Nr. 282 Samstag den I. Deeember Z888. Gießener Ameiner Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. Bureau, S ch u l st r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Ps. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Anschaffung de« Dr. L. Pfeisfer'schen Hülfs« und Schreibkalenderr für Hebammen. ben 27" November 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen ar, die Grotzyerzoglicherr Bürge^uisiftereien des Kreises. Wir empfehlen Ihnen für die Gemeindehebammen auf Kosten der Gemeinde den Hülfs- und Schreibkalender für H-bamm-n pro 1889 von Geh. Medicinalrath Dr L. Pfeiffer in Weimar (Druck und Verlag von Hermann Böhlau zu Weimar) anzuschaffen. Ausgabe A kostet 1 Mark. Der Kalender enthält in kurzer übersichtlicher Form eine Belehrung der Hebammen über die Verhütungen von Wochenbetterkrankungen, über die Säugling«' pflege 2C. Diejenigen von Ihnen, welche diesen Kalender anzuschaffen bereit sind, wollen Ihre Bestellung dem Herrn Bureaugehilfen Hartmann mittheilen. ____________________________________________v. Gagern. • Politische Rundschau. (5 i e § e n, 30. November. Die Indisposition, welche sich der Kaiser infolge einer Erkältung bei den Letzlinger Hofjagden zugkzogen hat, ist noch nicht vollständig behoben, doch erledigt der Monarch die laufenden Geschäfte durchaus in gewohnter Weise und legt er sich nur noch Schonung auf. Die Kaiserin-Wittwe Augusta gedenkt Anfangs kommender Woche ihren Herbstausenthalr in Coblenz, welcher der hohen Frau wiederum sehr gut bekommen ist, zu beenden und am Dienstag nach Berlin zurückzukehren. Die parlamentarischen Dispositionen des Reichstages sind zunächst dahin getroffen worden, daß der Mittwoch für gewöhnlich als „Schwerinstag" refervirt bleibt. An diesem Samstag und am folgenden Montag sollen keine Plenarsitzungen abgehalten werden, um der Budgetcommission einen Vorsprung für ihre Arbeiten zu gönnen und am nächsten Dienstag soll die erste Lesung der Alters- und Jnvaliditäts- versorgungs-Vorlage beginnen. Die neuerdings aufgetauchten Gerüchte über eine dem Reichstag zu machende Vorlage, betr. die Bewilligung größerer Geldmittel für militärische AweSe, werden von zuverlässiger Seite als durchaus unbegründet bezeichne!. Mitten in die Nationalitätenkämpfe der habsburgischen Monarchie klingt die 40jährige Regterungsfeier Kaiser Franz Josef's am 2. December wie ein voller versöhnlicher Accord hinein. Alle Parteien und Nationalitäten des Donau- reiches nehmen an dem Jubel- und Ehrentage ihres Herrschers, unter dessen nun vier Jahrzehnte währender Regierung Oesterreich-Ungarn die schwersten inneren wie äußeren Krisen glücklich überstanden hat, den freudigsten Antheil und es bekundet somit dieses Ereigniß aus's N-ue. daß die Liebe und Treue zum angestammten Herrscherhause immer wieder das gemeinsame Band für die Völkcrstämme des habsburgischen Kaiserstaates trotz aller sie sonst trennenden Gegensätze bildet. Da das 40jährige Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josef's bereits seit Monaten in Oesterreich zu verschiedenen Festlichkeiten Anlaß gegeben hat, so dürften sich die eigentlichen Jubiläumsfeierltchkeiten am Sonntag auf einen verhältntßmäßtg engen Kreis beschränken, zumal der erlauchte Jubilar seinen Ehrentag in größter Zurückgezogenheit zu begehen gedenkt. Auch in Frankreich sieht man zum bevorstehenden 2. December einem „Ereignisse" entgegen, nämlich der Demonstration, welche am Sonntage auf dem Montmartre- Kirchhofe zu Parts am Grabe Baudin's, deS am Staatsstreichstage des 2. Dezember 1851 auf den Pariser Barrikaden gefallenen französischen Volkstrtbunen, von verschiedenen Setten in Scene gesetzt werden soll. Communards, Boulangisten, Bonapartisten, gemäßigte Republikaner — alle wollen sie die Baudinfeier, die bekanntlich schon in der französischen Deputtrtenkammer vorgespukt hat, zu ihren speciellen politischen Zwecken ausbeuten und bei der Aufgeregtheit der Geister, welche gerade jetzt wieder in Paris herrscht, mag es da am Sonntag wohl einige blutige Köpfe absetzen. Es würde demnach das Pariser Banket der Boulangisten und der Maulhelden von der Patriotcnltga vom vorigen Sonntag, an dessen Schluffe bekanntlich ein paar Dutzend Verhaftungen vorgenommen werden mußten, am diesmaligen Sonntag ein etwas ernsteres Nachspiel erhalten. Im Nebligen blüht in der französischen Hauptstadt der Klatsch der verschiedensten Nuancirungen wieder einmal üppiger denn je und die Affaire Nmna Gtlly, das erneute Auftreten „Ehren"-Wilson's und die Ehescheidungsangelegenheit des Generals Boulanger sind die hervorstechendsten Kapitel des jüngsten Pariser Klatsches. Der Wahlfeldzug in Serbien hat eine merkwürdige Unterbrechung erlitten. Infolge fortwährender Beschwerden über Einschränkung der Wahlfreiheit erklärte ein Ukas des Königs Milan sämmtlicke bis jetzt vorgenommenen Urwahlen