Kr. SS Erstes Blatt. Sonntag den 4. März WA Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. B«rea»r Schulstr°b° 7. Erscheint täglich mtt Ausnahme d-s M-nt-gs. g2 Amtlicher Hßeit. Gefunden: 2 Taschentücher 1 Messer, 1 Theil einer Vorstecknadel, 1 Paar Handschuhe, 1 einzelner Handschuh, 1 Schulbuch, 1 Kinder»! 50 Mark (gefunden auf dem Viehmarkt am 18. Januar L I.) Gießen, am 3. März 1888. Großherzeglicher Polizeiamt Gießen. Fresenius. Politische Ueberfkcht. Gießen, 3. März. Der Bundesrath genehmigte in seiner am Donnerstag abgehaltenen Plenarsitzung Das Socialistengesttz in der Reichstagssaffung und stimmte den mit Guatemala, Honduras und Ecuador abgeschlossenen Verträgen zu. Das preußische Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstag die Specialberathung des Etats beim Etat des Cultusministeriums wieder auf. Die Einnahmen wurden debattelos bewilligt, dagegen entspann sich beim Tit. 1 der Ausgaben (Mnistergehalt) eine Erörterung allgemeiner Natur, welche die ganze Sitzung ausfüllte. Abg. Rickert brachte die unverblümte Agitation der Schulorgane zur Erzielung regierungsfreundlicher Wahlen bei den letzten Reichstagswahlen zur Sprache , wobei der freisinnige Redner eine Reihe von Einzelfällen anzog. Z>m gegenüber betonte der Cultusminister Dr. Goßler in seiner Erwiderung, daß nach fein ec Anschauung der Lehrer wie jeder andere Staatsbürger das Recht habe, seiner persönlichen Ansicht bei den Wahlen Ausdruck zu verleihen, also auch bei der Septennatssrage. Weiter erwähnte der Minister der Angüsse, denen er fortwährend von verschiedenen Seiten her ausgesetzt sei und erklärte er mit Entschiedenheit, er werde sich durch dieselben in seiner Amtsführung nicht wankend machen lassen. Seitens des Abg. Dr. Windthorst wurden verschiedene Klagen erhoben über die angeblich zu geringe Berücksichtigung der katholischen Interessen in der Cultusoerwaltung und kam dann der Centrumsführer auch auf die Angelegenheit der Kirchenvermögens-Verwaltung zu sprechen, womit Die Debatte allmälig auf das kirchenpolitifche Gebiet hinüderspielte. Die Discufsion streifte allerdings nochmals die Frage der Wahlagitationen, entwickelte sich aber bann zu einer regelrechten Culturkampsdebatte, wobei es namentlich wiederum zwischen dem nationalliberalen Abg. v. Eynern einer- und den Centrums-Abgeordneten v. Schorlemer und Dr. Windthorst anderseits zu einem scharfen Wortgefecht kam, das in einem Austausche gereizter persönlicher Be- mcrkungm endete. Herr Wilson, der „Ex-Schwiegersohn der Republik", ist vom Pariser Zuchtpolizeigerichte in seiner bekannten Ordens-Affaire zu zwei Jahren Gesängniß, 1 3000 Frcs. Geldbuße und Verlust der Ehrenrechte auf fünf Jahre verurlyerlt worden. Dieses strenge Urtheil könnte in Anbetracht der Proceßocrhandlungen, die äußerlich gerade nicht einen so ungünstigen Verlauf für Wilson genommen hatten, eusigernwßen überraschen, wenn man eben nicht berücksichtigte, daß verschiedene Momente -ufammengenommen Herrn Wilson schwer belasteten. Die öffentliche Meinung hatte den Schwiegersohn Grevy'S längst verunheilt und somit entspricht der Ausspruch der Geschworenen nur der Äolksmeinung. In der Begründung des Unheils heißt es, Wilson habe das öffentliche Rechtsde- wußtssin und die öffentliche Moral verletzt. In Rom kam er am Donnerstag zu einem Arbeiter-Exceß, der an die Londoner Crawalle erinnert Mehrere Hundert beschäftigungsloser Arbeiter wollten sich nach dem Capitol begeben, am Arbeit zu verlangen, die Polizei verhinderte indessen die Manifestanten am Ueberschreiten des Capitol- platzes, in Folge dessen es zwischen beiden Parteien zu einem heftigen Zusammenstöße kam. Hierbei wurden einige Schutzleute durch Steinwürfe verletzt; die Polizei zerstreute schließlich die Arbeitermaffe, nachdem verschiedene der Ruhestörer verhaftet worden waren. Der stellvertretende Bürgermeister von Rom sagte einer Arbeiter-Deputation die Anordnung öffentlicher Bauten durch die Stadtverwaltung zu. Die „Risorma" bezeichnet das Gerücht, der italien-sche Botschafter in Paris, Graf Menabrea, beabsichtige, wegen des Ntchtzustandekommens des ttalienifch französischen Handelsvertrages von feinem Posten zurückzutreten, als gjtnzlick unbegründet. Suf Die russischen Vorschläge hinsichtlich Bulgariens haben nun, wie ^Reuter s Bureau" erfährt, sämmtliche Mächte geantwortet. Das genannte Bureau meldet, Rußland habe nicht eine Collectwerklärung der Mächte, sondern von jeder derselben eine seinen Schritt m Constantinoprl unterstützende Er- j klärung gefordert. Die englische Regierung habe sich nun, wie es heiße, da- ! hin geäußert, daß sie dem Sultan n'.chl anrathen könne, irgend einen Schritt zur Entfernung des Prinzen Ferdinand zu unrerneymen, ohne vorher aus, reichende Maßregeln für die Regelung der bulgarischen Sache nach der Ad- reife des Prinzen Ferdinand vorgeschlagen zu haben. — In diesen „aus* reichenden Maßregeln" liegt aber eben der bulgarische Hase im Pfeffer und so wird denn vcrmuthlich der mit so großem Lärm elngekitete diplomatische Feldum gegen den Coburger im Sande