1888. Dienstag den 5. Juni 128 nzerger Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. jvureairr Schulstraße 7. (siebener Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen haben, da sowohl Prinz Alexander von Hessen als sein Sohn Prinz Ludwig von Battenberg Einladungen Sr. Majestät des Kaisers zu den Vermählungsfeierltchkeiten in Eharlottenburg erhielten." , Potsdam, 2. Juni. Se. Majestät der Kaiser machte heute mit Ihrer Majestät der Kaiserin im Park von Eharlottenhof eine Spazierfahrt, begleitet von einem Flügel- adjutanten. Seine Majestät der Kaiser verließ unterwegs den Wagen. Se. Majestät hat heute den Vortrag des Generals v. Albedyll entgegengenommen. Zum Diner sind keine Einladungen ergangen. — Se. Majestät der Kaiser fühlt sich heute frischer und verweilte von 11,,2 vis IVr Uhr theils zu Fuß, theils zu Wagen im Park. , Straßburg i. E., 2. Juni. Wie die „Landeszeitung für Elsaß-Lothrmgen hört, sei für den Orient-Expreßzug eine Erleichterung der Paß-Eontrolle eingefuhrt, indem Reisende mit directen Billets von Paris bis wenigstens München von dem Paßerforderniß befreit seien, wenn sie innerhalb des Reichslandes den Zug nicht verlassen. Irankrcich. Paris, 2. Juni. Deputtrtenkammer. Laur bringt einen Antrag ein, wonach in dem Nordwesten Frankreichs eine Zone geschaffen werden soll, in welcher Deutsche nicht wohnen dürfen, ohne sich analoger Maßregeln zu unterziehen, wie sie von Deutschland für Elsaß Lothringen getroffen worden seien. Laur verlangt die Dringlichkeit für seinen Antrag, der Ministerpräsident Goblet bekämpft die Dringlichkeit, sowie den Antrag und erklärt, die Republik rechne es sich zur Ehre an, die Grenze des Landes offen zu halten; Jeder wisse, welche Leichtigkeit im Verkehr die Fremden in Frankreich genössen. Alsdann vei langt Goblet, daß Laur den Antrag zurückzrehe oder daß er die Kammer bäte, die Angelegenheit der Regierung als der natürlichen Hüterin der Wurde und der Interessen Frankreichs zu überlassen. Hierauf wird die Dringlichkeit mit 509 gegen 7 Stimmen abgelehnt. H H h Gießen, 4. Juni. Nach lang anhaltender Hitze entlud sich gestern Nachmittag nach 5 Ubr ein äußerst heftiges Gewitter über unsere Stadt und Flur. Dasselbe mar von Aagel begleitet, welcher namentlich in den Gemarkungen Watzenborn und Steinberg^a?ge Verheerungen anrichtete. Auch der Forstgarten nebst angrenzendem g ws es» säsäms? ä Politische Ueberficht. Gießen, 4. Juni. | Seit Freitag residtrt Kaiser Friedrich in seinem vorläufigen Sommerheim, ] dem Schlosse Friedrichs krön bei Potsdam und mit einiger Genugthuung vernimmt man die Kunde, daß dem Monarchen die Uebersiedelung, welche bis Potsdam zu Wasser ausgeführt wurde, in erwünschtester Welse bekommen ist. Sowohl bei der Abfahrt von Eharlottenburg, wie bei der Landung in Potsdam wurden dem kaiserlichen Herrn, welcher sich auf der Wasserfahrt von der Kaiserin, der Prinzessin Sophie, dem Kronprinzen und einem kleinen Gefolge — darunter die Aerzte Dr. Mackenzie und Dr. Howell — begleitet sah, vom Publikum mit stürmischen Ovationen begrüßt und Jedermann konnte sich an den Bewegungen des Kaisers mit eigenen Augen überzeugen, welch' erfreuliche Fortschritte die Wiedererholung des hohen Patienten