1888. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r S ch u l st r a ß e 7. Erscheint tätlich mit Ausnahme des Montags. Preis nierteljährlick 2 Mark 20 Ps. mit Brinaerlobn. Durch die Post betonen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Deutschland. Berlin, 31. Januar. Der Kaiser empfing Vormittags den Polizeipräsidenten, nahm mehrere militärische Meldungen entgegen, consertrte mit Albedyll und machte Nachmittags eine Spazierfahrt. Heute Abend findet eine kleine Theegesellschast bet den Majestäten statt. — Der Bundesrath stimmte den Anträgen Preußens und Hessens wegen erneuter Anordnungen auf Grund des Socialistengefetzcs bezüglich des sogenannten Kleinen Belagerungszustandes für Stettin und Umgegend und Kreis Offenbach zu. Er nahm ferner den Ausschußantrag an, daß der Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuchs mit Motiven zu veröffentlichen sei und Besprechungen desselben bei dem Reichsjustizamt einzureichen sind. Die Bestimmung über die zweite L'sung des Entwurfs bleibt Vorbehalten. Lüdenscheid, 29. Jan Sin Krankenkassen -Conflict, her für weiteste Kreise von großem Interesse sein dürste, ist hier ausgebrochen. Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Handwerker hatte, entgegen dem Statut, selbstständig einen Vertrag mit den Aerzten abgeschlossen; dieser Vertrag wurde von der Generalversammlung nicht anerkannt (mit 84 gegen 21 Stimmen), namentlich fand das Verlangen der Arrzte, daß Die Familie Der Kaffenmitglieder nur gegen jährlichen Beitrag von 6 in die Behandlung mit einbegriffen werde, Widerspruch. Nach lebhafter Erörterung der Angelegenheit in Den Zeitungen und im Publikum hat nun gestern wieder eine GenerÄvecsammlung stattgesunden, In welcher der Vorstand keine Last bezeigte, den Anträgen der Versammlung zu entsprechen. In sehr erregter Sitzung wurde von der Versammlung beschlossen, bei der Aufsichtsbehörde Beschwerde über den Vorstand zu führen. Sei Der überwiegenden Mehrzahl der Kassenmitglieder herrscht die Anschauung, daß die Kasse z. Z. feine Aerzte besitzt, welche ärztliche Hilfe zu leisten verpflichtet find, wenigstens hätten sie einen rechtlichen Anspruch nur an den Vorstand. Auf die endliche Lösung der Angelegenheit ist man hier sehr gespannt. AlaNeu. Rom, 31. Januar. Der „Agenzia Stefani" wird aus Maffauah ge« meldet: In Asmara unD Tigre erhält sich das Gerücht, daß Menelck sich tm Aufstande gegen den Negus befinde; alle Kundschafter wiederholen diese Nachricht seit mehreren Tagen. Nrrßland. Petersburg, 31. Januar. Nach einer heutigen Veröffentlichung im Gesetzblatt bestätigte Der Kaiser unterm 28. November Die Generalpläne für die Grenzen, die Esplanaden der Warschauer Befestigungen und die Festungen Kowno, Ossowetesk und Mrchailowskaja (Batum), sowie die Verordnung n, durch welche die Errichtung von Privatgebäuden auf Den Esplanaden eilige« schränkt wird. Deutscher Reichstag 26. Sitzung vom 31. Januar 1888. Am Tische des Bundesraths v. Bötticher. Eingegangen ist eine Vorlage betr. den Schutz der Vögel. Das Haus wählt an Stelle dcS aus dem Amt geschiedenen Abg. Graf v. Schonborn-Wiesentheid durch Acclamation den Abg. Freiherrn v. Buol und tritt dann in die -weite Berathung des Gesetzes betr. die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften. E 3n S 2 hat die Commission den Zusatz beschlossen, daß den Verwandten der Ehefrau tn aufsteigender Linie uno ihren Kindern aus früherer Ehe eine Unterstützung ohne Anspruch auf Ersatz vom Reiche gewahrt werden. Abg. Hahn (cons.) beantragt die Worte „ohne Anspruch auf Ersah vom Reiche" zu streichen. Staatssecretär o. Bötticher: Nachdem die Commission dem $ 2 eine so veränderte Fassung zu geben beschlossen hat, scheint mir der Antrag des Vorredners nur der Billigkeit zu entsprechen. Ich glaube, die verbündeten Regierungen werden einem solchen Antrag zustimmen. Hierauf wird der Antrag Hahn und der so veränderte § 2 angenommen. S 5 setzt die Minimalsätze der Unterstützungen (von Mai bis October monatlich 6 Ji, in den übrigen Monaten je 9 Jt) fest. Abg. Dr. Baumbach (frets.) betont, daß es sich hier um die Mi' imalbeträge handle und