,,, . -a Freitag dm 39. Juli 1887. chichcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. «ureanr Schulstraße 7. Politisch- U-b-rficht. Gießen, 28. Juli. ®le Bestimmungen hinsichtlich der Dauer der Gasteiner Nachkur Kaiser milbelm« haben infofern eine kleine Veränderung erlitten, als der Kaiser miebt gegen Mitte nächsten Monats, wie zuerst gemeldet wurde, sondern bereit« H August Gastein wieder zu verlaffen gedenkt. Die Begegnung mit «ailer Franz Joses soll am 5. oder 6. August statlfinden. Auch in diesem ■»Xe ist während der Gasteiner Ausenthalter der Kaisers ein täglicher Cabinet«. «eourierdienst zwischen Berlin und Gastein eingerichtet worden; ältere, ersah, mne Postunterbeamte versehen diesen verantwortungrreichen Dienst. Jeden Albend 8 Uhr verläßt der Courier mit den sür den Kaiser bestimmten Schrift« iftto mittelst der Münchener Schnellzuge» Berlin und ungefähr um dieselbe steil fährt der von Gastein mit den vom Kaiser erledigten Schriftstücken kom< tmenbe Courier von Lend nach München ab, wo sie sich am andern Vormittag »treffen. Die Cabinetr-Courtere der Kaiser» führen die Schriftstücke in einer roopelt verichloffenen großen Ledermappe mit sich, die sie unterwegs niemals oblegen dürfen; zu ihrer Sicherheit sind sie mit einem Revolver bewaffnet. Aus dem ganzen Gebiete der inneren Politik herrscht nur wenig Be- meaung und meist sind er nur kleinere Angelegenheiten, welche der Tagerpreffe „Ermangelung wichtigerer Fragen zu Erörterungen Stoff geben müffen. Elnzrg loie bekannte Affaire der russischen Werthpaptere, welche aber schon M Theil in da« Gebiet der aurwärigen Politik hineinspielt, erscheint da al« ein Gegenstand von größerer Bedeutung, nur kann man hierüber noch jeden Tag neue Versionen hören, zumal war die fernere Beleihung russischer Papiere varch die Reichrbank anbelangt. In dieser speeiellen Frage bedars er aber nach §26 be« Bankgesetze« der Zustimmung de« Reichskanzler«, um den russischen mle überhaupt allen anderen aurländischen Staatianleihen die Beleihungsfähigkeit ltel der Reichrbank zu entziehen, da nur der Reichskanzler als oberster Leiter ttber gesummten Bankverwaltung befugt ist, eine derartige Verfügung zu erlaffen; ,eilst aber noch nicht bekannt, daß Fürst Bismarck in der Thal einen solchen ischritt beabsichtigen sollte. Uebrigen« kreuzen sich in der ganzen „Ruffenfrage" nioch fortwährend entgegenstehende Meldungen; jetzt soll e» auf einmal nicht -wahr fein, daß Rußland in Paris eine Anleihe aufzunehmen gedenke. Wenigsten» versichert die Peterrburger „Börsen-Zeitung" in sehr bestimmter Weise, daß die hierüber umlausenden Gerüchte sammt und sonders erfunden seien, indem Rußland in Folge seiner außerordentlich günstigen Finanzlage er durchaus nicht nöthig habe, zur Zeit irgendwelche Anleihe-Operalionen zu unternehmen. Da» klingt ja recht stolz und zuversichtlich, aber daß er mit den Finanzen der Czarenreiche» so brillant stünde, glaubt man wohl dort selber nicht und macht überhaupt die Auslassung der genannten Petersburger „Börsen-Blatler" den Eindruck, als ob selbst in Paris die Trauben für eine russische Anleihe noch zu hoch hängen. Am 10. August treten, wie bekannt, die preußischen Bischöfe in der ulten Blschofsstadt Fulda zu chrer alljährlichen Sommer-Conserenz zusammen. Die Berathungen werden, wie immer, so auch diesmal, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden; über die Tagesordnung werden vorläufig nur Muth- maßungen laut. Es sollen u. A. die Patronatssrage und die Betheiligung der nlebeten Klerus an der politischen Agitation zur Verhandlung kommen, letztere» wäre allerding» ein recht zeitgemäßer Thema. Den Vorsitz würde dem Vernehmen nach Dr. Kopp, der neuernannte Fürstbischof von Breslau, führen. Die Erregung der letzten Reichrtagswahlen klingt noch immer hin und wieder in Beleidigungs-Proceffen, die au» jener Zeit stammen, nach- So war ein solcher gegen den Reichrtagr-Abgeordneten für Mülhausen im Els., Charles Grad, wegen Beleidigung der Feldwebel der deutschen Armee durch eine Wahlversammlungrrede, eingeleitet worden. Am Montag kam die Eiche vor der Straskammer der Mülhausener Landgerichtr zur Verhandlung und endete dieselbe mit Verurlheilung Stab'» zu 500 M. Geldbuße. Die Nachrichten über die angebliche ZurÜckberusung des Dr. Karl Peters, des Vertreters der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft, aus