3lr. 1O1 Dienstag den 1. Mai 188& Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst, Amtlicher I h e i l. Betreffend: Außerordentliche Generalversammlung des landwirthschastlichen Vereins von Oberhessen. Bekanntmachung. Zu einer außerordentliche» Generalversammlung beehre ich mich die Mitglieder des landwirthschastlichen Vereins von Oberheffen auf Montag den 1. Mai d. I., Vormittags 10 Uhr, in die Restauration Gühlholz (früher Leib), Wallthorstraße in Gießen, hiermit ergebenst einzuladen. Gegenstände der Tagesordnung werden sein: 1) Berathung der neuen Statuten. 2) Wahl des Präsidenten und Vicepräsidenten. Friedelhausen, am 22. April 1888. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins von Oberhessen. Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. Gießen, am 25. April 1888. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen an die Herren Bürgermeister des Kreises. /- x L Ick ersuche Sie, vorstehende Bekanntmachung ir.it dem Ansügen zur Kenntniß der Interessenten zu bringen, daß in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache den Veremsmttglredern dringend empfohlen werde, recht zahlreich zu erscheinen. _____________________ Nover. || FI IW n——■ — ———WM Politische Ueberficbt. Gießen, 30. April. Nachdem der Kaiser auch die jüngste hochernste Krisis seiner Krankheit wieder überwunden hat, darf man einer neuen, ruhigeren Periode im Befinden des erlauchten Kranken entgegensehen und sind die Aerzte der Meinung, dieselbe werde längere Zeit andauern. Die Morgentemperaturen des hohen Herrn nähern sich täglich mehr und mehr der normalen Höbe und das Abendfieber fällt ebenfalls täglich. In dem Fortbestehen des letzteren liegt, wie die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, allerdings noch Grund genug zu zurückhaltender Beurtheilung des gesammten Zustandes, wenn auch die übrigen Körperfunctionen, namentlich Schlaf und Appetit, eine erfreuliche Rückkehr zur Norm zeigen. Das Fortschreiten des Grundübels ist jedenfalls ein außerordentlich langsames, und man kann auch heute noch von einer sehr erheblichen Ausbreitung des Leidens und von einem gefürchteten Uebergretfen desselben auf andere lebenswichtige Organe nicht sprechen. Falls die Besserung im Befinden des Kaisers anhält, ist die Uebersiedelung der kaiserlichen Familie nach Schloß Friedrichskron bei Potsdam für Mai in Aussicht genommen. Die zuerst gerüchtweise aufgetretene von einer dem Fürsten Bismarck seitens des Kaisers Friedrich zugedacht gewesenen Standeserhöhung bestätigt sich. Fürst Bismarck sollte zum Herzog — vermuthlich von Lauenburg — seine beiden Söhne zu Prinzen ernannt werden. Der Kanzler machte indessen dem Kaiser gegenüber ehrfurchtsvolle Einwendungen gegen die ihm zugedachte Auszeichnung, wobei er namentlich darauf hingewiesen haben soll, daß ihm seine materiellen Verhältnisie die Annahme dieser Ehre nicht gestatteten, welcher Begründung sich denn auch der Kaiser nicht verschlossen hat. Uebrigens dürfte wohl noch erinnerlich sein, daß sowohl anläßlich des 70. Geburtstages des Reichskanzlers, wie auch des 90. Geburtsfestes Kaiser Wilhelm's Gerüchte über eine dem Fürsten Bismarck zugedachte besondere Auszeichnung umliefen, ohne daß an diesen Gerüchten damals anscheinend etwas Wahres gewesen wäre. Der Bundesrath erledigte in seiner Wochenplenarsitzung vom vorigen Donnerstag mehrere kleinere Sachen und überwies den Antrag, drei Berufsgenossenschaften der Unternehmer land- und forstwirthschaftlicher Betriebe in Elsaß-Lothrtngen zu bilden, ferner die Vorlage, betr. den Nachweis der Befähigung als Seefischer mit Hochseefifchereifahrzeugen und endlich den Nachtrag zur internationalen Nordseefischerei- Convention vom 6. Ma^ 1882 den zuständigen Ausschüssen zur Vorbcrathung. Die Herren v. Schorlemer-Alst und Prinz v. Aremberg, Mitglieder der Centrumsfraction des preußischen Abgeordnetenhauses, sollen aus besonderem königlichen Vertrauen in das Herrenhaus berufen werden, außerdem heißt es, der Freiherr v. Schorlemer-Alst würde in den Grafenstand erhoben werden. Vom österreichischen Abgeordnetenhause ist am Freitag die neue Wehrvorlage, betr. die ausnahmsweise Einberufung der Reservisten, unverändert in der Specialberathung angenommen worden. Von durchschlagendem Erfolg war die Rede des Landesvertheidigungsmtnisters, v. Welsersheimb, welcher, anknupfend an das Schiller'sche Wort: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles setzt an ihre Ehre", ausführte, Oesterreich-Ungarn könne in den gegenwärtigen Zeiten, wo sich Alles nach Kräften für einen möglichen Krieg vorbereite, mit seinen Rüstungen nicht Zurückbleiben, zumal seine militärischen Lasten von allen großen europäischen Staaten noch immer die geringsten seien. Der Minister bezeichnete die Reservisten-Vorlage als die noth- wendige Ergänzung des vorangegangenen Wehrgesetzes und hob er hervor, daß das bisherige Kontingent Oesterreichs kaum für die gewöhnliche Friedensausbildung ausreichend sei. Die Vorlage solle daher kein augenblickliches Aushilssmittel sein, sondern grundsätzliche, dauernde Abhilfe schaffen; schließlich wies der Minister auf das Beispiel Deutschlands hin, wo der Heeresleitung sämmtliche Jahrgänge der Reserve vollständig zur Verfügung ständen. Die Ausführungen des Ministers verfehlten denn auch ihren I Eindruck auf das Haus nicht, welches nicht nur die Regierungsvorlage unverändert ; genehmigte, sondern auch den Antrag eines Tbeiles der Linken, dem Gesetze nur