Donnerstag den 5. Januar 1888. Mr. £ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. fttareati: Schul st raße 7. - Betreffend. DaS Ersatz Geschäft für 1&S8 Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89,0, 93 und 94 während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; d. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. 1): daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeug-' niste für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (I. Theil der Wehr - Ordnung vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. Preis vierleljährlick 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf^ Klagen und sonstige Erklärungen und Anträge sind bei uns« Gerichtsschreibereien an allen Wochentagen, Vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, vorzubringen. Wer einen Amtsrichter sprechen will, ohne vorgeladeiu sein, hat sich Mittwochs Vormittag einzufinden. , Gießen, am 2. Januar 1888. Grorzogliches Amtsgericht. Langsdorfs. 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüf ungs-bmmission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Gißherzog- thum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seim dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darfricht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätesten bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in weem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis tr Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei« Verlujdes Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben ihres zu erbringen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschriebe sein und ist bierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapy zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die näherAdresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Bormun» mit der Erklärung über Bereitwilligkeit ».Fähigkeit, den Fwilligen bekannt machen zu lassen. Gießen, am 3. Januar 1888. der angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. Großherzogliche Prmgs-Commission für einjährig Freiwillige. ________________Derlorsitzende: Dr. Zeller._____________________________ Mit Be'ua aus die Bestimmungen der Deutschen WehfOrdnung fordern wir alle im Jahr 1868 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vorn Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen rhren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Zaus- und Wirthschastsdeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen^ Dienstboten Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschast sich aushalten, hiermit auf, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungSwetie ihres Aufenthaltsortes, zu melden und davei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschenl und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Loosungs Scheue vorzulegem^ ma$en darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zir 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlusiig bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zet abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen Bürgermeistereien des Kräses perden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise. Gießen, am 30. DecemberZ1887. Betreffend: Gesuch der Redaction der Hes. Feterwehr-Zeitung um Veranlassung der Großherzoglichen Bürgermeistereien zum Abonnement auf die Hess. Feuerwehr-Zeitmg in Büdingen. Das Grosherzogliche Kreisamt Gießen an die GrotzherzoAthen Bürgermeisterei en des Kreises. In dem Verlag des Herrn Wilhelm Jeckel z Mdingen erscheint eine Feuerwehr-Zeitung für das Großherzogthum Hessen und die Provinz Nassau. Da diese Zeitung schätzenswerthe Belehrungen und ^uv^isungen über die zweckmäßigste Art der Bekämpfung des Feuers, der Einrichtung der frei» Willigen Feuerwehren, der Anschaffung von Löschgeräthen rc. tthM, so empfehlen wir Ihnen deren Anschaffung. I. V.: Jost. Betreffend: Revision der Hypothekenbuchführung. An Ortsgerichr des Amtsgerichtsbezirks Gieften. Wir benachrichtigen Sie hiermit, daß wir zu Anfang nächl Monats mit der diesjährigen Revision der Hvpothekenbuchführung beginnen werden, ■unb nehmen hieraus Anlaß, Ihnen von dem Ministerial-Ausschreiben n 27. Mai 1887 Kenntnis, zu geben, auf dessen Schlußsatz wir noch besonders verweisen. Fragliches Ministerial-Ausschreiben lautet: Nach bestehender Anordnung haben die Octsgerichte jährlichis zu einem von den Amtsgerichten zu bestimmenden Zeitpunkte die seit der letzten gerichtlichen Revision der Hypothekenbücher stattgehabten Einträge und schungen nebst Register, soweit dies ohne die amtsgerichtlichen Akten möglich ist, einer Iievifion zu unterwerfen und die dabei gefundenen Mängel zu berichtig auch die etwa nicht genügend geordneten Akten instruction-gemäß zu ordnen. Betreffend: Die Rachfuchung der Berechtigung zu einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugniffen. Bekanntmachung. Diejenigen jungen Leute, welche aus Grund ihrer '.chulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwMgen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche z beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige .Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. droßherzoaliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. Die Amtsgerichte haben die Ortsgerichte vor Beginn der amtsgerichtlichen Revision entweder durch ein Circular oder bei Anberaumung des Revisionstermins auf die vorstehend erwähnte Verpflichtung hinzuweisen, dabei auf die Mängel, weiche vorzugsweise vurch die ortsgerichtliche Revision zu beseitigen sind (mangelnde Beglaubigungen und fehlende Unterschriften, fehlende oder wesentlich mangelhafte Einträge von Hypotheken oder Löschungen im Register manael- hafte Abschrift der amtsgerichtlichen Verfügungen, wie Auslassungen von Worten, unrichtige Angabe,des Datums der gerichtlichen Verfügungen, und unterlassene Unterstreichung derselben, sowie nicht instructionsgemäß vollzogene Löschungen) ausdrücklich aufmerksam zu machen und zu bemerken, daß die schuldvoll unterlassene Berichtigung derartiger Mängel angemessener Ahndung (mit Verweis und selbst mit Geldstrafe) unterliege. Indem wir diese Vorschriften, welche nicht genügend befolgt zu werden scheinen, in Erinnerung bringen, bestimmen wir zugleich um ihre bessere Befolgung zu sichern, daß die Ortsgerichte über die jedesmalige, Vornahme der ihnen obliegenden jährlichen Revision rin Protokoll aufiunebmeit haben, aus welchem ersichtlich sein muß, daß, wann und in Gegenwart welcher QrtSgerichtSmitglieder, sowie bezüglich weicher Einträge die Revision vorgenommen wurde. Gießen, am 2. Januar 1888. Grobherzogliches Amtsgericht Gießen. Stammler. Politische Ueberficht Gießen, 4. Januar. Das neue Jahr hat gerade in seinem Beginne einen schier überraschenden Wechsel in der politischen Scenerie hervorgerufen und während noch unm ttelbar vor dem Jahreswechsel eine besmgnißerregende Nachricht die andere jagte, erklingen jetzt mit einem Male von allen Seiten Friedenstöne. Der eigentliche Anstoß zu dieser Wendung zum Besseren ist von der Veröffentlichung her gefälschten Aktenstücke, die dem Reichskanzler noch gegen Jahresschluß aus Befehl des Czaren übersandt worden sinv, im „Reichs-Anz." ausgegangen und allseitig erblickt man in diesem Vorgänge em markantes Zeichen für die wiederhergestellte Verständigung zwischen Drmschland und Rußland. Dre „Nordd. Allg. Ztg." meint, in der Veröffentlichung der g fälschten Documente documentire sich ohne Frage das bei Weitem bedeutsamste zeilge- schich l'.che Ere'gniß, es werde damit für die loyalen Gesinnungen des Czaren em beredter Beweis geliefert und einer zuversichtlicheren Auffassung dcr Ge- sammtlage die Bahn geebnet. Auch in her Wiener und Petersburger Presse fpiegelr sich diese hoffnungsvolle Auffassung wider, ja, sogar die Petersburger „Neue Zeit", welches Blutt gerade während her letzten Zeit in panslavistischen Hetzereien gegen Deutschland Erkleckliches geleistet hat, spracht von einer roieber* hergestellten Verständigung. Zu den beruhigenden StlMwur,gHberichten, welche das neue Jahr gebracht hat, gchört ferner oie Erklärung des osficiösen Wiener „FremdenbtatteS", daß in letzter Zeit anscheinend keine Truppen-DtSlocattonen nach der russischen Westgrenze mehr stattgefunden hätten und daß es sich nur noch um Truppen-Verschiebungen innerhalb der Gre.izprooinzen handeln dürfte. Weiter wird von höchst freundschaftlichen und beruhigenden Versicherungen be- richtet, die zwischen dem Botschafter Rußlands in Wien, dem Fürsten Lobanoff, un» dem Grafen Kalnoky, ausgetauscht wurdm und wenn man endlich den friedenszuversichtlichen Neujahrsansprachen des Präsidenten Carnot und des Ministerpräsidenten Tisza gedenkt, so ergiebt sich aus all' dm ein Bild der Gesammllage, wie man es noch vor wenigen Tagen nicht zu hoffen gewagt hat. Ohne sich einem zu weitgehenden Optimismus zu ergeben, varj deshalb wohl die Erwartung ausgesprochen werden, daß der begonnene Klärmrgsproc-ß im Interesse her Friedenserhaltung seinen ungestörten Fortgang nehmen werde. Der NeujahrSempiang bei unferm Kaiser ist ohne besondere Kundgebungen des erlauchten Monarchen verlausen, was durchaus nicht überraschen kann, da Kauer Wilhelm feine Neujahrsansprachen nicht mit politischen Äußerungen zu durchweben pfLgt. Nur sagte Der hohe Herr, als er die Glückwünsche der Generalität enigegengenommen hatte, zu den Generälen mit erhobener Stimme: „Ich bemerke Ihnen, meine Herren, daß Ihre Haupt-Aufmerksamkeit in diesem Jahre die Kaijermanövcr, welche das Dritte Corps und das Garde-Corps ab» halten, in Anspruch nehmen werden." Der Kaiser wiederholte diese Worte dem Sinne nach noch zweimal und machten sie aus oie Versammelten den Eindruck, als wolle der Monarch hiermit ernstliche Eoentualttäten abweisen. Im Uebrigen befand sich der Kaiser während des ganzen Neujahrrempfanges bei trffl-cher Laune und bestem Wohlbtsinoen. Der Dieloerbreileten Anschauung, der deutsche Botschafter in Petersburg, General v. Schweinitz, habe bei seiner Rückkehr nach Der russischen Hauptstadt dem Czaren ein Handschreiben Kaiser Wilhelms überbracht, tritt die „Nordd. Allz. Ztg." mit dem Bemerken