Nr. 78 Drittes Blatt. Sonntag den 1. April 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. V»r«a«r Schulstraße 7. Erscheint tägli» mit Ausnahme d-S Montags. $$£®ta350& F mLtr ch e r H st e i f. Betreffend: Die Frühjahrs-Controlversammlung in 1888. Gießen, am 13. März 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf orttübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen und die Ihnen bekannten Interessenten von dem Inhalt derselben speciell in Kenntniß setzen laffen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Die diesjährigen Frühjahrs-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen wie folgt abgehalten werden: 1. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen). 1) Zu Gießen am 5. April 1888 im Oswald'schen Garten und zwar: a) Vormittags 9 Uhr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden ent- lassenen Mannschaften aller Waffen; b) Vormittags 10 Uhr für sämmtliche Wehrleute des I. Aufgebots der c) Nachmittags 2 Uhr für sämmtliche Reservisten und Wehrleute des I. Aufgebots der übrigen Waffen; d) Nachmittags 3 Uhr für sämmtliche Ersatz-Reservisten. Hierher gehören die Orte: Annerod, Burkhardsfelden, Gießen (mit Schiffenberg und Herrnwald), Heuchelheim, Klein-Linden und Oppenrod. 2) Zu Lollar am 6. April 1888, Vormittags, neben dem neuen Bahnhofsgebäude und zwar: um 8V2 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppen- tbeile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen; um 9‘/2 Uhr für sämmtliche Wehrleute des I. Aufgebots aller Waffen; um JOV2 Uhr für sämmtliche Ersatz-Reservisten. Hierher gehören die Orte: Mendorf a. d. Lda., Alten - Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen (mit Heibertshausen), Großen - Buseck, Lollar. Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck. 3) Zu Grünberg am 7. April 1888, Vormittags, an dem Bahnhose und zwar: um 8 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen; um 9 Uhr für sämmtliche Wehrleute des L Aufgebots aller Waffen und sämmtliche Ersatz Reservisten. Hierher gehören die Orte: Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg (mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle), Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Keffeloach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Rein- hardshain, Reiskirchen, Mddingshausen, Saasen mit Bollenbach, Veitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod. II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lieh). 1) Zu Hungen am 14. April 1888, Vormittags am Friedhöfe und zwar: um 9Vi Uhr für sämmtliche Reservisten und Wehrleute des I. Aufgebots, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen; um IOV2 Uhr für sämmtliche Ersatzreservisten. Hierher gehören die Orte: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof Güll, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelhaufen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingeu. 2) Zu Lieh am 14. April 1888, Nachmittags am Bahnhose und zwar: um 3 Uhr für sämmtliche Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen; um 4 Uhr für sämmtliche Wehrleute des I. Aufgebots aller Waffen; um ä Uhr für sämmtliche Ersatzreservisten. Hierher gehören die Orte: Albach, Mendorf a. d. Lahn, Birklar, Dors- Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich mit Albacher- Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bes- singen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg. Es haben aus den genannten Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wohnenden Offiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes aller Waffen des Deutschen Reichs zu erscheinen, welche zur Reserve und Landwehr des I. 'Aufgebots gehören, zur DiS- pofition der Truppentheile beurlaubt oder zur DiSpofitio» der Ersatz-Behörden entlassen find, sowie sämmtliche Ersatz- Reservisten. Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen emtreten und müssen darauf bezügliche Gesuche, welche von den betreffenden Bürgermeistereien beglaubigt sein muffen, spätesten- 8 Tage vor den betreffenden Control-Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden. Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen. Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit Militär-Paß und Führungs- Attest versehen in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben, und vor dem . Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen rc. fortzulegen sind. Schließlich wird noch ganz besonders darauf hingewiesen, daß sämmtliche ; an der Control-Versammlung teilnehmenden Mannschaften für den ganzen ; Tag, an welchem die Control-Versammlung stattfindet, zum acüven Heere ; gehören und den Militärgesetzen unterworsen sind. Easpary, __Oberstlieutenant und Kommandeur des Landwehr-Bataillons-Bezirks Gießen.