Nr. 1OS Samstag den 5. Mai 1888. Amts- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen. Dnreaur Schulftraße 7. mtKMneManHUBaaBiBB Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Tßeit. Nr. 22 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. v. M., enthält: (Nr. 1799.) Internationaler Vertrag zum Schutze der unterseeischen Telegraphenkabel. Vom 14. März 1884. (Nr. 1800.) Gesetz zur Ausführung des internationalen Vertrages zum Schutze der unterseeischen Telegraphenkabel vom 14. März 1884. Vom 21. November 1887. Gießen, am 3. Mai 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________________________________Dr, Boekmann._________________________________________________ Betreffend: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfafsungseides. Gießen, am 2. Mai 1888. Das Großherzogltche Kreisamt Gießen an die Grotzherzogltchen Bürgermeistereien des KreiseS. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfaffungseides der neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterthanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheirathet haben, soll wie folgt stattfinden: 1) Mittwoch den 9. Mai L I«, Mittags 1 Uhr, in dem Rathhause zu Lich, für die in den Amtsgerichtsbezirken L i ch und Butzbach liegenden Gemeinden; 2) DienStag den IS. Mai L I., Mittags 12 Uhr, in dem Rath Haufe zu Gießen, für die in dem Amtsgerichtsbezirke Gießen liegenden Gemeinden; 3) Mittwoch den 16. Mai l. I., Mittags 1 Uhr, in dem Rathhause zu Grünberg, für die in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Homberg liegenden Gemeinden; 4) Mittwoch den 23 Mai I. I., Mittags l1/» Uhr, in dem Rathhause zu Hungen, für die in den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Nidda und Laubach liegenden Gemeinden. Wir beauftragen Sie hierdurch die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und wie geschehen unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu berichten, daß Niemand vorzuladen war. Halten sich dergleichen Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. ' Dr. Boekmann.____ Betreffend: Die Ausführung des Reichsmilitärgesetzes. Gießen, den 30. April 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an di« Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Areifes. Nachstehende Bekanntmachung Großherzoglichen Landwehr-Bezirks-Commandos Gießen wollen Sie alsbald auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen lasten. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes — wozu auch die Ersatz. Reservisten gehören — welche sich noch nicht im Besitz der veränderten beziehungsweise neuen Militär-Papiere — namentlich nicht der neuen Bestimmungen — befinden, werden hierdurch ausgefordert, bei Meidung der im § 67 des Reichs-Militär-Gesetzes angedrohten Strafen unverzüglich ihre Papiere behufs Abänderung beziehungsweise Austausch an den zuständigen Bezirksfeldwebel abzugeben beziehungsweise einzusenden. Caspary, Oberstlieutenant und Kommandeur des Landwehr-Bataillons-Bezirks Gießen. Politische Wochenschau. Gießen, 4. Mai. Die erneute Verschlimmerung, welche sich Anfang der Woche im Befinden deS Kaisers bemerklich machte, ist glücklicher Weise nicht von Dauer gewesen und lauten gegenwärtig die Nachrichten über den Zustand des hohen Kranken wieder beruhigender. Der abermalige Zwischenfall bekundet indessen auf's Neue, den unberechenbaren, wechselnden Charakter des Leidens des Kaisers