entgegen, daß dies nicht der Fall gewesen sei. Hieran anknüpsend, bezeichnet das osficiöse Blatt die Zeitungs Betrachtungen über den Umstand, daß Herr v. Schweinitz seit seiner Rückkehr vom Kaiser Alexander noch nicht zur Audienz nach Gatschina befohlen worden sei, als durchaus müßige. Es gehöre nicht zu den diplomatischen Gepflogenheiten, daß ein Botschafter un- mittelbar nach seiner Rückkehr um die Ehre einer Audienz nachsuche, wenn nicht besondere Umstände hierzu nöihigten und solche hätten bei Herrn v. Schweinitz eben nicht vorgelegen. Seit dem Bekanutwerden der gegen die Reichspolitik angezettelten panslavistisch - orleanistischen Jntrigue weht in den Berliner leitenden Kreisen gegen den „Coburger" ein bemerkenswerth kühler Wind. Es kann gar keinem Zweifel mehr unterliegen, daß der Name des Fürsten Ferdinand in den gefälschten Aktenstücken — die bekanntlich in Briefen an die Gräfin von Flandern, die Gemahlin des belgischen Thronfolgers, und in einer Note des Prinzen Reuß an ten Fürsten Ferdinand, sowie in einem Aktenstück ohne Unterschrift bestehen — gemißbraucht worden ist und somit den bulgarischen Herrscher keine Schuld trifft. Aber man betrachtet jetzt in Berlin den Coburger als eines der einer Verständigung zwischen den. Mächten entgegenstehenden Hindernisse, sonst wäre die Animosität des „Reichsanzeigers" gegen den Fürsten Ferdinand kaum zu erklären. t Die Einberufung der österreichischen Reservisten zu einer siebentägigen Uebung mit dem Mannlicher Repetirgewehr wird von Wiener Meldungen als jedes auffälligen Charakters entbehrend bezeichnet. Dieselben heben hervor, daß die Einberufung selbstverständlich gewesen sei, um auch die Reserve-Mannschaften mit dem neuen Gewehr vertraut zu machen und hierzu sei die Winterszeit die passendste, in Folge des Ruhens der ländlichen Arbeiten. Auch spricht die nur kurze Dauer der Uebung, nach deren Beendigung die sofortige Wiederentlassung der eingezogenen Reservisten erfolgt, dafür, daß die Maßregel keinerlei politischen Hintergrund besitzt. Die „goldene Messe", welche Papst Leo XIII. anläßlich seines 50jährigen Priesterjubiläums am Neujahrstage in der Peterskirche gelesen hat, gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung für den Papst-Jubilar. Die ganze Handlung ging mit dem Glanz und Pomp vor sich, die bei solchen feierlichen Gelegenheiten vom Vatikan entfaltet wird; gegen 50,000 Personen ollen der Feier in der Peterskirche beigewohnt haben und war der Eintritt nur gegen Karten gestattet. Beim Einzuge wie beim Austritt des Papstes erklangen brausende Hochrufe auf den „Papstkönig", auf das „befreite Rom" und ähnliche politisch-demonstrative Rufe. In Nord-Amerika beginnt bereits jetzt die Bewegung zu der im kommenden Herbst stattfindenden Präsidenten-Neuwahl. Die Demokraten wollen an dem brsherigen Präsidenten Cleveland festhalten, während die Republikaner Mr. Blam als ihren Präsidentschafts-Candidaten aufzustellen gedenken; es haben bereits zahlreiche republikanische Kundgebungen für die Candidatur Blaine s stattgefunden. Meld TelegrapNjche Depeschm. Wolff'S telege. i Arankreich. Pav, 1. Januar. Die Neujahr».Betrachtungen der hiesigen Blätter zeichnen sickdurch eine auffallende Farblosigkeit aus. Es hat ganz Den An- schein, als j man sicb absichtlich nicht an Das verflossene Jahr erinnern wolle, dem kommen aber ohne jede freudige Zuversicht entgegcnsähe. In der Thal sind ja dieüswärtigen Verhältnisse nicht drzu angethan, die Frieoenssreunde zu beruhig anderseits aber finden auch die Chauvinisten und Deutschenfresser m ihnen ie Befriedigung, denn wenn sie auch die Möglichkeit eines Krieges in der Fej erblicken, fo ist es doch nicht her Krieg nach ihrem Herzen, d. h. der Kriegst dem das „vereinsamte" Deutschland dem Bunde zweie- ^mächtigen" Staaten ^genstehen sollte. So begnügt man sich, die Ereignisse Des Tages in mehr tr minder vernünftiger Weise zu besprechen. Bei einer gewissen Klasse vofilättern spielt die Hauptrolle jene Geschichte von dem in der Schwei; verhastetgdeutschen Polizei-Agenten Haupt, um die man eine romantische Legende pen möchte. Einigen Leuten ist die Sache sehr in den Kops gestiegen, z. B. desmmer phantastischer werdenden Rochefort, der mit unerschütterlichem Ernste d, Wunsch aurspricht, die Schweiz solle bei der Gerichtsverhandlung gegen Hpt die Anklage auch aus den Fürsten Bismarck erstrecken und diesen, sei es a nur in Abweserchett, wegen nihilistischer Umtriebe und versuchten Kaisermtee verurtheilen. Dasselbe, meint er, könnten auch die russischen Gerichte d» wenn es wieder zu einem Nihilistenprocesse kommen sollte. Uebri« genfl ei t Rochefort selbst nicht mehr den Anspruch, daß seine Artckel ernst gen omni werden sollen. Deutschland. . f 2;,j3a”UQr- Der „Reichs-Anz." schreibt: Der neu erschienene gothafiche genealogische Hoskalender für das Jahr 1888 nennt unter der Rubrik Bulgarien als Ches dieses Vasallenstaates: „Fürst Ferdinand I , köntoliche Hoheit." Auch bei Aufzählung der M tglieder des Hauses Sachsen-Coburg und Golda miro dem Prinzen Ferdinand das Prädicat „königliche