1888 Mittwoch den 4. Juli Ar. ISS Erscheint täglich mit Ausnahme des MoniagK. Dureaur Sch ulst raße 7. hiernach zu verfahren. Dr. Boekmann. Best. v. Knorr. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Politische Rundschau Gießen, 3. Juli. Es wird bestätigt, daß eine Zusammtnkunst deS Kaisers Wilhelm mit dem Czaren in nächster Zeit beoorsteht, und zwar dürfte dieselbe auf russischem Boden, sei es in Petersburg, oder an einem anderen Ort, stattfinden. Der Besuch unseres Kaisers am Czarenhof kann als Erwiderung wiederholter Besuche gelten, welche Kaiser Alexander in den letzten Jahren in Deutschland abgestattet hat. Allein es liegt auf der Hand, daß die Zusammenkunft unter den jetzigen Umständen erheblich mehr Bedeutung besitzt als die eines bloßen Höflichkeitsbesuches. Sie ist geeignet, auf eure erhebliche Besserung auch der politischen Beziehungen zwischen den beiden Landern hinzuweisen und wird damit ein wichtiges Glied in der Kette derjenigen Anzeichen, welche die Hoffnung auf eine dauernde Erhaltung des europäischen Friedens eröffnen. Als Nachfolger des Chefs der Admiralität Generallieutenants v. >Caprivi, der wahrscheinlich ein Corpscommando erhält, wird der Chef der Marinc- station der Nordsee Vice-Admiral Graf von Monts bezeichnet. Für den Fall einer Trennung der Marineoerwaltung von dem Oberbefehl über die Marine soll Prinz Heinrich mit dem letzteren betraut werden. Damit würde die Organisation der Marine wieder hergestellt sein, wie solche zur Zeit des Prinzen Adalbert bestand. Nach dem Cintritt der Aenderungen in den höchsten Verwaltungs- und Commandostellen in der Marine dürfte dann auch das eigenthümliche Stadium, welches dieselbe bisher durchlief, als beendigt angesehen werden. Die deutsche Marine hatte während ihrer Neuformation und Reorganisation bekanntlich Generäle zu Chefs gemacht. Es geschah dies theils deshalb, um die Traditionen des Landesheeres in die junge Marine zu verpflanzen, Iheils aber auch aus dem Grunde, weil die früheren höheren Offiziere der deutschen Marine meistens im Auslande ihre seemännische und militärische Bildung genossen hatten und es nothwendig erschien, zwischen ihnen und der obersten Kriegsoerwaltung so lange ein Bindeglied in der Person eines preußischen Generals zu schaffen, bis aus den Reihen der höheren Marine-Offiziere, die in der deutschen Marine ihre vollständige Ausbildung genossen hatten, ein Marine-Chef gewählt werden konnte. In der Besetzung der höchsten militärischen Commandostellen werden demnächst eine Anzahl Veränderungen eintreten, da mehrere alte Generäle aus Gesundheitsrücksichten schon längst um ihre Entlassung gebeten haben, die ihnen «der die Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III., die sich nur sehr schwer von ihren altbewährten Heerführern trennen mochten, nicht gewährt hatten. Kaiser Wilhelm H. gedenkt die Entlassungsgesuche zu berücksichtigen. Unter den Generälen, die ein Armeecorps erhalten dürften, wird neben dem General v. Caprivi, der als einer der befähigtesten jüngeren Generäle gilt, auch der General von Albedyll, der bisherige Chef des Mi- litärcabinets, genannt. In Berliner Hofkreifen vermuthet man, daß in nächster Zeit ein amtlicher Bericht über die Krankheit des verewigten Kaisers Friedrich erscheinen werde, und bringt man mit dieser Absicht eine Audienz, welche die Professoren von Bergmann und Gerhard neulich bei dem Kaiser Wilhelm hatten, in Verbindung. Wenn man sich erinnern wird, folgte der Eröffnung, welche Fürst Bismarck im Bundesrathe über den Tod des Kaisers Friedrich und die Thronbesteigung Kaiser Wilhelms II. gemacht hat, eine Kundgebung des bayrischen Gesandten, Grafen Ler- .chenfeld, welche den Empfindungen des Bundesrathes Angesichts des Todes Kaiser ichener MWH Amts- und Anzcigebiatt für den Kreis Gießen Gießen, am 30. Juni 1888. Betreffend Die Gebühren der Großherzoglichm Bürgermeistereien für ihre Thätigkeit bei Erneuerung von Mobiliarverficherungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die «rotzherzoglichen Bürg-rmirfter«i«n dt.-P.-O. dürfen öffentliche Beamte, auch wenn sie nicht mehr im Dienste sind, über Umstände, auf welche sich ihre Pflicht zur Amtsverschwiegenheit bezieht, als Zeugen nur mit Genehmigung ihrer vorgesetzten Dienstbehörde oder der ihnen zuletzt vorgesetzt gewesenen Dienstbehörde vernommen § 373 Abs. 2 C.-P.-O. und § 76 Abs. 2 St.-P.-O. findet die Vernehmung eines öffentlichen Beamten als Sachverständiger nicht statt, wenn die vorgesetzte Behörde des Beamten erklärt, daß die Vernehmung den dienstlichen Interessen Nachtheile bereiten^wurde. 8 Verfahren bei Einholung der Genehmigung der vorgesetzten Behörde im Sinne des § 341 C.-P.-O. und § 53 St.-P.