Ar <259 Zweites Blatt. Sonntag den 4. November 1LL0. Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigeblntt für den Kreis Gießen. 'Dktrcaur Schulftraße 7. Käfer. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf« Darmstadt, 1. November. Das Großherzogl. Regierungsblatt (Beil. Nr. 28) -enthält: 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thar. ., Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben dem Musketier Hernnch Roihen- Leber von der 3. Compagnie deS 3. Infanterie-Regiments (Letb-RegtmentS) Rr. 1U in Mainz in Anerkennung des von demselben bet der Rettung der 10 -Habre alten Margarctha Faust in Castel betätigten muthoollen und aufopserungsberetten verhallens eine Geldprämie zu verleihen geruht. = ~ 2. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz, den Vorbereitungsdienst und die Prüfung der GertchtSschrerber und GerlchtsvoUzreher Letreff@r0^_ Ministeriums der Finanzen, die Prüfung der Rrei3= bau^b Ministeriums, die Vergütung der Branntwein- Verbrauchsabgabe bei der Ausfuhr von Blanntwetnsabrikateu belr. Seine^Kbnigliche^Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst gerubt: Am 7. Oktober dem Pfarroerwalter Herm. Bernbeck zu Herbstein die eoangel. Pfarrstelle zu zu ^ENr^g dem Schuloerwalter Gustav Georg zu Mosbach die 2 Lehrerstelle an der Gemeindcschule daselbst übertragen; am 7. Octoder wurde der von dem Herrn Fürsten zu Solms-HohensolmS-Lich aus d.e 1. Lehrerstelle an.der Gemeindescdule zu Ellingshausen präsenlirte Schulamisasprrant Johann Heinrich Volz aus Dornheim sür diese stelle, an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grasen iU Solms Laubach auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wetlerfeld präsenlirte Schullehrer Emil Walther zu Nteder-Bessingen für diese Stelle bestätigt; am 14. October rouide dem SchuUehrrr Johann Reuter zu Dalheim eine Lehrerftelle an der eoangel. Schule zu Westhofen, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Ewald Hermann Dröll aus Langen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Neu-Isenburg, am 17 Oclober wurde dem Schulamtsaspiranten Friedrich Scklamp aus Neu-Varn- bera bt* Zehrer stelle an der Gememdeschulc zu Vadenrod, am 19. Octoder wurde dem Schullehrer Kaspar Ztllis zu Jugenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pftsfltgheim übertragen. 6. Dienstentlassungen und Dienstenthebungen. Ges^rben^ sind: Am 5. Juni der Forstmeister i. P. Carl Friedrich Herpel zu Friedberg; am 6. Juni der Landesökonomierath i. P. Dr. Rudolf Weidenhammer zu Breslau; am 7. Juni der Kretsschulinfpektor i. P. Dr. Seeger zu Alzey ; am 15. Junr der Schullehrer i. P. Carl Friedrich Suppes zu Bechtolsheim; an demselben Tage der Kreisbauaufseher Heinrich Wolf zu Nidda; am 16. Juni der Stabsoeterinararzt i. P. K. W. Zimmer zu Darmstadt; am 18. Juni der Oberrechnungsreoisor r. P. Christian Becker daselbst; am 22. Juni der Schullehrer Friedrich Fischer zu Kongernheim; an demselben Tage der Schullehrer Conrad Hepdrng zu Langen; am 27. Juni der kath. Pfarrer Johann Baptist Enders zu Lämmerspiel; am 28. Juni der Garnisons- Auditeur t. P. Dr. Friedrich Delp zu Darmstadt; am 4. Juli der Ministerial-Canzlist Adam Steuernagel daselbst. Vermischtes. — (Die Criminalität im Großherzogthum Hessen während des anj;rea 1886 1 Dem jüngst ausgegebenen Bande der Criminalstatlstrk des Deutschen Reiches sür Jahr 1886°-nlnimmt die „Sarmft. Z.g/- solgende die S-r°ir°»ts- »erdäitnlsse des Großhcrzoglhums Hessen belicffendc Angaben, die bekanntlich lediglich aus der gegen dlc Retchsgesetze veistvß-nd-n crlmln-Uen THStlgk-lI der Bevölkerung betubl. Zn dem g-dachl-n Jahr- erginge» 7722 rechtskrasttge Entlch->dung-n, von welchen 6798 eine V-rurlh-ilung zum Inhalte halten; gegenüber dem Voriahre halte sich die Zahl der Entscheidungen überhaupt um 10p6t. ober 702, die der oerurlhctlcnden üm lllpSt. °t>er 673 vermehrt; die Energie der Vcrurlheilung ist also eine Intensivere geworden, was als ersreultches Zeichen zu betrachten ist; wenn wir die b-lr-ss-nden Ncrhältntßzahlcn für d°S ganze Reich in Betracht ziehen so ergibt sich für die Entscheidungen eine Zunahme von 23p6L, für di- v-rurlh-il-ndcn eine fache von 21p6t., sadaß alfo zwiichen den h-fsischen und den Tu, chschniltsverhal,nissen -in ganz bedeutender Unterschied vorhanden ist. An der Vermehrung sind vor Allem die Entscheidungen bctheiligt gewesen, welche sich aus Körperverletzung bezogen. Während unter 100 Handlungen, bezüglich deren eine Enlscheidung rechlskraflig wurde, 1882 nur 10,7 eine Körperverletzung betrafen, beträgt der Proccntsatz 1886 schon 17,1, im Gegensatz hierzu ist