Pr. 226 Erstes Matt. Donnerstag den 29. September 1887. Kichmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ®WTN*t SchaVPratzr 7. Erscheint ILgttch mit de« Montag*. Brei* vierteljährlich r Mark 20 Pf. mtt fMnyi Durck» die Post bexoaert viertelfäbrNcb 2 Mort W Amtlicher HHeit. Betreffend: Die Aufnahme der taubstummen Kinder in die Taubstummen-Anstalten des Landes. Gießen, am 26. September 1887. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Ortsschulvorstände deS Kreise*. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 7. September 1857 sehen wir Ihren Berichten darüber entgegen, ob in Ihren Gemeinden taubstumme Kinder vorhanden sind, welche das zur Aufnahme in eine Taubstummen-Anstalt erforderliche Alter erreicht haben. Die Kinder müssen das 8. Lebensjahr erreicht, dürfen aber das 12. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben. Sollten sich aufnahmsfähige taubstumme Kinder in Ihren Gemeinden vorfinden, dann wollen Sie sich über die Verhältnisse der Eltern der Kinder ausführlich äußern und sich hierbei des nachfolgend abgedruckten Formulars, dessen einzelne Rubriken sorgfältig auszufüllen sind, bedienen. Dr. Boekmann. Namen Erzeugt Namen Bei der Geburt war alt Wieviel Geschwister Unge- fähres Ver- Veranlassung der Taubheit. Umfang der Taubheit. G d Unterrichtet G <3 P K der Ettern am ae- C taub geworden ar» £ b Cto. Cto* "a der ar» Q *QD ehelich. Leben ftorben o B B Bg SG <3 «tl a Q Taubstummen G © K an s <3 D B ar» <3 & und ihre Beschäftigung. der Va die Mu! 1 W« Schwestern. Brüoer. 1 Schwestern. mögen der Eltern a ä ä <3 r- G <3 B «• 3 B stocktai hat noch < Gehö' Andere jrann wird es von we wurde es von we Mit i besch 1. 2. 3. 4. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 5. 16. 17. § München, 27. September. Die Kammer der Abgeordneten nahm den Gesetzentwurf, betr. den Bau strategischer Bahnen ohne Debatte in zweiter Lesung mit 135 Simmen einstimmig an. Das Ausführungsgesetz zu dem Unfall- verficherunqsgesetz wurde einem Ausschüsse von 21 Mitgliedern zur Vorbe- rathmlg überwiesen. Darmstadt, 27.. Septbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: , r Ä n, _ Am 24. d. Mts. den Finanzaspiranten Wllhelm Kesting aus Darmstadt zum Calculator bei den Oberhesfischen Eisenbahnen zu ernennen. Darmstadt, 25. Septbr. Schluß des Inhalts des Großh. Regierungsblattes (Beilage Nr. 25): 10. Richestandsversetzungen: Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 17. August den Reallehrer Wilhelm Frteorich Landmesser zu Wimpfen a. B. aus sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, mtt Wirkung vom 1. October an, in den Ruhestand versetzt. Am 9. Septbr. wurde der Schullehrer an der kath. Schule zu Eich Adam Spreng auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. November an, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, in den Ruhestand versetzt. 11. Concurrenzeröffnungen: Erledigt sind: Die evang. Psarrstelle zu Hochheim. Die Stelle eines Schulinspectors an der städtischen Volksschule zu WormS mit einem penfions- sähigen Gehalt von 2400 X und einer Functionszulage von 600 X jährlich, welch' letztere zweimal von 5 zu 5 Jahren um je 200 X steigen soll. Nur solche Bewerber können berücksichtigt werden, welche die erweiterte (Oberlehrer-) Prüfung bestanden haben. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Köddingen mtt einem Gehalt von 900 X Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Modau mit einem Gehalt von 900 X Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dolgesheim mit einem Gehalt von 900 X Die 2. mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laubach mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 900 bis 1200 X Dem Herrn Grasen zu Solms-Laubach steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. — Die Concurrenz-Eröffnung Nr. 3 in der Beilage Nr. 22 des Regier.-Bl. wird hiermit zurückgezogen. Eine Lehre- rinnenstelle an der Volksschule zu Darmstadt mit einem Anfangsgehalt von 1200 X jährlich. Zwei mit kath. Lehrerinnen zu besetzende Lehrerinnenstellen an der Gemetndeschule zu Kostheim mit einem Gehalt von 1000 bez. 1200 X 12. Sterbesälle: Gestorben find: Am 14. August der evang. Pfarrer Christian Diehl zu Dienheim; am 26. August der Seminarlehrer Friedrich Link zu Friedberg; am 28. August der vortragende Rath bei der Abthetlung des Ministeriums des Innern und der Justiz für öffentliche Gesundheitspflege, Geh. Obermedtcinalrath Dr. Friedrich Wilhelm Reißner zu Darmstadt; am 4. September der Schullehrer Christoph Kindhäusser zu Lorsch. Berlin, 27. September. Der Bundesrath genehmigte die Anträge Preußens und Hamburgs, betr. erneuter Anordnungen auf Grund des Socia- listengesetzes. Ferner den Bericht des Ausschusses, betr. die Ausführungs-Bestimmungen des Branntweinsteuer-Gesetzes. Baden-Baden, 27. September. Der Kaiser stattete gestern dem Kaiser von Brasilien einen Besuch ab und machte dann eine Spazierfahrt. Abends wurde bei der Kaiserin der Thee eingenommen. Heute Vormittag nahm der Kaiser den Vortrag des Ctvilkabinets entgegen. Morgen soll das Großh. Paar hierher kommen. