<1 1 Bureau r Schulftraße 7. € "her Dr. Boekmann. s s Teilungen noch nicht volländig abgeschlossen sind, und also auch in dieser Be- ziehung mancherlei Ergänzungen erst in den nächsten Monaten zu erwarien bleiben. Ueber die Einberufung der Reichstages scheint noch nichts Be- stimmte- festzustehen und auch die Meldung, daß die Einberufung gegen den 22. November geschehen solle, beruht einstwellen auf Muthmaßungen. Anderseits wird in parlamentarischen Kreisen der Gedanke erörtert, das Reich-Parlament erst nach Neujahr zusammentreten zu lassen, indem man darauf hinweist, dass für viele im praktischen Leben stehende Parlamentarier gerade die letzten Wochen vor Weihnachten die wichtigsten für ihre Berufsthätigkeit stnd und daß die betr. Abgeordneten, wenn sie um diese Zeit ihrer parlamentarischen Pflicht genügen wollen, dann oft gewichtige geschäftliche Interessen vernachläsftgen müssen. Die angeregte Einberufung des Reichstages erst nach Neujahr dürste sich au- in Hinblick aus die geschäftlichen DiSposttionen für denselben empfehlen, denn die betr. Vorberathungen im Bundesrathe und den einzelnen Reichsämtern stnd diesmal noch ungewöhnlich zurück, so daß der Reichstag bei seinem Zusammentritte im November vermuthltch nicht genügenden Stoff vorfinden würde. Auch das Budget dürfte der Reichstag selbst nach Neujahr noch zeitig genug fertig bringen, um den preußischen Landtag in den Stand zu setzen, zu beurteilen, was er in seinen Etat aus den Retchseinnahmen einzustellen hat. Was aber bas befürchtete Zusammentagen beider Parlamente anbelangt, so ist dasselbe noch nie vermieden worden, selbst wenn der Reichstag schon im October cnbe* rufen wurde. Jedenfalls dürste die Frage eines Zusammentrittes des Reichstages nach Neujahr einer eingehenden Erörterung in den maßgebenden Kienen werth sein. Der Conslict in der bayerischen Abgeordnetenkammer wegen der an den Prinz-Regenten zu richtenden Adresse ist wieder beiger. Die Extrem-Klerikalen, welche durchaus gewisse Kampssätze gegen das M iile- rium Lutz in die Adresse ausgenommen wissen wollten, find von ihren e.nstchts- volleren Parteigenossen bewogen worden, ihre Absicht wieder auszugeben. Politische Uebersicht. Gießen, 28. September. . , (Per üon großem Gefolge, am Montag Vormittag im besten Wohlsem in Baden-Baden eingetroffen, woselbst am Freitag im engsten Familienkreise der 76. Geburtstag der Kaiserin gefeiert werden wird. Dem Wunsche der Aerzte gemäß soll der Herbstausenthalt des Kaisers in Baden-Baden möglichst lange ausgedehnt werden und, wenn es die Witterung irgendwie ae- ftattet, bis in den November hinein währen. _ Drinz Wilhelm von Preußen nimmt zur Zeit an Jagden Theil, welche Prinz PHUipp von Coburg auf seinen ausgedehnten Besitzungen in Un- Arrr veranstaltet. Ende der Woche begiebt sich Prinz Wilhelm nach Wien, um den österreichischen Kaiser zu den Hosjagden in der Steiermark zu begleiten, an welchen außerdem noch der König von Sachsen, der Prinz-Regent Luitpold von Bayern, Kronprinz Rudolf und der Großherzog von Toscana Theil nehmen Anläßlich der Manöver des 1. und 2. Armee-Corps sind zahl- reiche Ordensverleihungen an die Officier-Corps der genannten Armee- Corps u. f. w. erfolgt. Der Bundesrath hat in vergangener Woche noch keine Plenarsitzung abgehalten, wie es zuerst hieß; die erste Plenarsitzung nach der Sommerpause sollte vielmehr am gestrigen Dienstag erfolgen. Dagegen hielten die zuständigen Ausschüsse des Bundesrathes am Samstag eine Sitzung ab, in welcher über du Ausführungs-Bestimmungen zum Branntweinsteuer.Gesetz Beschluß gefaßt wurde. Nach Allem, was hierüber verlautet, sollen dieselben jedoch nur provisorisch in Kraft treten, da in den maßgebenden Kreisen eine Revision der jetzigen ^stimmungen an der