und wenngleich auch jetzt kein Grund zu unmittelbarer Besorgniß vorliegt, so erhellt doch aus den wechselnden Krankhetts- btldern daß sich am Ernst der Gesammtlage und der Gefahr des Grundübels leider nichts geändert hat. Angesichts dieses Standes der Dinge muß man auch die immer wiederkehrenden Meldungen von der angeblich bevorstehenden Uebersiedelung des Kaisers nach Schloß Friedrtchskron bei Potsdam auf sich beruhen lassen und wird es schon als viel erreicht zu gelten haben, wenn der kranke Monarch im Schloßparke zu Charlottenburg wieder frische Luft schöpfen darf. Am Donnerstag Morgen erwies sich das Allgemeinbefinden des Kaisers bei sehr niedrigem Fieberzustande als verhältniß- mä6ig befriebigenb, in Folg- besten bie Kaiserin ihren projeclirkn Reiseausflug in Me von ben Ueberschwemmungen betroffenen Elbnieberungen 'n,wischen unternommen hat. Hinsichtlich bes am Dienstag vorgenommenen abermaligen Wechsels ber Eanule beim Kaiser wirb aus ber Umgebung bes Monarchen geschrieben, baß ein solcher Wechsel schon seit einiger Zeit aller brei bis vier Tage vorgenommen werbe, ohne im Allgemeinen für ben hohen Patienten beschwerlich ober gefährlich zu fein. Das »renftiffte Abgeordnetenhaus hat in biefer Woche mit feinen Arbeiten tüchtsi, aufgeräumt. Es mürben von ihm bie Eifenbahn-Vorlage, bie Nothstanbsvor- laae bie Vorlage über bie Weichsel- und Nogat-Regulirung unb bie Kreis- unb P?ovinzial°rbnung für Schleswig-Holstein befiniiiv angenommen unb baneben noch verschiedene Anträge - Antrag Branbenburg unb Genosten, welcher will, baß an ben technischen Unterrichtsanstalten feber Art unb aus ben Lehrerfeminarien über bie ersten Hilfeleistungen bei plötzlichen Ungläckssälleu in geeigneter Weife Anleitung unb ®e= kbruna eriheilt werbe, Antrag Rickert-Winbthorst, betr. bie »Übung bei Urwahlbezirke unb Antrag Berling, betr. Wittwen- unb Waifenkaffen ber Elementarlehrer — erlebigt. Die Verhanblungen über biefe Gegenstänbe waren zumeist recht lebhafter 'Natur, namentlich gestaltete sich die am Schluß ber Mittwochssitzung stattgesunbene Diseussion über ben genannten Antrag-Rickert-Winbthorst burch bie Art unb Weise, wie Minister v Sputtfamer in biefelbe eingriff, sehr erregt unb wirb in parlamentarischen Greifen das Auftreten des Ministers gegen den Antrag lebhaft erörtert. Zur Stunde dürfte sich das Abgeordnetenhaus vertagt haben, um in 14 Tagen zur definitiven Beschlußfassung über das Volksschullastengesetz nochmals zusammenzutreten. Inzwischen ist auch das Herrenhaus aus seiner Ruhepause wieder hervorgetreten und genehmigte es am Mittwoch unverändert die Nothstandsvorlage und den Gesehenttvurf über die Verlängerung der Legislaturperioden, sowie am Donnerstag den Gesetzentwurf, betr. die Verleihung der Corporationsrechte an geistliche Ordensniederlassungen und Congregationen und erledigte an beiden Tagen außerdem noch eine Reihe kleinerer Vorlagen. Das neue holländische Ministerium Mackay hat dieser Tage in der niederländischen Volksvertretung mit einem politischen Programm debüttrt. Als dessen Hauptpunkte erscheinen die Betonung des confessionellen Unterrichts der Volksschule, Ankündigung neuer Gesetzentwürfe im Interesse der Landesvertheidigung, Erhöhung der Eingangszölle für gewisse Maaren und Signalisirung neuer Steuern. Ob das Cabinet Mackai mit der liberalen Mehrheit der ersten Kammer bet einem solchen Programm lange auskommen wird, erscheint