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Corresporrderrz-Brrrearr. München, 27. September. In den auf der Octoberfestwiese aufgeschlagenen Zeltbuden brach heute Abend Feuer aus, durch welches ein Weinrestaurant und mehrere Vergnügungsbuden zerstört wurden. Das rechtzeitige Etntteffen der Feuerwehr verhinderte das wettere Umsichgreifen des Feuers. Menschenverluste sind nicht zu beklagen. Karlsruhe, 27. September. Die internationale Konferenz der Vereine vom Rothen Kreuz hielt heute Vormittag ihre Schlußsitzung ab. Vor dem Einttttt in die Tagesordnung beantragte die Präsidentin der „American national Association of red Croß", Miß Barton, im Protokoll die Zustimmung der Regierung der Vereinigten Staaten zu den Maßregeln gegen den Mißbrauch des Abzeichens des Rothen Kreuzes zu erklären. Bezüglich der Hilfeleistung in außereuropäischen Kriegen wurde das Prinzip der Konferenz erneut anerkannt. Die Vorschläge mix praktischen Ausführung wurden der nächsten Konferenz vorbehalten. In Betreff der Verbreitung der Kennt- niß der Genfer Konvention wurden im Wesentlichen die Anträge des Schweizer Centralcomitäs angenommen. Ueber die Hilfeleistung in Seekriegen wurde die Beschlußfassung ausgesetzt, da eine Basis dafür fehlt. Von der Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die Entstehung des „Rothen Kreuzes" wurde definittv Abstand genommen. Der Präsident Graf Stolberg gab sodann ein Resumö der Verhandlungen der diesjährigen Konferenz, der russische Delegirte, Kabinetsrath v. Oom, dankte für die der Konferenz in Karlsruhe zu Theil gewordene Aufnahme. Der Geheimrath Hardeck überbrachte den Dank und die Segenswünsche der badischen Regierung und des großherzoglichen Hauses. Die Versammlung dankte schließlich dem Präsidenten, Grafen Stolberg, für Die Geschäftsleitung, welcher einerseits den Vizepräsidenten und (Schriftführern für ihre Unterstützung seinen Dank aussprach. Heute Abend findet großer Empfang der Konferenz-Theilnehmer bei Ihren K. Hoheiten dem Großherzog und der Frau Großherzogin im Schlosse statt. Gtratzvrrrg, 27. September. In der Darstellung der amtlichen „Landeszeitung" auf Grund der amtlichen Ermittelungen über den Grenzvorfall wird bestätigt, daß die Schüsse des Soldaten Kaufmann auf deutschem Boden abgegeben wurden und auf deutschem Boden einschlugen, nachdem ein dreimaliges Haltrufen erfolglos geblieben war. Arco, 27. September. Der deutsche Kronprinz trifft heute mit Gefolge hier ein und wird einige Tage hier verweilen. Pari*, 27. September. Heute Vormittag fand eine Sitzung des Ministerraths statt, in welchem Flourens seine gestrige Unterredung mit dem Grafen Münster, sowie die aus Berlin eingegangenen Rachrichten'über die Grenzvorgänge mittheilte. Paris, 27. September. Die Mehrzahl der Journale faßt den Vorgang in Vexincourt an sich nicht gerade schwer auf und zweifelt nicht daran, daß Deutschland gegebenen Falles eine befriedigende Genugthuung veranlassen werde. Rom, 27. September. Dem halbamtlichen Organe „Exercito Jtaliano" zufolge ist General San Mazzano, Commandant der Division Alessandria, dazu ausersehen, die Action der Italiener in Afrika zu leiten und zu befehligen. t , — Der „Osservatore" bespricht die gestrigen Erklärungen der „Rfforma bezüglich der zum Papst-Jubiläum hier erwarteten Wallfahrer und drückt die Hoffnung aus, die italienische Regierung werde Augen und Ohren besser offen Galten, als es am vorigen Dienstag bet der Porte Appia der Fall war. Hinsichtlich der klerikalen> Preise könne die „Riforma" ruhig sein; es sei Sache des königlichen Staatsanwalts, für die Beobachtung der Gesetze zu sorgen. . woX^o, London, 27. September. Der Internationale Stenographen-Congretz, welcher gestern Abend von Lord Rosebery eröffnet wurde, ist von Delegirten des In- und Auslandes zahlreich beschickt. Deutschland ist vertreten durch Behrens, Braeckler, Drein- hoefer (Berlin), Zeibig (Dresden), Gantter (Frankfurt), Altener (Pasiau). Smyrna, 27. September. Vier Engländer, welche sich auf der Jagd in der Umgegend der Stadt befanden, sind von Räubern gefangen genommen worden. Die Behörden ergriffen sofort Matzregeln zur Befreiung der Gefangenen und ließen den Distrikt, wo der Ueberfall stattgefunden hat, umstellen. Gumbinnen, 27. September. Die vor einigen Tagen von auswärtigen Blättern gebrachte