£’,r. Erstes Blatt. Sonntag den 6. Mai Giehcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. (MWwkwM.W»NKKL?"LNSSÄZ Amtlicher HHeiL . ,^^und«n:1 Maßstab, 1 Wagenring, 1 Peitsche, 1 seidenes Halstuch, 1 Noti,buch, 1 Zahnstocher, 1 Gartenthüre, 1 Taschenmesser, 1 Fächer 1 Slchel, mehrere Schlussel und Hundeblechmarken. — Zugelaufen: 1 Dächselhund, 1 Spitzhund. — Zugeflogen: 1 Kanarienvogel. Gießen, am 5. Mai 1888. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Politische Ueberfkcht. Gießen, 5. Mai. Auch die Bewohner der von der Ueberschwemmungskatastrophe betroffenen Elb- niederungen sind nunmehr durch den Besuch der Kaiserin erfreut worden. Die hohe Frau, welche wiederum von der Prinzessin Victoria begleitet war, traf am Donnerstag Vormittag in der zehnten Stunde in Wittenberge ein, woselbst die Bevölkerung der Monarchin und ihrer erlauchten Tochter einen eben so glänzenden wie herzlichen Empfang bereitete. Die Kaiserin sprach bei dem officiellen Empfange auf dem Bahnhofe ihre Genugthuung über die Opferwilltgkeit der Behörden und der Ein- -wohnerschaft Wittenberge's aus und trat nach einer Fahrt durch die festlich geschmückte Stadt die Weiterreise nach den Ueberschwemmungsgebieten der Priegnitz-Niederung auf dem Regierungsdampfer „Hermes" an. In der dritten Nachmittagsstunde traf die Kaiserin nach stürmischer Fahrt in Hitzacker ein und vertauschte hier das Dampfschiff wiederum mit dem Bahnwagen; um V<4 Uhr erfolgte die Ankunft in Lüneburg. Die ihr hier bereitete Aufnahme war eine überaus begeisterte; in den Straßen hatten sich Korporationen, Vereine und Schulen aufgestellt. Gegen 6 Uhr Abends erfolgte die Wiederabreise der Kaiserin von Lüneburg und kehrte die hohe Frau über Büchen und Lauenburg nach Charlottenburg zurück, woselbst die Ankunft am Donnerstag Abend ;1/*11 Uhr erfolgte. Der Kaiser blieb am Donnerstag bis Abends außerhalb des Bettes, theils auf dem Sopha, theils im Lehnsessel ruhend^'und nahm er in letzterem gegen 8 Uhr auch das Abendbrot ein. Am Freitag Morgen war der Kaiser fieberfrei und befand er sich zeitweise außerhalb des Bettes. Da die Kräfte jetzt allmählich zunehmen und das Gesammtbefinden des hohen Patienten überhaupt zur Zeit zu keinen unmittelbaren Besorgnissen mehr Anlaß giebt, so werden bis auf Weiteres auch keine täglichen Bulletins mehr ausgegeben. In Folge der anhaltenden Besserung im Befinden des Kaisers dürfte Sir Morell Mackenzie nunmehr seine längst geplante Reise nach London behufs Erledigung dringender persönlicher Angelegenheiten zur Ausführung bringen. Die Nachricht, es habe dem Prinzen Heinrich von Battenberg der Schwarze Adlerorden verliehen werden sollen, es sei dies aber in Folge des Einspruches des Fürsten Bismarck unterblieben, wird wieder dementirt. Ebenso ist die Meldung, Professor Gneist würde demnächst in den Freiherrnsland erhoben werden, unbegründet. Im ReichSlande gehen die Behörden neuerdings wieder schärfer gegen die Vereine vor, welche deutsch-feindliche Tendenzen verfolgen, diese Ziele aber hinter irgend einem Deckmantel verbergen. So wurde vor kurzem die medicinische Gesellschaft in Straßburg — societd de mSdecine — durch Verfügung des Bezirkspräsidiums des Unterelsasses aufgelöst und nunmehr sind von der gleichen Maßregel auch die medicinischen Vereine des Oberelsasses, soweit sich