-O., sowie zur Ermöglichung der der vorgesetzten Behörde vorbehaltenen Erklärung im Sinne des Betreffend: Wie oben- Darmstadt, am 23^ Juni 1888. Das Großherzoglichc Ministerium des Innern und der Justiz an die Großherzoglichen Kreisämter. Wir baden die Wahrnehmung gemacht, daß die Großherzoglichen Bürgermeistereien hinsichtlich der Gebührenberechnung für ihre Thätigkeit bei der Erneuerung von "Mobiliarversicherungen (vgl. 8 6 der Verordnung über die Versichemng der Mobilien gegen Feuersgefahr vom 11. December 1871) nicht tiprfrthrpn Mäbrend von einiaen derselben für die hierbei mit Prolongationsbescheinigung und Bealeitbencht an das Kreisamt emgesendete Anzeige § Gebühr des E l Ziffer 8 der BeL^-Kg üb« di- «ibühr-n der Bürgermeister -c. vom 21.Deeemker 1874 (für Berichte bei Mobilienverficherung) ™ t i l anieken bcffien mtete SSTdes § 1, Ziffer 5 (für Ausstellung von Scheinen, Bescheinigungen und Zeugniffe) mit 40 ^. Mit Bema hierauf bemerken wir, daß nur die letztere Gebührenrechnung als die richtige angesehen werden kann, da die erwähnte Verordnung die ^rRAthiYin eines Rerickts über die Erneuerung einer Versicherung nicht vorschreibt, und der lediglich der Form wegen erstattete Beglettberrcht nicht als em Beicht im Sinn?de?§ i? Ziffer 8 cit. zu betrachten ist, auch "die bei Prolongationen den Bürgermeistereien obliegende Thätigkeit die Erhebung der höheren Gebühr der Ziffer 8 in keiner Weise rechtfertigt. t _ .. ,, , , , . Wir empfehlen Ihnen, die Großherzoglichen Bürgermeistereien Ihres Krerses hiernach zu bedeuten. r In Vertretung: Lokales. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. Angeklagte Dietz bekennt sich in vollem Umfange der Anklage schuldig und will den- Landesoerralh aus Noth begangen haben. ^eine Ehefrau erklärt sich jedoch für ur£ Schlmstück- gchab. habe " demw.rktichenEharakter der inSta'ge fmnmenben —• 3uli. 3 m Landesverrat Hs-Prozeß gegen Dieß und (Sprtnffpn fpnnnpt betJDlüanBeflaote SJppea beharrlich einen Ä zeichnet bte Angaben Eabannes als Erfindung, beriebentlick als mH ft Z „r di-Eheirau Eabannes nach dessen Ve?ha.,un° nur °uÄAYdt unter' stutz' und mcht gewutz baß Eabannes Spionage treibe. Er habe angenommen »ak Eabannes für französische Zeitungen schreibe, habe Eabannes nnr Kn9ThV^ „LJ? BSeS*’’"*“ «S‘”Ä«tXuStaÄ5,ÄJ die 3ourn*f^nÄ,bfbel3 *8U“;ut®1raZltetCe ^'wär Ä’W“B besucht und verlies in glänzendster Weise 29° Theilnehmern liften^dn«, biefebie‘ Säfte ÄÄ&Ä’ "«ske Iibenbe", vr Manicus, hob die P-rdienste desbäntschen Königzüm«,"»»- s ellung hervor, er betonte den Charaeter der Ausstellung als den eines nordiicken UnlernehmenS, wies aus die internationale Bedeutung derselben hin und toastete auf ble,®on'0? (£er,n°^lld,en Reiche und die srcmden Souveräne^und Sta°tsbLuv?er welche das Werk aesordert haben. Kammerherr Bille toastete aus die Bresse woraus Sbnnemann von der Frankfurter Zeitung", Vachow vom Pariser Tempi" und ber rF01?!11I“r ! dankend erwiderten. Major v. SBalbt Rebtrolk von ber .?cb.QI?'c anerkennend der warmen sympathischen Theilnabme die f.*L?.Uhu'sn ?C. ,c 6c*m ~°fce Kaiser Friedrichs bekundet habe. — Abends 9 Uhr Versammlung per Dampfer nach Kopenhagen zurück und begab sich nach dem. Ä? wurbC rUn ^°°"' ,V° äU Ehr-n der Gäste eine große/Feu-7wer?°bg°^ qr Kopenhagen, 2. Juli. Die Eröffnung der deutschen Abtheiluna der bieiiren SÄ.T “ am ti- b- 'N G'g-Nwaü des KötUgs und der ^Lst! '/°n gestern^n/a!ni!bs ^lcn Generallieuteiiants von Grolmann wurde' ferner" Ärnuftonn^Odan ^-llnahmen.^°'" °U<6 btr <5»"W«flb«nt Sagasta, UAß b. Juli. Im hiesigen Schlachthaus wurden im Monat Juni er 1326Är 2eJsrhnb U? 9Ä 8 * Fasseiochsen und Kühe,. km JttnDer, - Pferde. 713 Kalber und Hammel, 499 Schweine. Ein Ochse und ein wegen Perlsucht für nichtladenrein erkannt und zwei Kalber sind wegen Magerkeit an den Eigenthumer zurückgewiesen worden. 0 _ 3‘ puIi,1n?5e“te Ickten die Mannschaften des Landwehrbataillons. nrthiP™ ^nnl iUoC T\ » aß 0e? Hebung hier ein, nachdem die Offiziere und Unteroffiziere schon im Lause des gestrigen Tages eingetroffen waren. hnrrfi roar bin herrlicher Genuß, welcher unseren Kunstfreunden durch das Gastspiel der hervorragendsten Mitglieder der König!. Oper in Cassel am ßErrgen Abend bereitet wurde und sind wir Herrn Theaterdtrector Rudolph dankbar uns die allerliebste Oper: „Der Barbier von Sevilla" in so künstlerischer Weise vorgefuhrt hat. Das total ansoerkaufte Haus war vollständig ertthusiasmirt von der nietsterhaften Aufführung. Der Sturm des Beifalls steigerte mn6ipCra^hß' fbaß $err ^bstie Einlage „In vino veritaa“ da capo singen mufete. Ebenso wurden die Herren Bartram und Schulze auf das Lebhafteste aus- gezeichnet Frl. Volz und Frl. Rieuls, sowie Herr Simon fügten.sich dem Ensemble in ber üeschlcktesten Weise. Unserer Regimentsmusik unter Leitung des König! Kammermusikus 9t a g el gebührt unsere vollste Anerkennung. Wir geben un/ber angenehmen Hoffnung hin, recht balb wieder einer derartigen künstlerischen Aufführung begegnen zu können und sind der Meinung, Herr Rudolph sei durch den glänzenden Erfolg des gestrigen Abends wohl ermuthigt, recht bald wieder bei uns zu erscheinen. . , ^^danorama Rauscher.) Mit zu den besten Panoramen, die je hier ge- jeiflt rourben, darf das in Oswald's Garten aufgestellte des Herrn Adolf Rauscher prahlt werden. Abgesehen von ber Reichhaltigkeit ber dem Auge vorgeführten An- c Drunter die Ereignisse des laufenden Jahres hervorragend vertreten, sind be- sonders die naturwahre Wiedergabe, die prächtige