hofft, daß nöthtgenfalls eine Erhöhung etntrcten werde. S 5 wird hierauf unverändert angenommen. . Dem 8 10 beantragt Abg. Goldschmidt (freis.) folgenden Zusah bei-ufügen; Der m den Dienst Eingetretene in Gefangenschaft gerathen und aus >-rserben noch nicht zuruckgekehrt, wenn die Formation, der er angehörte, auf den Friedensfuß zurück- beiuhrt oder aufgelöst ist, so werden die Unterstützungen noch bis zu einem Jahre nach diesem Zeitpunkte gewährt. Voraussetzung einer solchen Gewährung ist, daß es an glaubhaften Nachrichten über den Verbleib des Gefangenen fehlt und die zum Bezüge der Unterstützung Berechtigten auf Erforderung vor einer zur Abnahme von ! ^iden zuständigen Behörde die eidesstattliche Versicherung abgeben, von dem Verbleib Des Gefangenen keine anderen als die angezeigten Nachrichten erhalten zu haben. Staatssecretär v. Bötticher: Der wohlmeinende Antrag des Vorredners \ richtet sich auf gan- exceptionelle Fälle. Eine solche Bestimmung könnte für Pflicht- ! vergessene leicht einen Anreiz geben, dann ein paar Jahre länger als nöthig im schönen Frankreich oder wo es sonst ist, zu bleiben. In den wenigen exceptionellen Fällen wird doch durch Staats- oder Prioatunterstützung gesorgt werden können. Ich bitte Sie daher, den Antrag abzulehnen. Abg. Goldschmidt zieht hierauf seinen Antrag bis zur dritten Lesung zurück. In S 12 hat die Commission die Mtndestbeträge für die Unterstützung binnen j eines Jahres nach erfolgtem Friedensschlüsse festgesetzt. I Staatssecretär v. Bötticher bezeichnet die Bestimmung dieser Fassung als finanziell bedenklich und empfiehlt die Wiederherstellung der Fassung der Regierungsvorlage, wonach Umfang und Höhe dieser Entschädigung und das Verfahren bei Feststellung derselben durch jedesmaliges Spectalgesetz des Reiches bestimmt werden soll. Die Annahme des Commissionsbeschlusses könnte leicht das Zustandekommen des Gesetzes vereiteln. | Abg. o. Kleist-Retzow (cons.) kann die finanziellen Bedenken des Vorredners nicht theilen. Es darf nicht, auch nach einem unglücklichen Kriege, die Unterstützung in das Belieben der Gesetzgebung gestellt werden. Die Unterstützungsleistungen müssen wie eine Reichsschuld angesehen werden und unverweigerlich sein. Die in der Commission beschlossene Fassung kann allein die genügende Sicherheit gewähren. Director im Reichsschatzamt Aschenborn erörtert nochmals die finanzielle Seite. Der glückliche Krieg von 1870/71 habe mit einem Bedarf von 1600 Millionen Mark abgeschlossen. Zur Deckung des Bedarfs nach einem Kriege sei eine Anleihe nothwendig; ihre Ausbringung sei um so schwieriger und kostspieliger, je größere Beträge zu decken seien. Aus diesem Grunde würde die Bestimmung des § 12 in der Fassung der Commission nach einem unglücklichen Kriege große finanzielle Schwierigkeiten herbeiführen. Abg. Dr. Hammacher (natl.) schließt sich diesen Ausführungen an. Die Fassung der Commission scheine von der Ansicht auszugehen, daß wir stets einen glücklichen Krieg haben werden. Aber selbst für diesen Fall muß doch immer die finanzielle GesammUage des Reichs berücksichtigt werden und deshalb muß die Feststellung der Leistungen jedesmal durch ein Specialgesetz erfolgen. Nachdem noch die Abg. Dr. Baumbach und Graf Ballestrem sich für die Fassung der Commission ausgesprochen haben, wird dasselbe gegen die Stimmen der Rattonalliberalen angenommen. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Berathung des Etats. Der Rest des Militäretats wird debattelos unverändert angenommen. Beim Etat des Neichsjustizarntes befürwortet Abg. Kulemann (natl.) in längeren Ausführungen die Herabsetzung der Gerichtskoften, welche jedoch ohne Verringerung der Anwaltsgebühren nicht durchführbar wäre. Auch die Herabsetzung der Gerichtsvollzteherkosten, sowie eine feste Gehaltsbestimmung für Gerichtsvollzieher seien nothwendig. Staatssecretär Dr. Schelling: Die verbündeten Negierungen haben ihre Interessen für Verbesserung des Kostenwesens schon dadurch bewiesen, daß sie eine Herabminderung der Gerichtskosten herbeigeführt haben. Eine weitere Revision wird gleichzeitig die Ermäßigung der Anwaltsgebühren in's Auge