Mittheilung, daß in Smorgoni (Gouvernement Wilna) die sibirische Pest ausgebrochen sei, ist nach hier eingegangenen authentischen Nachrichten unbegründet. ____________ Unsere heutige Concurren?. Die letzten Monate des Jahres sind für sehr viele Geschäftsleute die Hauptmonate des Jahres, in welchen der Absatz am flottesten blüht, die Einnahmen am größten sind. Die Ursache ist nicht nur das Weihnachtsfest, es wirken da auch noch viele andere Ursachen mit. Die Landleute haben ihre Ernteeinnahmen ganz oder zum Theil in der Tasche und gestatten sich deshalb Ausgaben, die ihnen in anderen Monaten nicht möglich find, die veränderte Jahreszeit macht ihre Ansprüche gellend, im Herbste werden nach ziffernmäßigem Nachweis die meisten Ehen geschlossen und was dergleichen Dinge mehr sind, die Geldausgaben zur Folge haben. Neue Einnahmen verursachen aber im Geschäftsleben auch stets wieder neue Ausgaben und daher kommt eine erhöhte Thätigkeit in Industrie, Handel und Wandel. Kein Wunder, namentlich bei den heutigen Zeitläuften, wenn ein jeder Geschäftsmann darauf achtet, bei dem vermehrten Absatz möglichst viel für sich zu erringen und damit seinen Verdienst zu vergrößern. Es wird dabet aber vielfach geklagt, die Eoncurrenz wäre zu groß, alle Branchen seien überfüllt. Groß ist heute die Eoncurrenz freilich, jedoch von einer Ueberfüllung aller Branchen kann man deshalb noch lange nicht reden. Die sich geltend machende Schärfe des gewerblichen Wetteifers hat vielfach einen ganz natürlichen wirtschaftlichen Grund, nämlich die bei den unsicheren Zeiten verminderte Kauflust des Publikums. Die Leute hallen ihr Geld zusammen und der geringere Bedarf ist es, welcher die Eoncurrenz wesentlich verstärkt. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen man von Ueberfüllung der Branche reden kann, aber Das ist nicht die Regel. Wenn wir aufmerksam die einschlägigen Verhältnisse betrachten, werden wir sehr häufig finden, daß die Vermehrung der Geschäfte im richtigen Verhältnisse mit der Vermehrung der Bevölkerung stehl. Leider bedeutet aber eine verdoppelte Bevölkerung noch lange keine verdoppelte Kauflust und Kaufkraft. Um die Kauflust des Publikums zu erhöhen, werden die verschiedenartigsten Mittel angewendet. So ist es beispielsweise natürlich, daß, wer in großen Mengen einkauft, int Einzelnen billiger abgeben kann, oder aber bessere technische Einrichtungen ermöglichen eine verbilligte Lieferung. Hierin liegt eine reelle Eoncurrenz, gegen welche nichts zu sagen ist. Jeder hat nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, die Dortheile, welche sein Geschäft ihm bietet, auszubeuten. Aber ein großer Uebelstand, der im deutschen Geschäftsleben noch vielfach hervortritt, ist das sogen. Unterbieten, um einem Concurrenten die Kunden fortzunehmen und zu sich herüberzuziehen. Reelle Preise müssen in jedem Geschäft gehalten werden, wenn auch reelle Arbeit und reelle Waare geliefert werden sollen. Dagegen zu opponiren, durch Vernichtung dieser Preise das Publikum zu gewinnen, ist geradezu eine Thorheit, denn unter neun von zehn , Fällen rächt sich dies Verfahren am Urheber selbst. Niemand kann auf die Dauer "etwas halb verschenken, am allerwenigsten gute, saubere und dauerhafte Arbeit. Dieses Unterbieten durchaus reeller und ortsgemäßer Preise fördert deshalb nur die Pfuscherarbeit. Wer zu jedem Preis verkauft, der kann keine Arbeit liefern, die von wirklich guter Qualität ist, er muß sich vielmehr auf die Herstellung solcher Fabrikate beschränken, welche das Auge des Laien wohl im ersten Moment täuschen können, aber bald genug sich in ihrer ganzen Dürftigkeit erweisen. Ferner muß man auch einen Unterschied zwischen grober und feiner, urgroßväterlicher und moderner Arbeit machen. Neue Muster sind stets theuerer. Zu Schleuderpreisen läßt sich absolut nichts Gutes liefern und auf Pfuscherarbeit wird kein ordentlicher Geschäftsmann eingehen. Dazu muß feine geschäftliche Ehre und sein guter Name ihm zu lieb sein und das Publikum wird gleichfalls seine Rechnung dabei finden, wenn es sich nur der soliden, nicht aber der faulen Eoncurrenz zuwendet. (N. H. 23.) Lokale». Gießen, 28. September. Samstag den 1. k. M., Vormittags 10 Uhr, findet im Regierungsgebäude hier eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses statt, in welcher folgende Sachen zur Verhandlung kommen werden: 1. Recurs des Jacob Habermehl in Willofs gegen einen Beschluß des Kreisausschusses Lauterbach wegen Wirthschaftsconcession. 2. Recurs des Joseph Bernhard Heil in Ober-Mörlen gegen einen Beschluß der Kreisausfchusses Friedberg wegen Wirthschaftsconcession. 3. Recurs des Johs. Fink in Maar gegen einen Beschluß des Kreisausschusses Lauterbach wegen Wirthschaftsconcession. 