Perspective, die Klarheit der Bilder nicht minder aber auch die Vorzüglichkeit der Gläser hervorzuheben. Das Beschauen dieser wirklichen Sehenswürdigkeit können wir Jedermann bestens empfehlen Vermischtes. . _ Eckend erg. Im Garten des Herrn Apotheker Sartor dahier stehen iroei e was über 20 Jahre alte Prachtexemplare ber Yucca gloriosa. Von diesen bat baS augenblicklich wieder über 400 Knospen und Blüthen getrieben, nachdem dasselbe auch vor drei Jahren, wenn zwar in weniger Fülle, geblüht hatte und steht dennoch hest fePn ’dürfte" e$°nbclt unb @tdtfc nt4t "ach, was letzteres besonders eine SelteiK Mainz, 2. Juli. Rach dem Verlauf, welchen die aerichtliche llnterfnrfMinA- ber angeblichen Mordaffaire bei Mombach bis jetzt genommen bat, )u fÄ ficb bie Sache für die Angeschuldigten wesentlich günstiger gestalten als man anfänglich glauben konnte, indem die gemachten Erhebungen bie Möglichkeit nicht ausschließen daß der anfänglich vermißte und später im Wallgraben als Leiche aufgefundeve Bae/ ist D^urch die H a2l8 ^nfenntnifj des Weges in den Graben gestürzt dnb 5apr^itvl ^"gehabte Ortsbesichtigung konnte nicht constatil t werden daß Baer in -> Wasser geworfen worden, Hwar fand man auf dem Wall? unfpr« W°s "s eine jerftampfte St-ll-, btefdbe kann aber ebenso gu, von anderer' Udache hn^^bnpn nir ''^ort er Märten die Angeschuldigten übereinstimmend, daß sie das ihnen zur Last gelegte Verbrechen nicht verübt, sie hätten allerdings Den Baer f’Si 0CpSet t, Jbn über bann auf ber Brücke liegen gelassen Ln Folge des Ortsbesichtigungsbefundes sind bereits zwei der Verhafteten wieder in Rreihrk fLroorbe5-unb wird gegen bie beiden Anberen die Anklage nicht auf Mord sondern auf schwere Körperverletzung erhoben werben. ' ’ nDcrrt , ( Frankfurt M., 2. Juli. Gestern Nachmittag wurde vor dem ^aunusbabn- Hofe ein lunges, in Schwarz gekleidetes, sehr hübsches Mädchen von einem älteren «Verrn unb feinem Sohne festgenommen unb nach einer heftigen Scene veranlaßt in einer Droschke Platz zu nehmen und ihnen nach ihrem Hottl zu folgen. Unter Bei. Baugesuch des Gastwirths Johannes Spieß Geländes.^ (5WcnDcrcinö ^tzen um käufliche Ueberlaffung städtischen Ueberschreibung eines Erbbegräbnisses. Ausbau ber Ostanlage. Die Errichtung einer Badeanstalt. Telegraphische Aepeschen. Wolsf'S telegr. Corrcspondenz. Bureau. Berlin, 2. Juli. Se. Majestät der Kaiser arbeitete während der gestrigen Rachmitlagsstunden einige Zeit adern und machte bann eine gemeinsame Spazierfahrt mit Ihrer Majestät ber Kaiserin. Im Laufe des heutigen Vormittags nahm Sc. Majestät einige Vorträge entgegen unb arbeitete fobann mit bem Cioilkabinet. .., Berlin, 2. Juli. Die „9torbb. Ztg." antwortet auf bie in verschiedenen Blättern erschimkne abfällige Kritik über die Paßmaßregel in Elsaß-Lothringen folgendermaßen: Die Einverleibung Elsaß-Lothringens sei eine strategische Erwägung gewesen, ein Schutz gegen etne französische Invasion. Der Eindruck, baß bie Vogesen die Grenze hüben, müsse vertieft, die Wirkung verschärft werden. In dieser Richtung wirke ber Patzzwang, wenn auch noch nicht ausreicheub. Weitere Maßregeln werben folgen unb bauern muffen, wenn die Loslösung Elsaß-Lothringens von Frankreich systematisch er- ^ebt werben soll Das beutsche Reich laufe ben Elsaß-Lothringern nicht nach, sonbern Folgen ein Jlim der Grenze ohne Ansehung ber baraus entstehenben — Der Unterstaatsfekretär Herrfurth ist zum Staatsminister und Minister bes Innern ernannt. t . Berlin, 2. Juli. Die Akademie der Künste beging heute Mittag die Trauer- Anwesend waren der Kultusminister Goßler, die Geheirn- ^de.Greiff, Schone Wehrenpfenmg und Zöllner, die Generäle Strubberg, Grolinann mrd fast Oer gefammte Senat. Nach ber Executirung bes Trauermarsches aus dee ?hPrnPf?p°n~Bbetboven hielt Jordan die Rede, in welcher er dem Schmerze hiP fMpf*i*?bf?eta& ben ""?>s Sohnes eines Helden Ausdruck gab. Beide werde tPHftif ?p^w 1 Ct§; änsammenfaffen. Alsdann folgte eine Lebensgeschichte und Charak- b ? .P/rewiglen. Die zwei Kräfte, die den Kaiser geleitet, seien im Stande^ auch tränen bie^der b” m°‘ettc: "®'e mtt M si? m ?r und fünf Uhr kamen zwei französische Offiziere der Pariser Garnison hp/inÄi^^our'-bois über bte deutsche Grenze, riefen vier in der Stäbe auf dem Felde | s ^°tn bfr "N orddeutschen" namentlich aufgeführte) Bewohner Rezonvilles befragten dieselben nach den Namen der umliegenden Ortschaften sowie sbe\b CLl3Cn Verhältnissen. Sie sagten zu denselben: „Ihr werdet seit 1871 sehr gang. Die Aufstellung sämmtlicher mit bem „Hohenstaufen", sowie infolge der Sckn!?- verwehung über England beförderten Ausstellungsgüter ist bereits in vollem @anae w^der Vorbereitung zweifellos am weitesten. Daß Deutschland offi' ziell bethelligt unb so zeitig am Platze ist, rief in Melbourne sichtlich einen guten (?in d^uck hervor. Die Aufnahme in ber Kolonie ist eine sehr entgegenkommend? hip fn- I wohl bei ber Raulnzuweisung, wie auch bei dem Transport der Güter in die Aus- I st-llungsg-b-.ub- bd b-m Verhalten der Zvllbehörben ,u Tage trat " b‘E WÜM '"rück a^ vb bas wsau »? -SS madjiifllcn der Babn mit den Lintencammtssionen tn KarlSrub/mh «'n Dtc Mitangeklagte Ehefrau des Dietz ist beschuldigt thrcin Ebem-^e durch di-Thal Beihilfe getcistct zu haben, InbZm fic mit bem Äet‘v b« r?n iSfi(Alb Regierung verhandelte und bei der Absendung der Nachrichten bnlf h"?.. n geklagte Appell endlich ist beschuldigt, bie $1=6 bd ber äblenbmta6 *b r "utzt und die Auszahlung des Geldes an Dietz vermittelt ferner de!Eschfn^rübef"n"' a-rlheilien Eanzlisten Eabannes Beihilfe zum ^andesveriath geleistd zu haÄ Der 'S 373 Abs. 2 C.