem dortigen „Mechaniku« in Gaü- und Wasserleitungen" keine derart eingehenden geographischen Kennt,, fse vorauüsetzen kann. Dte Schwestern Will und Klara waren beide in sehr guten Händen bet Frl. Müller und Frl. v. Fel«. Letztere war in ^t ^Müjs^^^nd, wie überhaupt da« Stück reich an seelischen Erschütterungen t " dagegen war chl« dte personifieirte Lustigkeit und Lebhaftigkit allcrp d.'n nwar recht hübsch, wenngleich man ihm tn den letzten Nummern den Schrcck anmerkte. Frl. Frei) fand sich mit der Rolle der ahncnstolzen Gräfin EberSbulg recht gut ab und Herr Förster (Georg) spielte äußerst si-mpathisch. und schneidigen Alexander von Feldein konnte man si/ keinen X)aiftcaer wünschen, "la .Herrn Piepner, der für den „erkrankten" Herrn Hildebrandt dem wir recht gute Besserung wünschen — eingetreten ist. Daü Por- a, ;?!0 ,, '11 "'bten An zug war dem Feldstecher gegenüber nicht mut stichhaltig. Jedenfalls war c« eine schlechte Ausnahme. Th. M n. ~ Ueater.J 2fm ,/Jleucn Xöeatet". (I$af6 Leib) bringl ble SDkcctlon am Tltiitshij. Vlbd.b rt) beVuiii eine Jloultat unb »war Otto Mschei'ü allerllebflc» Luslfplel: dicf-r Pnpa" zur «uffübrung. Da« SlNck Ist an allen Hof- und Sladtthealer» mit arobcrn BctfaU gegeben und dürste dasselbe auch »och einen bcfoubern Dich darin mn *” r. y?vcnJ Krau Dir. Reine,« eine Hauplrolle in dc». Lustspiel ^machen ' vcrschicu badcr nicht, aus diese Dionllät ganz besonder« aufmerksam ®ltfi«n, 5. Diouembcr. Der Braud, welcher gestern Rbei.d die oben erwübuie Ans- rcguug in. Ldcater hernorr cs, entstand tu einem fi. de. Diühc de« 6af< Leib gelegenen nnhrd-ück!' 1, 01,1 tlmsaUe..« einer Petroleumlaterne. Da« Jener wurde sosort .7, $lc 2nh°bcr °°n Loosen der Münchener Kunst- und Knnstgewc. be- 8f*'1 l.» wird die Nachricht tnleiessi.cn, das. lümmtiiche gerade Loodnummcrii, gewinnen ,n e"tc,n anderen Gewinne herauügekommcn sind, ein Kunstblatt 0 . r>1 November, lieber die am 18. November hier gastircndcn Damen Ul,ö: Gräfinnen Ferrari, deren demnächst hier statlfiadende« 6 erwartete« Aust,eten signalisirt wurde, haben schon viele «UH.11. nuc$ ^Ee Künstlerinnen bi« jetzt conceitirten, sind sie gleich rnthustaft ch empfangen worden. Ihr Name genügt, um den Eoncert aal zu Men und jede« Eoncert bcdcntct einen Triumph mehr. Die Gräfinnen Ferrari sind echte l Wa« ihrer Kunst diesen .„.wider- tebltchcn.81111 bei verleiht, ist nicht allein ihre phänoincnale Technik und Schulung, !?ud-inauch de glückliche Vereinigung deü südländischen Feuer« mit der natürlichen fKniiiiti*h vin«• un * r. k.Z . J * eiWcinch mögen, durch ihre per- 9errMl fle?ä6ünroctb®L°' erUn0 6crDolvufen' U1,b i“ d-nen tim.cn dl- CS.äfinnni Aus Rheinhessen, 4. November. Anläßlich der Geschäftserleichterung, welche durch die Abtrennung des Flußbauwesens den Kretsbauämtern Worms und Bingen in Kürze erwächst, wird das Kretsbauamt Alzey demnächst aufgehoben und dessen Bezirk den beiden vorgenannten Kreitzbauämtern zugelegt. Grün berg, 30. October. Heute Abend wurde nach dem „Gr. A." ein junger kräftiger Mann, der 34jährige Maurer Schtldwächter, durch eigenes Verschulden von einem jäben Tode ereilt. Derselbe steckte in einer Metzgerei einen Fetzen rohes Fletsch mit der Aeußerung: „Könnt Ihr denn das