gemacht hat. Die erste Nacht nach der Uebersiedelung verbrachte der Kaiser recht gut, nur fühlte er sich am Samstag Morgen in Folge der Anstrengungen des vorangegangenen Tages etwas ermüdet, das Allgemeinbefinden war jedoch gut. — Die in Berlin wohnhaften Aerzte des Kaisers werden jeden Morgen um 8 Uhr mit der Eisenbahn nach Potsdam fahren und sich um 11 Uhr nach Berlin zurückbegeben. Die Frage, ob das Gesetz über die Verlängerung der Legislaturperioden in Preußen endlich die königliche Sanction erhalten habe, harrt noch immer ihrer Erledigung. Die „Nat.-Ztg." wußte dieser Tage zu melden, daß der Kaiser schon vor mehr als einer Woche das Gesetz unterschrieben habe, aber andere Meldungen behaupteten das Gegentheil und auch auf officiöser Seite ist man bislang nicht in der Lage gewesen, eine bestimmte Mittheilung über den Vollzug des Gesetzes zu bringen. Begreiflicherweise giebt diese Ungewißheit Anlaß zu allerhand Combinationen und namentlich in fortschrittlichen Blättern wird die Sache dahin gedeutet, als ob die Verzögerung der allerhöchsten Sanction des Gesetzes eine empfindliche Schlappe für die Cartellpaiteien und die von ihnen vertretene Politik bedeute. Auch die über den signalisirten Rücktritt des preußischen Ministers des Innern, Herrn v. Puttkamer's, aufgetauchlen Gerüchte haben durch diese Unsicherheit der Dinge neue Nahrung erhalten ohne daß auch hierüber irgendwelche controlirbare Nachrichten Vorlagen. Nur bestätigt sich die Mittheilung, daß der Kaiser an den Minister einen Brief gerichtet hat in welchem sich der erlauchte Briefschreiber entschieden für Wahrung der vollständigsten Wahlfreiheit bei den politischen Wahlen ausgesprochen habe. In Folge dieses allerhöchsten Schreiben soll Herr v. Puttkamer zu seiner Rechtfertigung mit Ausarbeitung eines Rechenschaftsberichtes über seine gesammte bisherige ministerielle Thatig- reit beschastlg^o^eiten im Birndesrathe über den abgeänderten Entwurf des Arbeiter-Altersversorgungs- und Jnvaliditatsgesetzes schreiten außerordentlich langsam vorwärts und alle Mittheilungen über den voraussichtlichen Zeitpunkt der Beendigung der ersten Lesung des Entwurfes können einstweilen nur als Mutmaßungen bezeichnet merden Die Schwierigkeit der zu behandelnden Materie erklärt ein solches langsames Arbeitstempo in den bundesräthlichen Berathungen, die mit der größten Gründlichkeit aefübrt worden. Unter Anderem ist seitens der betreffenden Ausschüsse eine Unter-- commission eingesetzt worden, welche die bereits gesaßten Beschlüsse zu redigiren hat und gleichzeitig ein vermittelndes Element der stellenweise sehr bestimmt heroortretenden widersprechenden Ansichten bilden soll. Der König von Württemberg ist m voriger Woche von den Leibärzten Äönia Karls einer eingehenden Untersuchung seines gesammten körperlichen Zustandes miterwaen worden. Dieselbe hat ergeben, daß die schwere Lungenerkrankung, an welcher d "rch im Winter litt, sich als geheilt, darstellt und daß von ihr auch feine krankhaften Rückstände in den Aihmungsorganen hinterlassen worden sind, ßbenfo ist der Zustand des Herzens, in dessen Functionen sich Storungen eingestellt batten jetzt ein befriedigender, dagegen ist das Nervensystem des Königs noch