recht siaglich. Die energischen Erklärungen, mit denen der österreichische Unterrichtsminister v. Gautsch bei der Cultusdebatte im Abgeordnetenhaus den slaotsch- nationalistischen Ansprüchen wie auch den hinter dem Schulantrage Liechtenstein sich verbergenden clericalen Bestrebungen entgegengetreten ist, haben die Prophezethungen, daß sich Herr o. Gautsch von den Czechen und Clericalen schließlich doch noch tn's Schlepptau nehmen lassen werde, desavouirt. Begreiflicher Weise hat diese Haltung des Unterrichtsministers auf der Rechten einen schlechten Eindruck heroorgerufen, der sich in den Angriffen der clericalen und czechischen Preßorgane auf Herrn v. Gautsch genugsam widerspiegelt. Wenn trotzdem die Rechte — mit Ausnahme der Jungczechen und einiger Altczechen — am Mittwoch den .Titel „Centralleitung des Unterrichtsministeriums" bewilligte, dessen Ablehnung vermuthlich zur Demission des Herrn v. Gautsch geführt haben würde, so scheinen die Herren von der Rechten hierbei erwogen zu haben, daß eine Ministerkrisis unter den jetzigen Umständen für den Bestand des „eisernen Ringes" der Mehrheit ^bedenkliche Folgen haben könnte, zumal sich der Ministerpräsident Graf Taaffe mit seinem Collegen im Unterrichtsministerium für solidarisch erklärt haben soll. Jedenfalls wird es aber Herrn v. Gautsch seitens der Czechen und Clericalen nicht verziehen werden, daß er es wagte, ihren Ansprüchen in mannhafter Weise entgegenzutreten. In der italienischen Deputirtenkammer hat sich mit der in dieser Woche stattgefundenen Afrika de batte wieder einmal eine große parlamentarische Haupt- und Staatsaction abgespielt. Die Afrtkapolitik der Regierung erfuhr von verschiedenen Seiten her heftige Angriffe, aber die wohlwollenden Beurtheilungen dieser Politik und speciell der jüngsten Afrika-Expedition überwogen und der Kriegsminister wie der Cabinetschef Crispi hatten daher mit ihren Darlegungen ziemlich leichtes Spiel. Speciell betonte Crispi, das Programm der Regierung in Massauah sei ausgeführt und werde man in Saati stehen bleiben, die Besetzung einer wetteren Zone aber an- ftreben. Die zwejtägigen Verhandlungen endeten am Donnerstag mit Annahme einer das Vertrauen der Kammer zur Regierung auesprechenden Tagesordnung. Der Aetna entwickelt wieder einmal eine unheimliche Thätigkeit, dichte Rauchwolken entsteigen ihm und scheint ein Ausbruch nahe bevorzustehen. Dem Cabinetswechsel in Serbien ist die Darlegung des Programms des neuen Ministeriums Criftics auf etwas ungewöhnlichem Wege nachgefolgt. Da sich nämlich das Ministerium Criftics weigerte, vor der in ihrer Mehrheit radicalen Skuptschina zu erscheinen und dieselbe inzwischen aufgelöst wurde, so hat der Minister des Aeußern, Mijatoric, das Programm der neuen Regierung in einem Rundschreiben an die serbischen Gesandtschaften ntedergelegt. In dem Rundschreiben wird betont, daß die Regierung außerhalb der Parteien ftehe und jeder derselben freie Action innerhalb der Grenzen des Gesetzes gewährleiste. Hinsichtlich der auswärtigen Politik werde die Regierung auf die Erhaltung und Befestigung der allseitigen guten Beziehungen im Interesse der nationalen Selbstständigkeit Serbiens hinwirken. Der bisherige türkische Gesandte in Athen, Ferundt Bep, ist plötzlich nach Constantinopel berufen worden, während der griechische Gesandte bei der Pforte, Conduriotis, im Auftrage seiner Regierung Constantinopel