verlaufen. Deutschland. nn. Darmstadt, 2. März. sZweite Kammer der Stände.j Die Be- rathung des Budgets findet bei Cap. 87, Büreaukssten für die (Berichte und Ortsge- ! । richte, Fortsetzung, nachdem noch in gestriger Sitzung zum Schluß Cap. 86 Annahme I des Hauses gefunden. Cap. 87 findet nach dem Antrag des Ausschusses, 68 000 JL hierfür zu bewilligen ohne Debatte Annahme des Hauses. * Cap. 89, Kosten der Standesregisterführung, werden aus der Mitte des Hauses viele Klagen laut, über die den Bürgermeistereien hierdurch aufgedürdete Arbeitslast. Das Cap. wird mit 2500 JL ohne weitere Debatte genehmigt. Zu Car.. 90, Landeszuchthaus Martenschloß, werden 106 830 JL ohne Debatte genehmig:. Cs folgt Cap. 91/92, Gefängniß zu Darmstadt und Mainz. Hierbei bringt der Abg. Jöst in eingehendster Weise Klagen zur Kenntniß deS Hauses über schlechte Behandlung der politischen Gefangenen gegenüber gemeiner Verbrecher, und zwar den Zwang zum Besuch der katholischen Predigt und Abnahme des Bartes. Abg. Wasserburg führt ebenfalls über diesen Punkt Klage. Geh. Staatsrath Hall wachs erwidert, die Gefängniß-Verwaltung von Mainz in Schutz nehmen zu müssen, da dieselbe nur nach dem Gesetz gehandelt, welches in diesem Hause s. Z. genehmigt wurde. Wenn der Abg. Jöst damit drohe, daß man mit dieser Behanolungsweise der Socialdemokratie eine neue Waffe in d:e Hand gegeben, welche wohl geeignet sei, s. Z. der Regierung Verlegenheiten zu bereiten, so betone er, daß die Hess. Staatsregierung unentwegt gegenüber diesen Drohungen unsere ^»taatsgesetze aufrecht erhalten werde. Gerechten Beschwerden werde sie gerne ein williges Ohr schenken. Abg. Eu tfleisch befürwortet hierbei den in der gestrigen Sitzung gestellten Antrag der Abg. Jöst und Ullrich (Soc.) wegen der besseren Behandlung politischer Gefangener. Hiernach wird Cap. 91, Gefängniß zu Darmstadt mit 39 570 jt, und Cap. 92 desgl. zu Mair.^ .nt 44 600 JL nach dem Ausschuß-Antrag genehmigt. Es fo^Vnp. 93/95, Criminalkassen zu Starkenburg, Rheinhessen und Ober- hcssen, und wurden hierfür in Summa ca. 340000 X bewilligt. Zu Cap. 97, Centralbauwesen im Ressort der Justizverwaltung hat der Ausschuß an der Regierungsforderung eine Reihe von Abstrichen beantragt. Geh. Staatsrath Hallwachs bedauert, daß der Ausschuß gerade verschiedene wichtige Anforderungen, wie die Schieferbedachungen der Ostseite des Haftlocals Darmstadt und Errichtung eines Nebengebäudes für eine Gefangenwärterwohnung, Umbau des Schwurgerichtssaales zu Mainz, gestrichen habe, deren Ausführung kaum mehr aufschiebbar sei. Er bitte der Regierungsforderung zuzusttmmen. Abg. Ullrich und Gutfleisch befürworten die Regierungsforderung. Nach erfolgter Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses, für dieses Cap. nur 58,208 JL zu genehmigen, mit allen gegen 9 Stimmen angenommen. Es folgt Hauptabtheilung VIII, Cap. 98, Ministerium. Hier beantragt der Ausschuß entgegen der Regierungsforderung Strich eines vortragenden Rathes, während der andere mit einem Durchschnittc'gehalt von 5 500 .X keinen Anstand erregt. Ferner fordert die Regierung für einen außerordentlichen vortragenden Ralh im Eisenbahnwesen 1000 JL Gehaltszulage. Hiergegen erhebt der Ausschuß Bedenken. Gegen Anstellung eines juristischen Hilfsarbeiters findet der Ausschuß nichts einzuwenden. Minister-Präsident Weber befürwortet in warmer Weise die Forderung der Regierung, die. nothwendig geworden durch die vom Staat in Angriff genommenen Neubauten. Die Folgen einer Ablehnung der Forderung trage er nicht. Abg. Schröder oertheidigt den Ausschuß-Antrag, welcher sodann mit allen Stimmen Annahme findet. Morgen Sitzung. Berlin, 1. März. Die „Köln. Ztg." schreibt: Seit Monaten lauscht das ganze deutsche Volk mit immer steigender schmerzlicher Spannung den Nachrichten vom Krankenlager seines geliebten Kaisersohnes. Da es ein öffentliches Gehelmniß ist, daß unter den behandelnden Aerzten von jeher tiefgehende Meinungsverschiedenheiten bestände« haben, so kann es nicht wundernehmen, daß auch die Berichte aus San Remo diesen Zwiespalt an der Stirn tragen; und da ferner manche Zeitungen, namentlich aber ausländische darauf auszugehen scheinen, recht vielen Neuigkeitsstoff auf Kosten der Sachlichkeit darzubieten, so erklärt sich der in San Remo ergangene Befehl, daß die Aerzte den Zeitungsberichterstattern keinerlei Mittheilungen mehr machen sollen. Jndeffen ist es sehr fraglich, ob bei der Unzulänglichkeit der durch den „Reichsanzeiger" veröffentlichten ärztlichen Berichte das Verbot seinen Zweck erreicht. Diese Kargheit der amtlichen Berichterstattung wird das Bedürfniß genauerer, die Sachlage klarer wiedergebender Mittheilungen nur um so reger machen, und wenn das deutsche Publikum von seinen eigenen Zeitungen nicht mehr über das unterrichtet wird, was ihm so nahe am Herzen liegt, so wird es sich den der Erfahrung gemäß höchst unzuverlässigen, in unverantwortlicher Weise gefärbten Darstellungen auswärtiger Blätter zuwenden. Wir wollen nicht einmal von französischen Zeitungen reden, welche die widersinnigsten, zum Theil selbst