Zweites Blatt. Donnerstag den 4. October 232 Zweites Blatt. Donnerstag den ». ^crooer 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bnrearrr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hßeit. Betreffend Gießen, am 29. September 1888. : Die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Personen. Das Großherzogliche KrciSautt Gießen an di« GrotzherzogNchen Bürgermeisterei«», d«s «r«,l«». Die Krankenversicberunarvsircht ist durch das Reichszesetz vom 5. Mai 1886 auf die in der Land- und Forstwirthschast beschäftigten Arbeiter, insofern . „ ^^E«n^W-mng»psucyki äi vorüberaebende oder durch den Arbeitsvertrag im Voraus auf einen Zeitraum von weniger als einer Le Lä 1 ist Sei n Sen Es liegt im JnteVesse der vorübergehend beschästig.en Arbeiter, als auch in den der Gemeinden, Nie Wobl b t 'n de» Q-S auch denjenigen Arbeitern zu Theil werden, welche innerhalb des Kreises wohnen und ohne zu einem bestimmten Arbeitgeber in6etnembaSTnb en ArbettsverSniffe' zu ^stehen, vorwiegend in land- und sorstwir.hschastlichen Betrieben (sogenaNnte unständige land- und forftwirth- fchaftliche Arbeiter) ^"^ergehmd gegen Lohn beschäftigt werden berjentßen land- und forstwirthschastlichen Arbeiter, welche eine dauernde Beschäftigung 2 findm oder weA Alicher 1SÄ Zeinen' längeren Arbeitsvertra^g nicht eingehen können welche je nach Bebürsn.ß und Gelegenheit 1 diesem bald in lenem Betriebe fvwvhl an ihrem^Wohnorte, als auch auswärts arbeiten, gegen die nachtheiligen Folgen der Erkrankung und gegen Notb aesckübt Diese vorübergehend beschästigten Arbeiter gehören aber größtentheils zu der ärmsten Klaffe der Bevölkerung. Wir beabsichtigen daher, dem ^reislaae d^e Einsührung des^ nachstehend abgedruckten Statuts zu empfehlen. Wir sehen daher Ihrer gutächtlichen Aeußerung sowie der Einsendung der Aeußerung lr Gemeindevertretung darüber binnen 8 Tagen entgegen, ob Sie die Einführung des Statuts für wünfchenswerth erachten oder nicht. M D vr. Boekmaun. Zulässigkeit aufhören. Gießen, am 29. September 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Auf Grund des § 2, Ziffer 1 des Reichsgesetzes vom 15. Juni 1883, die Krankenversicherung der Arbeiter betreffend und des § 142 des Reichs- qesetzes vom 5. Mai 1886 die Unfall- und Krankenversicherung der in land- mnd forstwirthschastlichen Betrieben beschästigten Personen betreffend des Ar- ltikels 24 des Großherzoglichen Ausführungsgesetzes vom 4. April 1888, des % 26 der Großherzoglichen Ausführungsverordnung vom 11. Juli 1888, sowie ferner des Artikels 12 und 31 der Kreis- und Provinzialordnung hat der Kreistag des Kreises Gießen mit Beschluß vom......und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz zu Nr. M. I. bestimmt: , Innerhalb des Kreises wohnende Personen, welche, ohne zu einem be» stimmten Arbeitgeber in einem dauernden Arbeitsverhältniß zu stehen, vor- -wieaend in land- oder forstwirthschastlichen Betrieben des Kreises gegen Lohn beschäftigt ftnb, auch wenn ihre Beschäftigung ihrer Natur nach eine vorüber- aebenbe ober durch den Arbeitsvertrag im voraus auf einen Zeitraum von weniger als einer Woche beschränkt ist, werden, so lange sie nicht zu einer die Versicherungspflicht begründenden Beschäftigung in einen anderen Erwerbs- jroeiq übergehen, auch für diejenige Zeit, in welcher eine Beschäftigung gegen Lobn nicht stattfindet, der