dieselben mit der allgemeinen ,80cietd de nuSdecine“ decken, aufgelöst worden. In Belgien macht sich wiederum eine Strikebewegung in den Kohlendistricten des Westens gellend. In Quarcgnon haben gegen 500 Grubenarbeiter wegen verweigerter Lohnerhöhung die Arbeit eingestellt und wird dies nur als Vorspiel zu einem .größeren Strike betrachtet. Die .heilige Karawane", welche alljährlich zur Frühlingszeit von Constan- tinopel nach Mekka zieht, wurde am 26. v^M. vom Sultan entlassen. Unter großen Feierlichkeiten und im Beisein der höchsten Staatswürdcnträger werden dem Karawanenführer die für das Grab des Propheten bestimmten Geschenke des Sultans übergeben und, geborgen in kostbaren Truhen und Tüchern, den Rücken der beiden „heiligen Kameele" und von fünfzehn Maulthieren anvertraut; die Karawane dürfte nicht vor August in Mekka anlangen. Die Kosten der Ausrüstung der Karawane und der Reise belaufen sich auf etwa eine Million türkische Pfund und es soll dem türkischen .Finanzminister schwer genug geworden sein, diese Summe aufzutreiben. Darmstadt, 5. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog, Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog, sowie Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzessinnen Irene und Alix hatten sich gestern Mittag zum Besuch der Höchsten Herrschaften nach Schloß Heiligenberg begeben, nahmen an der dortigen Tafel Theil und kehrten im Laufe des späteren Nachmittags hierher zurück. Berlin, 4. Diät. Der Verlauf der letzten Tage läßt bei aller Vorsicht, die in der Beurtheilung detz Gesundbettszustandes des Kaisers geboten ist, doch die Hoffnung gerechtfertigt erscheinen, daß die jetzt eingetretene Besserung einige Zeit anhalten wird. Dafür spricht auch die Thatsache, daß die Aerzte von der Ausgabe regelmäßiger täglicher Bulletins jetzt glauben absehen zu können. Das ursprüngliche Grundleiden hat in den letzten Wochen nur geringe Fortschritte gemacht und es bestätigt sich vollkommen, daß die bedenkliche Erkrankung, von welcher der Kaiser vor nunmehr drei Wochen befallen wurde, nur indtrect mit dem Grundleiden zusammenhängt und hauptsächlich von einer Entzündung im Wundkanal herrührt, die nunmehr zurückgegangen ist. Die Lungen sind, wie die Aerzte auch neuerdings wieder constatirt haben, von dem Krank- heitsproceß nicht ergriffen. Der Kaiser war den Tag über fast ganz fieberfrei. Er hat das Bett früher verlassen als sonst und den größeren Theil des Tages theils im Lehnstuhle, theils auf dem Sopha zugebracht. Eine Hebung der Kräfte ist nunmehr deutlich bemerkbar. Der Kaiser kann wieder gehen, wenn er sich auch vorläufig noch große Schonung auferlegen muß. Die Stimmung des Leidenden ist in Folge dieser günstigeren Erscheinungen auch wieder eine bessere und die Aerzte berichten rührende Züge von der Ergebenheit und der Dankbarkeit des Kaisers für alle Beweise der Anhänglichkeit und Verehrung. Die Blumenspenden, die ihm unausgesetzt in ungewöhnlicher Fülle und Pracht zugehen, machen ihm andauernd aufrichtige Freude. Sein Zimmer gleicht einer Blumenhalle. Seiner Umgebung macht sich der Kaiser mehr als früher auch mündlich verständlich, die Familienangehörigen, die Aerzte und die Dienerschaft verstehen das, was der Kaiser in einer Art Flüsterton spricht. (F. Z.) Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Lorrespondenr- Bureau» Berlin, 4. Mat. Der Kaiser hat recht viel geschlafen, jedoch war die Nacht häufig durch Husten unterbrochen. Das Fieber ist sehr gering und Morgens verschwunden. Die Erholung schreitet langsam fort. Man hofft, der Kräftezustand werde sich täglich heben. Der Kaiser ist heute auf einem Rollstuhl in's große Empfangszimmer gefahren, wo er das Kronprinzenpaar empfing. — Der Kronprinz empfing gestern Nachmittag Gneist zum Vorträge, welcher darauf zur Tafel gezogen wurde. Berlin, 4. Mai. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt über das Befinden deS Kaisers: Der zuweilen auftretende etwas stärkere Hustenreiz wird meist durch vermehrte Absonderung bervorgerufen, welche in den letzten Tagen zuvor eher etwas abgenommen hatte und lediglich aus der Wunde, nicht aus den Lungen herrührt. In letzteren ist bisher eine Erkrankung nicht nachweisbar. Der Appetit steht zwar noch unter dem Einfluß mangelnder Bewegung, ist aber befriedigend. — Dem Vernehmen nach wird die Kaiserin einer der nächsten Sitzungen deS Hilfscomits's für die Ueberschwemmten beiwohnen. — Wie verlautet ist dem Oberhofmeister Graf Seckendorf das Prädikat Excellenr verliehen worden. — Carl Schurz wird heute bei dem Reichskanzler speisen; unter den anderen Geladenen befinden sich auch Graf Stolberg - Wernigerode und Graf Dönhof- Fliedrichstein. Berlin, 4. Mai. Das Herrenhaus nahm den Gesetzentwurf, betreffend die Verfassung der Verwaltungsgerichte und betreffend das Verwaltungsftreitverfahren, unverändert an und genehmigte die Sekundärbahnvorlage gleichfalls unverändert. In der morgen um 12 Uhr stattfindendcn Sitzung kommt die Vorlage über die Provinzialordnung fü die Provinz Schleswig-Holstein zur Berathung. — Das Militär-Wochenblatt veröffentlicht die Ernennung des Herzogs v. Con- naught zum Chef des 3. (Ziethen) Husaren Regiments. Berlin, 4. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm nach einer längeren aber unerhebliche Debatte den Gesetzentwurf, betreffend die Kreis- und Provinztalordnung für die Provinz Schleswig-Holstein nach den Beschlüssen der zweiten Lesung in der dritten Berathung an. Der Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung eines Amtsgerichts in Tirschtiegel wurde in der ersten und zweiten Lesung genehmigt. Ueber den Antrag des Abgeordneten Scheden auf Annahme des Gesetzentwurfes, betreffend das Verbot der Verwendung von Surrogaten bei der Bierberettung wird zur Tagesordnung übergegangen und die Resolution angenommen, die Staatsregierung aufzufordern, int Bundesrathe dahin zu wirken, daß die baldige reichsgesetzliche Regelung der Herstellung und des Vertriebes von Bier herbeigeführt werde. Der Staatsminister von Bötticher hatte für die Annahme der Resolution gesprochen und die baldige Regelung der Frage in Aussicht gestellt. Hierauf wurde eine Anzahl Petitionen der Regierung zur Erwägung überwiesen. Morgen um 11 Uhr findet die nächste Sitzung statt, in welcher über den heute eingegangenen Gesetzentwurf, betreffend die Verleihuna von Korporationsrechten an die Niederlassung geistlicher Orden berathen werden wird. — Der Gesetzentwurf, betreffend die Verbesserung der Oder und Spree ist dem Abgeordnetenbause zugegangen und fordert 21,500,000 v*L für die Oderstrecke von Breslarr bis Kosel, 3,200,000 für den Lauf der Spree innerhalb der Stadt