2SS Freitag den 5. October 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für den Kreis Gießen. jvnreanr Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 M Amtlicher HHeit. Betreffend: Den Schutz der Vogel. Gießen, au Das Großherzoglichc Krcisamt Gießen a» di- (Srotzherzoglicher, BÄrgrrm-ist-r-i-n des Kreises. Soweit Sie unserer Verfügung nom 22. August 1888 - Gießener Anzeiger Nr. 198 - noch nicht nachgekommen sind, 4. October 1888. erinnern wir Sie an deren alsbaldige Erledigung. v. Gagern. -----3» W «°i-. -- d.« «!"- ®«“1“ ®em,til - Betreffend: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen. am 3. October Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an di- Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern diejenigen Schulvorstände de« Kreises, welche unserer Verfügung - Gießener Anzeiger Nr. 206 - noch nicht nachgekommen sind, an baldigste Erledigung derselben. D lagern. Politische Rundschau Gießen, 5. October. Mit dem wahrhaft begeisterten Empfang, den München, die Metropole Sü^ deutschlands dem Kaiser bereitete, hat die Triumphfahrt des Reichsoberh^uptes du^ die süddeutschen Gaue ihren würdigen und erhebenden Abschluß gefunden. Die bayerische Hauptstadt hat schon wiederholt glänzendes Zeugmß von ihrer echt nationalen, echt deutschen Gesinnung abgelegt und diese bekundete München auch diesmal wieder durch die von patriotischer Begeisterung getragene Ausnahme, welche es dem zum ersten Male in Münchens Mauern weilenden neuen deutschen Kaiser zu Theil werden ließ. Wo auch der erlauchte Monarch sich während seines leider ^nur urz bemessenen Au - entbaltes in der Jsarstadt zeigte, immer wieder begrüßten ihn die stürmischen Jubelruse Hehntausender aus allen Bevölkerungskreisen und in diesen spontanen Huldigungen kam die kaiser- und reichstreue Gesinnung des ganzen Bayernvolkes -um glanzenden Ausdrucke Mit dem Prinz-Regenten Luitpold und dm übrigen Mitgliedern der bayrischen Königsfamilie verkehrte der Kaiser während seines Besuches m München in denkbar herzlichster Weise und es bekundete dieser Verkehr, daß auch unter Wi^elm II- die so freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und München unvermindert fortbestehen werden. Seinen Dank für den gesammten ihm in München bereiteten Empfang hat Kaiser Wilhelm in seiner Erwiderung auf den Toast, welchen der Prinz-Regent bei dem Galadiner vom Dienstag auf den kaiserlichen Gast aus- brackte in bedeutungsvollen Worten ntedergelegt. . „ or Die socialdemokrattsche Partei Deutschlands hat durch das in Breslau er= folgte Ableben des Reichstagsabgeordneten Kräcker emes ihrer hervorragenderen Mitalieder verloren. Julius Kräcker, geboren am 26. Juni 1839 in Breslau, erlernte * tt ret unb trat bann als R-datt-ur in das V-rlagsg-fchäst von W Knhn-rt in Breslau ein, das sich namentlich auch mit dem Verlag- und V-rtrr-be ocialist, cher Sckrii en b-fchäftigt-. 1867 trat Kräcker durch Dorträge im iocialdemokratischeu Sinue ^Arb-it-r°erein-n u. s. w. zvrn ersten Male mehr in di- Oeffentlich-it und 1868 uollroa er seinen förmlichen Uebertritt zur socialdemokratischen Partei, für welche er alsdann^ agitatorsich sehr eifrig wirkte. 