Nr. S Mittwoch den 4. Januar 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. I PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mtt Bringerloh«. tenttttu bchnlstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Amtlicher HHeit. Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1888. Bekanntmachung. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1888 stattfirrdenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch ausgefordert, ihre desfalsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum !• Februar 1888 bei der unterzeichneten Commission einzureichen _ r Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche roirb im Speciellen das folgende 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten PrüsungS - Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen boueniben Aufenthaltsort hat. 2) Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. , 3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden s'lbst geschrieben lein. Auch erscheint eS zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse anbemerkt : In diesem Attest darf die Erklärung des Vaters oder Vormundes, dass er in der Lage sei, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen, auch muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; z c. ein Unbescholtenheitszeugnih, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebrnslaus. gegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszerrgniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes, mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Frei- willigen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; lieber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, Ordn, vom 28. Septbr. 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Ausschluß. Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Local», in welchem Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 29. December 1887. 5) In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6) Ist bereits srüher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein UnbescholteuheitS- zeugniß beiznlegen. gibt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ers.-Ordn. — I. Theil der Wehr- die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung; auf specieüe 'Großherzogliche P'cüfungs-Commission für einjährig FreiwMge. Der Vorsitzende: Dr. Zeller. Politische Uebersicht Gießen, 3. Januar. Die Ansprachen, welche bei den diesmaligen diplomatischen Neujahrsempfängen gehalten worden sind, tragen im Allgemeinen eine zuversichtliche Haltung zur Schau und geben der Hoffnung Raum, daß es trotz der umdüsterten Weltlage gelingen werde, den Frieden zu erhalten. Besonders bemerkenswerth ist die Kundgebung des ungarischen Ministerpräsidenten, des Herrn Tisza, die er beim Empfange der ihn zum Jahreswechsel in corpore beglückwünschenden liberalen Partei des Abgeordnetenhauses in seiner Erwiderung auf die Ansprache des Grasen Banffi) niederlegte. In allerdings reser- virter Form wies Herr Tisza die Anschauung, als ob eine unmittelbare Kriegsgefahr bestünde, zurück und betonte er, daß seitens Oesterreich-Ungarns nichts geschehen werde, das einen Krieg provociren könnte. Anderseits ließ er aber auch durchblicken, daß Oesterreich - Ungarn im Nothfalle entschlossen sei, seine Würde und Ehre zu wahren und warnte er zugleich davor, sich nun einem durchaus nicht berechtigten Optimismus hinzugeben (siehe unter Pesth). Ein ferneres bedeutsames Anzeichen, daß die herrschende Spannung sich zu lösen beginnt, dars in der endlichen Veröffentlichung der gefälschten Aktenstücke zur bulgarischen Frage erblickt werden. Dieselben sind auf Veranlassung des Czaren dem Fürsten Bismarck überwiesen und gerade zum Jahreswechsel im amtlichen „Reichsanzeiger" vollinhaltlich abgedruckt worden. Diese fingirlen Dokumente bekunden, durch welch ungeheuerliche Ruchlosigkeit der Czar dahin gebracht wurde, Zweifel in die Aufrichtigkeit der deutschen Politik zu setzen und ohnstreitig handelt es sich um eine sehr geschickte Fälschung, deren Opfer der russische Herrscher in nur zu erklärlicher Weise werden sollte. Wenn die Namen Derer, durch welche die gefälschten Aktenstücke dem Czaren in die Hände gespielt wurden, nicht zugleich mit veröffentlicht worden sind, so