Nr. 104 Freitag den 4. Mai 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ■*- ©urea»r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Kreis vierteljährlich 2Mark20Ps. mitBringerlohn. bkmmmmm—b___________Durch bte Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Außerordentliche Generalversammlung des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen. Bekanntmachung. Zu einer auß«rord«»tUch-» @enetal*etfammlmtg beehre ich mich die Mitglieder des landwirthschastlichen Vereins von Oberhessen auf Moatag d«a 1. Mai d. I., vormittag» 10 Uhr, in die Restauration Gühlholz (srüher Leib), Wallchorstraße in Gießen, hiermit ergebenst einzuladen. Gegenstände der Tagesordnung werden sein: 1) Berathung der neuen Statuten. 2) Wahl des Prästdenten und Vicepräfidenten. Friedelhausen, am 22. April 1888. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. Gießen, am 25. April 1888. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen a» di« Herr«» Bürg«rm«ister de» Kreise». _ , . 34 ersuche Sie, vorstehende Bekanntmachung mit dem Anfügen zur Kenntniß der Jntereffenten zu bringen, daß in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache den Vereinsmitgliedern dringend empfohlen werde, recht zahlreich zu erscheinen. Nover. Politische Ueberficht. Gießen, 3. Mai. Im Befinden de- Kaiser- hatte sich seit Sonntag Abend wieder eine geringe Steigerung des Fiebers und hiermit verbunden eine Abschwächung des Appetits bemerklich gemacht. Indessen scheint glücklicher Weise kein Anlaß zu erneuten ernstlichen Besorgnissen vorhanden zu sein, da das Bulletin vom Mittwoch Vormittag besagt, daß der Kaiser die Nacht gut verbrachte und sich am Mittwoch Morgen wohler fühlte, auch das Fieber war zu diesem Zeitpunkte nur gering. In Folge dessen hat die Kaiserin ihre auf Donnerstag angesetzt gewesene Reise in das Ueberschwcmmungsgebiet der Elbe angetreten. Das Ausscheiden Professor von Bergmann's aus dem um den Kaiser versammelten ärztlichen Collegium und seine Ersetzung durch den Wirk!. Geh. Rath Bardeleben erfährt noch immer neue Auslegungen. Es ist indessen müßig auf dieselben näher einzugehen, da der allgemeine Grund dieses Vorganges auf der Hand liegt: Es ist das gespannte Verhältniß zwischen Herrn von Bergmann und Dr. Mackenzie, das fast von dem Zeitpunkte an datirt, zu welchem ersterer zur Behandlung des Kaisers hinzugezogen wurde und die unerquickliche Preßpolemik zwischen den Anhängern beider medicinischen Autoritäten hat nur zur Vergrößerung dieser bedauerlichen Spannung beigetragen. Wie die „Kreuzzeitung" mttzutheilen weiß, hatte schließlich Professor von Bergmann in einem an Mackenzie gerichteten Schreiben den persönlichen Verkehr mit dem englischen Arzte als unmöglich bezeichnet und unter diesen Umständen erscheint der Schritt Bergmann's allerdings begreiflich. Verschiedene der Gerüchte, welche über die Unterredung der Königin von England mit dem Fürsten Bismarck im Umlaufe sind, erfahren jetzt ein Dementi. So bezeichnet jetzt die „Nordd. Allg. Ztg." in einem hochofficiösen Entrefilet die Nachricht, es sei in der Unterredung u. A. die Regelung der braunschweigischen Thronfolge erörtert worden, als aus der Luft gegriffen, mit dem Bemerken, es sei in der Audienz diese Frage nicht einmal gestreift worden. Ferner ist die Londoner „Reuter'sche Agentur" von maßgebendster Seite ermächtigt, das Gerücht, es sei zwischen der Königin Victoria und dem Reichskanzler auch die battenbergische Angelegenheit zur Sprache gekommen, als grundlos zu bezeichnen. Es muß also einstweilen dahingestellt bleiben, welche politische Punkte denn sonst in dieser denkwürdigen Besprechung zur Erörterung gelangt sein könnten, denn daß in ihr von Politik überhaupt nicht die Rede gewesen sein sollte, ist doch kaum anzunehmen. Es schließt dies aber nicht aus, daß die Zusammenkunft in ihrem überwiegenden Theile den Verhältnissen gegolten haben mag, welche dem mütterlichen Herzen der englischen Monarchin nahe liegen, wie z. B. die Ordnung der Vermögensverhältnisse der drei königlichen Prinzessinnen, ihrer Töchter. Die königliche Frau wird hierin wie in ähnlichen Fragen den Reichskanzler gewiß zu größtem Entgegenkommen bereit gesunden haben. Der so anerkennende Erlaß, welcher dem preußischen Minister für öffentliche Arbeiten und Eisenbahnwesen, v. Maybach, auf dessen an den Kaiser gerichteten Bericht über die Entwickelung und Verwaltungsergebnisse seines Ressorts seitens des Monarchen zugegangen ist, bedeutet einen eclatanten allerhöchsten Vertrauensbeweis für den Minister. Es wird in dem Erlasse namentlich warme Anerkennung für die Eisenbahnpolitik Herrn v. Maybach's ausgesprochen, die alle Hoffnungen übertroffen haben, welche von derselben für die Verkehrsverhältnifse, die Förderung der Volkswohl- fahrt, die Landesoertheidigung und die Staatsfinanzen gehegt wurden, und sich in jeder Beziehung als segensreich erwiesen habe. Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Dienstag zunächst die Eisenbahn-Vorlage in dritter Lesung und wurden in 8 1 die sämnülichen Positionen für Herstellung neuer Eisenbahnlinien, Beschaffung von Betriebsmitteln u. s. w. unverändert genehmigt. In 8 2 stellte das Haus die in der Specialberathung gestrichene Regierungsforderung von 1300 000 Mk. für Umbau, resp. Erweiterung des Bahnhofes in Spandau wieder ein, der Rest des Gesetzes wurde fast debattenlos erledigt und alsdann die Vorlage im Ganzen angenommen. Bei der nun folgenden Specialberathung der Kreis- und Provinzialordnung für Schleswig-Holstein führte die Frage der Bestellung commissarischer Amtsvorfteher, welche schon in der Commission lebhafte Controoersen veranlaßt hatte, wiederum zu einer fehr antmirten und fast die ganze übrige Sitzung ausfüllenden Debatte. Vor dem Herrenhaus war der bezügliche Paragraph der Regierungsvorlage dahin abgeändert worden, daß für den Fall, daß die höchste Verwaltungsbehörde, der Provinzialrath, die vom Kreistage getroffene Wahl des Vorstehers eines Amtsbezirkes nicht