Ostafrika, lauten noch recht widerspruchsvoll. Jetzt heißt es wieder, die telegraphische Aufforderung an Dr. Peter« zur Heimkehr sei noch nicht erlassen, nur werde da» Projeci in Berliner eolonlalpolitischen Kreisen lebhast erörtert. Im aus- toartigen Amte soll man über gewisse Maßnahmen des Herrn Peter» während ferner früheren Anwesenheit in Ostafrika allerdings verstimmt sein, doch wird angenommen, daß die Sache ausgeglichen werden würde, ohne die Rückberusung "ei Dr. Peter» nöthig zu machen. In der Schweiz hat die Katastrophe ans der Jungsrau die lebhasteste Theilnahme für die verunglückten 6 Touristen und ihre Angehörigen heroorgerufen. Zugleich nehmen aber die fchweizer Blätter, und die» mit Recht, anläßlich de» Unglücke» auf dem genannten Alpengipfel Veranlassung, auf da» Eindringlichste vor den Auswüchsen be» Bergsport» zu warnen, ble nun schon viele beklagenswerthe Unfälle gezeitigt haben. Die sechs Verunglückten galten sämmtlich alr geübte Bergsteiger unb wenigstens zum Theil mit ben Gefahren J« Alpknwelt vertraut, aber ihre Tollkühnheit führte ihren Untergang herbei, denn tollkühn war er nach Ansicht aller Kenner der Berner Alpen, den Abstieg von der Jungsrauspitze nach dem Rotthalsattel ohne Führer zu rirkiren unb ble verunglückten, welche noch vor ihrem Ausbruch von Lauterbrunnen mehrfach S’marnt worden waren, haben ihre Waghalsigkeit nun mit dem Leben büßen °Wn. Vielleicht hat die erschütternde Katastrophe wenigstens die eine gute Folge, daß die gesährlicheren Alpenpartien nicht mehr führerlos unternommen werden. Dar Cabinet Salisbury nimmt jetzt, gestützt auf die irische Straf« rechtrbill, in seiner irischen Politik einen recht energischen Anlauf. JnJrlanb ist über 19 Grafschaften und über die Stadtbezirke von Dublin, Cork, Belfast, Londonderry unb noch einige anbere Städte mit einem Schlage der Aue- nahmezustand verhängt worden und wahrscheinlich sind noch weitere Maß- regeln zu erwarten. Er wird sich nun zeigen müssen, inwieweit die Strasrechlr- blll in der That ein wirksamer Mittel zur Unterdrückung der Landliga unb Verhütung ihrer Ausschreitungen ist. Denn daß die Parnelliten nunmehr ben Kamps gegen die englische Regierung au» allen Krästen aufnehmen werden, ist nach Andeutungen ihrer parlamentarischen Führer sicher. Sir Drummond Wolss ist am Montag nach London zurückgekehrt, nachdem seine monatelangen Bemühungen in Konstantinopel, ben Sultan zur Unterzeichnung her egyptischen Convention zu veranlassen, erfolglos geblieben find. Man scheint inbeffen auf der Pforte über die Heimberufung Wolff'r doch etwa» betreten zu sein, denn der türkische Botschaster in London hat Vorschläge zur Wiederaufnahme der kaum erst abgebrochenen Verhandlungen gemacht, aus veränderter Grundlage, man glaubt jedoch allgemein, daß Lord Salisbury die türkischen Vorschläge zurückweisen wird, sallr er türkischerseit» nicht beliebt, die frühere Convention wieder zur Basis der angeregten neuen Verhandlungen zu machen. lieber die Nachricht von der angeblichen Ermordung Stanley« lag bis zum Dienrlag weder eine bestätigende, noch bementiienbe Meldung vor. Doch besestigt sich immer mehr die Ueberzeugung, daß dar Gerücht unbegründet unb bet berühmte Asrikareisende noch am Leben sei. Auch in englischen Regierung«- kreisen hegt man blefe Zuversicht, wie au« einer Miitheilung be» Unterstaal«- seeretär» Ferguffon im Unterhause hervorgeht. Au» Rom bringt der Telegraph die Kunde von einer neuen bedeutsamen Manifestation be» Papste». Der heilige Vater hat ein Schreiben an ben Cardinal-Staatsfecretär Rampolla gerichtet, in welchem er feine Ideen Über die römische Frage entwickelt unb hierüber abermals betont, daß das Papstthum auf bet territorialen Souveränetät als Vorbedingung einer Aussöhnung mit Italien bestehen müsse. Auch des kirchlichen Zustandes in Preußen thut das päpstliche Schreiben Erwähnung unb wirb unter Anerkennung be» bislang Erreichten betont, baß da» Werk des religiösen Friedens noch nicht ganz durchge- sührt sei, und daher bi» zur Vollendung durchgeführt werben müffe. — In ben italienischen Regiernngskreisen dürste die wiederholte Betonung der Forderung, die weltliche Herrschast des Papstes müsse wiederhergestellt werden, ehe an eine ernstliche Versöhnung zwischen Vatikan und üuirinal zu denken sei, nur einen üblen Eindruck machen, zumal da sich die Regierungs-Organe ebenso scharf gegen da» Rampolla'sche Rundschreiben ausgesprochen haben. Da» päpstliche Schreiben bespricht sodann dar Verhältniß der Vatikans zu Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, England und Rußland, schließlich auch zu Griechen- land und dem Orient. Besonders bemerkenswerth ist der Passus über Griechenland, von welchem Lande der Papst lebhast wünscht, daß es wieder zum Cen- trum der katholischen Einheit zurückkehren und seinen alten Glanz wieder erlangen möge.