bis Ende 1890 Giltigkeit zu verleihen, mit großer Mehrheit ablehnte. Die Reise des Präsidenten Carnot nach dem Südwesten Frankreichs scheint ihren Zweck, dem jetzigen republikanischen Regime gegenüber dem Boulangismus eine moralische Kräftigung zu Theil werden zu lassen, in der That zu erfüllen. Ueberall, | wo sich der Präsident zeigte, kam es zu begeisterten Kundgebungen für die Republik I und nur vereinzelt wagten sich boulangistische Demonstrationen hervor. Darüber, wie die große politische Rede, welche Carnot am gestrigen Sonntag in Bordeaux zu halten gedachte, ausgefallen ist, wird man wohl alsbald Näheres erfahren; hoffentlich hat sie aber die Entschlossenheit der gegenwärtigen Machthaber in Paris, dem boulangiftischen Schwindel nunmehr kräftigst entgegenzutreten, unzweideutig dargethan. Diese Entschlossenheit darf man um fo eher erwarten, als die Boulangisten in Nancy in voriger Woche einen großartigen Scandal in Secene gesetzt haben, swelcher sogar das Einschreiten des Militärs nothwendtg machte. Boulanger selbst bemüht sich, in seinem Hotel zu Paris neue Anhänger um sich zu sammeln, indem er kleine, aber luculltsche Diners giebt/'tzu denen er namentlich Persönlichkeiten heranzieht, die boulangistische Neigungen bekunden, aber es auch mit der Republik noch nicht gern verderben möchten. Offenbar hält es Boulanger bet diesen politischen Diners mit dem alten deutschen Sprüchwort: „Wer gut schmeert, der gut fährt!" Im englischen Unterhause gelangte am Freitag die Einnahmebudget-Bill in sämmtlichen Artikeln nach mehrtägigen Verhandlungen durchaus im Sinne der Regierung zur Erledigung. Die Gladstonianer hatten wiederholt angesetzt, um den Debatten eine für die Regierung ungünstige Wendung zu verleihen, besonders bekämpften sie die neuen Zölle auf Thee und Wein, aber auch diese Positionen wurden schließlich mit bedeutender Mehrheit angenommen. Die parlamentarische Stellung des Ministeriums Salisbury hat hiermit offenbar eine neue Stärkung erfahren. Der Bulgarenfürst befindet sich wieder einmal auf einer Rundreise, die diesmal dem Norden seines Landes gilt. Als Zweck derselben bezeichnen die Sofiaer Officiösen die Jnspicirung der Garnisonen der bulgarischen Donaustädte, in Wahrheit handelt es sich aber natürlich um die Auffrischung der Popularität des Coburgers, die gerade in den Donaudistricten Bulgariens mehr und mehr zu erblassen droht. Deutschland. Darmstadt, 28. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Amtsrichter Wehner und den Amtmann Nebel von Gießen. Berlin, 28. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Se. Maj. der Kaiser fühlt sich heute nach einer wenig unterbrochenen Nacht gestärkt, die Körperkräfte nehmen in Folge des Fteberabfalles, welches ohne nennenswerthe Verwendung fieberwidriger Drittel erfolgt, auch für den Patienten wahrnehmbar zu. Der Appetit steigt, der Zustand gestattet bei einer langsam fortschreitenden Besserung eine vorsichtige Wiederaufnahme der geistigen Beschäftigung. — Se. Majestät der Kaiser, dessen Kräftezustand sich dauernd hebt, arbeitete am Vormittag mit dem General von Winterfeld und nahm darauf den Vortrag des Generals v. Albedyll entgegen. „ — Se. K. und K. Hoheit der Kronprinz nahm gestern Nachmittag die Vorträge des Generals v. Albedyll und des Generals v. Wittich entgegen und wohnte heute Vormittag ben Hebungen der Truppen auf dem Tempelhofer Felde bei. — Ihre Majestät die Kaiserin Augusta und die badischen Herrschaften machten heute Mittag dem Kaiser in Charlottenburg einen Besuch. — Die Kaiserin Augusta empfing Nachmittags um 4 Uhr den Reichskanzler Fürsten Bismarck. Berlin, 28. April. Die „Post" schreibt: Der Reichskanzler Fürst Bismarck traf gestern den Professor v. Sybel, dem er persönlich gratuliren wollte, nicht zu Hause'; er hinterließ folgende Zeilen: „Da ich Sie nicht zu Hause treffe, so bitte ich, meinen herzlichen Glückwunsch in diesen Zeilen freundlich entgegenzunehmen, zugleich mit dem Danke für Ihre langjährige Mitarbeit an dem gemeinsamen vaterländischen Werke. v. Bismarck." Berlin, 28. April. Die Gesammteinnahme des hiesigen HtlfscomitS's für die Ueberschwemmten betrug bis zum 27. April einschließlich 2,034,783 JL. — Die ersten Zwanzigmarkstücke mit dem Bildnisse Kaiser Friedrichs sind jetzt geprägt. — Die Socialdemokraten haben für die Familie des unheilbar erkrankten Parteigenossen Hasenclever 12,000 aufgebracht. _ (F. I.) Potsdam, 27. April. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung gelangte ein Schreiben des Ministers des Königlichen Hauses zur Verlesung, in welchem derselbe mitthetlte, daß Seine Majestät der hochselige Kaiser Wilhelm in einem Codicil 50,000 der Stadt Potsdam vermacht habe zur Unterstützung der Armen, ober zu einer Special-Stiftung, mit ber Bebingung, baß bie zu Unterstützenden einen guten Leumunb haben. Lckiweriu, 28. Avril. Die hiesigen Blätter veröffentlichen die Condolenz- | treibender Ritterschaft und der Landschaft an die Großherzöge von Mecklenburg- Schwerw und Mecklenburg - Strelitz anläßlich des Ablebens Seiner MaMat des Kaisers Wilhelm, und ferner zwei Rescripte des Großherzogs von Mecklenburg- Schwerin mit seiner Danksagung, sowie derjenigen Seiner Majestät des Kaisers Fried- rich "^^StMde. Der Großherzog und die Großherzogin haben für die von Ueberschwemmungen Heimgesuchten eme weitere Spende von 5000 JL beroiaigt. Der Erbgrotzherzog und die Erbgroßherzogtn Haden zu dem gleichen Zwecke 1000 JL angewiesen.