Nr. S2 Donnerstag den 1. März 1888. Kießrnor Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Dureaur Schul st raße 7 Amtlicher Hheit. LJ '5 Betreffend. Vorkehrungen gegen Beschädigungen durch Fuhrwerke und Zugthiere. Bekanntmachung. Da sich neuerdings die Klagen wegen Beeinträchtigung der Sicherheit des Verkehrs auf öffenllichen Wegen durch Nichtbeachtung der zur Verhütung Von Beschädigungen durch Fuhrwerke und Zugthiere gegebenen Vorschriften mehren, so schärfen wir hierdurch die Befolgung der in dieser Hinsicht erlassenen, nachstehend abgedruckten Vorschriften unter dem Anfügen ein, daß die Großherzogliche Gendarmerie und das Polizeipersonal angewiesen worden sind, die Beachtung dieser Vorschriften streng zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen. Gießen, am 27. Februar 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Bortman». Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf., S 366 des Strafgesetzbuchs. Mit Geldstrafe bis zu zwanzig Thalern oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen wird bestraft.| t 1) u. 2) wer in Städten oder Dörfern übermäßig schnell fährt oder reitet, oder auf öffenllichen Straßen oder Plätzen der Städte oder Dörfer mit gemeiner Gefahr Pferde einfährt oder zureitet; 3) wer aus öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen das Vorbeifahren Anderer muthwMg verhindert; 4) wer in Städten mit Schlitten ohne feste Deichsel oder ohne Geläute oder Schelle fährt. rc. Artikel 271 des Polizeistrafgesetzes. Hinsichtlich des Ausweichens der Fuhrwerke und Reiter sind folgende Bestimmungen zu beachten: 1) alle Fuhrwerke, besetzte oder leere Chaisen, beladene oder leere Wagen, welche sich auf öffenllichen Wegen begegnen, müssen, insofern es die Beschaffenheit und Breite der letzteren gestatten, einander zeitig zur Hälfte rechts ausweichen, d. h. rechts auf die Sette so weit einlenken, daß für das andere Fuhrwerk die Hcllfte der Fahrbahn frei bleibt. 2) Gestattet die Beschaffenheit des Wegs das Ausweichen nicht, so muß derjenige Letter eines Fuhrwerks, welcher den ihm entgegenkommenden Wagen zuerst bemerken kann, an einem schicklichen Orte so lange mit seinem Fuhrwerke halten, bis das andere Fuhrwerk vorübergefahren ist. Fuhrleute haben sich daher aus solchen Wegen durch Rufen oder Klatschen mit der Peitsche, die Postillons mit dem Horne Zeichen zu geben. 3) Ramenllich finden die Vorschriften unter 2 bei Hohlwegen Anwendung. Kommen aber gleichwohl zwei Fuhrwerke in einem Hohlwege zusammen, wo ein Ausweichen nicht möglich ist, so muß dasjenige von beiden zurückfahren, für welches dies, well es das leichtere ist, oder well es dem Anfangs des Hohlwegs sich am nächsten befindet, mit den wenigsten Schmie- rigkeiten verknüpft ist. Erlaubt die Beschaffenheit des Hohlwegs, daß ein Fuhrwerk aus den Rain gehoben werden kann, so muß solches mit dem leichteren vorgenommen werden, um das schwerere vorüber zu lassen, wobei ___die^ Fuhrwerke sich wechselseitig zu unterstützen verbunden sind. 4) Viehheerden,^ welche in Hohlwegen oder aus anderen Wegen, wo sie nicht ausweichen können, mit Fuhrwerken Zusammentreffen, müssen von ihrem ^Führer zurückgetrieben werden. 5) Bei dem Vorbeifahren nach einerlei Richtung, welches überhaupt nur dann, wem der Weg das Ausweichen gestattet, zulässig ist und nur mit der gehörigen Vorsicht geschehen darf, muß der Leiter des zurückbleibenden Wagens auf die rechte Seite so ausweichen und langsam fahren, daß das sichere Fuhrwerk auf der anderen Seite vorbeifahren und auf die Mitte der Fahrbahn gelangen kann. Das Vorbeifahren im Jagen und das Wettfahren ist ganz untersagt und das Vorbeisahren von schwer geladenem Fuhrwerke nach einerlei Richtung nur im Schritt gestattet. 6) Wenn sich die Fuhrwerke auf stellen Wegen, an deren einer Sette ein Abhang sich befindet, begegnen, so hat das hinausfahrende, es mag beladen sein oder nicht, gegen den Abhang hin auszuweichen; wenn aber auf beiben Setten ein Abhang sich befindet, so ist dasjenige zu beobachten, was unter 1 dieses Artikels vorgeschrieben ist. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieses Artikels werden mit 35 kr. bis 5 st. bestraft. Artikel 279 des Pslizeistrafgesetzes. Beim Fahren während der Dunkelheit der Nacht müssen die Personen- und Packpostwagen, da, wo öffentliche Droschken- und Fiaker-Anstalten bestehen, alle dazu gehörenden Fuhrwerke, sowie die zum allgemeinen Gebrauch bestimmten GesellschastSwagen (Omnibus), ferner die Güterwagen stets, die Chaisen aber innerhalb der Orte und deren bewohnten Umgebungen da, wo es besonders vorgeschrieben ist, mit brennenden Laternen versehen sein. Zuwiderhandlungen werden mit 35 kr. bis 3 st. bestraft. Betreffend: Wie oben. Gießen, am 27. Februar 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen »nd die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden deS «reife». Unter Bezugnahme aus die vorstehende Bekanntmachung weisen wir Sie an, das Polizeipersonal aufzufordern, die Beachtung der bestehenden Vorschriften strenge zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen. Dr. Boekmann. * Gießen, am 29. Febmar 1888. Betreffend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestütsbeschäler auf die Landgestütsstationen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an di« Grotzherzogitchen Barg-rm-ist-r-i-n d-S «r«is<». Wir beauftragen Sie, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu kaffen, daß die Landgestütsbeschäler für die Landgestütsstationen Berstadt. Butzbach und Grünberg abgegangen sind. __ Dr. Boekmann. Betreffend: Die Anmeldung zur Stammrolle. Gießen, am 27. Februar 1888. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen dx die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises Gießen. I» ftolae höherer Weisung mache ich Sie auf nachstehende Bestimmung des S 23,8 der Ersatz-Ordnung aufmerksam. Dieser § lautet wie folgt: s 23 8: Militärpflichtige, welche nach Anmeldung zur Stammrolle im Laufe eines ihrer Millttärpfllchtiahre chren Dauernden Aufenthalt oder Wohnsitz nach einem anderen Aushebungsbezirk oder Mufterungübezirk verlegen, haben btefeö behufs Berichtigung der Stammrolle sowohl beim Abgänge der Behörde ober Person, welche sie in bie Stammrolle ausgenommen hat, als auch nach ber Ankunft an bem neuen Ort derjenigen, welche baselbst bie Stammrolle führt, spätestens innerhalb breier Tage zu melden . ?fäffng2Z©tammroae nur von solchen Militärpflichtigen anzunehmen, welche nachweisbar im diesseitigen Bezirk^dauernd wohnhaft sind; 2) dieselben Militärpflichtigen, welche nach Anmeldung zur Stammrolle chren bauernden Aufenthalt verlegen, zu den im § 23,8 der Ersatz-Ordnung vorgeschriebenen Meldungen anzuhalten und in dieser Hinsicht eine geeignete Controls fortdauernd auszuuben; I Politische Ueberficht _ _ _ Gießen, 29. Februar. Der nach San Remo berufene Prof. Kußmaul aus Straßburg, eine der hervorragendsten Autoritäten auf dem Gebiete der inneren Medictn, bat den Kronprinzen auf den Zustand der Lunge hin untersucht, da der mit Au-murf verbundene Husten des hohen Kranken Anlaß zu erneuten Besorgnissen vot. Nach wiederholter genauer Untersuchung ist nun von Pros. Kußmaul fest- geprellt worden, daß die Lungen des Kronprinzen vollständig gesund sind, so daß ^°c 5er Auswurf nicht aus der Luftröhre, sondern nur aus dem kranken Kehl- npf herrühren kann. Leider muß letzterer Umstand als ein beunruhiaendes und et wirb denn auch verwert, Prof. Kußmaul soll fN hinsichtlich des allgemeinen Zustandes des Kronprinzen sehr ernst aus- gesprochen haben, zugleich heißt es, die deutschen Aerzte hätten in dem Auswurf w« Äronprinjen untrügliche Anzeichen von Carcinom (Krebs), nämlich Alveolar- ?"^ckt, während Professor Virchow noch in seinem jüngsten Gvt- ^o^anden ein dieser bedenklichen Gebilde nicht zu constatiren ver- ?7te' Mackenzie hält nun, wie private Meldungen aus San Remo besagen, an dem Ergebnisse der Virchow'schen Untersuchung fest und sollen daher &äMrcteemnn»Unrohr be4 Patienten angefertigten mikroskopischen ^äpawte no« anderen pathologischen Anatomen — man nennt Pros. Wal- SÄ ~ M Begutachtung vorgelegt werden. Jedenfalls sind diese "J4 ^eignet das deutsche Volk aus dem Schwanken I*" ^rch und Hoffnung um den allgeliebten Kaisersohn heraus,ureißen und HnnemHTp he nQ*e Uneiniflfeit bet Aerzte ist nur geeignet, do« Peinigenbe ^Ungewisse der Lage zu vermehren. Es ist beshalb begreiflich, wenn das ^”*7 auftouchen konnte, Prinz Wllhelm von Preußen beabsichtige, sich dem« 8 n:5 ,®ln Abmo zu feinem Vater zu begeben, obschon dieses Gerücht bislang noch keine Bestätigung gesunden hat. i w ß?i!l0Ä®täl 'm auswärtigen Amte, Graf Herbert Bismarck. i son Jrland^be^eben" ° ae,uc6e beä befreundeten jetzigen Vicekönigr : Deutschland. energnttÄSh 5ebruar" Se' AönW' Soweit der Grobherzog haben ,,nh 24- Februar die OberlandesgerichtsrSthe Wilhelm Seinrerlina bahn, au welcher alle Locomotivführer und Lei,erbieArbeH°.?.Rn^^'?''° Der Passagier. und Güterverkehr stockt augenbucklich ^ben‘ mh*roih!>Cn^nhCa ""^^igiöse Duldung werden sowohl den Eingeborenm wie den Landcsangehorigen und Fremden ausdrücklich gewährleistet. Die 2lu§übun0; aöcr Culte, das Recht der Erbauung gottes- ten! *Cr ®c?“ui)c un£ ^cr Errichtung von Missionen, welcher ArtCultuS ^ntedkn0en“n8C6OrCn mÖ0tn' ,0“ ,dnctId Beschränkung ,wch Hinderung findet auf die deutschen Schutzgebiete Anwendung." "■■Äjf’ÄSi äs ”"n b“ •“»“* wtÄÄS SS6ÄK «gfe. >» über den Antrag Wtndthorst ist eine namentliche tr\rtcxr stimmen dagegen 104 Abgeordnete, 2 enthalten sich der Abstimmung. Das Haus ist somit nicht beschlußfähig. 9 Befähigungsnachweis' Munckel-skintelen, Ackermann und Genossen b-tr. Deutscher Reichstag: 48. Sitzung vom 28. Februar 1888. “““,m * *Ä"Ä(saÄ';ü“'*»■' * «■ ••••»«—■ Beamten^bt-kanzugrS. ‘§ n‘4* fÜt hervorragend nobel, einen nicht anwesende» wtdrig.^^ Präsident rügt den Ausdruck „nicht hervorragend nobel" alsordnungs- Das^Haus beschließt hierauf dem Anträge der Commission gemäß. 