der Procentfatz bei Diebstahl und Unterschlagung von 30,6 aus 27P gesunken. Dl- Zunahme der Körperverletzungen hat also den Anlaß gegeben, die Lcharse der Repression iu steigern. Die Repression ist im B-obachtungsjadre Überhaupt eine scharse gewesen; unter 100 rechtskräftigen Entscheidungen lauteten 87,4 aus V-rurtheilung, eine Zahl, welche den Durchschnittssatz d-S Reichsgebietes von 84,2 in beachtensw-rlhem Grade übersteigt, Im Vergleiche zu den unmittelbaren Vorjahren ist dieselbe zwar etwas höher, jedoch erreicht sie immer noch nicht die Höhe des Jahres 1882, Zur richtigen Würdigung dieser Feststellung muß jedoch bemerkt werden, daß der Duichschntltsiatz der Uitheilshöhe im Reichsgebiete überhaupt gegen 1882 eine Verminderung ausweist. Geht schon aus diesen Ergebnissen die Zunahme der Criminalität hervor, so wird dieselbe durch die Berücksichtigung des Verhältnisses zwischen Verurtheilten und Volks- ,abl noch wesentlich bestärkt. Aus 100 000 Einwohner des Großherzogthums kamen Em B-obachlungsjahre 825 V-rurtheilte, 1882 nur 734. Di-Vermehrung ist in Rheinhessen und Oberhessen wesentlich bedeutender gewesen als in Starkenburg. Betrachten wir die einzelnen Delictsgruppen, so zeigt die allgemeine Erscheinung, daß.die Verwehrung der Criminalität hauptsächlich aus Rechnung der strafbaren Handlungen gegen Ne Person kommt. Im Jahre 1882 kamen aus 100 000 Einwohner Hessens wegen Verübung solcher Straf- 282 V-rurtheili-, 1886 dagegen 389; di- Bewegung n den einzelnen Landeäth-il-n ist -in- sehr verschiedene gewesen; in Rheinhessen hat M bl Zahl der Verurtheilten von 265 aus 445 oermehrt, ein ganz außerordentliches Wachs. thum, in Liarkenburg von 260 aus 354, in Oberhe f-n von 331 °u"78 Demnächst ist auch ble Zahl her wegen V-iübung eines Deltctes gegen ble oss-ntlich- Ordnung B-rurtheill-n erheblich gewachsen, von 94 auf 123; hierbei ist aber die interessante Tbatsache zu constalir-n, daß die Progression in Oberhesien am bedeutendsten ist, während in Starkenburg sogar ein Rückgang stattgesunden hat. Gegenüber den Verhältnissen im übrigen Reichsgebiete haben sich die hessischen lm Lause der Jahre 1882 dis 1886 entschieden verschlechtert; zu Beginn der Per,ode nahm Hessen den 77.Platz ein, jetzt schon den 65., Rheinhessen hat den 68^ mit dem 42. vertauscht Oberhes n den 83. mit dem 72., während Starkenburg eine günstigere Stellung cinnimmt die aus es entfallende Ordnungsnummer ist jetzt 80, zu Beg nn der Periode 79 WM n mir tinen Augenblick bei den einzelnen Delictsgruppen flehen, so nahm Hessen bet den Verbrechen gegen Staat, Religion und öffentliche Ordnung 1882 den 73. Platz ein, 1886 dagegen den 67.; ganz auffallend ist die Verschlechterung der Stellung Obnhessens hierbei; auf es entfällt jetzt die Ordnungsnummer 91, früher die 41. Viel schlimmer ist die Veränderung bei den Delicten gegen die Person; hier kommt Hessen jetzt an die 36. Stelle, 1882 noch an die 57., Rheinhessen hat aber gar die 65. mit der 26. vertauschen müssen, eine ganz außerordentlich beachtenswerthe Verschiebung, die hauptsächlich auf der Vermehrung der Körperverletzung beruht. Gegenüber diesen Verschlechterungen ist die Verbesserung, welche bezüglich der Häufigkeit der Angriffe gegen das Vermögen eingetreten ist, nur unbedeutend zu nennen. Berücksichtigen^wir, ehe wir zu der Darstellung der subjectioen Verhältnisse bei den Verurtheilten übergehen, die im Laufe dNQ7 couvtC SV>cM>ack. Allgemeiner Anzeiger. Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Waffer- leitungen. Hinweiz auf die Bestimmungen über Anlage der Laus, wasserlertungen zu Gießen machen wir darauf aufmerksam dafi um st^rk^rexb Kälte Haurwafferieitungen bei eintretender Lä k-e ”0I3ui,euam, es erforderlich ist, die Hauswasserleitunaen Ab°nds für die Dauer der Nacht zu entleeren. - Dies geschieht dadurch baG zuerst der vor dem Waffermeffer befindliche Hauptabsperrbabn aeichloss^I und oann das seitlich, desselden befindliche Entlee7ungshähnchen Loffnet wird und dieses so lange geöffnet bleibt, bis das in der Hausleitung siebende Wasser vollständig abgelousen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wiede/geschloffen wird --no^ändige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, wächrend dir- Len das tn Bem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Hapfventil der Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die Leitunq^rhalte — - ©in größerer Therl des Waffer? kann auch schon durch das Senfif ber untersten Küche entleert werden. - Nach stottgehabter Entleeluna ffnd S*Ä SatÄ,“ - «*** ÄÄ 8eöffne! 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