ist dies eben ein deutlicher Beweis, daß es sich hierbei um sehr hochgestellte Persönlichkeiten handelt; was die Frage nach dem eigentlichen Urheber der gefälschten Dokumente anbelangt, so kann man hierbei angesichts der nun auch vom Czaren anerkannten Thatsache der Fälschung wohl zur Tagesordnung übergehen. Inden Kirchen des Bisthums Metz ist am Neujahrstage ein bischöfliches Rundschreiben an den Clerus verlesen worden, in welchem die Gläubigen ausgefordert werden, für die Wiederherstellung des deutschen Kronprinzen zu beten. Die Reservisten derjenigen österreichischen Truppen- theile, die bereits mit Repetirgewehren ausgerüstet sind, haben Ordre erhalten, sich behuss einer siebentägigen Hebung im Gebrauche des neuen Gewehres bei ihren Truppenkörpern zu stellen- Die Hebung wird am 22. ds. Mts. beginnen. Die Sammlungen der Katholiken der ganzen Welt zur Opfer- gäbe, welche dem Papste anläßlich seines Priesterjubiläums überreicht worden ist, haben die Gesammthöhe von 2 Millionen Francs erreicht. Außerdem sind aber dem Papste noch sonstige zahlreiche Geldgeschenke zugegangen, die sich noch gar nicht summiren lassen und was den Werth der ihm dargebrachten Jubelgeschenke anbelangt, so wird derselbe auf mindestens 35 Millionen Francs geschätzt. Von den ihm zugeflossenen Geldsummen hat der erhabene Jubilar einen edlen Gebrauch gemacht. Alle ehemaligen päpstlichen Beamten und Soldaten erhalten für den Januar ein doppeltes Monatsgehalt; für die Armen der Stadt Rom spendete der Papst 100,000 Frcs., dem Blindenhospital in San Abessio überwies er 10,000 Frcs. und so wären noch viele andere wohl- thätige Handlungen Leo's XIII. anzusühren, zu denen die Jublläumsseier Anlaß gegeben hat. Die serbische Ministerkrisis ist rascher, als man nach Lage der Dinge erwarten konnte, zum Austrag gelangt. Der neue Sabiners-Ches Gruic ist der bisherige Kriegsminister, welcher neben dem Vorsitz fein bisheriges Portefeuille beibebalten hat und da Gruic als Anhänger der radikalen Partei gilt, so kann man sein Cadinet im Allgemeinen als radikal gefärbt betrachten. In Rumänien hat da« neue Jahr eine Heberraschung gebracht: Durch königliche» Decret ist die Deputirtenkammer aufgelöst und der Schluß der parlamentarischen Session ausgesprochen worden. Die Neuwahlen find aus den 4. Februar er. anberaumt worden und sollen die neuen Kammern bereit» am 19. Februar zusammentreten. — Man hat cs hierbei offenbar mit einem Schlage gegen dis radikale Opposition seitens des Ministerpräsidenten Bratianu zu thun; die gehässigen Angriffe, welche die Radikalen fortgesetzt gegen den Ministerpräsidenten und dessen Politik, namentlich wa» die Behandlung der auswärtigen Angelegenheiten anbelangt, richten und wobei es die Radikalen nicht verschmähen, sogar die Person de» Monarchen selbst in den Bereich dieser Angriffe zu ziehen, hat in ganz Rumänien lebhafte Entrüstung hervorgerusen und unter deren Eindruck werden sich die Neuwahlen vollziehen. Deutschland. ][ Darmstadt, 2. Januar. Die Neujahrs-Galatasel, welche herkömmlicher Weise alljährlich im Kaisersaale de» Großh. Schlosse» stattfindet, ist, wie wir hören, auf den 7. Januar anberaumt. Einladungen dazu ergehen an die Mitglieder de» diplomatischen Corp», an die Spitzen der Cioil- und Militärbehörden und an die Großh. Hofstaaten. — Wir berichteten s. Z. über eine Aufführung de» Sophokleischen Philok- tete», welche im Januar v. I». durch Primaner de» hiesigen Gymnasiums im Großh. Hosiheater stattfand. Diese Aufführung war auch in athenischen Zeitungen besprochen worden und erregte in Athen den Wunsch, die Darmstädter Aufführung mit ihrer musikalischen Begleitung und ihrer antiken Bühneneinrichtung in Athen zu wiederholen. Professor Galani au« Athen wandte sich deshalb an Herrn Gymnasiallehrer Dr. Bender zu Darmstadt mit der Bitte, ihm für die oom Lehrerverein zu Athen im dortigen Königl. Theater geplante Darstellung die mufikalische Begleitung der Chorlieder und der melodramatischen Parthien des PhllokteLes, die von Hrn. Dr. Bender zu Darmstadt und Hrn. Gymn.