Ar. 177 Mittwoch den 1. August 1888* Kichmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schu-straß- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. M Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß dem Vorstand des Gewerbehallevereins zu Darmstadt die Erlaubniß zur Abhaltung einer Verloosung von Jndustriegegenständen im Monat December d. Js. auf Grund des vorgelegten Verloosungsplans von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz unter der Bedingung ertheilt worden ist, daß höchstens 15,000 Loose ä 1 jl ausgegeben und mindestens 65% des Bruttoerlöses hieraus zum Ankauf von Gewinngegenständen verwendet werden. Der Vertrieb der Loose ist von Großherzoglichem Ministerium im Großherzogthum gestattet worden. Gießen, den 28. Juli 1888. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: I o st. ___________ _________________________ Politische Rundschau. Gießen, 31. Juli. Alle Berichte über den Aufenthalt Kaiser Wilhelms in Stockholm stimmen darin überein, daß dem deutschen Monarchen in der schwedischen Hauptstadt eine fast überraschend herzliche Aufnahme zu Theil geworden ist. Wenn man sich von Seiten des königlichen Hofes in Aufmerksamkeiten gegen den Kaiser und den Prinzen Heinrich erschöpfte, so wurden anderseits die erlauchten Gäste der schwedischen Königsfamllie überall, wo sie sich zeigten, seitens der Bevölkerung Stockholms mit wahrhaft südlichem Enthusiasmus begrüßt und dieser Enthusiasmus äußerte sich als wirklich aus dem Volksherzen kommend. Eines ebenso warmen Empfanges hatten sich in der schwedischen Hauvtsiadt die Offiziere und Mannschaften des deutschen Geschwaders zu erfreuen und werden dieselben sicher nur angenehme Erinnerungen von ihrem Besuche im „nordischen Venedig" mit nach der Heimath genommen haben. Am Montag Vormittag ist Kaiser Wilhelm in Kopenhagen angekommen. König Christian war bereits am Sonntag Abend an Bord der „Dannebrog" gegangen, um dann, begleitet, von einem dänischen Geschwader, dem deutschen Geschwader am Monrag früh entgegen zu fahren. Die Kopenhagener Blätter äußern sich im Allgemeinen sympatbisch über den Besuch Kaiser Wilhelms in Kopenhagen und sprechen sie die Hoffnung aus, daß das Ereigniß Deutschland und Dänemark zum Segen gereichen werde. Diese Haltung der dänischen Presse entspricht ganz den Wünschen, mit denen man deutscherseits das Er- I chetnen Kaiser Wilhelms am dänischen Hofe von Anfang an begleitete und so steht denn zu erwarten, daß nunmehr eine dauernde günstige Wendung in den gesammten deutsch-dänischen Beziehungen eintreten werde. Es hat in Dänemark allerdings nicht an vereinzelten chauvinistischen Stimmen gefehlt, welche gerade in Anknüpfungen an den Besuch Kaffer Wilhelms an die für das dänische Volk so schmerzlichen Ereignisse des Jahres 1864 erinnerten, diese zum Mindesten tactlosen Regungen sind aber sofort von dänischer Seite selbst energisch zurückgewiesen worden und haben sie denn auch in der Bevölkerung Kopenhagens so gut wie gar kein Echo gefunden. Alle durch die Tagespreise gehenden Gerüchte über eine angeblich in Berlin tm kommenden Herbst stattfindende Monarchenzusammenkunft werden von Berlin aus entschieden als unbegründet bezeichnet, ebenso wird der Nachricht, der Czar habe unserm Kaiser einen Gegenbesuch für diesen Herbst bestimmt zugesagt, widersprochen. Auch über die angekündigten Reisen Kaiser Wilhelms nach Wien und Rom müssen erst weitere Mittheilungen abgewartet werden und was die signalisirten Ministerconfermzen anbelangt, die zwischen dem Fürsten Bismarck, dem Grafen Kalnoky, Herrn v. Giers und Erispi stattfinden sollen, so ist den bezüglichen Nachrichten gegenüber erst recht Reserve geboten. Die Münchener Centenarfeier zum Gedenken des Königs Ludwig I. von Bayern nahm am Sonntag Vormittag mit der officiellen Begrüßung der zur Theilnahme an der Feier eingetroffenen Ehrengäste im Magistratssaale des neuen Rathhauses ^ren Anfang. Der Vorsitzende des CentralcomitS's, erster Bürgermeister Dr. v. Widm- maper, hielt die Begrüßungs-Ansprache, auf welche der griechische Gesandte in Berlin, Angelos Wachos, in herzlichen Worten erwiderte, wobei er das Andenken König Ludwigs als einer der größten Wohlthäter Griechenlands warm feierte. Weitere Ansprachen hielten die Bürgermeister Becker aus Köln, Marquis Ouiccoli aus Rom, Phtlimon aus Athen, Back aus Straßburg, welcher zugleich, als Vertreter der Geburtsstadt König Ludwigs, mehrere prachtvoll ausgestattete Urkunden überreichte, und der Hofadoocat Dr. Richter aus Wien. Ein Vortrag Prof. Sepp's beendigte den officiellen Theil der Festlichkeit, deren Theilnehmer alsdann noch durch ein von der Stadt München gegebenes Gabelfrühstück zusammengehalten wurden. — München ist in allen seinen Theilen mit Flaggen, Laubgewinden, Kränzen, Wappen und Emblemen auf das Reichste und Prächtigste, geschmückt. Die italienisch-französische Streitasfaire wegen Massauahs scheint vorerst keine weiter bedrohlichere Gestaltung annehmen zu wollen. Die italiersischc Regierung hat, was sie nach den Bestimmungen des Berliner Vertrages schon längst hätte thun sollen, den Mächten jetzt officiell die Mittheilung zugehen lassen, daß Italien definitiv von Massauah Besitz ergriffen habe. Nachdem so erklärt worden ist, daß die Annection des Gebirtes von Massauah durch Italien nunmehr in aller Form vollzogen sei, wird auch dem Widerspruche Frankreichs gegen die Besteuerung seiner Untertanen in Massauah die rechtliche Grundlage entzogen. In den römischen politischen Kreisen wird es sehr bemerkt, daß der preu- fische Gesandte beim Vatican, Herr v. Schlözer, auf seiner Urlaubsreise in Wien sehr intim mit dem päpstlichen Nuntius Galimberti verkehrte. Letzterer empfing den Gesandten am Bahnhofe und fuhren beide in der Equipage des Nuntius nach dem Absteigequartier Herrn v. Schlözers im „Hötcl Imperial". Am Sonntag dinirte der ' Gesandte beim Nuntius