Donnerstag den 5. Juli 1888. Nr. Hiehener Anzeiger Amts- und Anzeigeblaü für den Kreis Gießen. $8ttfcrtut Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Rundschau Gießen, 4. Juli. Wie die täglichen Nachrichten aus Potsdam, der zeitweiligen Sommerresidenz des Kaiser- berichten, widmet sich der junge Monarch ganz mit dem Eifer und der Pflichttreue seiner ruhmreichen Vorfahren den Regierungsgeschäften. Sogar an den Sonntagen nimmt Kaiser Wilhelm Vorträge entgegen und gewährt Audienzen, weil dies die Fülle der Herrscherpflichten nothwendig macht. Der Besuch des Ezaren durch Kaiser Wilhelm steht für die Mitte dieses Monats fest, doch werden alle Einzelheiten der Kaiserreise aus begreiflichen Gründen streng gebeim gehalten. Den Kaiser dürften auf der Reise nach Rußland nur zwei Generaladjutanten und die übliche Anzahl Hofbeamten und vielleicht auch der Staatssecretatr des auswärtigen Amtes, Graf Herbert Bismarck, begleiten. Der Reichskanzler Fürst BiSmarck, dessen Gesundheit durch die Aufregungen der letzten Monate sehr angegriffen ist, wird sich zunächst auf einen Tag nach Schönhausen begeben, von dort nochmals zu einer Eonferenz mit dem Kaiser nach Berlin zurück- kehren, und alsdann nach Friedrichsruhe zu mehrmonatlichem Aufenthalt übersiedeln. Der Bundesrath wird nach sehr angestrengter Arbeit zu Ende dieser Woche in die Ferien gehen. Die Ausschüsse des Bundesraths, welche mit der Vorberathung, betreffend die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter betraut sind, haben ihre Arbeiten soweit beendet, daß am Dienstag die Schlußsitzung staltfinden konnte, in aoelcher die endgültige Fassung des Gesetzentwurfs in Paragraphen festgestellt wurde. Wie bereits bekannt geworden, haben die Ausschüsse wesentliche Aenderungen des ursprünglich in seinen Grundzügen bekannt gewordenen Entwurfes vorgenommen, insbesondere ist die berufsgenossenschaftliche Organisation für die Alters- und Invalidenversicherung nicht aufrecht erhalten, sondern die territoriale Abgrenzung für die einzeln zu errichtenden Versicherungsanstalten angenommen worden. Es ist kaum zu zweifeln, daß in Preußen die Organisatron für die Alters- und Invalidenversicherung sich an die Kommunaloerbände angliedern ließe, somit vielleicht für je eine Provinz, mitunter auch vielleicht für zwei eine Versicherungsanstalt zu errichten wäre. Für die größeren Bundesstaaten, wie Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, dürfte eine Versicherungsanstalt und für die kleineren Staaten immer für einige zusammen eine Versicherungsanstalt errichtet werden. Was die Altersrente für die Arbeiter anbetrifft, so soll dieselbe nach einer Carenzzeit von o Jahren mit 120 Mark beginnen und bis zu 250 Mark steigen. General von Caprivi hat die nachgesuchte Entlassung als Ehef der Admiralität erhallen. Der Rücktritt des Generals von seinem bisherigen Poften hängt mit einer Neuorganisation in der Verwaltung und Leitung der Marine zusammen, welche nach Beendigung des Uebergangsstadtums nunmehr nur von Seemännern verwaltet und befehligt werden wird. Die höchste Eommandostelle wird wahrscheinlich Prinz Heinrich erhalten und Ehef der Marine-Verwaltung dürfte Vice-Admiral Graf Monts oder Vice-Admiral Knorr werden. Als Minister deS Innern in Preußen ist in überraschender Weise der bisherige Unterstaatssecretair Herrfurth in demfelben Ministerium ernannt worden. Die Besetzung dieses hohen Postens durch Herrn Herrfurth darf aber immerhin als eine recht glückliche Lösung der mit der