auch?" in den Mund. Das Fleisch, das ein Gewicht von etwa 75 Gramm hatte, blieb im Schlunde stecken und führte nach wenigen Minuten den Erstickungstod herbei.. Hünfeld, 2. November. Die Schätzungen über den materiellen Verlust bei unserem großen Brandunglück gehen weit auseinander, wir glauben nicht allzuweit vom Ziele zu sein, wenn wir den Werth der abgebrannten, resp. durch Wasser rc. ruinirten 117,Wohnhäuser incl. ziemlich ebenso vielen Scheunen, Nebengebäuden rc. auf rund 1 Million JL schätzen. Wahrscheinlich ebenso groß, gewiß aber nicht viel geringer dürfte der Schaden an Mobiliar, Frucht, Viktualten u. s. w. sein. Also rund zwei Millionen Mark, eher mehr denn weniger. Da der Brand zum größtentheil den sogenannten besseren Stadttheil getroffen, dürfte eine erkleckliche Summe seitens der Prioat-Versicherungs-Gesellschaften zu nagen sein. Mit dem Aufschlagen von Baracken zur Unterbringung der an den Platz gebundenen ärmeren Bewohner wird in den nächsten Tagen begonnen. — Zu den Aufräumungsarbeiten in Hünfeld sind von dem in Eastel garnisonirenven Hessischen Pionier-Bataillon Nr. 11 ca. 70 Mann commandirt worden. Dieselben trafen am Morgen des 2. November an ihrem Bestimmungsorte ein, um zunächst mit einem Barackenbau zu beginnen. Zur Unterstützung der Pioniere sind Gespanne und Arbeiter aufgeboten worben, so daß in ca. 8 Wochen die Brandstätte von ihren Trümmern befreit sein wird, worauf sofort die nöthigen Vermessungsarbeiten für den Neubau der Stadt, welcher in symmetrischer Weise durchgeführt werden soll, beginnen. — Frankfurt, 4. November. In einem Hause der Schüppengasse Hierselbst wurde gestern ein Packet mit 6000 Frcs. gefunden. Das Geld soll von dem bekannten großen Diebstahl auf dem Neuterweg herrüyren. — Der Diebstahl bei dem Arzte in der Bleichstraße kann, wie sich jetzt herausstellt, nur von einem in dem Hause wohlbekannten Individuum verübt worden sein. Der Bestohlene, Herr Dr. St., pflegt nämlich seine Wohnung nach Beendigung der Sp cchstunde (um 6 Uhr) sofort schließen zu lassen; der Dieb hat sich somit schon früher -eingeschlichen gehabt oder war im Hause. In der betreffenden Nacht studirte dec Bestohlene bis nach 12 Uhr in seinem Arbeitszimmer, in welchem der erbrochene Sekretair steht, folglich ist erst nach dieser Zeit der Diebstahl auSgeführt worden. Was aber die Thal ganz besonders kennzeichnet, ist, daß der Spitzbube, welcher nur baareS Geld mitgehen, alles Andere dagegen unberührt ließ, den Sekretair erbrach, d. h. des Bestohlenen Gewohnheit, die eingegangenen Honorarbeträge hier zunächst aufzubewahren, kannte. Es geht das ganz besonders daraus hervor, daß andere Möbelstücke nicht angetastet wurden. 1400 JL sind dem Spitzbuben in die Hände gefallen. — Freitag Mittag entsprang einer der Diebe, welche s. Zt. den Einbruch In der Gallusstraße ausgeführt haben, ein ehemaliger Dachdecker Hoffnrann, welcher 5 Jahre Zuchthaus für dieses Meisterstück abzubrummen hat. Lange erfreute er sich der goldenen Freiheit freilich nicht, denn noch am selbigen Abend wurde er in der „Teutonia" dahier, wo er mit seiner Geliebten beim Nachtessen saß, verhaftet. Entweder hat Hoffmann gedacht, man werde ihn meilenweit von hier suchen oder es war ihm gar nicht ernst