und bringt man diesen intimen Verkehr mit dem signalisirten 1 Besuch des deutschen Kaisers zusammen. Als eine der Folgen der Petersburger Kaiserbegegnung wird jetzt u. A. auch die angeblich bevorstehende Revision des deutsch-russischen Zolltarifs ange- lündigl. Es heißt, zwischen Graf Herbert Bismarck und Herrn v. Giers seien während der Entreoue Protokolle ausgenommen worden, welche die Grundlage einer finanziellen Verständigung zwischen Rußland und Deutschland feftsetzten. In kürzester Zeit würden besonders dazu ernannte Bevollmächtigte zur Ausarbeitung dieser als Basis dienenden Protokolle schreiten, und dann würde eine gründliche Revision der beiderseitigen Zolltarife vorgenommen werden. In Verbindung hiermit wird angenommen, daß Wischnegradsky, der russische Finanzminister, zurücktreten würde, eben weil fein Finanzsystem durch die signalisirte finanzpolitische Verständigung zwischen Rußland und Deutschland einen schweren Stoß erfahren würde. Was und ob an diesen Gerüchten Wahres ist, muß freilich dahingestellt bleiben. • Deutschland. Darmstadt, 30. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 21. Juli den außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landesunioersität Dr. Carl Friedrich Wimmenauer zum ordentlichen Professor in der genannten Fakultät zu ernennen. Darmstadt, 30. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 22 enthält: 1. Verordnung, die Ausführung des Jagdstrafgesetzes, insbesondere Anordnungen wegen der Heegzeit betreffend. Auf Grund des Art. 29 des Jagdstrafgesetzes vom 19. Juli 1858 wird im Anschluß an den § 2 der Verordnung vom 19. August 1882 für das in vielen Gegenden Deutschlands erschienene asiatische Steppenhuhn, Syrrhaptus paradoxus, um dasselbe wenn möglich heimisch zu machen, bis auf Weiteres vollständige Heegzeit festgesetzt. 2. Bekanntmachung, die Ausführung des Bauunfallversicherungs - Gesetzes betreffend. Köln, 30. Juli. Wie man der „Köln. Ztg." aus Berlin meldet, wird der Kaiser in den ersten Tagen der nächsten Woche den Reichskanzler besuchen. Alle bis jetzt umlaufenden Gerüchte über die Ergebnisse der Kaiserreise beruhten auf Erfindung. Italien. Rom, 29. Juli. Die „Agencia Stefani" veröffentlicht ein Resumö der vom Ministerpräsidenten Crispi betreffs Massauahs an die Vertreter Italiens im Auslande gerichteten, zur Mittheilung an die betreffenden Regierungen bestimmte Noten. Darnach wird in der einen Note unter Hinweis auf die bezüglichen Verhältnisse in Bosnien, der Herzegowina, Cypern, Bulgarien und Tunis ausgeführt, daß selbst, wenn die Annahme der französischen Regierung von dem Fortbestehen der Kapitulationen in Massauah richtig wäre, daraus doch für Italien keine Verpflichtung fließen würde, die ausländischen Unterthanen oder Schutzbefohlenen in Massauah ohne Einwilligung ihrer betreffenden Regierungen der Leitung von Municipalsteuern nicht zu unterziehen. Das der Türkei in Egypten gegenüber bestandene Recht der Kapitulationen habe aber jedenfalls ausgehört, als Italien Massauah in Besitz genommen und dort eine regelrechte Verwaltung eingesetzt habe, welche für die Ordnung und die Unparteilichkeit der Behörden wünschenswerthe Garantien biete. In einer zweiten Note wird nachgewiesen, ♦ daß die juridische Lage in Massauah genau dieselbe sei, wie an anderen Punkten der Ostküste Afrikas. Auch seien Italien nicht etwa von der Türkei Reklamationen zugegangen, sondern wie immer nur von Frankreich, welches dann auch noch Griechenland zur Erhebung von Reklamationen zu bestimmen gewußt habe; von Frankreich, das, wie es scheine, in den friedlichen Fortschritten Italiens eine Verringerung der eigenen Macht erblicke. Der große afrikanische Kontinent biete doch hinreichenden Raum für eine legitime Thätigkeit und den civilisatorischen Ehrgeiz aller Mächte; die Okkupation Massauahs trage durch die Verhältnisse, unter denen sie sich vollzogen habe, und dadurch, daß alle durch die Berliner Conferenz geforderten Bedingungen erfüllt worden seien, alle juridischen Merkmale einer legitimen und unbestreitbaren Besitzergreifung an sich. Telegraphische Depeschen. Wolsi'S telegr. Correspondenr - Brrrearr. Potsdam, 30. Juli. Bulletin von Abends 6 Uhr. Tie Kaiserin und der neugeborene Prinz befinden sich auch heute vollkommen wohl. Der Verlauf des Wochenbettes ist bisher durchaus regelmäßig. München, 30. Julü Die Ludwigsfeier wurde heute Morgen durch Glockengeläute, Mtlitärmusik und Schulgottesdienste eröffnet. In der überfüllten Prachtbasilika zu Samt Bonifaz legte der Prinzregent, die gesammten Prinzen und Deputationen prachtvolle Kränze auf das Grab Ludwigs I. nieder. Darauf hielt der Erzbischof ein Pontifikalamt ab, wobei die Königskapelle spielte. In den protestantischen Kirchen und den Synagogen haben ebenfalls Gedächtnißfeiern stattgefunden. Das Wetter war herrlich, die Stadt ist überfüllt. München, 30. Juli. Im Verlaufe der Centenarfeier für König Ludwig I. fand heute Abend in Gegenwart des gesammten Königshauses, des Landtages und Hunderttausender von Festgästen die feierliche Aufstellung der Marmorbüste des gefeierten tobten in der Ruhmeshalle statt. Darauf wurde ein großartiges Feuerwerk abgebrannt, am Schlüsse sang die ganze Versammlung die Wacht am Rhein und die Nationalhymne. Kopenhagen, 30. Juli. Aus Malmö wird von 5.40 V. gemeldet, daß das deutsche Geschwader um 4.50 V. südlich von Trebellorg passirt ist und um 5.50 V. bei Falsterboe erwartet wird. Dragoer, 30. Juli. Das deutsche Geschwader passirte um 8 Uhr 10 Min. die Kjoege-Bucht. Das Köntgsschiff „Danebrog" mit dem Könige von Dänemark kommt soeben in Sicht. , , . Dragoer, 30. Juli. Die Königsyacht „Danebrog" mit dem dänischen Geschwader und die Kaiseryacht „Hohenzollern" mit dem deutschen Geschwader passirten Uhr Morgens Dragoer. Kopenhagen, 30. Juli. Als beide Geschwader sich einander näherten, begaben sich der König und der Kronprinz