Krankenversicherungspflicht unterworsen. ' Dieselben sind der Gemeindekrankenversicherung, beziehungsweise der Ortskrankenkaffe ihres Wohnorts durch die zuständige Großherzogliche Bürgermeisterei zu überweisen, sosern sie nicht Mitglieder einer eingeschriebenen, den Anforderungen des § 75 des KrankenversicherungSgesetzeS vom 15. Juni 1883 genügenden freien Hülfskaffe sind. Ihre Versicherung beginnt mit dem Tage ihrer Heber- s Die Ueberroeifung ist zurückzunehmen, wenn die Voraussetzungen ihrer -. an den Kreisausschuß angefochten werden. Der Rekurs gegen die Entscheidung des Kreisausschuffes ,st nach Artikel 25 ! und 26 des Gesetzes vom 4. April 1888 an den Provinzialausschuß zulässig. Die Vorschriften der §§ 49, 50, 51 und 53, Absatz 1 des Krankender- sicherungSgesetzes vom 15. Juni 1883 finden aus Arbeitgeber der nach gegenwärtigem Statut versicherungspflichtigen Personen keine Anwendung. Die Vorschrift des § 52, Absatz 1 des gedachten Gesetzes findet dagegen auf die gedachten Arbeitgeber in der Weise Anwendung, daß dieselben den von ihnen beschäftigten, versicherungspflichtigen Personen ein Drittel der von ihnen zur Gemeindekrankenversicherung, beziehungsweise zur Ortskrankenkaffe ein- gezahlten Beiträge für die Dauer ihrer Beschäftigung zu erstatten haben, ohne daß eine Einrechnung dieser Beiträge in den vereinbarten Tagelohn statt- i hast wäre. Vor der Ersatzleistung ist der Arbeitgeber berechtigt, von dem Arbeiter > den Nachweis der bereits erfolgten Beitragsleistung für die abgelaufene Be- s schäftigungszeit zu fordern. 1 Streitigkeiten zwischen denselben über die Berechnung der von den Arbeitgebern zu ersetzenden Beiträge sind nach § 53, Absatz 2 des gedachten Gesetzes, beziehungsweise § 120 a der Gewerbe-Ordnung (Novelle vom 17. Juli 1888, Reichsgesetzblatt Ar. 24) durch die Bürgermeisterei des Wohnorts des Arbeitgeber» zu entscheiden. Gegen diese Entscheidung steht die Berufung auf den Rechtsweg binnen zehn Tagen offen. Statut für den Kreis Gießen. , Die Ueberroeifung, sowie der die Zurücknahme derselben ablehnende [ Bescheid kann nach Maßgabe des § 12, Absatz 2 des Ges. vom 5. Mai 1886, \ des Art. 26 des Großherzoglichen Gesetzes vom 4. April 1888 mittelst Rekurses Vermischtes. Frankfurt a. M., 1. October. Um auch ihrerseits zur Linderung der Wohnungsnoih beizutragen und dem Mangel an kleineren Wohnungen einigermaßen abzuhelfen, hat die Stadt Frankfurt auf Anregung des Oberburgermerfters Mrquel an der Siemensstraße (im Osten von Sachsenhausen) für ihre Beamten Wohnhäuser erbaut, welche nunmehr fertig sind und bezogen werden können. Es sind dreiund- »wanria Wohnungen von zwei und drei Zimmer mit Küche. Sammtliche haben sofort Miether gefunden und die Preise sind so billig gestellt, daß die 23 Mrether zu- ammen gegen früher 1800 jährlich an Miethe ersparen. Trotzdem werfen die Häuser d?r Stadt nach Verzinsung der Bausumme und Abzug der Kosten für Abtragung der Bauschuld, Steuern, Unterhaltung noch eine Rente von 3 89 pEt. des Baukapitals ab, ein Beweis, daß der Bau kleiner ^111100^ unlo^nenb ist. Das günstige Ergebnitz hat den Magistrat ermuthtgt, auf dem beschrittenen Wege weiterzuaeben und er unterbreitet jetzt der Stadtverordneten - Versammlung elncJ8oi> fünf Doppelhäuser mit ähnlicher Einrichtung, welche an der Launitzstraße (im Westen von Sachsenhausen) gebaut werden