4. Der Wirthschaftsbetrieb des Johs. Arndt in Vilbel; hier Entziehung der Erlaubniß dazu. 5. Recurs des Johs. Pepp le r in Großen-Linden gegen einen Beschluß des Kreisausschusses Gießen wegen Wirthschaftsconcession. 6. Recurs des Heinrich Walz I. in Ltch gegen einen Beschluß des Kreisausschusses Gießen wegen Wirthschaftsconcession. Gießen, 28. September. Am vergangenen Sonntag wurde in Heuchelheim ein Sittlichkeitsoerbrechen ($ 175 R. St. G. B.) begangen. Der muthmaßliche Thäter ist am Montag Abend verhaftet worden. Gießen, 27. September. (Verein für Briefmarkenkunde in Gießens Unter diesem Namen wurde in Folge einer Aufforderung im „Gießener Anzeiger" ein Verein gebildet, welcher monatlich zwei Sitzungen abhält. Briefe und Anmeldungen für dm Verein sind im derzeitigen Vereinslokal „Zum Postkeller" abzugeben. Vermischtes. AuS dem Großherzogthum. Heber die Schulbildung der im Etatsjahr 1886/87 bei der Großh. Hess. (25.) Division eingestellten hessischen Untertanen enthält das Septemberheft der Mittheilungen der Großh. hessischen Emtralstelle für die Landes- statistik folgende Angaben: Es wurden in genanntem Jahre eingestellt mit Schulbildung ohne . _ in deutscher Sprache Schulbildung tn Starkenburg 1145 — in Oberhessen 766 — in Rheinhessen 725 Zusammen 2636 In ben vorhergegangenen 19 Ersatzjahren stellen sich die Ziffern der mit und ohne Schulbildung eingestellten Mannschaften wie folgt: 1885/86 2500 1 1884/85 2500 4 1883/84 2704 2 1882/83 2602 7 1881/82 2583 7 1880/81 2659 7 1879/80 2411 1 1878/79 2595 6 1877/78 2496 5 1876/77 2476 2 1875/76 2652 9 1874/75 2875 14 1873/74 2605 10 1872/73 2655 11 1871/72 2788 18 1870/71 4635 15 1869/70 2560 9 1868/69 2587 13 Außerdem erfolgte im Ersatzjahre 1870/71 eine Einstellung mit Schulbildung in fremder Sprache. ö o mA 3Jlainod\27;Sc?tcmbe[-1 Zu dem mehrerwahnten neuesten Project der Verstaatlichung der Ludwigsbahn verdient zur Kennzeichnung der Stimmung die in Nicktt- börsmkreism über die ganze Sache herrscht, ein Artikel in dem heutigen Mainier Journal" erwähnt zu werden. Der Artikel ist um so bemerkenswerter, da man dem genannten ultramontanen Blatt ebensowenig Mangel an Mainzer Lokalpatriotismus wie besondere Schwärmerei für Vermehrung des preußischen Einflusses in hessischen Verhältnissen vorwerfen kann. Genau die Sachlage in der von uns gestern aeauUrten Weise auffassend, kommt das „Mainzer Journal" zu dem Schluß, daß der seither genommen. — Gestern ist hier ein Eisenbahnbeamter in die Jrrenabtheilung des Sni^s» verbracht worden. Der Unglückliche hat die fixe Idee, der erste lebende Tenottst zu sein. ™ A Mainz, 26. September. Ein an und für sich vollständig bedeutungslose in seinem Ausgang aber für die Stadt unter Umständen höchst bedenklicher (icnflirt ist durch die jüngsten größeren Brände hier hervorgerufen worden. Bei diesen Brand,» hat sich nämlich die militärische Feuerwehr immer sehr ausgezeichnet und ifam greifen war es nicht am wenigsten zu danken, daß der Schaden bei den verschiedenen Großfeuern ein verhältnißmäßig geringer war. Diese Leistung der militärischen s?eu? wehr fand sowohl in der Presse als auch bei der Bürgerschaft verdiente Anerkennung was andererseits zur Folge hatte, daß die fteiwillige städtische Feuerwehr sich gekran?! fühlte und einzelne der Vorstände zu ftriken drohten. Um letzteres zu verhüten, iand ein Briefwechsel zwischen dem Gouvernement und der Bürgermeisterei statt, bcr'bamtt endigte, daß stricte Bestimmungen über das Eingreifen der militärischen Feuerwehr bei Bränden vereinbart wurden. Diese Bestimmungen gehen dahin, daß, sobald ein Brand in einem Privatgebäude ausbricht, die freiwillige Feuerwehr allein das Recht hat, das Feuer zu bekämpfen und die militärische Feuerwehr erst dann in Action tritt wenn der Commandant der freiwilligen Feuerwehr es für nothwendig hält. her Bürgerschaft ist man mit dieser Anordnung wenig einverstanden, zumal es sich bei den Bränden gezeigt hat, daß das rasche auf dem Platz sein der militärischen Feuerwehr — was bei dem Zerstreutwohnen der freiwilligen Feuerwehr nie in der Art geschehen kann — gerade die Hauptursache war, daß die Feuer keine größere Ausdehnung zwischen der preußischen Regierung und der Hessischen Ludwigsbahn geführt, r.r bahnkrieg bei den ungleichen Kräften, ohne dem Lande die schwersten wat • Schädigungen zuzufügen, nicht mehr haltbar sei. Die finanziellen Nachthnl, tDen durch die verminderte Frequenz der Bahnen herbeigeführt würden und weto^ ganze Land zu tragen hat, seien noch die geringeren, viel schwerer in ihren Folakn l- jedoch die Einbußen, welche Handel und Industrie durch Erschwerung der Verbot! den erleiden. Für Mainz, sagt das „Mainzer