- Lrhrer Dr. Keller zu Karlsruhe componirt war, zu übersenden. Da aber diese Com- Positionen eine freie deutsche Uebersetzung zur Unterlage hatten, so componirte Herr Dr. Bender für die in Athen beabsichtigte Aufführung zu den Rhythmen de« altgriechischen Textes des Philoktetes eine neue Musik, über deren Schönheit die athenischen Zeitungen gelegentlich der jungst staltaehabten zwei Aufführungen enthusiastische Berichte brachten. Die dortigen Aufführungen des Philoktetes fanden jedesmal vor überfülltem Hause statt und erzielten eine mächtige. tiefgehende Wirkung wovon namentlich der Jubel Zeugntß ablegte, welcher sich der Zuhörer bei einzelnen vatriotischen Stellen des Stückes bemächtigte. Wie wir hören, möchten die Athener gerne in Stand gesetzt sein, auch noch andere Tragödien des Sophokles in ähnlicher Weife, wie den Philoktetes, auf ihrer Bühne darzustellen, und soll Herr Dr. Bender nicht abgeneigt sein, ihrem Wunsche entgegen zu kommen. Darmstadt, 2. Januar. Wegen des Ablebens Ihrer Hoheit der Herzogin Marie von Sachsen-Meininqen, geb. Vrknressin von Hoffen, ist aus Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 9. l. Mts. einschließlich angeordnet morden. Berlin, 1. Januar. Se. Maj. der Kaiser und Ihre Maj. die Kaiserin wohnten heute Vormittag dem Gottesdienste in der Kapelle de» Palais mit kleinem Gefolge bei. Um 11 Vr Uhr empfingen die Majestäten die Gratulationen der Mitglieder dcs königlichen Hause» und sodann kiej-niqen der Hoschargen. Um 12V4 Uhr nahm Se. Maj. der Kaiser die Glückwünsche der Generale und der Obersten der Leib-Regimenter, dann der Minister und endlich diejenigen der Botschafter entgegen. Um 5 Uhr fand Familiendinrr statt. Berlin, 2. Januar. Die „Rordd. Allg. Ztg." saat in ihrer Zeitungü- Rundschau Folgendes: „In der Veröffentlichung der g fälschten Aktenstücke documenttrt sich ohne Frage das bei Weitem bedeutsamste zeitgeschichtliche Er- eigniß. Damit wird für die loyalen Gesinnungen der Czaren ein beredter Beweis geliefert und einer zuversichtlicheren Auffassung der Gesammt-aze die Bahn geebnet." — Der „Rat.-Ztg." zufolge sagte der Kaiser beim gestrigen Empfang der Generalität: „Ich bemerke Ihnen, meine Herren, daß Ihre Aufmerksamkeit in diesem Jahre die Kaisermanöver, welche die Garde und das dritte Corps abhalten, in Anspruch nehmen werden." — Der Oberstkämmerer Gras Otto Stolberg-Wernigerode erhielt gestern den Schwarzen Adlerorden. — Zur Aufmunterung beim Erlernen d-r deutschen Sprache werden durch kriegemivisteriellen Erlaß vom 24. December v. Js. denjenigen Comvagnien, Schwadron n und Batterien, unter deren Ersatzmannschaften sich mindestens 10 Procent nicht deutsch sprechende Elsaß-Lothringer befinden, 15 JL jährlick ausgesetzt. Der Betrag kann zur Zahlung von zwei Prämien — eine zu 9 und eine zu 6 — für solche Leute verwendet werden, die sich durch Fleiß in Erlernung der deutschen Sprache und durch Fortschritte in derselben der Anerkennung würdig gemacht haben. Hestcrreich. Wien, 1. Januar. Die im „Deutschen Reichsanzeiger" veröffentlichten gefälschten Aktenstücke haben hier eine beispiellose Verblüffung hervorgerufen. Die „Neue Freie Presse" besorgt, daß die Publikation in Petersburg einen sehr üblen Eindruck machen werde: dieselbe sei geeignet, die Lage zu verschärfen. Dasselbe Blatt läßt sich aus Berlin berichten, daß in dortigen unterrichteten Kreisen die Friedenschancen überwiegend angesehen würden. Graf Peter Schuwaloff nehme entschieden friedliche Versicherungen nach Petersburg mit. (F. I.) Pesth, 1. Januar. Die liberale Partei des Parlaments brachte heute in corpore dem Ministerpräsidenten Tisza ihre Glückwünsche zum neuen Jahre dar. Graf Bela Banffy gab den Gefühlen der Partei Ausdruck und versicherte den Ministerpräsidenten als ihren Parteiführer ihrer unbedingten Anhänglichkeit. Tisza hob in seiner Erwiderung die Erfolge der Regierung hervor und betonte, der ungarische Staat wolle den Frieden. In dem Falle aber, daß seine Existenz und seine Ehre bedroht wären, schrecke die ganze Nation vor keinerlei Opfer zurück. Falls die allgemeine Weltlage nicht störend einwirke, werde die Regelung der ungarischen Finanzen gelingen. Er schließe sich nicht Jenen an, welche eine Kriegsgefahr als unmittelbar bevorstehend erblickten; auch heute noch hoffe er, daß Oesterreich-Ungarn diese Gefahr vermeiden werde; andererseits sei er aber auch überzeugt, daß Ungarn und die öffentliche Meinung Ungarns nie einen Krieg