zur Skupschtina für nichtig und ordnete neue Wahlmänner-Wahlen an. In jeden Wahlbezirk sind drei Wahlmänner, welche die drei Parteien der Landes-Fortschrittspartei, Radicale, Liberale repräsentiren, zu entsenden, um die Wahlfreiheit zu controliren. Die allgemeinen Wahlen sind nunmehr auf den 4. Dezember alten Stils, die Eröffnung der Skupschtina auf den 11. December festgesetzt worden.? In der Italienischen Depntirtenkammer wurde vom Finanzminister am Mittwoch ein längeres Exposö über die derzeitige Finanzlage Italiens gegeben. Dieselbe nimmt sich im Allgemeinen nicht ungünstig aus, doch weist der italienische Staatshaushalt auch für das laufende Finanzjahr noch immer ein Deficit von 48 Millionen Francs auf. Von außerordentlichen Maßregeln für militärische und maritime Zwecke war in dem Expose des Finanzministers keine Rede. Deutscher Reichstag. 5. Plenarsitzung. Donnerstag, den 29. November 1888, 1 Uhr. Haus und Tribünen sind mäßig besetzt. Am Bundesrathstische: v. Boetticher, bie Geh. Räthe Lohmann und Weymann. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. 1) Der Bundesrathsbeschluß betr. die Aufnahme von Anstalten zur Bearbeitung ungegerbter Felle, sowie der Verbleiungs-, Verzinnungs- und Verzinkungs-Anstalten unter Qte concessionspflichtigen Anstalten wird in erster und zweiter Lesung genehmigt. r. 2) In erster Lesung angenommen wird die Novelle zum Gesetz betr. die Natio- nalität der Kauffahrteischiffe und ihr Recht zur Führung der Bundesflagge. Die Vorlage will auch juristischen Personen die den anderen Schiffsbesitzern zustehenden Rechte gewähren. 3) Berathung des Antrages Rickert (dfr.), welcher dahin geht, der Reichskanzler wolle darauf hinwirken, daß die Behörden mit Instructionen versehen werden, damit die gesetzlichen Vorschriften über die Vertheilung von Wahlzetteln und über die Auflösung von Versammlungen auf Grund des Socialistengesetzes in Zukunft genau beobachtet werden. Der Antragsteller begründet seinen Antrag mit dem Hinweise, daß in Sachsen ein Vertheiler von Wahlzetteln 22 Stunden in Haft behalten wurde, und daß Minister v-Puttkamer hier erklärte, er werde nicht dulden, daß Herr Bebel in Berlin spreche. Beide Maßnahmen widersprechen dem hier eingehend erörterten Sinne der betreffenden Gesetze und leider seien ja die Beamten für solche Mißgriffe nicht faßbar. Man habe hier viel von der Verhetzung gesprochen, aber solche Verletzung der Gesetze müsse Verbitterung unter den Arbeitern erzeugen. Solche Gesetzesverletzungen sind in den letzten Jab.--n zahlreich bei Gelegenheit von Wahlprüfungen zur Kenntniß des Hauses gekommen. Redner beantragt, die Wahlprüfungscommission mit der Vorprüfung seines Antrages zu beauftragen. Abg. Singer (Soc.): Das thatsächliche Material zur Begründung dieses Antrages wird durch die bet den Wahlprüfungen bekannt gewordenen Vorgänge keineswegs erschöpft; es sind dort nur vereinzelte Fälle zur Kenntniß gekommen. — In seinen wetteren Ausführungen fchlicßt sich Redner dem Abg. Rickert an. — Es seien Versammlungen von den Behörden verboten worden, weil die Alters- und Invalidenversicherung auf die Tagesordnung gesetzt war und dieser Gegenstand, wie die Begründung sagte, reichlich Gelegenheit zur Aufhetzung der einzelnen Gesellschaftsklassen gegen einander gebe. Eine solche Kritik, von einem Andern an dieser Vorlage geübt, würde die schwersten Folgen für den Betreffenden gehabt haben. — Redner schildert Einzelfälle von Versammlungsauflösungen. Eine solche erfolgte, weil ein Redner von der „sogenannten" Gesetzgebung sprach; eine andere, als ein Redner die Worte sprach: „das Alte stürzt" (Heiterkeit); eine dritte, als ein Redner begann mit den Worten: „Meine Herren!" (Heiterkeit.) Wo gar kein Grund zur Auflösung voraussichtlich zu finden ist, da werden die Wirthe polizeilich beeinflußt, damit sie ihr Local verweigern; man setzt sie auf Polizeistunde; den Soldaten wird der Besuch solcher Locale und Wirtschaften verboten u. dgl. Am weitesten ist man natürlich in diesen Dingen in Sachsen gekommen, wo der Gensdarm auch bei privaten Zusammenkünften einfach anordnete, welche Räume des Locals benutzt werden dürfen und welche nicht. In Luckenwalde haben die Gastwirthe auf Anregung der Verwaltungsbehörden ein Kartell geschlossen, bei Vermeidung einer Conventionalstrafe von 500 Mark den Arbeitern zu ihren Versammlungen ihre Locale nicht herzugeben. — Herr Herrfurth sei in allen Dingen der würdige Nachfolger des Herrn v. Puttkamer, ja er übertreffe diesen noch in einzelnen Punkten. — Von der Resolution, selbst wenn sie angenommen wird, dürfen Sie nicht hoffen, bei der Regierung Eindruck zu macken. Abg. Kröber (Volksp.) schildert die parteiliche Beeinflussung der Wähler durch die Gemeindebehörden in seinem Wahlkreise, wo die Behörden für sogenannte gute Wahlen arbeiten. Abg. Dr. v. Marquardsen (nl.) erklärt das Einverständniß seiner Partei mit der Verweisung des Antrages an die Wahlprüfungscommission; diese werde daS zur Begründung erforderliche Material prüfen müssen, was hier nicht möglich sei. Besonders müsse festgestellt werden, welche Beamten sich solcher Verstöße schuldig gemacht haben. Abg. Klemm-Sachsen (cons.) hat den Abg. Singer dahin verstanden, als ob Redner und seine Parteigenossen die Wirthe in Dresden beeinflußt hätten, den Socia- listen ihr Local nicht herzugeben. Diese Behauptung sei unrichtig. Nachdem der Abg. Rickert um Beschleunigung der Commissionsberathung gebeten und Abg. Singer persönlich bemerkt hatte, daß er einen Vorwurf gegen Klemm nicht erhoben habe, wird der Antrag mit großer Mehrheit an die Wahlprüfungscommission verwiesen. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr: Zweite Etatsberathung. Schluß 3V< Uhr. Telegraphisch« Depeschen. flBellf» teuer» «arrefponde«,. Bureau. Berlin, 29. November. Heute Abend 7 Uhr fand beim Kaiser ein Diner zu Ehren des Großfürsten und der Großfürstin Wladimir statt. Karlsruhe, 29. November. Der Raubmörder Dauth weilte seit Sonntag unter dem Namen Fischer aus Hannover im Hotel „Zum weißen Bären" dahier. Von Hamburg ist telegraphisch die Bestätigung der Identität des Verhafteten mit dem Mörder eingelaufen. Paris, 29. November. In parlamentarischen Kreisen verlautet, der Kriegsminister würde in der Kammer den Antrag stellen, in der nächsten Woche das außerordentliche Kriegsbudget zu berathen, da er im Interesse des regelmäßigen Fortganges der Verwaltung die Votirung desselben vor dem 31. December als unumgänglich noth« Vermischtes. Hierbei hat man **|v*b* ytuii. zcr Q \ , ?rc,)nrV^°^em?)C1, Der Raubmörder Dauth war bereits am 8 November hier in der Absicht, ein junges Mädchen das er auf bem (Srhift fpnnJL „ V zu heirathen Von hier reiste derselbe wieder nach Hambur^b/ging denÄor"b und reiste nach vollbrachter Unthat am 25. hierher zurück Sein MirtbEbn,.«»^-^ war ungenirt, er speiste sogar wiederholt- mit seiner G - Lokales. Gießen, 30. November. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, eröffnet der Gabelsberger Stenographen-Verein Mittwoch den 5. Dccember einen neuen Kursus, auf den wir unsere Leser aufmerksam machen. Der Unterricht findet wöchentlich einmal statt in der Dauer von zwei Stunden. Wir hoffen, daß auch dieser Kursus, wie alle früheren, der Kunst Gabelsbergers viele Jünger zuführen wird. X X Täglich wandern viele Schüler aus den benachbarten Ortschaften zur Schule hierher. Bei der jetzigen Witterung und bei der Beschaffenheit der Wege ist dies keine Annehmlichkeit und da verdiente eine Einrichtung, welche bereits seit zwei Jahren an den Schulen einer sächsischen Stadt besteht, nachgeahmt zu werden. Zum Schutze der Gesundheit der Kinder werden letztere von der Direction aufgefordert, sich Hausschuh oder anderes Schuhwerk zum Wechseln mit in die Schule zu bringen. In jeder Klasse ist ein Stiefelzieher vorhanden; die nassen Stiefeln werden vor Beginn des Unterrichts ausgezogen und bleiben dann im warnren Zimmer stehen. Bei Schluß des Unterrichts findet das Kind das Schuhwerk warm und trocken, während des Unterrichts bleibt es in seinen Hausschuhen. Jedermann weiß, wie unbehaglich und gefährlich es sein kann, stundenlang mit nassen Füßen sitzen zu müssen. Kinder, die an kalten Füßen leiden und bei nassem Wetter einen weiten Schulweg zu machen haben, würden durch diese Anordnung jedenfalls vor mancher Erkrankung behütet. — Unsere gestrige Lokalnotiz, eine in der Wieseck gefundene Geldkassette bctr., ist dahin zu berichtigen, daß das in derselben befindliche Drahtkörbchcn nicht grün, sondern blau ist. UniversttätS-ChronLk. — Unter Leitung des Geh. Medicinalraths Prof. Dr. Koch werden auch in diesem Winter bakteriologische Kurse für Medicinalbeamte stattfinden und zwar im hygienischen Institute der Berliner Universität. Eingesandt. Gießen, 29. November. SBahnilh« fiiVr mü ’ W m 6 e r£° n Erfreulicher Weise sind die Arbeiten für die hnrn i r 6< Russmg schon ausgeichrieben und soll bei dieser ltieiegenheit ?ebr gbmacht werden, datz von der ,u erbauenden eisernen Brücke aus fßnnten^uf hbtc Aum Bahnhof angelegt werden kann. Es aus den Rabnia!« «r bc Bewohner des Seltersberges von dieser Brücke aus direct £iebldftrn6?6Ynnr,n9 Q«8anr.t"6,bl1 mcltcn Weg über die Oberhessischen Bahnen und (Seii rt6! bebar[. 