Journal" zum Schluß, wird der welchem die Ludwigsbahn an Preußen übergeht, jedenfalls ein glücklicher {etn an man eine Eisenbahndirection hier errichten ober nicht. Die Verbindungen, die bann in seinem eigenen Jntereffe Herstellen wirb, werben so befruchtend auf sÄ11 unb Jnbuftrie wirken, baß wir schlimmsten Falles ben Verlust ber Abminifstan leicht werben verschmerzen können. non — Aus ber Weltftabt Berlin. An einen Schutzmannsposten der Großen Frankfurterstraße trat vor einigen Tagen ein ärmlich, aber sauber gekleidetes Kind und gab ihm mit zitternden Händchen einen Zettel, auf welchem folgende Worte stauben: „Die Kleine heißt Martha Junkermann und ist geboren am 5. Mai 1883. Ich noch zwei Kinder zu ernähren unb kann bas britte unmöglich länger behalten. Die Mutter." Die burchaus orthographische Handschrift auf dem Zettel verrieth, daß die Schreiberin nicht ohne Bildung war. Das arme ausgesetzte kleine Wesen wurde nach der nächsten Polizeiwache gebracht und von dort aus zuerst nach dem Polizeipräsidium am Molkenmarkt, später nach dem Waisenhaus. Auf alle Fragen der Beamten unb des zahlreich sich anfammelnben Publikums, wo sie, resp. ihre Mutter wohne, hatte sie nur bie eine Antwort: „Ich bin weit her", welche Worte sie mit einer entsprechenden Hanbbewegung begleitete. Man hatte ben Einbruck, als wenn ber so erbarmungslos Verstoßenen biefe Auskunft eingeschärft wäre. Als sie hörte, baß sie in's Waisenhaus gebracht werben würbe, schrie sie laut auf unb sagte: „Nicht in's Waisenhaus, nicht in's Waisenhaus." Auf bie Anwesenben machte biese Scene tiefen Eindruck. Die Recherchen der Behörde nach der unnatürlichen Mutter sind im Gange. Berlin, 27. September, lieber eine in vergangener Nacht an einem städtischen Wächter begangene Mordthat berichtet der Polizeibericht: Heute Morgen bald nach 6 Uhr wurde in ben mit einem hohen Eisengitter umgebenen Anlagen ber Elisabethkirche burch ben Parkwächter Schulz an einem Baume mittels Riemen aufgehängt bie Leiche bes stäbtischen Wächters Friebrich Braun vor- gefunben unb burch einen sofort herbeigeholten Schutzmann abgeschnitten. An bem Halse bes Tobten, ber zuletzt in einem Schanklokal in ber Bergstraße um 3 Uhr Nachts gesehen worben ist, würben zwei Stichwunben wahrgenommen, von benen die eine offenbar mittelst eines stark mit Blut besudelten in der Nähe des Einganges zur Sakristei vorgefundenen Stemmeisens beigebracht war. Auf den Treppen der Sakristei waren mehrfache Blutspuren und an der Thüre ein von einem Stemmeisen herrührender Eindruck wahrnehmbar. Eine große Menge hellbraunen Schnupftabaks, wie ihn gewobn- heitsmäßige Verbrecher bei sich zu führen pflegen, lag an der untersten Stufe der Treppe. Da auch das Gesicht des tobten Wächters mit Schnupftabak bedeckt war, gewann es ben Anschein, baß Diebe in bie Kirche, welche allerbings keine Wetth- gegenftänbe enthält, einzubrechen versucht hatten unb von bem ben Park revidirenden Wächter bei ber That betroffen waren. Auf einen harten Kampf beutete der Umstand hin, baß ber aus ber Scheibe gerissene Säbel bes Wächters, welcher zwischen der Sakristei unb bem Fundorte der Leiche auf der Erde lag, mit Blut vollständig bedeckt und mit Kopfhaaren beklebt war. Hiernach wäre anzunehmen, daß einer der Thäter eine sehr starke Kopfverletzung banongctragen hat, mit peldjer Annahme freilich der Umstanb nicht in Einklang zu bringen ist, baß feine Blutspuren nach ber Einfriedigung führen. Die bisherigen Ermittelungen haben eine Aufklärung barüber nicht gegeben, ob an bem Braun ein Verbrechen verübt worben ist ober er sich selbst den Tod gegeben unb ben Anschein erweckt hat, als wenn er bei Ausübung seines Dienstes er- morbet worbcn sei. Die Obbuktion ber Leiche finbet noch heute statt. Aus Westfalen, 23. September. Dem schönen Sauerlanbe, der Schweiz Westfalens, ist ein neuer Anziehungspunkt verliehen worben burch bie Entdeckung einer mächtigen Tropfsteinhöhle, bie ber berühmten Dechenhöhle roeber an Umfang noch an Großartigkeit unb phantastisch bunter Mannigfaltigkeit nachsteht. Die Hohle befindet sich in ben 4 Kilometer westlich von Warstein an der Straße nach Hirschberg liegenden Bllsteine, einer pittoresken, von Ausflüglern viel besuchten Felsenhöhle. Sie wurde gefunben burch Arbeiter, welche bort im Auftrage bes Verschönerungsvereins mit Wegeanlagen beschäftigt waren. Die Unterhöhlung scheint sich unter dem Berge lemer ganzen Länge unb Breite nach hinzuziehen unb bie gründliche Durchforschung dieses Labyrinths von Felskammern wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Mächtige Thierreste, unzweifelhaft vorsündfluthlichen Ursprungs sind bereits - "ef im Berge — gefunden worden; außer der Zoologie wird nach fachmännischem