fassen müssen. Als aber in voriger Session die Regierungen eine derartige Vorlage an das Haus brachten, fand diese in der Commission eine sachliche Berathung keineswegs; die Berathungcn nahmen vielmehr eine Wendung, welche die Regierungen nicht hatten erwarten können. Man beschränkte sich darauf, in eine Prüfung der Erwerbsverhaltntsse der Anwälte etnzutreten. Die Commission habe hier zu weitgehende Rücksichten genommen, größere als^ sonst das hohe Haus zu nehmen pflege. Die Commission hätte jede weitere Prüfung der Vorlage davon abhängig gemacht, daß zunächst eine Statistik über die Einkommensoerhältnisse der Anwälte aufgestellt würde. So ist denn die Vorlage in voriger Session zu Fall gebracht worden. Auf die Einzelheiten, die der Vorredner heute vorgebracht, könne er natürlich nicht weiter eingehen. Er widerspreche nicht der Richtung der Anregungen, die gegeben werden; aber man dürfe nicht übersehen, daß unser Prozeßwesen ein organisches Ganze sei, bet dem ein Schlag tausend Verbindungen treffe. Abg. Petri (natl.) bekämpft die Einführung eines festen Gehalts für Gerichtsvollzieher. Abg. Dr. Meyer-Jena (natl.) glaubt, daß eine Einigung über die Revision des Gerichtskosten- und Anwaltsgebührengesetzes leicht herbeizuführen wäre, wenn die Regierung die in voriger Session geltend gemachten Gesichtspunkte berücksichtigen wollte. Der Rest des Etats wird unverändert angenommen, nachdem Staatssecretär Dr. v. Schelling erklärt hat, daß der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzes fertiggestellt sei und der öffentlichen Kritik unterbreitet werden solle. Der Etat des Reichseisenbahnamts wird gleichfalls angenommen. Morgen 1 Uhr: Verlängerung der Legislaturperioden. Telegraphische Depeschen, Wolff- telege. fconfcem9 Berlin, 31. Januar. Das Abgeordnetenhaus genehmigte in seiner heutigen Sitzung den auf der Tagesordnung stehenden Etat fast durchweg nach den Commissionsanträgen. — Im Laufe der Debatte erklärte der Minister v. Puttkamer auf bezügliche Anfragen, die Frage, ob das Gebäude des Reichstags für die Zwecke des Abgeordnetenhauses verwendbar sei, wäre nach einer eingehenden technischen Untersuchung verneint worden, wohl aber sei der Platz des Reichstagshauses hierfür verwendbar und seien darüber bereits Untersuchungen eingeleitet worden. Im weiteren Laufe der Debatte kam der Minister auch auf das Erkenntniß im Posener Socialisten- proceß zu sprechen und erklärte, daß das Posener Gericht Naporra und Jhring als durchaus glaubwürdige Zeugen bezeichnet habe. Da die Namen dieser pflichttreuen Beamten unschuldiger Weise durch ganz Europa gehetzt worden seien, so werde er denselben eine eklatante Genugthuung zu verschaffen suchen. Coblenz, 31. Januar. Der Rheintrajekt bei Oberkassel ist seit heute Morgen wegen des Eisgangs für den gesammten Verkehr eingestellt. Budapest, 31. Januar. Die Club - Conferenz der liberalen Partei nahm den Gesetzentwurf, betreffend Jnarttkulirung der Handels - Convention mit Deutschland, an. Dublin, 31. Januar. Der parnellitische Deputirte Blaue wurde zu vier- monatlichein Gefängniß wegen aufrührerischer Rede oerunhetlt. Er hat Appellation angemeldet. Petersburg, 31. Januar. Bezüglich des Gerüchtes von der Aufnahme einer neuen Anleihe Rüglands in Paris sagt der Börsenberichterstatter des „Journal de St. Petersbourg", es sei überflüssig, zu sagen, daß man das Gericht als ein unsinniges zu betrachten habe. Das „Joum. de St. Petb." habe erst vor einigen Tagen die zu ergreifenden finanziellen Maßregeln dargelegt und innerhalb der seitdem verflossenen wenigen Tage fei sicherlich keine Aenderung in dieser Beziehung eingetreten. — Das „Journ. de St. Petersb." erklärt ferner das Gerücht, daß die russische Gesandtschaft in Bukarest anläßlich des mit einem Stallknecht derselben vorgekommenen Zwischenfalles die Beziehungen zu den rumänischen Behörden eingestellt habe, für gänzlich unbegründet. Der Vorgang sei ohne jede Bedeutung und es seien diesbezügliche Erklärungen erbeten und ertheilt worden. Darauf beschränke sich alles, waS vorgekommen sei. — Der „RegierungsAnzeiger" meldet: Auf Befehl des Kaisers vom 6./10. 