mit Urlaub verlassen haben soll. Die russischen Umtriebe scheinen da glücklich eine neue türkisch-griechische Spannung hervorgerufen zu haben! Die Verurtherlung des Majors Popow in dem soeben vor dem Sofiaer Militärgericht beendeten UiUerschlagungsprozesse hat in Bulgarien allgemein Mißfallen erregt. Man glaubt, daß Popow, der Liebling des Prinzen Alexander während dessen bulgarischer Fürstenherrlichkeit, einer politischen Jntrtgue zum Opfer gefallen ist; eine „Revision" des Prozesses gilt als wahrscheinlich. Die Rundreise des Coburgers durch die bulgarische Donauprovinz verläuft programmgemäß und, bislang wenigstens, ohne sonderliche Zwischenfälle. Der officiöse Telegraph weiß sogar von begeisterten Huldigungen zu berichten, wobei aber jedenfalls stark übertrieben wird. Am Mittwoch Nachmittag traf Fürst Ferdinand in Tiruowa, seinem eigentlichen Reiseziele, ein und wird er hier das griechische Osterfest zubringen. Darmstadt, 3. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 11. April den Revtsionsgehtlsen bei der zweiten Justisikatur-Abtheilung der Ober-Rechnungskammer Emil Büttel zum Ober-Rechnungsprobator 2. Clasfe bei der ersten Justisikatur-Abtheilung dieser Behörde zu ernennen; am 2. Mai den bet dem vereinsländischen Hauptzollamt zu Hamburg com- missarisch verwendeten Ftnanzaspiranten Philipp Klein aus Dudenhofen zum Haupt- fteueramtsassistenten, den Ftnanzaspiranten Georg Bauer aus Ellenbach zum Haupt- fteueramtsassistenten bei dem Hauplsteueramte zu Mainz, den Finanzasptranten Hetnr. Weber aus Darmstadt zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauplsteueramte Darmstadt, den Finanzaspiranten Reinhard Magel aus Grünberg zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Offenbach, den Ftnanzaspiranten Heinrich Rühl aus Darmstadt zum Hauptsteueramtsassistenten bet dem Hauptsteueramte Darmstadt, den Finanzasptranten Georg Schlehenbecker aus Friedberg zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramte Gießen, und den Steuer assessor Karl Fresenius aus Vöhl zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauplsteueramte Mainz zu ernennen; — den Hauptfteucramttzassistenten bei dem Hauptsteueramte Darmstadt Karl Bauer an das Hauptsteueramt Mainz zu versetzen. Darmstadt, 2. Mai. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beilage Nr. 10) enthält: 1. Bekanntmachung Großh. Brandversicherungs-Commission, die Ergebnisse der Verwaltung der Großh. Brandoersicherungskasse vom Jahre 1885 betreffend. 2. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1888—89 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Com- munalbedürfntsse in den Gemeinden des Kreises Bingen. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Etatsjahr 1888—89 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Com- munalbedürfntssen in den Gemeinden des Kreises Büdingen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 3. Mat. Die Morgentemperatur des Kaisers war heute normal die Nacht größtentheils recht gut. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend, der Appetit reger. Der Kaiser befand sich bereits seit bald nach 10 Uhr im Lehnstuhl am Fenster seines Arbeitszimmers. Er darf den größeren Theil des Tages aufsitzend außer dem Bett zubringen. Berlin, 3. Mai. Der Kaiser empfing Vormittags die Vorträge Albedyll's und des Kriegsministers. — Eine Deputation der Feldprediger der Armee, geführt von dem Feldprobst Richter, legte Nachmittags am Sarge Kaiser Wilhelms im Mausoleum einen Kranz meder und überreichte dem Kaiser Friedrich einen prachtvollen Blumenkorb. Berlin, 3. Mai. Der Kaiser verblieb bis zum Abend außer Bett, theils auf dem Sopha, theils im Lehnsessel. Er nahm in dem letzteren gegen 8 Uhr noch das Abendbrod ein. Berlin, 3. Mai. Die Kaiserin Victoria ist mit der Prinzessin Victoria in Begleitung des Oberpräsidenten Achenbach und des Herrn v. Seckendorf um 7 V* Uhr Morgens mittelst Extrazugs nach Wittenberge abgereist und Abends 10 Uhr 15 Min nach Berlin zurückgekehrt. Berlin, 3. Mat. Das Herrenhaus erledigte mehrere Denkschriften und Berichte und nahm die vom Cultusmtntfter v. Gosler befürwortete Vorlage über die Ver- lerhung von Corporationsrechten an Niederlassungen geistlicher Orden nach einer kurzen Diskussion einstimmig an. In der morgen um 2 Uhr stattfindenden Sitzung werden die Sekundarbahnoorlage und kleinere Vorlagen zur Berathung kommen. Berlin, 3. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf betreffs Regulirung der Stromoerhaltnrsse der Weichsel und Nogat nach einer nur unerheblichen Debatte und mit einer unwesentlichen redactionellen Aenderung des § 1 nach den Beschlüssen der zweiten Lesung an; ebenso wurde der Gesetzentwurf betreffs der Verfassung der Realgemeinden der Provinz Hannover in dritter Lesung unverändert angenommen. Der Antrag des Abg. Berling betr. Abänderung des Gesetzes über Erweiterung, Umwandelung und Neueinrichtung der Wittwen- und Watsenkassen für Elementarlehrer wurde nach einer unerheblichen Debatte nach den Anträgen der Commission angenommen. Für die morgen um 12 Uhr anberaumte Sitzung stehen die Kreisordnung für Schleswig - Holstein und einige kleinere Vorlagen auf der Tages- Berlin, 3. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Beitrittserklärungen zur Spiritusbank für Deutschland nehmen in letzter Zeit einen derartigen Fortgang, daß man in den betheiltgten Kreisen Dem Zustandekommen des Unternehmens zuver! sichtlich entgegensehe. Die Verständigungen über den Anschluß der Spiritushändler und oer Spntfabrtk seien soweit gediehen, daß in der am 5. d. M. stattfindenden Generalversammlung der letzteren die volle Mitwirkung des Vereins der Spritfabrikanten und )amit auch die Zuführung der mit letzteren verbündeten Brennereien zu erwarten sei ^omtt sei die Annahme berechtigt, daß die mit der Anmeldung noch rückständigen yrcnner mit ihrer Beitrittserklärung nicht säumen werden, da das Zustandekommen es Unternehmens von der nahezu einhelligen Bethetligung der gesammen Sprit- roDuktton abhängig sei. Berlin, 4. Mai. (Privatdepesche.^ Bulletin von 9 Uhr Morgens. Der Kaiser war heute Morgen fieberfrei und zeitweise außer Bett. Die Kräftezunahme stellt sich wieder allmälig ein. Bulletins werden bis auf Weiteres nicht mehr täglich ausgegeben. . BreSla«, 3. Mar. Ihre Majestät die Kaiserin Victoria hat die von den : Frauen und Jungfrauen an Allerhöchstdieselbe gerichtete Adresse mit einem öanb“ j schreiben beantwortet in welchem es heißt: „Eine Adresse, von zahlreichen Frauen und i Jungfrauen Breslau s unterzeichnet, hat Mich aus Anlaß des Hinscheidens unseres ; ^elg.eliebten Kaisers und Königs Wilhelm mit Worten der Theilnahrne begrüßt und daber der sorgenvollen Zett gedacht, welche durch die Krankheit Meines Gemahls Mir Jmu r?anyn eine schwere Prüfung auferlegt. In so trüben Tagen