billigen sollte, der Minister des Innern das Ernennungsrecht auszuüben habe. Von der Commission des Abgeordnetenhauses war dieser Herrenhausbeschluß gestrichen worden und hatte sie dafür die Bestimmung angenommen, daß der Oberpräsident in bestimmten Fällen den Amtsvorsteher nach Anhörung des Kreisausschusses zu bestellen hat, während in der Dienstagssitzung von conservativer Seite durch Abgeordneten Allhaus die Wiederherstellung des Herrenhausbeschlusses beantragt wurde. Nach langen Verhandlungen wurde denn auch der Antrag Althaus in namentlicher Abstimmung mit 180 gegen 104 Stimmen angenommen. Am Mittwoch fand der Rest der Vorlage im Allgemeinen nach den Commtssionsvor- schlägen Erledigung. -.In-der irischen Frage ist mit dem Tadel, welchen der Papst über die Schreckensmethode der Natronalliga ausgesprochen hat, eine neue Wendung eingetreten. Die Stellungnahme des Oberhauptes der katholischen Kirche gegen die abscheulichen Ausschreitungen der irischen Revolutionäre wird 'gewiß in den Londoner Regierungskreisen nur mit Genugthuung begrüßt werden, immerhin bleibt bei dem eigenartigen störischen Charakter der Iren ,'noch abzuwarten, inwieweit das Vorgehen des Papstes auf sie Eindruck machen wird, namentlich, wenn man berücksichtigt, daß gerade der niedere katholische Clcrus auf Irland eifrig Partei für die Bestrebungen Parnell's und seiner Anhänger nimmt. Es kann indessen nicht bezweifelt werden, daß eine gehörige Geltendmachung der päpstlichen Autorität zum mindesten dem Unfuge des Boycottings steuern wird. Darmstadt, 2. Mai. Ernannt wurden: Am 22. April — mit Wirkung vom 1. April 1888 — die Gerichtsschreiber-Aspiranten Albert Ludwig Fritz zu Alzey, Johann Georg Gölz zu Lorsch, Franz Gombert zu Zwingenberg, Johannes Groh- rock zu Lorsch, Karl Heutzenröder zu Herbstein, August Kiefer zu Darmstadt, Ludwig Ko hl hey er zu Grünberg, Heinrich Lein zu Offenbach, Albrecht Lohnes zu Offenbach, Johann Heinrich Maus zu Bingen, Leonhard Pfeiffer zu Groß- Umstadt, Heinrich Schmeckenbecher zu Darmstadt, Johann Georg Franz Schnell- bächer zu Reinheim, Joseph Streuber zu Michelstadt, Karl Veith zu Gießen, Heinrich Zimmermann zu Mainz — zu Hilfsgerichtsschreibern bet den Amtsgerichten der neben den einzelnen Namen angegebenen Orte. Darmstadt, 2. Mai. sMilttärdtenstnachrichten.j Lambert, Garnison- Verwaltungs-Jnspektor in Gießen, nach Bonn, Müller, Kasernen-Jnspektor in Ludwigslust, nach Gießen — versetzt. Telegraphische Depeschen. Wolfi'S telegr. Correfpondenz-Brrrearr. Berlin, 2. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Se. Majestät der Kaiser verlieh dem Oberbürgermeister Dr. v. Forckenbeck in Anerkennung der Thättgkeit zur Unterstützung der Ueberschwemmten den Stern zum Rothen Adlerorden zweiter Classe Allerhöchstderselbe befahl weitere Vorschläge wegen der Auszeichnung Derer zu machen' die sich um die Ueberschwemmten besondere Verdienste erworben haben. — Der „National-Zeitung" zufolge befände sich unter den zu nobilitirenden Personen Professor Gneist, welchem die Freiherrnwürde ertheilt werden soll. Berlin, 2. Mai. Der Kaiser hörte Vormittags den Vortrag Wllmowski's und empfing später Besuche der Kaiserin Augusta und des kronprinzlichen Paares. — Der Kronprinz arbeitete gestern mit Wtlmowski und Albedyll, empfing den Herzog von Ratibor und wohnte heute dem Truppenexerciren auf dem Tempelhofer Felde bet. Mittags begab er sich zur Besichtigung des Gardehusarenregiments nach Potsdam und nimmt dort an dem Diner des Officiercorps des 1. Garderegiments Thetl. — Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, wird angesichts der günstigen Gestaltung im Befinden des Kaisers die Kaiserin die Reise nach dem überschwemmten Elbegebiete morgen früh antreten. — Dasselbe Blatt bestätigt die Verwundung Kund's und Tappenbeck's bet der Expedition in das Hinterland von Batanga; die Verletzungen seien indeß schon Mitte März in der Besserung begriffen gewesen und gäben zu keinen Besorgnissen Anlaß. Von Kund seien bereits eingehende Berichte über den Verlaus und die Ergebnisse der Expedition eingetroffen. Berlin, 2. Mai. Der Kaiser hatte heute einen recht guten Tag; er brachte einen großen Theil des Tages außerhalb des Bettes zu und lag den Regierungsgeschäften ob. Der Appetit und die Stimmung sind gut. Ein Wechsel des Aufenthalts ist vorerst nicht in Aussicht genommen. — Die Kaiserin reift morgen früh 71/» Uhr vom Bahnhöfe Charlottenburg nach den Ueberschwemmungsgebieten an der Elbe ab. Die Rückkehr ist auf Abends 10Vz Uhr festgesetzt. — In der heutigen Versammlung der medicinischen Gesellschaft erklärte Pro- sesior v. Bergmann unter Bezugnahme auf die Behauptung des „Britisch Medical Journal", daß, weil er zu den persönlichen und sachlichen Angriffen schweige, er bereit Richtigkeit zugebe: „Ich schweige nicht, weil ich Unrecht habe, sondern weil ich, wie jeder ebrenwerthe britische und deutsche Arzt, Vorgänge am Krankenbette nicht öffentlich bespreche." Berlin, 2. Mai. Wie die „Nordd- Allg. Ztg." mittheilt, ließ der König von Dänemark dem Kopenhagener Eomitä für die Unterstützung der deutschen Ueber- schwemmten 1000 Kronen überweisen. Das Blatt fügt hinzu, die Kunde dieser hochherzigen Gabe König Ehristtan's werde allenthalben in Deutschland mit innigem Danke unb aufrichtiger Befriebigung vernommen werben. Berlin, 2. Mai. Das Herrenhaus nahm nach einer weniger erheblichen Debatte bie Nothstanbsvorlage bezüglich ber überschwemmten Gegenbcn unveränbert an, genehmigte feiner in zweiter Abstimmung ben Gesetzentwurf über bie Abänberung ber Verfassung (Einführung ber fünfjährigen Legislaturperiobe), erlebigte mehrere Berichte über Petilisntn unb nahm ben Gesetzentwurf über bie Errichtung eines Amtsgerichts in Tirschtigel unb über bie Erweiterung bes Stabtkretses Harburg, letzteren in ber von dem Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung, an. In der nächsten Sitzung, morgen um 12 Uhr, werden die Vorlage über die Verleihung von Corporationsrechten an die zugelassenen