1887 wurden nachstehend genannte Personen einer besonderen Session des Senats für Staatsverbrechen zur Aburthetlung überwiesen: Kleinbürger Orshich und Petrowskij; Kosaken- kapitän Tschernow: Edelmann Alexandrin: Kleinbürger Ssigida nebst Frau; Beamtenfrau Trinitatskaja und Kleinbürgerin Feodorowa. Dieselben sind angeklagt, einer geheimen revolutionären Vereinigung, genannt die Partei der Narodnajawolja, beigetreten zu sein und zwecks Verübung terroristischer Thaten Explosivwurfgeschosse auf- bewahrl zu haben. Einige Angeklagte errichteten außerdem eine geheime Druckerei in Tanganrog, die am 23./10. 1886 entdeckt wurde. Die Aburthetlung des Orshich wurde wegen Krankheit desselben vertagt. Die übrigen sieben Angeklagten wurden schuldig befunden und zur Hinrichtung durch den Strang verurtheilt. Fünf Angeklagten wurden Milderungsgründe eingeräumt. Sechs reichten Gnadengesuche ein. Schließlich begnadigte der Kaiser alle sieben und zwar: Petrowskij und Ssigiada zu fristloser Zwangsarbeit; Alexandrin zu 18, Tschernow zu 15, die Frauen Trinitatskaja zu 12, Ssigida und Feodorowa zu 8jähriger Zwangsarbeit. Washington, 31. Januar. Der Präsident erließ eine Proklamation, wonach für aus deutschen Häfen kommende Schiffe die Tonnengeldgebühr von 6 Cents aufgehoben wird. L o k a 1 e <. *** Gießen, 31. Januar. Heute Vormittag begann vor der hiesigen Strafkammer, unter oem Vorsitz des Herrn LandgerichtsdirectorS Muth, der Prozeß gegen die Böhmin Anna Pirchann, welche angeklagt ist, den hiesigen Kaufmann Docter um mehrere Tausend Mark betrogen zu haben, indem sie unter Vorspiegelung falscher und Unterdrückung wahrer Thatsachen sich in das Licht zu setzen wußte, als ob sie zahlungsfähig sei und hierdurch Docter bewog, ihr einen namhaften Credit einzuräumen. Die Angeklagte betrat gleich nach 81/i Uhr den Gerichtssaal, nahm auf der Anklagebank Platz und begann laut zu schluchzen. Als der Vorsitzende sie aufforderte, auf die an sie gestellten Fragen klar und präctse zu antworten, statt — was doch auf den Gerichtshof keinen Eindruck machen könne — zu weinen, versiegten die Thränen sehr bald und sie war wieder ganz die redebegabte, sicher auftretende Person, als welche die ganze Verhandlung sie erkennen läßt. Anna Pirchann ist eine elegant gekleidete, nicht unsympathische Erscheinung, wenn auch ihr Aeußeres nicht so Vertrauen erweckend genannt werden kann, daß ihre bloße Erscheinung sie die Gunst aller Derer, mit denen sie in Berührung kam, im Sturm gewinnen lassen konnte. Sie ist 39 Jahr alt, katholisch, wegen verschiedener Delicte einmal mit 11 Monaten Gelängniß und zuletzt in Oldenburg wegen Urkundenfälschung mit 4 Jahren Zuchthaus bestraft, welche sie auch verbüßt Hal. Sie dreht dem Publikum, das in ungewöhnlich großer Zahl vertreten ist — der Zuhörcrraum ist bis auf das kleinste Plätzchen besetzt — hartnäckig den Rücken. Ten Fragen des Vorsitzenden weicht sie mit großer Geschicklichkeit aus und klammert sich beständig an ein einzelnes Wort, statt auf die Frage in ihrer Gesammt- heit einzugehen. Ihrer Vorstrafen und der damit zusammenhängenden Dinge will sie sich nicht mehr genau erinnern, zudem behauptet sie, daß alle jene Strafthatcn, deren sie in Oldenburg angeklagt war und deren sie ausnahmslos schuldig befunden worden, nicht erwiesen worden seien. Ueber ihr Vorleben spricht sie augenscheinlich nur ungern und mit großer Zurückhaltung. Sie gtebt an 1862 nach Wien gekommen zu sein und sich dann in Rom, Prag und anderen Städten kurze Zeit aufgehalten zu haben. Auf Veranlassung Franz Liszt's will sie nach Weimar gegangen sein. 1866 hat sic den Feldzug als Krankenpflegerin mitgemacht und sich in der Verpflegung Verwundeter wirkliche Verdienste erworben, wie denn überhaupt ihre Tüchtigkeit als Krankenpflegerin weder vom Gerichtshof noch von sachverständigen Zeugen in Zweifel gezogen wird. Auch 1870 hat sie Krankenpflegerdienste verrichtet. Im deutsch- österreichischen Kriege will sie vom General von Steinmetz persönlich ein Ordensband angeheftet bekommen und die Weisung erhalten haben, sich nach dem Feldzug behufs Auszeichnung für ihre außerordentlichen Dienste zu