Nr. 78 Erstes Blatt. Sonntag den 1. April 188§«. Weßener Anzeiger Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. Drrreaur Schulstraße 7. E^iäznssnKEHonaHMBBnBBi Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Höeil. Gefunden: 1 Armband, 1 Hemd, 1 Federmesser, 1 braune» Band, 1 Kriegsdenkmünze, 1 Kinderhandschuh, 1 Farbzeichen, 2 Bettelmünzen, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. Gießen, am 31. März 1888. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Ostern. Nach einem langen, strengen Winter, und nach einer Zeit schwerer Prüfung und tiefer Trauer hält das hehre Doppelfest Ostern wiederum seinen Einzug in das deutsche Vaterland. Religiöse Weihe und Hoffnung und uralte Poesie gestalten die Osterfeier zu einem herrlichen Doppclfeste, welches wohl in keinem Lande der Erde inniger empfunden wird als im deutschen Vaterlande. Dem erhabenen Gedenktage des christlichen Triumphfestes, an welchem der göttliche Dulder aller Bosheit dieser Welt zum Trotz sein Be- freiungs- und Erlösungswerk vollbrachte, und seinem Häuflein staunender und zweifelnder Jünger die Unsterblichkeit des göttlichen Geistes im Menschen unwiderleglich vor die Augen führte, hat sich in nordischen Landen zur Öfter* zeit das erste Lenzfest, die Feier der Wiederkehr des Frühlings hinzugesellt, und unter dem Zeichen der wieder erstandenen Natur aus starrem, winterlichen Todesschlafe begrüßen wir mit erhebender Herzensfreude den größten christlichen Triumphtag. „Aus dem Tode erwacht neues Leben!" Das ist die frohe, heilspendende Botschaft der Religion wie der Natur und trostreiche Hoffnung dringt bei der Verkündigung dieser Botschaft in unsere Herzen ein. Was wäre auch die Menschheit für ein bejammernswerthes Zerrbild der Schöpfung, wenn Gott in die Herzen der Menschen nicht den Strahl der Hoffnung, der Befreiung aus aller Plage gepflanzt hätte, diese hehre, auf sittlicher Basis beruhende Hoffnung, gestützt und verschönt durch die götttiche Liebe und Barmherzigkeit! Was wiegen wohl alle sinnlichen Genüsse und Freuden dieser Welt gegenüber dem Tröste dieser Hoffnung, die den Unglücklichen mit dem Dasein versöhnt! Ach und wie wenig ist alles Glück, aller Glanz dieser Welt vor dem Verderben sicher und wie muß nicht selbst der Edelste und Beste der Nation schwerste Prüfungen ertragen? Weit, weit hinter die nationale Hoffnung muß zu diesem Osterfeste die persönliche, private treten! Neben dem Schmerze um den Verlust des besten Kaisers, den je das Vaterland besaß, lastet auf der deutschen Volksseele die bange Sorge um das theuere Leben des guten Kaisers, der in allen Tugenden den Söhnen des Vaterlandes in großer Zeit voranleuchtete und in friedlichen Tagen ebenfalls allen Bürgern das beste Beispiel gab. Doch so groß auch unsere nationale Trauer, unsere tiefe, bange Sorge sein mag, so erheben wir doch auch in froher, Gott vertrauender Zuverftcht unsere Osterhoffnung, die auch dem deutschen Vaterlande, dem deutschen Kaiser und dem deutschen Genius, der schon Schlimmeres überstanden hat, noch blüht. Die Zukunft des Vaterlandes, ja die Zukunft der ganzen Menschheit, sie gehört den idealen Mächten an, und keine zeitliche Sorge, kein irdisches Unglück wird an diesem Oster- evangelium, welches für alle Menschen und alle Völker verkündet wurde, jemals auch nur das Geringste ändern. Wie nach dem Winter in der Natur der Lenz nur schöner und herrlicher hervortritt, so folgt auch auf den Winter im Völkerleben nur ein um so köstlicherer Frühling. Dies sei unsere zuversichtliche Osterhoffnung in trauriger