Nr. 206 Dienstag den 4. September 1888. Gießener Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. fcuttaut Schulstraße 7. ' Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. P^is vierteljährlich 2Mark 20 Pf mit Bringerlohn. _________________ " ' H Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst Amtlicher Ißest. Köhler. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz. In Vertretung: v Knorr. Erlaß Kaiser Wilhelms II. an den Minister des Königlichen Hauses eingeleitet, in welchem es heißt: „Die letztwilligen Aufzeichnungen Sr. Maj. des Kaisers und Königs Wilhelm I., Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters, enthalten ein herrliches Zeugniß erhabener Seelengröße und edlen, frommen Sinnes, dessen Kenntniß Ich Meinem Volke nicht vorenthallen will. Ich habe deshalb an dem heutigen, für mein. die Ausführung des Jagdstrafgesetzes, insbesondere Anordnungen wegen der Heegzeit betreffend- Vom 28. Juli 1888. . . Artikels 29 des Jagdsirafgesetzes vom 19. Juli 1858 wird im Anschluß an den § 2 der Verordnung vom 19. August 1882 für das in vielen Gegenden Deutschlands erschienene asiatische Steppenhuhn, Syrrhaptus paradoxus, um dasselbe wenn möglich heimisch zu machen, bis auf Weiteres vollständige. Heegzert festgesetzt. ö 1 Darmstadt, den 28. Juli 1888. Politische UeberfiehL. Die Aufzeichnungen, .welche sich Kaiser Wilhelm I. während der letzten dreißig Jahre gemacht hatte, sind nunmehr im Auszug auf Befehl seines Kaiserlichen Enkels der Oeffentltchkeit übergebm wsrden. Die Veröffentlichung wird durch einen Betreffend: Ermittelung der landwirthschastlichen Bodenbenutzung und des Ernteertrags im Jahre 1888^ °m 1 September 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an di« Grotzherzogltchen Bürgermeisterei«« des »t«tf«l. Soweit Sie mit Erledigung unserer Verfügung vom 18. Juni l. I. - Anzeiger Nr. 142 - int Rückstände sind, werden Sie an Erstattung der Vorgeschriebenen Berichte mit Frist von 8 Tagen erinnert. 1 “a I. V.: Jost. Betreffend: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen Gießen, 1. September 1888. Die Großherzoglichc Krcis-Schul-Commisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Sie daran, daß die Schülerlisten in rubr. Betreff bis Ende des Monats an uns einzusenden sind. Zugleich machen wir Sie darauf aufmerksam, daß nach § VI pos. 2 a, b, c, d des Ministerialausschreibens vom 13. Juli 1875 in die Listen alle schulpflichtigen Schüler einzutragen sind und bei von auswärts Eintretenden die bete. Gemeinde anzugeben ist. Die aus Ihren Gemeinden in andere Gemeinden übertretenden Schüler sind getrennt von den anderen aufzuführen und dahinter ist ru bcsckeinraerr daß die nöthige Mittheilung an den Schulvorstand der betr. Gemeinden erfolgt ist. pos. 2 c. ? ' Die Verzeichnisse sind nicht, wie vereinzelt geschehen, durch die Lehrer, sondern durch die Vorsitzenden der Schulvorstände mit Bealeitberickt an uns einzusenden. I. V.: Jost. ö Betreffend: Die Voranschläge für die Gemeindekrankenkaffen pro 1889. Gießen, am 31. August 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a» die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf die Ihnen durch unser Amtsblatt Nr. 4 vom 21. April v. I. ertheilte Instruction zur Aufstellung der rubr. Voranschläge sowie unter Hinweis auf unser Ausschreiben vom 7. September 1887 — Anzeiger Nr. 211 - beauftragen wir Sie, die Voranschläge für die Gem^nde- krankenkassen alsbald aufzustellen und nut den Gemeindevoranschlägen spätestens bis zum 15. November l. I. nach vorgänaiger Berathung durch den Gemeinderath m duplo zur Genehmigung an uns einsenden. w __I- V.: I o st. Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der Landgemeinden de» Kreises Gießen für 1889/90. ^n, am Suguji 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreise». Unter Verweisung auf die §§ 3 und 4 der Instruction vom 20. October 1874, die Aufstellung und Revision der Gemeindevoranschläae betreffend beauftragen wir Sie, mit Aufstellung der Voranschläge für 1889/90 alsbald zu beginnen und dafür zu sorgen, daß deren Einsendung an uns spätestens bi» zum 15. November l. I, dem vorgeschriebenen Termin, erfolgt. 0 1,61,9 Wir machen Sie hierbei noch auf folgende Punkte aufmerksam: 1) Die Einladung de» Vertreters der Forensen zur Berathung des Voranschlags hat unter Beobachtung der Vorschrift de» Art. 40 der Landaemeinde. ordnung zu erfolgen und ist in dem Berathungrprotokoll zu bescheinigen. u 2) In denjenigen Gemeinden, in welchen das Großherzogliche Haus ein Normalsteuerk» ttai rm 857 JL 14 erreicht und wo dem Zirkus nitfit in Folge de» Gesetzes vom 3. Mai 1858 ein Stimmrecht im Gemeinderath zusteht, ist der Voranschlag in einem Exemplar bei Besinn per zweiten Offenlegungsfrist der betreffenden Großherzoglichen Oberförster« zur Einstcht vorzulegen. ® 3) Nach unserem Ausschreiben vom 18. März 1887 - Amtsblatt Nr. 2 - fällt die durchlaufende Verrechnung der Mieth-, Pacht- und Nuduna». werthe von Gütern und Naturalien, welche die Gemeinde selbst beMtzt oder verbraucht oder an Dritte zur Benutzung abgiebt, weg, jedoch ist im Erläuterungsheft innerhalb Lmre das Erforderliche zu bemerken. y 1 H 4) Bei Berechnung der Holzerlöfe ist der bisherige Tarifprei« zu Grund zu legen. Etwaige Abweichungen sind durch eine Durchschnittrberecknuna der letzten 5 Jahre zu begründen. . J w 0 5) Unter Rubrik 93 „Für die Gemeindekrankenversicherung" ist dar Ergebniß des Voranschlag» der Gemeindekrankenkasse anzuaeben und der etwa erforderliche Vorschuß der Gemeinde zu wahren. Er ist hierbei auch anzumerken, welche Vorschüsse die Gemeinde feit Bestehen der Gemeinde- krankenkasse geleistet hat, damit die Rückvergütung von der letzteren baldthunlichst erfolgen bezw. conirolirt werden kann 6) Als Beitrag zur Krciskaffe ist der Beitrag für 1888/89 vorzusehen. 