Berlin und bis zur Einmündung in die Havel und 1,600,000 JL für die Regulierung der unteren Oder durch sechs einzelne aufgeführte Anlagen. Die Ausführung der Verbesserung der Oderstrecke von Breslau bis Kosel soll aber erst beginnen, wenn der erforderliche gesammte Grund und Boden unentgeltlich und als Eigenthum der Regierung überwiesen oder der dafür nothwendige Kostenbetrag sichergestellt ist. Die Ausführung der oben genannten einzelnen Anlagen erfolgt erst, wenn die Ausführung der anschließenden Deichanlogen gesichert ist. Dresden, 4. Mai. In der Fabrik für Sicherheitszündhölzer Brückner u. Zinke in Cölln bei Meißen hat heute Nachmittag in dem Arbeitsraum eine Pulverexplofion stattgefunden. Zwei Arbeiterinnen sind tobt, mehrere verwundet. Kopenhagen, 4. Mai. Die Eröffnung der hiesigen Ausstellung ist nunmehr endgilttg auf den 18. dss. Mts. festgesetzt. Die Berichterstatter auswärtiger Blätter, welche der Eröffnungsfeier beiwohnen wollen, haben sich bis zum 16. dss. Mts. zu legitimiren. Belgrad, 4. Mai. Der frühere Minister - Präsident General Gruic ist pen- sionirt worden. — Die Meldung der Blätter, die Regierung beabsichtige durch Einführung der Preßcensur eine Einschränkung der Preßfreiheit, ist unbegründet. Die Regierung plant keinerlei Beschränkung der bestehenden Preßfreiheit, wird aber jede Preßüberschreitung gesetzlich strengstens ahnden. Lokales. Gießen, 5. Mai. Gestern fand in Frankfurt a. M. eine Vorstandssitzung des Verbandes Südwestdeutscher Branntweininteressenten statt, worin beschlossen wurde, in Anbetracht der fortwährenden Beunruhigung der Spirituosen-Branche, hervorgerufen durch das immer wieder auftauchende Bestreben zur Gründung eines sogenannten Spiritusringes eine Versammlung auf Mittwoch den 9. ds. nach Frankfurt einzu- berufen. Sämmtliche Mitglieder des Verbandes sollen hierzu eingeladen und zur Beschlußfassung oorgeschlagen werden, daß von den Brauern und Händlern (die Namen werden den Mitgliedern zur Zeit bekannt gegeben), welche fernerhin die Ring- projecte unterstützen, beziehungsweise beitreten, seitens der Verbandsmitglieder, es sind dieses über hundert, wozu auch fast alle hiesigen Firmen gehören, nichts mehr gekauft resp. abgenommen werden soll. Außerdem soll ähnlich wie in Nordhausen eine Einkaufs-Commission , welche sich mit Brennern und Spritfabrikanten, die der geplanten Spiritusbank nicht beitreten, sofort in Verbindung zu setzen hat, gebildet werden. — Wir können unfern Lesern heute mittheilen, daß die Aufführungen be£ Luther festspiels von H. Herrig, denen man mit allgemeinem Interesse entgegensieht^ in den ersten Tagen des Juni in der Stadtkirche dahier beginnen werden. Nach allen. sehr umfangreichen Vorbereitungen steht zu crcvarten, daß sich die hiesigen Aufführungen den besten in Deutjastand an die Seile stellen werden. Nähere Bekanntmachungen durch Annoncen u. s. w. werden in Kürze eriolgen. Vermischte $. Wetzlar, 4. Mai. Ein Brandunglück, wie es in gleicher Größe seit langen Jahren nicht dagewesen ist, hat heule Nacht den oberen Theil unserer Stadt heim- gesucht. Es mochte etwa um 2 Uhr Morgens sein, als plötzlich der Schreckensruf „Feuer" die noch im Dunkel daliegenden Straßen durchgellte. Schon die Ersten, welche, diesem Rufe folgend, sich aus dem Schlafe aufrüttelten, sahen sich einer mächtigen Flamme