______ Darmstadt, 27. Juli. Se. König!. Hoheit der Großherzog reifen heute von Diborne ab und werden am Freitag hier eintreffen. Am Samstag Vormittag findet der Rapport im Großherzoglichen Schlosse statt. Berlin, 25. Juli. Der bereits in einigen Theilen bekannt gewordene Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften ibeftimmt. ber Reserve, Landwehr, Erfatzreserve, Seewehr und des Landsturms erhalten, sobald letztere bet Mobilmachungen oder nothwendigen Verstärkungen des Heeres oder der Flotte in den Dienst eintreten, rm Falle der Bedürftigkeit Unterstützungen nach näherer Bestimmung dieses Gesetzes. Das'Gleiche güt bezüglich der Familien derjenigen Mannschaften, welche rur D^postfton der Truppen- (Marine-) Thetle beurlaubt sind, sowie derjenigen Mannschaften, welche das wehrpflichtige Alter überschritten haben und freiwillig in den Dienst eintreten. Auf die zu gewährenden Unterstützungen haben Anspruch: . a. Die Ehefrau des Eingetretenen und dessen Kinder unter 15 Jahren, sowie b. dessen Kinder über 15 Jahren, Verwandte in aufsteigender Linie und Geschwister, insofern sie von ihm unterhalten wurden. , . r. ,. Entfernteren Verwandten, geschiedenen Ehefrauen und unehelichen Kindern steht ein solcher Unterstützungsanspruch nicht &u. a Die Verpflichtung zur Unterstützung liegt den nach § 17 des Gesetzes über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 gebildeten Lieferungsverbanden ob. 9r,f. h Staaten, in welchen von der Bildung besonderer Lieferungsverbande Abstand genommen worden ist, haben die Unterstützungen unter gleichmäßiger Anwendung er nachfolgenden Bestimmungen aus ihren Mitteln zu gewahren. besten Zur Unterstützung ist derjenige Lteserungsverband verpflichtet, innerhalb des en der Unterstützungsbedürftige zur Zett des Eintritts des Einberufenen in b n seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die Unterstützungen sollen mindestens betragen: rvtobcr a. für die Ehefrau im April, Mai, Juni, Juli, August, September, Octover monatlich 6 JL, in den übrigen Monaten 9 , beieidnieten b für jedes Kind unter 15 Jahren, forote für jede der unter d oben bezet-pne.en Personen monatlich 4 JL , mt-nhfnrn Kartoffeln, Die Geldunterstützung kann theilweise durch Lieferung von -Brod $rtoat^ Brennmaterial rc. ersetzt werden. Unterstützungen von Privc . werden. Personen dürfen auf die vorbezeichneten Mindestbetrage nicht anger ch Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Korrespondenz - Bureau. »ast,i«, 27. Juli. Der Kaiser nahm heute Morgen ein Bad, machte einen Spaziergang aus d-r Kaiserpromenade und horte Mittags einen Vortrag Wilmowskt's Am Diner nimmt Oberstlteutenanl o. Villaume Theil. Gestern hielt AlbeLoll Bor- trag. Am Diner nahmen Theil der Olmützer Fürstbischos Fürstenberg und der ungarische Justizmtnister Fabinyi. Abends sand eine SpaMsahrt nach dem Aschach- Berlin, 27. Juli. Der München-Rosenheimer Postzug entgleiste , Kolbermoor. Zwei Personen sind schwer verletzt. gestern Bei Breslau, 27. Juli. Die „Schl. Ztg." meldet: In der durch dm bebend Alterthümerfund am 1. April 1886 hinlänglich bekannten Sandgrube ruSakr».. Oels) ist man ganz in der Nähe der Stelle jener Funde, östlich derselben beim graben am 23. Juli auf eine Steinpackung gestoßen, ähnlich derjenigen wirSk Fund des vorigen Jahres umschlossen hat. Alsbald wurde der Vorsitz?