7) ^®in,'letIun9 eineS ausreichenden baaren Betriebskapitals ist Bedacht zu nehmen, damit Verlegenheüen der "‘nffe und Kaffeanlehen vermieden Im Uebrigen wollen Sie unsere früheren Ausschreiben sowie unsere Reviffc:»bemerkungen und Beschlüsse zu den vorhergchenden Voranschlägen beachten. _____________________I- V.. I o st. Lokales Deutschland. Darmstadt, 1. September. Seine Königliche Hoheit der Grobber.oo baben Allergnädigst geruh,, dem berittenen Wachtmeister Käß vom Großb. Gensdarmerie" Corps das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthiaen ,u verleihen. 7 ö 0 Darmstadt, I. September Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der JuMz v°m 29. August l. Js. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Alsfe d 1) Georg Dietrich Hoos, 2) Heinrich Stroh II, 3) Werner Weber ’ 4) Äöbler, 5) Heinrich Kober II, 6) Conrad Waldeck/ 7) Wilhelm Buchhamme/ 8) Ernst Planz I. und 9) Carl Schopbach. ' 9 -ouqyammer, «"»»' L September Se. Majestät der Kaiser ernannte das erste Garde- FeldarttUerie-Regiment zum Leibregiment und die erste Batterie desselben zur Leib- batterie. Die heutige Parade wurde von Seiner Majestät dem Kaiser selbst com- mandirt. Allerhöchstderselbe sührte das Garde^Corps bei beiden Parademärschen an dem König von Sachsen und an dem König von Schweden vorüber. - Nach Beendigung der Parade ritt Se. Majestät der Kaiser an der Svtde der Fahnencompagnie des ersten Garde-Regiments zu Fuß nach dem hiesigen Schlosse Das geradezu ^bensgesahrltch zusammengedrängte Publikum brach auf bem ganzen Shn. ""beschreiblichen Jubel aus. Musterhafte Ordnung war jedoch überall zu , . A; September. Im Weißen Saale des Königlichen Schlosses sand ner,Au ^60 Gedecken statt, woran außer Sr. Majestät dem Kaiser noch die Könige von Schweden und Sachsen, sowie die übriaen i H hier dürftlichkeiten nebst Gefolge und die zum Ehrendienst commandirten Militärs die Staats- begangen. äcban,der rourbc beteitä heute in den Schulen durch festliche Akte Haus bedeutungsvollen Tage beschlossen, den beikommenden Auszug aus diesen Aufzeichnungen bekannt zu geben, als ein Denkmal zur Ehre des Entschlafenen, als ein Vorbild für Mein Haus und für Mein Volk." — Der bedeutungsvolle Tag, dessen die Kaiserliche Kundgebung Erwähnung thut, ist der 31. August, der Tauftag oes jüngsten Sprossen des Kaiserhauses, und der 31. August hat somit durch die Publikation der Aufzeichnungen des verewigten großen Heldenkaisers noch eine ganz specielle Weihe erhalten. Die Aufzeichnungen selbst datiren aus Koblenz (10. April 1857) und Berlin (31. December 1866, 31. December 1871 und 31. December 1878). Die erste Aufzeichnung ist ein in wehmüthiger Stimmung geschriebener Abschiedsgruß an die in Berlin zurückgebliebene Familie des damaligen Prinzen von Preußen, die zweite ist noch unter dem Eindruck des für Preußen und Deutschland so bedeutungsvollen Jahres geschrieben und enthält zugleich einen Rückblick auf die schweren Kämpfe, die König Wilhelm in den Jahren 1861—1866 im innerpolitischen Leben Preußens zu bestehen hatte, die dritte Aufzeichnung verdankt ihr Entstehen den Großthaten aus den Jahren 1870/71 und die letzte Auszeichnung läßt die Erschütterung durchblicken, in welche den Kaiser die schmachvollen Attentate vom 11. Mat und vom 2. Juni 1878 versetzt hatten. Aus allen diesen Aufzeichnungen leuchtet der herrliche Sinn und der erhabene Geist Kaiser Wilhelm I. hervor und sie werden in ganz Deutschland darum mit tiefster Theilnahme ausgenommen werden. Die Herbstparad- des Garde-Corps verlief in außerordentlich glanzvoller Weise; sie bildete die Einleitung zu den Brigade- und Dioisionsübungen des Gardecorps. Am 8. September hat das 3. (Brandenburgische) Armeecorps seine Kaiserparade auf dem Tempelhofer Feld und am 17., 18. und 19. d. M. finden die Manöver der beiden Armeecorps gegen einander — die diesjährigen Kaiser-Manöver — in der Gegend von Müncheberg statt. Das große Tagesereigniß in der inneren Politik bildet noch immer die Ernennung Rudolf v. Bennigsens zum Oberpräfidenlen der Provinz Hannover. Auf allen Seiten erblickt man in dem Vorgang zunächst eine gewisse Stellungnahme der Regierung gegenüber den hochconseroativen Bestrebungen und demgemäß eine Betonung des künftig sich mehr den gemäßigt-liberalen Anschauungen nähernden Standpunktes der preußischen Regterungspolttik; ob jedoch an die Berufung Bennigsen's auf den obersten Posten der Provinz Hannover sich noch weitere wichtige Veränderungen knüpfen werden, bleibt abzuwarten. Durch die Beförderung des Herrn o. Bennigsen ist auch dessen Reichstagsmandat erloschen, welches er seit dem 21. Februar 1887 für Stade-Bremerhöoe- Lehe besitzt; es wird jedoch bestimmt versichert, v. Bennigsen werde von