Hand zu erwartender Erfahrungen über die praktische Anwendung des Gesetzes für nothwendig erachtet wird. Es wird wiederholt ^uf hingeWiesen, daß für die erste Zeit der Geltung des Sptritussteuer- ^setzes mancherlei Uebergangs-Bestimmungen auf dem Verwaltungswege zu "men sein dürsten, wie es sich denn auch bestätigt, daß die technischen VorbeEinladung zum Abonnement ‘'O auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö Änzeigeblatt für öen Kreis fließen. « ,,®et "J®‘c$entr A"^iger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen incl. der Beilage ,Mikßener Familienblatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. ' Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in's Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. F ’ 9 , , SÄSTT" {t* "7 Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger «och im IV. Quartal 1887 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen 9 ö I»" MVW a«fg.6en z. »-ml, w,. W M t,n mmK"M M d---"-»- °l. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. . Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. _________ Durch di-Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf' Alk. 226 Zweites Blatt. Donnerstag dm 29. September 1887. ichener Auzeigtr Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Betreffend: Die Marschgebührnisse bei Einberufungen zum Dienst, sowie bei Entlassungen. Gießen, am 26. September 1887. Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen an dt- Grotzherzoglkchen Bürgermeistereien des Kreises. . Seitens des Königlich Preußischen Kriegsminis^riums ist der Verlag der durch Kaiserlichen Erlaß vom 22. Februar d. I. bestätiaten *»**.<.,Sb,”„ >«” '-wi- »-< e.iUff.,9,«- Die Verlagshandlung hat aus dieser Dienstvorschrift einen ’w»’*'“” “ *"* :W"*'*i* W. b-i kämtenÄ k' d-, M «M-°- L.HI m G---i-d»chS,d,» ®„Mw »»b ,u» '« »k,°b-, l. 3. | lallS/inen reichen, gut illustrirten Unttchattung^ff'7nd veLent Zf7e» Von der deutsch-französischen Grenze wird ein neuer, anschei- «end nicht unbedenklicher Zwischenfall gemeldet. In der Nähe von Nobincourt wurde, einer Depesche der General-Procurators in Nancy zufolge, ein französischer Bürger getödtet, sowie ein anderer verwundet und zwar von deutschen Grenzförstern. Dieselben sollen die Betreffenden, welche einer französischen Jagdgesellschaft angehörten, für Wilddieb; gehalten haben. Ein Jäger wurde im Bein verwundet, ein Pkqueur getödtet; deutscherseits ist eine genaue Untersuchung des Zwischenfalles eingclettet worden, der leider nur zu sehr geeignet erscheint, die ohnehin schon difficilen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland noch schwieriger zu gestalten. In der bulgarischen Frage wird ein neuer Schritt der Mächte fignalinrt. Deutschland, Rußland, Frankreich und die Psorte sollen übereinge- kommen sein, den drei übrigen Mächten die Entsendung eines russtschen Statthalters fürstlichen Ranges nach Bulgarien vorzuschlagen. Derselbe würde von einem türkischen und einem österreichischen Commiffär begleitet sein und einstweilen aus drei Monate fungiren. Ob man es hier mit einem ernsthaften Project oder nur mit einer Conjectur zu thun hat, wird sich ja bald zeigen. Die Festlichkeiten an der adrtatischen Küste anläßlich der Anwesenheit der englischen Mtttelmeerstotte stnd noch immer nicht zu Ende. So sand am Samstag in Zara, der dalmatinischen Hauptstadt, ein von der Stadt den britischen Gästen gegebenes Fest statt, welches einen überaus glänzenden Verlaus nahm. Dann heißt es zum Schluß in dem betreffenden Artikel wörtlich: . otese günstige Gelegenheit der Versorgung studirender Jünglinge wollen nfiAftpn'mn* U?b Vormünder derjenigen aufmerksam machen, welche in den Ir »en ^n humamsttsches oder Realgymnasium absolvircn