Besetzung dieser Ministerstellung verbundenen Schwierigkeiten bezeichnet werden, denn Herr Herrfurth ist kein ausgesprochener Parlei- mann, wohl aber ein sehr tüchtiger Verwaltungsbeamter; der neue Minister dürfte also, weder von der Parteien Gunst noch Haß beeinflußt, sein hohes Amt unparteiisch verwalten können. Minister Herrfurth ift im Jahre 1830 geboren, er begann seine Beamtenlaufbahn in Westfalen, kam 1870 als vortragender Rath in das Ministerium des Innern und wurde 1880 Unterstaatssecretair. Das französische Ministerium hat bei der Bildung der Budgetcommission eine schwere Niederlage erlitten, indem die Opportunisten und nicht die Radikalen die Stimmenmehrheit erhielten. Von den 33 Mitgliedern der Commission sind überhaupt nur drei Anhänger des Finanzministers Peytral, so daß dieser vollständig von der Gnade der Opportunisten abhängt. Rouvier, der zum Präsidenten der Budgetcommifsion erwählt wurde, bekämpfte auch bereits den Budgetentwurf des Finanzministers in allen Punkten. Es ist indessen möglich, daß die Opportunisten es nicht schon jetzt, sondern erst im Herbst darauf ankommen lassen, das Ministerium Floquet zu stürzen. Die Darstellungen des Generals Lord Wolseley im englichen Oberhause, daß die VertheidigungSmittel Englands gegenüber einer drohenden feindlichen Invasion zu schwach seien und daß man befürchten müsse, daß eines Morgens hundert Tausend Franzosen in England landen könnten, haben die englische Regierung wie die Parlamentsmitglieder ziemlich unsanft aus ihrer Vertrauensseligkeit in Bezug auf die englische Kriegsflotte aufgeschreckt. Die Forderung der Regierung, das Heer um elf tausend Mann zu erhöhen, dürfte daher vom Parlament bewilligt werden. Deutschland. Darmstadt, 3. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller - gnädigst geruht: Am 9. Juni dem Gerichtsschreiber Hermann Gustav Burger in Groß-Gerau das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. Berlin, 2. Juli. Die von den conservatioen Fraktionen des deutschen Reichstags, des preußischen Herrenhauses und des preußischen Abgeordnetenhauses an den Staatsminister a. D. v. Putt kam er gerichtete Adresse hat folgenden Wortlaut: „Wir geben dem gemeinsamen Empfinden der Vertreter der conservatioen Partei im Reichstage und preußischen Landtage Ausdruck, wenn wir Ew. Excellenz aussprechen, daß es uns stets eine Freude war, Sie als Mitglied der conservatioen Partei an dem Platze zu wissen, von dem wir Sie jetzt mit tiefer Betrübniß scheiden sehen. Es ist uns ein Bedürfntß, im Auftrage der Fractionen Ew. Excellenz, dem tapferen Lämpfer gegen die Feinde der Grundlagen der Monarchie und des christlichen Staates, dem umsichtigen und beredten Verfechter conseroativer Principien und dem treuen Freunde der conservatioen Sache unseren tiefgefühlten Dank auszusprechen." Telegraphische Depeschen. Wolst'S telcgr. Eorrespondenz, Bureau. Berlin, 3. Juli. Seine Majestät der Kaiser conferirte gestern Vormittag l3/* Stunden mit dem Staatsminister Grafen Herbert von Bismarck und machte am Nachmittag einen Spazierritt. Heute Vormittag nahm Allerhöchstderselbe militärische Meldungen entgegen und erthetlte Audienzen. Berlin, 3. Juli. Wie es heißt, wird die Reise des Kaisers nach Petersburg in der Mitte des Monats zur See und zwar von Kiel aus erfolgen. Es verlautet, daß einige Kriegsschiffe den Kaiser begleiten. Leipzig, 3. Juli. (Prozeß gegen Dietz und Genossen wegen Landesverrath.) Heute fand die Zeugenvernehmung Eabannes statt, welche beinahe drei