mit dem Fluchtversuch. Allerdings hatte er einen falschen Bart angelegt, um sich unkenntlich zu machen. — Das hiesige Fachblatt für die Gold- und Silberwaaren-Jndustrie enthält einen Aufruf an alle Fachgenossen zur Bildung eines großen Verbandes. Es ist dies die erste sichtbare Folge der im Juni dahier stattgehabten Versammlung von Gold- und Srlberwaaren-Jndustriellen. Die größten hiesigen, Hanauer und Pforzheimer Firmen haben den Aufruf unterzeichnet. UniverfltätS-Chronik. — Der,bisherige Privatdocent Dr. Endemann zu Berlin ist zum außerordentlichen Professor in der juristischen Facultät der Universität Königsberg ernannt worden. Der bisherige Privatdocent und ordentliche Lehrer am Wilhelms-Gymnasium zu Königsberg i. Pr., Lio. theol. et Dr. phil. Arnold ist zum außerordentlichen Professor in der evangelisch-theologischen Facultät der Universität Breslau ernannt worden. — Der Privatdocent Dr. Taschenberg in Halle ist zum außerordentlichen Professor ernannt. — Lic. Gloel in Halle hat einen Rus nach Erlangen angenommen. Seiden-Reste schwarz u. farbig für Schürzen, Besatz und Mäntel rc. in Coupons von V2—8 Met. Einsend, einer Seiden-!, ob- Wollstoff-Probe genügt mit Angabe der ungefähren Länge und Preis des gewünschten Stoffes; die Resten werden gewissenhaft ausgesucht und berechnet Proben kann rch nicht davon versenden. Von 20 Mark an porto- und zollfrei. G. Henne- berg, Zürich. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 7813 — Der Trost der Mütter beim Keuchhusten der Kinder. Wer kennt wohl nicht diese gefürchtete epidemische Krankheit, die mit katarrhalischen Affektionen beginnt und progressiv in den heftigsten Krampfhusten ausartet, der Erbrechungen und Blutungen aus Nase und Mund hervorruft? Der Keuchhusten ist ein Schrecken für die Mütter, eine Marter für die Kinder. Die Wlssenschaft hat kein Heilmittel, wohl aber die Natur ein Linderungsmittel, und zwar in den Sodener Mineral-Pastillen, die in warmem Wasser aufgelöst und öfters verabreicht, das beruhigende, das lösende Mittel sind, das diese langwierige Krankheit, die zuweilen Lungenentzündung, selbst Schwindsucht im Gesolge hat, in kürzester Zeit lindert. Bedarf es der Weisung mehr für eine vorsorgende Mutter, als daß diese Pastillen, die auf Grund wissenschaftlicher (Erprobungen als das diesbezüglich beste, gehaltreichste und heilkrästigste Medikament empfohlen werden, pro 85 H die Schachtel in allen Apotheken, Droguerien und Mineralmasserhandlungen iu haben sind. (Beim Einkäufe verlange man nachdrücklichst Aechte Sodener Mineral-Pastillen, und achte, ob deren Schachteln mit ovaler blauer Schtuymarke mit dem Facsimile Pb. Herm. Fay versehen sind.) 8057 Die Firma Seyffert Sohn. Greiz (Wollwaarenfabrlcatlon) bietet zu Fabrikpreisen die reichhaltigste Auswahl 8797 ' ' " wollener Damenkleiderstoffe --------- (Morgenkleider, Strassen- und Ball-Toiletten). — Fehlerfreie Roben knappen Maasses zu Geschenken geeignet, äusserst billig. — Muster umgehend. Wie heizt man Räume, welche keinen Schornstein haben? Mit dem tragbaren Carbon Ofen, welcher ohne Schornstein rauch- und geruchlos brennt. Jllustr. Prospect durch die Carbon-Natron-Heiz-Cie. in Dresden. 