9?Orf)trhs9m 8te ^^/dung des Gesetzentwurfs wegen Abänderung der Meyer-Jeno) "° *" ben deutschen Schutzgebieten. (Refnent" «L In F ontre.ch naoen am Sonntag eine Reihe von Ersatzwahlen i P a ‘n,t“w”et stallgesunden, welche einerseits durch die Candidatur »es Ministers des Aeußern, Flouren-, in den Oberalpen, ander. \ kit« durch d'k Ausstellung der Candidatur der Generals Boulanger in nicht • ^nuren4a 8nnhT ^°bUreiIen ein gewiffes Jnlereffe erregten. War Herrn i Routen« anbe angt, so bewarb er sich deshalb um das Mandat der j 9x“a £e.'1' rodt er auf den Ministerpräsidenlenposten nach dem Voraussicht- ! ff‘rarb< Jck6 bcm $enn Floquet reflectirt und nach der fron- ■ JJftfäen Verfassung muß der jeweilige Cabinetrchef imeBesitze eines Manda-r « Deputirtenkammer fein. Nun, Herr Flourens hat dar Mandat errungm ! Ste, b.raeen Älpler haben ihn mit mehr alr 12,000 Stimmen zu ihrem I ^au»^ (iiMe ©emonncation feiner Anhänger war, versteht sich von selbst er 1 ”dd>'r Iau‘d: der Berliner C°n,erenz wnden und M k, oet Ä1 Kimmung für den Revanche-G-neral gemacht ' ..... -------- - - jU (e" db . Semiffen Grade erreicht worden .oenn es fielen zahlreiche Stimmen auf Boulanaer. °tm Uebrtaen Monarch^ 4 gemäßigte Republikaner, 2 Radtcale und ein Monarchist »7»^ zwei Departement« haben Stichwahlen statt,ufinL an. ~e° ,X11L empfing am Montag Nachmittag die deutschen Ne in^atdnitoor1«1 dem Acte wohnten 20 Cardinäle bei. Auf X'JÄÄÄ Ö?,L« H T deutschen Staaten, wodurch für die Ki ^Tbon ben “nb2Jn uÜl,“ b,S Telegraphische DepescheT- ielegr. Gi»EwsAdenz - BWsearr. „»ä s-k, säs* sLMDHSTLLk«»- am».® " !Ä« siSS« ®“ mu« smi. D» ä&S” J-SrSM'ä s' »- mtffian 6ettMfen welche gie Angckgmheit eEem Ä B«ichl'erstem skü" rath mH be^am Sronba nnSCh.mb^bbIältmn 3,ufol0C, b-schLsligte sich der Minister- „France" will wissen Poulanger s stattgehabten Manifestation, gestellt Paris" meint nnÄ C m H"^rsuchung zur Ermittelung der Urheber an- dem Zwischenfall keine wetttr? F^zu^geben? ®unb6cbunß desavouirt habe, wäre 3) Die int § 45,13 der Ersatz.Ordnung vorgeschriebenen Meldungen nicht zu unterlassen: § 45 pos. 13 lautet: Sann vorgenommenen Veränderung unb \oVS" anrnTi?“mT« MllsiärMchtiqe?^Folge Aufentha^ ’eber ä^ber ÄSSfe?,^TäT?Xenbe” 6i’’iI,,otfi6cnben ber Ersatz-Commission behufs Berichtigung der^alphabetischen Lcstm Sefe^enäu“^^!661 wann ein außerhalb des Bezirks geborener Militärpflichtiger sich dauernd hier aufhält und solche Leute zur § 20,2 und 3 der früheren Ersatz-Instruction von 1868 lautet: Militärpflichtige Dienstboten Haus- und Wirthschasts - Beamte, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksaeiellen unh Fabrckarbetter und andere mit diesen in einem ähnlichen Verhältniß stehende Militärvssicktio/ m • e .?en J*5. ^ehrburschen, n find da gestellungspflichtig, wo sie in der Lehre,im Dienst^^oder^^in Arbeit stehen W m ^er Heimath aufhalten, 31 ^it(Q7P^intr?e(.iltllbe,ntkn' ^""aliasten und Zöglinge anderer Lehranstalten sind in dem Aushebungsbezirke aestellunasnfltck>iia mr. m die Lehranstalt befindet, der sie angehören, sofern sie sich daselbst aushalten." 9 e®irte geftellungspflichtig, wo sich ^a6.Dr?nangÄ JU JU wet Corpora.ionsrechten an die Colonial- Abg. v. S t r o m beck (Eentr.) hält es für bedenklich, die Verleibuna nnn POräbanXnQaeir der Entscheidung des Reichskanzlers abhängig zu machen für (Soirnün^tmAnH U CL«nat A nt' 9d) ^lc Einführung der Soltdarhaft allmWg"bcr Äg?tschm^G"schgeb^ng^anschlietzen^"^^ M °»f diesem ©ebiete g-r°g.enImgk^.^s'be" LndeÄ Äerungen^un^ °°m V-rredn-r «n- derSoeietätsgesetzgebung. ur.rn a "Äk" ^°.Ü'^._bs°niragt^ folgenden neuen $ 12: .Die Bestimmung I vom 26. Februar 1885, Berlin, 28 Februar. Prinz Wilhelm begiebl sich, der „Kreui-Zta" zufolge, von Karlsruhe aus zu kurzem Aufenthalt nach San R-mo. (Fr^Z.l ®et ber Beihilfe zum Landesverrath an« Magte Jnstrumenlen-Fabrikant Streisguth ist in Gemäßheit der Art. 124 der f^°j?nun k qcfietn fleflsn eine Eaution von 10,000 M. vorläufig in Freiheit gesetzt worden. 1 y Stalieu. m. N"«' 27. Februar. In Folg- einer Mittheilung der franzSsischen ba6r 7 e8ten Vorschläge, betr. een Handelsvertrag, endgiltige und unabänderliche seien, tritt vom 1. März ab für den Handelsverkehr zwischen Frankreich und Italien der allgemeine Tarif in Kraft. ’ $ 8 v k -r L e s. Gießen, 29.Februar. Herr Hauptmann Walter vom 116. Regiment ist zum 83. Regiment nach Cassel kommandirt worden. Er versieht dort die Stelle des 13. Hauptmanns. nr " nTu österreichische Gesangsquartett Ringler concertirte gestern Abend im Caf6 Leib und erfreute .sich eines regen Beifalls. Die Damen, welche in schönen österreichischen Rationalcostumen, in jeder Abtheilung in anderen, auftreten, haben durchweg gut geschulte frische Stimmen. Das Ensemble ist ein sehr gutes und zeugt von sorgfältig,1er Eimtudtrung und es ist nicht zu verwundern, wenn die Sänger durch wiederholten Beifall nach jedem Auftreten immer wieder zu zwei, häufig drei Zugaben veranlaßt werden. Schiffs Nachrichten. Bremen, 28. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Fulda, Capitän R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. Februar von Bremen und am 19. Februar von Southampton abgegangen war ist gestern 5 Uhr Nachmittags Wohlbehalten in Newyork angekommen. Vermischtes. Fulda, 28 Februar. Se. Kgl. Hoheit Prinz Wilhelm von Preußen passirte heute auf der Fahrt nach Karlsruhe um 5 Uhr 46 Min. Nachm. die hiesige Station und wurde Hochderselbe von einer zahlreichen Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Mainz, 28. Februar. Am Sonntag Abend wurde hier bei einer Schlägerei, die sich zwischen mehreren jungen Leuten und dem Buchhalter eines hiesigen Bauunternehmers entspannen, einer der ersteren von dem Angegriffenen erdrosselt. Dieses Vi»ikommniß hat sich bei der Untersuchung als ein Akt der Nothwehr herausgestellt. Der Buchhalter, der mit seiner Frau und einer anderen Dame ruhig seines Weges ging, wurde von dem Erdrosselten, einem als Raufbold bekannten 16jährtgen Schuh- macherlehrling, und dessen gleichgeartetem Begleiter ohne jeden Anlaß angerempelt und mit gemeinen Redensarten verfolgt, was den Buchhalter veranlaßt, dem einen der rohen Burschen eine Ohrfeige zu applictren. Dieses war das Signal für die beiden Angreifer, über den Buchhalter mit Messern herzusallen, der dann seinerseits einen der Beiden an dem Hals faßte und derb schüttelte. In Folge dieses Schüttelns ift mehrere Stunden später der Tod des Burschen eingetreten. Der Buchhalter, welcher sich alsbald der Behörde stellte, wurde von der Staatsanwaltschaft in Freiheit gelassen, später aber cuf Verfügung des Untersuchungsrichters wieder in Haft genommen. — Nachdem das Treibeis im Main ausgelaufen, hat heute die Kettenschlepp- schiffsahrt ihren Dienst wieder eröffnet und ist das Kettenboot Nr. 3 mit 11 leeren Schiffen heute Morgen von hier weggefahren. Leider haben Main und Rhein so-wenig Wasser, daß der Betrieb wohl nicht lange ungestört sein dürfte. — sDie Ueberbürdung der Schüler höherer Lehranstalten.^ Aus einer amtlichen Kundgebung der preußischen Regierung über die vielbestrittene Frage der Ueberbürdung der Schüler an unseren höheren Lehranstalten wird von einem Berliner Berichterstatter der „Münch. N. N." eine bemerkenswerthe Stelle heroorgehoben. Vom Ministerium war bei sämmtlicken Oberpräsidenten und Provinzialschulräthen Umfrage gehalten worden. „Einer der Oberpräsidenten", heißt es nun in der Zusammmstellung der Ergebnisse, „welche die Thaisächltchkett der Ueberbürdung in Abrede stellen, macht darauf aufmerksam, daß der Ruf wegen Ueberbürdung vorzüglich in den sogenannten besseren Kreisen der Gesellschaft und viel weniger in den Familien laut wird, wo die ernste ausdauernde Arbeit und das mit Schweiß verbundene Ringen nach einem festen Ziele als anerkanntes und gern getragenes Lebensgesetz gilt." Einer der Prooinzial- schulräthe weist auf Fälle hin, in denen Schüler ohne Rücksicht auf die Seitens der Schule dagegen gemachten Vorstellungen außer Musikunterricht acht und mehr wöchentliche Lehrstunden im Hebräischen und in talmudischer Wissenschaft erhalten, während man dennoch nicht Bedenken trägt, von einer durch die Schule verschuldeten Ueberbürdung zu sprechen. Die Entschiedenheit der in erheblicher Zahl abgegebenen verneinenden Erklärungen auf die principielle Frage darf, fügt der Berichterstatter hinzu, als ein Zeichen dafür betrachtet werden, daß die Ueberbürdung der Schüler mit dem eexenwärtigen Unterrichtsbetriebe an unseren höheren Schulen nicht nothwendig verbanden ist und daß dem hierauf gerichteten Vorwurfe nicht in der Allgemeinheit, in welcher er erhoben wird, Geltung kann beigemessen werden. — sNeuer Uebungsapparat zum Betäuben der Schlachtthiere.^ Seit Dielen Jahren betrachten es die deutschen Thierschutzoereine als eine ihrer Hauptaufgaben, die möglichst schmerzlose Tödtung unserer Schlachtthiere herbeizufübren. Diese gewiß anzuerkennende Agitation fängt allenthalben an, Früchte zu tragen. Von vielen städtschen und selbst ländlichen Gemeindeverwaltungen wurde die Betäubung der Schlachtthiere mittelst Schlachtmaske oder Stirnschlag in den letzten Jahren etngeführt und sonst bestehende Thierquälereien, welche eine Folge von Unkenntniß und Schlendrian waren, abgeschafft. Berlin, welches schon im vorigen Jahre mit wesentlichen Verbesserungen in Bezug auf die Schlachtung des Kleinviehs vorgegangen ist, hat nun auch in Bezug auf die Schlachtung des Großviehs eine höchst anerkennenswerthe Einrichtung getroffen. Unter dem Vorsitze des Herrn Stadtraths Borchardt hat eine vom Kuratorium des städtischen Viehhofs für die Reform des Schlachtbetriebs eingesetzte Commission einen Lehrapparat (nach einem Modell des Herrn Stadtverordneten Henz) herstellen lassen, an welchem die Schlächterlehrlinge Unterricht im Schlagen der großen Schlachtthiere erhalten, ehe sie ihre Gesellenprüfung machen. Diese Prüfung soll von einer zu Gingesandt. rmi , . „ , Gießen, 29. Februar, k u aus,dem Bericht über die letzte Stadtoerordnetensitzung ersehen, hatte der hiesige Turnverein um die Anstellung eines Turnlehrers für die Schulen petttionirt ^©runbe, welche den Turnverein resp. den Vorstand desselben zu diesem l^naer n fUr ^rechtfertigt halten. Ist doch derselbe schon seit einer längeren Reihe von Jahren zu der Ueberzeugung gekommen, daß trotz der tüchtigen Leitung der Turnwarte die Resultate des Turnunterrichts im Vergleiche mit denjenigen früherer ^ahre nicht solche sind, welche man erwarten könnte. Die Gründe hierfür ÄUnleVer in der mangelhaften Vorbildung in der Schule zu c n* Während der früher durch einen Fachlehrer unterrichtete Knabe nach seiner Entlassung aus der Schule die nothige Vorbildung mitdrachte, hat sich, seitdem das Turnen als obligatorischer Unterricht eingeführt ist, ein fühlbarer Rückgang in den Leistungen der Zöglinge bemerkbar gemacht. Wenn wir auch nicht an dem nöthiaen h *rtnnb/Cr Ä seitens der Lehrer an diesem Unterrichte zweifeln, so dürfte es doch für einen Fachmann