in dieser Sache von Deutschenhaß eingegebenen Erfindungen verbreiten; auch die ihre fianzösische Kollegin sonst hoch überragende englische Presse trägt das ihrige dazu bei, ganz falsche Bilder von den Verhältnissen in San Remo zu geben. Die Quelle dieser einseitigen Darstellungen ist nicht schwer zu verfolgen. Ueberdies senden uns Landsleute in England fast täglich englische Zeitungen ein, so namentlich den Scotsman, deren Berichte aus San Remo von den deutschen Aerzten und der ganzen deutschen Wiffenschaft im verächtlichsten Tone sprechen und diesen die Schuld an der traurigen Wendung der Krankheit beimessen, während doch der schwerste Theil der Verantwortlichkeit auf jenem englischen Arzte ruht, der das Nebel, über dessen Natur die deutschen Aerzte sich klar sind, in seinem Wesen nicht erkannt hat und, wie es scheint, auch jetzt noch nicht erkennen will. Es wäre zu wünschen, daß, wenn die deutschen Aerzte keine außeramtlichen Mittheilungen geben sollen, auch ihre englischen Berufsgenossen sich durch dieses Verbot moralisch gebunden erachteten; denn schlimmer iwch als die einander widerstreitenden Nachrichten wären die von einem ganz einseitigen Gesichtspunkte aus verbreiteten. Wie sich übrigens bei den» Mangel an zuverlässigen Quellen die Berichterstattung aus Can Remo gestalten wird, davon können wir jetzt schon eine Probe geben. Heute sind dort die wildesten Alarmgerüchte über den Zustand des hohen Kranken aufgetaucht; sie würden wahrscheinlich Glauben finden, wenn nicht die letzte noch bekannt gewordene Erklärung der Aerzte, sowie die Meldung, daß die Frau Kronprinzessin heute einen weiteren Ausflug unternommen hat, im vollen Widerspruch dazu stände. Weiterhin wird in San Remo behauptet, daß der Kaiser heute oder morgen in strengstem Jncognito dort eintreffen werde. Man könnte an eine Verwechslung mit dem Prinzen Wilhelm denken, der schon die Reise dorthin angetreten hat; aber das Gerücht hält ebenso hartnäckig wie irrthümlich an dem Kaiser fest. Der areise Vater würde gewiß das Schmerzenslager des geliebten Sohnes aufsuchen, wenn die Aerzte, deren Wort auch für eine kaiserliche Majestät maßgebend sein muß, ihm die beschwerliche und lange Fahrt in dieser strengen Winterszeit gestatten. Es hat sich in San Remo heute sogar die Annahme festgesetzt, daß im Falle eines schmerzlichen Ereignisses, auf das man nicht unvorbereitet sein darf, die Kunde von demselben 36 Stunden geheim gehalten werden solle. Dies, wie gesagt, nur als Probe der auftauchenden grundlosen Gerüchte. Berlin, 2. März. Der Kaiser hörte Vormittags militärische Meldun» gen und ewr.fing darauf gemeinsam mit der Kaiserin den Oberst Stube mit zwei Officißiea, einen Brandmeister und vier Feuerwehrmänner der hiesigen Feuerwehr, welche sich im vorigen Jahre besonders ausgezeichnet hatten. Er überreichte denselben Geschenke. Nachmittag- machte der Kaiser eine Ausfahrt. Berlin, 2. März. Der „Reichs- Anzeiger" veröffentlicht folgendes Bulletin: San Remo, den 2. März, 11 Uhr 45 Min. Vormittags. Nach einer guten Nacht ist auch beute das Befinden Sr. K. und K. Hoheit des Kronprinzen besser und die Stimmung gehoben. Der Appetit hat in den letzten Tagen zugenommen. Husten und Auswurf wie bisher. Berlin, 2. März. In dem hier verhandelten Socialtstenprec-ß wurden durch das heute verkündete Urtheil die Angeklagten Ferkel, Apelt, Jahn, Schmidt, Wilschke und Seelig wegen Vergehens gegen die Artikel 128 unv 129 des Strafgesetzbuchs (Theilnahmr an geheimen Verbindungen) zu dreimonatigem, Scholz unv Neumann zu zweimonatigem Gefängniß verurtbestt. Von der Untersuchungshaft werden zwei Monate auf die Strafe angkrechnet. Italien. San Nemo, 2. März. Im Laufe des Tagl.s ist keine Verschlimmerung im Befinden de« Kronprinzen eingetreten. Der Kronprinz erschien Nachmittag- 3V- Uhr wiederum auf dem Balkon und wu.de stüumsch vom Publikum begrüßt. Prinz Wilhelm, Prinz Heinrich, der Großherzog von Hessen und Prinzessin Irene von Hessen unternahm n eine Fahrt aus dem Dampfer „Barbarigo." (Fr. Ztg.) Deutscher Reichstag. 51. Sitzung vom 2. März 1888. 1 Die zweite Berathung des Gesetzes, betreffend die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattftndenden Gerichtsverhandlungen, wird bei $ 175 fortgesetzt. S 175 bestimmt, daß die Verhandlung über die Ausschließung der Oeffentlichkeit in nichtöffentlicher Sitzung stattfindet, wenn ein Betheiltgter es verlangt oder das Gericht eS für angemessen hält. Absatz 2 setzt fest, daß, falls die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit ausgeschlossen ist, das Gericht den anwesenden Personen die Geheimhaltung von Thatsachen, die durch die Verhandlung, durch die Anklageschrift oder dckrch andere amtliche Schriftstücke des Processes zu ihrer Kenntntß gelange, zur Pflicht machte. An Stelle dieses Absatzes beantragt Abg. Munckel, einen nemn Paragraphen in das Strafgesetzbuch einzufügen, wonach, wer aus Gerichtsverhandlungen, für die wegen Gefährdung der Staatssicherheit die Oeffentlichkeit ausgeschlossen war, anderen Personen Mitthetluugen macht oder veröffentlicht, die