Orden und kleinere Vorlagen zur Berathung kommen. — Das Abgeordnetenhaus fetzte heute die zweite Lesung der Kreisordnung für die Provinz Schleswig-Holstein fort und genehmigte den Paragraphen 71 (Bildung des Wahloerbandes der Großgrundbesitzer) entgegen dem Anträge der Commission nach der von dem Herrenhause festgestellten Fassung. Zu dem Paragraphen 72 (bie Höhe der Minimalgrundsteuer für die Mitglieder des Wahlverbandes der Großgrundbesitzer) wurde bezüglich des Kreises Tonbern die Vorlage der Regierung wiederhergestellt und der Rest der Vorlage nach den Anträgen der Commission erledigt. Der Gesetzentwurf betreffend die Verfassung der Realgemeinden in der Provinz Hannover wurde unverändert angenommen, ebenso der Antrag des Abgeordneten Douglas betreffend die Abhaltung von Vorlesungen über die erste Hülfeleistung bei plötzlichen Unglücksfällen, nachdem ber Kultusminister v. Goßler und ber Krtegsminister Bronsart v. Schellen- dorf sich zustimmenb zu bemselben ausgesprochen hatten. Der Antrag bes Abgeorbn. Rickert betreffenb bie Bilbung von Urwahlbezirken zu ben Wahlen für das Abgeordnetenhaus wurde nach einer längeren Debatte mit 133 gegen 120 Stimmen angenommen, obgleich der Minister v. Puttkamer denselben wiederholt bekämpfte. In der morgen um 12 Uhr stattfindenden Sitzung wird über die Vorlage betreffend die Regulirung der Weichsel und Rogat und über das Relictengesetz berathen werden. Altena, 2. Mai. Amtliches Ergebniß der Reichstagswahl. Von 21,405 Wählern erhielt Herders 8719, Langerhans 8442, v. Schorlemer 1812, Meister (Soc.) 2376 St. Also ist eine Stichwahl nothwendtg. Wien, 2. Mai. Abgeordnetenhaus. Bei der fortgesetzten Specialdebatte des Budgets wurde der Titel Cenlralleitung des Unterrichtsministeriums mit 189 gegen 53 Stimmen angenommen. (Dagegen hatten gestimmt: die Jungczechen, einige Alt- czechen, einige Mitglieder des deutsch österreichischen Clubs, der deutsche Club, die deutschnationale Vereinigung, die Demokraten unb bie Antisemiten.) London, 2. Mat. Der Kriegsminister wirb morgen im Unterhause eine Vorlage zur Vergrößerung ber Wehrmacht Englands einbringen. Rom, 2. Mai. Die Deputirtenkammer lehnte benlGefetzentwurf, betreffend die lokalen Steuern, in geheimer Abstimmung mit 248 gegen 115 Stimmen ab. Darauf begann die Verhandlung der Interpellation betreffs der afrikanischen Politik. Die Tribünen find überfüllt, die Deputirten zahlreich erschienen. Rom, 2. Mai. Weitere Meldungen über den Unfall des Kronprinzen lauten: Gestern Nachmittag wurden im Fort Tiburtino in Gegenwart des Kronprinzen Versuche mit einer besonderen Art von Dynamit unternommen, welches schwer explodirbar H und zum Transport auf weite Entfernungen geeignet ist. Die Versuche wurden vom Oberst Benedictis, welcher ben Kronprinzen im Fortificationswesen unterrichtet, geleitet. Der Divisionscommandant Oncieu, der Generalstabschef Rodicati, ein Kapitän unb ein Lieutenant wohnten den Versuchen bet. Um bem Kronprinzen bie Nicht- explobirbarkeit eines Präparates zu zeigen, das bei ben afrikanischen Truppen bereits verwenbet wird und bisher niemals zu einem Unfall Anlaß gab, wurde «Kus einem Vetterli-Gewehr nach einer mit Dynamit gefüllten Büchse ein Schuß abgegeben. Hiebet zersprang die Gelatinbüchse; Eisensplitter, theilweise 2 (Zentimeter stark, durchschlugen das Brett, hinter welchem ber Kronprinz unb bie Offiziere sich befanden. Der Kronprinz wurde von mehreren Splittern leicht gestreift, Oncieu am Arm, ein Geniekapitän am rechten Auge verwundet; Rodicati wurde vor einer Verwundung durch ein Cigarren- etui geschützt, welches den Eisensplitter aufhielt. Der Kronprinz bewahrte große Kaltblütigkeit unb Ruhe. Die Osficiere bes Forts leisteten den Verwundeten den ersten Beistand; letztere wurden sodann nach Rom gebracht. Der Kronprinz wurde nach seiner Ankunft im Quirinal sofort vom Leibärzte des Königs besucht, welcher conftatine, daß die Verwundungen des Prinzen nur sehr leichte sind. General Oncieu wurde nach seiner Wohnung gebracht. Der Kronprinz und der Kriegsminister ließen sich im Laufe des Abends über das Befinden der beiden Verwundeten wiederholt berichten. Catania, 2. Mai. Aus dem Hauptkrater des Aetna steigt eine dichte Rauchsäule auf, dumpfes Getöse scheint den Beginn einer Eruption anzukündigen. Der Himmel ist verfinstert. Berlin, 3. Mai. sPrivatdepesche.^ Bulletin von 9 Uhr Vormittags. Bei sehr niedrigem Fieberzustande ist heute das Allgemeinbefinden des Kaisers oerhältniß- mäßig besriedigend. D e r ur i s ch te s. Lich, 1. Mai. sGoldene Hochzeit.j Am letzten Sonntag feierten in unserer Nachbargemeinde Nieder-Bessingen der dortige Ortsbürger Adam Klöß und dessen Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Das allgemein hochgeachtete Ehepaar erfreut sich, trotzdem der Mann im 83., die Frau im 76. Lebensjahre steht, guter Gesundheit, so daß beide noch in ihrem Felde arbeiten. △ Mainz, 2. Mai. Dem Landtagsabgeordneten Jöst, der zur Zeit in dem hiesigen Provinzialarresthaus eine sechsmonatliche Gefängnißhaft verbüßt, ist auf mehrfache Gesuche hin von dem Ministerium gestattet worden, sich, um über die hessischen Verhältnisse auf dem Laufenden zu bleiben, im Gefängniß die „Darmstädter Zeitung" zu halten. Alle weiteren Gesuche des Herrn Jöst auf Selbstoerköstigung, Tragen der eigenen Kleider u. s. w. sind indeß abgelehnt worden. Mit Rücksicht auf ein Halsleiden wurde auf Anordnung der Medicinalbehörde von der Ausführung der gegen seine Gesinnungsgenossen in Anwendung gebrachten Hausorbnungsoorschrift ber Barlabnahme Umgang genommen. Besuche barf Jöst gar keine empfangen unb ist nur seiner Frau gestattet, ihn alle drei Monate einmal zu sprechen. — In der gestern hier stattgehabten Frühjahrsversammlung des Mittelrheinischen Verbandes selbstständiger Conditoren stand auch die Frage zur Discussion: Ist die Einführung des Befähigungsnachweises zum Betriebe des Condttoren-Gewerbes zu empfehlen? Dieselbe wurde nach eingehender Discussion mit „Ja" beantwortet, wogegen