^ Schiffbrücke in Maxau ist in Folge des Antreibens eines Schiffes theil- weise zerstört; bis zur Wiederherstellung derselben geht der Güterverkehr über andere Brücken, der 'Personenverkehr wird durch Schiffe vermittelt. Bremen, 27. April. Die Königliche Etsenbahn-Directton macht bekannt: Vom 27. d. M. wird der Personen- und Güterverkehr zwischen Wittenberge und Lenzen in vollem Umfange wieder ausgenommen. Es werden bis auf Weiteres folgende Zuge befördert: Vormittags die Züge 392 und 91, Abends die Zuge 96 und 391 außerdem Nachmittags ein Zug 3.30 ab Wittenberge, Ankunft in Lenzen 4,17. Rückkehr von Lenzen 5,00, Ankunft in Wittenberge 5,33. „ Breme«, 28 April. Die Rettungsstation Rugenwaldermunde telegraphirt: Am 28. April von dem deutschen Schuner „Mathilde", Capitän Papenfuß, gestrandet beim Westbade, sechs Personen durch den Raketenapparat gerettet. Frankreich. Paris, 27. April. Der Senat erledigte heute die Berathung von 27 Artikeln des Militärgesetzes und vertagte sich sodann auf nächsten Montag. der Deputirtenkammer wurde die Wahl Boulangers in der Dordogne für giltig erklärt, von einer Beschlußfassung über seine Zulassung als Deputtrter der Dordogne aber abgesehen, weil er auf das Mandat verzichtet habe. — Der Botschafter in Berlin, Herbelte, hat zum Zweck einer Reise nach Frankreich einen kurzen Urlaub erhalten. , . , . . m « w _ Boulanger wird sich Mitte nächsten Monats nach dem Departement du Nord begeben, um seinen dortigen Wählern zu danken. ... , , B «aris, 27. April. Aus Anlaß des Diners, zu welchem Boulanger für heute Abend eine Anzahl Abgeordneter nach dem Cafö Rtche eingeladen Hatte, waren dre nach dem Cas6 Riche führenden Zugänge schon seit 6 Uhr von einer etwa tausend Personen zählenden Menge beseht. Letztere vermehrte sich, als Boulanger um 7 Uhr mit dem Grafen Dillon in einem Coupäwagen angefahren kam, so erheblich, daß der Wagenverkehr auf dem Boulevard vollständig gehemmt wurde. Aus d^ Volksmenge werden vielfach Hochrufe auf Boulanger laut, abwechselnd mit dem Rufe. „Nieder mit April. Bei dem Diner in dem Caf6 Riche brachte Naquet einen Toast auf Boulanger aus, auf welchen letzterer erwiderte, indem er hauptsächlich die Beschuldigung zurückwies, daß er nach der Dictatur strebe. Er bereit, für die Aufhebung der Präsidentschaft der Republik zu stimmen, wenn ein solcher Antrag in den Kammern eingebracht werden würde. Während des Diners hatte sich eme zahlreiche Menschenmenge vor dem CafL eingefunden, doch kam es zu keiner ernsteren Kundgebung. Als Boulanger um Mitternacht das Casä verließ, wurde er von der Menge enthusiastisch begrüßt; die Polizei mußte energisch etnschretlen, um die Passage für die Wagen frei zu halten und verhaftete hierbei D^roulvde, Desusinr und andere Deputirte, welche Nieder mit Ferry" gerufen hatten. Die Verhafteten wurden spater wieder freigelassen. VariS, 28. April. Im Ganzen wurden anläßlich des gestrigen Banketts im Cas^ Riche etwa 40 Personen verhaftet, aber später wieder freigelassen. — Die Morgenblätter erfahren, daß heute eine Interpellation wegen dieser Verhaftungen etngebracht werden wurd^e. ^pril. Dsrouldde richtete an Floquet ein Schreiben, worin er als constitutionelles Recht beansprucht, dieser oder jener Persönlichkeit seinen Beifall öffentlich kundzugeben, gegen das Einschreiten der Polizeiagenten protestirl, das durch keine Gesetzesbestimmung gerechtfertigt werde, und Floquet für eine Gesetzesverletzung ver- antworttich^machtt Bei dem gestrigen Banket im Theater sagte der Präsident Carnot in Erwiderung auf den Toast des Maire: Die sympathischen Kundgebungen. welche ihn begrüßt hätten, seien ein Protest gegen alles, was den Interessen der Feinde der Republik dienen und ihre Hoffnungen ermuthrgen konnte (einstimmiger Beifall) Die Beifallsrufe gelten nicht allein ihm, als dem treuen und entschlossenen Führer dieser öffentlichen Freiheiten, sondern auch der Regierung, durch deren Festtg- tett allein ein unbedingter Respect vor den Institutionen der Republik emgefloßt werden wird. (Erneuter Beifall.) Gegenwärtig würde Diejenigen die größte Schuld treffen welche, indem sie die Brandfackel der Zwietracht schleudern, die Arbeit der ländlichen und industriellen Bevölkerung stören und die nächstjährige der Ausstellung aus's Spiel setzen wollen. Frankreich müßte gerade dann ruhig und würdig dastehen, um Sympathie und Achtung etnzuflößen. Nur durch die Einigkeit werden wir un ere Kräste auf die Höhe unserer Bedürfnisse erheben, nur so werden der arbeitenden Bevölkerung die Fortschritte, welche sie erwartet, sichern; durch die Einigkeit müssen wir auch unserer tapferen nationalen Armee, welche ganz und gar von ihren patriotischen Pflichten erfüllt ist, ein wahrhaft bewundernswerthes Schauspiel darbieten. Und so rufe ich Sie alle zur Einigkeit auf in diesem großen, von republikanischem Patriotismus erfüllten Gemeinwesen, wo meine Stimme gewiß Gehör finden wird. England. London, 27. April. Die Königin ist mit der Prinzessin Beatrice und dem Prinzen von Battenberg heute Abend 6 Uhr in Sheerneß gelandet und hat sich alsdann mittelst Extrazugs nach Windsor begeben. . Windsor, 27. April. Die Königin ist mit der Prinzessin Beatrice und dem Prinzen von Battenberg heute Abend 7 Uhr 30 Min. hier eingetroffen. Italien. Rom, 28. April. Die Deputirtenkammer genehmigte den Handelsvertrag mit Spanien. Der Ministerpräsident Crispt hatte in längerer Rede aus die politische Freundschaft zwischen beiden Völkern und Staaten hingewiesen. — Wie aus Massauah gemeldet wird, ist General San Marzano gestern von Aden zurückgekehrt, wo er von den britischen Behörden mit großer Auszeichnung empfangen worden war. Der General nahm von Kantibai Briefe von abessinischen Anführern entgegen. Kantibai ersuchte den General um die Ermächtigung, sich zum Negus zu begeben, der ernstlich zum Frieden geneigt sei. um mit ihm wegen der Entsendung von Vertrauensmännern nach Massauah behufs Friedensschlusses zu verhandeln. San Marzano gab die nachgesuchte Ermächtigung. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 29. April, Morgens 9 Uhr. Der Kaiser ist heute Morgen fieberfrei, nachdem schon gestern Abend das Fieber merklich gesunken war. Der Schlaf und das Allgemeinbefinden waren ziemlich befriedigend. Mackenzie. Wegner. Krause. Hovell. Leyden. Senator. Paris, 29. April. Gestern Abend fanden in Toulouse ernstliche Ruhestörungen statt. Eine große Anzahl boulangiftisch gesinnter jüngerer Leute aus den Vorstädten veranstalteten eine Kundgebung vor dem Clubhause der Studirenden, in welchem gegen 300 Personen versammelt waren. Aus den Fenstern des Hauses wurden einige Revolverschüsse abgegeben, jedoch wurde Niemand verletzt. Bei dem alsdann entstehenden Tumulte mußten die Polizei, die Gensdarmerie und Truppen einschreiten, um die Ordnung wiederherzustellen. Ein Polizist, ein Gensdarm und ein Student wurden verwundet. Nancy, 29. April. Gestern Abend erneuerten sich hier die boulangistischen Kundgebungen vom Donnerstag, indem sich um 9 Uhr gegen 1000 Maytfestanten singend von dem Greveplatz nach dem Stanislasplatz bewegten und „Es lebe Boulanger" riesen, sowie Schimpfworte gegen den Präfecten ausstießen. Militär und Gensdarmerie räumten den Platz, wobei etwa 10 Personen verhaftet wurden. Um 10 Uhr hatte sich die Menge auf dem Stanislasplatz wieder sehr bedeutend vergrößeit und mußte durch die Gensdarmerie, welche in scharfem Trabe anrückte, zerstreut werden. Alle Behörden waren zur Stelle. Ernstere Ausschreitungen sind nicht vorgekommen. Um 11 Uhr war Alles beendet. Venedig, 29. April. Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien sind nach Mailand adgereist. Berlin, 30. April. (Privatdepesche.j Bulletin vom 30. April früh 9 Uhr. Der Kaiser hatte eine ruhige Nacht. Sein Befinden ist nahezu fieberfrei, das Allgemeinbefinden unverändert. Lokales. Gießen, 30. April. Das officielle Verzeichniß der Thetlnehmer (Aussteller) an der deutschen Abtheilung der internationalen JubUäumsausstellung zu Melbourne im laufenden Jahre weist 13 Firmen aus dem Großherzogthum Hessen auf. Hiervon kommen auf Offenbach 5, Mainz 3, Gießen 3 (die Firmen Heyligenstaedt & Comp., Werkzeugmaschinenfabrik, Emil Roth, Verlags- und Kunsthandlung, Staudinger Nachfolger, Feinmechaniker) und Worms und Darmstadt je 1. Vermischtes. A Mainz, 29. April. In der Strikebewegung der Maurer fanden gestern und heute wieder sehr zahlreich besuchte Versammlungen statt. Die gestrige Versammlung war ausschließlich von Maurergehülfen besucht, wogegen die heutige Versammlung eine allgemeine Arbeiterversammlung war. In der ersteren wurde es scharf getadelt, daß die Bauunternehmer, um die deutschen Arbeitskräfte zu drücken, sich Hülfe aus dem Auslande geholt und betont, daß durch das Heranziehen der italienischen Maurer die Gegensätze zwischen Meister und Gehülfen noch bedeutend verschärft würden und eine friedliche Verständigung jetzt noch weniger möglich sei wie früher. Im Uebrtgen gab man sich der Hoffnung hin, daß selbst trotz dieser Hülfe aus dem Auslande die Bauunternehmer durch die Verhältnisse gezwungen würden, den Ansprüchen der Gehülfen gerecht zu werden. In der heutigen Versammlung wurde auf die Solidarität aller Arbeiter, gleichviel welcher Branche dieselven angehörten, hingewiesen, und zur kräftigen Unterstützung der Strikenden aufgefordert. A Mainz, 29. April. Reich beflaggt traf heute Abend der neue Porsonen- und Guterdampfer „Rhein" der Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft hier ein. Dieses prächtige, in seiner inneren Einrichtung von den anderen Dampfern durch eine Reihe kleiner auf das Comfortabelste ausgestattete Salons abweichende Schiff ist auf der Werft der Firma L. Smit & Zoon in Kinderdyk (Holland) erbaut und gleicht dessen Aeußeres genau den von derselben Firma gelieferten Dampfern „Hohenstaufen" und „Hansa". Der Schiffskörper, über dessen Mitte sich ein Promenadendeck erhebt, ist 67 Meter lang, die Breite zwischen den Radkasten 7,10 Meter und der Tiefgang 1,10 Meter. Eine Neuheit auf dem Dampfer, der mit 70 electrischen Glühlampen versehen und bet einer Ladfähigkeit von 3000 (Zentner annähernd 1500 Personen faßt, ist die Einrichtung des forcirten Luftzuges und besteht darin, daß die Kesselfeuerungen mit erhitzter Luft in starkem, regulirbarem Zuge gespeist werden, wodurch eine bedeutende Kohlenersparniß erzielt wird. Die Maschine von 650 indicirten Pferdekräften ist von der Firma Wyhs & Cie. in Zürich erbaut. Die Führung des Dampfers, der zu seiner heutigen Fahrt von Coblenz genau die fahrplanmäßige Zeit von 7Vr Stunden brauchte, ist dem Capitän Hubert Büllesheim, eine erprobte Kraft der Gesellschaft, übertragen worden. — Zum Besten der Ueberschwcmmten im Norden fand gestern in der „Stadt- Halle" ein von sämmtlichen Mililärcapellen von hier und Kastel gegebenes Monstre- concert statt, das sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte und dessen Erträguiß sich