geeignet sind, die Staatssicherheit zu gefährden, mit 1000 Geldstrafe oder mit Haft oder Gefängniß bis zu 6 Monaten bestraft wird. Die Debatte wird gleichzeitig auch über Art. 2 (Strafbestimmungen) und Art. 3 (Verbot der Veröffentlichung durch die Presse) eröffnet. Abg. R inte len (Centr.) erklärt sich gegen den $ 175 der Commissionsoorlage, sowie gegen den Antrag Munckel, der keine Verbesserung der Commissionsbeschlüsse bedeute. Der S.175 gebe die Möglichkeit, für alle politischen Processe die Oeffenllichkeit auszuschlteßen. Abg. Günther (nl.) erwidert dem Abg. Rintelen, daß durch diese Vorlage die Staatssicherheit gewährleistet werden solle. Der S 175 bestrafe nur die dolose Mittheilung von Thatsachen aus Processen, die der Sicherheit des Staates gefährlich sein könnten. Die bisherigen Erfahrungen garantiren, daß eine mißbräuchliche Anwendung der Bestimmungen dieses Paragraphen nicht zu befürchten sei. Geh. Legationsrath Kayser begründet die Vorlage mit dem Hinweis auf die vorjährigen Landesverrathsprocesse. Herr Groeber, der gegen die Vorlage gesprochen, habe in der Commission selbst zugestanden, daß eine Gefahr darin liege, wenn die Staatssicherheit gefährdende Thatsachen in den UrlheilSgründen publicirt werden müßten. Der Antrag Munckel bewege sich durchaus auf dem Boden der Vorlage; er berge über schon für die harmlosesten Mittheilungen die Gefahr der Bestrafung. Er bitte, den Negierungen nicht Motive unterzuschieben, die denselben fernlägen. Daß der jetzige Zustand reformbedürftig sei, bewerfe der Umstand, daß man jüngst auf einen schweren Landesoerrathsproceß habe verzichten müssen, weil man sich sagte, das Bekanntwerden der Thalsachen dieses Processes wäre schlimmer, als wenn der Verbrecher abgeur- thetlt werde. Abg. Munckel (frs.) betrachtet seinen Antrag nur für ein kleines Uebel. Er halte den Hinweis des Regterungscommissars auf die Hoch- und Landesverrachsprocesse für berechtigt, aber die Vorlage beschränke sich nicht auf diese allein, sie wolle den Schweigebefehl für alle Proceffe ermöglichen. Der Schweigebefehl treffe die anwesenden i Personen, er lasse aber all die zahlreichen Personen frei, die außerhalb der Verhandlung die Einzelheiten der Anklage re. kennen gelernt haben. Geh. Rath v. Lenthe bestreitet, daß der S 175 die vom Vorredner gerügten Mängel enthalte. Der gerichtliche Schwetgebefehl führe sicherer zum Ziele als der Antrag Munckel. Abg. Rintelen (Centr.) beantragt, im Anträge Munckel hinter dem Worte „Staatssicherheit" zu setzen „dem Auslände gegenüber". Nachdem sich Abg. Klemm (cons.) gegen die Abänderung ausgesprochen, wird die Diskussion geschlossen. Der Antrag Rintelen wird abgelehnt, Absatz 1 des S 175 angenommen. Unter Ablehnung des Antrags Munckel wird Absatz 2 des S 175 in namentlicher Abstimmung mit 159 gegen 126 Stimmen angenommen, ebenso Art. 2 und 3. S 176 bestimmt, daß zu nichtöffentlichen Verhandlungen der Zutritt einzelnen Personen vom Gericht gestattet werden kann. Einer Aufforderung der Bethetligten bedarf es n cht. Die Ausschließung der Oeffentlichkeit stehl der Anwesenheit der die Dienstaussicht führenden Beamten der Justizverwaltung bei den Verhandlungen vor dem erkennenden Gerichte nicht entgegen. Damit wird die Diskussion des S 195 verbunden, welcher bestimmt, daß bei der Berathung und Abstimmung außer den berufenen Richtern nur die bei demselben Gerichte zu ihrer juristischen Ausbildung beschäftigten Personen zugegen sein dürfen, soweit der Vorsitzende ihre Anwesenheit gestattet. Die Abgeordneten Träger und Groeber beantragen folgenden Zusatz: „Der Angeklagte kann verlangen, daß der Zutritt drei Personen seines Vertrauens gestattet werde". Nach kurzer Diskussion wird dieser Antrag abgelehnt, die SS 176 und 195, sowie der Rest der Vorlage angenommen. Morgen 1 Uhr: Colonialjustizgesetz, Sonntagsruhe, Identitätsnachweis. 1 Telegraphische Depeschm ? Wolff s telegr. Eo-kMtzOrrdert- s Berlin, 2. März. Abgeordnetenhaus. In der heutigen Sitzung wurde eine Reihe von Kapiteln des Cultusetats erledigt; es wurde dabei eine Mehrforderung von 6000 X unter bei Position „einmalige Unterstützungen", die vorwiegend für das altkatholische Seminar in Bonn bestimmt waren, gestrichen. Im Laufe der Debatte erklärte der Cultusminister v. Goßler dem Abgeordneten Jagdzewski gegenüber, daß das Institut der Staatspfarrer bald eingehen werde, da nur noch drei solche Pfarrer am Leben seien; die Agitationen wegen des Religionsunterrichts in deutscher Sprache und der Begünstigung der evangelischen Confession entbehrten jeder reellen Unterlage; er hoffe, es werde dem Erzbischof Dinder gelingen, seine Pläne durchzuführen, er werde demselben dabei die Hand bieten. Der Antrag der Abgeordneten Huene und Strombeck auf Erhöhung der Dotation für die katholischen Seelsorger wurde der Budgetcommission überwiesen. Ter Cultusminister bestreitet entschieden, daß die Regierung aus den Säkularisationen her die Verpflichtung habe, die fortschreitenden Bedürfnisse der Kirche zu befriedigen. — Morgen um 11 Uhr findet die Fortsetzung der Beralhung statt. — Die „Post" sagt, der Hauptgrund des Fallens des Rubel-Courses sei, daß Rußland über die Verhältnisse lebe und die Bevölkerung über die Leistungsfähigkeit hinaus belaste. Handel, Industrie und Ackerbau gingen zurück, die Sleuerquellen verstechten. Trotzdem nehme das Mtßverhältniß zwischen den Einnahmen und Ausgaben stetig zu, namentlich neuerdings, so daß die Gläubiger Rußlands von ernstlichen Besorgnissen erfüllt seien. Die „Post" erinnert an die enormen Summen für die Flotte im Schwarzen Meere und für die Erhaltung der 300,000 Mann an der Westgrenze San «em-, 2. März, Vormittags 11 Uhr 25 Min. Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz verbrachte eine gute Nacht. Husten und Auswurf sind unverändert. Augenblicklich befindet sich Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz, von der ganzen Familie umgeben, auf dem großen Balkon. Das Wetter ist prächtig. San Remo, 2. März, 10 Uhr 30 Min. Abends. Der Kronprinz verbrachte einen guten Tag. Der Husten war geringer. Altona, 2. März. Die Nord-Fühnensche und die Gribskow-Bahn sind ebenfalls wieder fahrbar, die Ueberfahrt von Maenedsund nachOerehooed ist dagegen noch unterbrochen. Kopenhagen, 2. März. Die directe Bahnverbindung zwischen Gjedser und Kopenhagen ist roteber hergestellt. LSrrWtfchtes A Aus Rhein Hessen, 2. März. Kommenden Sonntag findet in Guntersblum eine Versammlung von Landwrrthen aus ganz Rheinhessen statt, in welcher gegen die in der zweiten Kammer laut gewordene Behauptung, daß die Landwirth- schaft in Rheinhessen auf einer niederen Stufe stebe, protestirt werden fall. Landtagsabgeordneter Schröder hat sein Erscheinen in der Versammlung zugesagt. A Bom Rhein, 2. März. Der Wasserstand wird für die Schifffahrt von Tag zu Tag ungünstiger. Schwere Schiffe mit größerem Tiefgang müssen schon liegen bleiben. Bestimmte Fahrtm können bereits seit mehreren Tagen nicht mehr eingehalten werden. Handel und Verkehr. Gießen, 3. März Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 0.85—0 95, Hühnereier pr. St. 5—6 H, Gänseeier St. 10—00 X Kiffe or. St. 5—8 X Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen 30 Tauben per Paar 80 bis 100 H, Hühner per Stück X 0.90—1.30, Hahnen pr. Stück X 1.20—2.00, Enten per Stück X 2.00—2 50, Gänse per Pfund 00—00 H, Ochsenfleisch per Pfund 58 bis 60 H, Kuh- und Rindfleisch 45—50 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 40 bis 60 H, Kalbfleisch 40—46 X Kartoffeln per 100 Kilo X 4 50—5.20, Milch ver Liter 12—18 X Weißkraut Stück 0—00 H, Zwiebeln per Centner X 10.00—12.00. Temperatur in Gießen. Februar 1888. Niederste.......— 17,1 °R. Mittlere.......— 1,03 „ Mittel früherer Jahre.....-b 0,82 „ Höchste........+ 6,0 „ Niederschlag an 12 Tagen .... 0,86 Par. Zoll, im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 1,49 „ Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. Februar: 13. Johann Georg Kraft, Metzger zu Gießen, mit Anna Louise Weber zu Wetzlar. 23. Wilhelm Christian Frtedlein, Kaufmann zu Offenbach, nut Marie Flank zu Gießen. 25. Heinrich Berg, ^Kaufmann zu Essen an der Ruhr, mit Lina Löser zu Gießen. 25. Wilhelm Lenz, schreiner zu Gießen, mit Katharine Merkel zu Allendorf a. d. Lumda. 28. Konrad Steinbach von Burgsolms, Maurer dahier, mit Marie Kalharine Hagner zu Lollar. 28. Karl Ruppel, gebürtig von Hopfgarten, Schreiner dahier, mit Christiane Louise Relecker zu Biedenkopf. 29. Dr. Lothar Wilhelm Julius Heffter, Privatdocent dahier, mit Anna Caroline Amalie Zwenger zu Marburg. März: 1. Hermann Möbus von Borsdorf, Taglöhner zu Heuchelheim, mtt Marte Jäger von Wallenrod, wohnhaft zu Gießen. 2. Johann Georg Heller, Schlosser an der Matn-Weser-Bahn dahier, mit Katharina Josepha Markart von Offenbach a. M., wohnhaft hierselbst. Eheschließungen. Februar: 29. Fritz Hermann Kiehn, practischer Arzt zu Allendorf a. b. Lumda mit Josephine Friederike Caroline Aller zu Gießen. 29. Hernr ich Röddtng, Schreiner zu Marburg, mtt Katharine Gröninger zu Gießen. 29. Friedrich Wilhelm Christoph Heinrich Stooß, Kaufmann von hier, mit Jacobine Eleonore Dollhofen von Bingen. März: 2. Heinrich Schomber, Schuhmacher dahier, mit Anna Maria Louise Benner hierselbst. 2. Georg Ferdinand Repp, Kaufmann von Grünberg, mit Rosina Leuenberger von Dürrenroth. Geborene. Februar: 23. Dem Kaufmann Louis Lind ein Sohn. 24. Dem Steinhauer Heinrich Lerch ein Sohn, August. 24. Dem Stetnhauermetster Franz Jacob Simon Hewel eine Tochter, Katharine Franziska. 26. Dem Scrtbenten Wilhelm Ringel eine Tochter. 26. Dem Weißbinder Julius Heinrich Hoch ein Sohn. 27. Dem Kaufmann Louis Wolff ein Sohn, Albert Emil Heinrich Johannes. 28. Dcm Schlosser Ludwig Htnkler eine Tochter, Karoline Christiane. 28. Dem Dachdecker Karl Heck ein Sohn. März: 1. Dem Haulboisten Heinrich Nicolai ein Sohn, Heinrich Louis Friedrich. Geffsrbene- Februar: 24. Philipp Best, 67 Jahre alt, Schuhmachermeister dahier. 24. Elise Lind, geb. Weisel, 33 Jahre alt, Ehefrau von Arbeiter Eduard Lind von Klein-Linden. 24. Charlotte Weller, 15 Jahre alt, ledig von Werkhausen. 