-P.-O. unb 8 76 Abs. 2 St.-P.-O. herbeizuführen, nehmen wir Veranlassung, Ihnen die Befolgung nachstehender Grundsätze anzuempfehlen: 1) Soll ein öffentlicher Beamter des Großherzogthums über Umstände, auf welche sich seine Pflicht zur Amtsverschwiegenheit bezieht, als Zeuge ober als sachverständiger Zeuge (8 379 C.-P.-O.) in einer Civilsache vernommen werden, so hat bas Proceßgericht in Ansehung ber nieberen Diener und auf Widerruf angestellten Beamten bet deren unmittelbar vorgesetzten Behörde, in Ansehung ber Communal- beamten (einschließlich ber Angestellten ber Provinzen und Kreise) bei ben Provinzial- birectionen unb Kreisämtern, in Ansehung aller übrigen Beamten bet bem für ben betreffenben Beamten zuständigen Ministerium bie nach 8 341 C.-P.-O. erforberliche Genehmigung einzuholen. Dabei sinb unter jufammenfaffenber Darstellung ber Sachlage bie Thatsachen, über welche ber Beamte als Zeuge vernommen werben soll, anzuführen unb erforberlichen Falles bie betreffenden Akten anzuschließen. 2) Soll ein öffentlicher Beamter des Großherzogthums über Umstände, auf welche sich seine Pflicht zur Amtsverschwiegenheit bezieht, als Zeuge oder als sachverständiger Zeuge (8 85 St.-P.-O.) in einer Strafsache vernommen werben, so hat a. im Dorberettenben Verfahren unb bei unmittelbaren Ladungen durch ben e-taatöanroalt (8 321 Abs. 2 St.-P.-O.) ber Staatsanwalt; b. währenb ber Voruntersuchung ber Untersuchungsrichter; o. währenb bes Hauptoerfahrens der Vorsitzende des Gerichts die Genehmigung der vorgesetzten Behörde ber Beamten in gleicher Weise wie nach Nr. 1 bad Proceßgericht in Civilproceßsachen einzuholen. 3) Soll-ein öffentlicher Beamter bes Großherzogthums in einer Cioilproeeßsach? ober in einer Strafsache als Sachverstänbiger vernommen werden, so ist derselbe in ber Labung auf bie Bestimmung bes Abs. 2 des 8 373 C.-P.-O., bezw. Abs. 2 des 8 76 St. P.-O. ausmerksam zu machen; außerdem ist darauf Bedacht zu nehmen, oaß, dringende Fälle ausgenommen, zwischen ber Ladung zur Vernehmung und bem Vernehmungstermin ein Zeitraum verbleibt, welcher bem als Sachoerstänbigerr gelabenen Beamten gestattet, bte Entschließung seiner vorgesetzten Behörde einzuholen, falls er ber Ansicht sein sollte, seine Vernehmung tonne ben bienstlichen Interessen Nachtheile bereiten. 4) Entstehen bei einer Behörbe Zweifel barüber, ob die Ablegung des- Zeug- I niffes des Beamten dem Wohle des Reiches ober eines Bundesstaates Rachlheil bereiten | würbe (8 341 Abs. 2 C.-P.-O., 8 53 Abs. 2 St.-P.-O.), bann ist bie Entscheidung des für ben oetreffenben Beamten zustänbigen Ministeriums einzuholen." Ä"5&Ä ^^°d-°-°rd„eteu-Sitzung am 2: Die Abha°L^d^^LffAN.7Mbu''^"- »Äw'ra'*S 3ak°b H°u'-r dahier um Erlaubntß zum SIÄÄÄ'**™ Bvd-nb-uutzung unb des Das Einquartierungswesen. Verpachtung ber Wieseckböschungen. Das Begiegen ber Straßen. Besprengung ber städtischen Anlagen. OueC^afferUHiinö, hier Gesuche um Anschluß an dieselbe. RNnkanal^^^ " ®a“ Erlaubntß zur Herstellung dneä ziehung von einigen Zeugen nahm man ihr dort verschiedene Armbänder, Ringe, Ohrringe, Brachen, Nadeln, Banknoten, Gold- und Silbergeld ab. Das Mädchen war die Gouvernante der Kinder einer zur Zeit in Wiesbaden weilenden Dame, und hatte sie die letztere um alle die Dinge bestohlen. Ein Zufall führte zur sofortigen Entdeckung. Von einer Verhaftung wurde, indem man Gnade für Recht ergehen ließ, abgesehen. Frankfurt, 2. Juli. Der- zoologische Garten war gestern der Zufluchtsort aller derer, welche Zerstreuung suchten, nur wenige Sportfreunde hatten sich zum Palmengarten hinausbegeben, wo gestern Nachmittag ein Velocipedfest des hiesigen Bicycle-Cubs stattfand. Im zoologischen Garten war Vormittags 20-Pfg.-Tag, dabei Bethsy's, des Ele- phanten, Jubiläum. Letzterer präsentirte sich bekränzt den Besuchern und erhielt als besondere Anerkennung dafür, daß er 25 Jahre wacker georgelt und geflötet eine gewaltige Bretzel, die er mit verblüffender Geschwindigkeit verzehrt hatte. Vormittags besuchten circa 4000 Personen den Garten und Nachmittags war der Besuch nicht viel schwächer. Carl Securius, der bekannte Aeronaut stieg nämlich um 6 Uhr mit seinem Luftballon auf und obgleich dieses Schauspiel hier schon hundertmal gesehen wurde, übt es immer wieder große Anziehungskraft aus. Die Ballonfahrt machte Lieutenant Graf Götzen als Passagier mit. Die Fahrt dauerte IV2 Stunden, wobei eine Höhe von 4700 Fuß erreicht wurde. Hinter Aschaffenburg landeten die kühnen Luftschiffer nicht ohne große Schwierigkeiten infolge des heftigen Windes. — Das Velocipedfest im Palmengarten war mehr, ein