Zeit! Deutschland. Karlsruhe, 29. März. Die „Karlsr. Zeitung" veröffentlicht die Danksagungen des Großherzogs auf die Kammeradressen anläßlich des Todes Kaiser Wilhelms. In der Antwort an den Präsidenten der zweiten Kammer, Herrn Lamey, heißt es: „Die Hinweisung auf die Liebe, die mich mit dem Kaiser und seinem großen Wirken verbunden hat, gereicht mir zum erhebenden Trost und zu befriedigendem Bewußtsein, da in ihm mein Streben, das Lebenswerk des großen Kaisers, soweit ich dazu berufen war, in Treue zu fördern, Anerkennung findet. — In den vielen Jahren, in denen ich besonders gern mit Ihnen verkehrte, haben wir kein Ereigniß erlebt, das unsere Nation so tief bewegte als das Ableben unseres großen Kaisers. Wir Beide sind in Arbeit für's Vaterland ergraut, aber unsere Kraft gehört ihm und der Heimath. In dieser Empfindung rufe ich Ihnen und den Vertretern meines Volkes zu: „Mit trauerndem Herzen, aber glaubensmuthig zu Gott und mit erhobener Seele wollen" wir fest zusammenstehen und soweit es an uns ist, dafür wirken, daß die Zukunft der großen Vergangenheit sich würdig erweise." Danzig, 29. März. Der Minister v. Puttkamer befindet sich zur Zeit im Überschwemmungsgebiet. Hesterreich. Budapest, 29. März. In Bekes-Esaba äscherte ein durch Sturm angefachtes Feuer rasch 19 Häuser ein, in Kikinda wurden 200 Häuser durch Feuer zerstört. Die Theiß ist fortwährend im Steigen. Arankreich. Paris, 29. März. Der Senat beendigte die Budget-Berathung, welches kleiner Abänderungen wegen zur nochmaligen Berathung in die Kammer geht. Die Berathung der Interpellation der Linken wirb auf morgen vertagt. Die Rechte beschloß bei Berathung der Interpellation für einfache Tagesordnung zu stimmen. Floquet sprach sich gegenüber mehreren Deputirten auf das Entschiedenste gegen den Sturz des Eabmels j aus und bezeichnete eine Ministerkrise unter den gegenwärtigen Umständen als einen schweren Fehler. — Gegen die „Lanterne" wurde gerichtliche Verfolgung wegen Beleidigung des Präsidenten Earnot eingeleitet. Die „Lanterne" beschuldigte Carnot, mit dem Köniz von Belgien über die Rückkehr der Prinzen von Orleans verhandelt zu haben. — Der Minifterrath beschloß die sofortige Diskussion der Interpellation, welche heute eingedracht werden soll, soweit dieselbe gegen die Regierung gerichtet ist, anzunehmen; dagegen die Dringltchkeitserklärung betreffs der Verfassungsänderung zu bekämpfen. Es heißt, die Regierung werde die einfache Tagesordnung in Sachen der Interpellation annehmen. Stoßett. Rom, 29. März. Nach einer Meldung der „Agence Stefani" ist der Kammerherr Iswolski mit einem eigenhändigen Schreiben des russischen Kaisers an den Papst hier eingetroffen. Er wurde vom Cardinal Rampolla empfangen, welchem er ein Schreiben des Ministerpräsidenten übergab. — Der „Popolo Romano" meldet: In politischen Kreisen wird heute beharrlich behauptet, die Regierung habe von Massauah FriedeuSvorschläge, welche der Negus dem italienischen Oberft-Commandirenden, General San Marzano machte, erhalten. Livorno, 29. März. Vergangene Nacht explodirte unter dem Porticus der Kathedrale, gegenüber dem Polizeiamte, eine mit Kartätschen gefüllte Bombe. Die Kathedrale ist stark beschädigt. Verletzt wurde Niemand. Mehrere Personen wurden verhaftet. — Die Urheber des Bombenattentats verfolgten den einzigen Zweck, die Gläubigen in der Kathedrale zu erschrecken. Drei Haupturheber wurden verhaftet. Der Schaden im Porticus betrug 300 Francs. Telegraphische Depeschen. 