gegenüber, welche aus dem Hause des Schreinermeisters Friedr. Sarges emporlohte. Gleichzeitig aber ertönten schon verzweifelnde Hilferufe der die oberen Etagen dieses Hauses bewohnenden Personen, welche, da das Treppenhaus sogleich von dem Feuer ergriffen worden war, den gewöhnlichen Ausgang aus dem Hause versperrt fanden. Obwohl zu dieser Zeit noch wenige Leute zur Stelle waren, gelang es doch, durch eilends herbeigeschleppte Leitern'wenigstens das Leben der so hart Bedrohten zu retten. (Sm besonderes Verdienst hat sich hierbei der Sohn des Hausbesitzers, Karl Sarges, erworben, welcher unter Nichtachtung der eigenen Gefabr mehrere Menschen aus dem brennenden Hause rettete. Leider hat der junge Mann sein muthiges Werk nnt unterschiedlichen, gar nicht unerheblichen Brandverletzungen büßen müssen. Mittlerweile griff das Feuer mit rasender Schnelligkeit um sich; es war noch nicht 3 Uhr, als bereits fünf Gebäude, außer dem Sarges'schen auch diejenigen des Schuhmachermeisters David Maas, des Rentners Phil. Holl, des Metzgers Loeb Heldenmuth und der Wütwe PH. Zimmermann, lichterloh brannten. In dem Augenblick, wo wir dieses schreiben — 10 Uhr Morgens — lodert das Feuer noch an allen Ecken und Enden und es ist vorauszusehen, daß von allen den genannten Häusern außer den Grundmauern so gut wie Nichts stehen bleiben wird. Beschädigt ist außer den erwähnten Gebäuden auch noch das ehemalig Höpfner'sche Haus, dessen eine Wand wahrscheinlich eingeschlagen werden muß, wenn sie nickt von selbst einstürzt. Die Gefahr ist zwar jetzt für die Nachbargegend so gut wie abgewendet zu betrachten, gleichwohl wird die Feuerwehr vor morgen Abend kaum von der Brandstätte gänzlich Abschied nehmen können, da aus den übereinander geschichteten Trümmern, den Balken und dem Mauerwerk, die Flammen noch immer lustig emporzüngeln. Soviel wir erfahren konnten, sind im Ganzen etwa 12 Familien durch das Brandunglück betroffen, von denen die meisten allerdings versickert haben, während einige und zryar, wie wir höien, gerade solche, die Nichts als das nackte Leben gerettet haben, nicht affecurirt gewesen sind. Namentlich in dem Sarges'schen Hause 'dürften sehr viele Mobilien zu Grunde gegangen fein; einem Handschuhmacher wäre, wie man erzählt, für mehr als 1000 Thlr. Leder verbrannt. Unsere Feuerwehr war zwar ziemlich rasch zur Stelle, sie hatte aber einen um so schwereren Stand, als sich einmal das Feuer ungeheuer rasch aus- breitete, sodann weil es nur mit erheblichen Schwierigkeiten gelang, Wasser zur Stelle zu smcfffew Ganz besonders erschwerend hat hierbei der Umstand mitgewirkt, daß der Gold- silchteich wegen der augenblicklichen Näumungsarbeiten wasserlos ist und daß die nächftge- Jcg™e Pumpe so dicht an den brennenden Häusern sich befand, daß sie schlechterdings nicht in Benutzung treten konnte. Es mußten in Folge dessen erst lange Schlauche gelegt werden, man mit der Spritzarbeit beginnen konnte. Etwas spät zwar, aber immer noch früh genug, um unsere theilweise sehr stark angestrengte Feuerwehr wirksam zu unter; stutzen, erschienen die Spritzen von Niedergirmes und Garbenheim. Die dieselbe begleitenden Leute haben denn auch an den Einreißungs- und Ausraumarbeiten tapfer mit- aeholsen. Augenblicklich wird die Feuerwehr durch dieSchüler des Gymnasiums, welchebeim Pumpen und Wasserholen