Utthell auch die Geologie werthvolle Ausbeute erwarten können. Kleinere Höhlen waren in vem Berge schon früher bekannt und auch der Umstand, daß ein Bach an der einen oette des Bilsteins in die Erde sinkt, um jenseits wieder heroorzuquellen, hätte zur genauen Untersuchung des Berges längst Anlaß geben sollen. Auf die Kunde von der überraschenden Entdeckung lenkt sich täglich ein Strom von Touristen in die Gegend mw die guten Warsteiner machen sich, vielleicht nicht mit Urecht, Hoffnung, daß basMwl- rounber für sie eine ergiebige Quelle finanziellen Segens fein werbe. $ off — Scheich Hassan-el Pauwik, ber für bie arabische Sprache ernannte Le or am Seminar für orientalische Sprachen in Berlin, ist nunmehr in Berlini Derselbe ist Mohamebaner, in Kairo geboren, hat bie bortige Hochschule besuch! u auf berfelbcn ben Doctortitel erworben. Scheich Hassan spricht nur arabisch T sichttgt, in Berlin neben seiner Lehrtätigkeit sich bem Studium ber deutschen zu widmen. Derselbe hat mehrere Werke wissenschaftlichen Inhalts, bk 1« umnoi modernen Anschauungen' in näherer Beziehung stehen, herausgegeben. kef;cn des Seminars und Mitglied ber Akabemie ber Wissenschaften, Professor Lachau, oen Fürsorge ber Scheich seitens bes Khebive, bes Berliner auswärtigen Amtes ... Cultusministers empfohlen ist, hat Herrn Moritz, welcher mehrere Jahre archä ß Stubien wegen in Mesopotamien sich aufgehalten hat unb ber arabischen gleichfalls mächtig ist, bewogen, sich ber Mühe zu unterziehen, ben ^rc0}izn c>n deutschen Verhältnisse einzuführen und den Verkehr mit ihm zu ermogt>ich - beiden Richtungen wird er durch den anderen Lektor, Marbes, gleichfalls 0 Araber, unterstützt. , c — (Einundsiebzig Bräute.) In Paris wurde vor einigen Tagen ein lung§reifenber Namens Fuchs wegen Herauslockung von Maaren verM-^- dm Effekten bes Mannes, ber eine auffallenb schöne Erscheinung besitzt, ein Buch mit seltsamen Aufzeichnungen. Der Polizeicommissär, welcher iraen politische Geheimnisse bahinter vermuthete, nöthigte Fuchs, darüber Auckmunq^ geben. Zur unaussprechlichen Belustigung ber Gerichtspeisonen erzähl e Huu, , in ben verschiebenm Provinzen, bie er durchreiste, einunbsiebzig Braute haoe, o - h s y tu le erwähnt- Buch klein- Notizen über dieselben enthalte, die ihn vor dem Confuswerden beschützten- - Sammelt für die Annen, Ihr alle Vereine und Private, die Ihr Euch dischöne Ausgabe setzt, Roth und Entbeorung zu mindern, wo Ihr beide trefft So manche Ausgabe die die schönere Jahreszeit nicht kennt, macht die rauhe zur gebieterischen Existenzfrage und da heißt es, Eure hilfebringenden Kassen füllen. Wer im Spiel und geselliger Freude den Pfennig Nicht grotz ansteht - und davon sind viele - lege ihn zurück für solch guten Zweck des Gebens. Wer unverhofft -ine Einnahme macht oder ein Glück erlebt, der besteure sich selbst mit einem kleinen Satz und führe die Steuer dem nächsten Sammelbecken zu, das er wohl zu finden wissen wird. Die Jahreszeit da wir Lampe, Ofen brauchen und stärkeres Eßbedürsniß empfinden, lasse uns derer denken, di-Licht, Wärme und Nahrung nicht nach Bedarf besitzen' Manchen muß schon i-tzt, Allen um das Fest der Liebe herum die Menfchenpflicht beispringen c damit sie über die rechten und reichen Mlttel verfüge, sammle schon jetzt Jeder nach seiner Kraft, der Stärkere für seinen schwachen Nächsten, der Glückliche sür di- Glück- verwaisten. _ . ■■ ,, Die vierte Generalversammlung des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. Dem internationalen Congreß gegen den Alkoholismus, der am 9 10 und 11. September in Zurich abgehalten wurde, ist am 13. und 14. September'die vierte Generalversammlung des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke in Darmstadt gefolgt. Dieselbe hat den erfreulichen Beweis geliefert, daß die deutsche Mäßigkeitsbewegung im raschen Fortschreiten begriffen ist. Sowohl der Vorsitzende vr. Marklrn (Wiesbaden), als auch der Geschäftsführer Lammers (Bremen) sowie Oberbürgermeister Ohly (Darmstadt), Oberbürgermeister Miquel (Frankfurt a M) und Hofprediger Grein bezeugten die lebhaften Sympathien der Bevölkerung und die stetig wachsendeDhatigkeit der Deutschen Bezirks- und Provinzialvereine, in denen mehr Äs 10,000 Mitglieder gegen den Mißbrauch geistiger Getränke wirken. Die Berichte und Verhandlungen verbreiteten sich über folgende vier Gegenstände der Tagesordnung: 1. Bestrafung, Entmündigung und Zwangsheilung von Trunkenen; 2. über den Branntwein in den Verpflegungsstationen für Wanderburschen: Z. über den Zusammenhang der Trunksucht mit Verbrechen und Unsittlichkeit- 4. über den Einfluß von Wohn- und Ernährungsweise des Volkes auf die Trunksucht. Die Verhandlungen über die erste, von dem Senatspräsidenten Dr. Stößer in Karlsruhe emgelettete Frage führte zu folgenden Beschlüssen: 1. Die Bestrafung von nicht unverschuldeter, öffentliches Aergerniß erregender Trunkenheit, die Entmündigung und Zwangsheilung von Trunkenbolden ist geboten. 