ange- arisien und muß sich daher der hohe Herr noch fortdauernd große Schonung auferlegen. Sn München fand am Freitag die feierliche Eröffnung der dritten international e n Mn ft a u§ ft ellung durch den Prinz-Regenten Luitpold statt Nach einer Meldung aus Straßburg sind die des Landesverrath es An- aeklagten Instrumentenmacher Strettzguth und Apotheker Girard, auf Beschluß des Reichsgerichtes außer Verfolgung gefetzt worden. Dagegen schwebt das ans gleichem Anlaffe gegen die Eifenbahtibeamten Dietz, defsen Ehefrau und den Färber Appel em- neleitete Untersuchungsoerfahren noch. , „ , , . Der Afrttaretsende, Lieutenant Tappenbeck, traf vorige Woche auf einem ■smürmann’icben Dampser aus Kamerun in Hamburg ein. Wie erinnerlich, wurde die Tappenbeck und dem Lieutenant Äunbt geleitete Expedition zur Erforschung des südöstlichen Hinterlandes von Kamerun wiederholt von feindlichen Stämmen über- faUen und fchließl.ch zur Aufgabe ihres Vorhabens gezwungen; beide Herren erhielten in bieten Kämpfen Verwundungen. ®a« österreichische Abgeordnetenhaus erledigt letzt angesichts der herange- nabten Deleaationsarbeiten Hals über Kopf das noch restiiende Arbeitsmaterial. So nadm das ßau6 am Freitag die Spiritussteuer-Vorlage in „dringlicher Behandlung' neuen die Stimmen ber Liberalen und einiger Abgeordneten der Rechten an und Graf laaffe wird feelensfroh fein, daß er diese Vorlage, welche in Folge der ursprünglichen widerspenstig u Haltung der Polen beinahe eine Ministerkrisis heraufbefchworen Hatte, nunmehr" glücklich unter Dach und Fach gebracht hat - „aberfragt mich nur nicht wie!" Deutschland. 2 ctuni I Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen beute u Ä. ^Ofeffar ü='mann von Gwßen, den Oberamtsrichter Arnold von A"°nst^ und den Ob^ratntsrichter 3^°n n ^von^Hungen. sagenden Artikel, 97 Wni•' em einer auch von Der „Allg. Ztg." erwähnten Darm- r®6ontiDonbmÄ bei 3rff Journ." Über die Theilimhme der Großherzoglichen Hos?theiln-hm-n könnten."" - Tiefe Annahme scheint in Berlin nicht bestanden zu Italien. Rom, 2. Juni. Die klerikalen Bätter veröffentlichen die vom Papste im letzten Eonsistortum gehaltene Allokution. Der Papst weist in derselben auf die Festlichketten anläßlich seines Jubiläums hin und hebt hervor, wie die hierbei bekundete allgemeine Freude gegen die Beleidigungen kontrastire, welche die Feinde der Kirche durch das neue Strafgesetz derselben zufügen. Dieses Gesetz sei ein sehr ernster Angriff auf den Elerus und die Rechte des heiligen Stuhles; namentlich anstößig erscheine der Artikel, betr. die Mißbrauche, welche dem Elerus beigelegt werden. Dieser Begriff sei sehr dehnbar und "könne je nach den schlechten Absichten der Feinde der Kirche an gewendet werden. Wie die Gesetze gegen die Lehre Ehristt verstoßen, so habe die Kirche die Pflicht, ihre Stimme zu erheben; es sei gegen Wahrheit und Gerechtigkeit, den ganzen Elerus in so unbegründeter Weise zu verdächtigen. Der italienische Elerus habe nichts gegen die öffentliche Ruhe unternommen. Der Papst sei der einzige Gerichtsherr innerhalb der Kirche- das neue Gesetzbuch aber greife in seine Rechte ein durch unbestimmt gehaltene Artikel, welche Jeder nach seinen Leidenschaften auslegen