sollen. Frankfurt, 30. September. sDer ertappte Birnendieb.) Heute früh, so schreibt man der Fl. Pr.", hatte ich Gelegenheit, folgende Unterhaltung anzuhoren: Ein Landwirth, mit der Flinte bewaffnet, stand unter seinem Birnbaum, auf we chem sich ein Bekannter von ihm befand, um Birnen zu Frenzen . ^Ersterer legte die übrigens ungeladene — Flinte an und Letzterer schrie aus Leibeskräften. „Sch ß nor, schieß nor, ich hab' Fraa un Kinner deham, die kannst de dann ernähr n und mich host de uf'm Gewisse!" Der Landwirth konnte selbst das Lachen nicht halten und ging weiter. r , „ - ^Feuerprobe von Rabttzputz.) Die königliche Prüfungsstation für Baumaterialien veranstaltete, wie die "Thonindustrie 'Heilung mittheilt, vor e n 0e Monaten auf dem Terrain der technischen Hochschule in Eharlottenburg ^»e Feuerprobe mit einem nach dem patentirten System des Hofmaurermeiste^ Rabitz herg s kleinen Gebäude. Hinter dem Laboratorium der konigl. Versuchsanstalten war am Gartenufer ein kleines Gebäude von 3 Meter Höhe, 2V2 Meter Diese und 2 Mkter Breite aufgeführt worden, dessen Wände und Decke innen wie außen mit dem Rabitz schen Feuersicherhettsputz bekleidet waren. Unter der Holzdecke lag ein schmiedeeiserner Frager, der in der Mitte von einer gußeisernen Säule getragen wurde und mit Eisentheilen im Gewichte von 8000 Kg. belastet war. Der aus dem Dache hervorragende Ventilationsschacht trug im Innern drei mit Rabitz'schem Putz ummantelte Gasrohre, von denen eins mit Wasser, das andere mit Leuchtgas, das dritte mrt Schießpulver gefüllt war. Das Häuschen hatte zwei Thüren, von denen die eine aus gewohnttchem Eisen, die andere aus einem eisernen Nahmen mit Patentputzsullung bestand, wahrend die dritte Seite ein eisernes Fenster mit doppelter Verglasung, und einen sogenannten hohlen Glasstein aufwies. Um die Temperatur, Widerstandsfähigkeit :c. der e inj einen Gebaude- theile genau messen zu können, waren im Innern des Häuschens verschiedene Metalllegierungen angebracht, welche bet verschiedenen Temperaturen schmelzen und so den erzeugten Hitzegrad angeben; ferner war zwischen der eisernen Säule und dem Putz- mantel ein Stück Pech und Schwefel eingelegt, wahrend an der Außenwand Gardinenstoff, ein Kleidungsstück und noch eine Last von 138 Kg. angehangt waren. Der Vorsteher der köntgl. Prüsungsstation, Dr. Bohme gab eine Erläuterung über Ziel und 8weck des ganzen Versuchs und wies namentlich darauf hin, daß das Gebäude unter den ungünstigsten Temperaturverhältnissen erbaut wurde und daß es nicht daraus ankomme, ein absolutes Schutzmittel gegen Feuersgefahr zu finden, sondern nur zu ermitteln, wie lange die mit Rabitz'schem Putz versehenen Gebaudetheile dem tfeuer Widerstand leisten können, bis anderweitige Hilfe erscheine. Danach wurde das Innere des Gebäudes mit Hobelfpähnen und Holz gefüllt, mit Petroleum begossen unb das Ganze angezündet. Bald flackerten die Flammen lichterloh auf. Rach 20 Minuten roai die eine aus gewöhnlichem Eisen hergestellte Thür rothglühend geworden, so daß ein der Sicherheit wegen außen angebrachter Holzpfeiler von den Ausstrahlungen entzündet wurde, während die andere mit Putzfüllung versehene Thür, sowie die Wände noch ganz kalt blieben. Besonders interessant war es, daß im Innern des Gebäudes ein mächtiges Feuermeer wogte und sogar zum Schachte hinausschlug, wahrend aus s dem Dache