Neuem candidiren und nach erfolgter Wiederwahl seine parlamentarische Thätigkeit als Führer der Nationalliberalen fortsetzen. Die nationale Feier deS Ledantages ist auch in diesem Jahre allenthalben in den deutschen Gauen begangen worden und zwar an vielen Orten sehr glanzvoll. Fast überall hat man hierbei an dem 2. September als dem richtigen Festtage feft- gehalten, und wenn man als solchen in einzelnen Orten, z. B. in München, den 1. September beging, so kann dies nur als Ausnahme von der allgemeinen Regel betrachtet werden. Ter Prinz-Reg-nt Luitpold von Bayern gedenkt seine schon einmal verschobene Reise nach der Pfalz am 17. September anzutreten und wird sein Besuch im linksrheinischen Bayern bis zum 28. September währen. Der Kaiser von Oesterreich stattete am Samstag der Kaiserin von Rußland den schon angekündigten Besuch in Gmünden, der „Residenz" des Herzogs von Cumberland, ab. Derselbe erweist sich als ein reiner Höflichkeitsact, und gebietet schon die höfische Etiquette, daß der österreichische Kaiser die Czarewna bei ihrem Aufenthalt auf österreichischem Boden begrüßt. Die französischen Flottenübungen in den Gewässern von Toulon sind nicht ohne einen ernstlichen Unfall adgegangen. In der Nacht zum 31. August geriethen zwei Torpedoboote an einander und erlitten beide hierbei schwere Beschädigungen, doch ist Niemand verletzt worden. Der Ministerpräsident Floquet und der Marineminister Krantz, welche dem größten Theil der Manöver beigewohnt hatten, kehrten von denselben am Samstag zurück. Floauet und Krantz wohnten am Freitag einem Festessen in Hyöres bei, auf welchem Beide friedliche Reden hielten. Floquet sagte hierbei, die französische Marine brauche auswärtige Feinde, falls sie solche habe, nicht zu fürchten. Die Republik fürchte ebensowenig innere Feinde, weder die offene Reaction noch usurpatortsche Bestrebungen. Die Regierung werde auf der gezeichneten Linie vorwärts gehen, unbekümmert um Diejenigen, welche die monarchistische Restauration oder die Zufallsdictatur herbei- führen möchten. Der Sultan von Marokko hatte gegen mehrere Nomadenstämme im Süden seines Landes einen Rachezug unternommen, da von Angehörigen dieser Stämme ein Lieblingsneffe des Sultans nebst 200 marokkanischen Reitern niedergemetzelt worden war. Den betr. Stämmen war es gelungen, sich in einer günstigen Position im südlichen Atlasgebirge festzusetzen und hier den Angriffen des marokkanischen Heeres zu trotzen. Nunmehr haben aber die Angriffe desselben doch die Kette der Vertheidigung durchbrochen, infolge dessen sich die rebellischen Stämme wieder unterwarfen; über dieselben wird jedenfalls ein fürchterliches Strafgericht ergehen. ZempelÄ'lbe' Z'm bei°pracht°ollem Leoben h"' Ka's-r, welcher große Generalsuniform trug und mit den übAn Fürstlichkeiten tn de/ > ft Telegraphische Kepeschen. Wolff'S telegr. Corresponöenr. Bnrea«. ftüh 8 UÄ Äad§babmabr8ere®tta“t'minifkr ist mit Gemahlin heute , -r?srlin, 2..September. Der König von Sachsen ist soeben, 10 Uhr 35 Min unb Lr aizba^nach'PoisbE Ä5n<9 biS »“« *of bas Geleit . , ?' September. Anläßlich der Sedanfeier ertönten heute früh um 6 Ubr jn den Straßen der Stadt Weckrufe durch vier Militärmusikcorps Um 6v" Uhr er- 6 der Gedenktafel an der Friedenseiche im Gosenthale unter Gesana ?" Welche sich eine Ansprache des Diakons Schluch schloß. In ^mmtlrchen Archen der Stadt wurden Festgottesdienste abgehalten, an welchen die ©ptfcen aller ^Behor^en theilnahmen. In den Vormittagsstunden von 10V, bis 12 Uhr öffentlichen Platzen Musikaufführungen statt. Gegen 2 Uhr bewegte sich der j.ammt(i$e Vereine und Korporationen theilnahmen, vom Augustus- platze nach dem Markt, wo am Kriegerdenkmale seitens des Hauptfestausschusses sowie durch Corpm?atlonen und Vereine Kränze niedergelegt wurden, und von hier durch die 5^8 ÄnhaCn ^wchenmassen dicht besetzten Straßen nach dem neuen Schützenhause. Reichst? geschmückt^" öffentlichen Platze festlich beleuchtet. Die Stadt ist aufs j* ®Ämber* De* Sedantag wurde hier aufs Festlichste begangen. ^ogen geschmückt. Mittags fand auf dem Altmarkt vor §em geschmückten Germaniadenkmal eine Musikaufführung statt. Am Nack- mittag bewegte sich ein Festzug, an dem sammtliche Vereine, Korporationen und Schulen DOm a? dem königlichen Schlosse vorüber nach dem großen Gehege, woselbst der Landtagsabgeordnete Dr. Mehnert eine Ansprache hielt. aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers veranstaltete Festschteben beaann heute Vormittag mit einem Feftzuge, an welchem fick w ÄnJ^Cn ausländischen Schützen mit Ihren Musittapeckn und Fahnen der ^or Deputationen des Gemeinderaths und des Kentralcomit^s betheiligten. Der Zug bewegte sich vom Rathhause über den Ring in die Hofbura woselbst der Kronprinz Rudolf in Vertretung des Kaisers die Huldigung des Schützend ^sten t ^^^m Festbanket im Prater, bei dem der Bürgermeister d"n schießstätte^ kaiserliche Haus ausbrachte, folgte das Schießen auf der Milttär- ~ 2. September. Der König von Serbien hat heute früb aeaen 7 ll&r mirh^nnA^lhhrtdn .übcr Adelsberg, wo derselbe die Grotten besichtigen wird, nach Abbazia, um daselbst einen mehrwöchentttchen Aufenthalt zu nehmen.