25. Elise Weigel, 20 Jahre alt, von Heidelbach, Kreis Alsfeld, Dienstmagd dahier. 26. Ein Kind weiblichen Geschlechts, 1 Tag alt, Tochter von Arbeiter Eduard Llnd von Klein-Linden. 26. Heinrich Kutscher von Bersrod, Musketier von der Leib-Compagnie 2. Großh. Hess. Jnfanterte-Reqimenls Nr. 116 dahier, 23 Jahre alt. 28. Heinrich Balser, 3 Jahre alt, Sohn von Maurer Heinrich Balser von Rödgen. 29. Ludwig Wilhelm Pfaff, 8 Jahre alt, Sohn von Schlossermeister Karl Pfaff dahier. 29. Daniel Walther, 33 Jabre alt, Taglobner babitr. Auszug aus deu Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. ttdtAttU* Den 29. Februar. Heinrich Rödding, Schreiner zu Dtarburg, und Katharine Gröninger, Tochter des Hautbotsten Johannes Gröninger zu Gießen. Denselben. Friedrich Wilhelm Christoph Heinrich Stooß, Kaufmannn zu Gießen, und Jakobtne Eleonore Dollhofen, Tochter des verstorbenen Steuermanns Jakob Dollhofen zu Bingen. Denselben. Fritz Hermann Kiehn, praktischer Arzt zu Allendorf an der Lumda, und Josephine Friederike Caroline Aller, Tochter des zu Marburg verstorbenen Wein- bändlers Justus Aller. «^'.nIDen 2. März. Heinrich Schomber, Schuhmacher zu Gießen, und Anna Maria Luise'Benner, Tochter des Schuhmacher Philipp Benner zu Gießen. Den 26. Februar. Dem Schuhmacher Johann Carl Kühl ein Sohn, Johann Carl, geboren den 19. Januar. Denselben. Dem Glasermeister Georg Luh ein Sohn, Carl, geboren den 14. December 1887. Denselben. Dem Postassistenten Wilhelm Kammer eine Tochter, Julie Stephanie Katharine, geboren den 19. Januar. Denselben. Dem Weichensteller Carl Ulm eine Tochter, Marie Christiane, geboren den 15. Januar. Denselben. Dem Rangierer Carl Ludwig Walther eine Tochter, Lmse Johannette Christine, geboren ben 8. Januar. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Horst Zwilltngskinder, ein Sohn, Valentin und eine Tochter, Elisa, geboren den 11. Februar. Den 29. Februar. Dem Fuhrmann Heinrich Schneider eine Tochter, Anna Maria Katharina, geboren den 9. Februar. Den 1. März. Dem Wagenrevisor Justus Beinhauer eine Tochter, Anna Maria, geboren den 29. Januar. Beerdigte. , Den 26. Februar. Louis Scharmann, Rentner, alt 75 Jahre, starb den Denselben. Philipp Best, Schuhmachermeister, alt 67 Jahre, starb den 24. Februar. Denselben. Elise Lind, geb. Weisel, Ehefrau des Fabrikarbeiters Eduard Lind zu Klein-Linden, alt 35 Jahre, starb den 24. Februar zu Gießen. Den 1. März. Georg Heinrich Carl Emil Schirmer, Fabrikant, alt 31 Jahre, starb den 18. Februar zu Ospedaletti in Italien. Brodpreise vom 4. bis 18. März 1888. der Bäcker $ 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 27 2 „ (4 $ d.) Weißbrod .... 54 1 „ (2 P d.) Schwarzbrot» 1. Sorte 24 2 „ (4 P d.) Schwarzbrod 1. Sorte 48 1 „ (2 P d.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L- Keil, K. Haas, F. W. Hartmann und I. Lein..... 63 Gießen, den 3. März 1888. der Brodverkäufer 4 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 27 2 „ (4 „ ) 54 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 2 , (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 3 » (6 w ) Schwarzbrod 1. Sorte — 1 „ (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 2 „ (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 3 , (6 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 63 24. Februar. t r , r Den 27. Februar. Elise Weigel, ledige Tochter des zu Heidelbach verstorbenen Johannes Weigel, all 19 Jahre, starb den 25. Februar. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Holz-Versteigerung im Licher Geuuindrwsld. 1. Bau- u. Nutzholz. Donnerstag den 8 Mar) werden in den Districten Rothenbusch und Kronau versteigert: >31 Eichen Stamm-Abschnitte von 35 bis 63 Ctm. Durchmeffer, mit 31,25 Festm. Inhalt, 48 Eichen Schwellen - Stämme mit 26,20 Festm. Inhalt, 71 Eichen Gruben-u. Wagner-Stämme mit 19,20 Festm. Inhalt, 79 Hainbuchen Stamm-Abschnitte von 20 bis 40 Ctm. Durchmeffer, mit 25,09 Festtn. Inhalt, 17 Lindenstämme mit 8,46 Fm. Inhalt- Zusammenkunft und Anfang ist am Hattenröder Vicinalweg am Waldeingang Vormittags 9*/- Uhr. II. Brennholz. Freitag den 9. März werden in den Districten. Rothenbusch und Kronau versteigert: 121 Rmtr- Buchen-Scheiter, 301 „ „ Knüppel (wovon 165 Rmtr. Stammknüppel sind), 7924 Buchen-Wellen, 1515 Eichen- und 3073 Weichholz- Wellen, 111,2 Rmtr. Buchen- und 20 Rmtr. Eichen-Slöcke- Zusammenkunft und Anfang ist im Rothenbusch aus der Wiesenschneise Vormittags 9*/z Uhr. Lich, den 2. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Lich. ____________Walz.________1792 «Holzverkauf. Donnerstag den 8. März, von Morgens 9 Uhr ab, sollen im Hachdorner Jntereffenten- Wald, Schlag Kiesbach, am Weg nach LVolsshausen 163 Stück Eichen-Abschnitte von 8 bis 17 Mr. Länge, 24 bis 45 Ctm. Durchmeffer an Ort und Stelle meistbietend verkauft werden. Das Gehölz liegt y4 Stunde von der Frankfurter-Strafe entfernt; gute Abfahrt. Hachborn, am 2. Mär; 1888. Der Waldoorstand. 1835____________Preiß_____ Stammholz- Versteigerung Im Gememdewald von Overcleen Samstag den 1(). März, Vsr- mittags ?on 9 Uhr ab, Beginn am ,„Schaalsberg": Eichen: 101 .Stämme 1L/IV. El. — 44,54 Festmeter, 5 Stangen I./II. Cl. Kiefern: 335 Stämme 11I./V. El. — 46,30 Festmeter, 507 Stangen I./IL Cl. Gr.