die weitere Frage auf zwangsweise Einführung von Conditoren- und Bäcker- tnnungen mit „Nein" Beantwortung fand. — Das hiesige Landgericht verurtheilte heute einen hier wohnenden Schneider aus Zollikon (Schweiz) wegen Majestätsbeleidlgung zu 2 Monaten Gefängniß. Frankfurt a. M., 30. April. Ein Mordversuch unb Selbstmord hat, wie die „Kl. Pr." berichtet, in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Bewohner Bornheims in große Aufregung versetzt. Der Hergang der sensationellen Affaire ist folgender: Zwischen dem Bornheimer Bezirksvorsteher Baumgärtner unb bem Locomotivführer der Main-Neckarbahn Speyer bestand fett Jahren tiefe Feindschaft. Speyer, ein Vater von zehn Kindern, der ganz in der Nähe Baumgärtners in der Bergerstraße wohnte, war auf diesen eifersüchtig. Seine Eifersucht wurde durch das Gerede fremder Leute genährt, die sich am Wirthstisch mit dem Locomotivfübrer öfters den Spaß machten und ihn damit aufzogen, daß Baumgärtner der Frau Speyers während dessen dienstlicher Abwesenheit den Hof mache. So grundlos diese Reden sein mochten, Speyer haßte Baumgärtner von Tag zu Tag mehr und beschloß, Rache zu nehmen. Am verflossenen Samstag kehrte Speyer von einer Tour zurück, ging zwischen 10 unb 11 Uhr t nach seiner Wohnung und bewaffnete sich mit Pistole und Revolver. Aus letzterem gab Speyer zwei Schüsse auf den Bezirksvorsteher, dem er auf der Straße auflauerte ; ab. Der erste Schuß ging fehl, ber zweite verletzte Baumgärtner leicht am Arme' ! Darauf entfernte sich der Attentäter, ber bie Schwere seiner That erkannt hatte, eiligst durch bie Enkheimer Straße nach bem freien Felb. Sonntag Morgen um 5 Uhr würbe Speyer auf bem Wiesengrunb hinter dem Buchwalb tobt aufgefunben; er hatte sich mit ber boppellaufigen Pistole in ben Munb geschossen. Der Tob muß alsbalb eingetreten sein. — Von einem an Geren Berichterstatter wirb uns gemeldet, baß Speyer in Folge von Unglucksfallen in seiner Familie fett einiger Zeit an hochgrabiger Aufregung litt, ©eine Tochter liegt seit brei Jahren zu Bett unb hat schon mehrmals am Bein operirt werben muffen. Oftmals erklärte er, daß er nicht mehr heimgehen möchte, um nur nicht das Unglück anfehen zu müffen. Hanau, 2. Mai. Heute fand vor der hiesigen Strafkammer die Schlußver- banblung gegen den Ausläufer Konrad Schuhmacher aus Roßdorf unb gegen ben Fabrikanten Jakob Knapp von hier statt. Der Ausläufer Schuhmacher ist geftänbig vom Jahre 1881 bis Februar 1888 in ca. 80 Fällen aus bem Geschäfte der Herren Backes u. Strauß dahier durch Oeffnen eines Schrankes mit nachgemachten Schlüsseln' für ca. 32,000 JL Goldabfälle entwendet und mittelst einfachen Diebstahls (Heraus- nehmen aus einem offenen Schrank) Edelsteine unb Perlen im Werthe von 2000 gestohlen zu haben. Der Angeklagte Knapp ist befchuidigt, ben rc. Schuhmacher ZU ben Diebstählen verleitet, ihm zur Ausführung berselben zwei Schlüssel angefertigt unb enblich bas von Schuhmacher gestohlene Golb gewerbsmäßig angekarift zu haben. Währenb, wie gesagt, Schuhmacher geständig ist und den Knapp als den Abnehmer des von ihm veruntreuten Goldes bezeichnet welcher ihm für ein Gramm 14karätiges Gold 1 für ein Gramm 18farätige§ A*20£ ausbezahlt habe, erklärte Knapp ganz unschuldig zu fein und nie mit bem Ausläufer berartige Geschäfte gemacht zu haben. Heute Nachmittag 2y2 Uhr würbe das Urthett verkünbet, dasselbe erkennt beide Angeklagte für schuldig und verurtheilte feden derselben nach dem Anträge des Staatsanwalts, Herrn Schumann, zu vier Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. Berlin. Die Veröffentlichung des letzten Willens Kaiser Wilhelms dürste nach der „Nat.-Ztg." sicher seiner Zeit erfolgen. Wie sie von Seiten erfährt, die Gelegenheit hatten, von dem Inhalt Kenntniß zu nehmen, wird derselbe in hohem Grade geeignet Jein, neue Einblicke 4n das Geistes- und Gemüthsleben des großen Kaisers zu gewähren Es gilt dies namentlich von den drei Codicillen, die Kaiser Wilhelm in bedeutungsvollen Stunden niederschrieb, und zwar ist das erste Codicill verfaßt in der Sylvesternacht nach dem österreichischen Kriege 1866/67, das zweite nach dem französischen Krieg in der Sylvesternacht 1871/72, das dritte Codicill in der Sylvesternacht nach den Mordversuchen 1878/79. Schon aus der Wahl dieser Daten darf auf die unaewohn- liche Natur dieser Niederschriften ein Schluß gezogen werden. , — Ein Einbruchsdiebftahl im Thomas'schen Geschäft in München ist nach den jetzt bekannt werdenden Einzelnheiten mit einer außerordentlichen Kühnheit aus- gefuhrt worden. Im ersten Stock des Gebäudes befindet sich das Seidenwaarenlager von Mayer und Hechinger, zu dem vom Vorplatze aus eine eiferne unb eine zweite boljerne Thür führt. Da am Sonntag Nachmittag bei bem herrlichen Frühlingswetter die Hausbewohner zum großen Theile nicht zu Hause waren, so scheinen bie Diebe (höchstwahrscheinlich mehrere Complicen) schon ben Nachmittag bazu benützt zu haben, bie eiserne Thüre in bas genannte. Geschäft zu sprengen. Jebenfalls thaten sie bies aber in ben Abenbstunben zwischen 8 unb 10 Uhr, um welche Zeit ein im Hause bebienstetes Mäbchen ein Geräusch wie vom Aufspringen einer Thür gehört haben will, aber glaubte, es wäre irgend ein Geräusch auf der Straße. Die Diebe hatten, obwohl die Thürpfosten nicht sehr fest sind, jedenfalls ein schweres Geschäft, die eiserne Thüre zu öffnen. Die zweite hölzerne wurde etngefprengt und um keinerlei Verdacht zu erregen, beide Thüren wieder vollständig geschlossen. Von dem Magazine aus brachen die Gauner ein Loch durch den Fußboden über bem Laben, inbem sie die Bretter des Parquets aushoben, den Fehlboden durchsägten und den Plafond einstießen. Durch das ungefähr dreiviertel Dieter lange und nicht ganz einen halben Meter breite Loch ließen sich die Einbrecher an einem Stricke in ben Laben, woselbst sie alle Behältnisse kunstgerecht öffneten unb sich Golbwaaren unb Ebelsteine von sehr großem Werthe aneigneten. Der Schaben ist ein ganz bebeutenber, man