1 Wolst'S telsgr. Korrespondenz - Bureau. Berlin, 30. März. Der Kaiser und die Kaiserin fuhren Mittags im halb-- offenen Wagen nach hier zum Besuche bei der Kaiserin Augusta. Das zahlreich herbei- gestcömte Publikum brachte dem Kaiserpaare enthusiastische Ovationen dar. Vormittags wohnten die beiden Majestäten nebst Familie dem Gottesdienst in der Charlottenburger Schloßkapelle bei. — Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin verweilten bei der Kaiserin- Wittwe Augusta drei Viertelstunden. Der Kaiser war in Uniform und trug den Helm. Der Wagen fuhr nicht auf die Rampe, sondern in den Hof des Palais. Im zweiten Wagen befanden sich die Prinzessinnen Töchter, im dritten der Erbprinz von Meiningen mit Tochter, im vierten Mackenzie und der Adjutant. — Der Kaiser und die Kaiserin besuchten Vormittags mit den meiningenschen und den badischen Herrschaften und den Prinzessinnen Töchtern das Sterbezimmer und das anstoßende Wohnzimmer des Kaisers Wilhelm. Der von London zurückgekehrte General Loe ist von der Kaiserin Augusta empfangen worden. Posen, 30. März. Die Warthe ist in der Nacht um weitere drei (Zentimeter gestiegen. Seit heute früh steht jedoch das Wasser: Von oberhalb wird erhebliches Fallen gemeldet, so von Pogorzelice, wo die Spiezel von 4,80 Meter gestern früh auf 4,20 Meter heute früh sank. Pest, 30. März. Während des gestrigen Orkans brach an vielen Orten Feuer aus. In Bekes-Csaba sind 30 Häuser mit Nebengebäuden, in Groß-Kikinda 200 Häuser und in Mezö-Bereny 38 Häuser niedergebrannt. Zwei Personen haben das Leben eingebüßt, 1500 Menschen sind genöthigt, im Freien zu kampiren. Paris, 30. März. Da die Deputirtenkammer in ihrer heutigen Sitzung die von dem Senate vorgenommenen Budgetänderungen zum Theile abgelehnt hat, wird das Budget heute nochmals an den Senat zurückgelangen. In Folge dessen mußte die Berathung der von der Linken eingebrachten Interpellation auf morgen vertagt werden. Rom, 30. März. Telegramme aus Massauah an das Kriegsministerium melden: Gestern Abend fand sich ein abessynischer Officier bei unseren Vorposten ein, welcher den General San Marzano zu sprechen verlangte. Der Officier überbrachte dem Com- mandirenden ein Schreiben des Negus, in welchem dieser den Wunsch ausspricht, Frieden zu schließen. San Marzano theilte das Schreiben telegraphisch der Regierung mit, welche ihm die erforderlichen Weisungen ertheilte, um die Unterhandlungen unter Wahrung der Würde und der Interessen Italiens zu erleichtern. Die Nacht und der heutige Morgen verliefen ruhig. Die abessynischen Vorposten ziehen sich auf das Lager zurück. Es scheint, daß die abessynische Armee sich vollständig zurückziehen wolle, nachdem der Negus die Unmöglichkeit erkannt hat, in Folge der guten Stellungen der Italiener und bei dem äußersten Mangel an Provisionen mit Aussicht auf Erfolg einen Angriff zu unternehmen. Sofia, 30. März. Der „Agence Haoas" zufolge richtete die bulgarische Regierung gestern an die Pforte ein Ersuchen um Auskunft wegen der türkischen Truppen- aufftelluns an der rumelischen Grenze. Newport, 30. März. In den Kohlengruben von Richhill im Staate Missouri fand heute eine Explosion schlagender Wetter statt. Wie es heißt, sind hundert Bergleute dadurch verschüttet worden; vierzig Leichen sind bereits zu Tage gefördert worden. Lokales. Gießen, 31. März. Die heute zur Ausgabe gelangte Nr. 4 der Verwaltungsblätter hat folgenden Inhalt: Erbauung und Unterhaltung von Kreisstraßen in der Provinz Oberhessen nach dem Entwurf des Voranschlags für 1888/89. Abonnements auf die Verwaltungsblätter nimmt die Expedition des Gieß euer