mit einer Schaluppe an Bord des „Hohenzollern", wo ihnen der Kaiser entgegenkam und den König und den Kronprinzen auf das Herzlichste durch Umarmung und Kuß begrüßte. Der König und der Kronprinz kehrten nach kurzem Aufenthalt an Bord des „Danebrog" zurück, worauf die Weiterfahrt hierher erfolgte. Kopenhagen, 30. Juli. Der „Danebrog" kehrte um 1035 V. zurück und der Hohenzollern" traf um 11« V. hier ein. Auf der Kommandobrücke stand Kaiser Wilhelm in Admiralsuniform mit dem Bande des Elefantenordens. Alle dänischen Schiffe und Forts begrüßten den Kaiser mit Geschühsalven und alle Schiffe warm in Flaggengala. Die Musikcorps spielten die Nationalhymne und die Mattosen riefen Hurrah. Die Privatdampfer und das ganze User warm von Zuschauern angefüllt, welche den Gaff mit sympathischen Zurufen begrüßten. Auf mehreren Privatdampfern wurde die Nationalhymne gesungen. Der Kaiser begab sich in der Schaluppe der „Hohenzollern" zur Landungstreppe, wo er den König, den Kronprinzen und die übrigen Prinzen begrüßte; dann eilte er die Treppe hinauf, wo die Königin, die Kronprinzessin und die Prinzeß Waldemar den Kaiser erwarteten. Der Kaiser küßte der Königin die Hand und begrüßte die Kronprinzessin und die Prinzessin Waldemar, und ließ sich darauf die dänischen Minister, die anwesenden Hof- und Staatswürdenträger, das diplomatische Corps, dm Vertreter des AusslellungscomitS's Grafen Frysenborg, den Präsidenten des Landsthing, den Rector der Universität, den Vorsitzenden des Gemeinderaths und den Geheimen Regierungsrath Lüders aus Berlin vorstellen und schritt dann mit dem König die aufgestellte Ehrencompagnie ab. Darauf erfolgte, während das Musikcorps den dänischen Fahnenmarsch spielte, die Abfahrt nach Alna- lienborg, wohin die Königin vorausgefahren war. Im ersten Wagen saßen zwei Adjutanten des Königs, dann im sechsspännigen Galawagen mit Vorreitern der Kaiser und König, während zwei Kammerherren zu beiden Setten ritten. In weiteren Wagen folgten Prinz Heinrich, die Kronprinzessin, die Prinzeß Waldemar, drei Brüder des Königs, die Prinzen Wilhelm, Julius und Hans, Graf Bismarck, General Kauffmann und das gesammte übrige Gefolge. Als der Kaiser in Amaltenborg etntraf, wurde die Kaiserflagge aufgezogen. Der ganze Weg von der Zollbude, die Promenade und Langelinie entlang bis zum Schlosse warm von vielen Tausenden von Menschen besetzt, die den Gast mit sympathischen Hochrufen begrüßten. Nach der Ankunft im Schloß fand ein Dejeuner statt und darauf ein etnstündiger Besuch der Ausstellung. Kopenhagen, 30. Juli. Auf der Fahrt nach und von der Ausstellung empfing Kaiser Wilhelm fast ununterbrochen sympathische Kundgebungen der Bevölkerung, wiederholt warfen Damen Blummbouquets in den Wagen. Im Ausstellungsgebäude, wo der Kaiser sich längere Zett auch mit dem Krtegsmintster unterhielt, überreichten deutsche Aussteller ein prachtvolles Bouquet. — Bei dem Galadtner saß Kaiser Wilhelm zwischen dem König und der Königin von Dänemark, daran schlossen sich die übrigen Geladenen. Gegen Schluß der Tafel brachte der König einen Trinkspruch aus, indem er sagte: „Ich danke Ew. Majestät für dm ehrenvollen Besuch, der mir und meinem Lande zu Theil geworden ist, und trinke aus vollem Herzen auf das Wohl des Kaisers, der Kaiserin und des ganzen Kaiserhauses; Seine Majestät der deutsche Kaiser lebe hoch!" Die Musik spielte die Preußenbymne. Der Kaffer dankte für den herzlichen Empfang und trank auf das Wohl des Königs, der Königin und der königlichen Familie, worauf die Musik die dänische Nationalhymne anstimmte. Beide Toaste wurden deutsch gesprochen. Paris, 30. Juli. Eine Versammlung von 4000 stttkendm Erdarbeitern beschloß, bei Floquet gegen die Anwendung von Truppen gegen die Strikendm zu protesttren; zugleich wurde erklärt, die Verantwortung für die Zusammenstöße am Samstag treffe allein die Polizei. Die Versammlung ging ruhig auseinander. Vormittags versuchten Trupps von Strikendm an verschiedenen Punkten der Stadt die im Gange befindlichen Arbeiten zu hindern, die Bauplätze sind jedoch sämmtlich von^Polizei und Truppen bewacht. Von ernsteren Zwischenfällen verlautet nichts. Der Strike droht ein allgemeiner zu werden, heute sind ihm 400 Mtnenarbeiter in Villars beigetreten. Paris, 30. Juli. Anläßlich der Enthüllung einer Statue des Generals Meunier fand gestern in Tours im Saale des Theaters zu Ehren Floquet's ein Banket mit 350 Theilnehmern statt. Einen Toast des Maire von Tours erwidernd, brachte Floquet einen Trinkspruch aus auf die alte Armee, welche Frankreich Ruhm erwarb, und auf die neue, welche Frankreich Zuversicht einflöße und ihm dm Frieden sichere. Paris, 30. Juli. Eine Versammlung strikmver Erdarbeiter von Chateln (Departement Loire) beschloß, ihre Forderungen aufrechtzuerhalten. Es herrscht hier lebhafte Erregung.) TourS, 30. Juli. Auf den von Seiten des Präsidenten des radikalen Clubs ausgesprochenen Wunsch bezüglich der Trennung der Kirche vom Staate ersuchte Floquet, der Regierung Vertrauen zu schenken. Nom, 30. Juli. Kaiser Wilhelm antwortete telegraphisch auf den Glückwunsch des Papstes: „Wahrhaft bewegt von der Theilnahme Eurer Heiligkeit anläßlich der Geburt Unseres Sohnes, bitten Wir, den Ausdruck der Dankbarkeit für den neuerlichen Beweis aufrichtiger Zuneigung entgegenzunehmen." Petersburg, 30. Juli. Der König von Griechenland ist in Pawlowsk an- gekommm. Lokales. Nieste«, 31. Juli. Tagesordnung für die Stadtverordnetm - Sitzung am DlMuerStog de« 2. August 188«, Nachmittags 4 Uhr. 1. Die Gießmer Jahrmärkte. 2. Die Umpflasterung in den Neumbäuen. 3. Die Erhöhung der städtischen Trottoirs. 4. Gesuch des Hch. Noll und Ehr. Euler III. um Anlegung einer Gosse vor ihren Häusern am Hamm. 5. Marktordnung für die Stadl Gießen. 6. Die Straßenbeleuchtung. 7. Die Quellwasserleitung. 8. Unterhaltung der städtischen Anlagen. 9. Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Realgymnasiums Gießen für 1887/88. 10. Straßmherstellungsarbeitm am Wirth Spieß'schen Hause in der Neustadt. 11. Baugesuch des Gerbermeisters Louis Lotz. 12. Den Abzugscanal in der Marburgerstraße an dem Buchhändler Roth'schen Hause. 13. Das Gäßchen zwischen den Häusern des Advokaten Kohlermann und Buchhändler Roth. Niesten, 31. Juli. Die heute zur Ausgabe gelangte Nr. 8 der Verwaltungsblätter hat folgenden Inhalt: 1. Entscheidung Großh. Oberlandesgerichts in Darmstadt, in Sachen der Wittwe L. L. zu Gießen und Consorten gegen den Rentner L. B. und Ehefrau zu Gießen wegen Erbschaft. 2. Entscheidung Großh. Verwaltungsgerichtshofes, betreffend Beschwerde der Elisabethe Specht, geb. Eller, von Rhein-Dürkheim wegen Entziehung ihres Allmmdgenusses. 3. Oeffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Rheinhessen vom 30. April 1888. 4. Oeffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses der Provinz Oberhessen vom 16. Juni 1888. Abonnements auf die Verwaltunasblätter nimmt die Expedition des Gießener Anzeigers entgegen und zwar für die Abonnenten letzteren Blattes zum ermäßigten Preise von 50 H pro Quartal. || Der durch die Aufführungen des Lut her fest spiels erzielte Reinertrag beträgt 4000 Ji. (Die in Braunschweig stattgehabten 15 Aufführungen desselben Herrig'schen Lutherfestspiels haben bei einer Einnahme von rund 20,000 JL einen Ueberschuß von 5800 Jü ergeben). Verwischtes. Odenhausen (Lahn), 30. Juli. Trotz des unfreundlichen Wetters war das «e Missionsfest gut besucht; die hiesige Kirche war übersüllt. Professor ottschick von Gießen predigte in sehr warmer, gedankenreicher und die Herzen und Gewissen anfassender Weise über die Nothwendigkeit, die Ziele und den Segen der Arbeit in der Heidenmission. Missionsinspector Prof. Plath von Berlin erstattete in höchst gelungener und sehr ansprechender Art Berichte übes Manches von dem, was er im .Laufe dieses Winters und Frühjahrs selbst in Indien, Jerusalem und Rom gesehen und miterlebt. Beiden Rednern fühlte sich die Festoersammlung zu hohem Danke verpflichtet; es war ein ungemein anregendes und befriedigendes Fest. Die Collecre für die Kelchs-Mission (Indien) betrug hundert Mark. /X Mainz, 30. Juli. Bezüglich des von Homburg o. d. H. flüchtig gegangenen Postassittenten Haag macht das hiesige Poltzeiamt durch Plakatanschlag bekannt, daß es feststeht, daß der untreue Beamte am 24. d. Mts. hier in Mainz war und seinen bei dem 88. Infanterie-Regiment dienenden Bruder aus dem „Hardenberg" aufgesucht hat. Alsbald nach dem Turnen der Truppenabtheilung, bei der der Füsilier Haag stand, begab dieser sich im Drillichanzug mit seinem Bruder aus der Kaserne und Beide sind seil dieser Zeit von hier verschwunden. Die Polizeibehörde nimmt an, daß sich die Brüder Haag in einem hiesigen Kleidergeschäfte neue Anzüge gekauft haben und daß das Wechseln der Kleider wahrscheinlich in einem hiesigen Hotel stattgesunden. Das Polizeiamt erbittet etwaige Anhaltspunkte. Auf die Verhaftung des Postdiebes ist eine Belohnung von 750 JL gesetzt. (S. Notiz aus Homburg). — Eine beharrliche Selbstmörderin ist eine hiesige 70jährige Greisin gewesen. In vergangener Woche wurde sie durch die Dazwischenkunft ihrer Angehörigen einmal von dem Erhängen und ein zweites Mal von dem Ertränken abgehalten. Gestern ist ihr ihr Vorhaben gelungen: in einem unbewachten Moment hat sie sich auf dem Speicher erhängt. Ihre Angehörigen fanden sie als Leiche. — In der Nähe der Ingelheimer Aue wurde gestern die Leiche des jungen Mädchens geländet, das vergangene Woche bier gemeinschaftlich mit ihrem Bräutigam in den Wellen des Rheins freiwillig den Tod gesucht hat. △ Aus dem Rhetngau, 30. Juli. In einem Garten in Mosbach wurde von der Untersuchungecommission jetzt auch ein Reblausherd ermittelt. + Homburg v. d. H., 30. Juli. Die Belohnung von 750 JL, welche die Oberpostdirectton zu Frankfurt a. M. auf die Ergretiung des Postdefraudanten Haag gesetzt hatte, ist bereits verdient worden. Der Durchgänger wurde in Basel von einem Grenzbeamten abgefaßt. Er hatte nur wenig Geld bei sich, so daß die Annahme berechtigt erscheint, daß fein Bruder mit dem größten Theil des Raubes nach Amerika entkommen ist. Heute Morgen traf Haag schon unter Escorte in Frankfurt ein. Homburg, 26. Juli. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestetn Abend während des heftigen Gewitters. Ein Bauersmann Namens Hirsch von Kirrberg kam gerade noch mit einem Wagen Heu in das furchtbare Wetter. Sein ihn begleitender 12jähriger Sohn ging zum Schutze gegen den Wind und Regen neben dem Wagen her. Ein hestiger Windstoß warf den Wagen, als sie an eine Biegung der Straße in der Nähe von Ktrrberg kamen, plötzlich um, den Jungen unter dem Futter begrabend. Hilfe war bald zur Stelle, als man aber den Knaben zum Vorschein brachte, war er bereits erstickt. Der Vater mußte seinen todten Sohn auf dem Rücken nach Hause tragen. □ Frankfurt, 30. Juli. Kein Tag vergeht ohne daß über unfern neuesten Silberdieb Bergmann weitere Mittheilungen in die Oeffentltchkeit gelangen; es beginnt sich ein förmlicher Sagenkreis um den interessanten Einbrecher zu bilden. Vieles von dem, was erzählt wird, ist jedenfalls wahr, Manches ist aber auch erfunden. Daß Bergmann in seinen Bekanntenkreisen gut gelitten, ja sogar gern gesehen war, theilte ich schon mit, nicht aber daß seine Intimität mit einzelnen Personen so wett ging, daß er sich mit ihnen associren wollte. Neuestens wird erzählt, Bergmann habe die Absicht gehabt, sich mit einem Brauer zu verbinden; seinen Theil der Einlage habe er freilich erst zusammenstehlen müssen, denn baares Geld habe er nicht viel besessen. Es wurden ca. 80 JL bei ihm gefunden und in seiner Behausung 50 Flaschen feinen Weins. Neu ist ferner, daß Bergmann seine Wohlhabenheit in Bekanntenkreisen auf sein Glück in der Lotterie zurückgeführt habe. Die