1881 wurde er für Breslau-West in d-n Reichs- tag gewählt, welchen Wahlkreis er bis zu seinem Tode vertreten hat. Kräcker gehörte im Allgemeinen mehr der gemäßigten Richtung innerhalb der socialdemokratrschen Partei an, deren Ziele und Zwecke er indessen stets mit Entschiedenheit und Gewandtheit D Der nun zur Thalsache gewordene Besuch des Kaisers Wilhelm in Wien bat -in- vielerörtert- Verfügung der Wiener Polizei gezeitigt. Es ist nämlich den Wienern polizeilich verboten worden, während des Befuches Kaiser Wilhelms in Wien sibwar,-roth-goldene Fahnen auszuhängen, während der Schmuck der Häuser mit dm ftatben des neuen deutschen Reiches, schwarz-wettz-rolh ausdrücklich gestattet worden ist Bislang waren in Oesterreich auch di- letzteren osficiell verpönt, wenigstens mußten schon wiederholt bei verfchiedenen Feierlichkeiten verwendete deutsch- Reichsfahnen auf noli.eilichm Befehl entfernt werden. Wenn nunmehr die Entfaltung der fchwarz-weiß- rot en Naggm beim Einzug- d-s d-utfchen Kaif-rs in Wim ausdrücklich gestattet morden ist so darf man wohl annehmm, daß von nun an in Oesterreich die Fahnen d-s verbündeten d-utfchm Reiches überall ungehindert flattern dürfen. Was dagegen die Feindschaft der öst-rreichifchm Polizei g-gm di- alten R-rchsfarbm fchwarz-roth- gold anbelangt, so -rklärt sie sich daraus daß man 'n dm Wi-n-r R-gi-rungs r-sim hinter dm Demonstrationen mit den schwarz-roth-goldmm Fahnen allerM „reichs. feindliche" Gelüste, namentlich der fogenannten D-utfchnationa m, Wüter . Der Statt Halter von Ni-derösterret» hat sich übrigens tm ni-d-r°st°rr-ichifch-n Landtage anläßlich einer Interpellation der Antisemiten ebenfalls über drefe Fahnenfrage ausgelaffm. Er meinte, di-Anbringung von fchwarz-roth-gold-nm Fahnen mtfpräche nicht den bestehenden Verhältnissen, man könnte dieselben unter Umstanden als ein unrealisirbar-s Ideal" oder als ein solches Ideal anschm, dessen Anstrebung als staatsgesahrlich be- zeichnet^werde^mus^^^ ^oses und WUH.lM werden in Begleitung d-s Königs non Sachsen am Freitag Stachnüttag zu den Hos>agdm tn der Steiermark abreifen. Deutschland. Darmstadt, 2. October. Gutem Vernehmen nach stehen wieder eine Reihe von Personalveränderungen im Verwaltungsfache bevor. Legationsrath Dr. Breid ert in Darmstadt wird als Kreisrath nach Erbach, Regierungsrath v. Zangen in Mainz als Kreisrath nach Oppenheim, Amtmann v. Grancy als Regierungsrath an die Provinzialdirection in Mainz kömmen. Ueber den Nachfolger an die Stelle des Leaationsraths Dr. Breidert verlautet noch nichts Zuverlässiges. — Im Justizfache wird Landgerichtsrath v. Grolmann auf sein Nachsuchen in den Ruhestand treten. Berlin, 2. October. Ein Wort von programmatischer Bedeutung war es, welches Kaiser Wilhelm in seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters der bayerischen Hauptstadt München äußerte, als er die Hoffnung kundgab, er werde die Kraft besitzen, im Geiste seines hochseligen Großvaters die Geschrcke des Reiches zu lenken. Was die deutsche Nation in Kaiser Wilhelm I. besessen, deß legt die Liebe und Verehrung, welche dem entschlafenen Helden von Millionen und Aber- millionen treuer Herzen über Tod und Grab hinaus geweiht bleibt, ein rührendes Qeuantfc ab. Dem zielbewußten thatkräftigen Monarchen, dem Schöpfer der nationalen Wehrkraft, dem Wiederherfteller der alten Grenze gegen den westlichen Erbfeind, dem Bahnbrecher der socialen Reform, dem Schirmherrn des