6fenu nun vor allen Dingen eines rech, baldigen mi'« ‘n 6Q"n0DCr' b“mtt biefC "Führung wenbig betrachte. Die noch auszuführenden Arbeiten erfordern 500 Millionen, nicht 912 Millionen Francs, wie verschiedene Zeitungen behaupten. — Der Justizminister ließ gestern dem Kammerpräsidenten die Anträge auf Genehmigung zur gerichtlichen Verfolgung Gtlly's zugehen. Der Präsident wird die Anträge der Kammer heute mittheilen. Die Anttäge dürften nach dem Herkommen den Bureaux überwiesen toCrbCI£oit&ott, 29. November. Unterstaatssecretär Fergusson erwiderte in der heutigen Unt-i baussitzung auf eine einschlägige Anfrage, die britische Regierung beobachte vollste 9t ulralität in dem Bürgerkriege auf Samoa, und der dortige englische Eonsul sei sogar angewiesen, eine etwaige Intervention nur auf den Schutz der Person und des EigenihumS englischer Untertanen zu beschränken. Er (Fergusson) könne noch nicht sagen, welche Mittel die Vertragsmächte zur Herstellung der Ordnung, die England gern zu fördern wünsche, zu ergreifen geneigt seien. — Minister Smith erklärte, eine Verstärkung der Occupationsarmee in Egypten werde trotz der vorgenommenen Entsendung englischer Truppen nach Suakin nicht erforderlich. Brüssel, 29. November. Aus Eharlerot wird berichtet, der Strike erstreckte sich heute auch auf das Kohlenwerk Bascoup, ist aber noch immer auf das Centralbassin beschränkt. Trotz den Aufreizungen der Agitatoren verhalten sich die Strikenden bis jetzt ruhig. Madrid, 29. November. In der gestrigen Versammlung der Majorität der Deputaten, woran außer dem Kriegsminister alle übrigen Minister theilnahmen, kündigte Sagasta an, daß die Regierung einen Entwurf, betreffend die Einführung des allgemeinen Strmmrechts, einbrtngen werde, forderte die Liberalen auf, einig zu bleiben, drückte sein Bcdauern über die feindlichen Kundgebungen gegen Canovas aus und ersuchte die Coriservttiven im Interesse des Landesfriedens um Mäßigung. Belgrad, 29. November. Das serbische Amtsblatt veröffentlicht morgen die Liste der vom König auf Vorschlag der drei Landesparteien ernannten Wahlcommissäre. Bukarest, 29. November. Die Negierung beschloß, den Posten des rumänischen Eommissärs bet der europäischen Donau-Commission, welcher früher von einem jährlich hierzu ernannten Legationssecretär wahrgenommen, aufzuheben. — Die Königin von Serbien ist gestern nach Jassy abgereist, von wo sie sich nach kurzem Aufenthalt nach Jalka begibt. — In Sinaja ist der königliche. Marstall durch eine Feuersbrunst zerstört worben. Das Diakonissenwerk. Unter den Veranstaltungen der Nächstenliebe, worin alleConfesstonen miteinander wetteifern, nimmt das Werk der Dtakonissen und barmherzigen Schwestern einen Hauptrang ein. Das evangelische Diakonissenwefen hat seinen Ausgang von dem bescheidenen Diakoniflen-Mutterhaus in Kaiserswerth genommen. Dort hat in den Tagen vom 12. und 13. September d. I. eine Generalconserenz evangelischer Diakonissen- häuser stattgefundm, auf welcher u, A. auch das Wachsthum der Diakonisfen'ache feit 1864 bis 1887 dargelegt wurde. Aus der von dem „Kaiferswerther Armem und ?JÄfteoUn?r'Uebersicht ist zu entnehmen, da« in der Zeit von 1864 bis 1888 die Zahl der Mutterhäuser sich vermehrte von 30 auf 57, die Rabt der Schwestern non 1,592 auf 7,129 und die Zahl der Arbeitsfelder (der Tochteranstalten und 38k6 ^2'2^ und die Zahl der Jahreseinnahmen von 0,8 auf 6,4 Mill. X. In den letzten 4 Jahren, von 1883-1887 wuchsen die Jahreseinnabmen der Mutterhäuser von 5,607,886 auf 6,378,608 JL ^ayresemnahmen Deutschland schreitet allen übrigen Ländern weit voran. Es kommen aus Deutschland 33 Mutterhäusir mit 5482 Schwestern. Die bedeutendsten Mutterhäuser als 100 Schwestern waren im Jahre 1888 folgende: Kaiserswerth mit 734 Schwestern, Berlin (L, II., in. unb IV.) mit zusammen 502, Bieleselb mit 463, Stuttgart mit 383, Neuendettelsau mit 282, Dresden mit 266, Königsberg mit 258 Breslau mit 224, Hannover mit 223, Neu-Torney mit 189, Straßburg mit 176 Ludwigslust mit 172, Darmstadt mit 150, Danzig mit 135, Frankenstein mit 135 schnitz mit 128' Karlsruhe mit 120, Nowawes mit 115, mit IW »ofi mit 104 Schwestern. ' " Nächst Deutschland ist die Diakonissensache verhältnißmäßig am stärksten in der Schweiz verbreitet wo 4 Mutterhäuser mit zusammen 671 Schwestern bestehen (in In den skandinavischen Ländern zählt ß- Stockholm 152 unb Christiania 229 Schwestern. Das dänische Mutterhaus in Kopenhagen hat 146 Schwestern. 10 Die lutherische Kirche in Rußland unterhält trotz ihrer Bedrängniß in den ^eezirovinzen nicht weniger als 7 allerdings meist kleine Diakonifsenanstalten mit 3i‘8a' 3i£Oal' 6elr,ngf°rä' ^Pb°rg in Finn- , 3" den Niederlanden bestehen 3 Anstalten mit 130 Schwestern in Utrecht, bem 7 unh S?C mr Oesterreich-Ungarn besitzt nur zwei kleine Anstalten, Pest mit 7 und Gallneukrrchen mit 17 Schwestern — Die Evangelischen in Frankreich haben aud) nur 2 Anstalten in Paris mit 94 Schwestern. - England hat nur zwei Amialten in London mit 78 Schwestern und Nordamerika nur eine in Rochester, deren Schwesterzahl noch dazu von 18 auf 9 heratgegangen ist. . t ^iese Zahlen für England und ^Nordamerika erscheinen auf den ersten Blick ^nt tft' ^rade von diesen Ländern große Leistungen in der Sie sind aber begreiflich, wenn man bedenkt, 6l. * 2Ir?ett tDon Flauen