könne. Auch in anderen Ländern seien Gesetze gegen die Kirche geschaffen, doch wurden dieselben, sobald sich die Geister beschwichtigt hatten, wieder aufgehoben. Der Papst protestirt entschieden gegen das Strafgesetz, welches den Rechten der Kirche, des Elerus und der Bischöfe zuwiderlaufe. Die Kirche habe andere Stürme gesehen und sei strahlender aus denselben hervorgegangen; er kenne den italienischen Episkopat, sowie den Elerus und zweifle nicht, daß dieselben dem neuen Gesetz gegenüber die entsprechende Haltung em- nehmen werden, aber er fei tief betrübt, die Kirche in Italien und ihr Oberhaupt in dieser Weise verfolgt zu sehen, da sie doch diesem Lande so viel Gutes erwiesen hatten. Seine Lage gestatte ihm nur, zu protestiren, er verlasse sich aber auf Gott, der Italien beschützen und bessere Zeilen herbeiführen möge. Aegypten. Kairo, 2. Juni. Die Regierung erhielt via Zanzibar ein Schreiben von Emin Bey, bahrt vom 23. October 1887, nach welchem letzterer keine neue Nachricht von Stanley erhalten habe. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz - Burean. Potsdam, 3. Jun, Vormittags. Se. Majestät der Kaiser hatte -im bester- Nacht, als die vorhergegangene war; die Ermüdung ist gänzlich gewichen. Um 10 /4 Uhr begaben sich der Kaiser und die Kaiserin zu Wagen nach dem Wildpark, um 12 ,2 Uhr wird der Kaiser im Schloß Friedrichskron die Gesangsvortrage des Zwolf-Apostel- Kircken Chores unter Leitung seines Dirigenten Piuefer mitanhoren. Potsdam, 3. Juni. Se. Majestät der Kaiser fuhr um halb 11 Uhr mit dem Ponnyfuhrwerk in den Schloßanlagen spazieren, begleitet von der Kaiserin, dem Gene- raladjutanten v. Winterfeldt und dem FlÜgeladiutanten vom Dienst - Um 1 Uhr empfing der Kaiser den zum Gesandten tu Munchenernannten Geh.Legatonsrath («raren xu Rantzau. Um 2 Uhr fand das Diner statt, an welchem die Frau Kronprinzessin, die erbprinzlich Meiningenschen Herrschaften, der Botschafter v. Schweinitz und Fürst Radolin 2c. theilnahmen. Potsdam, 4. Juni. sPrivatdepesche.) Der Kaiser hatte eine recht'gute Nacht und ist nach kräftigem Schlaf erfrischt. Seit WV2 Uhr befindet er sich im Park. Um 11 Uhr hörte er den Vortrag Wilmowski's. OB. Niederschlag an 7 Tagen 7 Uhr. Niederste Mittlere Mittel früherer Jahre . Höchste . .... . —. 1 03 QnTY tm Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2',01 „ * ä ' Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr J Luft 22, Wasser 17 Gr. Gießen, den 4. Juni 1888. Rübsamen. — 0,5 + 10,35 + 10,09 + 24,0 Temperatur in Gießen. Mai 1888. den 9 Juni: Neu einstudirt: Ein Glas Eppelwein oder: iUrn? ^?orVunßen‘ iLtne Parodie des Lustspiels „Ein Glas Wasser" k°aa mUr PJC n $ Elften üon Hallenstein. Vorder: Zum ersten Male- Der Rtna Sercu?c§. ©rote Preise 1 Bum Schluß: Monsieu? Sonntag ^cn 10. Juni: Ein Glas Eppelwein. Vorher: ^um ersten Hercules^"Große Preise.beä d°lykr°,es. Zum Schluß: Monsieur x , LSchanspielhauK. I^stag den 5. Juni: Der Veilchenfresser. Große Preise. Mittwoch den 6. Ium: Figaros Hochzeit. Große Preise. Donnerstag den 7. Juni geschlossen. Freitag den 8. Juni: Durchgegangene Weiber. Große Preise. Anfang Vermischte 4. mw.