Völkerfriedens, gilt der Eultus der Pietät, der das Gemeingut aller Patrioten bildet, und wenn ein Gedanke uns den Verlust Kaiser Wtlhelm's I. minder unerträglich erscheinen ließ, so war es der, daß sein Geist auch ferner in der von ihm hinterlassenen Schöpfung lebendig bleiben werde, zum Seile für Fürst und Volk. Kaiser Wilhelm II. hat niemals ein Hehl aus seinem festen Entschlüsse gemacht, die Gesinnungen und Grundsätze seines Großvaters auch für seine eigene Regierung zur Richtschnur zu nehmen. In der Hauptstadt des zweitgrößten deutschen Staates hat er diese seine Willensmeinung von Neuem in klaren Worten verkündet; er wird also, was an ihm liegt, nach außen wie nach innen diejenige Politik weiter bethätigen, die das Deutsche Reich unter seinem ersten Herrscher von Erfolg zu Erfolg geführt. Der leitende Grundgedanke dieser Politik ist bekannt und hat sich in einer langen Reihe von Jahren, unter schwierigen Situationen bestens bewährt: er besteht in der sorgsamen Erhaltung, Pflege und Förderung der mit so schweren Opfern errungenen nationalen Güter; in der möglichst nachhaltigen Con- centrirung aller lebendigen Kräfte unseres Volksthums auf die Arbeiten und Bestrebungen des Fliedens. Die höchste Anspannung unserer militärischen Leistungsfähigkeit steht mit dieser Tendenz nicht in Widerspruch, bildet vielmehr die nothwendige Voraussetzung und Bürgschaft ihrer ungestörten Innehaltung. Denn nicht der Friede um jeden Preis, sondern nur der Friede in Ehren ist es, mit welchem ein deutscher Kaiser aus Hohenzollernftamm sich und sein Volk zu identificiren vermag. Und diesen Frieden in Ehren, entquillend der Fülle eigener Macht wie dem Freundschaftsbündnis mit den gleichgesinnten Herrschern ebenbürtiger Staaten, von Neuem zu besiegeln, hat Kaiser Wilhelm, wie vor Monaten den nordischen Meereszug, letzt die Fahrt gen Süden angetreten, auf bereu letzter Etappe Innerhalb ber R-ichsgren,-n L unchen er bie Hoffnung auSfprad), baß ihm bie Kraft befchiebcn fein werbe bi- Geschicke b-s Reiches im Geiste seines hochfeitgen Großvaters zu lenken. Daß biefe Hoffnung sich in weitesten Umfang-, in fchonst-r Gestalt erfüllen möge, ist ber innige, aufrichtige Wunfch All- D-utfchlanbs, welcher fettens ber Nation bem lugenbfrifchen Herrfcher auf feiner Reise nach Wien und Rom das Geleite gibt. _ Berlin, 3. October Der bereits telegraphisch erwähnte Trinkspruch, durch welchen der Kaiser auf die Begrüßungsworte des Pr'nz-R-genten von Bayern -rwib-rte, lautet nach bem „Reichs- unb Staats-Anzeiger" t „Als durch b-s Himmels unerforsch- lichen Rathschluß Ich nach bem Tob- Meines geliebten Großvaters unb Vaters auf ben Kaiserthron berufen würbe, legte sich schwere Sorge auf Mein Herz Angesichts der großen Verantwortung Meines neuen Amtes. Diese ©orje wandelte sich rudeß bei ernster Pflichtersüllung halb in Genugthuung an Meinem Beruf. Ew. Konigl Hohe t waren es, ber in hochherzigster Weife die altbewährte Freundschaft, welch- Sic mit Meinem verewigten Großvater verband, auf Mich übertrugen. Wie damals im Jahre 1870 das bayerische Königshaus den ersten Schritt zum Neuerstehen unseres geeinten Vaterlandes that, so haben Ew. Kgl- Hoheit das Beispiel für Deutschlands Fürsten gegeben und haben als Erster Mir Ihren Rath und Ihre Freundschaft in kräftigem Handschlag dargeboten. Mit