2. Der Vorstand und die Vorstände der Zweigvereine werden beauftragt, in diesem Sinne ,das allgemeine Bewußtsein über Die nöthtge Anordnung zu wecken und zu stärken, sowie die Vorstellung bei den gesetzlichen Gewalten des Reichstags und der Einzelstaaten einzureichen. In der eingehenden Debatte wurden vom Rechtsanwalt Dr. Fuld (Mainz) A rNalistische Bedenken gegen Bestrafung der Trunkenheit im Allgemeinen geäußert, sobald dieselbe kein öffentliches Aergerniß errege. Oberbürgermeister Miquel erhärte sich unter gewissen Umständen mit der Entmündigung und auch mit dem Recht auf Zwangsheilung einverstanden, er plaidirte für ein Retchsgesetz zur Bekämpfung des übermäßigen Genusses von geistigen Getränken und seiner Folgen. Dieses Gesetz müsse Specialgesetz sein und die Einrichtung der Schänken, die Eoncessionirung der- ftlben, die eventuelle Entziehung der Concession, die Bestrafung Aergerniß erregender Trunkenheit, die Entmündigung von Gewohnheitstrinkern u. s. w. behandeln. Bezüglich der Eingabe an die Landesregierungen glaube er, daß sie die Interessen der letzteren wachrufe und zu Anregungen im Bundesrath führen werde, welche Bemerkung für den enwesenden Staatsminister Finger Veranlassung zu der Erklärung wurde, daß der 1884—85 dem Reichstage oorgelegte Gesetzentwurf von der Retchsregierung ausgegangen fei und die volle Zustimmung der hessischen Regierung besessen habe. Landwirthschaftliche Nachrichten. — Die Blutlaus, dieser gefährliche Apfelbaumschädling, der uns ebenfalls, wie so viele der verderblichsten Insekten, wir erinnern nur an die Reblaus und den Kar- toffelkafer, von Amerika eingeschleppt ist, muß im September und auch noch im October MlZDUMLWMW 1525.=Iäs-Sä ISS fetten unb Schmarotzer in ihrer Derbe”n^ BSsFws Sträuchern fallenden Blätter sind meist selbst auf bie etoe ober Ä "LT ©le finb oft v°n Insekten angegriffen, mit Eiern besetzt ober von Pilzen S oft üKrtfa tbau unb dergleichen befallen. Bleiben diese Blätter liegen, so geben sie Ge 'eaknb^ zur Vermehrung der Schädlinge und im nächsten ft La iS ? ' Gelegenheit D°bh°lb sollten die v°?Kc?fall7nde„ BläLr " ÄMe "tn CbftgäZZa- Jahre f-i^n Staunt werden. Der gute Erfolg wird sich "im nächsten Schiffsnachrichten. 2197 Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom (Modebericht.) „Bom Fel» zum Meer 1886 - Heft 8 schreibt > «nfSSrllnfl b°r „Monopol-Seide“ hat sich bet Zürcher Seiden, em wahres Verdienst um die nach einem ein- welt^erworb/n ^^Das ,Ia"9e vergeblich Umschau haltende Damen- m Sa Das Gewebe ist dauerhaft wie Leder, weich wie Sammt, glänzend £r öuS ^blnster Seide auf Lyoner Stühlen gewoben, erscheint es als eines b f q>bultCKirU"fb ^lchften Fabrikate, welche die Webindustrie seit lange erzeugt. . . . ™ur ^ircct und nur acht, wenn auf der Kante eines jeden mfetre eingedruckt ist | G. HENNEBERG’S „MONOPOL“ I fitster 1--------- umgehend. Möchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 38. Woche. Vom 18. September bis 24. September 1887 Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkettsziffer - 5 5 o/oo Kinder ' Organischer Herzkrankheit 1 (1) 1 m Selbstmord durch Hals- v 7 abschneiden 1 (1) i (i) 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Summa: 2 2 in h.r Jn ^aumcr? gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle ^der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Einträge in das Firmenregister Gr. Amtsgerichts Gießen. Am 22. September 1887. t Julius Klipstein zu Gießen betreibt daselbst seit 1. März 1887 ein Manufaktur- und Weißwaaren- geschäft unter der Firma: „I. Klipstein". 2. Hermann Humbold Schulhof und Julius Schulhof in Gießen betreiben daselbst seit '15. d. M. ein Bank-, Wechsel- und Manufacturwaaren - Geschäft in offener Handelsgesellschaft unter der Firma: „Schulhof und Cie". Jeder der Theilhaber vertritt und zeichnet die Firma. 3. Die Firma „I. Klip st ein" in Alten-Buseck ist erloschen und wurde gelöscht. 4- Die Firma „M. Weiner" in Gießen wurde wegen Aufgabe des Geschäfts gelöscht. 7202 Gießen, am 22. September 1887. Großh. Amtsgericht Gießen. Schellfische treffen heute ein bei h Eerde Drebes. 7210 Marktplatz 21.