der Schnee ruhig liegen blieb. Allerdings bekam der Putzansttich nach An unsere geehrten Abonnenten Die Expedition de- „Gießener Anzeiger". — Ein Freund und Liebling unserer Hausfrauen hat sein sechstes Lebensjahr vollendet: die praktische Wochenschrift für alle Hausfrauen ,Fürs Haus*. Welch' eine Fälle von guten Rathschiägen, Belehrungen und Ermahnungen hat dieser treue Freund während dieses Zeitraumes unfern lieben Frauen in's Haus getragen! Wie manche Saal, welche dies segensreiche Blatt ausgestreut hat, mag lchon herrliche Früchte getragen haben! Wie viel herzlichen und innigen Dank hat aber auch seinerzeit der lresfltche Säemann geerntet! Ein Beweis dieser dankbaren Anerkennung ist ja die immer ausgedehntere Verbreitung, welche „Fürs Haus" in den deutschen Familien findet, eine Verbreitung, welche eben nur in Dem gediegenen, reichhaltigen und mannigfaltigen Inhalte und dem dabet außerordentlich billigen Preise (vierteljährlich nur 1 M ihre Erklärung findet. Möge sich das Blatt auch fernerhin das Vertrauen und die Wiederholte Beschwerden, welche in der letzten Zeit uns kund, wurden veranlassen uns, die geehrten Abonnenten unseres Blattes zu bitten, jede Unregelmäßigkeit der Austräger uns mit kurzer Notiz gefl. bittet zu melden. Nur dadurch sind wir in Stand gesetzt, Abhilfe zu schaffen. Die Austräger sind angewiesen, den Anzeiger in die Wohnung der Abonnenten Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) . a — Das Auf bewahren von Saatzwtebeln in Säcken oder Netzen in der Näbe des geheizten Ofens hat sich als äußerst vortheilhaft erwiesen. Nach darüber anaestellten M rolrb bl? Neigung zur Schaflbildung wesentlich unterdrückt und das Wachsthum der Zwiebeln befördert. Die Beobachtungen und die Einten zeigten dak der Erfolg des Ausdörrens zunächst bei großen Zwiebeln darin besteht: 1. DaK die Wachsthumfähigkeit gewisser Organe erheblich vermindert, zum Theile ganz unterdrückt wird. 2. Die Verminderung oder Aufhebung der Wachsthumsfähigkett der Zwiebel- achsen hat eine ungewöhnliche Förderung des Wachsthums der Laubblätter im wäteren' Zeiträume zur Folge. 3. Aus derselben Ursache hat sich auch die Bestockung verstärkt allerdings in nicht sehr beträchtlichem Grade. Bei kleinen Zwiebeln zeigte sich die Dörrung von geringstem Einflüsse. In p! attischer Beziehung erweist sich das Dörren der Zwrebeln als sehr vorthellhast, selbst in trockenen Lagen und Jahrgängen, indem der Zwiebeln jeder Größe sich dadurch die lästige Erscheinung des Schossens vermindert Wenn das Dorren sich nun zwar nur bei größeren Zwiebeln als voitheilhafl erwiesen hat, so ist es darum doch zu empfehlen, jedenfalls sollte man es auf einen Versuch nicht ankommen lasten, da Nachlheile bei demselben ja ganz ausgeschlossen sind, derselbe im Gegentheil nur Vortheile bringt. — [Gerberlohe in der Landwirthschaft zu verwenden.) Die Gerberlohe gibt bei richtiger Behandlung einen sehr guten Compost, doch wäre es sehr falsch, wenn man dieselbe gleich auf den Acker bringen wollte, denn dazu hat die Lohe gar zu wenig schnellwirkende Pflanzennährstoffe neben manchen nicht nützlichen, sondern schädlichen Einwirkungen auf den Boden. Sie lockert den Boden zwar und geht auch allmältg in nährenden Humus über, doch wird dasselbe besser und schneller erreicht, wenn man die Lohe erst anderweitig verwendet oder zur Düngung vorbereitet. Das