Hoheit" beigelegt. Diese Bezeilhnungen sind unrichtig. Der Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg ist nach den für die Wahl eines Fürsten von Bulgarien maßgebenden Bestimmungen des Berlik.r Vertrages (Artikel 3) nicht als Fürst dieses Landes anzusehen, da |?ine Lahl weder von der Pforte noch roa den Mächten anerkannt worden ist, uno das Prädicat königliche Hoheit kommt ihm weder als Prinz von Coburg zu, noch würde er darauf Anspruch haben, wenn er wirklich Fürst von Bulgarien rohe. Der Berliner Vertrag legt dem Fürsten von Bulgarien ein derartiges Prädicat nicht bei und auch nach der bulgarischen Verfassuna (Artikel 6) hal her Fürst jenes Landes nur den Anspruch uus den Titel „Swetlostj? Aeses aus dem Russischen in'* Bulgarische übernommene Wort bedeutet in beid« Sprachen „Durchlaucht." Diese Ungenaurgkeittn des Gothaer Hoskalender«, wtcher sich sonst im Allgemeinen durch Zuoerlassrgkeit und Sorgfalt in derRed-klion auszeichnet, kö.mlen auffällig erscheinen, erklärten sich aber aus dem llmstatd, daß das Unternehmen fein offictelles ist und daß die Redaction daher sür ihre Angaben über Familtenverhältntffe im Wesentlichen auf eigene Miche.lrigen der Jntereffenlen angewiesen ist. — Der bosmarschall der Kronprinzen Gras Radolincky hat vom Kaiser den Titel rxcMnz erhallen. — Sie „Nordd. Allg. Ztg." widmet der Thatsache der Ueberreichuna eines Enlvuri zum bürgerlichen Gesetzbuch an den Reichskanzler eine Besprechung, rnwelcher gesagt ist, daß der vorläufige Abschluß de« Werke« in eine rech! ben;te Zeit (alle und auch von moralischer Bedeutung sei; er zeige dcß da« deutle Volk über der durch die Verhältntffe aufgezwungenen unentwegten Ausmesamkeit aus die Stärke und Gediegenheit seiner die äußere Sicherheit gewährlesenden Heere«.Einrichtungen die Arbeiten und Bestrebungen der Frieden« drslb durchaus nicht vernachlässigt, sondern mit dem Ernste und der Emschloffenhs einer zielbewußten Nation die Grunrlagen eines staatlichen Lebens unersdlich zu festigen strebt und seine Hauptaufgabe in der Verbreitung der Cultur hibet. Wie wir hören, wird übrigens der Entwurf in der nächsten Zeioublicirt werden, um da« Urtheil sachverständiger Krerse herbei- zusühren. I 'UN, 3. Januar. Seine Maiestat dcr Kaiser nahm Vormittags militärisch« - - v- s°wi- d-c Vorträge des Kriegsministers und Albcdyll's entgegen Er empfing pmittags den gestern von San Remo zuräckgekehrten Major Rabe und machte um 2j cm-^pa»ierfahrt, die Kaiserin eine solche um 1 Uhr. Nachmittags fanb em Dt bei den Maiestaten statt, wozu der Divisions-Commandeur Prinz Reutz, Gras stberg Fürst salm-Dyck, Prinz Windischgrätz, der badische Oberstlammcrherr *eUleT‘ ?^"thall, Hosmarschall Nadolinskt, Slügeladjutant Sccke»s, General Heudurk und die Commandeure der Leibregtmenter geladen waren. Launs bie empfing gestern Nachmittag den Botschaster Lokales. Gießen, 5. Januar. (Theater.) Unsere Theater-Gesellschaft wird einer Einladung nach Friedberg Folge leisten und daselbst Ende dieses Monats mehrere Vorstellungen veranstalten. Vermischte s. Stuttgart, 2. Januar. Der um 1 Uhr 40 Min. von hier abgehende Paris- Wiener Eourierzug 9k. 15, aus 11 Wagen bestehend, hatte heute Nachmittag 2 Uhr das Unglück, bet seiner Einfahrt auf der Station Eßlingen infolge Bruchs einer Weichenzunge beim Uebergang in ein anderes Geleise zu entgleisen. Die Maschine und die beiden nächstfolgenden Gepäckwagen gelangten noch in das richtige Geleise hinüber, die nächstfolgenden Wagen jedoch wurden aus den Schienen geworfen und zwei Personenwagen umgestürzt. Hierbei erlitt der Zugmeister Laub einen Schädelbruch, welcher nach kurzer Besinnungslosigkeit seinen Tod herbeiführte. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit 4 halberwachsenen Kindern. Außer ihm erlitt nur noch ein Passagier unbedeutende Quetschwunden an Kopf und Arm. Die Passagiere wurden mittelst eines sofort gebildeten Ersatzzuges, die Post mit dem nächsten Postzuge unversehrt weiterbefördert. Als ein großes Glück ist es anzusehen, daß der Eourierzug bei seiner Einfahrt in den Bahnhof langsamer fuhr und der Locomotivführer, die Gefahr Erkennend, noch rechtzeitig Gegendampf geben konnte. Hierbei bewährte sich die seit einigen Jahren hier eingeführte amerikanische Westinghouse-Dampfbremse, welche sofort alle Wagen bremst, vortrefflich, denn sonst wären die Wagen aufeinander oder inetnandergeschoben worden und das Unglück wäre unermeßlich geworden. Der Schaden an zerstörten Schienen und Material ist nicht unbedeutend. Auf dem verunglückten Zug befanden sich viele aus dem Feiertagsurlaube zurückkehrende Soldaten, Offiziere, bayrische Artillerie-Einjährige aus der Pfalz, welche theilwetse durch die Fensteröffnungen der umgestürzten Wagen sich zu retten genöthtgt waren. — sBestrafter Chauvinismus.) Einem Eas^-Besitzer in Bergerac (Departement Dordogne) ist vor einigen Tagen sein Chauvinismus übel bekommen. Das dortige Localblattchen, das gegen 4 Uhr Nachmittags ausgegeben wird, brachte an dem Tage, als Fürst Bismarck an leichten Kolikschmerzen erkrankte, eine Pariser