dem innigsten Dank für diese wahre Freundesthat verbinde Ich den Dank, der aus vollem Herzen kommt, unter dem überwältigenden Eindruck des großartigen Empfanges Ihres Hauses und Ihres Volkes. Ich ergreife gern diese Gelegenheit, um Ew. Königlichen Hoheit Meine Gefühle wärmster und herzlichster Freundschaft auszu- drücken und zu versprechen, daß Ich in hohenzollernscher Treue mit dem Hause Wittelsbach und dem braven Bayernrolke in engstem Bunde zusammenstehen werde, in guten wie in bösen Tagen. Denn es erheischen die hohen Aufgaben unseres großen Gottrsdiknß brr isMtttjscheo Krligisnsgrsrüschaft. 3« UeÄmStoft'^enb $ '«6®**”*^ SB°rmUtaß 83° U6t- Samst-g Nachmittag Handel und Verkehr, Linsen?8-Ä a r L'Jl Orfober. Srbfen ganze pr. 5J3fb. 16-20 bo. geschälte 18-22J, E-L-id^12^Ltt?r°^P^?0ö^Ä^ kohl per Stück 20-40 L Mrsma &Tin 8as Stück t>-7 Slumra, W°'bkrau. per Stück iMn >>-r P,d. 7-9 *. Telegraphisch« Aeprscheu. »•(ff’# telegr. Eorresponde»,, Bureau. tr#tnnn,?üfl9?/rnn SärS' $er zufolge hat die conservattve Gesammtver- sretung für Berlin beschlossen, von einem Zusammengehen mit den Mtttelparteicn bet Wahlen abzusehen. 3. October. Der Kaiser zeichnete sich in das Münchener Stadtbuch mit folgenden Worten ein: „Wilhelm, deutscher Kaiser und König von Preußen. 1888." r^et dem gestrigen Galadiner wurden beide Bürgermeister und Vorstände des Gemeindecollegtums dem Kaiser persönlich vorgeftellt. Der Kaiser bedauerte lebhaft, daß er das Rathhaus nicht habe besuchen können und äußerte: „Ich bin entzückt über den mir von der Stadt bereiteten Empfang." Dasselbe wiederholte der Kaiser vor der Ameise auf dem Bahnhofe gegenüber dem ersten Bürgermeister. ffrn6„ ,9”?' !3; October. Die vom Westbahnhof zur Hofburg führende Mariahilfer- w ^»ecorirt. Don Fahnenmasten und Dachgiebeln wehen Flaggen in Ätschen Reichsfarben und in den österreichischen und ungarischen Landesfarben. Seit dem frühesten Morgen durchwogen viele Tausende bi: Straßen. Kein Fenster auf der ganzen ausgedehnten Strecke bis zur Ringstraße ist unbesetzt. Der aeichmack- voll dccorirte Weftbahnhof ist ausschließlich für den Hof und die StaatSwürdenttäger skskrvirt. Die Vestibüle, Pfeiler und Seitenwände des Bahnhofs sind mit Wappm- sch dern in den deutschen und österreichischen Farben bekleidet; die Nischen sind mit duftenden Blumen und Lorbeerbäumen gefüllt. Kurz nach 8 Uhr traf die von dem ^Än^'m^kuent „Deutscher Kaiser, König von Preußen" gestellte Ehrencompagnte < D°m Bahnhof bis zur Hofburg waren Truppen aller Waffengattungen als Spa- I Iter aufgestellt. Vor dem Bellaria-Burgflugel, der Residenz des Kaisers Wilhelm, hatte I Husaren-Regiment Nr. 11 fernen Ehrenposten. Kurz darauf trafen der Statthalter, der Bürgermeister, der Eocpscommandant, der Botschafter Szechenvt die Minister her ^^^^neralconsul in Pest, die in Wien lebenden de^tschm Reserve- Ä fJ?aS o^^iische Corps wird erst in der Hofburg vorgestellt. Um halb 9 Uhr erschienen die Erzherzoge, von denen der Kronprinz Rudolf und die ^IornC?t ^^?ilhelm preußische Uniform angelegt hatten. m"? a01« 8 j^in., von dem Generaladjutanten Grafen Paar qtprrin1, E Bahnhofe an und begab sich sofort mit den Erzherzogen auf den rU™9 ^"«Mche Uniform und, wie die Prinzen, das Band und hpn A^g?ien des Schwarzen Adlerordens. Se. Majestät zeichnete