auf 15—1800 JL belaufen dürfte. — Der „Hamburgische Correspondent" schreibt in Nr. 110 vom 12. April d. I.: „Die letzte Sitzung des Weltsprache-Vereins in Hamburg hatte ein erhöhtes Interesse durch die Anwesenheit eines ausländischen Volapükisten, des Herrn Professors Aaen, Redacteurs der dänischen Volapük-Zeitschrift, durch welche Gelegenheit geboten war, Volapük aus dem Munde eines Ausländers zu hören. Es zeigte sich hierbei, daß die dänische Aussprache mit unserer norddeutschen nicht ganz überernftimmte, das a klang wie das eines Hannoveraners, das o näherte sich dem u, das sch etwa einem sj. Aber zweifellos war es, daß durch diese Verschiedenheit in der Aussprache die Verständigung nicht im Mindesten erschwert würde. Keiner der Zuhörer ist bet der Ansprache des Herrn Aaen an die Versammlung ober im Gespräch mit ihm einen Augenblick im Zweifel gewesen, welches volapükische Wort gemeint war. Aus dem angestellten Versuche darf man folgern: Eine mündliche Verständigung zwischen einem Dänen mit einem Deutschen vermittelst Volapük ist nicht schwieriger als die zwischen zwei deutschen Volapükisten." — lieber einen originellen Geizhals schreibt man den „Dresdener Nachrichten" Folgendes: Der vor Kurzem in den Zeitungen gesuchte Karl Pohlisch von hier ist am Montag im Schlunkwitzer Walde bei Bautzen von einem Jäger tobt aufgefunden worden. Der Mann war ein solcher Sonderling, daß wohl darüber zu reden ist. Er lebte als Junggeselle wie ein Einsiedler in einem kleinen Stübchen, schlief in keinem Bett, aß und trank fast nichts; er nährte sich vorzugsweise von trockenem Brode und trockenen Kartoffeln, sowie Kaffee. Selbst im strengen Winter feuerte er nur früh und kochte dabei feinen Kaffee. Um kein Licht anzubrennen, legte er sich bei Anbruch des Abends schlafen. Seine Schlafstelle war ein altes Canapee. Dieser Geizhals hinterläßt ein Vermögen von weit über 120,000 JL In der Absicht, einen Hypothekenleiher zu besuchen, fuhr er am dritten Osterfeiertage nach Dresden vierter Classe und begab sich von da nach Kreischa; dort übernachtete er im Freien und wurde von der Polizei aufgehoben, um in Nummer Sicher die Nacht zu verbringen. Von Dresden weg hat er zurück die Bahn nicht benützt, sondern wollte mit Gelegenheit per Möbelwagen nach Hause fahren und kam auf diesem Wege nach Bischofswerda. Von da ist er gelaufen und ist auch in mehreren Dörfern gesehen worden; ebenso ist bemerkt worden, daß er in der Nacht im Freien campirt hat, da es im Gasthof für ihn zu viel gekostet hätte. Jedenfalls ist er im Walde verhungert oder erfroren. Obwohl er gegen sich so geizig war, hat er für seine Mitmenschen stets ein edles Herz gehabt, und hat er sich in der Gemeinde selbst ein schönes Denkmal gesetzt, indem er 20,000 JL zu einer neuen Orgel, 6000 JL dem Gustav-Adolfs-Verein, 6000 JL dem Albert-Verein und 6000 JL für innere Mission testamentarisch vermacht hat. Handel und Verkehr. Grünberg, 28. April. (Fruchtpreise.) Weizen JL 18.00, Korn X 14.60, Gerste 14.50, Hafer JL 14.40, Erbsen JL 17.20, Linsen X 00.00, Lein 00.00, Samen 00.00, Kartoffeln vM 5.20, Wicken 14.00. Repertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankiurt a. M. t Opernhaus. Dienstag den 1. Mai: Der Troubadour. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 2. Mai: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Fatinitza. Außer Abonnement. Donnerstag den 3. Mai: Freischütz. Gewöhnliche Preise. Freitag den 4. Mai geschlossen. Samstag den 5. Mai: Der Sommernachtstraum. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 6. Mai: Carmen. Gewöhnliche Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 1. Mai: Alt-Frankfurt. Große Preise. Mittwoch den 2. Mai: Donna Diana. Große Preise. Donnerstag den 3. Mai: Abonnement-Vorstellung für den in dieser Woche ausgefallenen Montag. Mit fremden Federn. Vorher: Diana. Große Preise. Freitag den 4. Mai: Zum ersten Male: Die Salontyrolerin. Posse mit Gesang in 4 Akten von E. Karl und E. Jacobsohn. Musik von Roth. Große Preise. Samstag den 5. Mai geschlossen. Sonntag den 6.Mai: Zum ersten Male wiederholt: Die Salontyrolerin. Große Preise. Schiffs nachrichten Bremen, 27. April, [^er transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Trave, Capitän W. Willtgerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. April von Bremen und am 19. April von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 26. April. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Main, Capitän I. Schienmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. April von Bremen abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Kirchliche Anzeigen -er evangel. Gemeinde. Heute Montag, Abends 8 Uhr, Bibel stunde in der Kleinkinderschule, 3. Brief des Johannes, des Apostels Freuden und Leiden; Pfarrer Dr. Naumann. Donnerstag, den 3. Mai, Abends 8 Uhr: Missionsstunde in der Kirche, die deutsch-evangelische Mission in Deutsch-Ostafrika. Die zu erhebende Kollekte ist für die Zwecke dieser Mission bestimmt. Pfarrer Schlosser. Oderhes-sche Eiseudahueu. Am 1. Mat ch. I. gelangt der Nachtrag I zum Ausnabmetarif für die Beförderung von Steinkohlen von Stationen der Eisenbahn - Directionsbezirke Köln (links- und rechtsrheinisch) und Elberfeld rc. nach Stationen der Oberhessischen Bahn zur Einführung. Ueber dessen Inhalt ertheilen die Güterexpeditionen Auskunft. Gießen, den 26. April 1888. 