Depesche, nach welcher der deutsche Reichskanzler gestorben sein sollte. Der Etgenthümer des größten Eafä's im Ort scheint ein besonders eifriger Patriot oder ein persönlicher — Der preußische Landtag ist durch königliche Verordnung vom 2. Januar auf den 14. Januar etnberufen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." kann die Berliner Mtttheilung eines süddeutschen Blattes, daß in gewissen Kreisen die Absicht bestanden, für den Fall eines plötzlichen Avlebens des Kaisers und der Verhinderung des in San Remo weilenden Kronprinzen eine Regentschaft einzusetzen, daß der Kronprinz aber den dcsfallsigen Vorschlägen seine Genehmigung versagt und daß an dieser Entschließung des Kronprinzen ein badischer Staatsmann hervorragend betheiligt sei, als ein Gewebe von Lügen bezeichnen, dem jede Unterlage fehle. — Staatssecretär Graf Bismarck ist zum Besuche seines Bruders nach Hanau gereist, von wo er erst am 5. Januar zurückkehrt. Breslau, 3. Januar. Der „Schles. Ztg." zufolge ist auf der Bahnstrecke Görlitz Dresden der Verkehr in Folge Schneeverwehungen gänzlich unterbrochen. Chemnitz, 3. Januar. Der heftige Wind, der gestern und in der vergangenen Nacht herrschte, hat auf einer größeren Anzahl von Strecken der sächsischen Staatsbahn, namentlich aus den Strecken 9Nartenberg-Reitzenhain, Bischofswerda-Görlitz, Arnsdorf- Kamenz, Radeburg-Radebeul, Hainichen - Frankenberg und mehreren anderen starke Schneeverwehungen zur Folge gehabt; die gedachten Bahnstrecken wurden erst heute Mrttag wieder fahrbar. Ein gestern Abend von Ehemnitz nach Dresden abgegangener Güterzug steckt bei Frankenstein mit zwei Maschinen im Schnee. Wie«, 3. Januar. In der Porzellanfabrik von Wallis in der Kärntnerstraße brach Vormittags eine Feuersbrunst aus, die einen großen Thetl des kostbaren Waaren- lagers vernichtete und erst gegen Mittag gelöscht wurde. Der Schaden wird auf 100,000 Fl. geschätzt. Wien, 3. Januar. Das „Fremdenblatt" bespricht die Neuiahrsrede^Ttszas und sagt: Oesterreich Ungarn werde nie einen Krieg prooociren, alle seine Stämme wollten nichts als den Frieden, gepaart mit der Sicherhert seiner Dauer und der Integrität des Ansehens und der Interessen der, Monarchie. Rom, 3. Januar. Der Papst erhielt anläßlich semes Jubiläums ein Telegramm des Kaisers von Rußland aus Gatschina vom 31. December, welches nach einer warmen Beglückwünschung sagt, daß der Kaiser, beseelt von dem Wunsche, die religiösen Interessen feiner römisch-katholischen Unterthanen zu sichern, nicht daran zweifle, daß die hohe Weisheit des Papstes, von welcher derselbe so viele Beweise gegeben habe, dem Kaiier gestatten werde, die Bedürfnisse der römischen Kirche mit den Fundamenial- Grundsätzen seines Reiches zu versöhnen. Petersburg, 3. Januar. DaS „Journal de St. Pötersbourg" sagt, die Veröffentlichung der gefälschten Aktenstücke durch den „Retchsanzeiger" dringe endlich Licht in den Zwischenfall, welcher die öffentliche Meinung Europas vorübergehend beunruhigt habe. Dian könne sich nur beglückwünschen, denn nur die Wahrheit sei im Stande, Mißtrauen zu beseitigen, welches durch Zweifel entstanden und durch Dunkel aufrechterhalten worden sei. Der Zwischenfall sei abgethan. Für die Verleumdungen, welche eine Störung der internationalen Beziehungen bezweckten, gebe es einen Nahrungsstoff weniger; jedenfalls könne man nicht genug die Gradhett anerkennen, welche gegen da6 Mißtrauen vorgegangen sei und die Loyalität, welche sich die Aufklärung habe angelegen sein lassen. Sofia, 3. Januar. Ein Erlaß des Prinzen Ferdinand an den Ministerpräsidenten spricht sich anerkennend über die Haltung der Kammer gegenüber dem Throne und der Regierung aus. Der Prinz hofft, die bis jetzt getroffenen Maßnahmen würden es dem Daterlande ermöglichen, die vorhandenen Schwierigkeiten zu bekämpfen. Man müsse eine ruhigere, für die Entwickelung des Landes günstigere Periode abwarten. Newyork, 3. Januar. Die Grubenarbeiter in der ganzen Anthracit-Region von Penuiyloanten, ausgenommen diejenigen im Wyoming-Thal, haben die ange- kündigte Lohnreduktion zurückgewiesen und drohen, die Arbeit für sechs Monate em- zustellen. Feind des Fürsten BiSmarck zu sein. Auf die Nachricht jener Zeitung hin veranstaltete er eine festliche Beleuchtung seines Locals und brachte außen ein Transparent an, welches der Bevölkerung die Thatsache des Verscheidens von „Frankreichs großem Feinde" mittheilte und hieran die Anzeige knüpfte, daß an diesem Abend jeder Besucher deS Easö's freigehalten werden solle. Natürlich füllten sich die Räume im Nu mit Gästen, welche unermüdlich Schnäpse, Punsch, Bier und Wein genossen — es muß festgestellt werden, daß der harmlosere Kaffee sich weit geringerer Beliebtheit erfreute — und mit lärmender Begeisterung das Vaterland und ,einen besonders treuen Sohn, den Esff6- besitzer, hochleben ließen. Das fröhliche Bechern dauerte bis gegen 11 Uhr. Sämmt- ltche Vorrälhe des Eafö's waren fast zur Neige gegangen und die Gäste zeigten noch keine Spur von Ermüdung. Da erschien ein Präfekturbeamter und forderte den Eaf6- besitzer