^ v Museums schlesischer Alterthümer, Dr. Grempler, benachrichtigt, so daß die weiter? m- deckung unter seiner sachverständigen Leitung vor sich gehen konnte. Cs maa w den vorgefundenen Waffen: esten nach zu schließen, ein Männergrab gewesen fein }/ * man zwei mit Broncebeschlägen versehene Holzeimer, Thongefäße, eine tresflick 110 hohe und kostbare Glasschale, ein zu einem Schmuck gehöriges grpßes, bearbeit^ Bernsteinstück, ferner sonst bisher noch nirgends aufgefundene DreiroUen, Fibeln aolh Spangen (eine mit einem Carneol), zwei Gürtelschlösser mit großen Karneolen silberne Spange, einen Broncekessel rc. entnahm. Bei der Fortsetzung der Ausarn'l,,. welche heute in Verhinderung des Sanitätsrathes Dr. Grempler Herr Langenhcm leim wurde gegen Abend wieder östlich (mit einer kleinen Abweichung nach Süden) von d ' zweiten Grabe die Steinpackung eines dritten und dann dieses selbst aufgedeckt mut? maßltch die Ruhestätte einer jugendlichen Frau und hier fand man ganz ebensolck herrlichen Schmuck, wie im vorigen Jahre. Im ersten Grabe: schwere Hals- schwere Armspangen von geschmiedetem Golde, eine große goldene Fibel von gleichlich schöner Arbeit, andere kleinere Goldfibeln, goldene Fingerringe, Ohrrlnae T Goldmünze vom Kaiser Claudius (IMP. CLAVDIVS AVG. lautet die Umschrift «Ü das Kaiserbild auf der einen Sette); ferner ein silbernes Messer, Spielsteine, eine Jn! ltche, ganz unbeschädigte Milleflorischale rc. Die Ausgrabungsstätte wird bewacht ist dafür gesorgt, daß noch etwaige wettere Aufdeckungen nur unter kundiger Hand' uor- genommen werben. Straßburg, 27. Juli. Vor der Strafkammer zu Mülhausen sollten heute die vor einiger Zeit wegen Besudelung eines deutschen Grenzpfahles Verhafteten und fün- lich gegen Kaution vorläufig freigelassenen Reinbold und Schmitt, Angestellte der französischen Ostbahngesellschaft, erscheinen. Dieselben waren nicht anwesend und hatten ihr Nichterscheinen brieflich der Strafkammer gemeldet, welche ihre Festnahme anordnete und die Verhandlung bis nach der Verhaftung vertagte. Wien, 27. Juli. Zufolge einer Meldung der „Presse" erhielt das fttnom- ministerium im Wege des Auswärtigen Amtes die Einladung Englands zur Theill nähme an einer internationalen Conferenz, betreffend die Aufhebung ber Sucferprämien Die englische Regierung hatte bereits im April hier angefragt, ob Oesterreich an einer Conferenz theilnehmen würde, worauf die Regierung erwiderte, sich nicht binden zu können, so lange nicht England bestimmte Propositionen vorlegt. Die Einladum welche nunmehr dieser Tage eintraf, enthält bereits die Proposittonen Englands. " London, 27. Juli. Das Unterhaus nahm die drei ersten Artikel der irischen Landbill mit geringen Amendements an. Hierauf wurde die Specialdebatte auf heute vertagt. Darmstadt, 25. Juli. Unter den im Jahre 1886 im Großherzoglhum vor^ gekommenen Bränden sind 96 durch Blitzschläge hervorgerufen. Davon waren 15 die zündeten und eine Entschädigung von 58 200 JL erforderten. Die Entschädigung für die 81 sogen, kalten Schläge betrug 7772 JL Vergleicht man die Summe dieser Entschädigungen mit der Gesammtentschädigungssumme aller Brände im genannten Jahr im Betrag von 756 602 JL 7 so waren für die Schäden, welche der Blitz 1886 anrichtete, 8,7 pCt. aller Entschädigungen zu entrichten, ein Procentsatz, rote er nur in den gewttterreichsten Jahren vorkommt. A Aus Rheinhessen, 27. Juli. In Dromersheim hat gestern ein junger Mann, ein Schuhmacher aus Niederingelheim, seine bei ihrer Mutter wohnende Geliebte durch einige Pistolenschüsse getödtet und unmittelbar darauf durch einen Schuß in ien Mund seinem eigenen Leben ein Ende gemacht. Der junge Mensch, welcher noch am vergangenen Sonntag in Gesellschaft des Mädchens die Wallfahrt nach dem Jakods- berg besucht hatte, hatte, wie das „M. T." mittheilt, noch gestern Nachmittag eimge Stunden in heiterster Stimmung in dem Hause der Mutter bei dem unMÜcher. Mädchen geweilt, wobei er zeitweilig auf einem mitgebrachten Instrumente muftchlt> A Aus Rheinhessen, 27. Juli. Dank der anhaltend warmen Witterung, sieht man in den bevorzugten Lagen Rheinhessens allenthalben reife Trauben, so insbesondere in Nackenheim, Nierstein und Bodenheim. Bezüglich des zu erwartendem Quantums wird durchschnittlich ein „halber Herbst" prophezeit. A Von der Mainspitze, 27. Juli. Von der Kostheimer Uellerfahrt bis zu dem Hasen der Ludwigsbahn ist dieser Tage quer über die Gustavsburg eine Bahn gelegt worden, die den Zweck hat, das Baumaterial für die neue Brücke bequem herbeizuschaffen. Die vorbereitenden Arbeiten zu dem Brückenbau sind jetzt beendet, so daß mit jedem Tage die eigentlichen Arbeiten beginnen können. Zürich, 25. Juli. Die heutige Beerdigung der verunglückten Bergsteiger hat sich zu einer großartigen Leichenfeier gestaltet. Den vier mit Alpenrosen