- Gießen, 1. Juni Das Jahresfest des Oberhessischen Vereins für innere Mlsnon, das sonst regelmäßig am Mittwoch nach Trinitatis abgehalten wurde ist dieses Jahr aus schwerwiegenden Gründen verlegt worden. Leider war es aus Versehen versäumt worden, davon rechtzeitig Kenntniß zu geben, und so erschienen am letzten Mittwoch einige auswärtige Mitglieder vergeblich in Gießen. Die meisten unter ihnen werden aber wohl auch zu der gestrigen, wieder sehr stark besuchten theologischen Eonserenz da geblieben sein. Das Jahresfest des Oberhessischen Vereins wird nun in Bad Nauheim gehalten werden, wahrscheinlich am 18. Juli. Die Nestvrediat wird Herr Pfarrer Waas aus Lampertheim halten. (^3) 9 Darm st a d t , 3. Juni. Der commandirende General des XI. Armeecorvs General der Cavallerie Freiherr v. Schlot heim ist gestern Abend hier eingetrosten und im Hotel zur Traube abgestiegen. Derselbe wurde heute in Seeheim, woselbst sich bekanntlich zur Zeit das Großherzogliche Hoflager befindet, vom Großherzog in Audienz empfangen und darauf zur Taiel gezogen. Der General wird morgen Vormittag auf dem hiesigen Exercierplatz des 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde--) Regiment Nr 115 besichtigen und sich noch im Laufe des Tages zur Besichtigung des Füsilier-Bataillons 4. Großh. Infanterie-Regiments Nr. 118 nach Offenbach begeben - Der Großfürst und die Großfürstin Sergius von Rußland letztere bekanntermaßen eine geborene Prinzessin Elisabeth von Hessen, werden voraus- fichtlich noch bis zum 13. d. Mts. am Hoflager in Seeheim als Besuch der Groß- herzoglichen Familie verweilen. D △ Mainz, 3. Juni Die Ministertalabtheilung für Schulangelegenheiten in Darmstadt wird mit den Vorsitzenden der Kreisschulcommissionen und den Kreis- schulinspectoren im Laufe dieses Monats wieder Conferenzcn in den Provinztalhauvt- stüdten abhalten, um über verschiedene das Volksschulwesen betreffende Gegenstände zu verhandeln. 9 - In dem abgelaufenen Monat war die Zahl der von hier rheinabwärts gegangenen Auswanderer eine außerordentlich große. Die Schiffe der letzten Woche I führten ganze Schaaren solcher Europamüden mit sich. Es find meistens Leute aus s dem Arbeiterstunde gewesen, die zum größten Theil aus Bayern und dem badischen Oberlande stammten. j — Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Dr. Oechsner constituirte sich am ’ Freitag hier in Anwesenheit zahlreicher angesehener hiesiger Bewohner ein Verein zur Gründung oon'.Feriencolonien für unbemittelte Kinder. Einem Comilä wurde die Ausarbeitung von Statuten wie die Beschlußfassung über die Höhe der Beiträge übertragen — Bei dem Umbau der „Neuen Anlage" hier werden fortwährend Gräberfunde gemacht. So wurde gestern wieder ein Metall- und ein Steinsarg blosgelegt in welchen beiden sich gut erhaltene Gerippe vorfanden. ' Halle «. S., 2. Juni. sGrubenbrand.s Seit gestern Nacht brennt Grube Emseloh bei Riestedt. Das Feuer ist im Förderschacht ausgebrochen. Die Leute wurden durch den Wasserschacht gerettet. 