klar sein, daß ein seminaristisch gebildeter Lehrer, welcher, wie in der Petition erwähnt wurde, dem Turnen vorher fremd stand und nur durch einen vlerwöchentlichen Cursus als Lehrer des Turnunterrichts ausgebildet wurde, sich E/ in dieser Zett die nothtgen Fähigkeiten zur Erthetlung eines ersprießlichen Unter; ri«tes anzuetgnen vermag. Vor allen Dingen ist doch eine längere Hebung, Auswahl des Uebungsftoffes und Kenntniß der einzelnen Uebuugsarten nothwendig, was man m Wochen und nicht in 4 Monaten erlernen kann, lieber die spätere 2luSbilbun0 Seitens der Lehrer in Lehrer-Turnvereinen, bei welchen das Turnen großtentherls, d. h. wenn solches überhaupt ftattfindet, abwechselnd von den Thcil- geleitet wird, wollen wir uns jeder Kritik enthalten; ein Urtheil über diese Ausbildung, welche in diesem Alter noch erzielt wird, wird derjenige, welcher nur einigermaßen mit den turnerischen Verhältnissen betraut ist, sich selbst bilden können Anerkennenswerth ist es, daß der Staat jährlich eine gewisse Anzahl Lehrer für diesen Unterricht durch einen vierwochentlichen Cursus ausbilden läßt, da nicht jede Gemeinde » ■?0e ’c.tn dürfte, einen besonderen Turnlehrer anstellen zu können, aber da wo ks geschehen konnte, sollte es doch auch geschehen. — Wer möchte wohl heute noch an dem Nutzen der Turnerei Zweifel hegen ? 300000 Turner finden wir im Deutschen ^"iche und nrcht ohne Erfolg ist gewiß das Turnen für den Militarismus, für den dasselbe — außer der nicht zu unterschätzenden Wirkung auf den eigenen Körper — in erster Linie Sorge trägt, geblieben. Und gerade jetzt erscheint es uns, durch die Vermehrung der Wehrkraft, mehr wie je geboten, für die Sache einzutreten. Warum sollie man den Turnverein nicht in feinen Bestrebungen, bie ja für das Wohl des Vaterlandes bestimmt sind, unterstützen? Im Interesse der edlen Turnerei und im ^inne eines großen Therles unserer jüngeren Bürgerschaft glauben wir den Wunsch aussprechen zu dürfen, unsere verehrt. Stadtvertretung sowohl wie unser hochlöbl. Schulvorstand mochte sich den Worten des Herrn M. Hornberger, welcher als Mitglied des Stadtraths und des Schulvorstanbes sich gewiß den Dank aller Turner und Turnfreunde durch die thatkräftige Unterstützung der eingereichten Petition erworben har, anschließen und bei nächster Gelegenheit der Anstellung eines Turnlehrers ihre Zustimmung nicht versagen. Mehrere altere Turner und Bürger. Ehrlich zweimal öorgenemmen werden und nur derjenige Geselle, ,ÄaLskz!:L^'°nd«.h°r. wirb äur Zöbtung bet Irrere auf ... .Wer da weiß, welche arge Quälereien durch die Schlächterlehrlinae bei den a~ sehenden Thiere begangen werden, wie nicht selten^das arme Hihnma m erläge erhält, bis es endlich zusammenstürzt, wird die Einführung dieses höchst zweckmäßigen Ucbungsapparats in allen Schlachthäusern wo n!rma?t?n,?Ä^^et werden, dringend wünschen müssen. Es sollte keine Schlachthaus- verwaltung oder Gemerude die geringen Kosten scheuen, welche die Anschaffung eines solchen Uedungsapparates verursacht. ^umwjung eines San Remo, 29. Februar. sPrlvatdepesche des „Gießener Anzeigers".! Nach j einem geftrigert Erstickungsansalle war das Befinden Sr. K. u. K. Hohen deö Kron- - Prinzen während der Nacht relativ befriedigend. Gestreifte u. karr. Seidenstoffe v. Mk. 1.35 &i§9.80 P-Met. ~(ca-360 versch. Dess.) — vers. roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik - D^pöt G. Henneberg (K. u. K. 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Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mittheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betr. Anstalt zu verbinden ist, bis zum 3. März L I. an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Gießen, am 18. Februar 1888. Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen. ___Dr. Boekmann.__ Freiwillige Krankenpflege im Kriege. Unter Bezugnahme auf die Aufforderungen vom 21. v. M. und 5.4. M. werden alle Diejenigen, welche zur Uebung freiwilliger Krankenpflege bereit sind — Damen wie Herren — auf SamStag den 3 März l. I., Abends 6 Uhr, zu einer Besprechung in die große Aula des Universitätsgebäudes eingeladen. Die Herren Professoren Dr. Bose und Dr. Riegel werden die Güte haben, dabei nähere Mitthellungen über die zu stellenden Anfordenmgen und Zeit und Ort des Unterrichts zu machen. Gießen, den 28. Februar 1888. Der Vorstand des Hülfsvereins. Dr. Stammler. 107V Vogel. 1681 n Bieber. 1663 rTechnicum Mittweida \ L—_^_Syhsen. — \ alte 100.80, neue 102.20 3Va°/o do. Telegraphischer Cour^bericht der Berliner Börse vom 29. Februar iärr Hof Oesterr. Ereditactten 138.37 86.25 vor Tendenz: gedrückt. 53 Redactton: A. Scheyda. 97.30 103.00 102.50 97.50 104.00 106.90 101.50 102.80 106.10 104.90 106.10 ff ff ff gesucht. 1660 94.10 104.10 86.70 63.10 9570 136.70 cm mit bis 40 10 296 1636 11 16 33 27 180 5 93 194 4 ff ff tf fi ff tf 193.00 90.00 77.20 88.00 42 cm Durchmesser, bis 17 m Länge, mit 39,55 km, 1 Buchen-Stamm mit 0,72 fm, 896 Nadel-Derbstangen mit 30,39 fm, bis 11 m Länge, und 1025 Nadel-Reisstangen, mit 11,42 fm. Die Zusammenkunft ist an der Hach- bornerstraße. Mainzlar, am 29. Febr. 1888. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Arbeitsversteigerung. Montag, den 3. März I. I., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Gräflich Solms-Laubach'schen Gutshofe zu Obbornhosen nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden, eil«: 15 70 15 230 1 16.12-16.15 16.11-16.14 20.29-20.34 4.16—4.20 tag den 6. März d I., von Vormittags 9 Uhr an, soll im Mainz- larer Gemeindewald, Distrikt Heesstück, Steinrück und Schabenberg nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 1. Montag den 5. März. Brennholz: 200 rm Buchen-, 72 rm Eichen- Scheit, 38 rm Buchen-, 51 rm Eichen-, 66 rm Nadel-Knüppel, 66 rm Buchen-, 34 rm Eichen-, 13 rm Nadel-Stöcke, 5300 Buchen-, 2600 Sichen-, 3700 Oesterr. Staatsbahn-Actien 1880 4% Russen Oblig. 4% unif. Egypter Obttg. *) Maschinen • Ingenieur - Sehnle b) Werkmeister • SchnJe. — Vorunterricht tret — Hermann Hetz, Bleichstraße 2. Nadel-Wellen. 2. Dienstag den 6. März. Bauholz: 42 Eichen - Stämme bis 78 Durchmesser, bis 12 m Länge, 36,28 fm, 130 Nadel-Stämme Holzversteigerung. Freitag, den 2. März I. I., Vorm. 9 Uhr aufangeud, sollen im hiesigen Gemeindewald, DistrictenKinnwald, Hombergrc. versteigert werden: Aeikgeöolenes. ^.1 Sprungheerd, verschied. MSbel, Betten, Küchenschrank, wegzugshalber zu verkaufen. 1685 Näheres in der Expedition d- Bl. Zusammenkunft Vormittags 9 am Leuchen gegenüber dem Bubenrod. Kaufliebhaber wollen das Holz dem Termine besichtigen. Forsthaus Strupbach, den 27. Februar 1888. Nächsten Donnerstag, den 8. März I. I., soll in dem hies. Markwald nachfolgendes Werkholz zur Versteigerung kommen: 33 Erlenstämme von 21—47 cm Durchmesser und 5—14 Meter Länge. Anfang der Versteigerung präcis 9 Uhr am Berstädter Waldschlag. Berstadt, den 28. Februar 1888. 1680 Wolff, Bürgermeister. Kaufmännischer Verein. Frankfurt (Main). Seit dem Bestehen (1865) bis 15. Februar d. J. 16,646 feste Stellen vermittelt, (1884: 1138, 1885: 1386, 1886: 1410, 1887: 1471). Starke Nachfrage nach gut empfohlenem Personal für Comptoir, Laden, Lager und Reise aller Geschäftszweige. Nichtmit- glieder 2 50 für dreimonatliche Bewerbungsdauer Principale und Mitglieder gebührenfrei. 1425 I Ankauf alter Bücher u. Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die J. Ricker’sche Buchhandlung Giessen. W/o Solms-Brauns. Oblig. 4°/q Gießener Oblig. 4% Oesterr. Goldrente 4I/s% Oesterr. Silberrente 5% Portugiesen Oblig. Darmst. Bank-Actien Geldsorte«. rm Weichholzscheit und -Knüppel, „ Weichholzreiser III. Classe, „ Nadelholzscheit und -Knüppel, „ Nadelholzreiser III. Classe und „ Eichenscheit. Coursbericht der Jrankfurter Börse. Reichsbank-Disconto İ/° 28. fs-bruar 1888. Franks. Bank-Disc°nt° 3»/0 S)rad und Verlag der Brühl'schm Druckerei 6* | * bedeutet Schnellzug, die fetten Ziffern die Nachtstunden von Abends 6 bi- ■ Morgens 5« , ^^^NH^Conf^Ob^Gr! _______________ 1682 Lich, den 29. Februar 1888. Gräfl. SolmS-Laubach'sche Bauverwaltung. 1670 K. Schön, Bauinspector. Holzversteigerung in der König!. Gberförsterei Strupbach (Königlicher Förster Kleinwaechter zu Fh. Haina). Montag, den 12, März er., sollen aus den Districten Vierruthen Nr. 8, großer Rothenberg Nr. 12 und kleiner Bleidenberg Nr. 25 öffentlich versteigert werden: 30 Stück Radelholzstämme mit 6,21 fm, 215 Stück Nadelholzstangen I , II. und III. Classe, 58 rm Buchenscheit und -Knüppel, 4715 „ Buchenreiser I., II. und III. Classe, Jermielyungen. 1671 Der zweite Stock meines Hauses 4 cd. 6 Zimmer, Gartenantheil u. Wasserleitung, per Mai oder April an ruhige Leute zu oermiethen. Zu erfragen bei Frau M. Heichelheim, ________ Seltersweg 20, I. St. Logis zu oermiethen und 15. Marz zu beziehen. ______Katharinengasse 10. 1684 Ein fr. möbl. Zimmer (parterre) per sofort oder Semester zu oermiethen, Eine kl. freundl. Familienwohnung (Nebengebäude), per 1. Mai zu oermiethen bei PH. Schaefer, Weißbtndermeister, Neuen Bäue 29 _____am Botanischen Garten. lt>61 Ein Logis zu oermiethen. -----Schützenstraße 5. 1666 Das seither von Frau von Gehren bewohnte Logis, bestehend aus 3 Zimmern mit Zubehör, ist per 1. Juni anderweit -u vermrethen. L. «ohlermann, Bleichstr. 12. Holzversteigcrung 8ie6ener Aeimiffige Feuerwehr. Monatsversammlung 1674 Donnerstag, den 1. März, Abends SV2 Uhr, bei Grün. Speciahtät: Kaffee veranschl. zu Steinhauerarbeiten in Lungstein 92.30 Maurer- und Weißbinderarbeiten 598.41 Lieferung von 70 Gentnern Kalk 70.— Lieferung von ITrägern tt 590.- Lieferung von 180 Qm Hobelbrettern tt 324.— Schlofferarbeiten h 696.40 Zimmerarbeiten tt 765.44 Dachdeckerarbeiten tt 189.47 Cementarbeiten n 1478.34 Schreinerarbeiten tt 224.12 Pflasterarbeiten tt 209.10 Beilage zu Jlr. 52 des „Achmer Anzeiger". Darmstadt, 27. Februar. [Zweite Kammer der Stände.