geleitet wird, die, ohne den Namen von ha0en' bcn zahlreichen Hospitälern und Wohlthätigkeitsanstalten Unb ?on ba aud? 3ur offenen dlrmern und Krankenpflege heraus- ? ^«Zorden, oder von Frauen, die sich ganz dem Dienste der zahlreichen Sekten ^^^'onen.gewidmet haben, oder endlich von freien Pflegerinnen, die in gewisser Verbindung mit den Aerzten aus der Krankenpflege einen Erwerb machen. Alle diese lU A^^nK^örperschaften verbunden; eine zahlenmäßige Vergleichung derselben mit den deutschen Diakonissen ist daher unmöglich. machte er einen Selbstmordversuch, worauf er irt die Zwangsjacke gesteckt wurde und so die Nacht verbrachte. Jeder Zweifel daran, daß der Verhaftete der Mörder sei, ist ausgeschlossen. Karlsruhe, 29. November, 11.23 V. Soeben fuhr Dauth unter dreifacher Bedeckung nach Hamburg ab. Der Koffer, in welchem die blutige Wäsche gefunden wurde, war an ein Fräulein Boch dahier adressirt, die er in Columbia kennen gelernt hatte. Dauth ist ein untersetzter kräftiger Mann mit gebräunter Gesichtsfarbe.!.(F. R) Frankfurt a. M., 29. November. Der Raubmörder Dauth traf heute Nachmittag 2 Uhr 12 Minuten auf dem Transport von Karlsruhe nach Hamburg auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein und wurde mit dem nächsten Zuge (2 Uhr 33 Minuten) weiter befördert. Die ihm beigegebene Bedeckung bestand aus 3 Mann, einem Criminal- commissar und den beiden Schutzleuten, die ihn verhafteten. Dauth war in einer Weife gefesselt, die das Laufen unmöglich macht. . . ^.Der auf der Reise nach Ostafrika befindliche Lieutenant Wißmann will und soll der „Schles. Ztg." zufolge schleunigst und ohne Rücksicht auf irgend welche Nachhut vorgehen und sich auch den Weg nach eigenem besten Ermessen wählen. Daß dieser durch Deutsch-Ostafrika führe, wird gewünscht, ist aber keineswegs Bedinguna Es ist von Wißmann an Witu als Ausgangspunkt gedacht worden. Jedoch häng? das Weitere davon ab, wie er selbst in Ostafrika die Zustände finden litrb. Wann eine zweite Expedition abgehen wird, laßt sich noch durchaus nicht absehen, und die Frage des Obeicommandos ist einstweilen gegenstandslos. -^Goldene Ernähr ungsregeln.j 1) Wer trinkt ohne Durst und ißt ohne Hunger, der stirbt noch a s Junger 2) Nimm Deine Mahlzeiten zu bestimmten Zeiten ein, das ist ein Reizmittel für den Hunger. 3) Durch stark gewürzte Speisen, Limteure und andere Spirituosen den Hunger zu reizen, ist Thorheit. Sie verderben den Appetit und wirken bald nicht mehr. 4) Wenn es am besten schmeckt, soll man aufhören mit effm. 5) Es ist viel besser, wenige, aber leicht verdauliche Speisen zu genießen als massenhafte und schweroerdauliche. Der Baum der Enthaltsamkeit, der die Genügsamkeit zur Wurzel hat, hat Gesundheit unb Zufriebenheit zur Frucht. 6) Die Heiterkeit würzt das Mahl und legt Gedeihen und Kraft hinein, Aerger und Zank verderben es 7) Gut gekaut ist halb verdaut. 8) Die Zähne sind die Mahlsteine des Menschen, Ute sie in Ehren. 9) Die beste Suppe ist Gift, wenn sie zu heiß gegessen roirK 10) Alles was nicht verdaut werden kann (Knorpel, Kerne, Sehnen, Flechsen u. s. w) tÜ, schädlich, oft gefährlich. 11) Jeder Zusatz von Genußmitteln (Salz, Essig, Senf, Kümmel, Spmat u. s. w) wirkt vortheilhast auf die Gesundheit. 12) Das Trinken während des Essens sördert die Verdauung. Trinke wenig, aber öfter. 13) Gehe nie mit leerem Magen an die Arbeit, die mäßige Körperarbeit hindert die Verdauung unb den Appetit. 14) Reinlichkeit und Ordnung in der Küche, in den Gefäßen und Speisen und auf dem Tische sind das A und Z jedes Haushaltes. Das Wasser ist nie zu sparen! Häufiges Waschen und Baden des Körpers befördert in ganz überraschender Weise die Verdauung und befördert den Appetit. „Willst Du wissen, wie es steht Mit des Hauses einn und Denken, Darfst Du nicht in's Prunkgemach Forschend Deine Blicke lenken, In die Küche schau hinein, In die Winkel und die Ecken Da wird oft verborgen sein, Was man gerne mag verstecken!" A Mainz, 29. November. Gleich den meisten deutschen Handelskammern hat jetzt auch der Vorstand des Verbands deutscher Weinhändler beim Neichskanzleramte und Reichstage seine Stimme zu Gunsten declarationsfreien Vertriebes rationell verbesserter Weine in die Wagschale gelegt. 9teben birecten Eingaben an bie beiben angegebenen Factoren will der Verbandsvorstand bei den übrigen Behörden wirken und Insbesondere den Reichstagsmitgliedern fachmännische Aufklärung über das Wesen der Weinbereitung, Behandlung und Verbesserung geben. In der Weinfachpresse befürchtet man, datz das Eingreifen einer immerhin einseitigen Jnteressen-Vertretung den gegen: theiligen Erfolg haben könnte. — Verflossekie Nacht hat sich hier ein Offiziersbursche zum nicht geringen Schrecken seiner Herrschaft auf dem Speicher der Wohnung erhängt. Der Selbstmörder hatte sich von seiner Herrschaft der besten Behandlung zu erfreuen, weshalb das Motiv zu dem Schritte Jedermann räthselhaft erscheint. 