auf, das Transparent zu entfernen, da — abgesehen von der Unstatthaftigkeit des Vorganges — Fürst Bismarck nicht im Mindesten daran denke, das Zeitliche zu segnen. Man kann sich vorstellcn, wie diese amtliche Verständigung auf den Patrioten wirkte. Er jagte grimmig seine Gäste hinaus und sperrte fein Eafö sofort zu, nicht ohne den Reichskanzler zu verfluchen, der ihm einen persönlichen Schaden von nahezu 1000 Frcs. zugefügt hatte. — Die Rußbelästigung bildet schon seit einer langen Reihe von Jahren ein vielbesprochenes Thema, und es hat nicht an Versuchen gefehlt, dieser Ealamitäl abzuhelfen. In der Thal ist man hierbei auch zu ausgezeichneten Erfolgen gelangt, dieselben haben sich jedoch fast nur bei Feuerungsanlagen zu gewerblichen Zwecken praktisch verwerthen lassen, und der Rußbelästigung durch Stuben- und Küchenöfen hat man nicht beikommen können. Aber auch in dieser Richtung sind die Versuche fortgesetzt worden. Unter Anderem hat sich, wie die „Dr. N." mittheilen, Herr Albert Tippner in Dresden, Tannenstraße 6, mit der Lösung dieser bedeutungsvollen Aufgabe befaßt und ist demselben in der Thal deren Lösung in einem Grade gelungen, daß dieselbe die größte Achtung verdient. Zwei Vorzüge zeichnen die Tippner'sche Einrichtung in erster Linie aus: einmal die große Einfachheit, so daß sie sich ohne Schwierigkeit an jedem Ofen anbringen läßt, das andere Mal die Wohlfeilheit (5 bis 10 «X), so daß die Erfindung (dieselbe ist gesetzlich geschützt) den weiteren Kreisen zu Gute kommt. Die Einrichtung besteht in Folgendem: Während in den Oesen die Feuerung jetzt nach oben durch eine einfache Platte abgeschlossen wird, in welche hinten der Zug mündet, besteht die Feuerungsdecke bei der Ttppner'schen Anlage in einer Platte, welche im mittleren Drittheil ihrer Länge mit runden oder länglichen Löchern versehen ist. Don dieser Platte, der darüber befindlichen Herdplatte und den Seitenwänden des Ofens wird nun ein Eanal gebildet, in welchen aller von der Feuerung aufsteigender Rauch eintreten muß und aus welchem er nur durch den hinten befindlichen Zug ab- ziehen kann. Indem aber der von dem Rauch fortgetragene Ruß das Hintere Drittel des Eanals pasfirt, hat er die dauernd zum Glühen gebrachte Deckplatte der Feuerung zu passiren und verbrennt total. Bei den auch von amtlicher Seite oorgenommenen Prüfungen hat sich die Tippner'sche Einrichtung vorzüglich bewährt und so ist ihre Anbringung auch seitens des dortigen Rathes genehmigt worden. Außer den erwähnten Vorzügen zeigt diese Rußoerbrennungsanlage aber auch noch den, daß mtt ihr eine nicht unwesentliche Ersparntß an Feuerungsmatertal (wie versichert wird bis zu 40 pEt.) verbunden ist. Ein traulich Häuschen schmuck und fein, Darum ein Gärtchen, wenn auch klein, Ein herzig Weib und Kinderfreud, Ist das wvhl nicht Zufriedenheit. Dieser Gedanke beschlich uns beim Durchsehen des uns soeben zugegangenen neuen prächtig illustrirten Generalkataloges *) des Herrn F. C. Heinemann, Samenhandlung, Kunst« und HandelsgLrtnerei in Erfurt. Was ist da sowohl in der Gemüse-, wie in der Blumen-, sowie in der Pflanzenbranche des Guten, Schönen und Interessanten dem Liebhaber nicht alles geboten, um seine Tafel zu würzen und sein Auge zu erfreuen. Auch der strebsame Landwirth findet in diesem reichhaltigen Hefte vieles und namentlich manches Neue, was dem Ertrage seines Bodens förderlich ist. Wenn man einiges Veiständniß für Gartenkultur und verwandte Fächer hat, so findet man beim Durchsetzen dieses Katalogs ferner heraus, daß der Schwerpunkt seitens des Herrn Herausgebers auf die Bedürfnisse der Prioat- kundschaft gelegt ist, denn bei aller Reichhaltigkeit findet sich da nichts Ueberflüssiges, sondern nur sorgsam gewählte und bewährte Artiiel. Als dankenswerthe Zugabe enthält derselbe zahlreiche Culturanleitungen, so daß wir den Katalog, welcher von Herrn F. C. Heinemann gratis und franco zu beziehen ist, nach jeder Richtung hin auf'S Angelegentlichste empfehlen können. *) Heber alle feineren Bindearbeiten in lebenden und getrockneten Blumen ist ein Specialkatalog erschienen; derselbe enthält ferner Eotillon-Touren in größter Auswahl, Blumentische und Blumentopfständer neuester Fa^on, Palmenständer, Schmucktische mit und ohne Springbrunnen, EonsolS für Blumen, Topftcager, Goldfischgläser, Rohr-Jardiu.Lren, Vasen re. Temperatur in Gießen. December 1887. Niederste.......— 16,0 °E. Mittlere.......— 0,30 , Mittel früherer Jahre.....— 0,15 „ Höchste........+ 9,0 „ Niederschlag an 23 Tagen .... 