7395 Handel und Verkehr. Grünberg, 3. November. (Fruchtpreise). Weizen 19,50, Korn 16,30, Gerste JL. 14,00, Hafer JL 13,20, Erbsen JC 19,00, Samen JL 23,00, Wicken JL 00,00, Kartoffeln 0,00. Linsen JL 00.00. Kirchliche Aiyeigrn der evangelischen Gemeinde. Heute Montag Abend 8 Uhr: Bibelstunde in der Kleinkinderschule, 1. Moses, Kap. 4, Kain und Abel, der Menschen Thun und Gottes Walten. Pfarrer Dr. Naumann. Allgemeiner Anzeiger. Königliche Cisenbahn»Direktion I Hannover Bekanntmachung. In Folge des anhaltenden starken Herbstverkehrs und des damit verknüpften allgemeinen Wagenmangels wird mit Genehmigung des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten die zwölfstündige Be- und Entladefrist vom 5. d. M. ab auch für offene Wagen für die am Stationsorte selbst und für die innerhalb eines Umkreises von 5 km vom Stationsorte wohnenden Interessenten auf 8 Tagesstunden, eingerechnet die Mittagszeit, eingeschränkt. Hannover, den 3. November 1888. ____Königliche Eisenbahn-Direction.___________________8954 Loui& HaiO®, Porzellanmalerei, Poessneck b. Jena 8929 empfiehlt den Herren Studirenden seine Dedikationsartikel mit Wappenmalerei bei exakter schneller Ausführung zu billigen Preisen. Wirthfchasts'Eröffmmg. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich unterm Heutigen die Resiauralioii zum Wiener Hof übernommen habe. E; wird stets mein Bestreben sein, für feine Speisen und Getränke (Bier aus der Brauerei Friedel) Sorge zu tragen. — Für Gesellschaften oder Vereine ist ein separates Zimmer vorhanden Zu recht zahlreichem Besuche ladet ganz ergebenst ein 8948 Heinrich Kalkbrenner, vormals Braumeister der Brauerei Friedel. In der Wagenreparaturhalle auf Bahnhof Gießen soll eine Zwischendecke hergestellt werden. Zur Vergebung der Arbeiten ist Termin aus Montag den 12. November, Vormittags 11% Uhr, im unterzeichneten Eisenbahn-Bau-Jn- spections-Bureau anberaumt. Angebotsformulare sind von da gegen freie Einsendung von 0,50 «X zu beziehen. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection. Schwamborn. [8928 Die Gemeinde Großen-Linden kauft Hafer und Stroh. Offerten nimmt unterzeichnete Stelle entgegen. Großen-Linden,-am 3. Novbr. 1888. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 8926 Mittwoch den 7. Novbr., Nachmittag? 2 Uhr, werben in der Fleti'schen Hofraithe gegen Baarzahlung versteigert: Sophas, Kommoden, Kleiderschränke, 2 Betten, Tische, Spiegel, Bilder, 1 Zither, 2 Pferde, 3 Kühe, 2 Wagen, 1 Stoßkarren u. a. Geißler, 8953 Gerichtsvollzieher. Mittwoch den 7. Novbr, Nachmittags Vr3 Uhr, versteigere'ich in der früher Koch'schen Wirtschaft — Seltersweg 35: 1 Secretär, 1 Küchenschrank, 1 Visschrank, 1 Glasschrank, 2 KleiderschrLnke und 2 Betten mit Matratzen. Versteigerung findet bestimmt statt. Bühner, 8964 Gerichtsvollzieher. Ileikgeßotenes. Gothaer Cervelatwurst frffch eingetroffen bei §932 Ferd. DrebeS« Schreibgehülfe zum alsbaldigen Eintritt gesucht. oner, Geißler, §957__Gr. Gerichtsvollzieher. 8927 Ein tüchtiger Geometer» ! gehülfe kann Stellung erhalten, i Kleine Probezeichnnng, Schrift, Gehalts- , arffpruch und Angabe des Lebensalters er- \ wünscht. Gest. Offerten unter Nr. 455 \ an Rudolf Moffe, Offenbach a. 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Jubiläums-Band Die Nr. 5 enthält u. a.: DiSconto-Com.