________________________________ Betreffend: Die Frühjahrs-Controlversammlung in 1888. Gießen, am 28. März 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an di- »rotzh-rz-gttch-n Bürg-rm-lst-r-1-n dird"noch^wiederh°lt"darauf hingewiesen, daß die Aushändigung der abgeänderten Militär-Papiere an die Mannschaften des Beurlaubten- standes, soweit sie noch nicht im Besitz derselben sind, gelegentlich der Controlversammlungen erfolgen wird. Caspary, Oberstlieutenant z. D. und Commandeur des LandwehrBataillons-Bezirks Gießen. Lokales. Gießen, 31. März. sSttzung der Stadtverordneten vom 29. März.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Gna uth, Seitens der Stadtverordneten die Herren Bai st, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Hanstein, Hoch, Jughardt, Kauf, Petrt, Ad. Noll, Aug. Noll, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Herr Bürgermeister Bramm eröffnet die Sitzung mit der Verlesung eines Schreibens des König!. Preußischen Gesandten in Darmstadt, in welchem derselbe Namens der von ihm vertretenen Regierung für die Beweise der Theilnahme und die patriotische Gesinnung dankt, die aus Anlaß des Heimganges Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm und des Regierungsantrittes Sr. Majestät des Kaisers Friedrich aus allen Theilen Deutschlands, so auch aus hiesiger Stadt abgesandt wurden. Von dem besonderen Dankschreiben der Kaiserin-Wittwe gibt der Herr Vorsitzende ebenfalls Kennlniß. — Die Vacanzrechnung erledigter Lehrerstellen an den städtischen Schulen pro 1887/88 soll dem Herrn Stadtrechner übertragen werden. — Gegen die beabsichtigte Aufstellung eines Dampfkessels in dem Bahnhofe der Matn-Weser-Bahn hat die Versammlung, nachdem constatirt, daß Seitens der Anlieger Einspruch nicht erhoben worden, nichts einzuwenden. — Zu dem Gesuche des Herrn Gg. Kraft um Erlaubntß zum Wirthschaftsbetrieb in dem Hause des Herrn Metzgermetsters Harms in der Neustadt beschließt die Versammlung, gleich dem Poltzeiamt, die Bejahung der Be- dürfnißfrage. — Die Holzversteigerung vom 19. März wird genehmigt. — Die Leichenkasse-Gesellschaft ist um Aufbesserung der Friedhofswege eingekommen, da Fälle vorlägen, in welchen der Leichenwagen bei der anhaltenden nassen Witterung stecken geblieben sei. Seitens des Stadtbauamtes wird berichtet, daß trotzdem von der angestrebten Wegaufbesserung abzusehen sei, da die beregten Uebelstände sich nur in jetziger Jahreszeit zeigten, während in trockener Jahreszeit die Wege sich in gutem Zustande befänden. Es könnten ja, wie in vielen anderen Städten, die Särge von dem Friedhofsthore aus getragen werden. Die Versammlung ist mit diesem Vorschlag einverstanden. — Dem Gesuche der Jacob 9toll Wwe. wegen vorläufiger Belassung ihres Treibhauses auf dem Friedhöfe wird stattgegeben; das Treibhaus soll bis Ende Mai auf dem Friedhöfe belassen werden. — Die kurze Biegung der Straße an der Westanlage vor der Euler'schen Schneidemühle hat nach Angabe der Besitzer dieses Etablissements bei dem Transport von Langholz für den dortigen Verkehr Unannehmlichkeiten im Gefolge, weshalb dieselben um Geradlegung der Straße und käufliche Uebcrlast'ung des dadurch frei werdenden Geländes ersuchen. Die Versammlung beschließt Ausarbeitung des Planes für die Geradelegung des Schoorweges. — Die Trotlotrstrecke am Seltersweg zwischen Maigasse und Löwengasse soll hergestellt werden, sofern die Anlieger sich zu den entsprechenden Beitragsleistungen verstehen. — Bei der Versteigerung des Schlachthausdüngers hat sich gegen die erstmalige Versteigerung ein erhebliches Mindergebot für den Caldaunendung, ein unwesentliches dagegen beim Stallmist ergeben. Die Versammlung beschließt Genehmigung hinsichtlich des Stalldüngers, dagegen nochmalige Versteigerung des Caldaunendüngers und, falls kein annehmbares Gebot erreicht wird, Verwendung dieser Abfälle zur Düngung der städtischen Wiesen. — Dem Gesuche des Maurermeisters Balthasar Strauch um Erlaubniß zur Anlegung eines Eanals soll stattgegeben werden, wenn die Anlage nach Angabe d:s Stadtbauamtes erfolgt. — lieber die Erwerbung weiteren städtischen Geländes an den neuen Kasernen zur Herrichtung eines Militär turnplatzes liegt der Vertrag der Versammlung zur Genehmigung vor. Da indeß Seitens der Stadt darauf gesehen wird, daß die vordere Spalierwand des parallel zur Grünbergerstraße liegenden, für den Turnplatz bestimmten Terrains in gleicher Richtung mit den Vorgärten des unteren Theils der Grünbergerstraße kommen soll, so ist die Erwerbung eines längs der Staatsstraße laufenden fiscaltschen Geländestretfens geboten, auf welchen Umstand die Militärbehörde