launische Glücksgöttin muß ihm allerdings schon ganz riesig hold gewesen sein, wenn er einmal in einer „Silberlotterie" 80 000 JL gewonnen hat. Viel Geld scheint er nicht in Händen behalten, sondern sich darauf verlassen zu haben, daß, wenn er keinen Mammon mehr besitze, Andere haben würden und diesen Andern hat er's denn redlich abgeholt, wenn ihm welches fehlte. Den richtigen Namen des Gauners kennt man immer noch nicht, auch weiß man über seinen Heimathsort noch nichts Zuverlässiges. Während man noch vor einigen Tagen glaubte, der Pseudo-Bergmann stamme aus Ostpreußen, heißt es jetzt, er stamme aus der „berühmten" Langner-Gegend, aus Schlesien. Ob das richtig ist, wird erst der Verfolg der Untersuchung ergeben. Uebrtgrns soll Bergmann immer noch tapfer leugnen und nur das zugestehen, was gar nicht abzu- schütteln ist. Trotz seines reftgnirten Wesens ist die Polizei außerordentlich vorsichtig. Er wird sorgfältig bewacht und Abends mit einer Kette geschlossen. Unsere Polizei thut gut daran, lieber etwas zu viel als zu wenig Vorsicht aufzuwenden, damit aus Bergmann nicht ein zweiter Langner wird. Bei Bergmann ist die Gefahr des Entweichens eigentlich noch größer als bei Langner, da man ihm nachsagt, daß er ein vortrefflicher Turner sei, der sich bet seinen Einbrüchen mit Vorliebe der Blitzableiter, Kandel, Gerüste rc. als Hülfsmittel bediente. Von Pseudo-Bergmann sind inzwischen zahlreiche Photographien angefertigt und versandt worden. Von seiner Concubine ein gelungenes Conttefet zu erlangen, ist bis jetzt noch nicht gelungen; dieselbe verschließt, sobald sie merkt, daß man sie „verewigen" will, hartnäckig die Augen oder schneidet Grimassen. Viel nutzen wird ihr das freilich nicht, denn mag sie das Verbrecheralbum schmücken oder nicht, sie wird der gerechten Strafe nicht entgehen, sofern die Untersuchung auch für sie Belastendes zu Tage fördert. Ehe das saubere Pärchen vor Gericht steht, dürften wir übrigens 3 Monate älter sein. — Frankfurt, 30. Juli. Aus Groß-Karben wird ein entsetzliches Unglück gemeldet, bei welchem wiederum die Unvorsichtigkeit die Urheberin war. Einem Passagier des Frühzuges war der Regenschirm entfallen unb zwischen die Räder gekommen. Während noch der Zug an der Station Groß Karden hielt, entstieg der Reisende dein Coups, um sein Eigenthum unter dem Wagen heroorzuholen. Als er eben hinfaßtc, setzte sich der Zug in Bewegung, der unvorsichtige Mann wurde erfaßt und auf det Stelle getödtet. — Heute Vormittag traf die erste Locomotive für den Dampfbetrieb auf bet Frankfurt-Eschersheimer Lokalbahn am Eschenheimer Thurm ein. Dieselbe stammt aus der renommirten Fabrik von Henschel & Sohn in Cassel. Dieselbe ist 60pferbig. Der Dampfbetrieb wird nun wohl bald beginnen. Der heutige Tag wurde mit Montirungsarbeiten verbracht. Heidelberg. Der VII. internationale ophthalmologische Congreß wird hüt vom 8. bis zum 11. August tagen. Außer den drei von Anfang an festgesetzten Referaten ist eine große Zahl von Einzeloorttägen angemelbet, nämlich 24. Der Preis der Festkarte ist auf 16 Mark ober 20 Francs festgesetzt. Auch werben Damenkarten, bas Stück zu 5 Mark, ausgeqeben. Die allgemeinen Versammlungen finben in det Universitätsaula statt. Das Vergnügungsprvgr imm beftebt in verschiebenen Divertissements in ben reservirten Räumen des Museums, bent Stabtgarten unb der Schloß- wirthschaft. Am letzten Tage, 11. August, ist eine Neckarsabn unb bei ber Rückkunft Schlvßbeleuchtung. — Am 1. September wirb bas 50jährige Doctorjubiläum bes Pros, ehern. Kopp an ber hiesigen Universität begangen. Hannover, 28. Juli. Die Versammlung deutscher Feuerwehrmänner ha> heute mit Eröffnung ber bamit oerbunbenen Ausstellung in bem großen Gesellschaftsgarten in Bella Vista hier ihren Anfang genommen. Hannover hat zum Empfang del etwa 3000 Fremden ein festliches Klcib angelegt. Die Ausstellung zeigt nicht nut Feuerlösch-Maschinen, Geraihe u. s. w-, wie sie gegenwärtig hergestellt werben, sondern ! bringt auch bie Entwicklung bieses Fabrikationszweiges seit ungefähr 50 Jahren zur j Ansicht, unb ber Beschauer erkennt baraus recht klar bie frühere Unvollkommenheit de» ? Kampfes gegen das Feuer. Zu der bedeutenden Vervollkommnung der neueren Kamp ' * mittel haben die Fenerwehrmänneroersammlungen viel beigetragen, und auch diese Versammlung wird durch Vorträge, Uebungen und durch die Ausstellung Anregung iu manchem Fortschreiten auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens geben. Die Eröffnung erfolgte in Anwesenheit von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden durch eine Ansprache des Regierungspräsidenten v. Cranach. Berlin, 29. Juli. Bet dem Rennen in Charlottenburg kam Rittmeister v. d. Osten von ven Garde-Kürassieren mit seinem Wallach Jurist so unglücklich zu Fall, daß beide auf der Stelle tobt blieben; der Unfall ereignete sich im schweren Jagd-Rennen an der vorletzten Hürde und rief die allgemeinste Thetlnahme hervor. — fAlbert Parlow t-1 Im Alter von 66 Jahren ist in Wiesbaden, wohin er am 1. October v. Js. übergesiedelt war, der tonigl. Musikdtrector Albert Parlow gestorben. Dec „Rhein. Cour." widmet dem vortrefflichen populären Tonkünstler den folgenden warmen Nachruf: „Parlow war der erste Marinekapellmeister, er hat als solcher in den Jahren 1852 und 1853 die ganze Welt umsegelt und den Ruhm der preußischen Militärmusik in die entferntesten Länder getragen. Nach dieser Weltreise kam Parlow als Kapellmeister zum pommerschen Füsilier-Regiment Nr. 34 in Mainz, das im Jahre 1860 nach der Bundesfestung Rastatt verlegt wurde, von wo aus Parlow mit seiner Kapelle sehr viel in Baden-Baden vor der Königin Augusta zu spielen hatte, welche die Kapelle mit neuen Instrumenten ausrüstete und die Zahl der Musiker auf 65 erhöhen ließ. So war es Parlow möglich, mit der „Kapelle der Königin", wie sein Musikcorps fortan genannt wurde, in Lyon