Anzeigers entgegen und zwar für die Abonnenten letzteren Blattes zum. ermäßigten Preise von 50 H pro Quartal. Gießen, 31. März. Im Monat März wurden im hiesigen Schlachthaus geschlachtet: 111 Ochsen, 15 Fasfelochsen und Kühe, 112 Rinder, 4 Pferde, 604 Schweine, 610 Kälber und Hämmel, 1 Ziege. — Hiervon wurde ein Rind mit Perlsucht dem Abdecker überwiesen und eine Kuh, wegen derselben Krankheit, ging an den Verkäufer zurück. Die Gesammtsumme des geschlachteten Viehes beträgt bis jetzt 6373 Stück. B n u i f d i r □ Frankfurt, 29. März. Gestern fand dahier eine Versammlung der Aussteller des Exportmusterlagers, in welchem Gießen durch pie Gewerkschaft Klaus vertreten ist, statt, behufs Wahl von 5 Delegirten als Beirath zum Aufsichtsrath. Der Vorsitzende des letzteren, Herr Sonnemann, konnte darauf Hinweisen, daß das Institut fortwährend gewachsen und auch finanziell nunmehr dahin gekommen sei, wenigstens ohne Deficit zu arbeiten. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß dem Institut nicht nur die seitherigen Aussteller erhalten bleiben, sondern deren Zahl sich stetig vermehren werde. Die hohe Bedeutung und der Werth der Export-Musterlager sei von fremden Nationen, insbesondere den Engländern, erkannt, was am Besten daraus erhelle, daß England in Hamburg ein Export-Musterlager in's Leben rufe. Die Wahl ergab als Delegirte Sie folgenden fünf Herren: Heinr. Gust. Herz in Frankfurt a. M., Gust. Böhm in Offenbach a. M-, Huber (Firma Huber & Eie.) in Hanau, Hochstädter (Firma Hochstädter & Söhne) in Darmstadt und G. Kalkhof (Firma Wilh. Laaff) in Mainz. □ Frankfurt, 30. März. Nach langem vergeblichen Fahnden scheint es unserer Polizei nunmehr gelungen zu sein, den richtigen Silberdieb dingfest zu machen. Gestern wurde in einem Gasthause in der Papageigasse dahier ein Mensch verhaftet, der sich Werner nannte. Es stellte sich bald heraus, daß dies nicht der richtige Name war und daß der Verhaftete guten Grund haben mußte, seinen richtigen Namen zu verheimlichen. Zahlreiche Silberfachen wurden bei ihm gefunden, die von hiesigen und auswärtigen Diebstählen herzurühren scheinen. Die Polizei hat gestern bereits den hiesigen Blättern von der Verhaftung des Menfchen Kenntniß gegeben und die bei ihm beschlagnahmten Silbersachen näher bezeichnet. Gestern schon hieß es, der angebliche Werner sei Kellner gewesen und von Profession Uhrmacher. Heute tritt diesen Angaben hinzu, daß der in der Papageigasse Erwischte ein äußerst rasfinirter und geschickter Einbrecher ist, der schon lange steckbrieflich verfolgt wird. Er soll ein Schlesier^ sein, der schon in Breslau und vielen anderen Städten in unglaublich kühner Weise Silberdiebstähle verübte. Wie ich von gut unterrichteter Seite vernehme, erscheint es zweifellos, daß nunmehr der gefährliche Mensch, der so lange Zeit Frankfurt und Umgegend in Aufregung gebracht, unschädlich gemacht ist. Er wird für seine Heldenthaten zweifellos entsprechend belohnt werden und sobald nicht wieder Gelegenheit haben, seine Geschicklichkeit als Silberdieb zu bekunden. Frankfurt, 31. März. sPrivatdepescheJ Verfloffene Nacht ist der Silberdieb ausgebrochen. Jede Spur fehlt. Der Wächter erhängte sich. Die Aufregung hier ist ungeheuer. Literarische-. — Die erste Biographie des neuen deutschen Kaisers ist soeben unter dem Titel MWeiedrich, Deutscher Kaiser und König von Preußen", ein Lebensbild von Ludwig Ziemssen, im Verlage von Franz Lipperheide, Berlin, erschienen. Von dem bequemeren Bezugs halber in Lieferungen erscheinenden Buche liegt uns das erste