Stunden in Anspruch nahm. Eabannes beschuldigt Appell aufs Bestimmteste, ihm nach feiner (Ca- bannes) Eonferenz mit Oberst Vincent in Paris genau dasselbe gesagt zu haben, was ihm Vincent über Dietz mitgetheilt habe, nämlich, daß die Frau Dietz dem Nachrtchten- bureau die Dienste ihres Ehemannes angeboten habe, und daß dieses Anerbieten angenommen worden sei, Dietz solle aber keine Ortginalschriftstücke, sondern Abschriften schicken. Vincent habe ihm, Eabannes, aufgetragen, nachdem er ibn noch gefragt habe, ob er den Appell kenne, Dietz zu inftruiren. Nach der Ankunft Eabannes in Straßburg habe Appell ihn bestellt uud ihm 1000 Frcs. für Dietz übergeben, später habe er weitere Sendungen von demselben erhalten, sowie die Weisung, die Schriftstücke dem Apotheker Girard in Schirmeck zuzusenden. Appell habe nicht nur Dietz, sondern auch ihn selbst für seine Thätigkeit bezahlt. Appell habe zweifellos einen regelmäßigen Verkehr mit Vincent unterhalten, auch habe er Brieftauben mit französischem (Selbe gezüchtet. Nach Aussage Eabannes hat die Angeklagte Dietz sämmtliche Gelder in Empfang genommen und bei der Zahlung der ersten 1000 Frcs. ausgerufen: „Ach, endlich kommt etwas, wir haben lange darauf gewartet!" Der Präsident macht dem Zeugen den Vorhalt, ob er auch die Wahrheit gesagt habe und ob er nicht etwa einem schweren Verbrechen noch ein weiteres hinzufüge, indem er unschuldige Personen mit hineinziehe. Darauf behauptete Eabannes wiederholt Appell's Betheiligung in der von ihm geschilderten Weise, wogegen Appell die Aussagen Eabannes für unwahr bezeichnet. Die Frau des Eabannes. welche als Zeugin vernommen werden sollte, ist nach einer heule eingegangenen Mittheilung der Straßburger Polizei spurlos verschwunden. — (Prozeß gegen Dietz und Genossen wegen Landesverrath.) Eine unbeeidete Aussage von Frau Eabannes wird verlesen, wonach Eabannes mit Appell unter einer Decke gesteckt, dessen Sachen vermittelt und Gelder ausgezahlt habe. Nach Verhaftung i-h.re§ Mannes habe Appell sie mit Geld unterstützt. Landrichter Munzinger bestätigt d.c Richtigkeit dieser Aussage, welche er hatte protokolliren lassen. Bürgermeister Ba- nikalis von Werthein, ein Schulfreund Appells, tritt als Entlastungszeuge auf; er habe viel mit Appell verkehrt und niemals bemerkt, daß sich derselbe bei Kundgebungen auf deutschfeindlicher Seite befand, sonst würde er jeden Verkehr mit ihm sofort abgebrochen haben. Appell habe in dm Reichslanden und in Baden viele Freunde gehabt, sei ein leidenschaftlicher Jäger, ein guter Charakter und ein vermögender Mann. Apotheker Klein, sowie der frühere Abg. Baron Zorn v. Bulach, gleichfalls Entlastungszeugen für Appell, versichern übereinstimmend den guten ehrlichen Charakter des Angeklagten, welcher überdies ihres Wissens nicht an Bewegungen gegen die Reichsregierung betheiligt gewesen sei, selbst nicht während der Wahlbewegung. Der Präsident verkündete, daß die Verlesung der an Frankreich verrathenen Schriftstücke in geheimer Sitzung erfolgen wird. Paris, 3. Juli. Flourens theilte heute Vormittag Floquet mit. daß er beabsichtige, heute die Regierung wegen der Wahlfälschungen in Carcassonne, über welche im Senat am 29. Juni berathen wurde, zu interpelliren. — Einer „Haoas"-Meldung aus Massauah zufolge beschwerten sich die dortigen Franzosen über die den Ausländern von den italienischen Behörden auferlegten Steuern als den Kapitulationen zuwiderlaufend. In Folge dessen sind Verhandlungen zwischm der französischen und der