40 000 Centner Kohlen, die außerhalb in 2 großen Schuppen lagern, brennen ebenfalls unaufhaltsam. \ Leipzig, 27. Mat. Eine drückende Geschäftsstille lastet nach Mittheilungen ! welche durch mehrere hiesige Blätter gehen, auf den älteren größeren Verlagsge chäflen' Eine Firma mutzte die für ihre Gehülfen eingerichteten Prioatconten, auf denen ihnen nach günstigen Abschlüssen oder bei glücklichen Familienereignissen größere Beträge als Sparfonds angelegt werden, abschließen und zahlte die Guthaben aus. Mit aller Reserve jedoch nehmen wir von folgendem gleichzeitig gemeldeten Vorgehen Notiz Das Mannte Haus Brockhaus kündigte zwei altbewährten Mitarbeitern, von denen der eine, 70 Jahre alt, 35 Jahre, der andere, 56 Jahre alt, 32 Jahre lang ununterbrochen in derselben Stellung desselben Hauses thätig gewesen, für den 1. Juli am 15 Mai ihre Stellen unter der Begründung, daß der Rückgang des Geschäftes eine Abmind'erung der Arbeitskräfte nöthig mache. Den armen ehrenwerthen Collegen ist damit ein schlimmes, sorgenvolles Pfingsten bereitet worden. Die officielle „Leipz. Ztg " fügt hinzu, es sei gekündigt worden, mit dem Bemerken, bei dem ruhigen Geschäftsgänge mußte man sich jüngere und billigere Leute nehmen. Als der Herr, welcher in den 60er Jahren steht, dem einen Chef bemerkte, daß es ihm bei seinem Alter schwer werden würde, eine neue Stelle zu finden, denn 10 Jahre könne er noch leben, bemerkte ihm derselbe: „Sie haben 2000 JL Gehalt, macht in 10 Jahren 20 000 JL, das können wir für Sie nicht mehr daran wenden — überhaupt wollen wir aus unserem Geschäft keine Altersoersorgungsanftalt machen! Andere Blätter weisen darauf hin es sei 1 dieselbe Firma, deren Maximen erst kürzlich in dem bekannten Prozesse gegen die „Deutsche Schriftstellerzeitung" so eclatant zur allgemeinen Kenntniß kamen, nach denen sie die Werke eines spanischen Schriftstellers nachdruckte, ohne auch nur einen Pfennig ru bezahlen, und dieselbe Firma, von der den Leipzigern wohl noch die Vorgänge von , 1871 bekannt sein dürfte, als sie damals die eben als Sieger vom blutigen Schlacht- 1 leibe heimgekehrten Truppen, soweit sie von ihr bequartirt werden mußten, mit Graupen I und Sülzenwurst tractirte, weshalb 18 Mann das Quartier verließen I SerjerfrtMenbe gifjeinuns ist jebeämal bet Ehrcnhvld (staj. math. Hcnsino aus Uub ble anberen alle, Staupit;, Ritter, Rathsherr, Melanchihon i“ reiben sich ihnen würdig an. Wir behalten uns cor, auf baS Festspiet jurücfjutommm und wollen nur letzt noch unsere Leser aufforbern, sich bie Feier einer solchen s7us l-6r.Urn01Ja nÄ zu lassen. - Von welch einer Mühe unb hervorraaenben künstlerischen Auffassung de« Regisseurs Hermann zeugen biefe Aufführungen Unb Orgel unb Chore (welch letztere in diesen Tagen feine Mühe scheuten um das Beste zu bieten) haben zu der erhebenden Feier ihr Bestes beigetragen* 0 5 , , ZT, o0tlt£ a? wahrscheinlich, daß des Großherzogs Königliche Hoheit im Lause bet Woche einer bet Gießener Lulherausführungen beiwohnen wird. m iungcn tr,hn,.r^[Z:l,rnCrif.5cS ""Ni G°u Reffen]. Die gestrige Gaulurnsahrl für die subwestlich gelegenen Vereine nach Burg Manzenberg erfreute sich eines allgemeinen starken Besuches. Zu dem damit verbundenen Volksweiliurnen, bestehend in Stab Hochsprung, Fre.weitsprung, stemmen unb Wettlaufen, waren 54 Turner anflet?eten unb wurden 23 Preise ausgegeben. Die Leistungen in obigen Hebungen zeigten im aagemetnen gegen früher sichtbare Vorzüge. - Den ersten Preis erhielt Herrn Reu sch