-Antheile Lombarden im Saale des Cafe Leib. _____________________Der Vorstand. Oefterr. Staatsbabn-Actien 1880 40/0 Russen Oblig. Darmstädter Eisenbahnaciien Aermischle Anzeigen. ,.8®4.3a Mädchrn für ein hiesiges Geschäft in die Lehre gesucht. Angenehme Stellung und wird eventuell Salair sofort gegeben. Offerten A. 100 an die Exped. d. Bl 16.14-16.18 16.11-16.15 20.28-20.38 4.18-4.20 SWVn Solms-Brauns. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oefterr. Goldrente 4,/5% Oefterr- Stlberrente 5% Portugiesen Oblig. 4% Griechen 5% Ottoman. Zoll-Obl. 3‘/2% Grünberger Obl. Seid forte«. im Alter von 25 Jahren Samstag Nachmittag 5 Uhr sanft entschlafen ist. Um stllle Theilnahme bitten Gießen, den 5. November 1888. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag den 6. November. Na», mittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Tiefenweg 13, aus statt. ' [8937 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Milthelluna daß unser mnigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Jreümffigc gml sche Feuerwehr. SamStag den 10. November a. e.: 33jähriges Stiftungsfest verbunden mit Theater und Tanzunterhaltung 41/2°/o Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 4o/o Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 072% do. 5% Buderus Oblig Die Bibliothek des Gewerbvereins ifl von heute ab täglich — mit Ausnahme des Montag und Samstag — von 8 ms 12 Uhr Vormittags und außerdem Montags von 7V2 bi- 9 Uhr Abends den Mitgliedern geöffnet. v 8777 ©er Vorstand. Coursbericht der frankfurter Börse. Reichsbank-Disco nto 4°/» ». November 1888. Franks. Bank-DiScont- 4°/° Die «bcrhessifchc Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde versammelt sich Mittwoch den 7. No- Umber, Abends 6 Uhr, im landwirth- schaftlichen Institut in der Aula. 1) Vortrag des Herrn Dr. Thaer: „Ueber den Dampfpflug". 2) Vortrag d- Hrn. Prof. Dr. Buchner: „Werden auch Pflanzen von Chloroform rc. anästhesiert?"' f8944 Der Zutritt ist für Jedermann frei. Gießener sreiw. Feuerwehr. Zur Beerdigung unseres Mitgliedes Friedrich Belief werben bie Kameraben ersucht, burch Theilnahme an berselben ihm die letzte Ehre zu erweisen. y Zusammenkunft V23 Uhr bei Kamerad Grün (in Civll). 8956 20 Francs-Stücke do. in Vi Engl. Souvereians Dollars in Gold 8966 Ein Ring vom Neuenweger Thor um die Ostanlage nach dem Philosophen- wald verloren. Gegen gute Belohnung in der Exped. d. Bl. abzugeben. Danksagung. der Drühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. " heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage 107-70 104.20 107.20 105.30 106.50 Thino Pbotinos. Forts. Roman Bernbardine Schuizc-Schmidt. — Schiffersrau. Eine Seegefchichte Heinrich Kruse. - Reue Erscheinungen aus der geschichtlichen Litteratur. Von Gottlob Eg-lhoaf. - Auf Vorposten um Orleans im Herbst 1870. Von Tanera- - Aus DeutschrOstasrika. Mit vier Illustrationen — Am Familientifch. Zu unfern Bildern : Der Gefoppte von I. Kricheldorf, und Der widerwillige Kranke von C Koch. - Das deutsch- “«Äfc Hospital in Sansibar. Von C. G. Büttner. - Ein Gedicht von Mar Schneckenburger. - Rechtsrath. - unserer Spielecke. und zweite Beilage: Aus der Zeit — für die Zeit. Dritte Beilage: Frauen-Daheim- Probenummern gratis durch alle Buchhandlungen oder von der Daheim-Expedt- __tion in Leipzig. 