________ 7194 Ein Acker an der Oberau zu verpachten und das GrummeigraS von e a A^se zu verkaufen von Busch Erben, Ludwigsstraße 40. Sktbstgeftrtigte lsckirte Möbrl Irt stets vorräthsg zu billigen Preisen bei Larl Steller, Schtllerstr' 9. [2130 Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. . ..Die Forst- und Feldstrafen der IV. Periode d. I. werden vom 1. bis 25. k. Ms, (ausgenommen den 12., 13. und 14.) an den Wahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag erhoben. Großherzogliche Distrikts-Einnehmerei Gießen I. Pfennig-Sparkasse. Die Einleger werden aufgefordert, SamStag den 1. Oktober l I. die Sparkaffenscheine zum Zwecke der Einlage der Pfennigspargelder in die Sparkasse dahier an die Pfennigsparkaffe-Erheber abzugeben. Die Erheberstelle in dem Schulhause der Schulstraße ist von nächstem Samstag ab erst von 3 Uhr Nachmittags an geöffnet. Gießen, den 28. September 1887. Versteigerung eleganter Möbel. Donnerstag den 29. September, Nachmittags 2 Uhr werden im Auftrag des Herrn Lach mann BiSmarckstraße 6 nachbenannte Gegenstände versteigert, nämlich: mehrere Silber« und Spiegel- schränke, ^^AonierS, Wasch- undNähtische mit Marmorplatten, ovale rmd runde Tische, Kommoden, Sophas, Etagöre, Spiegel, Bor- Mgs-GalerienTeppiche, Porzellan- und Glaswaaren, Lampen, ver- schi-ben- «uster Teeretär, 1 Garnitur in Fantafiestoff, (Chauseuse, 6 Stuhle, 2 Sessel, Teppich, Tisch und 2 Schemel), mehrere ra r. B^en mit Sprungfeder- und Roßhaarmatratzen, Geflndebetten, Waschbütten, Fässer, Weißzeug, vollständige Kücheneinrichtung, Kuchenschrank u. s. w. ö Sämmtliche Gegenstände sind nur kurze Zeit im Gebrauch, größtentheils wie neu. Dre größeren Gegenstände kommen von 3y2 Uhr an zum Ausaebot. Nähere Auskunft ertheilt Taxator Louis Rothenberger, Neuenweg, der auch Aufträge entgegennimmt. Hoffmann, Ortsgerichtsmann. , , Ferner wird Donnerstag den 28. September, Nachm. 3 Uhr, ebendaselbst ein Haustelegraph versteigert. 6931 flFitt ges. Mädchen, in feinerer Küche wH und Hausarbeit durchaus erfahren, gegen hohen Lohn gesucht. Näh. durch Frau Mark, Schulftr. 5. 7149 7199 2 Notizbücher verloren worden. Der redl. Finder w. gebet., diese gegen Belohn- bei Bautechniker K. Seuling, Schillerstraße 14, abzugeben. Die zur Bedachung der Burg Staufenberg erforderlichen Dachdecker- uud Spenglerarbeiten (ca. 520 qm Schieferdach, veranschlagt zu 3 Vs at per qm) sollen mittelst Submission in Accord gegeben werden. Leistungsfähige Uebernehmer, welche in der Lage sind, die Arbeit alsbald zu beginnen und rasch auszuführen, wollen chre Gebote bis Montag den 3. October, Mittags 12 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Staufenberg schriftlich und versiegelt einreichen, woselbst Voranschlag und Bedingungen offen gelegt sind. Londorf, am 27. September 1887. Der Bauverwalter. 7196 Unger. Aeilgeöotenes. Strickwolle, Beinlängen, Damen u. 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Oktober, Abends V-8 Uhr, im Schullokal am Asterweq entgegen. ö 16.13-16.17 16.12-1616 20.35—2040 4.17-4.20 7204 Ein j. nettes Mädchen mit ->. Zeugn. wünscht Stelle als Verkäuferin in einem Ladengeschäft. G-fl. Off. .nb q 98 an Haasenstein & Vogler, Marburg. 20 Francs- SM- do. in Vr Engl. Souoereians Dollars in Gold 3,/2°/o Solms-Braunf. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oesterr. Goldrente 4,/6°/o Oesterr. Silberrente 5o/o 1871/1873 Russen Oblig- 5% Portugiesen Oblig- Darmft. Bank-Actien Geldforten. u 1° j ±«■0- Herr Dr. med. Franz Baur, Neustadt 8, als Cassenarzt bestellt. Sprechstunde: von 7-9 Uhr Morgen», von 2-8 Uhr Mittags. 7198 Ein schönes möblirtes Zimmer alsbald zu vermiethen. Riegelpfad 1. ________________Wetzffemgaffe 48, im Hause des Herrn Dr. Weber Erweiterte Handwerkerschule des Gewerbvereins. Ortskrankenkaffe Gießen. cs -58om d. Jr. ist in Folge gütlicher Vereinbarung an Stelle oes Herrn Ur. 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Geißler. — Am Familientisch. unsern Büdern: Sturmfluth von Ernst Hausmann und Zierden der Schmuck- pla^e Berlins von C. Koch. — Die ungelöste Aufgabe bei Beobachtung der Sonnenfinfterniß vom 19. August. Von Gesundheitsrath. — Aus der rc mct:ron- utlferer Spielecke. : - für die Zeit. Zwecke Berlage: Frauen-Daheim. Drckte Beilage: Aus der Zeit — für die Zeit. | J. G. D. Bapst 8 40/0 Preußische Consols 3Vz0/g do. 4% Nassauer Oblig. 40/0 Bayerische Oblig. 4o/o Badische Oblig. 4% Hessische Oblig. 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. Si (zeo d e Lebensweise bedingt Verdauungsstörungen, Leberanschwellungen, Verstopfung, Hämorrhoiden etc. Diese beheben Lippmann’s Karlsbader Brause-Pulver. Erh. in Sch. ä 1 u. 3 .Jt 50 in d. Apotheken v. Giessen (Hirsch- Ap.) Laasphe, Marburg Wetzlar etc. 7197 4i/2% Franks. Landwfch. Creditbk.- Oblig. 4°/° Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. d1/2U/o d0. 5% Buderus Oblig. Ein Junge 7215 Rür Einjährige. Born Lande für leichte Hausarbeit gefucht. , Gut möbl. 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