bekränzter- Leichenwagen folgten mit gegen 70 umflorten Fahnen etwa 1000 Leidtragende, fowik eine ungeheure Volksmenge. Nach einer ergreifenden Rede schloß Gesang die Feier ar dem gemeinschaftlichen Grabe der Verunglückten. — [@in neues Unglück in den Bergen.j Dem „Schwab. Merk." wird au- Kempten, 22. d. M., geschrieben: Am 22. d. M., Vormittags VilO Uhr, ist Hen Ernst Prix, Oberlehrer am Realgymnasium zu Annaberg (Sachsen) beim Abstieg voi ver Parseyerspttze (dem höchsten Gipfel der nördlichen Kalkalpen, 3054 Meter hoch abgestürzt und sofort todt geblieben. Die näheren Umstände dieses Unglücksfalles [in.1 nach den Mittheilungen eines Augenzeugen grauenerregend. ^wei Herren von ik’i waren mit dem Verunglückten und einem Herrn aus Lindau in^der Parseyerhütte (er richtet von der Section Augsburg des deutschen und österreichischen AlpenveremB zusammengetroffen und bestiegen von hier aus am Morgen des 22. ds. die Spitze. Dr Aufstieg ist sehr beschwerlich und gefährlich und Jedem abzurathen, der nickt ein vor züglicher Bergsteiger ist. Noch bedenklicher ist natürlich der Abstieg. Die Wände firi säst senkrecht und bieten dem Fuß oft nur handbreiten Halt. Unsere Gesellschaft, M den zwei Führern sechs Mann hoch, stieg vorsichtig ab, einer hinter dem andern. D c letzte war Herr Prix. Derselbe mußte plötzlich, sei es vom Schwindel ersaht, sei * aus Unvorsichtigkeit, einen Fehltritt gemacht haben, denn er flog mit einemmal pfeit. schnell über die Köpfe der andern hinweg in die Tiefe. Er streifte im Fallen De untersten der Reisegesellschaft und hätte diesen beinahe mit in die Tiefe gerissen. Ein« der Führer ergriff den abstürzenden Prix noch beim Rockflügel; dieser aber riß - zum Glück, denn von der ungeheuren Wucht des fallenden Körpers wäre der Führse sicherlich mit hinabgerissen worden und mit ihm wohl auch einer ber Touristen. ot;i er mit der anderen Hand festhielt. Noch in unmittelbarer Nähe der Gesellschaft W -i der Verunglückte zum erstenmale mit dem Kopfe derart auf eine Felskante, daß da.' Blut und das Gehirn den Reisenden in's Gesicht spritzte. Fast zu Tod erföroaeu Wen die übrigen den Abstieg fort, oft mit den Händen unv Füßen das an den M« zacken klebende Blut und Gehirn des unglücklichen Genossen berührend, während »1 vor sich den Leichnam desselben auf einem Firnfelde in der Tiefe liegen sahen. W langem mühseligen Klettern langten sie dort an und umstanden wehklagend den volü- zerschmetterten Leichnam. Die Hirnschale war ganz verschwunden, die Augen hingik aus ihren Höhlen, das Rückgrat schien mehrmals gebrochen. Die Kleidung war £ei6e gerissen, sogar die Sohlen der schweren Bergschuhe zerfetzt. Man mußte Leiche vorerst liegen lassen, da keine Hilfsmittel vorhanden waren, sic in's Thal j schaffen. Die Gesellschaft stieg nach Pians ab, das allen Arlbergsahrern wohl kannt ist, machte beim Bürgermeister Anzeige über den Unglücksfall und an das Rectorat der Realschule in Annaberg, da die Familienverhältnisse-des 2>eru- gluckten nicht näher bekannt waren. Es wurden dann alle Vorbereitungen getrost^« um die Leiche herabzuholen. t --Hitze und Hagelschläge in Italiens Aus T r i e st, 23. Juli, wird ' telegraphtrt: Hier herrscht eine furchtbare Hitze bei 33 Grad Celsius im Schatt-. Aus ganz Italien laufen lliachrichien über abnorme Temperaturen ein, welch> einzelnen Städten zwischen 33 und 35 Grad schwanken. Aus Rom wurde eine gerao^ tropische Temperatur (361/, Grad Celsius) gemeldet. Zahlreiche Erkrankungen uc» In jedem Unterstützungsverbande wird eine Commission gebildet, welche sowohl über' die Unterstützungsbedürftigkeit der einzelnen Familien, als auch unter Beachtung der vorstehenden Vorschriften über den Umfang und die Art der Unterstützungen endgültig zu entscheiden hat. Die Commission ist berechtigt, Auskunft über die Verhält- niffe der einzelnen Familien von den Gemeindebehörden zu erfordern, auch die letzteren zu ihren Verhandlungen zuzuziehen. Die Commission besteht aus einem von der Landesregierung zu bestellenden Vorsitzenden und einer den Verhältnissen angemessenen Anzahl von Mitgliedern. Letztere werden, falls der Lieferungsverband eine corporative Vertretung hat, von dieser aus den Verbandsangehörigen erwählt, anderenfalls von der Landesregierung ernannt. Hat der Verband ein ständiges Verwaltungsorgan, so kann das letztere von der Landesregierung