wacker mithelfen, unterstützt. — Ueber die Ursache des Brandes haben wtr etwas Bestimmtes bis jetzt nicht in Erfahrung zu bringen vermocht. ,. waTa ln dem Nachtdunkel, welches bei dem Höhepunkt des Brandes noch über Stad ausgebreitet war, ein schauerlich-schöner Anblick, als zwischen den dichten Rauchwolken die lohenden Flammen aus allen Fenstern und Oeffnungen der brennenden §"^^^I^o^lugten. Gleichwohl möchten wir wünschen, daß uns in unserer Stadt blkles Schauspiel möglichst erspart bleibe. Und bann möchten wir aus diesem neuesten Brandungluck noch die Berechtigung zu einer Mahnung herleiten, zu der Mahnung nämlich: Versichert Euer Hab und Gut, damit Ihr Euer Haupt jederzeit ruhig zum Schlafe betten könnt! 00 Frankfurt a. M., 1. Mai. Die Restauration im Centralbahnhof ist gestern vergeben worden. Herr Halfen, Restaurateur der Taunus-Bahnhofs, erhielt dieselbe. In engerer Wahl waren die Wirthe des „Hotel du Nord" und des alten Bürgerveretns. La0' deu der Restaurateur des Centralbahnhofes als Pacht zu zahlen hat, ist uuu pro Jahr. Handel und Verkehr. Aist t>em heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0-05-100, Hühnereier pr. St. 5 2 Stück M, Enteneier 5- H, Ganseeier St. 9—10 ^, Kale vr. St. 4—8,4, Kasematte per St- 3 Erbsen per Liter 16 H wa ?nnerAlfcr 30 Paar Jt 0.70-0.90, Hühner per*Stück JL 0.85 «Jka00' per Stück 1.70—2.20, Enten per Stück JL 2.00—2.50, Ochsen- steifch per Pfund 56-64 4, Kuh- und Rindfleisch 45-50 H, Schweinefleisch 50-60 L ^"sch 54—64 H, Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4 75—6.00 per Eentner X 13.00—14.00, Milch per Liter 12—18 Weißkraut Stück , . . Seidene Müllerftaje - direkt an Mühlenbesitzer - ver. KJJJ* k^^er^' cylinder- und stückweise zu Fabrikpreisen porto- und zollfrei das Seidenfabrik-Depot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich” mufter und Kostenvoranschläge umgehend gratis. — Briefporto 20 Pf. ' 3821 Telegraphischer Schiff-bericht cn m der «Red Star Line" Antwerpen. , Q. „ New-York, 2. Mai. Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star | Line , in von Antwerpen heute wohlbehalien hier angekommen. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Eießen Nufgebote. , Apru: 28. Georg Gustav Brandenburg, Augenarzt zu Gießen mit gjiarthn »nn - mar? $a8coe ,u Gictz-n. 28. H-inrich tzchu-m-ch^' » Z. G-rd ° füstlter im 115 Infanlerie-Regiment zu Darmstadt, mit Eliiabe.'h Lotz, geb. ^rnbcrgrr Wi"we von Schuhmacher Justus Lotz zu Gießen. 30. Georg Karl Ludwig Haubach Cigarrenfabrikant zu Darmstadt, mit Luise Johannette Katharine Philippine Flett von mr 2? L \ ?!\cbr ? A.edni, Friseur zu Wetzlar, mit Maria Elisabeth Ltollenwer" Klc^assen 4 nnd) Zahler, Postassistent zu Salzungen, mit Rosalte Behr zu GhesitzUrtznUgeu. ~ k Mai: 2 Johannes Grün von Bernsselo, Restaurateur dahier, mit Anna Friederike Christiane Philippine Machenhauer hierselbft. w ecnoreitc. u ?cm Hüttenarbeiter Heinrich Wagner II. ein Sohn, Adam August 25. Dem Schuhmacher Heinrich Möller eine Tochter. 25. Dem Taglöhner Konrad o2h• Sergroetfearbeita Johannes Franz ein Sohn. SarL "- Schlosier Ludwig Kreuter eine Tochter, Sophie Hermine Elsa 29 Dem Weichenwärter bei der Oberhessischen Eisenbahn Karl Freitag eine Tochter, Elisabethe Gbriltian VieinT- irh !ttwe von Bierbrauer Schnnutz ein Sohn, Hermann Heinrich. Mai: 1. Dem Schmied 2‘ $cm «<«« 3°»°"" ~ ,2,pri‘; 27. Elisabethe Philippine Sophie Dorothea Pfisterer, geb Wctrrl 4? 