sagt, über 80,000 JL, zumal bie Diebe nur bie werthvollsten Gegenstänbe Mitnahmen. Gestohlen würben 102 Ohrringe im Werthe von 21,675 JL, 250 golbene Uhren im Werthe von 10,000«^, Brillant- knopse unb Sterne für 11,300 JL, 2 Brillantkreuze. bie einen Werth von 6300 hatten, unb außerdem noch Schmucksachen für rund 30,000 JL. Die Diebe ließen zwei Halbleere Flaschen Rothwein, sowie ein Fläschchen Oel mit Federkiel, welches sie zum Einoien ihrer Brechwerkzeuge verwendet hatten, zurück. Aus Schmuckgegenständen, welche sich durch eine eigenthümliche Fassung der Edelsteine auszeichneten und kenntlich machten, wurden die letzteren ausgebrochen, die Fassung liegen gelassen. Die Einbrecher entfernten sich auf dem nämlichen Wege, wie sie gekommen waren. Der Diebstahl wurde erst am Montag Morgen beim Oeffnen des Ladens entdeckt. Herr Thomas selbst war in Berlin abwesend und ist erst am Montag Vormittag hierher zurückgekehrt. Herr Thomas jun. befand sich in Starnberg und kam ebenfalls erst Montag früh zurück. Der gejiau ausgedachte und ebenso schlau nfte frech unb mit großem Raffinement Hurchgeführte Diebstahl muß von wirklich geriebenen Gaunern verübt worden sein, die mit allen möglichen Instrumenten ausgerüstet sind. Die Sprengungen sind wahrscheinlich mit einem sogenannten Centralbohrer gemacht worden. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß der Einbruch mit den Diebstählen in Frankfurt a. M. u. s. w. zusammenhängt und die berüchtigten Silberdiebe, deren Manipulationen ganz ähnliche waren, hier eine Gastrolle gegeben haben. Der Bestohlene hat eine Belohnung von 5000 Jt auf die Festnahme ber Diebe unb die Wiedereinbringung der gestohlenen Gegenstände gesetzt. — An einzelnen Gymnasien in Preußen ist von dem neuen Schuljahre ab das Schulgeld für alle Elasten ohne Unterschied erhöht. Nach ben Steuerungen des Cuttus- minffters v. Goßler in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 22. Februar v. I. und vom 7. März d. I. hat man darin ohne Zweifel eine Maßregel gegen den übermäßigen Andrang Unberufener zu den Gymnasien und dezw. zu den akademischen Studien zu erkennen. Die falsche Ansicht, daß das Studium ehrenvoller sei als eine Thätigkeit im wlrthschaftlichen Erwerbsleben, muß überwunden werden. Paris, 2.Mai. Bei Grenoble in der Gemeinde Puaix fand gestern ein Bergsturz statt. Eine ungeheure Felsmasse stürzte von einem 1305 Meter hohen Abgänge herab und riß die Bäume, Weinpflanzungen und Häuser mit sich. Ein Weinbauer wurde vollkommen zerquetscht, viele Häuser sind bemolirt, von einem Hause blieb nur dasjenige Zimmer übrig, in das sich die Familie des Besitzers geflüchtet hatte, die daher diesem Zufall ihre Rettung verdankte. (F. Z.) Girrgesandt. . An eine verehrliche Redaction des Gießener Anzeigers. In Nr. 102 Ihres geschätzten Blattes brachten Sie unter „Eingesandt" einen Artikel über die „gerechte" Enttäuschung, bie der neue Steuerzettel hervorgerufen habe. Dieser Artikel verdient nun im Interesse der Wahrheit unb Gerechtigkeit folgenbe Berichtigung, bie wir freundlichst bitten aufnehmen zu wollen: Das Bestreben jeber Staatsregierung unb aller Vertreter bes Volkes muß bei Auferlegung von Steuern boch bahin gehen, biefclben in gerechter Weise, b. h. nach bem wirklichen Vermögen resp. Einkommen ber Einzelnen auszuschlagen. Es wird nun freilich bieses Bestreben stets ein Jbeal bleiben, bas nie ganz erreicht wirb, bem aber trotzallebem Jeber, ber es mit bem Staate unb bem Volke wohlmeint, nach bestem Wissen unb Gewissen nachstreben muß. Daß nun hohe zweite Kammer burch Herabsetzung ber Grunbsteuer unb Beibehaltung bes seitherigen Ausschlages bei Kapital- rentenfteuer biesem Jbeale wirklich etwas näher gekommen ist, bürste aus nachfolgenden Punkten für Jeden, ber rechnen kann, klar unb deutlich hervorgehen: 1. Wer zahlt Grund-, wer zahlt Kapitalrentensteuer? Grundsteuer zahlt Jeder, der auch nur das kleinste Grundstück auf feinem Namen stehen hat, Kapitalrentensteuer Derjenige, der jährlich 100 Zinsen einnimmt, d. h. ber ein Vermögen besitzt von 3000 v*L, angelegt in SVaprocentigen beutschen Papieren. Würbe hier Gleichheit eintreten, so würben gewiß sofort 20pCt. unserer jetzigen Bauern von ber Gruncsteuer ganz befreit werben. Welche Steuer biefe 20pCi. jetzt aber bezahlen, bürste folgenbes Beispiel zeigen. Vor uns liegt ein Steuerzettel mit ®runbfteueifQpital, wovon die Grundsteuer zu 14 $ jährlich 1,14 beträgt. Der Grund und Boden, worauf > diese 8,2 Grundsteuerkapttal ruhen, hat aber nur einen Werth von 600 je 2. Jeder Kapitalist hat das Recht, seine Schulden an seinen Kapitalien abzuziehen. Er besteuert nur seine wirkliche Rente. Ganz anders beim Grundbesitz. Mag ein Bauer ganz verschuldet sein, die Schulden resp. Zinsen derselben gehen an dem Grundsteuerkapital nicht ab. Welch' eine Ungleichheit! Welcher Kapitalist würde sich so etwas bieten lassen?! 3. Wie verhalten sich eigentlich Grundsteuer und Kapitalrentensteuer zu einander? Beispiele lehren. Vor uns liegt ein Steuerzettel mit 500 Jü Grundsteuer- und 225 JL Kapttalrentensteuerkapttal. Welche Werthe stehen hinter diesen Zahlen ? Der zu 500 Grundsteuer angesetzte Grundbesitz hat nach ortsüblicher Weise einen Werth von höchstens 30 000 v4L Hinter den 225 «X Kapttalrentenfteuer steht ein 3V2procentiger in deutschen Papieren angelegter Werth von 80 000 JL Der Bauer bezahlt mithin nach dem neuen Steueraus^chlag von seinen in Grundbesitz angelegten 30000 JL eine jährliche Grundsteuer von 70 JL, der Kapitalist dagegen von seinen 80 000 JL jährlich nur 38.25 JL Dabei nun liefert das Kapital seine Rente fast ohne Mühe und Arbeit; der Bauer aber muß seine Rente erst im Schweiße seines Angesichtes dem Boden abringen. Ja es dürfte sich fragen, ob der Grundbesitz überhaupt eine Rente liefert. Die so viel gerühmte landwirthschaftliche Enquete für das Großherzogthum Hessen bat wenigstens den Beweis geliefert, daß der Grundbesitz vielfach gar keine Rente abwirst (wie ja aus dem s. Z. von Herrn Schlenke diesem Blatte betgegebenen Auszug ersichtlich war). 