^ 8 Kaserne des 1. Garde-Dragoner-Regiments zu Pferde gestiegen war ani hem MataS, selbe, rechts neben ihm ber König von Schwebem neben diesem berVnnin nnn SÄT hinter dem Kaiser Prinz Heinrich, ber Kronprinz von Griechenlanb, Prinz Albr/cht mit bem Feldmarschallstab in ber Hand, die Übrigen Fürstlichkeiten, die fremden Mitt- ^wachtlgtttl und ein glanzendes Gefolge, sowie der Kronprinz und Prinz Eitel Scr er Tttf, wahrend bas Musikcorps den Präsentirmarsch fvielte im schritt die Front ber in zwei Treffen aufgestellten Truppen entlang 7nd li^eß L baraus zweimal im Parademarsch befiltren. Die Mitalieber ber fremh^n Lasten wohnten ber Parabe zu Wagen bei. Der südwestliche Theil b ^ ParN?es war von bicbten Zuschauermassen bebeckt. Die militärische Luftschiffer-Abtheiluna nabm D?r Ä P^°defelde befindlichen Ballon 7aptif aus^ Beoba^ Der Kaiser mit seinen hohen Gasten wurde auf dem Hinwege und dem Herwege von DmSX”'“1' " bi£b,ten aJi0,|cn Me Strogen (Sumte, mit stürmstchen N^Eptember. Die Sedanfeier ber nationalliberalen Vereine der ^l?^i,,-.dndens Hessens und Nassaus verläuft bei dem prächtigsten Wetter in ber erhebendsten Weise. Aus dem Festplatz auf ber Ludwigshöhe, schönen Kastanien- baumen, sind ca. 400 Personen, darunter die heroo?ragendftm^ Füh?« Lr liberaleii Parier in ^urdeulschland, versammelt. Oberamtsrichter Kubv lEdenkoben> nb warme Begrüßungsrebe. Oberbürgermeister Dr. Miquel, stürmisch begrüß?' hielt bie Festrebe über ble Errungenschaften und die Aufgaben des Reichs und schloü mit einem Hoch auf den Kaiser. Folgendes Telegramm wurde an den Ka^ser abge- (Don ^tern des Mains und Neckars um ihre Führer Dr Miquel nm snr amneil dst e"ben ,.größeren Fahrgeschwindigkeit sonst nicht mehr fahrplanmäßig hätten befördert Nersonen^verkedr aßige Beförderung kann indessen in Rücksicht auf den 45er|onenoerrehr selbstredend nicht aufgegeben werdeo. beabsichtig« wir, auf der Strecke Coblenz-Gießen mit Beginn des diesiahrigen Winterfahrplanes, also vom 1. October ab täglich regelmäßig einen Fahrplane • 61 flutcriU9 in icbcr Richtung zu befördern und zwar in folgendem Nchm. i. M ab Gießen an Wetzlar Nchm. Limburg Vorm. Dieser Zug, welcher 2" 3« Zlo 5* 5" 725 807 1231 12« 1202 9" 937 7« 722 ab an ab ' ^an an an ab >. an ab an n,rh,n* ,3 o9'.“fr1 i6 = "?b Eilgutsendungen, auch Bier und leicht- ?*„*Lebensmittel auf weißem Frachbrtes, in jedem Umfange befördern n^rL.nli1» Ur b k D°? bort ubgehenden Vtebsenduugen eine günstige Beförderungs- 6" SQ“ *■« Ntederlahnstein ab Coblenz ab R ♦ 3* .^Eptember. Eppmann' s Panoptikum erfreute sich am troA ber der Umgegend stattgehabten Kirchweihfeste eines regen Besuches. Die Vermuthung, daß fernem Aeußeren nach dasselbe des Sehenswerthen viel bergen müsse, hat sich nach Einsichtnahme des Panoptikums vollauf bestätigt. Die am Eingänge des Instituts dem Besucher zunächst vor Augen kommenden Todten- ft” Persönlichkeiten fesseln die Beschauer in gleichem Maße wie die ^Unftf*CrfC kn«.rt!c Panoramen verschiedener Städte und Begebenheiten. Berühmte Herrscher und Helden, Dichter, Künstler, Gelehrte, ethnologische, plastische und mechanische Wachsfiguren werden uns in naturgetreuer Darstellung vorgeführt die Darstellung einer ganzen Reihe zur ttaurigen Berühmtheit gewordeiier rin^9rniA^T@ffD9C^Clt 1“ phpsmgnomtschen Studien gibt. Ferner werden dem Besucher ÄUdl Marterwerkzeuge aus der spanischen Inquisition vorgeführt, deren furcht- S?“ m ausgestellte menschlichen Gliedmaßen gezeigt werde, eipfohle^werdenb^o^^vl^ kann nach dem in demselben Gebotenen gewiß bestens B t t a i f <6 t t «. „ Darmstadt, 1. September. Wie sich der „Frankfurter Gen.-Anz." aus dem Großherzogrhum Hessen berichten laßt, scheint „in unserem Ländchen" wieder Lebrer- mangel eintreten zu wollen. Die 30 bis 100 jungen Leute, welche in diesem atü Er *5 5micbber?' D-nsheim und Alzey verließen, haben sammtlich im praktischen Schuldimste Verwendung gesunden, so daß die durch Krankheit oder Ableben entstehenden Vakanzen vorerst nicht wtcher besetzt werden können Mainz, 2. September. In der jüngsten Zeit ist in der hiesigen Lokalpresse mehrfach betont worden, daß in Mainz zu wenig geschehe, um den Fremdenverkehr hier zu beleben. Diese besonders aus fireifen der Geschäftsleute kommenden Klagen h?s7,7mftere ?°ranlaßt, die Gründung eines Vereins zur Hebung »ft in 8 Aiige zu fassen. Bei einer gestern Abend statt- gehablen Vorbesprechung des Pros-etes, zu welcher Einladungen an die verschiedensten fireite ergangen waren, wurde in großen Zügen das Programm entworfen, nach Wärmegrad« der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Ubr . o _ Lust 13, Wasier 14 Gr. CSleSen, den 3. September 1888. Rüb,amen. Handel und Verkehr. o, , 1. September. Erbsen ganze pr. Pfd. 12-16 do aescbält-1L—1« 0. •" ä 7-9.: I Z-?ck","nretckm^Es77a7?7b fr? uftm bie bur* den Verein beabsichtigten I kpr n j. \ . n# freiftte sich dabei, daß es eine sehr umfangreiche Mission sei einen derartigen Verein habe, und daß überhaupt dringender Anlaß oorliege' ÖÄ — weiteren Versammlung sollen ftrd°tz«st-r'L'.^S scku?e"m^s.?>-b^brsonen, sowre die Schuljugend und die Schüler der Fottbildungs- “ Ä Ä:? °bn° Begleitung ihrer Gllern ln ben^Srafen ltchen Be,ragen?p°Vllich bestrask" W‘rben »-gm Stroßenunsug oder unstlt- i.nh ^ t' zusammenaefunden, belästigten anständige Passanten 8 hielten Unfu?M b e $Te?