viele der Anwesen- I fccn mit kurzen Ansprachen aus. Schon in St. Pölten, wo Se. Majestät der Kaiser Wilhelm nach Anlegung der österreichischen Uniform die ehrfurchtsvollste Begrüßung | unb Österreichischen Ehrencavaliere entgegengenommen I t<\Cm C -Er Bevölkerung ein jubelnder Willkommengruß I Horden, Det Herannahen des kaiserlichen Zuges stimmte die Kapelle die deutsche I ÄSZ fßÄ Laster Franz Josef legte die Hand an dm Sr ÄllhÄ /obald der Zug ftillstand, zu dem Salonwagen, auf dessen Tritt der I r?^er ber^bersten-Unisorm seines österreichischen Infanterie-Regiments I stand. Beide Kaiser küßten und umarmten sich auf's Herzlichste. Se Maiestät Kaiser I Wilhelm fchrw hierauf, von Sr. Majestät dem Kaifer ^ran, 3of® beÄ" auf bie rPQ\bcy zu, tauschte Mit dem Kronprinzen Rudolf und den Erzherzogen I mfihrpnh tiur“ ^Cr^n? r^^gen Erzherzoge zur Begrüßung die Hand, I ^ra ) 3oses dem Botschafter Prinzen Reuß und dem Staatsmtntster I Grafen Bismarck die Hand reichte. Nach Abschretiung der Ehrencompagnie folgten I bte Dorstellungen der deutschen Deputationen durch den Botschafter Prinzen Reuß I Se« Maiestät Kaiser Wilhelm reichte sodann dem Statthalter v. Possinger, dem Poli^ I zeipräsidentm Kraus und dem Bürgermeister Uhl, welcher der Freude Wiens über den I hohen Besuch Ausdruck gab, dankend die Hand. Arm in Arm verließen die Monarchen, I gefolöt von den Erzherzogen und den Suiten, unter stürmischen Zurufen der vor dem Bahnhof ongesammetten Bevölkerung das Bahnhofsgebäude und traten die Fahrt in die Burg an. Im ersten Wagen saßen Kaiser Franz Josef und ihm zur Rechten Kaiser Wilhelm, I in den zwei zunächst olgenden Wagen die Generaladjutanten und die Ehrencavaliere. I 2)ann folgten Kronprinz Rudolf mit dem Oberst-Hofmeister Prinzen Hohenlohe und die I isÄhpnet4rtH?OhPnm^t bIen tc?* e Huldigung der nach vielen Tausenden I jablenben, auf ben Straßen angesammelten Bevölkerung gestaltete durch ihren I Enthusiasmus die Fahrt zu einem wahren Triumphzuge. Inmitten unaufhörlicher I brausender Hurrab- und Hochrufe gelangten beide Herrscher bis zum Bellaria-Flügel I hh^°fäbem Ä slffabeth oen Kaiser Wilhelm erwartete und Ekommen §jcB- ?Ä, ^^crhochftderselbe auch noch die Kronprinzessin begrüßt hatte, zog I ?a6?r1s am)uUue$.^cLt e. Maiestät Kaiser Wilhelm auch dem Botschafter Prinzen Reuß und I «vufP Gemahlin einen Besuch im deutschen Botschaftspalats ab Um 12 V» llßr I ^gs nahm Se. Majestät bas Dejeuner ein unb machte um 2°/, Uhr einen Besuch ofstztellen Persönlichkeiten der Akabemie I ©egen des plötzlichen Entschlusses be§ Kaisers zur Besichtigung nicht zum Empfang I anwesenb waren. Se. Mafestat besuchte, von den Beamten geführt, die Schulen, nahm I die ausgestellten Kunstwerke in Augenschein und kehrte nach kurzem Verweilen in die I Hofburg zuruck. In der Ze,t von 3 bis 3«/, Uhr empsing der Kaiser den Nrin.Pn ^^??