3661 Großherzogliche Direktion- AerhesMe Eisenbahnen. Die Arbeiten zur Herstellung eines neuen Lokomotivschuppens im Bahnhof Nidda sollen an einen Unternehmer vergeben werden. Angebote, mit bezüglicher Aufschrift auf versiegeltem Umschlag versehen, sind bis zum 9. Mat, Vormittags 10 Uhr, dahier einzureichen. Bedingungen, Pläne und Voranschlag liegen in unserem technischen Bureau (Zimmer Nr. 6) unseres Verwaltungsgebäudes tahier zur Einsichtnahme offen, auch wird etwa gewünschte weitere Auskunft daselbst ertheilt.' Gießen, den 26. April 1888. 3612 Großherzogliche Direktion- Kolikuxsvcrfahren. In dem Konkurse über das Vermögen des Schuhmachers Karl Sack von Gießen wird nach Abhaltung des Schlußtermins und nach Vollzug der Schlußverthellung das Verfahren aufgehoben. Gießen, dcn 25. April 1882. Großh. Amtsgericht. Gebhardt. 3660 Dienstag, -en 1. Mai, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Metzger Schneider, Wallthorftratze 39, die zur Hinterlassenschaft des Photographen Herrn I. Reuschltng gehörigen Photo- graphieapparate, ein schöner Aus- hangekasten, eine Kopirprefse, ein fast neuer «leiderschrank (einthürig), 3 Stühle u. dgl. versteigert. 3546 In Auftrag: Hoffmann, Ortsgerichtsmann- Dienstag, den 12. Juni t. I.. Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jost Bellos Wittwe in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 36 Nr. 3,s — 319 Meter Hofraithe unter den alten und neuen Eichgärten am Steinweg, Flur 36 Nr. 3,, — 606 Meter Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 39. April 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. Vogt, Ortsgerichtsmann. (3678 Freitag, den 4. Mai 1888, Nachmittags 2 Uhr, sollen im hiesigen Pfandlocale, Seltersweg 11, eine goldene Uhrkette und ein silberner Seroiettenhalrer gegen Baarzahlung durch mich versteigert werden. Kemmrr, Pfandmeister [3649 Aeikgeöotenes. Neuheiten in Knopf- und Besatzartikeln, Spitzen aller Art, Bänder in allen Farben empfiehlt billigst 3639 J. Haan, jr., Kreuz. Möbel-Verkauf, t Katharinengaffe 13 werden billigst abgegeben: 1 Bettstelle mit neuer Sprungfedermatratze, 1 zweithür. und ein einthür. Kleiderschrank, 1 Kommode, 1 Sopha, 1 Küchenschrank, j 1 Nähmaschine, Bettwerk rc. Allgemeiner Anzeiger. asscrbczug. Wegen vorzunehmender Arbeiten am Hauptrohr der Wafferleitung wird sowohl während der Nacht vom 30. April zum 1. Mai, und zwar von 10 Uhr Abends an, als auch während der Vormittagsstunden des 1. Mai in nachbenannten Straßen: Westanlage, Bahnhofstraße zwischen KaplanSgaffe und dem Postgebäude einschließlich, Liebigstraße, zwischen Bahnhofstraße und dem Eingang nach dem Güterbahnhof, die Wasserlieferung unterbrochen, welches hiermit zur gefl. Kenntniß der betr. Anwohner gebracht wird. Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 3662 Die Versteigerung von altem Bauholz wird Dienstag den 1. Mai, Nachmittags 2 Uhr, in der Metzftein- gasfe fortgesetzt. 3664 W. Th. Wittlich, Auktionator. Die aus der Concursmasse noch herrührenden Sachen, die ich übernommen habe, verkaufe, soweit der Vorrath reicht, zu Spottpreisen. Strohhüte ä 40 H, garnirte Hüte ä ji. 1.50, CorsetS in allen Weiten und in den neuesten Fayons bedeutend unter Preis. Frau H. Etlinger* 3672 Asterweg 6, I. Etage. PosiEellerr Hochfeines Bockbier von Gebrüder Röhrte von heute an iM Zapf. 3657 Carl Schütz. Versteigerung. Donnerstag den 3. und Freitag den 4. Mai l. I., Mittags 2 Ubr versteigere ich im Saale der Restauration Bramm (Rühl) dahier, Neustadt, größere Parthien baumwollene Strümpfe, Schürzen, Unterjacken, Unterhosen, Damenkragen, Damenröcke, Posamenterien, Perlbesätze, Spitzen rc. rc. öffentlich. Für Wiederverkäufer paffende Gelegenheit. 3601 Sämmtliche Waaren sind reell und gut und stammen aus einem hiesigen Geschäft, welches aufgegeben wird. Louis Rothenberger. Ochsenfleisch wird von heute ab, bis auf weiteres, zu folgenden Preisen verkauft: Roastbeef, Lenden u. Rumpsteak ä Pfd. 64 PL die fetten Stücke 56 „ alle anderen Stücke „ 60 „ 3670 Sämmtliche Metzger. Enorme Auswahl der feinsten Neuheiten in Herren-u.Damen-Sonnenschirmen. — Billigste Preise. — Repariren und Ueberziehen der Schirme prompt und billigst, auch wenn solche nicht bei mir gekauft. 3651 Apfelwein in bekannter Güte empfiehlt 3676 Emil Elschbach» 100-150 Wagen ~ gute Gartenerde find abzugeben in dem früheren Pistor'- schen Garten, vis-ä-vis OswaldSgarten. Ebendaselbst ein größeres Quantum Brennholz frei aus der Hand zu verkaufen. Einsicht kann genommen werden zu jeder Tageszeit, an Ort und Stelle. Georg Pfaff, 3679 Maurermeister. In allen Neuheiten in Putz- und Modewaaren unterhalte ich ein großes Lager und bin ich durch Ersparung der hohen Ladenmiethe in der Lage, meine Kunden aus's Billigste zu bedienen. 3671 Frau H. Ellinger, Asterweg 6, I. Etage. 3663 Ein Acker auf der Hohleiche, zur Backfteinfabrikalion geeignet, ist preiswerth zu verkaufen. Näheres in der Expedition d. Bl. Aechten Rosenberger Schlosskäse mit Kümmel Seltersweg 25. Schirmfabrik M. Levi, Seltersweg 25. 