melden. Ihre Mutter soll sie gehindert haben, der Weisung des Generals von Steinmetz Folge zu leisten dadurch, daß sie gesagt, sie sehe sie lieber sterben, als daß sie von den verfluchten Preußen eine Decoraiion annehme. Sticht ohne Interesse ist ihr neunjähriger Aufenthalt in Oldenburg, wo sie als Haushälterin im Hause eines Herrn Holzhaus bedienstet war. In Oldenburg hat sie einen Dr. von Haustein kennen gelernt, den sie bald als Oberstabsarzt, bald als sonst was ausgegeben hat, der aber in der That Feldwebel gewesen ist oder noch ist. Mit diesem Herrn von Haustein ist die Angeklagte thatsächlich verlobt gewesen. Diese Verlobung soll, wie sie hier erzählt hat, kurz vor der Verheirathung aus confessionellen Gründen rückgängig gemacht worden sein. Sowohl der Familie Lachmann dahier (wo sie zuerst als Krankenpflegerin thätig war) als auch dem Kaufmann Docter gegenüber hat sie von dieser Verlobung gesprochen und letzterem erzählt, daß von Haustein ihr einen Brillantschmuck im Werthe von 1800 Tbalern geschenkt habe. Dieser Schmuck sei augenblicklich versetzt. Das Verbrechen der Urkundenfälschung hat sie dadurch begangen, daß sie jenem Herrn Haustein gefälschte Anstellungsdekrete zustellte. Bei einem Graveur hat sie sich als eine Freifrau von Scharlach vorgestellt und sich ein dahin lautendes Petschaft anferttgen lassen. Mit diesem Petschaft hat sie nachher mehrere Schriftstücke, welche den Character von Dokumenten trugen bezw. tragen sollten, gestempelt und auf diese Weise in der That erreicht, was sie erreichen wollte. Auch in Minden ist die Angeklagte gewesen und hat hier einen Kaufmann Schroeder und mehrere andere Personen um mehr oder minder namhafte Beträge geschädigt. Das ganze Sündenregister der Pirchann hier aufzuzählen würde zu weit führen und den zur Verfügung stehenden Raum weit überschreiten. Aus all dem aber, was aus den Acten vom Vorsitzenden mttgetheilt wird, geht hervor, daß die Angeklagte eine durch und durch geriebene Person ist, die es vortrefflich versteht durch ihr gewinnendes Benehmen in Verbindung mit ihrer Redegabe Menschen, die nicht gerade außerordentlich skeptisch veranlagt sind, für sich einzunehmen und schließlich zu betrügen. Was nun speciell den Aufenthalt der Pirchann hier in Gießen anlangt, so wäre zunächst zu erwähnen, daß sie als Krankenpflegerin zur Lach mann'scheu Privatklinik kam. Sie bezog dort ein Monatsgehalt von 15 X und außerdem freie Station. Da ihre Garderobe nicht sonderlich im Stand war, ging Frau Lachmann mit der Angeklagten zu Kaufmann Docter und kaufte dort für dieselbe einen Mantel zu etwa 32 X Für den Betrag dieses Mantels hat Frau Lachmann Garantie geleistet. Die Zahlung der Summe sollte ratenweise erfolgen. Bald nachher ist die Pirchann wieder zu Docter gekommen, hat weitere Maaren gekauft und dabei auch von ihren vornehmen Verbindungen zc. zu erzählen begonnen. Docter hat ihr weiteren Credit gewährt. Mit der Schuld sind auch die Prahlereien der Angeklagten stetig gewachsen, wie Docter heute zeugeneidlich aussagt, so weit gegangen, daß sie sogar behauptete, mit S. Maj. dem Kaiser, dem Reichskanzler zc. in einem Wagen gefahren zu sein. Interessant und für die Zuhörer mitunter sehr belustigend ist das Verzeichniß der Maaren, die die Hochstaplerin bei Kaufmann Docter entnommen hat. Reben Kleiderstoffen, Roben von 54, 80 und 135 X u. s. w. diverse Winter- und sonstigen Mänteln hat sie ferner von Docter bezogen: Herrenhemden, Socken, Unterzeug, eine Pfeife, Lachs, Hofen, Eis, Möbel (wie Sopha, Halbsessel), eine goldene Damenkelte und andere Goldsachen, kurz die unglaublichsten Dinge. Aber damit nicht genug, sie hat auch baare Darlehen von 100, 300, 150 X zc. von Docter erhalten und schließlich sogar ein Darlehen von 2000 X Den letzteren Betrag will die Pirchann für einen Herrn Dr. G. entliehen haben. Das Guthaben Docter's beläuft sich, abgesehen von jenen 2000 X auf 3204 X Auf Befragen des Vorsitzenden, wie sie es habe unternehmen können, für so viel Geld Maaren und baares Geld zu entnehmen, da sie doch, ihrer eigenen Erklärung gemäß, völlig mittellos fei, erwidert die Anaeklagte, sie habe Kaufmann