3,24 Par. Zoll. „ im Mittel früherer Jahre an 17 Tagen 2,05 „ „ Kirchliche Anzeigen der evangrl. Gemeinde. Donnerstag, den 5 Januar, Abends 8 Uhr: Misfionsstunde; Pfarrer Schlosser. Thema: In Schnee und Eis; Missionsbilder aus dem hohen Norden. «geöenftet Der hungernden Böget! A f igemeine Wir fühlen uns gedrungen, Allen denen, die bei dem gestrigen Brand in der Kleinkinderfchule uns hilfreiche Hand geboten haben, auf's herzlichste zu danken. Insbesondere danken wir den getreuen Nachbarn und anderen guten Freunden aus der Stadt, die auch schon vor dem Eingreifen der Feuerwehr uns thatkrästqen Beistand leisteten. Ebenso danken wir der Feuerwehr selbst, die, nachdem sie am Platz erschienen war, natürlich nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht hatte, in ihrer geordneten Weise allein alle weitere Arbeit zu thun, und die so tüchtig ihre Aufgabe löste, daß das Feuer bald gelöscht und unser Haus vor dem Aergsten bewahrt wurde. Gießen, den 3. Januar 1888. Im Namen des Vorstandes und der Schwestern der Kleinkinder- Bewahranstalt, sowie der Frau Cantor Schwabe: __Dr. Naumann, Pfarrer. ____________ • 15ts Ein junger Bursche als Aus- , Grosses langer in träger gesucht von wasserdichten und wollenen ____________Emil Nou, Lowengasie. I Pferdedecken 173 Eine Serviette gefunden. I billigst. Louis Wittich II., Sattler, Abzuholen Krosdorferstraße 3 H. | 123 Neustadt 11. r Anzeiger. üähmaschmen, bestes deutsches Fabrikat, liefert unter fünfjähriger Garantie, zu billigsten Preisen 182 Th« firanefuss« Nähmaschinenhandlung, Bahnhofstraße 44. NB. Reparaturen aller Systeme werden schnell und billig besorgt. Sämmtliche Formular»» für Krankenkasten sind nunmehr bei mir zu haben. Wilh. Klee Schreibmaterialienhandlung zu Gieße«. Männerturnverein Gießen 3 6/1 8 Ahr. Gbl. Conf. is? Neues Theater in Giessen, 179 Cafe Leib. 180 Nosel i« Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse tzom 4. r, Nachdem die ^Nordd. Allg. Zta" ihre Friedenszuversicht kundgegebeu hat, setzte sich die Coursbesserung auf allen Gebieten fort. u u M * 192.62 86.12 79.00 74.30 Hamburger f '<3 Fisch- u. Delik. ' Handlung ; A Koch Nachf. Zanuar 1888. ! 193.00 9O'/r 78V4 92V< 177 1 Wärter und 1 Dienstmädchen gesucht. Chirurgische Klinik. Casemir Flörecte Bruno Brüning, Ingenieur Hohmepel, Rentier Starfel, Förster Trude, seine Tochter Peter Pätzel Liese, Magd Stoffel, Knecht Vermischte Anzeigen. 176 2 Wärter und 1 Dienstmädchen gesucht. Medicinische Klinik. Max Hooffacker. Alwin Gittermann. Max Heinrich. Selma Hesse. Richard Kreißel- Franz. Rottmeyer. William Langley. Betty Heigl. Alma Hohlfeldt. Therese Schönhoff. Margarethe Bauer. Das regelmäßige Riegenturnen beginnt wieder Montag den 9. d. M. ___________ Der Turnwart Disconto-Com-Antheile Laura-Actien 4% Ungar. Goldrente 5% Gemischte Russen Mr Schneider. Tüchtiger Tagschneider gegen hohen Lohn sofort gesucht von 73 Georg Leib 8t Sohn. Jubelfeier des fünhigjährigen Bestehens der Handwerker- fchule ;u Gießen am 15. Januar 1888. Alle ehemaligen Schüler unserer Handwerkerschule, sowie Freunde und Gönner des Gewerbvereins, werden zu dieser Jubelfeier freundlichst einae- laden. Sonntag den 15. Januar 1888, Nachmittags 4 Uhr, Fest-Act im Saal auf Lony's Bierkeller (West-Anlage); Preisvertheilung an die, in Darmstadt prämiirten, hiesigen Lehrlinge; Fest-Banket Am 14. und 15. Januar je Vormittags von 9—12 und Nachmittags von 2—4 Uhr Ausstellung von Zeichnungen und Modellirarbeiten ehemaliger und derzeitiger Schüler, in den Schullokalen am Asterweg. Ehemalige Schüler werden um gefällige Übersendung der in unserer Schule gefertigten Arbeiten, an Herrn Hug, ersucht. Anmeldungen zur Theilnahme am Festbanket werden bis zum 12. Januar an Herrn Hauptlehrer Aug. Hug in Gießen erbeten. 22 Der Vorsitzende des Gewerbvereins Gießen. Dr. H. v. Ritgen. Das Benefiz des Herrn Woisch findet Montag, den 9. Januar, statt. Oesterr. Creditactien Oefterr. Staatsbabn-Actien 1880 4% Russen Oblig. 4e/e unif. Egypter Oblig. Todes-Anzeige. Heute Vormittag starb unser liebes Töchterchen Lucie was wir Verwandten und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme tiesbetrübt mittheilen. Gießen, den 4. Januar 1888. 186 Otto Balzer und Krau, geb. Becker. Coursdericht der Frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3°/o S. Januar 1888, Franks. Bank-Disconto 3% Ieilgeöotenes. Schellfische eingetroffen bei 184 Ferd. DrebeS, Marktplatz. Donnerstag den 5. Januar 1888 r Auf Verlangen: Der Waldteufel. Große Operettenposse in 4 Akten. Personen: lebendfrische beste Helaol. Schell- fifche und fetten Cablrau, Hechte, Zander, ächte Rheinsalmen, beste holl. Bratbücklinge, fst. Kieler Sprotten und Bücklinge, ditto Räucheraale, Neunaugen, Hummer, ruff. Caviar, Anchovis, Apetitfildt, Delieatsffenhüringe in div. Saucen, fst. Berl. Rollmöpse. 185 Giessener Freiw. Feuerwehr. Monatsversammlung Donnerstag den 5. Januar 1888, Abends 8 Uhr, _________in der Kestaurat on „Zur Pulvermühle".________171 empfiehlt heute und die nächsten Tage eintreffend: Ein wahrer Schatz für die unglücklichen Opfer der Selbstbefleckung (Onanie) und geheimen Ausschweifungen ist das berühmte Werk: 165 Dr. Betau's Selbstbewahrung 80. Aufl. Mit 27 Abbild Preis 3 Mark. Lese es Jeder, der an den schrecklichen Folgen dieses Lasters leidet, seine aufrichtigen Belehrungen retten jährlich Tausende vom sichern Tode. Zu beziehen durch das Verlags-Magazin in Leipzig, Neumarkt 34, sowie d. j. Buchhandlg. von Walden Hugo Fischer. Frau von Walden Franziska Buisson. Kunibert, deren Sohn Ottokar Richter. Else von Walden Wanda Hagen. Otto Woisch. Bekanntmachung. In dem auf Antrag des Oberroßarztes Maier zu Szurklauken eingeleiteten Aufgebotsverfahren ist der Aufaebotstermin auf den 29. Oktober 1892, Vormittags 9 Uhr, verlegt worden. Gießen, den 23. December 1887. Großh. Amtsgericht. Gebhardt. 