ÄÜtin„ unb 3oblen derartigen hemmt mar . unb ber Fuhrverkehr gegen 11 Uhr vorübergeheub ge- von Minute m min?ie^muAs br?*\iu un? ber »üge,losen Menge, bie Militärmmbe^m •fr,®iberftanb zu leisten und so mußten ihnen von ber ^ttuiarwacye rm Kastanrenwaldchen Mannschastm in ßHfe kommen Die fönihrtf,™ MMUM« SS Tr™sft%,^frftn|?§Bcfeafrtcn Riunione Abriati a Cornmercial Union' S°^' ?„n n,±,nf W °u »ubrmgen sinb. Leiber ist das Retiungswerk nicht ohne Unglücks' fr FEwehrleute wurden durch eine Mehlervlosion vom Dach ae- auf fernen R^^knrn Europa gesammelt. Er behauptet, daß die meisten Brillen und h ? cnb ^tragen würden, wie denn überhaupt einem aufmerksamen ^kgehen könne daß z. B. auf internationalen Congressen die Ver- a2bS r?!i 9,r?6tc Eontingent zu den Brillenträgern stellten. Wenn sich « die Kurzsichtigkeit erst rm Allgemeinen im späteren Mannesalter einstellt, wahrgenommen, daß hier gerade die jüngere Generation am metstm bebrrllt fei £ bis rnS zarteste Bübchenalter herab könne man die Brille stckdm. Daß das Bedurfniß hierzu immer so dringend sei, kann der Beobachter nicht zugeben manches Jüngelchen welches einmal vielleicht einige Tage hinte?einand r etwas fester wie sonst die Schulbank drücken müsse und am Abend etwas wie Schmer» in fZfSFZ ?erfIUrl' bakbe nichts Eiligeres zu thun, als sich einen Memme?7u ve " ?Q9»n<-ro-Ob£!rcb ^br dem Auge mehr geschadet als genutzt werde. Wenn wirklich ^durmrß vorlre^, der Sehkraft künstlich nachzuhelfen, so dürfe dies doch nicht übertrieben werden Genannter Herr führt aus einer Reihe von Zahlen an, in welchem Maße bte Kurzsichtigkeit zummmt, sowohl hinsichtlich der Zahl als auch des Alters der brillentragmden Individuen. Er hat ausgerechnet, daß nach der Progression der Zunahme der Kurzsichtigkeit in ca. 200 Jahren überhaupt Niemand mehr ohne Brille roUubm ?“Vcr Abrechnung aber, die er hinsichtlich des Grades der Angestellte durfte es in ca. 600 Jahren nur noch wenig Leute geben, — dle überhaupt sehen können. Schone „Aussichten" das! Wenn man die Verantwortung für die tetztere Behauptung demjenigen, der sie ausgestellt hat, überlassen kann und sie mehr m das (Miet eines hochsommerlichen Humors zu verweisen geneigt ist meÄ Pbh,n tnM?tC1? "?Ä?!.-blusfuhrungen manch Körnchen Wahrscheinlichkeit,8 über welches eben nicht so leicht hrnweggegangm werden kann. Allgemeiner Anzeiger. nzetpen, -oJ^azhn. 7025 Einen Schloffergesellerr sucht I 7034 Ein Mädchen tagsüber zu einem Earl Hohmeyer. I Kinde gesucht. Teufelslustgärtchen 24. j tnjedet £iöße, Q^o/ntfiaz/ ttnd (Stuss/aftunp sowta t/t'a dazu ^aasenden wtd und oAhe Jiir Biertrinker! Von heute ab im Anstich, stet« frisch und süffig tozisliiiiier-llriiii bei Eduard. Riemer, Restauration zur Seltershöbe, Frankfurterstraße 69, ________ san den neuen Kkiniksbauten). 7021 Donnerstaa und Freitag dieser Woche bleibt unser Geschästsloeal hoher Feiertage wegen geschlossen. 7023 Alexander Salomon & Co. Von Mittwoch Abend « Ubr bis Freitag^Äbend bleibt hoher Feiertage halber mein Geschäft ge- schloffen. 7046 J. M. Schulhof. Gberhefßsche Eisenbahnen. Zum deutschen Eisenbahn-Gütertarif Theil I ist der Nachtrag II ausgegeben worden Heber dessen Inhalt geben die Güterexpeditionen Auskunft. Gießen, den 31. August 1888. 7017________Großherzogliche Direction- Werhesßslhe Eisenbahnen. Mit Wirkung vom 1. September d I und zwar vorerst bis zum 31. Dezember d. I. werden im Oberhessisch-Bayerischen Verkehr getrocknete Biertreber ^Malztreber) in Wagenladungen zu ermäßigten Ausnahmesätzen befördert. Nähere Auskunft ertheilen die Güterexpeditionen. Gießen, den 31- August 1888. 7018 Großherzogliche Direction. Verding. Zur öffentlichen Vergebung der Arbeiten zur Eindeckung des Werkstättengebäudes im südlichen Bahnhof zu Gießen mit Falzziegeln, einschließlich Lieferung sämmtlicher Materialien ist Termin auf Montag, den 10. September, Vormittags IV/2 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Bau - Jnspection an- beraumt. Verschloffene, mit der Aufschrift versehene Angebote, sind bis zum genannten Tage hierher frei einzusenden; auch sind den Angeboten Probeziegel beizufügen. Die Bedingungen können bei der unterzeichneten Bau - Jnspection eingesehen oder von derselben gegen Einsendung von 0,50 Jt bezogen werden. Marburg, den 30. August 1888. Königliche Eisenbahn-Bau-Jnspection. _______Schwamborn. [7022 Aufforderung. In der Gemarkung Wieseck ist im Jahr 1861 die Hosraithe Flur I Nr. 402 und 402a von Balthasar Keil Eheleuten an Heinrich Schnabel II. Eheleute von da für 320 st. verkauft worden, es fehlt aber an Quittung. Wer an den Kaufschilling Ansprüche bilden kann, hat dieselben so gewiß binnen 6 Wochen hier anzumelden, als sonst die Zahlung als erfolgt angesehen und „beschränkt" im Mutationsver- zeichniß gelöscht werden soll. Gießen, den 31. August 1888. Großherzogliches Amtsgericht. Langsdorfs. 