italienischen Regierung im Gange. Bordeaux, 3. Juli. Im Theatre des Bouffes Bordelais brach heute Morgm Feuer aus. Es wurden keine Menschen verletzt. Der Schaden wird auf eine Million geschätzt. London, 3. Juli. Nach einer „Reuter"-Meldung aus Durban fand dort gestern ein Angriff gegen die aus Polizeitruppen und eingeborenen Hilfsmannschaften bestehende englische Garnison durch eine Schaar Insurgenten unter Führung eines Häuptlings statt. Die Insurgenten wurden nach sechsstündigem Kampfe zurückgeschlagen. Die Verluste beiderseits sind nicht unbeträchtlich. Die Engländer sollen unter Anderen einen Officier und zwei höhere der eingeborenen Führer verloren haben. Bukarest, 3. Juli. Gestern hat der Generalmajor Graf v. Schlieffen I. dem Könige in Sinaja die Thronbesteigung Kaiser Wilhelms notificirt. Auf die Ansprache des Generals gab der König seinem tiefen Mitgefühl über den Tod Kaiser Friedrichs Ausdruck und sprach zugleich seine wärmsten Wünsche für Kaiser Wilhelm II. aus. Konstantinopel, 3. Juli. Fürst Radolin, welcher gestern früh zur Notificirung der Thronbesteigung Kaiser Wilhelms hier eingetroffen ist, wurde mit großen Ehren empfangen und ist im Palais „An den süßen Wassern Asiens" abgestiegen. Lokales. Gießen, 3. Juli. sDelegirtentag des Landeslehrervereins und General-Versammlung der Ludwig-Alice-Stiftung.) Die in Nr. 151 d. Bl. bereits angekündigten beiden größeren Lehrerversammlungen nahmen hinsichtlich der Erledigung von Vereins- angelegenheiten einerseits, sowie andererseits bezüglich ihres gemüthlichen Theils einen durchaus befriedigenden Verlauf. Wir theilen hier nur mit, was uns von allgemeinerem Interesse erscheint. Der Landeslehrerverein, der fast alle staatlich bestellten Lehrer des Großherzog- thums umfaßt, zählt z. Z. über 2200 Mitglieder. Nur ein verschwindend geringer Theil hessischer Lehrer steht ihm noch fern, dürfte aber sich wohl in absehbarer Zeit bewogen fühlen, Sonderinteressen den allgemeinen Standesinteressen unterzuordnen. Denn daß der Landeslehrerverein die Interessen seiner Mitglieder fördert und fördern muß, liegt ganz in seiner Tendenz. So ist er denn recht eigentlich der Repräsentant der hessische^Volksschule, der Vorkämpfer auf dem Gebiete des Fortschritts und Aufschwungs des Schulwesens in Hessen, ein Organ, das Regierung und Lehrer verknüpft und in steter Fühlung erhält und endlich ein achtungswerthes Glied in der Kette der allgemeinen deutschen Lehreroereinigung. Die zahlreich beschickte Versammlung faßte für ein gedeihliches Fortbestehen des Vereins einschneidende Beschlüsse. Für das materielle Interesse der hessischen Lehrer sorgte jedoch in höherem Grade der zweite Tag der Verhandlungen, welche der Ludwig-Alice-Stiftung galten. Hier vollzog sich ein längst gehegter Lieblingswunsch der meisten Lehrer Hessens, nämlich die Vereinigung der Ludwig-Alice-Stiftung und des Lehrerwaifensttfts. Es soll durch eine sofort gewählte Commission vermöge einer Statutenrevision eine Verschmelzung beider Kassen erfolgen, so jedoch, daß der Ludwig-Alice-Stiftung, als älteren und kräftigeren^. 