in Wetzlar, den zweiten Gustav Ruppel (Männer-Turnverein Gießen), außerdem e^ hielt vom Mannet-Turnverein Gießen Louis Frech den fünften, unb K. BraschVen zweiund,wanzigsten Preis. Bei dieser Gelegenheit sei nicht unerwähnt gelaffen daß Ku»- und Keller des Herrn Sürgermeifter Jäger alles bot, um auch nach diese?Seite bin der allgemeinen fröhlichen Stimmung keinen Abbruch zu thun. Ranfte! Arrtz WrrkOps. Maliers stl)0-7M'das" Gescheid 90-JÄÄ koM-nt Kartoffeln per Re-ettoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M Opernhaus. Tlmstag den 5 Juni: Cid. Gewöhnliche Preise. Götz v7n"B°e?lichinge^"EtmA!gte Preise^"' Dramen. Donnerstag den 7. Juni: Aida. Gewöhnliche Preise Fa ust?bThxil.^EErmäß?gte^reffe!^An^ng^ll^Hhr. klafsischer Dramen. Samstag den 9. Juni: Die Jüdin. Gewöhnliche Preise. ft,t Sonntag den 10. Juni: Zum ersten Male: Am Wörthersee. Kärntneriscbes Liederspiel in 1 Akt von Tb. Koschat. Hierauf: Zum ersten Male: Die ver- ^^^pbantaftiiches Ballet in 3 Akten von F. Zell und Carl Telle. Musik von I. Hellmesberger jun.. Gewöhnliche Preise. hin im Auslande des wohlverdienten Rufes hn/ L^nz Deut'chland, rote roett- neuÄ ftallfindttV SÄ“ S» “ Schiffs nachrichten. ßabn Wn" V' Serg^Vo^^ÄXe"» W Br^en^^^^ Main,^^^'SchLann 7om war, ist ÄÄÄÄoÄbÄZ Attgemeiner Mherfestspiel ju Gießen. lllllllillllllM! illli 4., 6. Hüll 7. JlWi, Nachmittags 5 Uhr. Eintrittskarten z« H, 3, 2 und 1 Mark in der Ierber'schen Buchhandlung. Programme 5 2V H daselbst. Die Aufführung dauert 2 Stunden. 4678 __ Das Comitd. .4593 . Ein junger Kellner kann in i 4579 Einen Gesellen und einen Lehr- emem htesiaen Hotel I. Ranges sofort ein- ling sucht Schuhmacher Bechtold j treten, Näheres in der Exped. d. Bl. | in Wismar bei Gießen- I — Anzeiger. Kinder, 1. — per Büchse. Zu beziehen durch alle Apotheken, en gros von Ed. Löflund, Stuttgart. Reine Algäuer Rahm-Milch, sterilisirte Milchconserve ohne Zucker, für Kranke und Kinder ärztlich empfohlen, 65 Pfg. per Büchse. Kindermilch, peptonisirt, für Säuglinge von der Geburt an die einfachste, stets gl ch zuverlässige Nahrung, JL 1. 20. per Büchse. Milch-Zwieback-Mehl, peptonisirt, reiner Milchsubstanz, sehr kräftige, knochenbildende und ausgiebige Nahrung für entwöhnte L$flundS Milch' pfOtluC^e Vorzüge des Milch-Zwiebacks für Kinder: Derselbe ist äusserst nahrhaft durch hohen Gehalt an Milchsubstanz und besonders Milchfett; sehr leicht verdaulich, weil poptonhaltig; kräftig kn o ohen bildend durch die Kalk-Phosphate; dabei wohlschmeckend und sehr ausgiebig. 4009 Eintrag in dss Firmenregister Großh^ Amtsgerichts Gießen am 1* 1888. August Noll II in Gießen betreibt daselbst seit 1- Juni 188# ein Colonialwaaren- und Cigarrengeschäst unter der Firma seines Namens. Neidhart, 4661 Gerichlsjchreiber. Dienstag den 3. Juni, Vormittags 10 Mr, werden gegen baar auf dem Köln- Mindener Schuppen circa 2700 kg eichene 1, 1,5 und 2 Meter lange Grubenhölzer von circa 10 cm Durchmesser verkauft. Gießen, den 3. Juni 1888. Der Gütervorsteher: 4673 _____________Horst._______ Dienstag den 5. ö. Mts. sollen gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden: a) Morgens 8 Uhr auf dem Viehmarkte in Gießen: b) 1 trächtige Kuh und 2 Schweine; NaÄmiltagö 