7020 Mittwoch, den 5 September, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in der Flett'schen Hof- raithe: Möbel aller Art, 1 Pianino, ein Secretär, 1 elegantes Buffet, 1 Nähmaschine, 2 Taschenuhren, 1 Wecker, 1 Stoßkarren, 150 Damen- und Kinderschürzen, 2 Pferde, 1 Kuh u. a. Geißler, 7037 Gr. Gerichtsvollzieher- Mittwoch, den 5 d. M, Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe hier sollen gegen Baarzahlung versteigert werden: 2 Pferde, 1 Wagen, 1 Hobelbank, ein Clavter, 1 Glas-, 1 Spiegelschrank, 1 Cassaschrank, diverse Wirthstische, 2 Kleiderschränke, 2 Commoden, zwei Sophas, 4 Sessel, 1 Nähmaschine, 1 Lexikon, eine Parthie Wollewaaren, 1 Mikroscop rc- rc. Verstigerung voraussichtlich theilweise bestimmt. Engel, 7041 Gr. Gerichtsvollzieher. Aeilgevoteues. Kieler Bücklinge jetzt wieder in täglich frischen Sendungen. A. Koch Nacht 7031 1 Hamburger Fisch- u. Delicatessen-Handl. 7045 Ein neuer Weinschrank und ein gebrauchter Kinderwagen zu verkaufen. Näheres in der Expedition d. Bl. Aufruf zur Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich bei Wörth. Kaiser Friedrich ist von uns geschieden. All der Liebe und Verehrung, welche wir ihm bei Lebzeiten als Menschen, als Fürsten und Feldherrn gezollt, können wir sichtbaren und dauernden Ausdruck nur noch durch ein Denkmal verleihen, welches würdig ist des großen Todten. Und fragen wir: Wo ist der geeignete Platz für ein Friedrichsdenkmal, zu dem jeder Deutsche dankbaren und freudigen Herzens beisteuern kann? so bietet sich ungejucht die geweihte Stätte dar, wo Friedrich seinen herrlichsten Sieg erfocht, wo auf blutigem Schlachtgefild die köstlichste Frucht erwuchs, die er von Jugend auf ersehnt, das unvertilgbare Bewußtsein der Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme. Und von der Höhe, wo der heiße Kampf getobt, in Fröschweller, grüßt nach allen Seiten weit ins Land hinein die schöne Friedenskirche, die unter Friedrichs besonderem Schutze stand, ein redendes Zeugniß dafür, daß nicht Kampf und Ruhm, sondern Friede und Versöhnung, auch in dem wiedergewonnenen Lande, das höchste Ziel seines Strebens war. Darum, wer den Helden ehren will, der durch den Sieg bei Wörth dem deutschen Volke das erhebende Gefühl der auf der Einigkeit beruhenden Kraft wiedergeschenkt hat; wer dem edlen Fürsten seine Verehrung und Dankbarkeit bezeugen möchte, der durch seine milde, hochherzige, für alles Schöne und Gute begeisterte Persönlichkeit Nord und Süd vereinigt und aller Herzen gewonnen hat: der wirke mit uns, daß bei Wörth dem geliebten Kaiser ein Denkmal erstehe, das auch künftigen Geschlechtern ein Wahrzeichen werde seiner edlen Größe, unserer dankbaren Liebe. Der grschäslsführende Ausschuß: Heller, Kaiserl. Amtsrichter in Wörth, Vorsitzender. Dr. von Rohden, Gymnasialoberlehrer, Premierlieutenant d. R., stellvertretender Vorsitzender und 1. Schriftführer. Engel, Kaiserl. Enregistrementseinnehmer in Hagenau, Schatzmeister. Andrae, Referendar, Lieutenant d. R., 2. Schriftführer. Dr. Biedert, Chefarzt des Hagenauer Hospitals. Bippert, Kaiserl. Post- meister in Sulz u. W. Bollinger, Kaiserl. Amtsgerichtsrath in Hagenau, Premier-Lieutenant a. D. Brack, Kaiserl. Hypothekenbewahrer in Weißenburg. Chrobog, Kaiserl. Polizeikommiffar in Niederbronn. Graf v. Dürckheim- Montmartin auf Schloß Fröschweiler, Premier-Lieutenant d. R. Fr. Gilardone, Redacteur und Buchdruckereibesitzer. König, Kaiserl. Oberförster in Weißenburg. Mayer, Kaiserl. Steuereinnehmer in Weißenburg, Hauptmann a. D. Mees, Kaufmann in Sulz u. W. Rorth, Kaiserl. Amtsrichter in Sulz u. W. Schneider, Kaiserl. Steuereinnehmer in Bischweiler, Lieutenant d L. Siegfried, Kreisdirector in Hagenau. Spiecker, Kreisdirector in Weißenburg. Strohmeyer, Kaiserl. Oberförster in Hagenau. Trautmann, Bürgermeister in Wörth, von Wickede, Kaiserl. Obersteuercontroleur in Niederbronn, Hauptmann a. D. Wißmann, Gymnasiallehrer in Weißenburg, Premier-Lieutenant d. L. Mein Geschäft und Wohnung befinden sich jetzt in der | Gßanlage, neben der Geivrrbrbank. Christian Petri V. Todesnachricht. Heute verstarb unsere liebe alte Gretchen, nachdem sie 39 Jahre unserer Familie treu gedient hat. Ein ehrendes Angedenken werden wir ihr stets bewahren. Darmstadt, am 2. September 1888. 7032 Familie Wolf. Coursbericht der frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3% 1. September 1888. Franks. Bank-Dtsconto ö'/g 4% Preußische Consols 107 50 3Va% do. 104 60 4% Nassauer Oblig. 100-70 4% Bayerische Oblig. 107.50 4% Badische Oblig. 105.40 4% Hessische Oblig. 106 90 4°/o Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 101.70, neue 103.80 3Va% do. 99.00 41/3°/o Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 103.70 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 103.00 3V2% do. 99 00 50/0 Buderus Oblig. 105.30 3*/,0/0 SolmS-Braunf. Oblig. 96.00 40/0 Gießener Oblig. 104.00 4% Oesterr. Goldrente 92 90 41/5°/o Oesterr. Silberrente 68.70 5% Portugiesen Oblig. 100.70 Darmft. Bank-Actien 158 60 Geldforten. 20 FrancS-Stücke 16.16-1619 do. in Vi 16.12-16.16 Engl. Souvereigns 20^5—20.40 Dollars in Gold 4.16—420 Telegraphischer Eoursberlchr der Ber Oesterr. Creditactten 163.30 Oesterr. Staatsbahn-Actien 105.90 1880 40/0 Russen Oblig. 84.00 4°/o untf. Egypter Oblig. 85 60 Tendenz iner Börse vom 3 September 1888 Disconto-Com.-Antheile 225.80 Lombarden 47.10 4°/q Ungar. Goldrente 84 30 5% Gemischte Russen 97 75 : matt. Isr. Neujahrskarten in großer Auswahl, sowie nach Angabe angefertigte, empfiehlt 6849 Eduard Spier Wwe. Darmstädter Pferdemarkt-Loose Ziehung: 10. October 1888. Gewinne i W. v. 24,000 Mk. Loose ä 2 Mk- versendet die General-Aoentur L. F. Ohnacker. Darmstadt, und alle Looseverkäufer. [7019 Vermietungen. 