-Rechtenbach, 1. März 1888. 1795 Das Bürgermeister-Amt. < A tlgemeiner Anzeiger. Bek«An1machu«g. Mit Bezug auf die Veröffentlichung in Nr. 46 des „Gießener Anzeigers", die Einträge im Handelsregister des unterfertigten Gerichts betr. wirb hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Löschung der .Handelsfirma „E. W. Fernie" dahier auf den Fortbestand der Bergwerksfirma „E. W. Fernie" keinerlei Einfluß geübt, daß letztere vielmehr nach der hier von dem General-Mandatar des Bergwerks-Eigenth^merS abgegebenen proto- kollarischen Erklärung wie seither fortbesteht. Gießen, den 3. März 1888. Großherzogl. Amtsgericht Gießen. Gebhardt.1815 Bekanntmachung. Die Lieferung der Stoffe zu Kleidern für arme Confirmanden auf Ostern 1888, bestehend in Knaben-Anzügen von schwarzem Tuch, schwarzem Cachemir, weißem und farbigem Flanell, soll im Submissionswege vergeben werden und sind deßfallsige Offerten unter Beischluß von Mustern bis spätestens zum 7. d. Mts. bei Herrn Hospitalverwalter Nehmeyer verschlossen ab- zugeben. Gießen, am 2. März 1888. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A. Bramm. Rutz- und Brennholz- Versteigerung. Obersörsterei Braudoberndorf. Schutzbezirk Cleeberg, Distr. Triebachsheck, Einhauserfeld, Streitwald 7c, 9, 12a, b, c, 136. Freitag den 9. März, Vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft am Zechenhaus. 95 Stück Eichen-Stämme —26 Fstm., 335 ,, „ Derbstangen, 4 rm „ Nutzknüppel, 36 „ „ Scheit, 79 „ „ Knüppel, 33 Hdt. „ Wellen II. u. III. Cl-, 192 Rm. Buchen-Scheit u. Knüppel, 30 Hdt. „ Wellen III. Cl., 275 Stück Buchen-Stämme u. Derb- stangen — 22 Fstm. Brandoberndorf, den J. März 1888. Der Königliche Oberförster: 1777_________Bender._________ Holzversteigerung. Mittwoch brn 7« März wird imNieder-BessingerGemeindewaldnach- verzeich-'etes Holz versteigert: 184 Eichen-Stämme v. 14—28 Ctm. Durchm. und 3 bis 9 Mir. Länge, 4 Nadel-Stämme, 1 Aspen-Stamm, 84 EichemDerbstangen, 73 Nadel- Derbstsngen, 811 desgl. Reisstangen, 123 Rm. Eichen Knüppel, 5 Rm. Kiesern-Knüppel, 800 Eichm-Wellen, 230 Nadel-Weben, 51 Rm. Buchen- Stockholz, 56 Rm. Eichen-Stockholz. Der Anfang ist Vormittags 10 Uhr am Werkholz im Distr. Hildebrand an den Waldwiesen. Bemerkt wird noch, daß in ungefähr 14 Tagen das Buchen- Scheitholz, ca. 100 Rm. Scheit und ebensoviel Stockholz zur Versteigerung kommt. Nieder-Bessingen, den 1. März 1888. Gr. Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. 1776 Horst. Holzversteigerung in der Mrstl. Oberförstern Hohensolms am Freitag den 9. März er., Morgens 10 Uhr, im District Pfaffenmark auf dem Bechlinger Weg am Ruuben- wirschen. 21 Eichen-Schnitt-Stämme, bis 67 Ctm. Durchmeffer, nut 32,40 Festmeter, 2 Buchen desgl mit 2,80 Festm., 43 Raummeter Buchen- u. Eichen- Scheitholz, 30 „ desgl. Prügelholz, 43 „ desgl. Stockholz, 1800 Wellen desgl. Reisholz I. Kl., 5000 „ desgl. „ I.u. II Kl. Hohensolms, den 29. Februar 1888. Fürstliche Oberförsterei. ____________Rietsch. 1771 Holzversteigerung. Im Daubringer Gemeindewald kommt nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung : Donnerstag den 8. März 71 Eichen-Stämme, bis zu 10 Meter Länge und 53 Ctm. Durchmesser mit 32,49 Festm, 113 Nadel'Stämme, bis zu 14 Meter Länge und 40 Ctm. Durchmeffer mit 47,32 Festm., 33 Fichten-Derbstangen mit 1,15 Festm- Freitag den 9. März Scheith. Kuüppelh. Stockh Reish Raummeter Wellen Buchen 68 12 30 1350 Eichen 30 18 16 1000 Nadel 130 126 — 4750 Der Anfang ist jedesmal Morgens 9Va Uhr im Buchenberg. Daubringen, am 1. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. I Walter. 1786 Holzversteigerung. Mittwoch den 7. März b. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll im hiesigen Gemeindewald Wehrholz nachoerzeichnetes Holz versteigert werden. 12 Eichenstämme mit 7,22 Festm., darunter 2 Stämme mit 4,60 Festm-, | 50 Nadelstämme und Stangen mit 1,56 Festm., I 18 Rm. Eichenscheiter, zu Küfer- und Glaserholz geeignet, l 44 Rm. Eichen-Rundscheiler, * 133 „ Buchenknuppel, j 73 „ E'chenknüppel, j 6500 Eichen-Wellen, ) 750 Nadel-Wellen, j 41 Rm. Buchen-Stöcke, 19 „ Eichen-Stöcke. ! Die Zusammenkunft ist in der ! Schneise am Schaastrieb. Bemerkt wird, daß die Elchenstämme u. Eichenscheiter von Nachmittags 1 Uhr an zur Versteigerung kommen. Lang-Göns, den 1. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns. ___________Brückel._______1778 Mobilienversteigerung. Wegzugsbalber werden Mittwoch, de« i 7. Mürz, Nachmittags 2 Uhr, Schloß- | gaffe 9 (Stadt Frankfurt Mobiliar, ; Haus- und Küchengerätbe namentlich j 1 gutes Sopha, Kommode, Tische, Stühle I u. s. w-, Derfteigert. LouiS Rothenberger, 1809 Auktionator. Grösstes Corsetten-Lager vorzügliche Facons, Orthopädische Magen- und Frauen- Corsetten, sowie Geradehalter und Kirrderleivchen. 