bet einem Wettstreite von zwölf französischen Militärkapellen mit der Tannhäuser-Ouoerture den ersten Preis zu erringen und Triumphe zu feiern, wie sie weder vor ihm, noch nach ihm jemals eine Kapelle in Frankreich erlebt hat. Der Wettstreit fand in einem großen Garten statt, draußen vor den Gittern des Parkes hatten sich Tausende von Arbeitern angesammelt, die gleichfalls den Musikvortragen zugehört hatten. Als Parlow und seine Schaar nach Beendigung des Festes draußen erschienen, mutzten sie an die Spitze des von den Arbeitern gsvi'^eten Zuges treten und unter dm Klangen preußischer Militar- märsche zogen dann die^r.beiter-Bataillone nach der Stadt zurück. Am folgenden Tage mußte Parlow noch ein Cöncert geben, das 60,000 Francs einbrachte, welche L>umme er wohlthätigen Zwecken überwies. König Wilhelm, der den trefflichen Kapellmeister auf dessen Rückreise von Lyon zu sich nach Ems befahl, dekortrte ihn eigenhändig. Im folgenden Jahre spielte Parlow in Paris vor Napoleon. Bekannt ist die Antwort, die Parlow hier dem Kaiser gab, als er, nach einer ihm gebrachten Morgenmusik in den Kreis der Musiker tretend, bei Besichtigung der Instrumente frug, was man mrt den großen Batzinstrumenten, die um den ganzen Körper ihrer Träger geben, auf einem Rückzüge mache. „Majestät, was auf einem Rückzüge geschieht, wird bei uns nicht eingeübt", lautete die Antwort des Befragten. Im Jahre 1866 machte Parlow den österreichischen Feldzug mit, in welchem er bei Königgrätz mit seiner Kapelle in's Feuer kam. Nach Beendigung des Krieges wurde das 34. Regiment von Rastatt nach Frankfurt a. M. verlegt, von wo aus Parlow mit der durch ihn zu großem Ruhme gelangten Kapelle Concertreisen nach Berlin, Hamburg uud der Schweiz machte, wo er überall mit demselben großartigen Erfolge auftrat. Als König Wilhelm nach 1866 seinen ersten Einzug in Wiesbaden hielt, trug auch die Parlow'fche Kapelle zur Verherrlichung des Tages bei. Aus dem französischen Kriege 1870-71 kehrte Parlow mit dem eisernen Kreuze decorirt heim, das 34. Regiment wurde jetzt nach Stettin, der Heimath Parlow's, verlegt, wo letzterer noch bis zum Jahre 1877 bei demselben verblieb, um dann mit einem von ihm aus vorzüglichen Kränen zusammengesetzten großen Orchester regelmäßig im Winter im Hansasaale zu Hamburg, im Sommer im Kurhause, resp. Kurparke zu Kreuznach zu concerttren. Auf der vorjährigen Reise von Hamburg nach Kreuznach wurde Parlow im Etsenbahncoup^ von einem Schlaganfall getroffen, der ihn zwang, den 35 Jahre lang mit Ehren geführten Dlrigentenstab niedcrzulegen, und der jetzt auch seinen Tod herdeigeführl hat. Nebenbei ist Parlow auch als Componist, besonders als Tanzcomponist, thätig gewesen, seine AmboS-Polka ist auf dem ganzen Erdenrund bekannt geworden. Um den Dahingeschiedenen trauert die Wittwe mit drei erwachsenen Kindern, darunter ein Sohn, der sich gleichfalls der Musikerlaufbahn gewidmet hat und als geschätzte Lehrkraft in Frankfurt a. M. thätig ist." St. Goarshausen, 26. Juli. Heute Nachmittag ist, wie der „Rhein. Cour." meldet, im Rhein, oberhalb der Loreley am „Ranschel", die Leiche einer unbekannten weiblichen Person, an welcher der Kopf und die beiden Arme fehlen, geländet worden. Die Leiche hat eine Größe von 1,35 Meter. Von der Kleidung waren noch vorhanden die Reste eines schwarzen Corsetts, welches weiß unterfüttert und mit schwarzem Fischbein durchzogen war, sowie eine schwarzseidene schürze, mit einem Glasknopfe und einem übersponnenen Knopfe versehen. Die Leiche scheint schon lange, mindestens 6—8 Wochen, im Wasser gelegen zu haben. Ob Selbstmord oder Verbrechen oorlregt. läßt sich noch nicht feststellen. — Soolbad Salzungen in Thüringen. Endlich nach manchen regnerischen Tagen lacht wieder der blaue Himmel durch die lichten Wolken und erfüllt die Herzen mit neuer Zuversicht, nicht nur auf eine erfolgreiche Kur, sondern auch auf heiteren Lebensgenuß in Berg und Thal, in Feld und Wald. Unsere ganz besonders auch gegen ungünstige Witterungsverhältnisse geschützten Jnhalattonseinrichtungen bewährten sich in den jüngst vergangenen Wochen vorzüglich, indem die Kur keinen Tag unterbrochen zu werden brauchte und Niemand die einmal vorgenommene Kurzeit abkürzen mußte. Den in der Vorsaison cingetroffenen und jetzt nach Beendigung ihrer Kur uns verlassenden Gästen folgte bereits bie größere Zahl der mit Beginn der preußischen Schulferien etntnffenben Familien; ein weiterer Zuzug steht bevor mit Beginn der sächsischen Schul- und der Gerichtsferien. Die regnerischen Tage der letzten Woche beschränkten die gemeinschaftlichen Vergnügungen auf Concerte und Reunions in den neu hergestellten Räumen des Kurhauses, denen jetzt nach Eintritt günstiger Witterung die so sehr beliebten Waldausflüge nach dem Schlößchen, einer nahe am Ort gelegenen Waldidylle mit herrlichen Aussichtspunkten, nach dem landgräfltchen Parke Waidenhain, nach dem durch seine herrliche Fernsicht und durch seine Säulen- Lasalte hochinteressanten Oechsen, einem Vorberg der Rhön, sowie zu so manchen zu Pickenicks u. s. w. eignenden lauschigen Platze im duftigen Walde folgen. Bei den verschiedenen Waldfesten, welche stets mit Musikbegleitung ftatt- ffinden, wechseln Polonaise, Rundtänze und Quadrille auf moosigem Waldesboden mit humoristischen Vorträgen und Gesellschaftsspielen ab, und nur mit Bedauern, wie schnell und angenehm die Zeit vergangen, rüstet man sich spät, um unter den Klängen der Musik bohen Sinnes dem Städtchen wieder zuzuwandern. Aber auch das Kleinod von Salzuntzen, der See, bietet mit seiner Umgebung mehrfache Gelegenheit, zu eigenartigen, reizenden Unterhaltungen, sei es durch die an mondhellen Abenden in dem geschützt gelegenen Kessel auf dem See von einem trefflichen Hornquartett vorgettagenen, zu Herzen sprechenden Weisen einfacher Volkslieder, sei es durch Illumination der Kurhausanlagen mit Hunderten