3“!” von Werkmeitler Michael Pfisterer dahier. 27. Hetnrichst.il' 57 n ' ?°". E-'knh-im, Kreis Friedberg. 28. Ferdinand Papst 57 Iahre^ alt, .Kaufmann dahier. 29. Katharine Klotz, geb. Fabcr, 66 Jahre all «bm^inf "t"'? i?“4 u' rSillroc ”on Händler Heinrich Klotz. 29. Elisabethe Karpt' R ? 3c? ult, Ehetrau von Taglöhner Heinrich Kaipf dahier. 30. Heinrich al u .^enstknecht dahier. Mai: 2. Heinrich Seibert, 69 Jahre alt 30° Jabrc°.^"'"'Weser-Bahn dahier. 2. Wilhelm Kubitz aus Ratibor,' ^hrc alt, Kunchner daoter. 2. Hermann Heinrich Schnautz, 2 Tage alt Sobn ßub^ia Thenh^nr ^nnr?CnCn d^brauers Christian Heinrich Scknautz dahier. 3. Dr. Egid fflrnfe Or?ni8^r' p^ctischer Arzt dahier. 3. Wilhelm S Gastwirth von Etsernhand, Kreis Wetzlar. 3. Georg Wendel, a t' Landwirth von Ehlhalten, Amt Königstein. 4. Marie Weiß 2 Jahre alt, Tochter von Cigarrenmacher Johannes Weiß V. zu Watzenborn. 9 Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. .Evangelische Gemeinde. deitautt« Mai. Johannes Grün, Restaurateur zu Gießen, und Anna Machenhauer, Tochter des zu Wiesbaden verstorbenen Landwirths Wilhelm Machenhauer. eHtauftt* 28. April. Dem Gerichts-Assessor Carl Dornscifs ein Sohn, Fran. C-rt Richard Rudols Johannes, geboren den 20. März. ' ü 8 8. ^Cm ^^löhner Johannes Schäfer ein Sohn, Carl, geboren den 2{priL. Dem Kaufmann Carl Friedrich Leib eine Tochter, Christiane Henriette Johanna, geboren den 17. März. v 1 II.^Februar.' @4ndbcr 6^riftian Otterbein ein Sohn, Christian, geboren ben 7 April^b"' 3)6111 H"fs-Telegraphisten Georg Döll eine Tochter, Maria, geboren Fr,eba,^ebme7den^.'Apnl^^^r Christian Triebe- eine Tochter, Anna Minna geboretfben^^'mär™ Jtaufmann GarI ®tcler ei" Sohn, Fritz Carl August Rudols, den 12^MSr^" ®em ^^päckträger Georg Klein ein Sohn, Hermann Georg, geboren geborenem'l7"'Mrz" *Maafcx $ßil6clm «lnt «ne Tochter, Elisabeth- Katharine, . Denselben Dem Heizer an der Eisenbahn Peter Gipp -ine Tochter Mario Elisabethe Katharine, geboren^den 19. März. ' ■ulanc ben 2 Ap"ri/' ™a'" ®em Schuhmacher Gottfried D-eg ein Sohn, Georg, geboren tdeeeMgit. M.chae^Pfisterer,^t35 W^rk?m27. Werkmeisters- 28. aPriItn 30" iIpriI' Ferdinand Bapst, Kaufmann, alt 57 Jahre, starb den Klotz, aWwt fto?b6ben’29ti^^b' W-"w° des G.mirfehändlers Heinrich alt 33^[e,bftnarb^ab2^eSf' des Arbeiters Heinrich Karpf, starb dm^2 ■&einrid’ Seibert, Eis-nbahn-Werkst-lte-Vorstehcr, alt 69 Jahre, AtCgemeiner Anzeiger. 3831) UiirfOiif|nfl.s (früfTfiiuiG. bk Wrthschaft^^" P^likum zur gefl. Nachricht, daß ich unterm Heutigen Gießen, am 4. Mai 1888. Hochachtungsvoll Louis Feldhaus. zum deutschen Kaiser übernommen habe Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meinen wertsten Gasten mit guten Speisen und Getränken billigst entgegen zu kommen. Gleichzeitig empfehle ich meine neu eingerichtete Gartenwirtbschaft mit Keael- bahn und mache ich besonders auf ein gutes Glas Frankfurter Bier aufmerksam. 1 Geselligkeitsverein Gießen. Sonntag den 6. Mai: flOenöimterOadnng mit Tanz auf der Schönen Aussicht. Fremde haben Zutritt. ' Anfang 8 Uhr. _Tn _ „ Der Vorstand. NB. Der Weg ist von der Aktien-Brauerei aus beleuchtet. 