Docter sofort gesagt, daß sie kein Vermögen habe und daß sie erst dann Zahlung werde leisten können, wenn sie sich selbständig gemacht habe. Diese Selbständigkeit sollte in der Gründung einer neuen Privatklinik liegen, zu welchem Zweck ihr ein Onkel 10—15000 Mark leihen wolle. Zur Gründung einer Privatklinik will die Angeklagte wiederholt von angesehenen Persönlichkeiten beredet worden sein. Der reiche Onkel hält heute vor dem Gerichtshof nicht Stand; er wird zu einem reichen Freund! Den Namen dieses Freundes zn nennen, weigert sich die Pirchann, sie erklärt das nicht zu dürfen, und versichert, daß der reiche Freund ihr auch heute noch gewogen sei. Kaufmann Docter gegenüber hat sie stets von einem reichen Onkel gesprochen und das ist — wie sie heute betheuert — die einzige Unwahrheit, die sie Docter gesagt habe. Der reiche „Freund", dem sie übrigens das Leben gerettet haben will, soll sie nur deshalb im Stiche gelassen haben, weil sie mit dem Gesetz in Conflict gerathen ist, i eine Behauptung, die mit der vorangehenden, daß der Freund ihr zur Stunde noch ; wohlwolle, in directem Widerspruch steht. Docter hat sie auch erzählt, sie sei mit dem Gymnasiallehrer Dr. G. verlobt, was sie freilich nur scherzweise geäußert haben will. Kaustnann Docter hat auch Auftrag von ihr erhalten, ein Haus zu kaufen, in welchem die Privatklinik errichtet werden sollte, und erst als dieser Hauskauf nicht zu Stande kam, d. h. die Angeklagte einer definitiven Erklärung beständig auswich, als Docter ein Haus gesunden hatte, will letzterer stutzig geworden fein. Den erwähnten Herrn Dr. G. will die Angeklagte in der Lachmann'schen Klinik kennen gelernt haben und durch diesen alsdann zu Professor Pasch als Stütze der Hausfrau gekommen sein. (Schluß in nächster Nummer.) (Die Angeklagte wurde dem Anträge des Staatsanwalts zufolge zu einer Gefängnitz- strafe von 1 Jahr 6 Monaten, abzüglich 1 Monat Untersuchungshaft, verurtheilt). Gießen, 1. Februar. Gestern Abend wurde eine Dienstmagd verhaftet, welche tn einem Hause der Neustadt eine hölzerne Kassette erbrochen und daraus 4 X entwendet hatte. Das Mädchen ist seit Weihnachten, wo sie von ihrer Dienstherrschaft wegen unordentlichen Betragens entlassen wurde, ohne Dienst und treibt sich seit dieser Zeit in hiesiger tstadt herum und sucht sich bei Bekannten etnzuschleichen, um dann stehlen zu können. — Der strenge Winter hat in den letzten Tagen eine- zweite Auflage erlebt, von 13® rnin. in den verflossenen Nächten sank heute Nacht das Thermometer aus 17—180 min. Daß bei dieser Kälte der Kohlenkeller eine Lücke zu zeigen beginnt darf nicht Wunder nehmen. Hart ist es für die Armen, die bet diesem Wetter keinen Verdienst haben. Gießen, 1. Februar. Die heute zur Ausgabe gelangte Nr. 2 der Verwal- tungsblätter hat folgenden Inhalt: 1. Entscheidung des Bundesamts für das Heimathwesen, in Sachen des Ortsarmenoerbandes Bettenhausen gegen den Ortsarmenverband Muschenheim «egen Uebernahme der Kinder des Ehr. Wirth und Ersatzes von Unterstützungskosten. 2. Oeffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen vo» 17. December 1887. Abonnements auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des Gießener Anzeiger entgegen und zwar für die Abonnenten letzteren Blattes zum ermäßigten Preise von 50 H pro Quartal. Handel und Verkehr. Grün berg, 28. Januar. (Frachtpreise.) Weizen X 18.00, Korn X 13.00, Gerste X 00.00, Hafer X 12.20, Erbsen X 00 00, Linsen X 22.00, Lein X 00.00 Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00, Wicken 22.00 Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 30. Januar. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht 290 Stück Rindvieh und 239 Schweine. Der nächste Markt ist am 23. Februar d. I. Frankfurt, 30. Januar. Der heutige Viebmarkt war gut befahren. Sinter trieben waren 382 Ochsen, ca. 18 Bullen, ca. 389 Kühe und Rinder, ca. 324 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. OuaL X 58—60, 2. Qual. X 50—54, Kühe und Rinder 1. Qual. X 50—52, 2. Qual. X 48—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 55—58 H, 2. Qual. 36—42 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. Frankfurt, 30. Januar. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 17,75-18,00, frember X 17,75-20,25, Roggen eff. hies. X 14,00-14,25, fremder •* 00,00—,00,00 Gerste effectiv hiesige und Wetterauer X 15,00—16,50, fremde X 00,00—00,00, Hafer eff. hies. X 14,00—14,50, fremder X 00,00—00,00. ■ ■ ■ ■ "" - 1 1 ' - !------- - —t__ „L 111 , Literarische-. — Von der illustrirten Zeitschrift »Zur gute« Stunde"' (Berlin, Deutsches Verlagshaus, Emil Dominik) sind die Hefte 8 und 9 erschienen. Dieselben enthalten die Romane „Kay's Töchter" von Hermann Heiberg und „Der Bergrath" von Sophie Junghans, ferner eine spannende Novelle „Ein Gelöbniß" von Conrad Alberti. Eine Reihe von Artikeln über die jüngsten politischen Ereignisse in Frankreich von Paul Dobert wird um so mehr Interesse erregen, als dieselben mit den Portraits der hervorragenden französischen Politiker geschmückt sind. Die Ereignisse an der Ostgrenze behandelt ein Artikel „Der gefährdete Friede". In das liebliche Reich der Blumen führt uns ein Aufsatz von I. Trojan über „Deutsche Pflanzen- namen". Eine musikalische Gabe von Heinrich Hofmann, dem Componisten von „Aennchen von Tharau" und „Donna Diana", wird stets willkommen fein; der betreffende Beitrag ist die Compositron zu dem Gedichte „Kreuzfahrt" von Felix Dahn, lieber die Berliner Oper und die Concertsaifon berichtet Ernst v. Wolzogen. Weiter enthalten die Hefte an poetischen Beiträgen: Gedichte von Hans Hoffmann, I. G. Fischer, Ferdinand von Saar, I. Trojan, Ernst von Wolzogen, Karl Henckel! und Lorenzo Stecchelti. Die Spielecke weift wie immer eine große Zahl interessanter Aufgaben auf. Die Aquarellbilder der beiden Hefte sind: „Liebesbrief" von Josef Zentsek und „Selbstgefällig" von B. Zickendra^t. Auch diese Darstellungen anmuthiger Frauengestalten zeigen die hohe Vollendung de? modernen Aquarelldrucks. Ein Neujahrsbild von E. Thiel spricht durch die originelle Behandlung des Themas und die treffliche Wiedergabe durch Tondruck besonders an. 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I in den Districten: 1) Nasserwald: 504 rm Buchen-Scheiter, 121 rm -Prügel, ^114 rm -Stöcke, 198 rm Astreiser; 2) Peterswald (unvorgezeigt): 60 rm Buchen-Prügel, 17 rm -Stöcke, 55 rm -Reiserprügel, 218 rm -Stammreiser in Schichten, 114 rm Zopf- und Astreiser, 105 rm Fichten-Stangenholz, 39 Kiefer-Stamm- reiser. Aus Nafferwald und Peterswald kommen auch Kohlreis er und Les Holz zum Ausgebole. Zusammenkunft jedesmal um 91/? Uhr Vormittags; am ersten Tage bei der Löb sacksmühle, am zweiten bei dem Altenhainer Teiche. Laubach, den 28. Januar 1888. 869_________________________Gräfliche Forstverwaltuna. Freiwillige Krankenpstcge im Kriege. Zur Ausführung des allgemeinen Organisationsplans für den gesammten Sanitätsdienst im Kriege hat der hiesige Zweigverein in Aussicht genommen: 1) die Errichtung eines Lazareths von etwa 100 Betten vorzubereiten; 2) eine Abtheilung von Krankenpflegern und Krankenträgern für den Dienst im Felde und eine solche für den Dienst in Deutschland, besonders auch in Gießen, zu bilden; 3) eine besondere Gruppe für Einsammlung von Liebesgaben und eine solche für die Erfrischungsstation auf dem hiesigen Bahnhofe aufzustellen ; 4) die Verwaltung für alle Zweige des Sanitätsdienstes einzurichten. In der Erwartung, daß im Falle des Bedürfnisses die Mittel zur Ausrüstung des Lazareths in kürzester Frist durch freiwillige Gaben zusammen- fließen werden, ist vorläufig nur beabsichtigt, das zur Ausbildung und Ausrüstung der Mannschaften erforderliche Material anzuschaffen. Um den in langen Jahren ersparten nöthigen Fond zu erhalten, ist dem Verein eine Beisteuer von kleineren Geldbeträgen sehr erwünscht. Viel mehr bedarf er aber der persönlichen Betheiligung an seinen Aufgaben, deren Verschiedenheit und Umfang ihm auch die Verwendung bescheidener Kräfte gestattet. In erster Linie erstrebt er, tüchtige Krankenpfleger, am Verbandsplatz und im Lazareth verwendbar, auszubilden und zu einer stets vollzähligen Gruppe mit selbstgewähltem Führer zu vereinigen. Eine besondere Abtheilung würde für den Dienst im