Schau- als Wett-Fahr-Fest. Die wenigen Rennen boten nur geringes Interesse, dagegen wandte sich die ganze Aufmerksamkeit des Publikums der humoristischen Nummer, Hampelmanns Ausflug mit seiner ganzen Familie nach dem Palmengarten, zu. Hampelmann ist nämlich eine typisch gewordene Figur für einen Altfrankfurter; man kann sich daher vorstellen, wie lebhaft derartige Darstellungen hier begrüßt werden. Und in der That: das Bild, das die Bicycler gestern lieferten war originell und komisch, namentlich aber Hampelmanns Gattin Scttche mit dem Hund „Neroche" auf dem Dreirad, seine Schwiegermutter, ebenfalls auf dem Dreirad und sein Dienstmädchen, welches per Dreirad die beiden Buben fortschaffte. Eine wahrhaft köstliche Figur war der in Hampelmanns Gefolge befindliche Sachsenhäuser Aepfelweingeschworene Kitzehipper, dessen Ausrüstung ebenso naturgetreu war wie sein Name belustigend ist. — Auch von anderen Ereignissen ist Montags immer zu melden, so namentlich von Schlägereien, Diebstählen und dergl. Freitag wurden zwei Mansarden-Einbrüche verübt, in der folgenden Nacht wurde in ein Geschäft in der Schnurgasse eingestiegen und die Ladenkasse geplündert. Die Diebe fanden freilich nur ca. 10 JA Leipzig, 2. Juli. Im Prozesse Schaum hat das Reichsgericht sowohl die Revision der Staatsanwaltschaft als diejenige des Angeklagten zurückgewtesen. — lieber den Brand der schwedischen Städte Sundsvall und Umea liegen folgende Nachrichten vor. In Sundsvall brach das Feuer am 25. Juni Mittags aus. Fast die ganze Stadt, die meistens aus Holzhäusern bestand, ist niedergebrannt. Verschont blieben nur die Stadttheile Norremalm und Steenhammaren. Von öffentlichen Gebäuden blieb nur ein Schulhaus stehen. Durch das Feuer sind auch die Wälder zwischen Sundsvall und Svartoik in Brand gerathen. Die allgemeine städtische Brand- kasse ist mit 7 Millionen Kronen betheiligt. Die 1650 erbaute Stadt zählte ungefähr 10,000 Einwohner, welche hauptsächlich Holzhandel, Fischerei und Schiffbauerer betrieben. Ueber den Brand von Umea wird gemeldet, daß auch diese Stadt durch ein in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni entstandenes Feuer fast ganz zerstört ist. Das Regierungsgebäude, Rathhaus u. s. w. liegen in Asche; es herrscht Mangel an Lebensmitteln. Dem Feuer war längere Dürre vorhergegangen. — Aus Gotenburg wird ferner berichtet, daß am 26. Juni in Lilla Eddet 60 Häuser abgebrannt sind. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — lieber die Schädlichkeit des Abblattens der Runkelrüben vor der vollständigen Reife entnehmen wir einer bei E. Strauß in Bonn erschienenen Broschüre: „Keine Futternoth mehr", folgende Notiz: Professor Wolff baute in Möckern bei Leipzig gewöhnliche Futterrunkeln, die er zur Hälfte vor der Ernte zweimal blatten ließ; die andere Hälfte blieb unberührt. Die abgeblatteten ergaben pro Hectar 48,246 Kilo Knollen, die nicht abgeblatteten 60,903 Kilo. Die Untersuchung ergab noch weitere Unterschiede. Es enthielten an: die abgeblatteten die nicht abgeblatteten Holzfaser .... 0,936 1,004 Asche..... 0,943 1,125 Zucker .... 4,594 5,365 Protcinstoffen . . . 9,772 1'000 Anderen Nährstoffen . . 3,201 4 024. Wasser .... 89,564 87*482 100,000 100,000 Darnach hatten 214,5 Kilo ungeblattete Rüben ebensoviel Werth als 249 Kilo der geblatteten. Die 60,903 Kilo nicht geblatteter Rüben enthielten also so viel Nährstoffe als 70,800 Kilo geblatteter Rüben, und da von den geblatteten auf gleicher Fläche nur 48,246 Kilo geerntet wurden, so ist klar, daß das Abblatten den Werth der Ernte um nahezu ein Drittel (70 gegen 48) vermindert hat. Hier überschätzt also der Landwtrth den Werth der Blätter und unterschätzt noch mehr ihre Nothwendigkcit für die Ernährung der verdickten Wurzeln, um derentwillen er die Pflanze nur anbaut. Um mit vieler Mühe 125—150 Metercentner Blätter pro Hectar mit einem Werthe von vielleicht 64 JA zu gewinnen, die ja doch nicht verloren gehen würden, bereitet man sich einen Verlust von etwa 200 JA pro Hectar! Handel nnv Verkehr. Gießen, 3. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund •* 0.95—1.00, Hühnereier pr. St. 5 2 Stück 9 H, Enteneier 5—6 Gänseeier St. 0—00 ^1, Kake vr. St. 4-7 Kasematte per St- 3 H, Erbsen per Liter 17 Linsen per Liter 28 H, Tauben per Paar JA 0.70—0.80, Hühner per Stück JA l.uO bis 140, Hahnen per Stück JA 0.80—1.70, Enten per Stück JA 1 80—2 20, Ochsenfleisch per Pfund 56—54 Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch 54—84 Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln per 100 Kilo JA 4 20—5.00, Zwiebeln per Gentner JA 9 00—12.00, Milch per Liter 12-18 H, Weißkraut Stück 00-00 H, Kirschen per Pfund JA 0,12—0,18. Frankfurt, 2. Juli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer JA 18,00—18,25 fremder JA 18,00—19,00, Roggen eff. hief. JA 14,75—00,00, fremder JA 00,00—00,00 Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JA 15,00—16,50, fremde JA 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JA 14,25—14,75, fremder JA 00,00—00,00. Frankfurt. 2. Juli. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren 490 Ochsen, ca. 17 Bullen, ca. 566 Kühe und Rinder, ca. 325 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JA 57—59, 2. Qual. JA 50—52, Kühe und Rinder J. Qual. JA 50—52, 2. Qual. JA 40—46 per 100 Pfund Schlachtgewicht. Kälber 1. Qual. 52—57 H, 2. Qual. 45—48 $ per 1 Pfund Schlachtgewicht. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde. Am nächsten Sonntag, den 8. Jult, wird statt des Nachmittagsgottesdienstes» der ausfällt, ausnahmsweise ein Gottesdienst Vormittags 8 Uhr gehalten werden. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 14, Wasser 13Vz Gr. Gießen, den 3. Jult 1888. Rübsamen. Allgemeiner Anzeiger. Ieikgeöotenes. 5460 Vier sehr gut gearbeitete polirte Nutzbaum-Bettstellen mit Roßhaar- und Federmatratzen sind wegen Mangel an Raum unter dem Preis zu verkaufen- Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 5461 Wegen vorgerückter Saison werden die am Lager befindlichen Schürzen von heute ab zu billigeren Preisen verkauft. Lachmann'sche SchÜrzenfabrik, __Bismarckstraße 6.__ Kornftroh 1 verkauft Gg. Nonr. Simon, Bahnhofstr. ! führen. 216 Chocoladen und Cacao’s der GrossL Best, KgL Prenss. u. Kais. Oesterr. Hof-ChocoL-Fabr.: Gebr. Stollwerck CÖllle 20 Hof-Diplome, 21 goldene, silberne und bronzene Medaillen. Reelle Zusammenstellung der Rohproducte. Vollendete mechanische Einrichtungen. Garantirt reine Qualität bei mässigen Preisen. Finnen-3childer kennzeichnen die Conditoreien, Colonial-, Delicateaa- and Drognon-Geschafte eonrie Apotheken, welche Stollwerck’scha Fabrikate Evangel. Gemeindevertretung. Die Mitglieder der Gemeindevertretung der evangelische« Gemeinde Gießen werden, vorbehältlich der den einzelnen Herren noch besonders zugehenden Einladung, hierdurch eingeladen zu einer Sitzung, die am Freitag, den 6. Juli d. I., Nachmittags 3 Uhr, in der Stadtkirche stattfinden soll mit folgender Tagesordnung: 1) Verpflichtung der neugewählten Gemeindevertreter. 2) Grgänzungswahl für den Kirchen Vorstand. Im laufenden Jahr haben nach Ablauf ihrer Dienstzeit aus dem Kirchenvorstand auszutreten die 6 Herren: Rentner Ludw. Bücking', Rentner Balth. Lenz, Goldarbeiter Jul. Roll, Bauunternehmer Anton Petri, Professor Dr. Thaer, Bankvorstand G. Wort' mann. Sechs Kirchenvorsteher sind also neu zu wählen. Die Austretenden sind wieder wählbar. Unter Hinweis auf die §§ 13, 18 und 38 des Kirchenverfassungs-Edikts wird bemerkt, daß wählbar in den Kirchenvorstand nur solche stimmberechtigte Männer unserer Gemeinde von bewährtem kirchlichen Sinn und ehrbarem Lebenswandel sind, welche das 30. Lebensjahr überschritten haben. Gießen, den 3. Juli 1888. Der Vorsitzende des Kirchenvorstardes: 5474 Dr. Naumann. Rähmaschinenhandlung von [5463 Th. Haubach, Bahnhofstrasse 40, ältestes Geschäft dieser Branche in Gießen. Größte Auswahl. — Billigste Preise. — Reelle mehrjährige Garantie. — Hc her Rabatt gegen Baar. Abzahlung wöchentlich von vtL 1.50 an. Sluger-Nähmaschlnen in vorzüglicher Qualität und hochfeiner Ausstattung — mit Verschluß, allen Apparaten und Verbesserungen unter 3jähriger Garantie für Güte und Leistungsfähigkeit schon für 72 Mk. Berrewttrtena anpefirtüpt in ctei ■; G w gegr: NS. - jy 1846 Message zu Jlr. 153 des „Achmer Anzeiger". Berlin. Die Beziehungen zwischen Nüssen und Franzosen müssen gegenwärtig, da die Deutschfeindlichkeit in der russischen Presse in Folge des Thronwechsels in Deutschland in den Hintergrund gedrängt wird und die Erkenntniß immer mehr Platz greift, daß man mit Deutschland vortrefflich in Friede und Freundschaft auskommen kann, naturgemäß in einer anderen Beleuchtung erscheinen. Die „Nowosti" veröffentlichen die Arbeit eines ihrer Mitarbeiter, in welcher derselbe auf Grund eigener in Paris gesammelter Eindrücke die wichtigen Fragen erörtert, was die Franzosen eigentlich von den Russen wollen, aus welchem Grunde sie Rußland bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit den Hof machen? Derselbe kommt zu folgenden Resultaten: Hinter der ganzen Russenschwärmeret der Franzosen steckt nichts als schnöder Egoismus, sie wollen mit russischem Blut Elsaß-Lothringen zurückerwerben, erstaunlich gleichgiltig sind ihnen an sich die Interessen Rußlands. Diese Erkenntniß mag denjenigen Politikern, die in sentimentalem Gefühlsdusel nationale Anti- und Sympathien zu ihrer Richtschnur nehmen, recht störend sein, aber auf die Dauer werden sie sich ihr nicht verschließen können und werden einsehen lernen, welche nackte Selbstsucht hinter den tönenden Phrasen eines Paul Deroulede oder Monsieur Millevoye sich birgt. — lieber die bevorstehende Begegnung zwischen Wilhelm II. und Alexander III. ist einstweilen über Ort und Zeitpunkt der Entrevue etwas Bestimmtes nicht zu entnehmen. Doch spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß nicht in Kiel und auch nicht in Kopenhagen die Zusammenkunft erfolgen, sondern daß Kaiser Wilhelm II. als Gast des Czars nach Petersburg reisen werde, wo er etwa Mitte Juli eintreffen dürfte. Eine Kieler Nachricht leitet aus der beschleunigten Indienststellung der kaiserlichen Nacht „Hohenzollern", zu deren Commandant Prinz Heinrich