^ Die Abgeordneten -v. Rabenau, Bergsträßer und Wernher haben bei der -weilen Kammer der Stände beantragt: Großh. Regierung zu ersuchen, eine durchgreifende neue Reguiirung aller Beamtengehalte unter Berücksichtigung der Rangstellung, des Grades der zur Bekleidung des Amtes nothwcndigen praktischen und theoretischen Ausbildung, der Aussicht auf größeres oder geringeres Avancement und dergleichen in's Auge zu fassen und in den Ansätzen des Budgets folgender Ftnanzperioden in der Art zum Ausdruck zu bringen, daß für die betreffenden Kategorien der Beamten — Rangstufen — Gehaltsklassen gebildet werden, in denen ein Ausrücken in bestimmten Zeitläuften erfolgt, so daß mic Erreichung eines gewissen Dtenstalters — tadellose Dtensiführung vorausgesetzt — auch der höchste Gehaltssatz der betreffenden Rangstufe erreicht wird. Abg. B re im er hat folgenden Antrag Angebracht: Mit Rücksicht auf die großen Lortheile, welche mit der Erleichterung des Besuches besser eingerichteter Lehranstalten für weite Kreise der nicht städtischen Bevölkerung verbunden sind, und zur Ausfüllung der Lücke, welche zwischen der Volksschule und dem darin ertheilten Elementarunterricht einer-, und der von der Realschule gebotenen höheren wissenschaftlichen Ausbildung andererseits bestehl, beantrage ich: Großh. Staatsregterung zu ersuchen, in nähere Erwägung zu ziehen, ob nicht durch Einrichtung, resp. Suboenlionirung von Mittelschulen dem vorhandenen Bedürfnitz genügt werden könne, und im Falle der Bejahung in dieser Frage dem Landtage eine geeignete Vorlage zu machen. nn. Darmstadt, 29. Februar. [Zweite Kammer der Landstände.j Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt. Nach Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe erstattet der Abg. Heinzerling Bericht Namens des zweiten Ausschusses über einen Antrag des Abg. Haas, betr. die landwirthschaftltche Enquete.^ Hierauf wird die am Samstag abgebrochene Debatte über die Landwirthschaft, speciell über die obere landwirthschaftltche Behörde fortgesetzt. Staatsminister Finger ergreift das Wort, um zu betonen, daß das Darniederliegen der Landwirthschaft nicht nur in Hessen, sondern in allen Theilen des Reiches beobachtet weide. Die Ursache sei wohl nicht in der allgemeinen Weltlage zu suchen. Es sei entschieden falsch, wenn man für diesen Niedergang nur einen Mann zum Sündenbock machen wolle, der ein eifriger, pflichttreuer und ein in gelehrten Kreisen geachteter Beamter sei. Der Grund liege tiefer als seither ausgeführt worden; er liege in dem Hineintragen der Politik und des Culturstreites in die landwirthschaftlichen Vereine. Hier sei der Krebsschaden, welcher eine gedeihliche Entwickelung unmöglich mache. Wenn am Samstag die Meinung aufgetaucht sei, daß die Regierung den Generalsecretär in die neu creirten Stellen mit hinüber nehmen wolle, dem sei nicht so, sondern es sei schon lange die Absicht der Regierung gewesen, eine Aenderung in dieser Richtung eintreten zu lassen. Die Regierung werde alles thun, um den vorgebrachten Klagen auf den Grund zu gehen, sie hoffe aber auch auf die Unterstützung des Hauses. Abg. Gut fleisch rehabilitirt in längerer Rede den am Samstag so stark angegriffenen Generalsecretär, der in dieser Weise angegriffen wurde, weil er nur zwei Fehler habe: der eine sei, daß er Freihändler, der andere, daß er deutsch-frei- sinnig sei. Abg. Metz-Gießen spricht sich in gleicher Weise aus. Abg. Wasserburg vergleicht die am Samstag stattgehabte Debatte als einen wohlvorbereiteten Feldzug der nationalliberolen Abgeordneten gegen einen ihnen unangenehmen Mann, welcher auf Selten der Fortschritts stehe. In dieser Weise einen verdienten Beamten herunterzumachen und ihn vor dem ganzen Lande zu brandmarken, halte er nicht für taktvoll. Abg. Bergsträßer bedauert, daß die Debatte eine solche Wendung genommen. Es sei doch nicht abzuleugnen, daß der Generalsecretär viel Gutes in unserer Landwirtschaft geleistet. Auch sei derselbe als Schriftsteller und Gelehrter im Reich stets anerkannt. Es sei bedauerlich, daß er es nicht verstanden habe, in der gewünschten Weise mit den Landwirthen umzugehen. Er habe aber auch die feste Überzeugung, daß der Nachfolger ein wahrer Messias sein müsse, um allen Anforderungen die Spitze bieten zu können. Abg. Möhn wünscht, daß man bei der Organisation der Oberbehörde vorsichtig zu Werke gehe, damit auch endlich einmal der Kleinbauer mehr in den Vordergrund trete und mehr Berücksichtigung finde. Seither habe dieses nur bei dem Großbauer stattgefunden. Die Debatte, in welcher die Redner theils noch peisönliche Angriffe zu widerlegen suchten, theils mit der Frage der Art der Besetzung der oberen landwirthschaftlichen Behörde sich beschäftigt, dauert den ganzen Morgen. Zum Schluß bringt der Abg. Osann einen Antrag ein, Titel I. und II. des Kapitels 59 an den Ausschuß zurückzuoerweisen, welcher Antrag einstimmig Annahme findet. Morgen Sitzung. UntverfitätS - Ghromk. — Professor Kußmaul, der seine Straßburger Professur niedergelegt hat, wird nach Heidelberg übersiedeln. Dort hat er das Haus Kuno Fischcr's angekauft und für sich emrichten lassen. — Ein gegenwärtig in Wien studirender reicher amerikanischer Student und Verwandter des Präsidenten Cleoeland, Harry Färber von Ehicago, hat seiner Vaterstadt 1,000,000 Dollar zur Gründung einer Universität nach deutschem Muster angeboten. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — [Dickschalige Eier.) Wer die Production seiner Hühner an Eiern -um Verkauf verwendet, hat ein Interesse daran, möglichst hartschalige Eier zu erzielen, die beim Transport nicht so leicht zerknicken und auslaufen. Auch werden dickschalige Eier von den Händlern aus demselben Grunde lieber gekauft als die dünnschaligen. Es muß sich daher der Hühnerzüchter angelegen sein lassen, von seinen Hühnern dickschalige Eier zu erzielen. Dazu gehört natürlich in erster Lime, daß ihnen Kalk in beliebiger Menge zur Verfügung steht, von dem sie nach Bedürfnitz aufnehmen können. Ganz ist indessen damit noch nicht geholfen, demr die Hühner mancher Rassen nehmen freiwillig nicht Kalk genug auf, datz derselbe zur Bildung harter Schalen genügt. Hier mutz auf künstliche Weise nachgeholfen werden, und dies geschieht, indem man den Hühnern kalkhaltiges Trinkwasser verabfolgt. Man wirft zu diesem Zweck in das für die Hühner bestimmte Trinkgefäß eine Hand voll gelöschten Kalk, von diesem löst sich eine geringe, aber ausreichende Menge in dem ganz klar bleibenden Wasser auf. Um das Aufrühren des auf dem Boden liegenden Kalkes durch die Hühner zu verhüten, kann man das Gefäß mit einem zweiten durchlöcherten Boden, unter dem der Kalk liegt, versehen, nölhig ist dies jedoch nicht. Der Kalk braucht so lange nicht erneut zu werden, als überhaupt noch etwas von ihm vorhanden ist. Man gießt nur immer wieder frisches Wasser auf. Der von den Hühnern so im Trrnkwasser aufgenommene Kalk hilft sehr viel zur Bildung dicker Eierschalen. — (Anpflanzung von Farnkräutern.) Wer schattige Stellen seines Gartens unter Bäumen und im Gebüsch mit heimischen Farnkräutern schmücken will, wozu wir nur allgemein rathen können, den erinnern wir daran, daß schon jetzt die Zeit für die Frühjahrspflanzung der Farnkräuter gekommen ist. Denn für die Farnkräuter beginnt die Vegetationsperiode schon sehr früh, meist noch ehe der Boden vollkommen aufgethaut ist. Ein Verpflanzen nach begonnener Vegetation vertragen aber die Farnkräuter nur in den seltensten Fällen. Deshalb soll man schon jetzt die Wurzelstöcke der Farnkräuter von ihrem Standorte im Walde entnehmen. Dabei ist darauf zu achten, daß sie vom Mutterboden nicht entblößt werden, sondern datz ein gut Theil davon mitgenommen und die Pflanzstelle im Garten auch mit Heideerde vorbereitet werde. Nach dem Pflanzen sind die Wurzelstöcke wieder mit Moos zu bedecken. — mtwunnwwubi wn— rw*gggg*"gg?IIIM" ir™g—■——■» Oberhesßscht Eiskubahnku. Die Lieferung von Dienstkleidungsstücken für das diesseitige Personal soll für die Zeit vom 1. April 1888 bis Ende März 1891 im Submissionsverfahren vergeben werden. Lieferungsangebote sind spätestens bis zum 10. März l. I., Vormittags 10 Uhr, portofrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, an uns einzusenden. Die Bedingungen können bei unserer Magazinsoerwaltung eingesehen, auch gegen Franko-Einsendung von 40 H durch unsere Kanzlei bezogen werden Gießen, den 22. Februar 1888. 1606________Großherzogliche Direktion- Schirm-V er st eig erung. Donnerstag, den L März, Nachmittags 2 Uhr, läßt Fräulein L o r s ch im früher B r a m m- schen Saole, Neustadt 55, den Rest ihres Lagers an Regen- und Sonnenschirmen, sowie 2 Lampen, 1 Petrol.« Herd, 1 Kohlenkroppen, 1 Weißzeug- schrankchen versteigern. 1647 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Keikgeöolenes. 1637 Garantirt reinen edlen J amaica-Rum, per Flasche J4 2.10, offerirt S. Elsosfjer. Carl Bieler 148 Kaffee-Lager Gleiien, Kreuaplata 6. ISO Paar Buckskin-Hosen und -Westen in schwarz und farbig zu jedem annehmbaren Gebote zu verkaufen bei Louis Rothenberger, 1563 Neuenweg 22. Allgemeiner Anzeiger. Holzverkauf in den Waldungen der Freiherrn von Nordeck zur Rabenau» Es werden versteigert Montag den 3. März 1888 aus den Districten Steinberg 3, Steinberg 2a, 7. 18. 13a, gebrannte Eiche 18, 6-7 6—12 lang). District Steinberg im 77 2 6 Buchen- Kiefern- H II 11 ti 2 44 (zum Tbeil 2,5m lange Rollen). II II n M M II Scheiter rm 223 30 4 4 62 Reiser rm 288 130 4 111 430 Stöcke rm 28 18 3. anzusehen. Knüppel rm 30 16 4 10 240 Buche Eiche Birke Aspe Nadelholz Mittelburgerseife: Eichen-Stämme von 20—48 cm Durchm., 4—14 m Länge, Zusammenkunft Vormittags Va10 Uhr Kausliebhaber werden ersucht, sich das Holz vor dem Termin „ 41-44 „ 15—35 1619 Kesselbach, den 23. Februar 1888. Freiherrliche Revierverwaltung. Trost. 945 alle Arten Kochofen für Steinkohlen- und Holzseuerung, Amerikanerofen, neuester Konstruktion, (allenfallsige Reparaturkosten unbedeutend), Amerikanerofen von Buderus und anderen Werken, Füllregulirofen, Wormferofen, Säulenofen, Regulirfüllherde, Sparherde für Hol; u. Steinkohlen, Steinkohlen für Ofen- u. Herdfeuerung, als: Anthracit-, Nuß- und melirte Kohlen von den besten Zechen- J. G. D. Bapst empfiehlt Drogerie ß von Otto Schaaf, Seltersweg 39, empfiehlt Kinder-Nährmittel: Arrow-root Kraftmehl, Albert-Biscuit-, feinst prä- parirtes Hafermehl, Legu- minose, Malzextract, Milch - Zucker, Salep, Mcdieinal-Weiue, Medicinal-Leberthran und alle sonstigen Drogerie-W aaren. X Steinkohlen- Briquets X welche ganz rein aufbrennen und für jede Feuerung sich eignen, empfiehlt 1093 Gr. Unverzagt, Kohlenhandlung, KaplanSgaffe 5. Fft. Kirschligrreur, per Schoppen 25 X 1636 . offerirt__S. Elsoffer. Eine Kuchenreuter'sche Percusswnsbüchsflinte mit Flinten-Einlegeläufen, vorzüglicher Schuß, ist billig zu verkaufen. Näheres bei Herrn August Dickore, | Büchsenmacher, Bahnhosstr. 15. [377 l aus. IH und Zobn.lKiloi . I In 3 Brutto anpfänger.. 6 Ein möbl. Zimmer zu vermiethen. ___Neustadt 31. JermieMngen. Redaction: A. 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