163 ! Eine geprüfte Lehrerin, ! die längere Zeit in Frankreich war, er- z theiltfranz. 'Unterricht, sowie Nach- ; hülfeftunden in allen Fächern | 159__33 Frankfurterstraße. 158 Ein HauSbursche vom Lande, 16—17 Jahre alt, wird gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. Ein Kindermädchen gesucht von [183] Emil Fischbach. 172 Eine perfekte Köchin sucht Stelle für hier oder auswärts durch Frau Tränkner, Wolkengasse 26. 157] Lehrling gesucht. L. Kohlermann, Küferei, Bleichstraße 12. Wermietyungen. 155] Kl. Logis und möbl Stube zu vermiethen.____________Neuenweg 48. lt>2] Geräumige Wohnung nebst Zubehör im Nebenhause an eine ruhige Familie per J1. April d- I. billig zu ver- nuethen. Näheres in der Exped- d. Bl. 161 Eine Wohnung, 4—5 Zimmer, II. Stock, Wasserleitung, per April lt-88 zu vermiethen. __E. Böst, Bismarcks!raße. 170 Gartenfiraße 13 ist der 3?Stock mit 7 Zimmei n nebst Zubehör und Gar- tenantheil — auf Wuiisch mit Pferdestall — pr 1. April zu vermiethen Näheres bei Architekt Stein. 167 Der 2. Stock meines Vorderhauses^ 5 Zimmer und Küche mit Wasserleitung und allen dazu gehörigen Bequemlichkeiten, ganz neu renovirt, ist sofort oder später zu vermiethen Ehr. PH. Euler, Ludwigsstraße 14. 168 Ein Logis von 5 Zimmern im 3. Stock, sowie eine geräumige Mansarde, wenn gewünscht, auch Pferdestall, per 1. April zu vermiethen. ______Frankfurterstraße 11. , 175 Der zweite Stock meims Hauses, 4 Zimmer mit allem Zubehör bis zum 1. April an eine ruhige Familie zu oer- nnethen Heinrich Schaffstädt, Bahnhofstr. 24. 17* Der 2. und 3. Stock sind per 1. April zu vermiethen. _____Bahnhofstraße 41. 160 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. Kirchenplatz 4. Am 16. Januar 1888, Vormittags 10 Uhr, sollen die Verpfleaungs-Bedürf- msse für das hiesige Garnison-Lazareth für die Zeit vom 1. April 1888 bis ult. März 1889 in öffentlicher Submission vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen, welche auch die Qualität und Quantität der zu liefernden Gegenstände angeben, liegen im Bureau des Garnison-Lazareths auf und sind vor Abgabe von Offerten zu lesen und zu unterschreiben. Die Offerten, welche die Preisforderungen in bestimmten Geldbeträgen — /^) pro Liter, Stück und Kg. ausdrücken und den sonstigen Bedingungen entsprechen müssen, sind bis spätestens am 16. Januar 1888, Vorm. 10 Uhr, im Bureau des Garnison-Lazareths Gießen abzugeben. 166 Großherzogliches GarnisomLazareth. «Holzverkauf. Donnerstag, den 12. d. Mts., von 10 Uhr ab, wird im hies. Rathhause nachv. Holz a d. Gem.-Walde Crofdorf-Gleiberg, Distr. Bruch, Dickenhau. Lesewald u. Erlen- schlag versteigert: 1) Buchen: Brennholz rin. 181 Scht, 51 jrpl-, 2506 Reiser; 2) Eichen r 1 Stamm I Kl. mit 5,14 Feftm., 9 St Hl. Kl. = 6,13 Festm, 16 St. IV. Kl. — 3,17 Festm., 3 rm. Küferspalten, 53 rm. Nutzholz, 2 u. 4 m. lang, 24 'rm. Scheit, 7,5 rm. Schtkpl., 50 rm. Kpl, 291 rm. Reiser, 5 rm. Stöcke; 3) Nadelholz: 4 Stämme in. u. iv. Kl. mit 2,46 Festm, 9 rm. Schtkpl., 65 rm. Reiser; 4) Erlen: 12 Stämme Hl. Kl mit 4,88 Festm., 13 St. IV Kl. mit 2,44 Festm, 3 rm. Kpl, 25rm. Reiser; 5) Weich- Holz: 7 rm. Kpl u. 80 rm. Reiser. Crofdorf, am 3. Januar 1888. 169 Das Bürgermeisteramt. ♦ Die noch vorräthigen Winter- ♦ Mäntel: > ♦ Dolmazs/s ♦ und Paletots * ♦ sowie ♦ Jaquettes § verkaufe zu bedeutend reducirten 4fr 2 llüh. Attiff, t 0 164 9 Seltersweg 9. C.G.Kleinhenn’sÄ^ empfiehlt: la. Schellfische, prima und biuige frische amerik. Austern, wilde u. franz. Enten, Eapaunen, div. Käse, Wurst- n. Fleischwaaren. 181 Zur Ball-Saison empfehle in großer Auswahl: Spitzen und Tülle, Perlbesatze in allen Hellen Farben, Blumen, Bänder, Rüschen und Strümpfe, Ballhandschuhe in allen Farben und Längen von 50 an, Neuheiten in Glacehandschuhen, 4 und 6 Knopf, helllila, lachs, creame und rosa. Beste Waaren. Billige Preise. Robert Haas, 178___________Seltersweg 18.______ 62 Ein eleganter Schlitten (oiersitzig) zu verkaufen. LouiS Faber, Wagner. Susanne!®™e T°ni ( ®,Zn 4% Preußische Consols 106 80 3V,o/o do- 100.70 4% Nassauer Oblig. 102.60 4°/o Bayerische Oblig. 105.50 4% Badische Oblig. 104.60 4% Hessische Oblig. 105.10 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 100.60, neue 102.20 31/2*/o do. 97.30 i’/j’/o Franks. Landwsch. Credttbk.- Oblig. 102.60 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.00 aW/o do. 97.30 5% Buderus Oblig. 104.00 y/i°/o Solms-Braunf. Oblig. 93 90 4°/o Gießener Oblig. 103.90 4% Oesterr. Goldrente 86 80 41/5°/o Oefterr. Silberrente 63.90 5% Portugiesen Oblig. 94 70 Darmft. Bank-Actien 137.00 Geldsorte«. 20 Francs-Stücke 16.09—16 13 do. in 1/i 16.06-16’10 Eng/. Souvereigns 20.26-20.31 Dollars in Gold 4.16__4.19 STtiXidtro: «. - Druck und Verla, der «rühl'sch« Druckerei (Fr. Shr. Pietsch) le 61,8«" ' Di- h-itige Nummer euthält 1 Blatt uud 1 Beilage.