mit Wahrnehmung der Geschäfte der Commission betraut werden. Einer jeden Unterstützungs-Commifsion wird, soweit es die Verhältnisse gestatten, ein vom Landwehr-Bezirkscommando zu bestimmender Offizier beigeordnet. Die Commission kann nur beschließen, wenn mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder zugegen ist. Die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Der beigeordnete Offizier, sowie die zugezogene Gemeindebehörde haben keine entscheidende Stimme. Hat der Lieferungsverband eine corporative Vertretung nicht oder ist seine Verfassung nicht ausreichend, um die Beschaffung der zur Gewährung der Unterstützungen erforderlichen Mittel sicher zu stellen, so ist die Landesregierung befugt, die nöthigen Anordnungen für den Verband zu treffen und den Verbandsangehörigen zur Beschaffung jener Mittel Abgaben aufzulegen. Die bewilligten Unterstützungsbeträge sind in halbmonatlichen Raten vorauszuzahlen. Für Beginn und Fortdauer der Unterstützungen kommt auch der für Hin- und Rückmarsch zum beziehungsweise vom Truppentheil erforderliche Zeitraum in Berechnung. Wenn der in den Dienst Eingetretene vor seiner Rückkehr verstirbt oder vermißt wird, so werden die Unterstützungen so lange gewährt, bis die Formation, welcher er angehörte, auf den Friedensfuß zurückgeführt oder aufgelöst wird. Insoweit jedoch den Hinterbliebenen auf Grund des Gesetzes vom 27. Juni 1871 Bewilligungen gewährt werden, fallen die durch gegenwärtiges Gesetz geregelten Unterstützungen fort. Falls Personen, deren Familien nach den Vorschriften dieses Gesetzes Unterstützungen erhalten, nach ihrem Eintritt in den Dienst a) ber Fahnenflucht sich schuldig machen ober b) durch gerichtliches Erkenntniß zu Gesängnißstrafe von länger als sechs- monatlicher Dauer oder zu einer härteren Strafe verurtheilt werden, wird die bewilligte Unterstützung nicht fortgewährt. Die Truppenbefehlshaber haben in diesen Fällen den beteiligten Unterstützungscommissionen schleunigst Nachricht zu geben. Für die nach vorstehenden Bestimmungen gezahlten Unterstützungen wird Entschädigung aus Reichsfonds gewährt. Der Umfang und die Höhe dieser Entschädigung • und das Verfahren bei Feststellung derselben wird durch jedesmaliges Specialgesetz des Reichs bestimmt. v Die Familien der aus der Reserve, Landwehr, Seewehr und dem Landsturm als Offiziere, Sanitätsoffiziere und obere Beamte in den Dienst getretenen Personen erhalten Unterstützungen aus Militär- (Marine-) Fonds unter gleichen Voraussetzungen und nach denselben Grundsätzen wie die Familien der Osfiziere rc. des Friedensstandes. Im allgemeinen Theil der Begründung wird darauf hingewiesen, baß bie Bestrebungen nach einer neuen einheitlichen Regelung der Unterstützungen für die Familien zur Fahne einberufener Mannschaften bis in den Anfang des vergangenen Jahrzehnts zurückreichen. Bereits am 1. Decernber 1870 ersuchte aus Anlaß von Petitionen der Bundesrath des damaligen Norddeutschen Bundes den Bundeskanzler, bet den Landesregierungen darüber Erkundigungen einzuziehen, ob und inwiefern bei ihnen ein Bedürfniß nach Aenderung der hinsichtlich dieses Gegenstandes geltenden Gesetze hervorgetreten sei. Auch der Reichstag beschäftigte sich wiederholt mit der Frage und regte unter anderem, in Anschluß an die Beratungen des Gesetzes über den Landsturm, in seiner Sitzung vom 22. Januar 1875 die Vorlegung eines bezüglichen Gesetzentwurfs an. Seitdem haben sich derartige Anregungen bei verschiedenen Gelegenheiten und in verschiedener Form mehrfach wiederholt. Den vorbezeichneten äußeren Anlässen entsprechend seien eingehende Verhandlungen über die Art und Weise, in welcher den laut gewordenen Wünschen Folge gegeben werden könne, seit Langem gepflogen worden. Dieselben hätten wegen der Schwierigkeiten, welche in einzelnen Punkten sich ergaben, mehrere Male unterbrochen werden müssen. Gegenwärtig dürften die vorbereitenden Erörterungen insoweit als zum Abschluß reif betrachtet werden, als es sich um die Unterstützungen in den Fällen einer Mobilmachung oder einer notwendigen Verstärkung des Heeres, bezw. der Flotte handelte, also in denjenigen Grenzen, innerhalb deren eine gesetzliche Grundlage schon jetzt vorhanden sei. In diesem Umfange einen Abschluß der Neuregelung herbeizuführen, werde sich empfehlen, einesteils, weil in Friedenszelten eine dauernde