9 3151 10 Neuen Baue 10. Z <&ezdoöun^>- und Die Nr. 30 enthält u. a.: en, nzeza s3 eto. etc. empfiehlt billigst Chr. Ludw. Thomas werden anepe^ertigd sowie die dazu fassenden 6-OU-VC-v£> mit und oAne Gfflonoyzammo Ozauezßtte/e u. -o7laden. Kneiplokal, schönes großes, abzugeben. Näheres in der Exped. d. Bl. [3292 Textlich: Zum dritten Male. Forts. Erzählung von L. F- Born. - Unser evangelischer Kirchengesang Von Professor Dr. Köstlin. — Gemsjäger. Nach dem Bilde von Franz von Defregger. — Die Ueberschwemmungen an der Niederelbe. Von unserem Berichterstatter. Mit elf Illustrationen — Am Familientisch. Die Fluth. Gedicht von Frida Schanz. — Kurt von Francois afrikanische Forschungen. — Aus der Redaktion. — In unserer Spielecke. - - Erste Beilage: Aus der Zeit — für die Zeit. . Zweite u. dritte Beilage: Frauen-Doheim- m en in dez Cafe Leib 3680 Klavierstimmen 3654 ent, als O dieselben Q O . Aufträge werden auch fernerhin in meinem Geschäftslokale und O iu der Challier'jchen Musikalienhandlung entgegengenommen. O Willi, lludolph, Pianosorte-Hsndlung. den 4,860,377.30 miethen- Wetzsteingasse 33. 3682 3647 Einige Maurergesellen finden dauernde Beschäftigung bei den Tendenz: sehr fest. Redaction: A. Scheyda. n n Der Geschäftsstand der Gesellschaft ergibt sich aus Resultaten des Rechnungsabschluffes für das Jahr 1887: Grundkapital Prämien-Einnahme für 1887 Zinsen-Einnahme für 1887.......... Prämien-Ueberträge Uebertrag zur Deckung außergewöhnlicher Bedürfnisse einschließlich des gesetzlichen Reservefonds von JL 900,000 Meinem langjährigen Stimmer, Herrn KL Klu^e, habe lch die Klavierstimmungen (sowohl diejenigen im Abonnement, als auch die auf Einzelbestellung) übertragen und wird er i vom 1. Mai 1888 ab auf eigene Rechnung aussühren. nachstehenden 9,000,000.— 7,917.864.30 640,804.— 5,494,471.60 JL 1.50. „ 0.50. Pferde-Reieoeia des Rheinischen Renn-Vereins in Frankfurt am Main am 6. Mai 1888, Nachmittags 3 Uhr, am Forsthans. von der Tyroler Concert-Sänger-Familie Ludwig Rainer sen. Anfang 8 Uhr. (Eintritt wie gewöhnlich. Die bereits in diesem Blatt besprochene Collekte für den evang Kirchbau in Montigny Sablon b. Metz wird in diesen Tagen durch Kirchendiener Artz vsn Lang-Göns einqesammelt werden, und fei hiermit bestens empfohlen. I. A.: Schlosser, Pfarrer. Renten und Lebensverficherunas. Anstalt zu Darmstadt. Meine Wohnung befindet sich nunmehr Asterweg 39 (ITordanlage). J* Ph. Müller Coursbericht der Frankfurter Börse. ReichZbank-Disconto 28. April 188«, Franks Bank.DtS--nt° 3°/. Todes-Anzeige. Ä“a.V1f,Ä’S, Elisabeths Karpf, , geb. Klnck, rm Alter von 33 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Frankenbach, den 30. April 1888. Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag um 5 Ubr vom Sterbehause (Neustadt 37) aus statt- 3681 Toges-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß es Gott gefallen, unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter 3675 Katharina Klotz, Mittwe, geb. Faber, nach langem schweren Leiden zu sich zu rufen. Die trauernden Familien: Klotz und Seidewand. Die Beerdigung findet statt: Dienstag den 1. Mai, 9todbmittaa8 4 Uhr, vom Sterbehause: Teufelslustgärtchen 24. - Truck und Verlag der Brühl'schen Truckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Cie heutige Nummer enthält 1 Blatt uud 1 Beilage Bevollmächtigter o. A. 3665 Einen tüchtigen Spenglerae- hülfen sucht Ehr. Rosenberg, Seltersweg 3. WeiKbmöer-Gesellen^ sucht bhr. Schmidt II., Weißbinder meister, Göthestraß e. 3643 Eine perfekte Herrfchäftsköchin sucht nach auswärts Stellung durch Frau Hüttenberger, Neustadt 52. Reingeh. Exemplare des „Gießener Anzeigers * Nr. 33, 60 und 62 werden zurückgekauft in der Expedition Schulstraße 7. Agenten der Gesellschaft: Louis Wittich, Kaufmann in Gießen. PH. Hardt, Geometer in Großen-Linden. Gros, Sekretär in Lich. Heinr. Bolzet N., Kaufmann in W i e s e ck. 41)S(‘hieds-Coiicert mit neuem Programm Eröffnungs-Rennen . . . JL 400.— i Flachen-Rennen ^ 800 — Offijiers-Hürden-Rennen . „ 1000.— I Jagdrennen 1800*— <*rosse Steeple-Chase, Ehrenpreis, gegeben von Sr. Majestät dem hochscligen Kaiser und König und Mk. 1800.-. Tie Aktionäre und Mitglieder des weiteren Vereins des Rheinischen Renn-Vereins haben freien Eintritt. »ür einender™ . M. 6.- I Zweiter Platz #ür eine Dame.....„ 4.— ' Stehplatz Kinder bis zu 10 Jahren zahlen zur ersten Tribüne JL 2—, zur zweiten Tribüne (zweiter Platz) 50 $ Equipagen Mk. 8.-, jede Person darin muß mit einem Billet zu dem ersten Platz versehen sein. Reiter Mk. 5.—♦ SIC Sämmtliche Karten sind sichtbar zu tragen. An den Tribünen werden keine Karten ausgcgeben Die Kassen befinden sich auf der Chaussee an der Louisa, am Sandhos bei Niederrad und am Forsthaus. ’ Zur Bequemlichkeit des Publikums werden Eintrittskarten verkauft bei den Herren F. Breul, Zeil 61; W. Fuchs, Zeil 9; Chr. Ströhlein,' 8eil 57- Universal Retse-Bureau, Frankfurter Hof. Die Hessische Ludwigs- und Main-Neckar-Eisenbahn lassen an dem oben bezeichneten Renntage bie auf den betreffenden Stationen zu ersehenden Züge an den der Rennbahn zunächst gelegenen Stellen ihrer Routen sowohl zur Hin- als Rückfahrt anhalten. Im Auftrage des Directoriums: db4b Kappel. Aachener und Münchener Frner- Verllcherungs-Gesellschast. v , v/t 27,913,517.20 Berflcherungen in Kraft am Schluffe des Jahres 1887 5,144,892,720.— Gießen, den 1. Mai 1888. 3640] Möblirtes Zimmer mit Kabinet zu vermiethen. Frankfurterftratze 12. 3d68 Zwei gut möblirte Zimmer zu vermiethen. Grünbergerstraße 1 II. 3655] Gut mövliites Zimmer billig zu vermiethen. Tiefenweg 6. 3572 Ein kleines Logis zu vermiethen. Grön)nger, Steinstraße 43. 1714] • Gartenftraße 13 ist der 3. Stock mit 7 Zimmern und Zubeh. — auch Pferdestall — zu vermiethen. Näheres bei _______Architekt Stein. 2650 In meinem Neubau in der Wiesenstraße ist der Mansardenstock, fünf Zimmer mit allem Zubehör sofort oder später zu vermiethen. L. 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Schmücker. 