7042 Ein Familienlogis sofort zu ver- mrethen.__________Krofdorferstraße 11. Ludwtgstratze 11. Wegen Wegzug des Herrn Actuar Funk unterer Stock per 1. Jaw'a- 1889, December I. I. zu vermieden. ^026____________G. Wortmann. 7024 Ein Familienlogis Bahnhofstr. 30 und eine Schlafstelle zu vermiethen. ' 7036 Zwei Familtenlogis zu vermiethen. 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Kellner zum Radfahrfest gesucht. 7030 Stein'S Garten. □□oaaaoaa ooaaoaaaa Q Unserem Gaftwirth Q g Philipp Rinn g Q zu seinem 49. Wiegenfeste ein drei- Q O fach donnerndes Hoch, daß der ganze n Q deutsche Hof wackelt. 7035 q (3 Klein-Linden, den 4. Sept. 1883. Q O Mehrere durstige Brüder Im Casino. Q DOQOOOQOQ osoaaoaaa 7047 Ein junger Mensch von 14—15 Jahren aus Gießen als Schreibgehülfe auf ein Bureau gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 6896 Auf 1. October ein Dienst- Mädchen gesucht. Nordanlage, Weserstraße 1 I. Zöpfe MeW AM oarontirt innerhalb weniger Wochen b. G« boauch von Pror. Gerdes Haar- ; u.varlelixir, vorzüglich. Mittel S,' zur Bcskrderungd.WachsthumI > von Schnurr- «.Backenbart, sow. Haupthaar. PrS. p. glag. nebst Gebr.-Änw. in 3 Sprachen 2 Ml. Absolut unschädl. Gegen Nackn. ob. Einsdg des Betrages allem echt bittet zu beziehen durch bU Parfümeriefabrik von G. Seifert, Dresden-Trachenberg. von ausgekämmten Haaren werden für 1 «X schön und dauerhaft gefertigt von F. Welcker, 787 Neustadt 30. Redaction: i. V. Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Rümmer enthält 1 Blatt und l Beilage, Beilage zu Jlr. 206 Öes „Achmer Anzeiger". Große 80 80 80 Tagen. on ‘Yrthrc’ bai sich als unübertroffen u. zum täglichen Gebrauch statt V ♦ Oel ob. Pomade, das staatlich geprüften. begutachtet. Tagen. Tagen. Die Reise um die Erde in Loh eng rin. Große Preise. Silvana. Große Preise. Große Preise. Freitag den 7. September: Außer Abonnement. Große Preise. Samstag den 8. September: Große Preise. Donnerstag den 6. September geschlossen. Freitag den 7. September: Neu einstudirt: Ein Lustspiel. Große Preise. Samstag den 8. September: Ein Lustspiel. Große Preise. Sonntag den 9. September: Neu einstudirt: Mutter und Sohn. (Bruno: Herr Meyer als Gast.) Große Preise. Montag den 10. September: Fatinitza. Große Preise. Vermischtes. nn. Darmstadt, 1. September. Unser städtisches Electricitätswerk geht mit dem heutigen Tage seiner Vollendung entgegen und wird im Großherzogl. Hostheater, welches morgen eröffnet wird, die electrische Beleuchtung zum erstenmale in ihrer Gesammtanlage sunctioniren. Die Bethciligung der Geschäftsinhaber ist nicht den Erwartungen entsprechend, welche man in den betreffenden Kreisen hegte, und dürste vielleicht daraus zurück,usuhren sein, daß die Anlagekosten sehr hohe sind. Außer dem Großh. Hof und der Hoshaltung Seiner Großh. Hoheit des Prinzen Alexander liegen bis jetzt 70 Anschlüsse vor. Außer einigen Restaurationen hat sich neuerdings auch das Osficiercasino und das Alicebad an der Anlage betheiligt. Eine am Donnerstag stattgehabte Probebeleuchtung eines größeren Restaurationslocals ist sehr zufriedenstellend verlaufen, während bei der Probebeleuchtung im Hoftheater bei offener Scene sich noch einige kleine Mißstände ergaben, welche jedoch aus die Gesammt-Anlage nicht von Einfluß sind. Frankfurt a. M-, 1. September. Die in Aussicht genommene Anlage einer Fernsprechleitung zwischen Berlin und Frankfurt steht noch im weiten Felde. Von wohlunterrichteter Seite verlautet, daß mindestens nach ein Jahr vergehen dürste, ehe die Anlage fertig sein kannte. = Frankfurt, 2. September. Die Kaiserin Friedrich traf gesten Vormittag mit Gefolge hier ein, frühstückte im Fürstenzimmcr des Hauptbahnhofs und fuhr sodann per Wagen nach Eronberg, um die Villa Reitz, deren Ankauf die hohe brau event. beabsichtigt, in Augenschein zu nehmen. Gestern Nachmittag traf die Kaiserin Friedrich in Homburg v. d. Höhe ein. — Auch die Fürstin Bismarck war vorgestern in Frankfurt anwesend. Sie speiste Freitag mit ihrem Sohne Wilhelm im Hauptbahnhof. , — Am 17. d. Mts. sollen die ersten Gebäulichkeiten der ehemaligen Westbahn- Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Opernhaus. Berlin, 29. August. Der Bauplatz des Reichstagsgebäudes wurde vor Kurzem vom Architectenverein besucht, der sich, nach einem Bericht in der „D. Bauztg.", von dem überaus sorgfältigen technischen Vorgehen in der Bauausführung überzeugen konnte. Das in Ziegeln hergestellte Rohmauerwerk ist zumeist bereits bis zum Dache hin aus- gesührt, die Verkleidung mit mächtigen Quadern schreitet rüstig fort. Nur die unterste Plinlhe ist in Granit und zwar in bayrischem Granit gehalten. Auch oberhalb des markig vorspringenden Sockelabschlutzgesimses klettert die Sandsteinoerkleidung streckenweise schon tüchtig aufwärts, einer der inneren Hofe aber ist nahezu vollständig fertig- gestellt. Tas Sandsteinmaierial ist ausschließlich aus deutschen Brüchen bezogen worden. Die zur Bekleidung der Wände und Decken der Vorhallen bestimmten Sorten stammen aus den Vogesen, aus Württemberg und von der Nahe. Aus dem bis jetzt Vollendeten läßt sich erkennen, zu welcher hohen Stufe der Leistungsfähigkeit das deutsche Steinmetzgewerbe sich ausgeschwungen hat. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Herstellung der Säulenhallen für die Prachthalle der Westfront aus 3,20 M. im Geviert großen und 1 M. dicken Blöcken. Durch äußere Tüchtigkeit der constructtven Durchbildung zeichnen sich auch die feuersicheren Decken aus. — sDas Praktische mit dem Traurigen verbunden.^ Ein Freund unseres Blattes überfchickt uns folgende Zeitungsannonce aus der „Magdeburger Kreiszeitung" vom 21. März 1842: „Tod meines Sohnes, des Spiegelmachers. Dem lieben Gott hat es gefallen, meinen Sohn Jakob durch einen Gußspiegel von 6 F. 8 Z. Höhe und 4 F. und 4 Z. Breite sterben zu lassen. Er wollte den Spiegel im Kaufmann Schonemann'schen Hause an der Wand befestigen. Der obere Nagel stockte schon in der Mauer, der Spiegel hung bereits, da wurde bewußter Nagel plötzlich los, er roß sich aus der Wand und ftor zte, und mit ihm der Spiegel auf meinen Sohn, dem sogleich die Besinnung schwund; die Verletzung, die er erlittete, war schauderhaft, heute gab er seinen Gast uf. Ich zeige dieses an und bitte doppelte Beileidsbezeigungen. Erstens wegen meinem Jakob, und hernachher wegen dem Spiegel, indem warum? Er will ihn noch dazu bezahlt haben! Schönemann behauptet nämlich, ich müßte den Spiegel tragen, da mein Sohn doch durch seinen schlechten Nagel an dem Storz des Spiegels mit seinem Tode schuldig gewesen sei. Ich trage ihn daher nicht, sondern das kann Schonemann. Er liegt in Scherben. Mein Sohn Jakob war 27 Jahre alt. Magdeburg, am 19. März 1842. Susanne Fädecke, Spiegel- und Glas-Luster-Fabrikantin." FleischPcpton, unentbehrliches Nährmittel für Magenkranke, Schwache u.Geneucnde.Vnn Aerztt-n verordnet. Sonntag den 9 September. ------- Montag den 10. eeptember: Die Reise um die Erde in Große Preise. Außer Abonnement. p Schauspielhaus. Dienstag den 4. September: Die Karlsschüler. Große Preise. Mittwoch den 5. September: Tilli. (Tilli: Fräulein Minow als Antrittsrolle.) Preise. Donnerstag den 6. September: Die Reise um die Erde in Dienstag den 4. September: Rigoletto. Hierauf: Ballet. Große Preise.. Mittwoch den 5. September: Tannhäuser. Außer Abonnement. Große Hose versteigert werden. A Frankfurt, 2. September. Das heutige Herbst-Velociped-Rennen Frankfurter Bicycle-Clubs war vom Wetter außerordentlich begünstigt. Dementsprechend war auch der Besuch. Alle Plätze waren dichtbesetzt und eine vieltausendköpfige Menge umstand die Fahrbahn. Unter den verschiedenen Rennen verdient das Record-Fahren besondere Erwähnung. August Lehr vom hiesigen Bicycle-Elub, welcher kurz nach einander die Meisterschaftstitel von Baden, Hannover Preußen, DeiUschland und Europa errang, hatte für das Hauptrennen (25 Runden = 10000 Meter) feinen Gegner gesunden. Der bestehende Record für die genannte Strecke betrug 18 Minuten 47*/s Sek., in welcher Zeit Louis Haage am 12. September 1886 zu Erfurt die 10 000 Meter zurücklegte. Lehr versuchte nun heute diesen Record zu verbessern und der Versuch gelang ihm in glänzendster Weise, denn er brauchte 534/s ^^""den weniger als Haage, durchmaß also in 17 Min. 55a/s Sek. 25mal die Bahn. Es ist das eine großartige Leistung. Lehr wurde auf den Schultern -um Startplatz getragen. Er errang mit diesem sportlichen Erfolg eine goldene Rernontoir-Uhr und eine goldene Record-Medaille im Werthe von 100 Jt Bet den späteren Rennen concurrirte Lehr noch zweimal und auch hier blieb er jedesmal Sieger. Lehr, der noch nicht 18 Jahre räblt besitzt eine ganz erstaunliche Ausdauer und Muskelkraft. — Im Dreirad- Hauptfahren (4000 Meter = IO Runden) wurde Louis Stein vom hiesigen R-El Erster. Der Preis bestand in einer silbernen Jardimdce und einem silbervergoldeten Ehrenzeichen. Bemerkenswerth ist ferner das Auftreten eines kleinen, kaum dem Kindesalter entwachsenen Mädchens Namens Caroline Weidenheimer aus Aglasterhausen als Kunstiahrerin auf dem Zweirad. Die^KMne löstet allerdings Ueberraschendes, namentlich wenn man ihre Jugend und ihr Geschlecht berücksichtigt. Mit der größten Sicherheit und Gewandtheit schwingt sie sich aut ihr Zweirad und springt im vollen Laufe ab. Auch stellt sie sich auf's Bicycle und fabrt munter weiter. Der Meisterfahrer von Deutschland im Kunstfahren, Herr Richard Schulz vom Hamburger B.-Cl. hals auch das diesjährige Herbst-Rennen verschönern. Er producirte sich auf dem Zwei- und Einrad und ries durch seine förmlich verblüffenden Kunststucke auf dem Stahlrad überall Bewunderung hervor. Rückwärts auf dem Zweirad sitzend, bie Hände in der Tasche, durchfährt Herr Schulz die ganze Bahn; aber damit nicht aenug, er fahrt sogar auf dem Einrad rückwärts und was das heißen will, werden die Radfahrer wohl am besten beurtheilen können. So schon Herrn Schulz Productionen Wi?n’Cbereinen ®X”“ur 3“°“»te’S«" ‘ Haarwaffl- i Münch«, b-st-ns bewert. Z.'h! um 40Hmü> 1.40. üche P»the"ung !°nd erst nach 9 Uhr' im^Z°°l°gttchen Garten durch unfern bei I. H. «°nnenstra«e._________________________________346________ Stadtcommandanten, Se. Excellenz Herrn General-Lieutenant v. Dincklage, statt, der I ein großer Freund allen Sports ist und auch heute Nachmittag säst bis zum Schlüsse j S auf der Rennbahn anwesend war. ........ Stelleirsuchende jeden Berufs placirt schnell Reuter -Bureau Model- und Waaren- Dcrsteigerung. 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