proooctren werden. Würde ein solcher ihm aber aufgedrungen, so werde Ungarn seinen Platz aussüllen. Mehr wolle und könne er nicht sagen, weil er eine pessimistische Ansicht nicht gerechtfertigt finde und die Verbreitung einer optimistischen Auffassung ein Fehler wäre, da dies oft die Widerstandskraft lähme, deren das Land, wie er nicht hoffe, möglicherweise dennoch bedürfen könne. Der Präsident dcs Abgeordnetenhauses, Pechy, erwiderte, die ungarische Nation habe in schweren Zetten immer bewiesen, daß sie kein Opfer scheue, um Vaterland und Thron zu vertheidigen; er hoffe, jeder Ungar werde auch jetzt seine Pflicht thun. Arankreich. Paris, 1. Januar. Präsident Carnot empfing heute das diplomatische Corps und erwiderte auf die Namens desselben von dem päpstlichen Nuntius ausgesprochenen Wünsche: Er schätze sich glücklich, auf die Mitwirkung des diplomatischen Corps rechnen zu können, nicht blos um die Bande der Freundschaft zwischen Frankreich und den auswärtigen Regierungen aufrecht zu erhalten, sondern um dieselben noch fester zu knüpfen. Er vereinige seine Wünsche mit denjenigen der Vertreter der fremden Mächte, daß jede Besorgniß schwinden möge und die Völker in voller Sicherheit sich der Entwickelung ihrer moralischen und materiellen Wohlfahrt widmen können. Paris, 1. Jrnuar. Bei dem heutigen Empfange des diplomatischen Corps beantwortete Präsident Carnot die Glückwunsch-Ansprache dcs Nuntius mit einer Auslassung, worin er sagte: Er wünsche sehnltchst, daß dieses Jahr alle Befürchtungen (apprehensions) beseitigen möge und daß es uns gelingen möge, die Völker zu beruhigen. Carnot war von sämmtlichen Ministern und seinem gesammten Militärftabe umgeben. Der Empfang war wesentlich feierlicher als zu Zeiten Grevy's. Die friedlichen Worte Earnot's machten den günstigsten Eindruck. (F. I.) Italien. Rom, 1. Januar. (Verspätet eingetroffen.j Das Wetter am heutigen Jubiläumstage des Papstes ist kalt, aber schön. Bereits zu früher Stunde waren die Zugänge zum Petersplatze von einer überaus zahlreichen Volksmenge umlagert. Ein Militär- Eordon verhinderte das Betreten des Platzes durch andere als mit Karten versehene Personen. Im Innern wie außerhalb der Basilika herrschte vollkommene Ordnung. Während der Jubelmcsse des Papstes wurden sämmtliche Glocken Roms geläutet. Um 9>/r Uhr Vormittags begab sich der Papst, welcher auf der Sedia gestatoria getragen wurde, über die reserotrte Treppe aus dem Vatikan in die Kirche und durchkreuzte dieselbe, indem er unter lebhaften Zurufen der Versammelten nach rechts und links den Segen spendete. Der päpstliche Hofstaat folgte dem Tragsessel und gab demselben auch zur Seite das Geleite. Die Schloßgarde und die päpstlichen Gensdarmen leisteten im Dome Ehrendienste. Nach der stillen Messe intonirte der Papst das Tedeum. ■ Darauf setzte sich der Zug in Bewegung. Als derselbe die Mitte des großen Kirchen- 1 schiffes erreicht hatte, ertheilte der Papst von der Höhe des Thronsessels mit vernehmlicher Stimme die feierliche Bcnedtction. Alsdann kehrte der Papst in den ; Vatikan zurück. Telegraphische Depesche». Wolff'S telegr. @ Berlin, 2. Januar. Bet den gestrigen Empfängen des Kaisers unterblieb jedes politische Wort. Der Kaiser, welcher sich sehr wohl befand, verkehrte mit jedem Einzelnen, huldvolle Worte an denselben richtend. — Das Kaiserpaar empfing Vormittags die aus Halle eingetroffene Deputation der Salzwirkerbrüderschaft, welche Neujahrsglückwünsche und Geschenke darbrachte. Der Kaiser arbeitete darauf mit Wilmowski, machte Nachmittags eine Spazierfahrt und empfing nach der Rückkehr den commandirenden General Heuduck. Sodann hörte er den Vortrag des Staatssecretärs Bismarck. Berlin, 2. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt bezüglich der Blättermeldung, der Botschafter von Schweinitz sei als Ueberbringer eines allerhöchsten Hand- u -rCt it f11 .j '11 ruf[i^cn Kaiser in besonderer Mission nach Petersburg gegangen: Besser ^Unterrichtete hatten auf die irrthümliche Mittheilung hingcwiesen. Ebenso unbegründet wie die falsche Nachricht von der besonderen Mission des Generals von Schweinitz seien verschiedene damit in Verbindung gebrachte Betrachtungen, daß der Botschafter seit 1 einer Rückkehr noch nicht in Gatschina gewesen sei. Es verrathe Unkenntnlß diplomatischer Gepflogenheit, anzunehmen, daß ein Botschafter unmittelbar nach der Rückkehr vom Urlaub um Audienz nachzusuchen habe. Derselbe werde im Gegen- Iherl, wenn ihn nrcht außergewöhnliche Umstände nötigen, sich dem Throne sofort zu nähern, ruhig abwarten, daß sich ihm Gelegenheit darbiete, mit dem Souverän, ohne demselben zur Last zu fallen, zusammenzutreffen. Autographe Briefe von Souverän zu Souverän wenn dieselben in Famtlienbeztehungen stehen, wie dies zwischen dem deutschen Kaiser und dem russischen Kaiser zutreffe, seien etwas ganz Gewöhnliches. Es wäre also nicht auffallend gewesen, wenn Den Schweinitz ein allerhöchstes Handschreiben an den russischen Kaiser anvertraut worden wäre. Im vorliegenden Falle and aber kein solcher Schriftwechsel statt, es lag deshalb kein Grund vor zu einer schleunigen Reise des deutschen Botschafters nach Gatschina. Hirschberg i. Schl., 2. Januar. Zwischen Merzdorf und Rubbank ist gestern Abend ein von Dittersbach, kommender Güterzug entgleist; die gedachte Strecke ist in Folge deffen tur den Personenverkehr gesperrt. Posen, 2. Januar. Heu'e begann vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts die Verhandlung wider den Studenten Bronislaw Slowinski und Genossen wegen Tberlnahme an gebeimen Verbindungen und Anreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Gewalttbätigketten gegen einander (§$ 128, 129 und 130 des Strafgesetzbuchs). Die Angeklagten sind meist Handwerker polnischer Nationalität. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde die Oeffentlichkeit^ausgeschlossen. Für die Verhandlung find zwei Wochen in Aussicht genommen. Wien, 2. Januar. Das „Fremdenblatt" schreibt: „Mit Rücksicht auf Artikel von Petter Blättern, wonach verbürgte Berichte in Ästen eingelangt, wären, daß Ver- schlebungen russischer Truppenmassen und Kriegsgüter aus dem Innern des Reiches nach Westen ungestört fortdauern, sind wir auf Grund beglaubigter Informationen in )en? Meldung dahin zu rektifiziren, daß in letzter Zeit keine weiteren autben- Ufchen Nachrichten über neue Dislokationen russischer Truppenmassen aus dem Inneren des Reichs nach den Westgrenzen angelangt sind, vielmehr aus den letzten Berichien hervorgeht, daß es sich bei den in jüngster Zeit gemeldeten Nachrichten hauptsächlich um Verschiebungen innerhalb der Grenzprovinzen zu handeln scheint. Antwerpen, 2. Januar. Das hiesige Alhambratheater wurde gestern Abcr.d durch eine heftige Feu-rsbrunst zerstört. Der Kastellan und seine Kinder, welche, da keine Vorstellung stattfand, allein im Hause sich befanden, wurden gerettet. Belgrad, 2. Januar. Die Skupschtina genehmigte mit 120 gegen 63 Stimmen die Zwanzigmilltonen-Anleihe, worauf sie durch königlichen Ukas bis zum 29. Januar vertagt wurde. Lokaler. Gießen, 3. Jrnuar. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 5. Januar 1888, Nachmittags 4 Uhr. 1. Prüfung der Rechnung vom Jahre 1886/87. 2. Umbau des Bahnhofs Gießen. 3. Kostendecreturen. 4- Gesuch des Bezirksbauaufsehers Senßselber um käufliche Ueberlassung städtischen Geländes. 5- Gesuch des Commerzienraths Adolf Noll um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes. 6. Herstellungen im Haftlokal. 7. Gesuch um Verbreiterung der kleinen Sandgasse. 8. Versteigerung von Bauplätzen neben der Freimaurerloge. 9. Den Brunnen auf dem Seltersberg betr. 10. Die Verschlämmung des Fluthgrabens an den Hardthösen. 11. Das Straßenpflaster und den Canal in der Lindengasse. 12. Die Unterhaltung von Gräbern auf Kosten der Stadt. Gießen, 3. Januar. Innerhalb weniger Tage ertönten gestern Abend */49 U^r jum zweiten Male die Sturmglocken. In dem Dachgeschoß der Kleinkinder- Bewahranstalt war Feuer ausgebrochen, welches sich schnell fast über das ganze Dach verbreitete und hell emporflammte. Bei dem Umstande, daß der Schoorgraben fest zugefroren und auch fönst Wasser nicht schnell zur Hand gewesen, war es nicht möglich, das Feuer im Entstehen zu dämpfen; dasselbe konnte erst nach Eintreffen der Feuerwehr und Zuleitung von Wasser aus den städtischen Hydranten gelöscht werden. Nach ^stündiger Arbeit durfte die Feuerwehr wieder abrücken. Der angerichtete Schaden ist ziemlich bedeutend der Dachstuhl ist fast