386$ Kunstverein. , Die diesjährige Ausstellung des Rheinischen Kunstvereins findet vom 6. Mei3.a»at fa dem großen Saale der R e a l s ch ul e (Ludwigstraße) statt. Dieselbe »st geöffnet an den Sonntagen von 10—1 Uhr, an den Werktagen von 11—1 und von 4—6 Uhr. Die Mitglieder des Kunstvereins, ihre Frauen und unselbständigen Kinder haben gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten freien Zutritt zu der Ausstellung, für Ntchtmitglreder beträgt der Eintrittspreis 50 H. In dem Ausstellungslokale liegt eine Liste zur Aufnahme von Beitrittserklärungen offen. 3836 ____________ Der Ausschuß. Stadtschulen!! I Schulbücher Schulartikel billigst in der Schulbuch" haudlueva von 3887 T-l” , _ „ Ernst Balser. Bekanntmachung. Am 13. Mai d. I. tritt auf der Strecke Wabern-Wrldungen nachstehender Fahrplan in Kraft: Wabern-Wildungen.____________Wildungen-Wabern. Hannover, 2. Mai 1888. 3883 451 1-4 453 1-4 455 1-4 457 1-4 459 1-4 461 1-4 Stationen Wagenclasse 452 1-4 454 1-4 456 1-4 458 1-4 460 1-4 462 1-4 Absa hrt. Ankunft- 636 920 1200 315 510 836 ab Wabern . an 608 848 1059 140 452 720 645 932 1209 326 519 8~5 ab Zennern . ab 600 840 1051 131 444 711 654 946 1218 340 528 854 ab Fritzlar . . ab 552 832 1043 120 436 701 706 1000 1230 354 540 906 ab Ungedanken ab 539 819 1030 101 424 644 710 1008 1234 401 544 910 ab Mandern . ab 535 815 1026 1256 420 639 717 724 1022 1032 1242 1249 415 425 551 658 917 924 ab Wega... ab an Wildunaen ab 528 5^0 808 800 1019 1010 1246 1232 413 405 630 618 Ankunft. Abfahrt. Königliche Eisenbahn-Direction. ErganzmrgswahL zu der evung. Gemeindevertretung. Die stimmberechtigten Mitglieder unserer Gemeinde werden hierdurch eingeladen zur Vornahme der gesetzlichen Ergänzungswahl zu der Gemeindevertretung in unserer Gemeinde. Diese Wahl soll stattfinden am nächsten Freitag den 11. Mai, in her Kirche, und zwar sollen die Wähler von Vormittags 9Vs Uhr bis Mittags 12Vr Uhr ihre Stimmzettel abgeben. Zu wählen sind für die Gemeindevertretung im Ganzen 43 Mitglieder, und zwar 35 auf 10 Jahre und 8 auf 5 Jahre, in Einem Wahlakt. Nach § 13 des Kirchenverfaffungs-Edikts sind stimmberechtigt alle cönfirmirten, selbständigen Männer der Gemeinde, die das 25. Lebensjahr zurückgelegt haben, in derselben wohnen und nicht vom Stimmrecht ausgeschloffen sind. Wählbar in die Gemeindevertretung sind nach § 18 des Kirchenversaffungs - Edikts nur solche stimmberechtigte Männer von bewährtem kirchlichen Sinn und ehrbarem Lebenswandel, die das 30. Lebensjahr überschritten haben- 3875 Gießen, den 7. Mai 1888. Für den Kirchenvorstand. Der Vorsitzende: Das ausführende weltliche Mitglied: Dr, Naumann.Iulius Noll. Ieikgeöolenes. Loose: Worms ä „ 2.—, Ziehung 30. Mai, Cassel ä , 3.-, „ 30. „ Weimar u „ 1.—, „ 9. Juni, empfiehlt [2873] Jul. Wallach. J. 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Bank-Actten 142 40 Geldsoetsn. 20 Francs-Stücke 16.09-16.13 do. tn V» 16.09-16.12 Engl. Souvereigns 20.27—20.32 Dollars tn Gold 4.16—4.20 Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 5. Mai 1888. Oesterr. Creditactten 141/0 Disconto-Com.-Antheile 192.50 Oesterr. Staatsbabn-Actten 93.50 50/0 Italiener 95.12 1880 40/0 Russen Oblig. 78.25 4% Ungar. Goldrente 78.00 40/0 untf. Egypter Obltg. 80.87 5% Gemischte Rusten 9150 Tendenz: ziemlich fest. Nedaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 3 Blätter.