1 1 (1) in der Zusammen: 1 1 1 (1) Erwachsene: H’) 1 Summa: 6 (2) T7Tj--~---— / Es starben an: Rippenfellentzündung Lungenentzündung Lungenschwindsucht Gehirntuberkulose Diphtherie "ber unbestrittene Vorrang bleibt. Da beiden Stiftungen fast gleiche Tendenz innewohnt, so war eine Vereinigung derselben nicht nur leicht, sondern auch im Interesse der Ersparung recht wünschenswerth. Wetter wurde die Sterberate namhaft erhöht, ein Beschluß, der allgemeine Billigung verdient. Die Finanzlage beider Vereine ist, der abgelegten Rechnung zufolge, eine recht erfreuliche. — Auch die heutige Versammlung war zahlreich besucht. Was die Leitung beider Versammlungen anbetrifft, so war diese, angesichts der oft heißen Debatten, eine durchaus umsichtige und correcte, wofür den Leitern öffentliche Anerkennung gebührt. Auch den Vorständen beider Vereine gehört für ihre uneigennützige, aufopfernde Thätigkeit bet der Leitung der Vereinsangelegenheiten Dank der ihnen hiermit zuerkannt werden soll. Beide Vereine aber mögen blühen und gedeihen und sich immer kräftiger entwickeln zur Ehre und Freude des hessischen Lehierftandes. Gießen, 4. Juli. Die gestern zu einer zwölftägigen Hebung hier eingetroffenen Mannschaften der Landwehr ersten Aufgebots geben in ihrer Uniformtrung ein ungefähres Bild des zukünftigen mobilen Landsturms: sie tragen nämlich an Stelle der Waffenrocke die neu eingeführten Blousen. Diele Blousen, aus leichterem, dunkelblauem Wollenstoff angefertigt, haben weder blanke Knöpfe noch Aufschläge, sondern nur schmale hellblaue Achfelklappen und rothe Spiegel an den Kragen, aur welch letzteren die Unterofficiere i silberne Litzen tragen. Die Blousen sind in Folge ihrer Weite, die am Rücken durch I eine Zugschnur regulirt werden kann, jedenfalls bequemer wie die Waffenröcke Die Ausrüstung und Bewaffnung der Mannschaften ist sonst die gleiche wie diejenige der Linientruppen. I fl ct Gießen, 30 Juni. Die Kaiserregatta zu Bad Ems findet Sonntag den 8. Juli er., Nachmittags 4 Uhr statt. Der Besuch derselben dürfte sich dieses Jahr I umwmehr empfehlen, als die einzelnen Rennen, besonders der Kaiserpreis, bestrittener | wie je in vergangenen Jahren werden, sich überhaupt die besten Vereine Süddeutsch- j lands zum Wettkampfe einfinden; die Bekanntmachung für d:e nach Ems gehenden I Extrazuge bringen wir dieser Tage. I Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr , Lust 14, Wasser 13«/, Gr. Gießen, dm 4. Juli 1888. . 3t üb tarnen. Juni 1888. Sterblichkeitsziffer: 16,4 Kinder im vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr r Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen 26. Woche. Vom 24. Juni bis 30. “ ‘ Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Gießen, 4. Juli. sTurnfest des Lahn-Wetter-Gaues.) Immer näher rucken die Festtage heran. Noch einige wenige Tage und der Festesjubel wird in unsere Stadt, von der man rühmt, daß sie Feste abzuhalten versteht, einziehen. — Die SHrbeüen auf bem Zeltplätze (Stein's Garten) schreiten rüstig voran, die Festhalle geht » " 93o“en.byn9 entgegen, um einen Thetl der vielen Gäste ausnehmen zu fönnen • Sb,ere Decorationsgegenftände werden angefertigt, um dem Kwlatze ein würdiges Aussehen zu geben. - Das für Samstag Abend vorgesehene danket, gewürzt mit Musik unserer bewahrten Militärcapelle, Liedern und Toasten, wird gewitz fehr^ zahlreich besucht werden und voraussichtlich auch recht fröhlich verlaufen — Üattfindende Festzug, an welchem die Turnvereine des Gaues, eine hefigen Vereine, wwie die Feuerwehren theilnehmen werden, bewegt WStnbe ®tra6en: 2BaUt6orfita6e, Kirchenplatz, Marktplatz, Marktstraße Kreuz, Mausburg, Schulstratze, Neuenbäu- ff, setzet AAfflLri* u ®.eIeSenbf't geboten, den Zug fast in der ganzen inneren Stadt " "den auch unsere Turngaste von schönen Händen mit Blumen- an Ne m,“ ?