buntfarbiger Lampions, durch bengalische Beleuchtung der Baumgruppen und Statuen und durch den prachtvollen Anblick der auf dem See sich bewegenden und sich in demselben spiegelnden, mit buntfarbigen Lampions geschmückten Gondeln, durch bengalisch beleuchtete Segelboote, und dies Alles unter gleichzeitigem Vortrag aus- gewählter Concertmusik durch unsere vonreffiche Kapelle. So vereinigt das Soolbad Salzungen mit den Vortheilen einer höchst wirksamen und durch keine WitterungS- perhältnisse unterbrochenen Trink-, Bade- und Jnhalationskur gleichzeitig das Angenehme ttner durch steten Wechsel hoch befriedigenden Unterhaltung. — ^Unheimliche Diebesbeute.j Bei dem Dynamitoerkäufer Simon in Ratschen- ')orf bei Reichenberg wurde ein großer Dynamitdiebstahl von 75 Kilogramm Dynamit ausgeführt. Der „Dtsch. Ztg." wird darüber aus Reichenberg berichtet Das betreffende Magazin liegt 300 Meter links vom Ortswege in Ratschenoorf, ist aus Balken auf; geführt, wie es die Vorschrift erheischt und mit Erdreich in stark« Schicht zugedeckt. Der einzige Zugang führt durch eine Doppelthür aus Eichenbohlen. Der Verschluß bestand in einem Wertheim'schen Schloß und zwei Sicherheitsdoppelschrauben. Mit ganz besonderer Kraftanstrengung, wahrscheinlich mittels Brechstange, wurde der Stahlring des Schlosses abgedreht und mit einem Gabel-Schraubenschlüssel die Köpfe der Sicherheitsschrauben abgeschraubt. Es wurden drei Kisten Dynamit (Patent Nobel Nr. 1) entwendet, die einen Werth von 1000 Gulden darstellen. Die Diebe hatten sich viel Zeit gelassen: sie hatten den schwierigen Verschluß der Kisten erst geöffnet und nur die Patronen mitgenommen. Zwei andere Kisten mit Dynamit (Nobel Nr. 2) ließen ie stehen, weil dasselbe geringeren Werth hat. Alle Umstände des Diebstahls deuten daraus hin, daß derselbe von Personen verübt wurde, welche mit Dynamit sehr gut umzugehen wissen. Erst um 11 Uhr Vormittags wurde der.Diebstahl entdeckt. Derselbe mag in den ersten Morgenstunden schon bet Tageslicht verübt worden sein, weil die THüter sich gehütet haben dürsten, bei diesem lebensgefährlichen Diebstahl Licht anzuzünden. Der Verdacht der Entwendung lenkt sich auf Schmuggler, weil nämlich jetzt ehr viel Dynamit aus Sachsen zu Sprengzwecken eingeschwärzt wird. — (Macht der Gewohnheit.) Hauptmann: Vicefeldwebel Müller, exerciren Sie jetzt die Rekruten auf Laufschritt. — Müller (im Civilverhältniß stud jar., augenblicklich mit starkem Brummschädel, da er in letzter Nacht Präses beim Eommerse war): Antreten! Silentium 1 Exercitium Salamandri! — — Hauptmann: Ex est! UniDcrfftät» - Ghronik. Gießen, 31. Juli. Ter außerordentliche Professor Dr. Karl Friedrich Wimmenauer ist zum ordentlichen Professor in der philosophischen Facultät ernannt worden. Marburg, 30. Juli. Der Professor der Theologie, Dr. Harnack, ist für das Amtsjahr 1888/89 zum Rector der Universität gewählt worden. Literarische-. — Die Erdbeben und Erdrevolutionen, über welche in neuerer Zeit so vielfach berichtet werden mußte, haben mehr als je das Interesse des großen Publikums für eine Wissenschaft geweckt, welche in dem Wiener Geologen und Paläontologen Professor Dr. Neumayr wohl zum ersten Male einen Interpreten gefunden hat, der es, unbeschadet aller Wissenschaftlichkeit, wirklich versteht, sie dem gebildeten Laienpublikum mundgerecht oorzutragen. Von seiner im Bibliographischen Institut in Leipzig erschienenen »Erdgeschichte" liegt jetzt der auf's Prächtigste ausgestattete zweite (Schluß-! Band vor, der die geschichtliche Entwickelung des Erdinnern und den jetzigen Bau der einzelnen Länder der Erde schildert. Vermöge seiner geistvollen und leichtverständlichen Darstellung ist diese Neumayr'iche Erdgeschichte in trefflichster Weise dazu angethan, geologische Kenntnisse in weitere Kreise zu tragen und somit ein Buch für die Haus- biblioihek zu sein, wie es uns seither fehlte. Ganz und voll machen wir deßhalb auch die Empfehlung eines der berufensten Beurtheiler, Professor Dr. Eredner's, zu der unserigen, der darüber bemerkt: „Wir begrüßen es freudig, wenn ein fo hervorragender Forscher den trefflich gelungenen Versuch macht, die Gefammtheit unseres modernen geologischen Wissens in einem jedem Gebildeten verständlichen und ihn fesselnden Form dem größeren Publikum darzubieten. Die höchst anschauliche Darstellungsweife des Verfassers wird durch viele mit größter Sachkenntniß und Zweckdienlichkeit ausgewählte Textsiguren, sowie durch eine Anzahl farbiger Tafeln und Karten wesentlich unterstützt. Ihre Ausführung ist eine so vollendete und die ganze Ausstattung des Buches eine so reiche, wie wir sie wohl kaum in einem zweiten geologischen Buche wieder antreffen. Mit Freuden kann der Referent die Erdgeschichte Neumayer's denjenigen Kreisen, welche den Drang fühlen, sich über den Bau unserer irdischen Wohnstätte und über die Ursachen der Mannigfaltigkeit der Erdoberflächengestaltung zu belehren, auf das Dringendste empfehlen." Handel nnv Bertehr. Gießen, 31. Juli. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. JL 0,75—0,90, Hühnereier, 1 St. 5—6 Ä, 2 St. 0—00 H, Enteneier 5—7 Gänse- eier 0—00 H, Käse pr. St. 5—7 H, Käsematte pr. St 3 H, Erbsen pr. Liter 15 H, Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar JL 0,50—1,00, Hühner pr. St. JL 0,90—1,20, Hahnen pr. St. JL 0,50—1 ,u0, Enten pr. St. JL 1,4o—2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 69 —68 H, Kuh- und Rindfleisch 45—54 H, Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 54—64 X Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,50—8,50, Zwiebeln per Centner Jü 7,50—9,50, Milch pr. Liter 12—18 H, Weißkraut pr. St. 00—00, Kirschen pr. Pfd. 10— H. Frankfurt, 30. Juli. (Viehmarkt) Angefahren waren 383 Ochsen, 25 Bullen, 525 Kühe, Stiere und Rinder, 279 Kälber, 93 Hämmel, 84 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. «4L 58—60, 2. Qual. JL 50—54, Bullen 1. Qual v*L 38—40, 2. Qual- 30—37, Kühe, Stiere nud Rinder 1. Qual. 50—52, 2. Qual- JL 40—46, Kälber 1. Qual, pro Pfund Schlachtgewicht 50—53 <■$, 2. Qual- 40—46 H, Hämmel 1. Qual. 60—62 H, 2. Qual. 48—50 4» Schweine 1. Qual. 48—50 H, 2. Qual- 47—48 H. Frankfurt, 30. Juli. (Fruchtpreise). Weizen, hiesiger 18,25—18,50, fremder JL 18,00—19,00, Roggen, hiesiger Jü 14,50—14,75, fremder X 14,25—14,50, Gerste, Brauerwaare JL 15,00—16,00, zu Mahlzwecken X 11,50—00,10, Hafer, hiesiger JL 14,00—14,75, fremder 00,00- Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 30. Woche. Vom 22. Juli bis 28. Juli 1888. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 16,4 %o. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: vorn 2.—15. Jahr: Krebs 2 (1) 2 (1) — — Lungenentzündung 1 1 — — Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1) — — Selbstmord durch Ertrinken 1 1 — — Atrophie 1 — 1 — Summa: 6 (2) 5 (2) 1 — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in' der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Lust 14, Wasser 13 Gr. Gießen, den 31. Juli 1888. Rübsamen. Allgemeiner Regenschirme i für Damen, Herren und Kinder in besten Qualitäten und eleganten Ausstattungen empfiehlt in großer Auswahl zu billigsten Preisen A. Ftmgmtontt) ! 6172 Kirchenplatz. 1 Anzeiger. Grohh. Umversitäts - Bibliothek. Alle entliehene« Bücher find zur Revision vom 6.—13!» August zurückzuliefern.6153 Ludwig Schmitt, Glaser, nanzleiberg 7, empfiehlt sich im (finratimen von Bildern und Spiegeln in allen denkbaren Rahmen 4,7 Vergebung von Bauarbeiten. Die nachstehend verzeichneten, bei dem Neubau eines Kreisamtsgebäudes zu Schotten erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen verdungen werden und es wird hierzu Termin auf Mittwoch- Den 13. August l. I., Vormittag- 10 Uhr, anberaumt: 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 4775 — 2) Steinhauerurbeit, veranschlagt zu „ 2846.70 3) Zimmevarbeit, veranschlagt zu „ 6962.96 4) Schlofserarbeit, veranschlagt zu „ 186.70 5) Lieferung v. Mauersteinen incl. Aufsetzen, veranschl zu „ 3924 30 6) Desgl. von Bruchsteinabfällen, veranschlagt zu . , „ 546.— 7) Desgl. von Feldbrandbacksteinen, veranschlagt zu . „ 1240.— 8) Desgl. von Ofenbrandbacksteinen, veranschlagt zu . „ 120.— 9) Desgl. von Schwarzkalk, veranschlagt zu ... . „ 1710.— 10) Desgl. von Portland-Cement, veranschlagt zu . . „ 1282.50 11) Desgl. von Schlackenjand, veranschlagt zu ... „ 1540.— 12) Desgl. von Mauersand, veranschlagt zu ... . „ 1066.— Die Pläne, Bedingungen und der Voranschlag liegen auf unserem Amtslocale zur Einsichtnahme offen. — Leistungsfähige Unternehmer werden ein- xeladen, ihre Angebote portofrei, verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zu dem oben bezeichneten Zeitpunkte einzusenden, zu welchem auch die Eröffnung der Angebote erfolgt. Den Angeboten auf die Lieferung der Mauersteine sind Angaben über den Bezugsort der Steine, denjenigen auf die Steinhauerarbeit, sowie die Backsteinlieferungen sind Musterstücke beizufügen. Nidda, den 28. Juli 1888. Grobherzogliches Kreisbauamt Nidda. _________Schneider._____________________ 6158 PlQYlilinC neueste Construct., ■ 1 IdlllllUwj kreuzs , i. Eisenr., 8 vorz Ton, 10 Jahre Garant., vers. von ■ 125 Thlr. an frc., zur Probe d. Fahr. I J. Schmey, Berlin 8., Ritterstr. 117. ■ Theilzabl. gest. Preis) gratis. [6159 | Königliche kisenbahn-Direction Hannover. Königl Sisenbahn- Betriebs-Amt Kassel M.-W.-K. Bekanntmachung. Freitag, den 3. Augustd. I., Vormittags 8 Uhr, am Bahnübergang des hiesigen Bahnhofes beginnend, kommen etwa 1500 Stück ausrangirte Bahn- und Weichenschwellen und circa 40 Kubikmeter Brennholz an die Meistbietenden zum Verkauf. Gießen, den 30. Juli 1888. 6152 Königliche Bahnmeisterei 14. Frciläg, den 3. August, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Hofraithe des Hrn. Goldenberg, Löwengasse 5 in Gießen fünfzig Sack Roggen öffentlich meistbietend gegen gleich haare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 31. Juli 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. I. V. d. V-: 6166 Bogt, Ortsgerichtsmann. Feilgeöotenes. Mittwock früh: Lebendfrische Schellfische, Cabliau, Seehechte, Rheinsalm, leb. Karpfen, Suppen- und Tafelkrebse. A. Koch Nacht., 6171 Hamburger Fisch- u. Delicatessen-Handl. 6155 Ein guter Hühnerhund, drei Jabre alt, steht billig zu verkaufen Näheres in der Exped- d Bl. Für 50 Pf. . Medaillonm.Stempel 70 Df lTaschen-Federhalter | U ||eu. Bleistift m. Stempel jekern geg. Eins. d. Betrages G. K. C'ooke & Weylandt, Stempel-Fabrik, Berlin S W-, Friedrich- Str. 230. XViederverk. gesucht [6160 Für Fuhrleute. Fichten - Wagenbohlen in allen Längen und bis zu 70 cm Breite, in la. Qualität vorräthig bei 6154) Andr. Euler. ^Garantirter Erfolg bei Gebrauch b. vor;. Haar- u.vartlinctur bcS Dr. med. Renard. Reellstes Haar- u. BartwuchSmiltcl. Rasch Stillung d. Haarausfalls. Bollständig unschabl. PrS. P.Flacon nebst Gebr.-Lnw H. 2,—. Gea. Nachnahme oder lLinsbg. res Betrages dircct echt zu bez. durch die ParfümcriefabrU v. 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Bank-Actien 152 50 Geldsorten. 20 Francs-Stücke 16.16—16 20 do. in Vi 16.13-16.17 Engl. Souvereians 20.35—20.40 Dollars in Gold 4.16—420 Teltgra-Hisch» ?nursbrricht der? Oesterr. Creditaciien 160.25 Oesterr. Staatsbahn-A uen 102.75 1880 4% Russen Oblig. 83.70 4°/0 unif. Egypter Oblig. 85 00 )er!incr Börje vom 31. Juli 1888 Disconto-Com.-Anthetle 214 90 Lombarden 4210 4% Ungar. Goldrente 83 80 5°/o Gemischte Ruffen 97 60 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Rümmer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Nessage zu Nr. 177 des „Meßmer Anzeiger". Mittwoch, den 1. August, Nachmittags 2 Uhr, werden im Saale des (Safe Leib eine Parthie gutgehaltene Möbel, als: 1 nußb. 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