und sich fragen w Lfe JP?! beginnen ? Unsere auf langjährige Erfahrung gegründete Ueberzeugung ist, daß es den Bauingenieuren, welche jetzt ihre Studien beginnen und sie nach vier Jahren erfolgreich beendigen, von da ab an einer dauernden, gut bezahlten Verwendung 2^>^s?infUger pragmatischer Anstellung nicht fehlen wird, und daß auch diese in rb' * gegenwärtig der Fall sein kann. Unter allen lUnstunden sind die Absolventen der Jngenieur-Abtheilung unserer Hochschule nicht schlechter daran als die der mechanischen oder der chemischen Abteilung, welche auf gai keme Staat^lnstellung Anspruch haben und sie auch gar nicht suchen, da sie im Privatdiensle leicht einträglichere Verwendungen finden. Welche Aussichten auf Ver- jfiaung derzeit aber das Studium der Jurisprudenz oder der Medtcin bietet, werden s?6en, welche die gegenwärtige Frequenz der juristischen und medtcmischen Facultaten mit der früherer Jahre vergleichen." mirh ,vorftc^nb besprochenen Artikel hierdurch aufmerksam gemacht ch bemerkt werden, daß auch bei uns in Hessen die Verhältnisse ganz fidi ßihpnfiT k? Klagte und im Zeichnen tüchtige Abiturienten können sich unbedenklich dem Studium der Jngenieurwissenschaften zuwenden. __ _ 24- September. In der „Münchener Allgemeinen Zeitung" vom 28. Juni d. I. findet sich eine Besprechung der Aussichten, welche sich den Studirenden des Jngenieurfaches in Bayern bieten; diese Besprechung dürfte für weile Leserkreise Interesse haben. Der Verfasser weist zunächst darauf hin, wie außerordentlich von der Gründung der Technischen Hochschule in München (1868) an bis zum Studienjahr 1874/75 die Frequenz der Fachabtheilung für Ingenieure gestiegen fei (von 193 auf 561). Der Grund dieser auffallend raschen und staiken Steigerung der Frequenz lag in dem umfangreichen und eiligen Staatseisenbahnbau, unlchcr sowohl zu seiner Durchführung als für den Betrieb der fertigen Bahnen viele Ingenieure und Assistenten erforderte. Ä^rr Steigen folgte ein ebenso rasches Sinken der Frequenz, als den Hauptbedurfnissen genügt war und die Aussicht auf baldige Verwendung im Staatsdienst mehr und mehr schwand. Mit der Vollendung des bayerischen Netzes der Haupteisenbahnen kamen zahlreiche Jngenieurassistenten und andere technische Gehilfen welche ohne Weiteres ihrer Dienste enthoben wurden, in eine drückende Lage. Die hierdurch unter den L>tudirenden der technischen Fächer entstandene Panik wurde noch vermehrt durch wiederholte Abmahnungen vom Studium der genannten DiSciplinen, welche von 1882 ab in höherem Auftrage theils vom Directorium der Technischen Hochschule, theils von den Rectoraten der Gymnasien und Industrieschulen den von diesen Anstalten abgehenden Absolventen bekannt zu geben waren. Dadurch sank denn die Frequenz so, daß 1884/85 die Fachabtheilung für Ingenieure nur noch 78Studlrende zählte, worunter fast 60pCt. Ausländer. Die^ahl der aosolvirten Bau-Ingenieure aus Bayern betrug von 1878 bis 1886 durchschnittlich irei im Jahre und scheint nun bald völlig aufhören zu wollen. s» m «-e ?°l9C byj-!5tn Abnahme des JngenieurfachstudiumS liegt offen zu Tage; ^stände der technischen Eentralstellen klagen über den empfindlichen Mangel an ISS ^lchesie trotz des Anerbietens eines jährlichen Functionsb?zuges von 1500 bis 2000 JL nicht erlangen können, weil unbeschäftigte geprüfte Jngenieur- praktikanten nicht vorhanden sind; diesem Mangel vermag nur ein vermehrter abzuhelfin^^ Stubium be8 Jngenieurdauwesens von Seiten der Gymnasien A , Literarisches. Vertan Hausfreund für 1888 - Preis 30 H - 'm r0 to © i B P O Z s Jsr.) ist Gelegenheit geboten, in ein Geschäft auf einem kleineren Platze hineinzuhet' rathen. Offerten an Haasenftetn & • ~ — * a. 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