-nn blc Bewohner unserer Stadt würden eine recht herzlich (L gerichtete Bitte erfüllen, wenn sie durch Schmücken der Häuser das Seft rootoen “nb babur* “utfl unferen Lasten einen srcundlichen Empfang bereiten ... m rutschte ein Herr am Klostermann'schen Hause aus und fiel B-Za^Äderartige „Fälle" kommen bet der >««*, EÄriMÄÄ 8SW8SSZS WOSSSZS WWWWMMW no-lk6rocstls0 *ft' b?V«Lten. LoIc6tr Dögcl inncihalb d-r betreffenden Oertlichkeiten au» wahrend der nn S 3 31 bf. 1 bezeichneten Frist gestatten. Das Feilbitten und d ? kauf der auf Grund solcher Erlaubnitz erlegten Vögel sind uninln ee i_q hipfs p\php& in c ^^j^men )on den^Bestimmunaen^ist ö"ä 's?”"!*“ Der Bundesrath bestimmt die näheren VorausseUungm unl r welchen^di ?m ^2'und 3 bezeichneten Slusnahmen statthast sein sollen. Von der Slarl»ttt. a Bundesrath für bestimmte Bezirke eine allgemeine AusnL Laittn § der die vom Butch-^äch^au, Grund d7r?ttbm ettaffmen Anor?'''" obct 0e0m strafe bis zu 150 M ober ,De.rbe,n ®£lb= unterläßt, Kinder oder andere unter seiner Gewalt ’Ä S*ra c unterliegt, wer cs Aussicht untergeben sind und 3u f/mVr ßaulX i,H^-.be ^sr|Dn'n' roe'*e fdn£r tretung dieser Vorschriften abzuhalten vausgenossenschast gehören, von d-r U-b-r- »«. I auf Einziehung der Werkzeuge erkannt werden mer*/V»Cn ^fter, ®!,cr* sowie | Vögel, zum Zerstören oder Ausheben der Rester Brutstätt^ oder Tödten ber ”■ '■ >““s: ss» I MärWffiBfeF? BtisS-SSSSSÄ RMMEEZZ nut Ä ?tttbvam b°^ bisher üblichen Weis- betriebene Krammetsvogelfang jedoch schriftm U-sk/'G-sches^-n»“’ D D--°mber je einschließlich, MÄ Krammetsvogelfanges außer den eiapntrirfiPn ^brechtigten, welche in Ausübung des Gesetz- geschützte Vögel unbeabsich.^miffangm°?lttbm °"b"£ u°ch bkfi,n g-h-nb^D-ibMe -Mhatt-n^b Ln unberü^"8Di'e ‘“h Wr* bCt $5»e1 SWiebo» b-n Ä»n S 10. Dieses Gesetz tritt am 1. Juli 1888 in Kraft. *) Alle übrigen Nachtraubvögel sind also zu schonen. Keichsgrsetz, betr. den Schutz von Vögeln, vom 22. Mär; 1888 Einsammeln, Fetlbieten und den Verkauf der Eier "s ?"?bndung auf das Möoen, Kiebitzen, jedoch kann durch Landes^s 7 K°?r Strandoogeln, Seeschwalben, Ä? m «„• W„ SA Sf. “gsxxs äs« ~ °ad-7-n Futterst^en? btn^ÄnbeOnOb?rÖ80i^^ifle’A V“ unter Anwendung geblendeter "ockoöael- / k e Bestandtheile beigemischt sind, oder käsigen und 3aafäfien Sieu en Grafte? kw™ ba3AanHcn„ D0" Vögeln mittelst Fall- und tragbarer, auf dem Boden oder qn» über da^F-ld^d-s'Ill, s W beweglicher oder den Weg gespannter Netze Der m ' y,., Niederholz, das Rohr Arten des Fangens, sowie das Fangen mit Voick?brnn^^^^ Ä' bestimmte andere von Vögeln ermöglichen, zri verbieten ^"Vorkehrungen, welche eine Massenvertilgung Erlegung 00^^^^^ ?^^bbr ist das Fangen und die untersagt. Der Bundesrath iftermä4tiat ^ööet Überhaupt i des 5aSn^4®Tir9Ä^^nn^b^ä ®X wtrdl-d-7 L-t-rsag-m Solingen. Leimrulhen oder anderen Fangöorr.chtung-n'gl-ichg-achtetz^ DOn ^-ܰn, Jungen, sowie Jischm und d«en8Bru^nachstellen^"dltts'en""^ b bessen Brut und gesetzlichen Bestimmungen über Jagd und Fischerei' nnn^” rwch Maßgabe der landes- tigten und deren Beauftragten getödte" werden M°°" ?^gd- und Fischereiberech- bestellten Feldern. Baumpflanzungen, Saatkämpen^und Schon ,noe^^^0^^ ®ärtcn, SÄXS 1"“” »•"" w-"-: iSi-'HXSÄ'Ä I Vermischtes. ASWL Ä’ÄT1* *■ -«® SS'Ä«Ä 1L V rn b,'Retchsgertchtsrath Stechow ist heute Morgen gestorben sä “axTÄsas 'ä ■»£% "Eheils unter Anrechnung auf den Etat aufgenommen werden Unter Vernfseoi.