9Nainz. (Berichtigung.^ In 9?r. 276 b. Bl. brachten wir bie Mittheilung, daß ein hiesiger Kaufmann unb Agent Horn nach Unterschlagung größerer Summen flüchtig gegangen sei. Es wird uns nun bie Nachricht, baß dieser Mann nicht Horn, sondern Cornelius Hom heißt, was wir zur Richtigstellung hiermit zur Kenntniß unseres Leserkreises bringen. Gleichzeitig ersuchen wir andere Blätter, die etwa jene Notiz nach unserer Angabe brachten, auch von dieser Berichtigung Vormerkung zu nehmen. (Der Lapsus ist durch undeutliches Schreiben unseres Mainzer Correspon- denten entstanden, welchen wir hiermit ersuchen, für bie Folge und überhaupt etwas deutlicher zu schreiben. Red. d. G. Anz.) A Aus dem Rheingau, 29. November. Ein heiteres Geschichtchen wird eben viel erzählt und gibt reichen Stoff zum Lachen. In dem Lokalgewerbeverein eines kleinen Städtchens unseres Gaues schwand unter den Mitgliedern allmälig das Vereins- Interesse und kam der Vorstand zu dessen Wiederbelebung auf den genialen Gedanken das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und Excursionen nach den nahen industriellen Etablissements und größeren Anlagen zu veranstalten. ----- auch die berühmten Kellereien des Rheingaues im Auge, deren gaft'geberische Eigen- Ihumer bekanntlich stets bereit sind, außer dem Wissensdurst auch den profanen Durst In ausgiAigster Weise zu stillen. Die erste dieser wissenschaftlichen Excursionen galt vonger Woche der berühmten Champagner-Kellerei von Mathias Müller in Eltville und hatten sich an derselben nicht nur sämmtliche Mitglieder unseres Lokalgewerbe- vereins beteiligt, sondern zahlreiche Freunde desselben waren als Gäste mit der Er- cursion. Der Chef des Hauses übernahm persönlich die Leitung und gab mit der * Zuvorkommenheit Aufschlüsse über die Fabrikation des Champagners. Durch ! Kellergange führte der Weg; mächtige Gebinde lagerten links unb rechts- \ cn jedes Faß klopften die Wanderer an, aber keines ward aufgetban. Die Gesichter : tnnrfn ousgetrocknet hatte, ferner eine kostbare goldene Uhr- bet sich > trug er 2000 in Papier und 1000 JL in Gold. Dauth ist 31 Jahre alt Nach den 1 S ?°^bur^ eingelau enen Telegrammen besteht kein Zweifel an der Identität Dauth's bem Mörder Hulseberg s. Dauth hotte von Hamburg aus mit einem hier wohnenden Mädchen in Korrespondenz gestanden, was der Hamburger Polirei bekannt geworden war. Dauth halle hier das Mädchen mehrmals besuch, ®ei fLr SVutt" ' W Wn ®*e UeberfÜhrung nächHamburg Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 1. Advent, 2. December: Anfang des neuen Kirchenjahres. Vormittags 9*/r Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Kirchenkasse zur Vermehrung deS Kapitalvermögens der Gemeinde- Kinderkirche, Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibelstunde: Montag den 3. December, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinder-- schule, 1. iMos. Kap. 11, Thurmbau zu Babel, Stolz und Verwirrung. Pfarrer Dr. Naumann. Missionsstunde am Donnerstag, den 6. December, Abends 8 Uhr, in der Kirche, Pfarrer Dingeldey. , Die PfarrgeschLfte in der Woche vom 2. bis 8. December besorgt Pfarrei? Schlosser. Katholische Gemeiade. 1. Adventssonntag. Samstag: Nachmittags um 5 stlhr und Abends um Vi8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 1/27 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um VaS Uhr Frühmesse; um WO Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 3 Uhr Christenlehre und Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 4°o Uhr, Samstag Morgen 8L0 Uhr, Samstag Mittag 300 Uhr, Samstag Abend 445. Vergebung von Bauarbeiten. veranschlagt zu und zwar: Schlosserarbeiten . Glaserarbeiten Weißbinderarbeiten Tapezierarbeiten . Pflasterarbeiten . . 436.55 . 633.14 . 839.52 . 85.20 . 102.40 Die nachstehenden, zum Neubau eines Schulhause- in Wei- ter-haiu erforderlichen Arbeiten n ft ff tf sollen Montag, deu 10» Deeewber, Vormittags 11 Uhr, auf Großh Bürgermeisterei Weiter-Hain im Wege schriftlicher Submission vergeben werden- Kostenvoranschlag, Arbeitszeichnungen und Bedingungen sind auf Großh. Bürgermeisterei Weitershain einzusehen, wohin auch die Offerten, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen sind. Weitere Auskunft erthellen die Be- i | s zirksbauaufseher Ma ring er in Grün- Lerg und Senßfelder in Gießen. Gießen, am 30. November 1888. Der Kreisingenieur: 9625 Gnauth. Samstag Leng. 9626 Geschäftstage festgesetzt worben sind: 4. December 1888, Dienstag den Mittwoch „ Donnerstag „ i Samstag „ [ Montag „ Dienstag „ Mittwoch „ Donnerstag „ Samstag „ Montag Dienstag „ Mittwoch „ Donnerstag „ Samstag „ Montag „ Freitag „ Samstag „ Montag „ Mittwoch „ Donnerstag „ Samstag „ Dienstag „ Mittwoch „ Donnerstag „ 2. Januar 1889, 3- 5. 8. 9 10. 