4. Wie stehen die Dinge beim An- und Verkauf und bei der Uebergabe an die Kinder? Der Vater vertheilt die obengenannten 80 000 JL unter seine Kinder und läßt dem Staate das bloße Zusehen; bei der Verthetlung des Grundbesitzes aber muß er zwischen 200 und 300 JC. für Stempel an die Staatskasse bezahlen. Kauft man für 3000 JL Papiere, so bekommt der Staat an Stempelsteuer — 20 für einen Grundbesitz von 3000 mit seinen 14 H oder der Kapitalist mit seinen 17 H? Wir überlassen die Beantwortung ruhig jedem ver- » Künftigen Menschen und meinen nur, die hohe zweite Kammer hätte einen gerechten I Beschluß gefaßt. Handel und Berk ehr. r. ,, ~ Aus Anlaß der in diesem Sommer in München stattfindenden drei Aus- Ubuungen gibt dre Hessische Ludwiqsbahn von ihren Hauvtbahnhöfen Bingen, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Franksurt-Ostb., Hanau und Limburg in der Zeit vom 15. Mai bis Ende September nach München Rückretsekarten zweiter und dritter Elasse mit vlerzehntägiger (statt fünf- bis sechstägiger) Gültigkeit zu den Preisen der gewöhnlichen Rucksahrtkarten aus. dc£ntmbAur9' 2* Mai. Rother Weizen pro Malter JL 16 45, weißer Weizen 10-95- Gerste JL 9-90, Hafer JL 7.30, Erbsen 00.00, Kartoffeln JL 0.00. «« ^raü!Iurt' 21 Mai. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Matter Jt 6.00—7.00, das Gescheid 00--Eier das Hundert JC. 0.00—0.00, das „A^utter im Großen JL 00.00—00 00, im Detail das Pfund JL 1.00 bis L10, Weißkraut per Stück 00—00 4, Rothkraut per Stück 10—50 Kohlrabi A^Diück 0-0 Ochsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 35-60 35—50 Schweinefleisch 60—70 H, Hammelfleisch 50—60 1 Hahn 0.00—0.00, 1 Huhn JL 000—0.00, 1 Ente Jü 0.00—0.00, Gans Pfund UO—004, 1 Taube 00-00 4, Welsche 0 00—0.00. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesetlschsst. Freitag Abend 6$° Uhr, Samstag Vormittag 809 Uhr, Samstag Nachmittag 330 Uhr, Samstag Abend 895 Uhr- Kirchliche Anzeigen der evsngel. Gemeinde. Heute Donnerstag Abend 8 Uhr: Missionsftunde in der Kirche, die deutfch- eoangelifche Mission in Ostafrika; Pfarrer Schlosser. Es wird geläutet werden. Cisenbahn-Directions-Besirk i Hannover (Königliches Eisen dahn-Ketriebs-Amt (M -W.-H). Bekanntmachung. Samstag, drn 5. Mai 1888, werden die Gräsereien an den Bahnböschungen zwischen Lollar und Gießen auf eine Reihe von Jahren öffentlich meistbietend verpachtet. Zusammenkunft 8Vz Uhr Vormittags am südlichen Ende des Bahnhofs Lollar. Gießen, den 2. Mai 1888. 3777 Königliche Bahnmeisterei 14. Dienstag, den 8. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden auf vormundschaftlichen Antrag im I Kohler mann'schen Hause, Sand« ■ gaffe 64, die zum Nachlasse der M a rt in ' Kohlermann's Wittwe gehörigen Mobilien, als: ein Sopha, Stühle, ■ zwei Betten, Kommode, Konsol, t Waschtisch, Weißzeug, Küchen- und ' Hausgeräthe versteigert. In Auftrag: 3784 ? F. Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Montag, den 7. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bramm'schen Saale, Neustadt 55, zu einer Hinterlassenschaftssache \ gehörige Möbilien, als: zwei Küchen- schränke mit GlaSaussatz, ein großer Spiegel, Tische, ein Nähtischchen, Stühle, eine Blumenbank, ein Blumenkorb, Bettstellen, Bilder, eine , Kommode, eine Nähmaschine, ein s Comptoirvult mit zwei Schränkchen, einige Christofflesachen, eine ; säst neue Standuhr, zwei Lenz- - kirchener altdeutsche Itegu- j lateure, eine kleine schöne Wand- ; nhr, sowie sonstiges HauS- und Küchen- i geräthe rc. versteigert. 3788 \ In Auftrag: { F. Hoffmann, Ortsgerichtsmann. ? Freitag, den 4. d. M., \ Mittags 2 Uhr, werden in meinem Bureau versteigert: 1 Secretair, j 1 Schreibtisch, 2 Verticow, j 1 Sopha, 1 Nähtischchen, 1 Kommode, ? 1 Taschenuhr mit Kelte u. Medaillon. Gießen, den 3. Mai 1888. ' [ Bühner, 3792 Gerichtsvollzieher. Ieilgeöotenes. Ein zugfestes, fehlerfreies Chaisen- pserd, welches sich auch zum schweren Fuhrwerk eignet, verkauft billig / Adolph Noll, 3774_____________Commerzienrath. Rvmcrbrunncn Wasser zu haben bei JFerd. Drehes, i 3794 Marktplatz 21. k Allgemeiner Anzeiger. „Nordstern“. Berlin W. 41, Kaiserhofstrasse 3. Ledens Versicherung, Leibrenten-Versicherung, Versicherung. UnssII- 2888 Versicherungsbeftand Ende 1887 . . . . . . .X 75 964 942 Summe der Activa ......... 17 773 804 Billige Prämien, liberalste Versicherungs-Bedingungen, Kriegsverficherung, auch für Berufs-Soldaten, ohne Zusatzprämien vom Beginn der Versicherung an. Giessen. Gustav Gerhardt. J. H. 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Mai, Nachmittags 2 Uhr, vom Sterbe- hause (Bahnhofstrasse) aus. 3798 Aermietyungen. 3783 Ein kleines Familienlogis zu ver- miethen.Neustadt 33 III. rühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage Anzeige. Unterzeichneter beabsichtigt, nächsten Sonntag, den 6. Mai, einen Vortrag im Saale des Herrn Thörner zu Kloster Arnsburg über seine Reiseerlebnisse in Palästina, Egypten, Spanien, die Stiergefechte in Sevilla u. s. w. zu halten und ladet hierzu das geehrte, Publikum der Umgegend freundlichst ein. Wohnbach, den 2. Mai 1888. 3780 Pfeifer IV. Heute verschied sanft nach kurzem Leiden unser innigst geliebter Vater, Bruder, Schwager und Onkel . 2813 Zu Ende Mai nach Straßburg u E. gesucht: eine selbstständige Köchin, die sich auch jeber Hausarbeit unterzieht, sowie ein erfahrenes Mädchen, das- waschen, bügeln und etwas nähen kann, und die Pflege eines einjährigen Kindes übernimmt. Zu erfragen bei Frau Gg. Heinr. Schirmer sent, Wallthorftr. 48. 3770 Ein kleines Logis zu vermiethen. ___Rittergasse 23. 3772 Ein kl. Logis zu vermiethen bei Heinrich Schmidt II., Grünbergerstr. 3773] Zimmer, Küche und Kammers vermiethen. I. Schmütker. Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten theilen wir mit, daß unser langjähriger treuer Schäfer P. Schneider I. 65 Jahre alt, nach kurzem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Die Beerdigung findet Freitag den 4. Mai, Nachmittags 2 Uhr, statt. 