Vorsorge für die Handhabung des Gesetzes getroffen werden müsse (Bestellung der Unterstützungscommissionen) und es auch wünschenswert fei, daß der Wehrpflichtige schon geraume Zett vor Eintritt eines Bedarfsfalles wisse, wie er bei einem Rufe zur Fahne auf die Versorgung seiner Angehörigen rechnen könne, anderenthetls weil durch Feststellung der betreffenden Grundsätze eine sichere Unterlage für die Gewährung von Unterstützungen infolge Friedensübungen gewonnen werde. In letzterer Beziehung seien umfassende Ermittelungen noch im Gange und die Verbindung beider Gegenstände in einem Gesetze würde auch um deswillen auf Bedenken stoßen, weil immerhin mancherlei Verschiedenheiten in den Voraussetzungen obwalteten und demgemäß auch die Regelung im Einzelnen voraussichtlich Abweichungen zeigen werde. Der gegenwärtige Rechtszustand sei folgender: Das preußische Gesetz vom 27. Februar 1850, betreffend die Unterstützung der beburrtigen Familien zum Dienste einberufener Reserve- und Landwehrmannschaften ist zur Einführung gelangt: Im Gebiete des Norddeutschen Bundes, in Südhessen, in Baden, in Elsaß- Lothringen und in Württemberg. _ Ergänzung der Vorschriften des Gesetzes vom 27. Februar 1850 unterm 8. Apnl 1868 für den Norddeutschen Bund erlassene Gesetz, betreffend die Unterstützung der bedürftigen Familien zum Dienst einberufener Mannschaften der Ersatzreserve, ist ta Sudhessen und Elsaß-Lothringen gleichzeitig mit dem Hauptgesetze, in Baden durch Gesetz vom 22. November 1871 eingeführt worden. ™ rv ^ür Bayern besteht der Artikel 33 Absatz 1 des bayerischen Gesetzes vom 30. Januar 1868 in Kraft, welcher lautet: "Bei eingetretener Mobilisirung erhalten die bedürftigen Familien ver- heiratheter Reservisten und Landwehrmänner, vom Tage des Einrückens zum Dienst an, auf Ansuchen eine Unterstützung aus Staatsmitteln, welche für die Frauen auf 4 fl. und für jedes noch im elterlichen Brode stehende Kind auf 2 fl. monatlich festgesetzt wird." .,Neben dem Wunsch, diese örtliche Verschiedenheit zu beseitigen und in einer so «Jar+s?' OA Lerchen der Bevölkerung so tief und gleichmäßig berührenden Frage vollständige Einheit des Rechts herzustellen, sei es namentlich der Hinweis auf die ungenügende Hohe der durch das Gesetz vom 27. Februar 1850 normirten Mtndest- betrage für die im Falle des Bedürfnisses zu gewährenden Unterstützungen gewesen, welcher den obenerwahntm äußeren Anregungen zu Grunde gelegen habe. Allein .?orgenommme eingehende Revision habe auch noch in mehreren anderen wi$tigen Punkten die Notwendigkeit einer Ergänzung oder Aenderung des geltenden Nechts ergeben. tiOfSl iii i- m* *> 'M atte j. 'l:ih ■'S »2 *n£ Ä •rt* 1 -W^ Landwirthschaftliche Nachrichten. __ sRefedabäumchen.) Jeder Blumenliebhaber sollte den Versuch machen, sich , WefoLbäumdien au ziehen, die einen originellen und niedlichen Schmuck des Blumentisches oder Fensters abgeben. Zu dem Zweck säet man in jetziger Jahre zeu /rnp^rife i8 bis 10 Körner) Samen in einen Blumentopf, den man möglichst im Lreien aufftellt. Die Pflanzen läßt man dann so lange im dichten Buschel wachsen, na k;e rötlich stehenden eine schöne starke Mittelpflanze bis zur gewünschten Hohe ™or eSn'bK Dann entfernt man die Pflanzen bis auf diese eine, der man „j, einigen Tagen die Spitze nimmt und sie fo zur Stlbung non ©ettenaften mr- mlaöt Während der Zeit ist die Pflanze mehr an einem schattigen kühleren Ort aus- -ibewabren, damit die Seitenäste nicht allzusehr Meßen. - fTrocknen junger Erbsen.j Da bald wieder das Einmachen und Eonseroiren iK jungen Gemüse beginnt, io wollen wir uns erlauben, dre verehrten Hausfrauen , (Sitte auf. Ein Theil von Oberitalien wurde von einem furchtbar n sti Mlge dieser Me vus üft£t Die Ernte in der Umgebung von Cremona ist "fan mit ^“«^ÄtAaften sind fast völlig zerstört. In dem Stäbchen Casteldidone teniidltet, m«re W unb bQ§ Dach der Kirche wurde abgetragen. ritzten mefrer ©aufe einer gut fituirten Stan furter Familie war CsÄ SAüUmfefte8 ein junger Schütze, Sohn eines Pfalzer L-ndwirthz ctn- Mrmd d-« Schutze b' ^ ^teresse der jüngsten Tochter des Haufes in solch hohem Mttiert. Z ltatte d s 00’ AMaus des Festes die Verlobung der beiden ®M^e »“,"Stt “urbe. Anfangs voriger Woche war das Fräulein ener Ein- jumflen ?.eu'e $.'