hingewiesen werden soll. — Laut Bericht des Stadtbauamts sind die Offerten für Uebernahme der Straßenretnigungsarbeiten etngelaufen; hiernach beträgt der tägliche Durchschnittslohn eines Straßenkehrers 2 Jt resp. 1.60, Vorarbeiter 20 H mehr, eines Fuhrmannes 6 Jü Für die erste Zeit sind 21 Straßenkehrer incl. Vorarbeiter vorgesehen, zu denen auch einige Stadtarme hinzugezogen worden. In dem Berichte wird ferner empfohlen, mit dem Kretsbauamt behufs Feststellung derjenigen Staatsstraßenstrecken in's Benehmen zu treten, welche auf städtische Kosten mit gereinigt werden sollen. Außerdem wäre noch die Beschaffung von Räumen zur Aufbewahrung der Kehrgeräthe in's Auge zu fassen, durch Räumung eines Spritzenhauses zu erreichen sei. Die Versammlung erklärt sich mit den Vorschlägen des Stadtbauamtes einverstanden. — Dem Gesuch der Bewohner der Mühlgasse um Vermehrung der Gaslaternen wird nicht stattgegeben, da nach der Anzahl der vorhandenen Laternen und der sonst dabei in Betracht kommenden Verhältnisse die Beleuchtung für hinreichend erachtet wird. Was die Verletzung von Personen durch die in gen. Gasse stehenden Wagen betreffe, so könne ja die Polizei dafür sorgen, daß diese Wagen nicht mehr dort aufgestellt würden — w u einer früheren Versammlung sind von dem Stadtbauamte Offerten aur |tra9t eifernen Brücke über bie SBufect, in der Flucht der BlAchsttaße etnalsorbÄ - oerf^lebenen Werken eingelegten Forderungen ooriiren zwischen und 17 100 Jt, je nach Ausstattung und Ausführung der Brücke Auf i*1 Baudeputat,an befchlrebi die Versammlung Eingehen auf die Offerte der BenM r^" Eisenwerke in Pforzheim, deren Bruckenproject als das geetgnetfte binfirbtri* L L*01 struction, Geländer u. s. w. betrachtet wird und die sich erh7e en Preis von 10 200 JL herzustellen. ’ ’ t0,e,en' Clc -»rucke für den Glotzen, 31. März. (Thierfchutzoerein Gießen ) Sibuna nm n Das Zustandekommen eines Vogelfchutzgesetzes für das deutswe 61 Thiersreunden (angft angeftrebt “ svL Freuden 'begrüßt des Ä auF ÄfM“ 5\lb°T ben ^rla6k-ehLeS ,0‘1?c1n- 3" der vorletzten Sitzung des Ausschuss z Besprechungen über die dem Reichstage zugegangene « Weit Schutz der nützlichen Vögel, statt. Der sitz7nbe wurb?^beaus.7ag't “"K bc” Bedenken einem ihm befreundeten Reichstagsmitgliede mihutbeileii 8 em’? «unt* ben Ausschuß des hiesigen Thierschutzvereins angenehm ü^erLcht^ zu erfahren die metften Paragraphen des Gesetzes nach seinen Wünschen ausgefallen N ' b“5 D-r Direktor des Erfurter Schlachthauses hat einen Apparat ,um Tobten b Schweme erfunden, welcher einen bedeutenden Fortschritt in feer Schik Xljtere in sich birgt. Die Anwendung desselben erzeugt einen schnellen «ck^n°^b ^ leien Tob unb entspricht sowohl den Ansorderungen der öuinamföt Geschäftsinteresse der Schlachter. Die Anschaffung eines Sn b™ hiesige Schlachthaus soll angestrebt werden. $ n Apparates für das Hieran knüpfte sich eine längere Debatte über das Schlackten i <. - Die seitherige Schlachtweife bietet den Vortheil, daß ein vollständig? fmbet unb infolge dessen bas Fleisch länger bei Fäulmß widersteh8 andern Heils fr?*t= auch mckt geleugnet werden, daß es immerhin als eine Quälerei ßpfrnffif?ni1 mutz, wenn einem Thier, während es seine volle Besinnung hat der e^eit wiro und man es langsam hinsterben läßt. Alle Neuerungen m der Schlachtwelse des Rindviehes nachweisen, werden mitSntereffeyS?1 X7ÄÄ Ochste Aus schuß,itzung:ÄLg^'L^ »-»mischte«. bente ÄmStagb« VnÄUÄ‘ Regts. Nr. 25 sein junges Leben verloren Derselb? wa? in dkr S“uti/' Mäftigt, Pserde nach der Fütterung zur Tränke zu führen. E n P er5 rtß sich »vl um es wieder emzufangen sprang er hinter demselben her. Das Pferd ckln-l,^ aus unb traf den jungen Mann mit beiden Füßen so unglücklich auf der Brust er nach wenigen Minuten einen Geist ausgab. Man kann sich b,n s. n-u 1 Ä; Ä“"" ®* «■" Wimpfen: Neckar langsam steigend; Maxau: Rhein noch steiaenfe " irnnJia“ ’ drohenderen Wassersgefahr haben die Gr. Kreisäm?er Ä legenen Bürgermeistereien angewiesen, die gesetzlichen Be timmüugen überlas Damm ™™gUert £££* baS £ebcn 6cnommtn ^en, weil ihm der Urlaub für die Fellttaze A Wie wir vernehmen, hat Theaterdtrektor Vrevmaier gegen eine Anzahl Blatter, welche die Nachricht verbreitet haben, das Maimer Stadt- theater stehe vor einem Krach, Klage erhoben. ainjer München, 17. März. Am Salvatorkeller kam es gestern Abend wieder in erner 0r°Beren Schlager ei. Da zur Bewältigung derselben auch die von de^PoliÄ direction abgesandte Gensdarmerieverstäikung und eine von der Zuchthauswache gerufen-' mehrOpoltzellich^Wllständig Eingestellt. S-loatorbieres aus dem Zache'rlkeller ist nul Allgemeiner Anzeiger. 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