kann u A geschehen, wenn man die Lohe erst als Streu benutzt, in diesem Falle hat man noch einen doppelten Nutzen davon. Sie wird dann am besten in Ställen verwendet in denen der Dünger lange liegen bleiben muß, und schüttet man hier die Lohe zu unter ft auf den Boden und bedeckt sie bann mit Stroh ober anderer Streu. Es ist das nöthig weil anderenfalls die in der Lohe noch enthaltenen Gerbstoffe die Haut der Thierc reizen würden. Am schnellsten kann die Lohe in einen guten Compost umgewandelt werden, wenn man sie mit Kalk mischt; und zwar setzt man den zwanzigsten Th eil der Lohmenge an Kalk zu. Es ist zu empfehlen, dieses Gemisch noch mit Pferdemist zu mengen und dann in gewöhnlicher Weise in Hausen aufzusetzen, die hin und wieder mtt Jauche zu begießen und einige Mal umzustechen sind. Durch dieses Verfahren wird ein Compost hergestellt, der in vier bis fünf Monaten zur Verwendung gelangen kann und dann an Güte dem besten Stalldünger nicht nachsteht. etwa einer Stunde Risse und Sprünge, doch war dies nicht anders zu erwarten, da der Bau bei großer Kälte ausgesührt war und noch Feuchtigkeit ausschwitzte. Nach 1 Stunde 10 Minuten wurde der Versuch als beendigt erklärt und der Brand abgelöscht. Allgemein wurde von den Fachmännern die unter möglichst der Praxis entsprechenden Verhältnissen angestellle Probe als gelungen bezeichnet. Die genauen Ergebnisse der amtlichen Prüfungen sollen später veröffentlicht werden. Literarische-. Eoncurrenz und Reklame in der deutschen Lebensversicherung. Eine Schrift pro domo oon Dr. jur. Gottlob Schneider, Director der Lebensoersiche- rungsbanf für Deutschland zu Gotha. Gotha, Fnedr. Andr. Perthes. 1888. Preis 4 JL. Als eine Schrift „pro domo“ bezeichnet sich das- vorliegende Buch. Es ist ein feit langer Zeit festgegründetes Haus, die Lebensoersicherungsbank für Deutschland zu Gotha, welche zunächst gegen die unablässigen Anfeindungen der Coneuirenz und der Reclame oertheidigt werden soll, nicht sowohl aus dem Grunde, weil das bewährte Gefüge dieser Anstalt durch die gegnerischen Umtriebe erschüttert werden könnte, als deshalb, damit die^fortgesetzte Verdächtigung, wenn sie ohne Widerspruch bliebe, nicht den täuschenden Schein der Wahrheit annehmen könne. In systematischem Aufbau seines reichen Beweismaterials stellt der Verfasser das System der Unwahrheit, welches Eoncurrenz und Reclame im Verein geschmiedet, in's helle Licht der Thatsache mit unwiderleglichen Nachweisen aus der Verfassung, der Geschichte und der Organisation der Gothaer Bank, thut er den Ungrund der Angriffe im Einzelnen dar; mit kundiger Feder entwirft er das ungeschminkte Bild der Wirklichkeit im Gegensatz zu dem von der Tendenzlüge erfundenen Zerrbild. Damit aber wächst die Schrift weit über die Bedeutung einer bloßen Streitschrift für den eigenen Herd hinaus; sie berührt Schäden, welche dem gefammten wirthschaftlichen Getriebe in der Gegenwart anhaften, wenn sie auch kaum auf einem anderen Felde so grell heroortreten, wie seltsamerweise auf dem der selbstlosesten Fürsorge geweihten Gebiete der Lebensversicherung; sie führt anderseits, indem sie den ganzen Organismus einer großartigen gemeinnützigen Einrichtung rückhaltlos enthüllt und bis auf die idealen Kräfte, welche diesen Organismus befreien, zurückgeht, den Leser zu einem ungeahnten Versiändnitz des Wesens und der