3785 Zu zahlreicher Betheiligung bei der Beerdigung ladet ein die obere Schäferei-Gesellschaft Steinbach. 3789] Familienlogts. /4 Zimmer und Zubehör, Wallthorstraße 21, per 1. Juni oder 1. August zu vermiethen.___________ Für Friedhöfe. Grabplatten in hochfeinster Ausführung, exacte Schriften, liefert 3371 Carl Punge, ___________Porzellan-Malerei. 3402 Ein junger Mann aus guter Familie findet in einem Eiferiwaaren- gefchäfte unter günstigen Bedingungen Aufnahme als Lehrling. Zu erfragen in der Expedition d. Bl. 3426 Ich suche zu kaufen: junge Ziegenfellchen zu hohem Preis. A. Kretzfchmar, Gießen. Ich nehme hierdurch die gegen den Weichenwärter Rau dahier am 30. v. M. ausgesagte Beleidigung, weil unwahr, zurück. Großen-Buseck, am 2. Mai 1888. 3778 Heinrich Wagner XIV. Vermischte Anzeigen. 3790 Ein Student ertheilt Nachhülfe, ev. gegen freie Station. Offerten unter R S. 20 an die Exped. d. Bl.__________ Gesucht ein hübsches Zimmer in gesunder Lage (nicht parterre). Offerten sofort an die Expedition d. Bl. 3771 Ein junges Mädchen tagtzüber gesucht.__Alicestraße 13 IV. 3776 Eine kleine Familie sucht ein braves reinliches Dienstmädchen, das die Hausarbeit versteht. Zu erfragen in der Exved. d. Bl. 3704 Für einen Vertrauensposten wird ein junger Mann aus guter Familie gesucht. Schöne Handschrift erforderlich. Selbstgeschriebene Offerten besorgt die Expedition d. Bl.________ Ein Eisschrank zu kaufen gesucht. Offerten mit billigster Preisangabe unter F. N. in der Expedition d. Bl. niederzulegen._________________3786 3787 Ein gelernter Kaufmann, in allen vorkommenden kaufm. Arbeiten bewandert, sucht stundenweise Beschäftigung zur Bei- hülie von Buchführung und Korrespondenz. Auch wäre derselbe gerne bereit, eine Stelle | auf einem Bureau anzunehmen, in welcher I er ganze Vor- oder ganze Nachmittage regel- I mäßige Beschäftigung fände Gef. Offert. , unter W 15 an die Exped. d Bl. erbeten. I . . Redaction: ReichSbank-Disconto 3% 2. Mai 1888. Franks Bank-DiIconto 3"/,. 4% Preußische Eonsols 107 30 3V2O/0 do. 10100 4% Nassauer Oblig. 101.00 4% Bayerische Oblig. 106.50 4% Badische Oblig. 105 10 4% Hessische Oblig. 10670 4% Franks. Hypothbk.-Pfcmdbr. alte 101.00, neue 102.20 3WV0 do. 97.30 4,/?% Franks. Landwsch. Ereditbk.- Oblig. 103.00 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 1(12.50 31/b°/o do. 97.50 5% Buderus Oblig. 104.00 3,/a°/o Solms-Braunf. Oblig. 95.00 4°/o Gießener Oblig. 103.80 4% Oesterr. Goldrente 88 50 4V5% Oesterr. Silberrente 64.50 5% Portugiesen Oblig. 97 60 Darmst. Bank-Actten 140 30 Geldforten. 20 Francs-Stücke 16.09—16.13 „ , do. in Vi 16.09-16.12 Engl. Souvereigns 20.27—20.32 Dollars in Gold 4.16—4.20 Telegraphischer Eoursbericht der 8 Oesterr. Ereditactien 140.50 Oesterr. Staatsbabn-Actien 94.37 1880 40/0 Russen Oblig. 78.60 4% unif. Egypter Oblig. 31.25 Tenden Serliner Börse vom 3. Mai 1888. DiSconto-Eom.-Antheile 192 90 5% Italiener ' 95.00 4% Ungar. Goldrente 78.10 5% Gemischte Russen 91.37 r: fest. 3690 Suche auf sofort einen tüchtigen Fuhrknecht für 2 Pferde gegen hohen Lohn. Fuhrunternehmer Konrad Weller, Haiger bei Dillenburg. Herrenstrohhüte werden gewaschen, gefärbt und faconnirt. 2924 C. L. Gail, Seltersweg 22. ZZeilage zu Ar. 104 des „Mchener Anzeiger". Verwischt«». Capitän: Wenn möglich, Nichts ist Herrn Corpora!: Capitän: ,Nachgerade fängt mir aber das Postenstehen wirklich langweilig zu ,Jch werde Sie in wenigen Minuten ablösen lassen." Corporal: Dumanet: werden an." Corporal: alles in schwarzen Hosen. Und daß die Knöpfe gut angenäht sind. Beautendon unangenehmer als Jacquettes ohne Knöpfe." „Hat er sich darüber schon einmal beschwert?" „Ja, neulich traf er zwei Leute auf der Straße, die keine Knöpfe an — sDie französische Armee unter Freycinet.] Allen noch vernünftig über die Zukunft der Armee denkenoen Franzofen erscheint die Ernennung eines Civillsten zum Kriegs Minister als der Anfang zur vollständigen Entwerthung derselben. So carriktrt „Figaro" die voraussichtlich bald in der französischen Armee zu erwartenden Subordinations-Verhältnisse wie folgt: (Inneres einer französischen Kaserne. Dank dem neuen Kriegsminister herrscht in derselben eine außerordentliche Thättgkeit. Personen: Ein Capitän, Corporal Arthur, Soldat Dumanet, ein Bursche des Capitäns, ein Waffenmeister). Corporal (in die Kaserne tretend): „Warum steht denn kein Posten vor dem Thor?" Dumanet: „Ach, der will nur mal ein Viertelstündchen im Lesezimmer die neueste Zeitung lesen." Corporal: „Danke Ihnen sehr für die Auskunft, Herr Dumanet. Aber wollten Sie nicht vielleicht die Güte haben, so lange Posten zu stehen, bis Ihr Herr Kamerad wieder herauskommt?" Dumanet: „Ich habe, offen gesagt, keine große Lust dazu. Ich schlendere hier so bequem im Hausrock und Pantoffeln herum, jetzt nun wieder die eklige, unbequeme Uniform anziehen!" Corporal: „Bitte, Herr Dumanet, thun Sie mir den Gefallen und stehen Sie so lange Posten, bis Ihr Kamerad die Zeitung ausgelesen hat." Dumanet: „Nun Ihnen, Herr Corporal, zu Gefallen, will ich es thun. Aber es regnet ja!" Corporal: Nehmen Sie den Regenschirm dort, dann schadet Ihnen der Regen nichts. Hier haben Sie auch eine Cigarre, die Sie sich anstecken können." Dumanet: „Danke! Ich werde also den Posten so lange vertreten." Corporal: „Tausend Dank, Herr Dumanet! Der Kriegsminister wünscht, daß wir Soldaten höflich, liebenswürdig und versönlich miteinander sind. Er selbst ist uns in dieser Beziehung sein Lebelang ein leuchtendes Vorbild gewesen. Jetzt ist unsere Armee eine feine Armee. Wir können uns dazu gratuliren." Capitän (tritt ein): „Entzückt, Herr Corporal Arthur, Sie zu sehen. Bitte, haben Sie die Freundlichkeit, meinen Burschen zu rufen." Corporal: „Mit Vergnügen." (Ruft. Der Bursche kommt.) den Jacquettes hatten. Da war er recht mißgestimmt. Kommt so was noch einmal vor, sagte er zu den Beiden, so erhaltet Ihr kein Dessert zum Diner." Waffenmeister (eintretend): „Ich erlaube mir, die neuesten Zeitungen zu überbringen." Capitän (zum Corporal): „Wohlan, mein Freund, empfehlen Sie Ihren Herrn Soldaten dringend, die neuesten Parlamentsreden genau durchzulesem Ich möchte gern die Ansicht der Herren Soldaten über die dreijährige Dienstzeit hören." Corporal: „Die Herren Soldaten finden sämmtlich, daß drei Jahre Dienstzeit schrecklich lang ist." Capitän: „Ich werde die Angelegenheit demnächst genau mit ihnen besprechen. Es liegt mir sehr viel daran, die Urtheile meiner Leute Herrn Beautendon mtttheilen zu können. Apropos, als ich gestern um 10 Uhr Abends nach der Kaserne zurückkehrte, brannte noch Licht auf einer Stube." Corporal: „Ja, das ist beim Herrn Füsilier Piston von der 6. Compagnie. Der hat die Gewohnheit, noch längere Zeit im Bette zu lesen, weil er sonst nicht ein- fchlafen kann." Capitän: „So? Ja, dann ist es was anderes. Er soll sich aber wenigstens mit dem Licht in Acht nehmen." Dumanet (ruft herein): „Herr Arthur!' ' Was beliebt?" Bursche: „Mit Freuden, mein Herr!" Capitän: „Also, Herr Beautendon bittet uns, die Güte zu haben, ihm heute Nachmittag ein Stündchen zur Besichtigung des Regiments bewilligen zu wollen. Seien Sie so gut, meinen schwarzen Anzug sauber zu machen und mir eine weiße Cravatte zu besorgen. Herr Beautendon hält etwas auf guten Anzug." Corporal: „Das will ich gleich meinen Leuten mittheilen." .Die Unterofficiere kommen im Ueberrock, die Leute in Jacquettes. Aufgepaßt, ihr Obstziichter! Des Winters Bann ist gebrochen; wohl streicht hier und da noch ein rauher ^ufirug über die sich allmahlig mit üppigem Grün bedeckende Flur, aber mehr und mehr erschließt sich das Erdreich dem Einflüsse, welchen die warme Frühlingssonne auf Alles ausubt, was da lebt und webt. Durch die linde Wärme geweckt und berbei- gezogen, erscheint ein altbekannter lieber Freund nach dem andern, um uns zu verkünden, daß die Lenzzeit, die blüthenreiche, sangesfrohe, wiedergekehrt ist. Aber auch unter Dem finsteren lichtabgewandten Gesindel der Feinde des Menschen und seiner Schützlinge beginnt es lebendig zu werden. Aus düsteren Schlupfwinkeln kommen sie alle hervor, um beutegierig über dasjenige herzufallen, was bestimmt sein soll uns ru ?U^:Jllnt,.lne^rfrccuen- Unsere heutige Absicht geht deshalb darauf aus, zLr nach- drucklichen Bekämpfung eines der gefährlichsten Widersacher desjenigen Theils unserer Wohl ahrt aufzufordern, welcher durch die Pflege und Erhaltung eines gesunden Obstbaumbestandes bedingt ist. Dieser Feind, dessen Wirkung eine zwar langsame dafür aber umso sicherere ist, je ungehinderter man ihn schalten und walten läßt, ist die Apfelblut- und Wolllaus, ein zur Gattung der Blattläuse gehöriges, und wie alle diese, binnen kurzer Zeit sich ins Unglaubliche vermehrendes Insekt. Es beginnt seine verderbliche Wirksamkeit an den vernarbenden Wundstellen des Stammes und der Asttheile. An derartigen Plätzen haust es gegenwärtig noch in kleinen Kolonien unter einem wolligen Neberzug (daher der Name Wolllaus!), welcher seinen Körper bedeckt und schützt. Zerdrückt man mit dem Finger dieses wie ein Flöckchen Wolle aussehende Gebilde, so nimmt die betreffende Stelle jene rothe oder rothbraune Färbuna an, welcher das Insekt seine Bezeichnung als „Blutlaus" verdankt. In den Insassen solcher Kolonien hat man zweifellos die Jahresgeneration der Blutlaus zu erblicken welche so lange noch leicht zu bekämpfen ist, als sie auf solche Art in Erscheinung tritt' Um die Kolonien zu rerstören und ihre Bewohner der Vernichtung preiszugeben genügt es, wenn man die geschilderten wolligen Plätze mit einem rauhen Tuche zerreibt und sie nach einer sorgfältigen Reinigung durch Auskratzen mit einem Anstrich von Kalkmilch — Aetzkalk in Wasser aufgelöst — wiederholt überzieht. Wie man sieht, ist es keine schwierige oder sehr zeitraubende Arbeit, welche dazu gehört, einzelne Niederlassungen der Blutlaus zu vertilgen. Aber wehe denen, die es aus Unverstand oder Nachlässigkeit versäumen, einige Vietelstunden ober Stunden auf sie zu verwenden! Mit fabelhafter Geschwindigkeit setzt sich dann eine neue Kolonie nach der anderen auf dem Baume fest; die Aeste älterer Zweige genügen der Gier der Blutläuse nicht mehr, nach dem Maitrieb haben sie sich schon auf den Zweigen eingenistet. Und ist es ihnen erst gelungen, in den mit Vorliebe aufgesuchten lichtaba?- wandten, beschatteten Zweigen ein Asyl zu finden, dann ist ihre Vertreibung vollends unmöglich. Der angegriffene Baum ist in solchen Fällen unbedingt verloren. Manch' Einem mag es schwer glaubhaft dünken, daß ein so kleines Insekt, wie die Blutlaus es ist, an einem mächtigen Stamme solches Unheil anrichten könne. Aber deshalb bleibt die Sache nicht minder wahr. Der Schaden, den das Tbier bei seinem massenhaften Auftreten an dem Baume verursacht, ist ein doppelter: Erstens erhält es sich selbst üon I A iikmi f alter Bücher u. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die J. Ricker’sche Buchhandlung Giessen. 2556 Eine sehr freundliche Gartenwohnung von 4 Zimmern, Küche rc., eo. sofort zu vermiethen. _________ Marburgerstraße 20. .3708 Wegzugshalber eine schöne Fa- milienwohnung, 5 Zimmer mit Wasserleitung und allem sonstigen Zubehör, per 1. August, auf Wunsch auch früher, zu vermiethen. Näheres Wallthorstraße 15. 3703 Freundliches Familienloqis zu vermiethen. Löwengasse 9. 3706 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. Wolkengasse 24 II. 3636 Ein möbl. Parterre-Zimmer zu vermiethen. Neuenweg 40. 3711 Ein Zimmer mit ober ohne Ka- binet für einen Herrn ober für eine Dame zu vermiethen. ___________Sonnenstraße 3, Mansarde. 3073] Fr. möbl. Zimmer mit Kabinet und kl. Zimmer zu vermiethen. Marktplatz 2. 3067] Fein möblirtes Zimmer mit Cabiner zu vermiethen bei ___________F* Holberg, Kirchenplatz. 3061] Möblirtes freundl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Sonnenstr. 25. 2659 Ein möbl. Zimmer m. 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