1810 Gesell w. Aron, Kreuz 5 (StadtMainz). Specialität: Corsetten und Schirme. Fische u. Geflügel große Auswahl bet 1810 C. G. Kleinhenn. an einer der belebtesten UdllM Straßen, das sich zu jedem Geschäft eignet, ist zu verkaufen- Näheres in der Exp- d Bl. 1823 Depesche. Z Neu eingetroffen: große Sendung \ Spazierstöcke und Regenschirme, letz- l tere von 1 JL 50 an- — Repartren s und Ueberztehen sofort und billig. .Jean Hänwer, Reuen Bäue 12._ 1752] 25 Schafe mit 11 ohne Lämmer verkauft Karl Wallenfels II. \ 1644 Einen Jungen sucht in die Lehre I. Benner, Schuhmacher, ! __________________ Ritte rgasse 16._______ Eine nachweislich rentable Wirthschaft wird bei einer Anzahlung von zehn- viS zwölftausend Mark für sofort za kaufen gesucht- Offerten unter A. B. an die Expedition dieses Blattes. 1724 1749 Ein DtenstmLdchen gesucht _______________Ludwigsplatz 3. I 1763 Einen Gesellen u. einen Lehrlin- | sucht C. Pfeil, Schreiner, Löwengasse 1821 Der Turnwart 1816 3Vr Uhr. Gesucht 1772 1808 Dienstag Abend bei Scharman« Gera. 1812 Glesien 1822 Ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener junger Mann aus guter Familie wird alsbald in die Lehre gesucht. Selbstgeschriebene Cffaien sind zu rich- ten an Gg. Heinrich S»irmer, hier. Redaction: A. Scheyda. Kaplansgasse (nächst dem Kreuz). Anfertigung von Photographien in jeder Art und Grösse. 39 Aufnahmen bei jeder Witterung. Turnverein. Morgen, Sonntag den 4. d. M , Turnfahrt nach Lieh. Abmarsch um 1 Uhr von der Turnhalle. — Rückfahrt um 6 Uhr. Tf < r Beerdigung unseres verstorbenen Kameraden S||9 H^rrn Philipp Kramer sindet Sonntag den ir5* ? b MtS., Nachmittags 3‘1/4 Uhr, vom Sterbe- & Haus, Wallthorftraße Nr. 51, aus statt. Zusammenkunft um 21/2 Uhr im Cafs Leib cud "uv -derlag oer Brühl'ichm Druckew r (£hr. Pietsch) in Gießen. ------------------- Die heutige Nummer enthält 2 Blätter und 1 Beilage Todes-Anzeige. Jöerwanbten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Müthestung, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Onkel ’ Philipp Kramer, Postschaffner schlaf m"ist'n 'd’roeren 8eiben Sestern Abend 10*/3 Uhr sanft ent- Um stilles Beileid bitten ,a. r Die trauernden Hinterbttebeneir. Gießen, 3. März 1888. Zur Eröffnung meiner neu hergerichteten großen Fatalitäten: Streich-Concert. 1828 Gntrse ä Person IS Pfg. Meine Adresse für auswärtige Kunden ist wie seither: 1829 Simon Msrrug, CollecteukderPreußischcnLotterie, Frankfurt a. M- Bureau für Stadtkundschaft und Kunden ans der Umgegend, die mich mit ihrem w- Besuche beehren, von heute ab 93 Allerheiligenstrasse 93. Heinrich Bfochsttitler _____________Schloßgaffe 19. Restauration „zu den öret Hasen Unserem Freunde Heinrich F • ♦ h ♦ • r zu seinem 20- D lahrrgen Wiegenfeste bringen wir Q ein dreifach donnerndes Hoch, daß Q die Kleingasse bis zu D a n. S ch m i dt Q wackeln soll X F. S. Albach, 3. März 1888. Q 1831 M. D. S. g 50000^0000000000 Gottesdienst der Metho- distenßemeinde. Wolkengasse 22. 1830 Sonntag Abend 8 Uhr. Jedermann ist freundl. eingeladen. 1837 Ein ordentliches Mädchen für Hausarbeit auf sofort gesucht von Frau Nathan Stamm, Schulstraße 2. ! Damenkleider fertigt in und auß«-r dem Hause Frau l^riese, Caplansgasse 21. 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Südanlage 18. 1791 Ein noch junger Echreineracselle gesucht, ftr. Meinhardt, Schreinermftr. Nr. Meinhardt, Schreinerm., Ncust. 55,* Photographische Anstalt von Franz Gerbode ein möblirtes Zimmer in der Nähe der Kliniken. Off, in der Exv. d Bl. abziigeben. 4» wird von einer UWtiU kl. ruh Familie auf Juni ein Logis von 4 Zimmern in ßef. Lage. Gefall. Offerten unter M. G. an die Exped. d. Bl. 17^7 1783 Ein kleines Logis von 2 bis 3 Zimmern im westlichen Stadttheile wird per sofort zu miethen gesucht. ^Offerten erbitte an die Exped. d. Bl. TapesterKrankenkaffe. Generalversammlung r Dienstag, d. v. März, Abends 8V2 Uhr, im „Kühlen Grund." 1807 Der Vorstand ^'(XWCWCOaiüOOOOOGCOOO 0 Statt besonderer Anzeige.- g ä Freiwillige Gail'sche Feuerwehr. fr Montag, den 12. März, Abends 8 Uhr: Jß ffenei atversammtung M > ~ auf -em „Lahnstei«". /ÄS Tages'Ordnung: 1) Bericht über den Stand des «fl-,» ? Corps, 2) Rechnungsablage, 3) Vorstandswahl. DMIO -D?^U«iform.____1790________Der Vorstand T apeten. und ged'egen,ten Fabrikate zu billigsten Preisen! aefem Ä",.7' ”e^n ?? besten oder als zurück. Em Mädchen aus guter Familie, t2 Jahre alt, ev., sucht als Stütze der Hausfrau per sofort oder später Stellung, wobei weniger auf hohes Salair, als auf gute Behandlung und dauernden Posten gesehen wird. Gefl. Offerten unter ▼. Z. 320 an die Exped. d. Bl. 1648 Ein Sattlerlehrling wird^e- sucht. Näheres in der Exped. d. Bl, 978 Einen Lehrling sucht __________Wttlh. Hosch, Meckanikus. Wermietffungm. 1818 Ein freundliches Logis, 5 Zim- mer rc-, zu vermiethen C. Ohler. l?20 Durch Bersttz. d Hrn. Hauptm. Walter tft der 2. ©t, 5 Zim. m. Zub, anderweit zu verm. Verl. Asterwea 44. 1781 Der zweite Stock meines Hauses, 4 co- 6 Zimmer, Gartenantheil u. Wasserleitung, per Mai oder April an ruhige Leute zu vermiethen. Zu erfragen bei Frau M. Heichelheim, ____________Seltersweg 20, I. 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