ganz zerstört, während das in den unteren Theil de? Gebäudes dringende Master Decken, Wände und das in den verschiedenen Räumen befindliche Mobiliar beschädigte. Gießen, 3. Januar. (Theater.) Mit den beiden Neujahrs-Novitäten hat untere Theaterdirection einen entschieden glücklichen Griff gethan, denn auch die gestrige Vorstellung „Goldslsche erzielten vor vollständig besetztem Hause einen durchschlagenden Erfolg. Das Ensemble war wiederum ganz exquisit und brachte uns das geiftoolle Lustspiel des genialen Schönthan in feinster Detailmalerei vor Augen. Der Dichter hat den Boden der etwas derberen Schwänke, wie z. B. „Raub der Sabinerinnen verkästen und bringt uns dieses Mal ein Salonlustspiel, wie man es sich formgewandter kaum denken kann. Die ganz exquisite Darstellung trug noch wesentlich zum Gelingen des Ganzen bei und nennen wir mit Auszeichnung die Damen Bauer, Rottmeyer und Butsson, sowie die Herren Heinrich, Hoofacker und Kreisel, denen sich die Vertreter der kleineren Rollen geschickt anschlossen. Auch der eleganten Garderobe sämmtlicher Darsteller sei an dieser Stelle lobend Erwähnung gethan. Nach unserem Dafürhalten kann die Theaterdirection unserem gebildeten ^heaterpublikum gewiß eine große Freude damit bereiten, wenn sie „Galdfische" nochmals zur Aufführung bringt, denn solch ein vornehmes Lustspiel sollte jeder Kunstfreund gesehen haben. Der Feuerlärm von gestern Abend verursachte im zweiten Akt estre kleine Stockung, wurde aber von der Bühne herab dem Publikum in geschicktester Weise unterbietet, fo daß nach einer kleinen Pause ruhig weitergespielt werden konnte. Unser beliebter Komiker, Herr Woisch, hat am Donnerstag zu seinem Benefiz die beliebte Gesongsposse „Lumpaci Vagabundus oder Das liederliche Kleeblatt" gewählt. g Vermischtes. △ Mainz, 2. Januar. Gestern Abend geriethen in Folge des stark zunehmenden Treibeises mehrere ^chiffe, die sich noch auf dem freien Rhein befanden, in große Noth. Es mürben eiligst Signale gegeben und eilten schwere Dampfer herbei, um die bedrängten Schiffe aus der gefährlichen Lage zu holen. M △ M a tn z, 2 Januar Bei der hiesigen Staatsanwaltschaft ist Anzeige erhoben worden von beträchtlichen Wilddiebereien, die auf dem Friedhöfe in Kastel von dem Todtengräber und dessen Sohn ausgeführt worden. Zu diesen Wildereien hat der wtldbegierige Friedhofswcirter die Kränze von den Gräbern benutzt. Bei einer gestern Morgen tn frühester Stunde vorgenommenen Haussuchung hat man in der Wohnung deS Todtengräbers die Beweisstücke erhoben. — Die diesjährigen Fastnachts-Veranstaltungen wurden gestern durch zwei große carnevalistische Concerte in der „Stadthalle" inaugurtrt. Dieselben verliefen in außerordentlich gelungener und animirter Weise und unter zahlreichster Betheiliaung hiesigen und auswärtigen Publikums. Die Zahl der Besucher der Eoncerte wird wohl 3000 überschritten haben. Die verschiedenen Chorlieder erregten allgemeinste Heiterkeit und mußten auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. Erst gegen Mitternacht endigte Las zweite Concert. Als Erinnerung an das Earneoalsjubiläum gelangte schon eine sehr hübsche Medaille zur Ausgabe. Auf dem Avers befindet sich die „Stadthalle" von der aufgehenden Sonne beleuchtet, auf dem Revers bte Inschrift: „Allen wohl und Niemand wehe, sowie das Wappen der „Narhalla". — Pessimistische Gemüther wollen aus dem Neujahrsgruß, welchen der General von Schlotheim, Commandeur des 11. Armeecorps, an die Trupven der hiesigen Garnison gerichtet hat, das Bevorstehen eines Krieges herauslesen. Der ReujahrSgruß schließt nämlich mit den Worten: War »origes Jahr die politische Lage eine ernste, so ist sie gegenwärtig noch viel ernster. Möge aber kommen was da wolle, unsere Parole wird stets sein: Gott mit uns, treu zu Kaiser und Reich! — Seit einiger Zett werden von der hiesigen Garnison 25 Mann mehr als bisher zur Anfertigung von scharfen Patronen verwendet. Bremen, 1. Januar. Der heutige Brand in der alten Börse wurde gelöscht, nachdem der größte Theil des Dachstuhls durch das Feuer zerstört war. Die Räume darunter sind durch Wasser beschädigt; die darin befindlichen Gemälde, Akten rc. wurden unversehrt geborgen. — [Erhaltung der Marmordenkmäler im Freien.) Vielfältige