des sn »Cr ^rCVCrr^ep Bevölkerung gewiß zu sein, ist ein erhebender Gedanke, und Mem Bestreben soll es sein, nrcht nachzulassen in der Pflege und Sorge um den Cr unfe ^0010, fceji @ott in seinen Schutz nehmen möge. Daß die Frauen h?? Breslau s M ihrer Ansprache Meiner Bestrebungen auf dem Gebiete pflege um die Kranken und der Sorge um die Kinder 0e= b^n, „^^bln.wohlthuender Beweis dafür, daß Meine Arbeit keine erfolglose ge- ± ©Stenin ™i6meCnnQd,tQffEn Kräfte d-m Wohle des Volkes auf Wittenberge, 3. Mat. Die Kaiserin traf mit der Prinzessin Victoria und Gefolge um 9 Uhr iO Min. ein und wurde von den Provinzial-, Kreis- und städtischen Behörden, sowie dem Osficiercorps des 11. Ulanenregiments empfangen. Eine große Menschenmenge begrüßte sie enthusiastisch. Nach der Vorstellung fuhren die Kaiserin und die Pnnzesnn durch die prachtvoll geschmückte Bahnstraße unter dem ^ubel der Bevölkerung nach dem Elbhafen. Dann stattete die Kaiserin dem Diakonissenhaus opoen w iihraÖ des Regierungsdampfers „Hermes", welcher Anker lotete $ bcm Überschwemmungsgebiete der Priegnitz'schen Elbnicderung die oi/ 3* Kaiserin Victoria landete nach stürmischer Fahrt um 2/r Uhr tu Hitzacker und reiste nach kurzer Begrüßung durch die Behörden nach hier nrfiffhpnt’pn h™ 3 20^in. emtraf. Nach Der Begrüßung durch den Regierungspräsidenten Todemann fuhr sie unter enthusiastischer Begrüßung der Spalter bildenden Corporattonen und Schulen nach dem Rathhause. Am Eingang desselben hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache, worin er hervorhob, das Band, welches die Provinz Hannover mit dem preußischen Throne verbinde, könne durch den Besuch der Kaiserin npspstt^bur« auf der Rückreise von einem Werke der Liebe und Barmherzigkeit nur gefestigt werden. Die Kaiserin erwiderte, der Kaiser bedauere lebhaft, nicht selbst «£S?u können, sie werde über den warmen Empfang berichten. Oberstlieutenant Bardeleben führte sodann zwei Schwadronen der hiesigen Dragoner mit der Standarte und der Regimentsmusik vor. Im Rathhause nahm die Kaiserin die Vorstellung der Spitzen Der Behörden entgegen und besichtigte die Sehenswürdigkeiten des Rathhauses ^lernDrner von 40 Gedecken im Fürstensaal stattfand. Abends 6 Uhr er folgte ote jiucrretje. ° 9r.,aftpmm^ s»' 9Jiai- 1?e!n Vernehmen nach werden sich zur Eröffnungsfeier der AusstelUing in Barcelona 17 französische Kriegsschiffe dorthin begeben. 500 Arbetter " $n Ouare9nDn Eriken wegen verweigerter Lohnerhöhung gegen iu ar 3. Mai. Der irische Deputirte O'Brien wurde wegen seiner am !rbett v!rmtheil?^^° gehaltenen Rede zu dreimonatlichem Gesängniß ohne Zwangs- Nach einer Meldung aus Massaua schifft sich San Marzano morgen nach Italien ein. Er empfing heute die Abschiedsaufwartung der Behörden, sowie europäischer und einheimischer Notabeln. Rom, 3 Mai. Der Papst empfing heute Mittag die spanischen Wallfahrer. In seiner Beantwortung der vom Weihdischof von Saragossa verlesenen Adresse sprach er seine Befriedigung darüber aus, daß die spanische Nation sich anderen Wallfahrern angeschlossen habe. Er betonte die unter allen Katholiken herrschende Einigkeit und erinnerte, auf den Streit um die Karolineninseln hindeutend, wie er sich in besonderer Weise mit Spanien beschäftigt habe. Endlich empfahl er die Beobachtung der letzten Encyklika und erthettte den Pilgern den Segen. Am Samstag wird der Papst eine Meße für alle Wallfahrer celebriren. 