ernannt wurde, und die für den besonderen Dienst der kaiserlichen Familie bestimmt ist, die Vermuthung ab, Kaiser Wilhelm werde sich auf dem Seewege nach Petersburg begeben. Dieselbe Nachricht bringt auch der Londoner Standard, der als Datum der Abreise den 14. Juli angibt und weiter berichtet, in Petersburg würde der Kaiser mehrere Tage bleiben, während deren prächtige Feste veranstaltet werden würden. Kiel, 30. Juni. Prinz Heinrich von Preußen hat heute seine hohe Gemahlin in unsere Reichskriegshafenstadt, in ihre zukünftige Residenz, eingeführt. Der Seemann hat, seinem Berufe gemäß, seine junge Gattin aus dem Binnenlande an den Strand des Meeres gebracht. Hoffen wir, daß der Tochter des hessischen Fürstenhauses es hier recht von Herzen gefallen möge, sodaß ihr eine zweite Heimath hier erstehe, so lieb und schön wie immer nur denkbar. Was die Bürger der Stadt Kiel dazu haben beitragen können, um den ersten Eindruck, welchen die Prinzessin hier gewinnen mußte, zu einem wohlthuenden und angenehmen zu gestalten, war geschehen. Die Häuser hatten ihren Festschmuck angelegt, Ehrenpforten waren erbaut und an den größeren öffentlichen Plätzen, an welchen die prinzlichen Herrschaften vorbeifahren mußten, waren besonders hervorragende Fahnen- und Laubausschmückungen angebracht. Die Verkaufsläden der Stadt waren insgesammt prachtvoll verziert. Das Kieler Publikum, groß und klein, war schon früh zum Empfang auf den Beinen. Die Männer und Knaben hatten zumeist in dem Spalier, welches sich vom Bahnhof durch die fortlaufenden Straßen zog, Aufstellung genommen; die schönere Hälfte unserer Einwohnerschaft hatte gesucht, an den Fenstern der Feststraßen Unterkommen zu finden, um von dort dem jungen Paare herzlichen Willkomm darzubringen. Die Bahnzüge hatten heute viele Fremde hergeführt, die ebenfalls kamen, die lieben Einziehenden zu begrüßen. Ueberall erschollen jubelnde Hurrahrufe, vornehmlich beim Erscheinen des Paares auf der Rampe vor dem Bahnhof und überall gewahrte man freudestrahlende Gesichter, auf denen sich die Herzlichkeit der Begrüßung wiederspiegelte. Nachdem die Ankommenden in einer Ansprache vom Polizeimeister Lorenzen in Vertretung des Bürgermeisters am Bahnhofe begrüßt worden, worauf der Prinz in wenigen Worten dankte, begab sich Prinz Heinrich die Treppe hinunter und nahm die Parade des Seebataillons vor dem Bahnhof ab. Univerfitüt» - Ehronik. <■ L' ÄfÄ'S” ->'? «.» ”• w. «siÄ'aiä Ä6e» ioä “• M°.«„ «i. Sodann hol e der Prinz seine hohe Gemahlin, welcher inzwischen von einem klein.» niedlichen Mädchen ein prachtvoller Blumenstrauß überreicht worden war ^us d.^ Bahnhossgcbaude, worauf derselben die sämmtlichen anwesenden Stabes'»,6 m ßefteHt wurden. Die Prinzessin reichte schließlich dem Stationschef der b Ä rn’" übernommen hatte, die Hand, welche dieser küßte Prin,Leinrickb.°N! ""ng besonders herzlich den alten General der Infanterie von Tresckow bei commantnrenber mit zum Empfang anwesend war. Die Fahrt durch die Stadt nach Bellevue gestaltete sich zu einem wahren Triumßhugeni*t «nbmÄhS Hoch tonte fortwährend den Ankömmlingen entgegen Die SUaüe n^ dem Schloß, dem künftigen Wohnsitze des Prinzenpaares war mit Trtnnpn!LVOr bestr-ut, etwas weiter hinaus im Schloßgarten hatten die Schulkind» Blumen aul d^ Pfad gegeben. In dem vorläufigen Ausenthaltsort Bellevue empfing ^ne Ebrenm^ der Matrosen das hohe Paar. Die Schiffe der kaiserlichen Marine infiSÄ? 5? ch ^schmückt und salutirten. Es sind gegenwärtig anwesend- £tt Mchtschiff), Gneisenau, Moltke, Stein, Prinz Adalbert OLchulaeschwader^^d-^ Baiern, Kaiser (zum Panzergeschwader gehörend), ferner Friedrich der Ott-r, §°b-n,oltern Lu,se, schwalbe, Blücher, Ulan * (to ®r°^\ 3rcnc' Lübeck, 1. Julr. Auf Veranlassung der Lübecker Handelskammer iftinr Weiterung und wirksamen Pflege des Lübecker Grobindustriewesens cfli? aus H * gliedern bestehende Permanenz - Commission eingesetzt worden wiI 28r"J!’ Interessen der Arbeiter angelegen sein läßt und auch in d^ei-r die Itch- Thätigkeit ausgenommen hat. In der lebten ©Luna ift eineÄÄrM* bestehende Sondercommission eingesetzt worden, welche sich mit der Frage SäfHam wie aus Grund des in Lübeck fühlbar geworbenen Mangels Ä u„b Ä grbelterroo6nungen für das Wohnungsbedürfniß der Arbeiter gesorg werde? äÜ». In der Sitzung war zugleich ein diese Angelegenheit begründendes und beleuch,^«- Memorandum vorgelegt worden, dessen Darlegungen davon auäainaen hn& s 3 Interessen der Industriellen selbst der Commission kein Gebiet 0fn0nM,» r- den d-r Interesse der Arbeiter. Die Arb-iterw7hnungsbestrebunaen »ÄÄ aI5 solche, welche gegenüber einem vorhandenen großen Wohnunasmanael wort-, s° solle bei den Bemühungen der Commission gefaßt werden, den Arbeitern den Selbsterwerb dec 2Bobnunaen n, LI 5 Vorlage fordert nach Berücksichtigung der Verhältnisse Lübecks rur Arbeiter-Bau-Genossenschaft auf. Die Spefial Commissionsoll bk No?sckw^0 e.