Grundbedingungen der Lebensversicherung überhaupt. Sie sei deshalb dem Feind wie dem Freund, dem Fachmann wie dem Laien angelegentlich empfohlen! bisherige herzliche Zuneigung unserer Hausfrauen bewahren. Bestellungen nehmen alle Bu bringen Und Nicht, wie vielfach zu geschehen scheint, auf Treppen und Postämter und Buchhandlungen an. Probenummern versendet auf Wunsch die Ge- ; Fluren abzulegen. schäftsstelle „Fürs Haus" zu Dresden gern gratis. \ Jfcte ErveditLon de- Allgemeiner Anzeiger. Lieferung von 100 000 Stück eichenen oder buchenen Bahnschwetten I. Klasse- Termin: Freitagv. 19.Octbr. 1888, Vormittags 11 Uhr. Zuschlagsfrist 14 Tage- Bedingungen werden gegen Einsendung oon 30 Pfennigen abgegeben. [7773 Hannover, den 24. September 1888. Königl. Eisenbahn-Materialien-Äureau. Iicilgeöotenes. Britannia- Eßlöffel, Theelöffel, Gemüselöffel, Vorleglöffel, Messer und Gabeln empfehle billigst. ™£oha,mes Znfall> Zinngießerei, 7849 7 Marktstraße 7. Mein Pferd (Rappen) 15 I. alt, ist sofort billig zu verkaufen. ! Großen-Buseck. j 7815______Dr. Böckler. Corsetten für Damen und Kinder mit Fischbein-, Uhrfeder- und Rohreinlagen, prima Stoffe, tadellosen Sitz, j empfiehlt in großer Auswahl und zu billigen Preisen - Robert Haas, Seltersweg 18. Iurückgefetzte CorsettS zu ! bedeutend ermäßigten Preisen. 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Gehaltes an Eiweiß, Fett u, Zucker, 5) feine unbegrenzte Haltbarkeit ohne die geringste Einbuße seines Werthes, ■3 6) seine einfache Zubereitung seitens der Mutter und seine Billigkeit (eine A Büchse von ca. 500 Gramm Inhalt reicht auf 1 Woche aus). Betreffs der vorzüglichen Nähr- und Heilkraft von O Rademanns Kindermehi ö sagt Herr Dr. Zeller in der „Zeitschrift für Hebammen, Wochen- u. Kinderpflege": 0 , „Die Erfolge, welche wir in einer dreifachen, den Altersunterschied der einzelnen Säuglinge berücksichtigenden Anwendungsweise, sogar in der Armen- kinderpraxis, erzielt haben waren bis jetzt sehr zufriedenstellend, gan; aus- gejeidjnete Dienste aber hat uns Rademanns Kindermehi, und das unterscheidet es;u seinem portheit mesenllich von anderen ahnllchen KindernährmMeln, in Kolge der ihm Ol rltFa reichlicher beigemischten Knochenbildenden und stärkenden Lahe bei rachitischen (mit der englischen Knochenkrankheit behafteten) Kindern mit ihren krummen, schwachen Beinchen, aufgetriebenen Gelenken, Hühnerbrüllchen, beginnenden Kiickgratsverkriim» rj mungen^ihrem Kopsschwitzen und tu langem (Offenbleiben der Lchadelfontanellen geleistet." SL Rademanns Kindermehi ist ein ebenso vorzügliches Nähr- W mittel für Säuglinge als ein schätzbares Heilmittel für knochenkranke und Q rachitische Kinder. Dasselbe ist in allen Apotheken und Drogen ä JL 1.20 per Büchse zu haben. 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Novelle von E. von Wellnih. — Altes und Neues aus Westfalen Von Fedor von Köppen- — Der Blitzableiter. — Am Familientisch. Zu unfern Bildern: Auf der Weide von O. Strützel, Porträt Adolf Eberles, und Rimmerbreffur von Adolf Eberle. — Auflösungen der Räthsel und Aufgaben in Nr. 51. Erste Beilage: Aus der Zeit — für die Zeit. Zweite u. dritte Beilage: Frauen-Dahetm. 3®" Mit dieser Nummer schließt Band XXIV. Abonnements auf den Ju- biläurnS-Band Jahrg. xxv durch alle Buchhandlungen und Postämter. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.