19 blom, 3. Mai. Baccarini bringt in der heutigen Kammersitzung einen von 12 Depulirten, darunter Seismis Doda, unterzeichneten Antrag ein, wonach die Kammer über die Tapferkeit der Armee und Marine sich lobend aussprechen, aber auch ausdrucken soll daß die Milttärpoltttk an den Küsten des Rothen Meeres dem Nattonal- intereffe nicht entsprechend erachtet werde, und die Regierung aufzufordern sei, die ^ri^PCm K?s*en des Rothen Meeres zurückzuztehen. — Der Kronprinz machte Nachmittags eine Spazierfahrt, überall lebhaft begrüßt. Zahlreiche Glückwünsche find gestern tm Quirinal eingetroffen. Der König besuchte alle bei dem Unfälle Verwundeten, welche sich bereits — außer Lorenzo — besser befinden. H . — Der Deputirte Musst bringt Namens der äußersten Linken den von 19 Depu- Urten unterzeichneten Antrag ein: Die Kammer bedauere, daß der Ursprung der Expedition nach Afrika ihrem Votum entzogen worden sei und fordere die Regierung auf, weil die Expedition gegen das Interesse und das Prestige des Landes sei, das Expeditionscorps zuruckzurufen. . . delara-, 3. Mai. Das Amtsblatt veröffentlicht das Gesetz über die Aushebung des Vertrages mit der Tabakmonopolgcsellschast. 8 o f d l e ♦. Jäkß««, 4. Mai. sVerschänerungs-Verein Gtcßen.s Der seinerzeit gewählte Ausschutz hat zunächst unter sich die Acmter in der Wette verthetlt, daß zum bimtn-r August Hetz, zu dessen Vertreter Forstmeister Thaler, zum Schriftführer Kretsingenieur Gnauth und zu dessen Vertreter Kausmann Ernst Z°Ue.r bestimmt wurden; an Stelle des dte Wahl in den Ausschuß ablehnenden 1 ~^lter rourbe Kaufmann Adolf Zurbuch beigewählt und diesem das Amt des Rechners übertragen - In der nächsten, am 2. d. M. ftattgehabten Ausschuß- sitzung wurde zuvorderst Mittheilung gemacht über den Erfolg, der auf die Gewinnung von Mitglledern (mit einem festen Jahresbeitrag von 2 J4) gerichteten Bemühungen: obgleich noch eine erhebliche Anzahl endgültiger Erklärungen aussteht, so kann doch schon letzt auf eine anfängliche Mitgliederzahl von über 300 mit Sicherheit gerechnet n!ellen"caHe b*c Zwecke des Vereins fast in allen Schichten der Bevölkerung gleichmäßiger Anklang gefunden haben. Dabet ist zu hoffen, daß das erste Hervor- treten des Vereins mit eigenen, wenn auch zunächst bescheidenen, Leistungen demselben ?! Curd-, wie die Mitglieder des landwirthschasilichen Bezirksvereins Alsfeld veranlaßt worden leien, Mann für Mann in jener Versammluna xu erfchphim um womöglich sich das Uebergewicht in derselben zu sichern und die in Nr 14 der land fprtPnSrpIffi wlrfpnhpn Ugfiffc gegen den nun schon so lange segensreich wirkenden Provinz,alvcrern zu erneuern und möglichst zur Gelluna zu “"ß -dkl'cht °ll°r derjenigen Mitglieder des landwlrthfchastlichen Vereins, die solche Auflosungsbestrebungen nicht billigen, in der Versammlung zu DL - ■* >-»-»» -»» führ!? in der lebten" Sl» ? nächsten Sonntag verschoben wurde. Wenngleich die Wort- * c^!m Versammlung noch eine große Zuversicht auf einen Siea an den nphmHflien' e kmran ^ute bei den einzelnen Gruppen der Strikenden die Wahr- p9 Cn \ man Ende der Arbeitseinstellung sehr herbeiwünscht Partien der Maurer sind ihren strikenden Collegen untreu geioord^n und ^bistern zuruckgekehrt, was die Lohncommtssion veranlaßte in einem IÜsha?re?au°„u"f"rderm Unterstützun^geldern ni^'f-hle, zum «, »„T, Der Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Mainz-Oppenheim, Herr £ommenben Sonntag hier den Wählern über seine Thätigkcit im £*Ä9?141 erstatten Zur selben Zett wird der Landtagsabgeordnete Schnöde? IDifttif ffidhptl JamA i zri gegen die ihm auf der land- wirtschaftlichen Versammlung in Guntersblum gemachten Vorwürfe zu rechtfertigen ?Cr „$)ie verkehrte Welt" erzählen die „M.N." das hetteie Geschichtchen, daß gestern hier em Schutzmann, der sich im Zustande totaler Betrunken- rcoier mbratf" wurde^ 8anbben’o6nern arrelirt und per Wagen auf das Polizei- gelandet^ ^eUtC wurbe ^ier fete ^iche eines Soldaten des 32. Regiments h&pnh versuchte sich gestern ein Soldat zu ertränken, wurde aber noch icoeno aus Dem Wasser gezogen. fJ?MurkburJl' 2; Mat. Vor der Strafkammer des kgl. Landgerichts fand heute c "Eorpsbatz ihren strafrechtlichen Abschluß, die am 26. Januar ds. Js. im Schießhause zu Marktbreit ausgefochten worden war. Die Sache kam zur Anzeige c^ah,-UrbC "unmehr gegen den Wirth, den Schoßmeister Der Schützengesellschaft,'dm Ortsburgermetster und gegen jene Studirenden, welche den Wirth zur Aufnahme bei Enst-rnEN (es wurde von früh 6 Uhr an bet verschlossenen Thüren und verhängten Fenstern gepauckt; die Waffen waren tn Kisten, die mit „Sptelwaaren" bezeichnet hnffpn 9 DOm ^"^tbreiter Boten tn's Schießhaus gebracht worden) ver- ' ÄC v>egen Beihrl e zum Zweikampf erhoben. Sämmtliche Ange- fchuldigte, der 31iahrige Oekonom Adam Dalk (Schützenmeister), Andreas Reitschkn, Restaurateur, Kaufmann und Bürgermeister Adolf Hartmann und stud. med. Ludwig Michel, sammtlich in Marktbrett, erhielten je 23 Tage Festungshaft. k^^^^^-^sterbauen hat begonnen und allenthalben in den Bäumen und Hecken. l”i°,cn ^aUnV,rle ei\Unb Dächern gründen jetzt die kleinen gefiederten Geschöpfe ihr Abim. Aengstltcher kann kein Menschenpaar, das die Liebe für Lebenszeit vereinigt, ; ^tner Zukunft berathen als etwa ein Fink mit der Frau Finktn. Noch sitzen n “ i Dt5l!ptru!lb ^ept und äugt und späht. Dann werden die Gabel- -/»-U tnsplcirt und endlich ist das passende Plätzchen gefunden und als hakten sie beide Äp -ren ^solvtrt, so planvoll beginnt die Fundamentirung. Meine Buschel Reisig, so klein, daß )ie für uns nur Splitter und Kehricht scheinen vielverzweigte Zeug hakt fest ineinander, bald bildet es einer tellerförmigen Platte und nun flechten die klugen Vögel Halme hJa r rU?b u?b ^ust. Alles verschlingt sich in das zackige Gewirr ^^en Holzbaues und deckt sich als weicher Teppich über das splittrige rohe Gebalk. Ist s soweit, dann folgt eine allerliebste Arbeit; das Nest muß seine Form ^aven, ehe an die weitere ^apezierung gegangen werden kann. Da sitzen sie wechsel- weise, Fink und Finktn, und drehen, drehen daß ihnen und Dem, der es aus heimlicher Katholische Gemeinde. m o 5. Sonntag nach Ostern. Von 6 Uhr an Beichte. ,l.lbr: Frühmesse und Austheilung der h. Gommunion. Um V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Maiandacht. Mittwoch und Freitag um 6 Uhr: Maiandacht. KsttesdirnK in der Synagoge. Samstkg Ab?uk 8» Uhr. ®am3‘a9 8"° U6t- Samstag Mittag 4 Uhr. Niederlage mit Probeanstrichen bei den Herren Carl Petri, Kaufmann, Marktplatz, „ „ Friedrich Leo, „ Seltersweg, „ „ Car^i Schulze II., „ Schillerstraße. aus ächtem Bernstein-Oel-Lack, trocknet rasch und hart mit hohem Glanz, ist leicht zu verarbeiten und von großer Dauer. ßMSER VICTORIA-QUELLE WMM „ _ zeichnet sich vor allem durch Äl L“1;. l <*enten