Beobachtung zeigt, daß die bet uns in den Städten aufgestellten Marmordenkmäler sich langsam verändern. Sie verlieren erst ihren Glanz und werden dann rauh; ohne Zweriel findet eine Zersetzung ihres Materials durch die Einwirkung von Lust und Wetter statt. Auf dem Lande beobachtet man die Erscheinung kauui, und eS liegt nahe, dieselbe mit der Zunahme der Steinkohlenoerwendung in Zusammenhang zu bringen. Durch Untersuchungen wird dies in hohem Grade wahrscheinlich gemacht. Die Steinkohlen entwickeln reichliche Mengen schwefliger Säure, diese oxydirt sich in der Luft zu Schwefelsäure; kommt letztere mit dem Marmor (kohlensauren Kalk), in Berührung, so bildet fick Gyps (schwefelsaurer Kalk), dieser wird von dem Regenwasser aufgelöst und fortgeführt. Sendtner fand, daß der Schnee die Fähigkeit besitzt, schweflige Säure und Schwefelsäure in großen Mengen zu absorbiren, und es sind deßhalb die Denkmäler besonders im Winter gefährdet, wenn sie mit Schnee bedeckt sind. Als Mittel gegen diese schädlichen Einwirkungen wird die Tränkung der Marmoroberfläche mit einer Ceresinlösung (1 Th. Ceresin in 50 Th. Benzol), welche gelegentlich, etwa jährlich, zu wiederholen ist, empfohlen. | Handel und Verkehr. - Gießen, 3. Januar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund » JL 1.00—1.15, Hühnereier pr. St. 7—8 H, Gänseeier St. 12—14 Käse vr. St. 4—8 X Käsematte 3—0 X Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen 30 Tauben ver Paar 60 bi» JC 1,00. Hühner per Stück 0.85—1.00, Hahnen pr. Stück JL 0.70—1.20, Enten per Stück JL 1.30—1.70, Gänse per Pfund 45—70 X Ochsenfleisch per Pfund 58 bis 60 X Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleis cy 54—60 H, Hammelfleisch 40 bi- 80 X Kalbfleisch 40—48 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4 00—4 35, Milch per Liter 12—18 H, Weißkraut Stück 5-10 H, Zwiebeln per Centner JL 8.00—9 50. Frankfurt, 2. Januar. Der heutige Viehmarkt war mäßig befahren. Angetrieben waren 366 Ochsen, ca. 24 Bullen, ca. 361 Kühe und Rinder, ca. 262 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. CuaL 58—60, 2. Qual. 52—54, Kühe und Rinder 1. Qual. 50 —52, 2. Qual. 42—46 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 50—52 2. Qual. 44—46 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. Frankfurt, 2. Januar. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer JC 17,75-18,00, fremder 17,75-20,25, Roggen eff. hies. JL 14,00-14,25, fremder JL 00,00—.00,00 Gerste effectiv hiesige und Wetteraper JL 15,00—16,50, fremde JL 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JL 14,00—14,50, fremder JL 00,00—00,00. Wöchentliche Zteberficht der TodevMr in der Stadt Gießen. 52. Woche. Vom 25. December bis 31. December 1887. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Summa: 7 6 Es starben an: Zusammen: Erwachsene: Lungenentzündung 4 (1) 4 (1) Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (l) Bauchfellentzündung 1 (1) 1 (1) Diarrhöe 1 Sterblichkettsziffer: 19,15 %q. Kinder im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. flpOfiiftet Hrr hungernden liögel! Allgemeiner Anzeiger. Gberhesßsche Eisenbahnen. An stelle des Ausnahmetarifs für die Beförderung von Steinkohlen rc. von Stationen dcr Eisenbahndirectionsbezirke Köln (links- und rechtsrb) und Elberfeld rc. nach Stationen der Oberhessischen Eisenbahnen vom 1 Januar 1882 tritt mit dem 1. k. M. ein neuer Ausnahmetarif in Kraft. Ueber den Inhalt desselben er- theilen die Güterexpedittonen Auskunft. Gießen, den 29. December 1887. 137 Großherzogliche Tirection. Donncrstsg, drn 5. d. M, Nachmittags 2 Uhr, in dem früher Brarurn'ichen Laale dahier werden gegen gleich baare Zahlung öffentlich verstetgert: 5 silberne Eßlöffel, 1 bitt- Vor- leglöffel, 6 silberne Gabeln, 1 silberne Zuckerdose, 1 ditto Kaffeekanne, 1 goldene Rernon- toir- und 1 ditto Spindel-Uhr, 1 goldene, 1 silberne Uhrkette, 1 Goldklemmer, 1 schwersilberbeschlagener Pfeifenkopf rc. re. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 2. Januar 1888. Engel, 132 Gr. Gerichtsvollzieher Dienstag, den 10. Januar, von Nachmittags 2 Uhr an, werden in der Wohnung des verstorbenen Herrn Advokaten Kohlermann, Mar- vurgerslraße 14, nachverzeichnete Mobilien versteigert: 1 Secretair, 1 Schrank mit Glas- aufsatz, Kleiderschrank, Tische, Stühle, Kommode, 1 Betfftelle, großer Spiegel, etwas Hausgeräthe u. s. w. Im Auftrag; 113 ____8ouiS Rothenberger, Taxator Versteigerung. Donnerstag, b. 5. Ian 6888 von Vormittag 9 Uhr an, laffen die Erben der verstorbenen Elias Weller I. Eheleute zu Alten-Buseck erbvertheilungshalber versteigern: 2 Kühe, 2 Rinder, 2 Gänse, 6 Hühner, 1 Hahn, Wagen, Pflug, Egge, Bettmerk und sonst sämmt- liches Haus- und Oeconomie- geräthe. Alten-Bujeck, am 2. Januar 1883. Großh. Ortsgericht Alten-Buseck. Krämer. 133 Jettgeöotenes. 62 Ein eleganter «chlittcn loi-rsttziz) zu verkaufen- Louis Aaber, Wagner. । Restauration zum Löwen Neuenweg 28. Münchener von heute an im Zapf Alleinverkauf für Gießen und Umgegend. Abgabe in Gebinden und Flaschen. 126 !!!Anerkannt bestes Münchener Gebräu!!! Otto Duft. Sümmrliche Iormularien für Krankenkaifen find nunmehr bei mir zu haben. Wilh. Klee Schreibmaterialienhandiung zu Gießen. BaNdlumen und Facher in reichhaltiger Auswahl zu billigen Preisen empfehlen 122 «L Seltersweg 77. Bekanntmachung und Warnung!! 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Regenschirme werden bei mir sofort reparirt mts überzogen. Anfrage? Wird «»Der Waldteufel^ nicht nochmals gegeben. n. '16.09-16.13 16.06-16.10 20.26-20 31 Kindergarten. Mein Kindergarten beginnt Donnerstag, den 3. Januar Anmeldungen nehme ich zu jeder Zeit in meiner Wohnung Alicen- Pratze 28 entgegen. 136 . Beige ergebenft an, daß T? rl lch wieder eingetroffen bin - - und heute den letzten Cursus im Schönschreiben eröffne M- und garantire, wie genügend bekannt, in nur 5 Lectionen die besten Erfolge zu erzielen. Meldungen kann aber nur heute noch annehmen. Hierdurch beehre mich, Ihnen die I höfliche Mittheilung zu machen, daß ■ ich am hiesigen Platze ein Geschäft für ■ Kücheneinrichtungen, Haushaltungsgegenstände und Spielwaaren unter der Firma Al. Reyer's Waarenhaus errichtet habe. Sticht allein durch vielfache und grossartige Auswahl, sondern auch durch streng reelle, solide Waaren, besonders aber durch ganz erstaunlich billige Preise zeichnet sich mein Etablissement aus !! 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Flüchte Dich zu mir »Verfolgte ' J?u bleibe draußen; denn bin ich auch kein »Ver^wender^, so ist doch ohne den schnöden Mammon die Welt ein »Sodom oL^-MauS^ »Mein Leopold", »Robert und Bertram^, »Schützenlis'l^, »Waldteufel^, »Stabstrompeter^, »Die Goldfische^, »«e- machterMann , »Das Blitzmädel*, haben ihr Erscheinen auch zugesagt; oh, möchte es meinem »Zauberkäppchen^ gelingen, alles »Mit den Sternen" heranzuziehen. OO1/ Sä) will Zwar kein »«oldonkel" werden, rechne auch nicht auf ,1733 Thlr. ^Jebr0(Ö ^b/was »Klein Geld" auch nicht zu verachten, man kann auch damit ein »Stolzer Heinrich sein. Ließ' man mich aber als »Pechschulze" sitzen — dann — »Guten Morgen, Herr Fischer!" 1 ö 144_____________________________Achtungsvoll Otto Woifch. Vermischte Anzeigen. 121 Zur Errichtung eines Speeerei- aeschästeS in vorzüglicher Lage der Stadt bietet sich für einen Kaufmann, welcher ein solches Geschäft anfangen oder sich verändern will, beste Pacht-Gelegenheit. Schriftliche Anfragen befördert die Exped. d. Bl. 4% Preußische Consols 3V2°/o do. 4% Naffauer Oblig. 4°/o Bayerische Oblig. 4% Badische Oblig. 4% Hessische Oblia. 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. Zuschneide-Unterricht im Kleidermachen, Maaßnehmen, Freihandzeichnen, sowie Richten und Rasten der Costüme nach neuester engl. und franz Methode. Elegante Faron und gutsitzende Taillen zugesichert. Auch werden Costüme, Paletots, Schlafröcke, Kinderkleider u. s. w. nach Bestellung prompt angefertigt. Der Cursus beginnt am 2. Januar und können Teilnehmer sang jeden Monats eintreten, luf Wunsch Pension im Hause. Achtungsvoll [125 lohanna Vogel, Modes, onnenftraße 3 (Kanzleiberg) parterre. -46 Gesucht wird e. angehender Kellner per sof. d. Wittlich, Grünbergerstr. 15. „Ein Vereinsdiener“ wird vom hiefigen Schützenverein engagirt. Bewerber wollen ihre Eingaben an Herrn Carl Brück (Kreuzplatz 8) richten.__145 Ein junger Mann mit guter Handschrift alS Schreibgehülfe auf ein hiesiges Bureau gesucht. 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