Heft vor. Die auf Kupferdruckpapier nach Vorlagen berühmter Maler hergestellten großen Vollbilder, deren jedes Heft zwei enthält, zeichnen sich durch vollendete äußere Technik aus. Um dieses Lebensbild unseres Herrschers zu einem Gemeingute der deutschen Nation zu machen, was es seiner ganzen Veranlagung nach zu werden verdient, ist der Preis des Werkes äußerst niedrig festgesetzt worden. Das Buch erscheint in etwa zehn Lieferungen, die in Zwischenräumen von 8 bis 14 Tagen zur Ausgabe gelangen; jede Lieferung umfaßt 16 Quartseiten Text mit zahlreichen Illustrationen und kostet nur 60 H. — Die „Germania", Lebens-Versicherungs-Actien-Gesellschaft zu Stettin, hat nach ihrem 30. Rechnungsabschlüsse auch im Jahre 1887 günstige Ergebnisse aufzuweisen. Durch den Zugang an neuen Versicherungen über 31,e Million^ X Kapital (1 Million mehr als im Vorjahre) hob sich der Bestand, nach Abzug der durch Tod und bei Lebzeiten der Versicherten erloschenen Versicherungen auf 353,2 Millionen X Unter diesem 'Bestände waren 226,4 Millionen X mit Anspruch auf Dividende versichert. Dieser wichtigste Geschäftszweig der „Germania" erhielt im Jahre 1887 einen reinen Zuwachs von 4162 Versicherungen über 17,6 Millionen X Kapital. An Prämien und Zinsen vereinnahmte die Gesellschaft 17,489,701 «X (821.005 X mehr als im Vorjahre). Die Sterblichkeit unter den Versicherten verlief für die Gesellschaft günstig. Von der Jahreseinnahme wurden verausgabt, 31,5 pCt. mit 5,533,803 x für durch Tod und bei Lebzeiten der Versicherten fällig gewordene Kapitalien und Renten, 3 pCt. für Prämienrückgewähr und Abgangsentschädigung an auSgeschiedene Versicherte. Dem Prämien-Reservefonds wurden 41 pCt. der Jahreseinnahme mit 7,192,065 X überwiesen und dessen Gesammtsumme hierdurch auf 77,708,992 «X, gleich 22 pCt. des versicherten Kapitals, erhöht. Von dem Jahresüberschusse erhalten die mit Gewinnantheil Versicherten im Ganzen 1,822,699 X, und zwar die nach Dividendenplan A und C Versicherten 21 pEt. ihrer 1887 gezahlten Jahresprämie und die noch Dividendenplan B Versicherten 3 pCt. von der Gesammtsumme aller gezahlten Jahresprämien, durch Anrechnung auf die im Jahre 1889 fälligen Prämien. Hiernach beziehen beispielsweise die nach Plan B Versicherten aus 1880 im Jahre 1889: 27pCt. der pro 1887 gezahlten Jahresprämie als Dividende. — Im Ganzen wurden den mit Gewinn Antheil Versicherten der „Germania" in den seit Einführung der Versicherung mit Dioidenden- Anspruch (1871) verflossenen 17 Jahren 14,320,786 X als Dividende überwiesen, wovon Zweidrittheile diesen Versicherten bereits zugeflossen sind, während 4,7? 7,742 «X als Dividendenfonds für diese Versicherten Ende 1887 reservirt blieben. Die Gew ähr- leiftungsfonds der „Germania" stiegen im Jahre 1887 um 8,097,048 X auf 93,079,834 X und das Gesarnmt-Vermögen der Gesellschaft erreichte die Höhe von 96 622,840 X gegen 86,397,535 X Ende 1886. Handel und Verkehr. _ ^Gießen, 31. März Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund ** 0-95—1 0d, Hühnereier pr. St. 6 2 Stück 11 Enteneier 6—7 Gänseeier St- 10—12 Kaie vr. St. 4—8 Kasematte per St. 3 Erbsen per Liter 16 X Ansen per Ltter 30 H, Tauben per Paar X 0.80-1.20, Hühner per Stück X 0.90 bls 1.40, Hahnen per Stück X 1.50—2.00, Enten per Stück X 2.20—2.50, Ochsen- Aisch per Pfund 58-60 H, Kuh- und Rindfleisch 45-50 Schweinefleisch 54—60 A, Hammelfleisch 54-64 H, Kalbfleisch 40—46 Kartoffeln per 100 Kilo X 5.00—5.50 Hwtebeln per Gentner X 13.00-14.00, Milch per Liter 12—18 Weißkraut Stück 0—00 H. Seiden-Etamine und seid. Grenadines, schwarz und farbig (auch alle Lichtsarben) Mt. 1.55 p. Met. bis Mk. 14.80 (in 12 versch Qual) — versendet robenweise porto- und zollfrei das Fabrik-Dspöt G. Ilennebere (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. [2645 Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgase-. März 1888: 19 vorschriftsmäßige Kerzen. (gez.) Buchner. Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen, «afgebote. Marz: 24. Ludwig Amon, Schuhmacher zu Pirmasens, mit Wilhelmine Luisa Johannette Lisette Herdt zu Gießen. 26. Friedrich Wilhelm Sickert, Glaser zu Gießen Georgine Balser von hier 27. Heinrich August Earl Ludwig Valentin -??^/ner zu Gießen, mt Katharine Philippine Schomber von Kesselbach, wohnhaft Dahier. 27. Johannes Ziegler, Bergwerksarbeiter zu Vtllingen, mit Elisabelhe 24. 25. cnxrx 2^ März. Ludwig Bischoff, lediger Sohn des Straßenmeisters Christoph. Brschoff, alt 16 Jahre, gestorben den 26. März. v 1 . 30- Georg Daniel Weißmüller, Schriftsetzer, alt 67 Jahre, gestorben, den 28. Marz. Beerdigte. Den 2d. Marz. Susanne Atzelhöfer. geb. Senßfelder, Wittwe des Schreiners Johann Georg Atzelhöfer in Gladenbach, alt 65 Jahre, gestorben den 23. März Denselben. Christian Zinßer, Möbeltransportcur, alt 67 Jahre, gestorben den t , «heschlieHnnaen. _irr Marz: 28. Ludwig Georg Wilhelm Earl Appel, Schuhmacher von hier, mt Wilhelmme Bruchhauser von Aumenau, wohnhaft dahier. 28. Konrad Steinbach von Burgsolms, Maurer dahier, mit Marie Katharine Hagner von Oberbiel. 28 Peter Hofmann, Erster Diener der Großh. Landesunioersität dahier, mit Elisabeth Graf aus. Darmstadt. 28. Georg Heller, Schlosser an der Main-Weser-Bahn dahier, mit Katharine Josepha Markart von Offenbach a. M. Geborene. Marz: 19. Dem'Heizer an der Main-Weser-Bahn Ferdinand Schul Zwillinge ^"^ochter, Luise und Lina. 20. Dem Rechtsanwalt August Metz eine Tochter' 22. Dem He»zer Philipp Wißner eine Tochter, Marie Philippine. 22. Dem Kaufmann Conrad Joseph Keller cm Sohn, Wilhelm Hans. 27. Dem Bahnarbeiter Friedrich. Dopfer em Sohn. u Gestorbene. ^Marz: 23^ Susanne Atzelhöfer, geb. Sensfelder, 65 Jahre alt, dahier, Wittwe von Schreiner Jobann Atzelhöfer. 24. Christian Zinßer, 67 Jahre alt, Rentner dahier. 25. Anna Maria Curschmann, geb. Willhelm, 66 Jahr-alt, Ehefrau von Lehrer Heinrich Curfchmann dahier. 26. Ludwig Bifchoff, 16 Jahre alt, Realgymnastast, Sohn von Straßenmeister Christoph Bifchoff dahier. 26. Wilhelm HSufer, 3 Jahre alt, Sohn »on Schmied Friedrich Häuser dahier. 26. Joseph Bleicher, 22 Jahre alt, Buchbinder zu Offenbach a. M. 28 DanA Weißmüller, 66 Jahre alt, Schristsctzer dahier. 28- Luise Lina Emma Marte Battenberg, 1 Jahr alt, Tochter von Handelsmann Eduard Battenberg dabier. 29. Heinrich Hartmann, 4 Jahre alt, Sohn von Taglöhner Jacob Hartmann dahier. Auszug aus deu Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. W Starrste. . D-n 25. März. Dem Hauptkasse-Buchhalter Julius Schäfer -ine Tochter, Elisabeth Luise Karoline, geboren den 6. November 1887. _rl. L Denselben. Dem Schlosser Karl Gebauer erne Tochter, Auguste Wilhelmine Elisabeth, geboren den 13. Februar. Den 27. März. Anna Marie Curschmann, geb. Willhelm, Ehefrau des Lehrers Oberen Mädchenschule Heinrich Curschmann, alt 66 Jahre, gestorben den 2d. jJiärj. MrchAche Anzeigen der Gtadt Giesten. Svangelische Gemeinde. Gottesdienst. 1. Osterfeiertag, 1. April: Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer vr. Naumann- Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. 