2 Uhr in der früher Bramm'fchen Hosraithe ^.Neustadt) dahier: . _ 1 einsp. Wagen, 1 Parthie Kartoffeln, 1 Hobelbank, 1 Secretär, 2 Sopha's, 2 Sessel, 2 Kleiderfchränke, 1 Parthie Wirthstische, 1 Parttüe neue Filzhüte und Wollewaaren rc. rc. Gießen, 2. Juni 1888. Engel, 4626 Gr. Gerichtsvollzieher. Dienstag den 5. Juni, von Nachmittags 2 Uhr an, Wird der Nachlaß des Herrn Theodor W ort mann, Bleichstraße 12, im Hause des Herrn liohlermann meistbietend versteigert. Es kommen besonders zum Ausgcbot: 1 schöner Secretär, Kommode, Tische, Stühle, vollständige Betten mit Sprungfeder- u. Roßhaarmatratzen, Nachttische. Kleiderschränke, Stehpult, Ofenschirm, 3theil. Brandkiste, Weißzeug, Gartentisch, -Stühle und -Geräthe, Schnitzvaok, Werkzeuge, Grubenseil n. Bohrer, mehrere Flaschen alter Nordhäuser Korn- vranntwein Landwirthschaftliche Zeitung von Beginn an, gute Bilder, darunter: The Engagement &, the Oeparture from Brighton, das heil. Abendmahl nach L. da Vinci, Thier- ftücke. Gewehre, eine Darthie Kleider u. Stiefel; ferner Silber-Gegenstände, wie Borleg-, Eß- u. Kaffeelöffel, Tortenschaufel rc. rc., 1 gold. Uhr mit Kette, Siegelringe- 2 schöne silb. Becher, 1 Bronze-Standuhr mit zwei Kandelabern (Kunstwerk), feines Porzellan und Gläser, Haus- und KüchengerLthe, färb, geschliffene Gläser, buntes Porzellan („Wedge- toooD*), Feldstecher, Ferngläser, Jagdstuhl, Gewehre, chirurgische Bestecke, gute Taschenmesser. 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September 1887 (Reg-Blatt S. 247) die Anwendung dies S Gesetzes auf die in der Konsolidation begriffene Gemarkung Saasen für zweckmäßig erklärt und den Unterzeichneten nach Art. 15 Rr. 1 daselbst zum Vollzugskommissär ernannt. Rach Vorschrift des Art. 16 des neuen Gesetzes soll zunächst Montag den 23. Juni I. I., Vormittags 10 Uhr, in <8aaftn eine Versammlung der betheiligten Grundeigenthümer stattfinden, in welcher dieselben Wünsche und Anträge vorbringen können und in welcher die Wahlen zur neu zu bildenden Vollzugskommission und einem Schiedsgerichte vorzunehmen sind. Zur Vollzugskommission sind zwei Sachverständige nebst zwei Stellvertreter, zum Schiedsgerichte ist ein Mitglied, nebst einem Stellvertreter von den betheiligten Grundeigenthümern zu wählen. Jeder anwesende Betheiligte hat eine Stimme. Die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeit eine Mehrheit von zwei Dritttheilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Betheiligten verbindlich. Kommen gültige Beschlüsse nicht zu Stande, so hat die Landeskommission für Feldbereinigung die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Alle bei der Feldbereinigung in Saasen betheiligten Grundeigenthümer werden zu dieser Versammlung hiermit eingeladen. 4660 Dan Waldschmidi, Homberg a. d. O., Kreis Alsfeld, Conrad Hihel, Rechner, Münzenberg, Marius Hammel, Ober-Rosbach, Kreis Friedberg, PhilippSchäferlll., Oeconom, Oppenrod, Mos. Zröhlich II., Handelsmann, Ulrichstein, M. Men;, Oeconom, Wallenrod. Schweizer Stickereien ohne Apprßt in Hunderten von Mustern wieder frisch eingetroffen bei 1521 J. Kaan jun., Kreuzplatz 10. Gladbacher Feucrversicherungs Gesellschaft. 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