Bereiche der Etappenbehörden, d. h. im Rücken der im Feindesland entwickelten deutschen Armee bestimmt werden. Nur in besonderen Nothständen und mit Genehmigung des Armee- Oberkommando's könnte diese mobile Abtheilung auch zur Hülfeleistung bei den operirenden Truppen zur Verwendung gelangen. Behufs Ausbildung der Mitglieder und zweckentsprechender Zuweisung an die verschiedenen Ausschüsse ist es erforderlich, daß die Anmeldungen sofort geschehen. Bei derselben steht es Jedem frei, die Verwendung innerhalb der oben unter 1—3 erwähnten Gruppen selbst zu wählen und damit den Bereich einer Verpflichtung selbst zu bestimmen. Mit der Meldung zum Krankenpfleger- und Krankenträgerdienst ist zugleich die Verpflichtung übernommen, an dem Ausbildungskursus, der demnächst zu möglichst Jedem gelegenen Stunden eingerichtet wird, Theil zu nehmen. In Zukunft ist es nur möglich, im Anschluß an den Verein sich dem Dienste des kämpfenden und leidenden Heeres zu widmen. Der Verein aber muß alsbald und fortwährend in voller Bereüschaft stehen. Er erlaubt sich deßhalb unter Anrufung der patriotischen und hülfs- bereiten Gesinnung der Bevölkerung die dringende Bitte öffentlich zu erheben, daß die Männer aus allen Ständen, die im Kriegsfälle nicht den Fahnen folgen, durch Zutritt zu dem Verein dem Vaterlande ihre Dienste sichern. Die Anmeldung kann schriftlich bei dem Vorstande oder persönlich auf der Kanzlei des Großh. Bürgermeisteramts Gießen erfolgen. Eifrige Freunde unseres Vereins dürfen wir einladen, Jeder in seinem Kreise zu werben und später an uns einzusendende Listen zur Einschreibung, namentlich in öffentlichen Lokalen aufzulegen. Gießen, den 21. Januar 1888. Der Vorstand des Zweighllfsvereins Gießen. _____________________Dr. Stammler._________________ Bekanntmachung. Da wir am 1. März unser Geschäftslocal verlassen müssen, verkaufen von heute an, um bis dahin vollständig geräumt zu haben, unser noch sehr gut sortirtes Lager in allen Sorten Regenschirmen, Sonnenschirmen, (Korsetts zu bedeutend heruntergesetzten Preisen. 886 Geschwister Lorsch, __GelterSweg.__ Tüchtige Hosen- rrrrd Westen- - 750 Ein schönes Kneiplocal noch Schneider sucht 898 einige Tage in der Woche abzugeben. A. Handrich, Neuenweg 25. | Näheres in der Expedition d. Bl. । Apfelspalten, per Psd. 30 i Primatürk. ^Wetschen, per Psd 20 „ Rosinen u. 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M. in der Guudrum'schen Wirthschast zu Reiskirchen ausgesprochene Beleidigung gegen Löb Löwenberg u Israel Löwenberg dahier nehme ich als unwahr zurück. Reiskirchen, am 28. Januar 1888. Heinrich Schneider II. 893 Eine Putzfrau gesucht im __________Bergbräu, Sonnenstr. 14. Inventur-Ausverkauf. .. ,^ei.n Inventur-Ausverk.uf beginnt heut« und endigt Ende dieses Monats. Sämmtliche Lagerwaare gebe zu und unter Fabrikpreisen ab. 889 Mit Hochachtung Herrn. Aug. Müller. Wermietyungen. 650 Zu vermiethen mit Garten-Antheil vom 1. April ab der I. oder III. Stock mit je S Zimmern. Zu letzterem kann noch I Mansardenz. abgegeben werden. Im Haus ist Gas- und Wasserleitung. ____________ Ludmigsstraße 4. 830 Ein Logis, 6 Zimmer mit allem Zubehör nebst Garten per 1. April zu vermiethen E. Steuernagel, Grünbergerstraße. vermischte Anzeigen. 879] Eine frequente Restauration ist in Marburg unter günstigen Bedingungen alsbald zu verkaufen oder zu verpachten. Gefl. 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Max Bruch. 3) Violoncellconcert (mit Orcbesterbegleitung) v. R. Volkmann. 4) Lieder mit Klavierbegleitung : a. Harfnerlied: „Wenie sein Brod“ von Schubert. b. „Schöne Wiege meiner Leiden“ von Schumann, c. „An Rose“ von Curschmann. 5) Solostücke für Cello (mit Klavierbegleitung): a. Nocturne von Fr. Chopin, b. Scherzo von J. Klengel 6) Ouvert. z. „Anakreon“ v. L. Cherubinl. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind zu JL 2,50 (Sperrsitz JC 3,50) in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier (Rudolph’s Nachf.) zu haben. 3./2.7Uhr.Gbl. Conf. I.®r. 888 MaCtion: 81 Sch"»-. - Druck uno «erlag der Brühl',chm Drucken. (Sc. übt. Bietsch, in Gieß«. Die heutige Nummer enthält 2 Blätter.