^ ^^Mpbnthells ist nach einer kriegsminifteriellen Verfügung vom 24 November 187? die Geld- und Brodverpflegung, Bekleidung und Quartier zu versieben' Mekk werden Gesuche um Gewährung dieser Begünstigung irrthümlich Don’ fnirfiP» !c cn ^gereicht, welche zwar den Ber-chtigungsschein haben, aber noch ich L7est^ '?L7 Solche Gesuche muffen stets zurückgewiesen werden, da unter ' der Wehrordnung nur Personen zu verstehen sind, welche bereits dienen Gesuche nur bet dem betreffenden Truppentheile anAubrtnaen sind un/ b!c achten und dem Generalcommando zur Entscheidung vorzulegen hat' 2?I?hpr ist kein General-Commando zur ©rtbeiluna b>er @enebmiauna ,uftnn?f?er tea^nß st-llung ist erst von der Br-Lchb-rk-its-Erklärung' abhängig 8 ’ f °nbifl Unb b,e ®in= _.. , ~ Merkwürdige Adressen an höchste Herrschaften leisten fick Q»UfP k:«, wU k Titulaturen nicht Bescheid wissen. So abreffirle eine Ärau «,,8 h r bfn Gnadengesuch an die Kaiserin Victoria t „An Seiner Majestättn Kaiser und°K8niat " ^Crrn' le>t Perf‘°rbenen WMsrau." & ^oft Kemmerich’s SnhntbthhrliChes"Näh^n^c^ für Magenkranke § Sebwaelie u. Genesende. Von Aerzten verordnet! Freitag, den 6. Juli, Nachmittags von 2 Uhr an, werden im Hinterhaus 2. Stock des früher B r a m m 'schen Locals (Neustadt 55) eine Partbie Möbel und Hausgerathe, rote: 1 vollständiges Bett, Sopha, Stühle, schöner runder Tisch, 1 eleg. Glas- schrank in Nutzbaum, Nähtischchen, antiker Weitzzeugschrank, Kinderbettstelle, eine Parthie Weißzeug und Porzellan, Bilder rc rc- meistbietend versteigert 5495 Im vormundschaftl. Auftrag: Louis Rothenberger, Taxator- Versteigerung. Samstag, den7» Juli 1888, Mor gens 11 Uhr, werden im stävtischen Pfandlokale 2 Sopha's, 1 Kleiderschrank, 1 Kommode, Küchenschrank mit Aufsatz, 1 Stoßkarren, 12 Meter Cachemir, silberne Löffel, 1 Medaillon, 1 Ring gegen Baarzahlung versteigert. 5491______________________Horn. Freitag, den 8. Juli d. I., Nachmittags 5 Uhr, sollen die Kirschen auf dem Freiherrlich von Rabenaulchen Baumstück, der sog. Rommel bei Alten-Buseck in 27 Ab- theilungen versteigert werden. Londorf, den 3 Juli 1888. Der Rentmeister: 5493 Schmidt. Arbeiter gesucht. Bei dem Materialzug der im Bau begriffenen Nebenbahn Stockheim- Gedern finden fleißige Arbeiter gegen hohen Tagelohn mehrwöchige Beschäftigung. Meldungen nimmt der Großh. Bau- ; meister Simon in Hirzenhain ; entgegen. Nidda, 25. Juni 1888. Großh. Baubehörde für Nebenbahnen. Stahl. 5332 I Allgemeiner Anzeiger. E Flaschenbier. E Hiermit empfehle ich einem geehrten Publikum per Flasche Prima hellfarbiges Exportbier 23 Pfg. 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Kaiser Wilhelms im Dow zu Berlin, sowie den Lelchenzug vom Dom aus nach dem Mausoleum in Churkottenbrug; die furchtbare Überschwemmung in Ostpreußen im April 1888; den Untergang der italienischen Expedition im Engpaß von Dagalt durch die Abpssinier, 25. Januar 1887; das Erdbeben vvn Nizza, 23. Februar 1887; die Katastrophe von Zug in der Schweiz, 7. Juli 1887; der Brand der komischen Oper zu Paris un März 1887. Sodann die prachtvolle Aussicht vom Berge Rigikulm in der Schweiz, von welchem Punkte aus man die herrliche Schweiz 40 Stunden weit im Umkreis zu überblicken vermag. Eine Total-Ueberficht von New-York und Brooklyn in Amerika, nach der neuesten Ausnahme im Jahre 1887, sowie eine Polarlandschaft, naturgetreue Darstellung des nördlichen Eismeeres, mit Jagd auf Eisbären, Wallrosse und Walfischfang. Extra-Tableau: der Niagarafall Amerika. Raiistlier’s llliislrlrle Galltt in OSwald's Garten ist täglich von Morgens 9 Uhr bis Abends 10 Uhr geöffnet. 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