12. lassen. Gießen, den 26. November 1888. Der Rechner der Spar- u. Leihkasse Gießen: ___________Doering._______ Die Gemeinde Haiger (Dillkreis) Wünscht zwei jprungfähige Bullen, Vogelsberger Race, anzukaufen, etwa zwer Jahre alt. Besitzer solcher Bullen, welche dieselben verkaufen wollen, werden gebeten, dem Unterzeichneten davon Mittheilung zu machen und zwar möglichst bald. Haiger, am 29. November 1888. Der Bürgermeister: 5. 6. 8. 10. 11. 12. 13. 15. 17. 18. 19. 20. 22. 24. 28. 29. 31. Bekanntmachung. Cs wird hierdurch zur öffentlichen Kennt- rüß gebracht, daß bei der Spar- und Leihkaffe Gießen in den Monaten December I. I. und Januar k. I. folgende Die Beischreibung bezw. Empfangnahme der Zinsen von (Kapitaleinlagen pro 1888 kann an diesen Tagen erfolgen, zu welchem Zwecke die Schuldscheine vorzulegen sind- Die Großh Bürgermeistereien des Spar- kassebezirks werden ersucht, vorstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur Kenntniß der Ortseinwohner bringen zu Allgemeiner Anzeiger. 20 Gentner geschalte Weiden von 2 m Länge und mehr sollen im Ganzen oder centnerweise auf einem öffentlichen Termine am 15. December l. I., Vorm. 10 Uhr, verkauft werden. Bei annehmbaren Geboten findet alsbald der Zuschlag statt. Die Offerten können mündlich oder schriftlich mit Angabe besonderer Bedingungen über Quantität, Transport u. s w. von heute an bis zum Termine in dem Dienstlocal der unterzeichneten Behörde abgegeben werden. Lich (Oberhessen), den 15. November 1888. 9629 Fürstliche Oberföriterei Lieh. Eine Parthie Spielwauren verkaufe zu sehr billigen Preisen. 9640 8. Mühlhausen, Westanlage 15. Drogenhandlung von InnrpdipnjiM Schaaf, lliy! yUISllZlyH Seltersweg 39. Das Geschäft ist bis zu den Feiertagen auch Sonntag Nachmittags offen. 9511 E Flaschenbier. E Hiermit empfehle ich einem geehrten Publikum per Flasche Prima hellfarbiges Exportbier 23 Pfg. Prima dunkelfarbiges Exportbier 25 „ Prima hellfarbiges Lagerbier 18 „ aus der Aktien-Brauerei Gieße«. Antigen Bestellungen sehe ick gerne entgegen und liefere bei Abnahme von mehreren Flaschen frei in'S Haus. Daüiiel Heil, 2370 Lindenplatz 3. 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Aecbr., 8 Uhr Abends, im Saale des Cafe Daher. Herr Univerfilätsamtmann Dr. Dietz: Ueber das Bau-UnfallversicherungSgefetz vom 11. Juli 1887. Sie Vortrage sind auch Nichtmitgliedern des Vereins zugänglich. 9615- Der WinterkurfuS in Gabelsberger’scher Stenographie 4§,D°n 8-10 Uhr in dem Schullokal der Schulstraße statt. __Gabelsberger Stenographen-Verein. i Ptotoo’s. f »umtrfHwmtüi u. R,parat,ircrr N Wtt«n solid und billigst ausgeführt. 3135 G. D. Gebuuer, I Seltersweg 67. Gebe. Röhrle, Gießen. ---------------------------!__GeLmgaff- 15 I. i Vortrage im 8oealgeiverbverein V“ Süss, Markistraße 9. ‘ ________ Der Vorstand. rocrrbcn sür 1 Mark an- P gefertigt. [8723 H» Plank, Kaplansgasse 2. □□ 2./12. 1 Uhr? Stistf. Auf. —- * 9632 jljm **a"‘**H**.^t^^ Möbel- und Polkerwaaren- W"’9 Geschält 3uli in meine eigenen, neu erbauten Localitäten Asterweg 47 (Gartield) verlegt habe. " 9630 Eine Familienwobnuna iu n»ra n-u-tb-n. Gr. 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M. eine ihm von der Kaiserin Friedrich angetragen-Hospredi,erstelle in Cronberg abgctehnt halte, mit dem Bemerken, vatz in Eronberg eine Hospredigerstelle bis jetzt überhaupt nicht vorhanden, das dortige evangelische Pfarramt aber gegenwärtig mchl erledigt sei, also auch nicht neu besetzt werden könne. , ” 3m Auswärtigen Amte gilt die Ernennung zweier Vortragenden Räthe als bevorstehend; trotzdem kommen demnächst wieder einige Stellen im diplomatischen und Consulatsdienste zur Besetzung. 3n dem Reichshaushaltsetat für 1889—90 ist auch ein neuer Posten von 60,000 eingestellt, um die Feldmarschälle Graf Moltke und Graf Blumenthal in Charge dem Heere zu erhalten. Für die Stelle, welche Feldmarschall Graf Moltke als Chef der Landesvertheidigung bekleidet, ist ein Gehalt nicht ausgeworfen; ebensowenig für die Stelle eines Generalinspekteurs, die Graf Blumenthal inne hat. Es rührt dies daher, daß bei Schaffung jener Stellungen ausschließlich fürstliche Per- Inhaber in Betracht kamen. So war Kaiser Friedrich als Kronprinz Chef der Landesvertheidigung gewesen und so ist Graf Blumenthal auch bis jetzt der einzige Generalinspekteur, der keinen sürstlichen Rang besitzt. Lokales. Gießen, 30. November. sSitzung der Stadtverordneten vom 29. November.) Anwesend: Herr Oberbürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Gnauth und Keller, Seitens der Stadtverordneten die Herren Bai st, Georgi, Grüneberg, vr. Gutsleisch, Hanstein, Hoch, Homberger, Jughardt, Aug. Noll, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Simon, Bogt und Wallenfels. Das eingegangene Dankschreiben des Oberhessischen Vereins für Localgeschichte für die Ueberlassung zweier Zimmer