4% Preußische Consols W/o do. 4% Nassauer Oblig. 4°/o Bayerische Oblig. 4% Badische Oblig. 4% Hessische Oblig. 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr- 4% Ungar. Goldrente 160.10 Marienburger Eisenbahnaciien - . Anni Reiners. Ahde, seine Schwägerin Antonie Frey. RealschuldirectorLivonius Wilh. Pieper. Gertr. Ritter, seine Nichte Hedw. Müller. Fred^Fock Adam Reiners. ; Hans Holm, Prem -Lieut. Ludwig Förster. Baumann, dessen Bursche Eugen Göhler. Brigitte, bei Alide Luise Gilsa. Josef, Diener b. Livonius Max Löwe. Hippe, Diener bei Fock Karl Hentschel. Neues Theater in Giessen. Dienstag den 6. November: Neu! O, dieser Papa! Neu! Lustspiel in 4 Acten von 0. Vischer. . Personen: bei Andreas Guler. Täglich geöffnet von 6 Uhr Morgen» bi» 1 Uhr Abend». Sonntags bi» Mittag 12 Uhr. ®ie Sellen finb burch Dampf geheizt. [8162 Außer verschiebenen Salzen unb Mutterlaugen sind sämmtliche Babe- Extracte,^als: Flchtennadel-, Malz«, Loh-und Weizenkleie-Extracte zu haben. WBF Abonnements werden jederzeit entgegengenommen. Geschäfts Eröffnung. verehrlichen Publikum, sowie meiner werthen Nachbarschaft bie ergebene Anzeige, baß ich in bem von mir erkauften Hause Bahnhof- strape 3i eine Gastwirlhschaft y y ' Zum Soknser Hof errichtet habe. Vorzügliche Speisen und Getränke zu jeder Zeit. Stets beste Bedienung zusichernd, sehe ich zahlreichem Besuche gerne ent- 6^en. Hochachtungsvoll 8963 Ang, Fr. Aäbold. Sonntag den 18. November- * GROSSES CONCEIiT der Schwestern Gräfinnen Augusta und Ernesta Ferrari d’Ochieppo als Pianistinnen und Sängerinnen Abends 5 IThr Im grossen Saale des Gesell. Schaftsvereins. .. 1>25 (für die Herren Studenten Mk. 0,75), Sperr ’ ’ Dsow‘e Progrimme sind in der Musikalienhandlung Ernst € ballier (Rudolph’s Nachf.) zu haben. 8931 Chromwasser, nach Vorschrift von Dr.GUntz, Director einer Privatklinik in Dresden. Dieses Mineralwasser, wiederholt empfohlen von mehreren Directoren von Universitätskliniken, offerirt den Herren Aerzten u. Apothekern der allein autorisirte Fabrikant O. Lische, Apotheke zum rothen Kreuz und Mineralwasser - Fabrik zu Plauen-Dresden, ä Fl. 60 Pf. , . ^ie-he das Buch: >tDie Chromwasser- behandlung der Syphilis. Eine neue Methode von Dr. <»üntz in Dresden.“ II Auf- lage. Arnoldische Buchhandlung. Leipzig. Aermietyungen. 8965 Ein Logis zu vermiethen. __________Schloßgasse 9. 8951 Eine Wohnung von 9^10 Zimmern in freier Lage zu ver- miethen. 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Unter Hinweis aus die Bestimmungen über Anlage der Haus- wasserleitungen zu Gießen machen wir daraus aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Waffers in den Hauswafferleitungen bei eintretender stärkerer Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Hauswafferleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. — Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Waffermeffer befindliche Hauptabsperrhahn geschloffen und dann das seitlich desselben befindliche EntleerungShähnchen geöffnet wird und dieses so lange geöffnet bleibt, bis das in der Hausleitung stehende Waffer vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschloffen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalte — — Ein größerer Theil des Waffers kann auch schon durch das Zapsoentil der untersten Küche entleert werden. — Nach stattgehabter Entleerung sind diese beiden Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft, bezw. der Entleerung des Waffers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahns erfolgt durch Aufsehen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung in der Richtung von links nach rechts — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt. — Das Oesfnen des Hauptabsperrhahns geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wafferentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder geöffnet werden- Abzweigleitungen nach Waschküchen, Hofräumen, Gärten u. s. w. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunst, welcher die betr. Leitung gefertigt hat. Die Mass ermess er sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die Herr. Kellerfenster geschloffen zu hallen. Durch diese Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Be- schädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. — Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Be- ^heiligten zur ganz besonderen Beachtung. Gießen, den 3. November 1888. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen.8886 Jeilgeöotenes. 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Das entsetzliche Brandunglück, welches in den letzten Tagen die Stadt Hünseld betroffen hat, fordert gebieterisch zur schleunigsten Hllfe auf. Von den zwischen 1800 und 1900 Seelen zählenden Einwohnern sind 1200 durch das Feuer, welches über 300 Gebäude zerstört hat, obdachlos geworden. Die Unterzeichneten werden eine Liste zum Einsammeln von Beiträgen in Umlauf setzen, bitten aber, jetzt schon Kleidungsstücke, Bettwerk, Naturalien u. s. w. an die im alten Nathhause auf dem Marktplatz und der Bürgermeisterei vor dem Neuenwegerthor vorläufig errichteten Sammelstellen, abliefern zu wollen. Gießen, den 31. October 1888. Baist, Bostroem, Bramm, Rechtsanwalt. Rektor der Landesuniversität. Oberbürgermeister. Dr. Elz, Fresenius, Freiherr v. Gagerrr. Pfarrer. Polizeirath. Provinzialdirektor. L. Georgi, Dr. Gutfleisch, S. Heichelheim, Fabrikant. Rechtsanwalt. Bankier. A. Heß, Jockei, v. Jungenfeld, Rentner. 1. Staatsanwalt. Bankvorstand. Dr. Knorr, Dr. Levi, Dr. Naumann, Landgerichtspräsident Rabbiner. Pfarrer. Äd Noll, E Silbereisen, Wortman«, Commerzienrath. Commerzienrath. Bankvorstand. SMB* Auch die Expedition des „Gießener Anzeiger" erklärt sich Annahme von Geldbeiträgen bereit. Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich neben meinem Cigarren- En-gros-Geschält noch eine Cigarren- und Weinhandlung en detail s Neuenbäue 9 errichtet habe, und empfehle ich mein neues Unternehmen einem geehrten Publikum bestens. 8911 Hochachtungsvoll Friedrich Stooss. L. Mühlhausen Westanlage 13, parterre. Große Auswahl in Wintermänteln, Regenmänteln, Jacken, das Neueste zu billigen Preisen. 8720 Wohlschmeckend, durchaus rein. Aus besten Materialien bestehend. ■e MmerafM in taten Silberne Medaille: Cöln, August 1888. ■ General-Vertretung: J BF. Th. 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