*ncr das Ersahrungsmaterial anberer Städte sichten und prüfen und don^, "rufin, richt und mit Vorschlägen an das Plenumb sTwmS Wtt Se" Mittwoch, den 4. d. M, zu Gießen sollen gegen gleich baare Zahlung durch den Unterzeichneten öffentlich versteigert werden: a) Nachmittags 2 Uhr tKirchenplatz Nr. 15 III. Stock): l Kleiderschrank, 1 Commode. Unmittelbar nach dieser Versteigerung in der früher Bramm'schen Hofraithe (Neustadt 55): 1 Nähmaschine, 1 Commode, 1 Kleiderschrank, verschiedene Wirthstische, ein Sopha, einige Sessel, 1 Secretär und sonstige Mobilien, 2 silberne Taschenuhren, 1 goldener Ring, 1 Parthie Wollewaaren und verschiedene Herren- kleidungsftücke. Beide Versteigerungen voraussichtlich bestimmt. Gießen, den 2. Juli 1888. Engel, 5451_______________Gr. Gerichtsvollzieher. Mittwoch, den 4. Juli, Nachmittags Vr2 Uhr, werden in der Flett'schen Hoiraithe dahier gegen Baarzahlung: Sopha, Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, ein Regulator, zwei Nähmaschinen, ein Stoßkarren, eine Kuh, zwei Pferde u. a. m. versteigert. Geißler, 5448_________________Gerichtsvollzieher. Montag den 9. und Dienstag den 10. Juli, Nachmittags 2 Uhr, wird das vollständige Mobiliar des Hrn. Lehrer Haas, Bahnhofstraße 33, im Hause des Herrn Sattler Friebel wegzugshalber versteigert. Es kommen zum Ausgebot : 1 amerik. Schaukelftuhl, 1 amerik. Uhr, 1 Berticow, 1 Garnitur: Sopha, Stühle, ovaler Tisch und Spiegel, Teppiche, Kommoden, zweithüriger Kleiderschrank, Photographierahmen, 2 Petroleumheerdchen, Haus- und Küchengeräthe; ferner: zwei fast noch neue Betten, Weißzeug, Bettüberzüge, Bettstellen mit Matratzen, Küchen- j schrank. Alles gut erhalten. 5365 Im Auftrag: LoutS Rothenberger, Taxator. I Aktgemeiner Anzeiger. 5411 5373 Unter hohem Protektorate von uns baar ohne jeden Abzug auszahlbar. Geißler, Großherzogl. Gerichtsvollzieher. Lacke, Farben and Material waaren j zu allen Zwecken in - besten Qualitäten toefert die ZDTogexi±La.nd.lung von Otte Sck&af, Seltersweg 39. Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs von Hessen. Hauptgewinne in Kolb: Wilhelm Attig, 9 Selter-weg v. Arbeiter gesucht. Bei dem Materialzug der im Bau begriffenen Nebenbahn Stockheim- Gedern finden fleißige Arbeiter gegen hohen Tagelohn mehrwöchige Beschäftigung. Meldungen nimmt der Großh. Baumeister Simon in Hirzenhain entgegen. Nidda, 25. Juni 1888. Großh. Baubehörde für Nebenbahnen. Stahl. 5332 । Spelzspreu I 5103 bei August Schleffinger. Inventur-Ausverkauf zu denkbar billigsten Preisen. Mittwoch -en 1. Juli I. I., von Vormittags 9 Nhr und von Nachmittags 2 Nhr an, werden im Saale des Hotel Einhorn gegen Baarzahlung versteigert: I. 2 große Stücke schwarzes und 1 Stück blaues Tuch, für Kappen- macher geeignet, 1 großes Quantum Watte, 1 säst neue Näh- maschine, 1 Ausziehtisch, 2 Stühle; D. 3L2Strohhüte,450 Filzhüte,6Cylinderhüte,914 Mützen aller Sorten, eine Anzahl Pelzmützen, Muffe, verschiedene andere Pchsachen, eine Anzahl Felle, 1 eiserne» Erkergestell für Hüte rc., 4 Reale, 108 Pappschachteln u. a. m. „ Die Versteigerung findet bestimmt statt und wird mit den Gegenständen unter I. der Anfang gemacht. Wormser „ Loose 20,000 u. 10,000 Mk ff_2Mart Ziehung garantirt ohne Verschub’Tereits^ rWlTWW ■ » _______________- _ ___ Dienstag, frSüBT“ Mark, !» für 20 Mark hier zu haben bei .Julius'Wafiach iinö * riseur Gerhard oder durch die General - Agentur Lud. Müller a. Co., Bankgeschäft und Lotterie.Bureau für alle concess. Staatslotterien lN Nürnberg, München, Hamburg und Berlin. 5030 Zleilgeöotenes. Prof. Dr. Jäger’sche Normal - Hemden, Hofen, Jacken, Socken u. s. w., in ganz leichter Sommerqualität. Dr. Lahmann’sche Reform - Baumwoll- Hemden , und -Hofen, sowie alle sonstigen Sommer- Un& empfiehlt sehr billig y Julius Schulze, 5206 Sonnenstraße 20. Grösste Erfindung der engl. Stahlfedern - Fabrikation. Gleiten mit unbeschreiblicher Leichtigkeit über jedes Papier. IZu haben in allen Papier- und Scbrelbwaarenhandlungen. 4901 la. Sachsenh. Aepfelwein im Bergbräu. 5386 5416 Ich habe im Auftrag zu verkaufen : 1 Ladeneinrichtung, 1 schönen Secretär und eine Parihre sonstige Sachen- , o H. Werner, Brsmarckftraße 8- Haffe©, reinschmeckend, roh und stets frisch gebrannt in allen Qualitäten und Preisen. — Hochfeiner großbohniger Ceylon, sehr feinschmeckend, per Psd- 1.40, empfiehlt Emil Orbig, 5275 Bahnhofstraße 30. M. Meyers Waarenhaus Seltersweg 63 453 Feinste Marmelade, Feinstes Zwetschenmus, „ Apfelkraut empfiehlt ^285 Carl Hoffmann. feinstschmeckend, empfiehlt 5283 Carl Hoffmann. 4912 Die noch vorräthigen Teppiche, Cocosläufer, Kinderwagendecken, Vorhänge u. s- w- werden zu herabgesetzten Preisen verkauft. ri , L. Mühlhausen, Westanlage 15. Ganz« Küchen- Einrichtungen ru fabelhaft billigen Preisen, Messer und Gabeln von 38 an, Eimer 70, 90 H u. s. w., «rodbüchsen, Schippchen und Besen 75 H, Schuhbürsten, 3 Stück 50 Sx, Löstelhalter mit 5 Löffeln 55 Drogerie von Otto Schaaf, Seltersweg 39, empfiehlt Brausepulver, Brauselimonadebonbons, Citronensäure, Citronenefsenz Weinsteinsäure, doppeltthls. Natron, Himbeer- säst, Himbeeresstg, Cognac, Brennholz. Buchen- und Tannenholz, in guter trockener Waare, per Meter und per Gentner, billigst bei 96 Andrea* Euler* Herrenhemden nach Maaß. | Normalwäsche. »I 76 O *O ti o 4 p p