8644 Eine hier am Platze sehr gut eir.- geführte alte deutsche Fener-Verstche. rungS'Gcsellschaft sucht für Gießen und Umgegend einen anderen tüchtigen, möglich erfahrenen Agenten, dem bas Jncasso-Geschäft mit übertragen wird- Reflectanten wollen ihre Offerten mit Referenzen bei der Exped. d- Bl. unter 8. K. 943 mederlegen. Haushälterin? .Ein gut empfohlenes Mädchen als Haushälterin in eine größere Anstalt gesucht. Off. an Frau C^ollisclionn, .Hospital zum heiligen (Stift*, Frankfurt a. M. 3545 36->S Sogleich oder später ein reinliches Dienstmädchen gisucht. Göthestraße 12, eine^Treone^hach. QT 3,6f.8 f ?jnen Schreiner auf dauernde Arbeit sucht Schreinermftr. Weber in Krofdork. 3674 Ein ordentliche«) Dienstmädchen für Haushaltung und Kinderpflege gesucht. , ________________ Asterweg 6 I. 4o/o Preußische Consols 107.10 3V»0/o do. 10 *.00 4n/o Nassauer Oblig. __ 4o/o Bayerische Oblig. 106*40 4% Badische Oblig. 105 10 40/o Hessische Oblig. 106 50 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. Q1/n, , alte 10110, neue 102.20 oVrVo do. 97.30 4,/s% Franks. Landwsch. Creditbk.- ,Q/ Oblig. 103.00 ^0 Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.50 do. 97.50 5% Buderus Oblig. 104.10 Telegraphischer Coursberichl der B Oesterr. Creditactien 140 50 Oesterr. Staatsbabn-Aktien 94.75 1880 4o/o Russen Oblig. 78 75 4% urrif. Eqypter Oblig. 81.25 3 unbedingt anerkannt, daß dem Federoiehdünger eine bedeutende treibende Kra t innewohnt. Jndeß ist es nicht gleichgültig, wie man ihn verwendet er mutzi in fein venheiltem Zustande, also nicht klumpig sein. Auch empfiehlt Thaer' ^^,.^^viehdunger nicht unterzuhackcn, sondern in fein verteiltem Zustande zur Be- deckung der Beete oder der Saatreihen zu verwenden. Besonders ist zu rachen die Gurkenbeete bezw. dre Pflanzenrerh n mit Federoiehdünger zu bestreuen. Auch Mobr- ruben, furchten, Kohlarten ist die Bedeckung günstig. Die Carolten sollen danach fhUn n?ribernf Pi* "b Norden. Später kann dann der Dünger untergehackt werden. Um mtt « Unb JUm StrCUCn ^net zu machen, mischt man ihn am besten r ~ ^er vorzügliche Rettige ernten will, muß sich von der sonst üblichen Methode dieselben aus das erste beste Gartenbeet zu säen, losmachen und dem in manchen Gegenden Suddeutschlands und auch in Oesterreich üblichen Brauche anschließen Rettig nur in frisch rigoltem Boden zu säen. Die Rettige werden dann so pikant und zart und saftig wie sonst nie. Am besten ist es breitwürfig zu säen, die zuerst aus- ^wach'-nen Fruchte werden dann verbraucht und fo wird allmalig sür die entwickeln gemacht, die sich unter den günstigeren Bedingungen bald gut — [Bum Anbau der Gurken.) Die Gurken werden gewöhnlich auf die Art angebaut daß man ihre Ranken sich auf dem Erdboden ausbreiten läßt. Das erfordert viel Platz und ist deshalb namentlich für Hausgärten störend, zumal sich die Gurken- pflanzen meist mtt dem ihnen zugetheil'en Raum nicht begnügen, sondern ihre Ranken über die Wege und über andere Beete ausbreiten, wovon das eine so unangenehm ist wie das andere. Wir empfehlen deshalb unseren Lesern, die in ihrem Hausgarten Gurken pflanzen, in diesem Jahre einmal nachstehend beschriebenen Versuch zu machen und die Curfert hochranken zu lassen. Man braucht dann die Gurkenbeete nur so breit wre die anderen Gemüsebeete anzulegen. Beginnen die Gurkenpflanzen zu ranken, fo legt man dre Ranken nach beiden Seiten des Beetes. An den Seiten entlana sckläat man in angemessener Entfernung (1V--2 Fuß) Stäbe ein, die oben durch eine Latte oder einen Draht verbunden werden. An den Stäben bindet man die Gurkenranken sowie sie lang genug sind, hoch und läßt sie dann ruhig weiter ranken. Durch dieses Verfahren wird nicht nur erreicht, daß Wege und andere Beete von den Gurkenranken tnrc; bleiben, sondern die Gurken gedeihen auch weit besser, weil sie so mehr Licht und Lust haben und namentlich nicht von der Nässe zu leiden haben. IeikgeSotenes. Kaffee, reinschmeckend, roh und stets frisch gebrannt, in allen Qualitäten und Preisen. Als besonders prei-würdig empfehle einen vorzüglichen rohen Kaffee« per Psd- «M. 1.10. Emil Orbig, 3201 Bahnhofstraße 30. Drogerie von 3473 Otto Schaaf, Seltersweg 39 empfiehlt: Baumwachs, Signirtinle, Blumennahrung, DeSinfecttonS« mittel, WLscheartikel, Badeingredienzien, Schwämme, Lufah, Mottentod, Mäufetod, Fliegen- tob, Schnakentod und sonstige Jnsetten-Bertilgungsmittel, Salicylsäure zum Conserviren, । Parfümerien-u. Toilettenmittel, J Seifen, Parquetwichse u Stahl- spähne, Stofffarben zum Selbstfärben. Himbeersaft, Gewürze, Brausepulver, Brausevonbons, KarkSbader Salz, Salicylva- seltne, Salmiakgläschen, Mövel- politur, Airßstreupulver, Hühneraugenringe , medicinische Verbandstoffe, Kindernähr- mittel, Pepstncffenz, Meisch- Pepton, Fleisch-Extrakt, Leguminosen, bengalische Flammen, sowie alle sonstigen Medicinal- und technische Drogen- und Materialwaaren. Kernseife r prima weiße, per Vfd.....26 bei Abnahme von 5 Psd. ... ‘24 „ ti lf «»10 „ . 23 „ bei Carl Schulze II., 3350 Schillerstraßc 7. 1 .Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Lieferung von 40 Raummetern buchen Scheitholz für das Bürgerhospital zu Gießen soll im Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 5. Mai l. I. bei Armenkafferechner La über verschlossen einzureichen. Gießen, den 26. April 1888. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. A. 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