im alten Rathhause wird zur Kenntntß der Versammlung gebracht. — In der Zeit vom 3. März 1887 bis 1. April 1888 sind für Reinigung des an der Einmündung in die Wodestratze liegenden Straßentheils der Neuen Bäue 16 JL Kosten entstanden, die auf die Stadtkasse übernommen werden. Grund zu dieser Aufwendung hat die Wodestratze selbst gegeben, indem genannter Straßentheil, den zu reinigen den Anliegern angesonnen war, die aber bei der Verhandlung des Streites über die Reinigungspflicht bei Grotzh. Schöffengericht s. Z. ein obsiegendes Urtheil erzielten,^als herrenloses Terrain bezeichnet wurde, zu dessen Reinigung sich schließlich die L-tadt herbeilassen mußte. Bei Behandlung dieses Gegenstandes hatte die Baudeputation sich wieder mit den die Wodestratze betreffenden Actm zu beschäftigen. Die seit Langem zwischen der Stadt und den Hausbesitzern der Wode- ftraße gepflogenen Verhandlungen sind seit Mitte September in's Stocken geralhen, um welche Zeit die Stadtverordneten.Versammlung beschloß, gegenüber dem Anerbieten der Interessenten der Wodestratze, den auf sie nach Maßgabe des Localbaustatuts entfallenden Kostenantheil zu tragen, wenn die Stadt vorher die Eigenthumsfrage an gen. Straße regelt, bezw. die Straße in städtisches Eigenthum übernimmt, auf ihrem früher gefaßten Beschluß zu beharren. Dieser Beschluß ging bekanntlich dahin, daß die Stadt die Straße in Eigenthum übernehmen will, wenn sie ausgebaut ist, rcsp. wenn hie Hausbesitzer sich verpflichten, die auf 5530 sich belaufenden Kosten des Ausbaues zu tragen, wogegen dann die Stadt sich verpflichtet, die 2600 JL erfordernde, nur für Fußgänger bestimmte Ueberbrückung des Schoorgrabens zu übernehmen. Die Baudeputation, der Ansicht, daß eine Verzögerung in der Erledigung dieser ohnedies schon so lange schwebenden Frage nicht zu weit ausgedebnt werden solle, beantragt deshalb, von den Interessenten der Wodestratze endgültige Erklärung über die letzte Offerte des Stadtvorstandes einzuziehen, damit endgültige Beschlüsse gefaßt und somit die Wode- straße-Angelegenbeil erledigt werde. Die Stadtverordneten-Versammlung erhebt diesen Antrag zum Beschluß. — Nach vorliegendem Schreiben des Kirchenvorstandes hat die Kirchbau-Commission sich seither schon mit Aufsuchen eines geeigneten Platzes für die zweite evangelische Kirche beschäftigt und u. A. ihr Augenmerk auf die Süd- Anlage gerichtet, in welcher ihr der zwischen der Plockstraße und dem Gymnasium liegende Theil derselben als der geeignetste Bauplatz für eine Kirche erscheine. Gegen Die. Fi™.a Sle^.®rt. Sohn, th-eiz (Wollwaarenfabrloatlon) bietet zu Fabrikpreisen'die reichhaltigste Auswahl 3797 ,7"------ wollener Damenkleideretoffe - ■ (Morgenkleider, Strassen- und Ball-Toiletten). — Fehlerfreie Roben knappen Maassea zu Geschenken geeignet, äusserst billig. — Muster umgehend. ZMZWZMZW- VMZMZZMLE V” e ?m *Mta, ni?eUCf,C-' e?S V V* tF' 'ü'«" niiib abgelehnl, da nach Ansicht der Baudeputation die Abtretung, Ä Herrn Hermann Stauß um Erlaubniß zur Erbauung eines zweistöckigen Wohnhauses mit Mansardenstock im südlichen Tbeile des Lamm wird L^^urwo t t Das zur Bebauung vorgesehene Grundstücklte0t bet Slraßenzuge des Hamm, die dre Baudeputation behufs Herbeiführung einer dichteren Bebauung dkeses Stadttheils zunächst zum Ausbau empfiehlt. — Unter den nicht auf ^^^0'dnuug stehenden Gegenständen erfolgt Vorlage der Voranschläge der Armen- kasie und der Plock'ichen Stiftung pro 1889-90. Ersterer balanctrt in Einnobmc i.nh Ausgabe mit 52,500 JL, letzterer mit 5018 JL Unter den Einnahmen zur Armenkasse c±beÄ?,e.r bct S'ad, mit m 30,900 v-rz-tchn7t - Dvs «Ä jjcrrn 2hd)lknen Huhn, welcher beabsichtigt, in der verlängerten Flügelsaasfe ein S JU bauen, soll auf Gcund des § 16 der Localpoltzeiverordnung zur allgemeinen beanstandet werden. Der angezogene Paragraph schreibt vor, daß auf tUA 1?tnb^en5 /s ?er Gesammtgrundfläche unbebaut zu bleiben hat, so daß ein entsprechender Hotraum frei bleibt. — der s 3 der Militärverwaltung F Entnahme von Grund behufs Aufführung ^nter den Schietzstanden liegt ein neues Gesuch vor, dahin gehend, zu gestatten, daß nprm^ThmF Abtragrn überwiesenen Hügel im Stadtwalde von der Militär- verwaltung werteres ^errain zum Ausheben von Grund in Nähe des genannten Schutz- walles benutzt werden könne. Es wird beschlossen, der Militärbehörde außer dem ^wähnten Hügel dre Entnahme von Grund resp. Sand aus der noch nicht verpachteten Sandgrube im Heegstrauch, und zwar aus letzterer Grübe zum Preise von 30 pro er' 5U6t^such des Herrn Ferd. Windecker um Erlaubniß )um Kleinhandel und Ausschank von Branntwein in seinem am Kreuzplatze gelegenen Geschäft werd nicht befürwortet, da sowohl Polizei wie Stadtverordnetenversammlung ein Bedurfniß hierzu nicht anzuerkennen vermögen. Allgemeiner Anzeiger. 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