2. Osterfeiertag, 2. April: m n „vormittags 9ai verbreitetste ttBtr »rutschen Blätter übcrhsavt; außerdem erscheinen Ueberletznugeu in zwölf fremdrn Sprachen. Stein s Garten. Am 2. und 3. Gsterseieriag: Grosse Concerle ausgefühtt von der Capelle des 2. Großh. Hess. Jns.-Regts. Nr. 116. 2684 Anfang S Uhr. Entree: Am 2. Feiertage 40 am 3- Feiertage 30 ________Am 3. Feiertag: ujlgT Bier im GlaS. Wellersburg. Am 3 Feiertage: 2638 T a n z ui u I k, wozu ergebenst einladet_______Fhüipp Wellet Wwe. Am 3. Frirrtage: Früh-Concert Restauration Schnell. ___ Am 3. Feiertag: — 269O Fnih-Concert. | Restaurant und Cast jum Stern. Dienstag, den 3. April: Fr uh-Concert. | Bei ungünstiger Witterung Abends ebenfalls Concert. Restauration zum Löwen. 2715 Am 2. Feiertag Abend» von 8 Uhr ab Concert ——----Entree 23 Pfg. ■ Am 3 Ferrrlag Frühconcert. im Poftkeller. 2686 Carl Schütz. 3C Wiener Hof. 2671 Am 3. Feiertage: Frühconcert der hies. RegimentsmusiK. Anfang IQ Nbr. Hochachtungsvoll Heinrich Gaafke Am 3. Feiertage: Tanzmusik. 2663 J. Duill. Restauration Lahnstein. Am 3. Osterfeiertag: Strcicii-Ooncerte Am 2. Merfeirrtage: Nachmittags: Tanzmusik bei Wirth Rühl, Neustadt 55 Anfang Abends 8 Uhr. 2672 2703 Anfang an beiden Tagen 4 und 8 Uhr. 2670 2679 Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unsere 2682 Für Einjährige. 2413 Möblirtes Zimmerau vermiethen. Grünbergerstraße 6. 2659 Ein möbl. Zimmer m. Eabtnet zu vermiethen.___________Südanlage 3. 2691] Möbl. Zimmer zu vermiethen. Nord-Anlage 28. im Alter von 5 Jahren in einer Nachkrankheit des glücklich überstandenen Scharlachfiebers in die ewige Heimath abzurufen. Um stille Theilnahme bitten tiefbetrübt die Eltern: Filmen Rauffmann, Marie Rauffmann, geb. Kurz, und ihre 7 Kinder. lHH 5./4. 7 Uhr Trauer. 2657 TodeS-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß unser liebes Söhnchen und Brüderchen Gi-eorg im Alter von l3/i Jahren gestern Abend 9 Uhr sanft dem Herrn ent» schlafen ist. Die tiesbetrübten Eltern und Geschwister. /Ti, Georg Nahrgang und Frau nebst Kindern. Gießen, den 31. März 1888. 2667 2668] Möblirtes Zimmer mit und ohne Pension zu vermiethen im Lindenhof. Zur Stadt Marburg. Am 2. und 3. Osterfeiertag 9** Concert und Vorstellung. IhG Auftreten des rühmlichst bekannten Charakter-Komikers Herrn Matthias mit Gesellschaft. Am 2. Feiertag Entree für Herren 20 Damen und Mllitär 10 H, am 3. Feiertag Entree frei. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unsere liebe Gattin und Mutter Katharine Graf, geb. Tiedemann heute Nacht nach langen Leiden sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten Job. Heinr. Graf u. Kinder. Gießen, 30. März 1888. Die Beerdigung findet am ersten Feiertag Vormittag, 11 Uhr vom Sterbehause, Sandgasse 64 aus, statt. 2666 Gasthaus ?um Hchistenbergerlhal Am 3 Osterfeiertag Tanzmusik. ___________Anfang 4 Uhr Nachmittags. Vermischte Anzeige^. 2696 Ein kräftiges Mädchen zu baldigem Eintritt gesucht. Hotel Lenz. Gottesdienst der Methodistengemeinde. Wolkengaffe 22. 2640 Sonntag Abend 7 Uhr. Jedermann ist freundlichst eingeladen. ClAvlerstlmnieii im Abonnement und auf Einzel bestell ung Piano-Reparaturen $1 in Torzügl. Aasführung zu billigen Preisen; Kosten-Voranschläge gratis. Wilhelm Rudolph in Gleisen. 2687] Zwei schöne Zimmer, möblirt, zu vermiethen._________Liebigstraße 21. 2699) Schön möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Schulstraße 9. 2700) Grünbergerstraße-8—möHirteS Zimmer zu vermiethen. Aermietyungen. 2658 Ein kleines Logis im 2. Stock pr. 1. 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