^^0"^)Koburg, ben Fürfterzbischos von Prag, Grafen Schönborn unb ben I Minuten vor bem Familienbiner fuhr b? Nuntius Galtmbertl mit dem Uditore Tarnasst vor der Hofburg vor und überreichte putschen Volkes und Vaterlandes, daß alle Kräfte w dessen gemeinsamem Nutzen und W ^Ä^?en, welches nur dann möglich ist, wenn die Fürsten des Reichs in fester Gemeinschaft Schulter an Schulter vertrauensvoll bei einanoer stehen, ^ch erbebe Mein Glas mit dem Wunsche, daß es Gott gefallen möge, Ew. Königliche Hoheit noch zum Helle Bayerns und unseres deutschen Vaterlandes zu erhalten Se Könt^ ltche Hoheit der Prinz-Regent lebe hoch — hoch — hoch!" 3 er 3. October. Zur Affaire Gesscken berichtet daS „Berl. Tageblatt": 5vanach soll der Kaiser gegen die Einleitung des Strafverfahrens gewesen sein, nachdem «^?re Rechtsgelehrtt sich dahin ausgesprochen hätten, daß ein Verstoß gegen das miamar^nÄfi*riC0w ^?er Kaiser aber ooch nachaegeben, nachdem persönlich in Berlin erschienen fei. Auch die Publikation oeS Antrags des habe der Kaiser erst zugestanden, nachdem Fürst Bismarck sein ferneres Verbleiben im Amte davon abhängig gemacht habe Hefierreich. Sämmtliche Morgenblätter bringen in überaus warmem sympathischen Tone gehaltene Begrüßungsartikel anläßlich der Ankunft Sr. Majestät Malier Lmlhelm S. sSZWMMWW WWMSWS WWWWMWI ZMMW-LMWU I willkommen geheißen, und die Bevölkerung Wiens welche sich C WKDWWM SWSSS b^ ^teren Stabt gefäMet aU80CtrC,Cn unb bal d°" Bestand n.ehrerer Hau,er 2. b^t£ira[^r,2^^o^,^Är^S Dom Kanonenboot „Lizard von Tonga nach Samoa abgegangen ist. Es heißt der- KÄV» z"uEge"iehrn"° bei ®a0antiti ges°ngenen Baschibozuks sind bis auf fünf nach Mastaua r,3’ Octobcr. In der NSHe von Rogoredo löste sich die ßälfte der J,o?£ zurück und stieb auf einen anbaj ta'btr wurd^^°?rletz,Brünier ,w^ 3wei IBebienfiete sind tobt und mehrere ca e$eoUt*but?' b .October. Einer Meldung aus Wladtkawskas zufolae emofina die Abgesandten der kaukasischen Volksstämme, welche Salz und u^'^hvolle aus einheimischen Waffen, Costümen und edlen Pferden bestehende Geschenke darbrachten. Abends fand ein Volksfest statt Tn« abzuresiem un,erna6m ajiltla88 elnen Ausflug nach Kasbeck unb beadsichttgic Abends n„„r Petersburg, 3. October. Aus Wlabtkawkes wird gemeldet, dab das Katier- gerct'st rmb.2^0“ 8” Unb ®r°6furft öcor0 8eftttn Abend nach Jekaterinodar ab- . Vermischtes. Ba ffsÄÄSSF ÄÄ LZ elnim ®gi"'Qumtter^der Vdi^R °"^ndert^denEif°nbÄn°e?keh?^au/ G-ftör? t18 Laufanne-Lyß ®“f*t “Uf bm liinkn Ol.en-B-rn, N-uenburg-Laufann- !,nd — ■ _ _______________________ (F. 3.) 8 o f a I « 6. Ä. d°r Nahrungsb-V mit ^nächste? UmLnl'^n-7'r-chNLen'ÄnbUck Landwirthfchaftlich« Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — Mer zu conserviren.] Es gibt zwar schon viele Methoden, um Eier möglichst lange Zeit frisch zu erhalten, doch hab-n sich dieselben fast alle in mehr als einer Beziehung als unzuverlässig erwiesen. Das nachstehend beschriebene Verfahren soll nun ein ganz sicheres und zuverlässiges sein, wesbalb wir glauben, unseren Lesern dasselbe nicht vorcnthalten zu dürfen. Man löst zu otesem Zweck ein Drittel Bienenwachs in zwei Drittel warmem Olivenöl auf und bestreicht das ganze Ei vollständig damit. Die Eierschale absorbirt allmältg das Oel und ihre Poren werden mit Wachs angefüllt und auf diese Weise luftdicht verschlossen. Es wird versichert, daß selbst nach 2 Jahren fo präparirte Eier noch wohlschmeckend sind, wenn solche n.cht an einem zu warmen Orte aufbewahrt werden. ------- Farbig seidene Satin merveilleax von Mk. 1.83 bis Mk. 5.9) per Meter — 5 Qual., ca. 3C0 Farben — versendet lobens und stückweise vorto- und zollfrei das Fabrik-D4M G. Henneberg (Ä. u. K. 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