äutiaam8 gefolgt und hatte sich zum Besuche in dessen Heimath be- >°»» L^i^ zwei Tage später erfolgten Rückkehr erklärte sie zur größten Ueber- ,»n. ihrer »°°« * | * Don bem Verlöbnisse zurücktre e. Als Grund dieses aab sie an, daß ihre Liebe beim Anblick des Verlobten, den sie nur als Schützen ,u Hause gesehen und der sich ihr dort in ganz gewöhnlicher Land- lä”u^lhn?n »räfentirt habe, plötzlich vollständig verflogen sei. Der Bräutigam uioiaskleidung p Sinnesänderung der jungen Dame nicht einverstanden zu Än U m Äe "eta Schreiben bei der Farnilie der Braut an, ^n PbeSng ober eine namhafte Entschäbigung beansprucht wirb. Ein unb boshaftem Humor hat in ber ganzen Welt ber Volks. . nnoermählt gebliebenen Mädchen und Burschen verfolgt. In Deutsch and Ät die Unvermählte „unters alte Elsen", in Tnrol heißt sie ein altes Scheit , n ,Aort die u-io @cibi8(n 6iiten", in Wien den „Stephansthurm abreiben , n »“■’J. ßitabelle elnbänbeln", in Köln „in die Gereonskiste kriechen , in Atiaßburg Schwefelhölzchen und Zunder feil halten", in Frankreich müssen rtS in England „Asten zur Hölle führen" in Spanien f« treiben" Nicht glimpflicher wird mit den Hagestolzen vom Volksmunde ''l^ren Sie müssen in ganz Deutschland „Schnee sieben", wie schon W. Scherffer NW) in einem seiner Gedichte sagt: m Müßt' ich denn, anstatt xu lieben, Helfen dort den Schnee durchsieben, Denn das soll die Arbeit fein Alter Burschen, die nicht frei'n. ~ r r F„nkreich müssen sie „Kröten Meeren", in England „dem Teufel den „Schwanz Arsten." ------ ---------------- — auf ein Conservirungsverfahren aufmerksam zu machen, bas unseres Wissens wenig angewandt wird und doch wegen seiner Vorzüglichkeit vor allen anderen den Vorzug verdient. Jede erfahrene Hausfrau weiß, wie viel Unannehmlichkeiten das Einkochen der Erbsen in Flaschen, Gläsern oder Blechbüchsen mit sich bringt, mit welchen Umständlichkeiten, abgesehen von den bedeutenden Kosten, das Verlöthen der Büchsen verknüpft ist. Ist das alles glücklich überstanden und man öffnet im Winter ein Gefäß, so sind oft durch ein winziges Löchlein die abscheulichen Schimmelpilze eingedrungen und haben den ganzen Inhalt zerstört. Alle diese Unannehmlichkeiten vermeidet man leicht, wenn man seine jungen Erbsen auf folgende Weise behandelt, die durch mehrjährige Erfahrung als wirklich praktisch erprobt ist. Die jungen Erbsen werden ohne Schoten (Zuckererbsen natürlich mit den Schoten) mit einer genügenden Menge Wasser einmal aufgekocht oder in kochend heißes Wasser geschüttet und-einige Minuten darin gelassen. Dann entfernt man mittelst Durchschlag das Wasser und bringt die Erbsen sogleich auf einer Hürde, die mit Sackleinen bespannt ist (nicht mit Papier unterlegt, da dies die Wärme schlecht durchläßt) in den Bratofen, wo sie bei einer Temperatur von 40 bis 60 Grad so lange getrocknet werden, bis sic ganz hart und spröde wie Glas geworden sind. Alsdann füllt man sie in eine Blechbüchse oder trockene Flasche und verschließt diese sorgfältig. Soll die Mahlzeit angerichtet werden, so weicht man die trockenen Erbsen eine Nacht in kaltem Wasser ein, setzt sie mit demselben Wasser auf's Feuer und behandelt sie wie frische. Würde man das Wasser wegschütten, so würde man sie eines großen Theiles ihres Zuckers und Wohlgeschmacks berauben. So zubereitet, sind sie von frischen Erbsen kaum zu unterscheiden, zumal mit Möhren gekocht, die auf gleiche Weise behandelt wurden. Ebenso kann man mit Brechbohnen und großen Bohnen verfahren und sich so leicht ohne Kosten mitten im Winter die schmackhaftesten Sommerspeisen verschaffen. Daudet «ud Berdetz». Limburg, 27. Juli. Rother Weizen pro Malter JC. 16.00, weißer Weiten 16.00, Korn JL 10.30, neues Korn JL. 9.80, Gerste JL 0.00, Hafer JL 6.30, Erbsen 00.00, Kartoffeln ** 0.00. Frankfurt, 27. Juli. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter JL 0.00-0.00, das (Bescheid 6—10 Eier das Hundert 0.00—0.00, daS St- 5—6 Butter im Großen JL 00.00—00.00, im Detail das Pfund JL 0.90 bis 1.20, Weißkraut per Stück 25-00 H, Rothkraut per Stück 00—00 H, Kohlrabi per Stück 5-0 Ochsenfleisch per Pfund 45-70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45-50 Kalbfleisch 40—50 Schweinefleisch 65-75 Hammelfleisch 50-65 H, 1 Hahn JL 0.70—1.80, 1 Huhn Jü 1.00—2.50, 1 Ente JL 2.00—3.50, Gans Pfund 50—70 H, 1 Taube 40-60 Welsche JC. 10.00—12.00. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesrllschaft. »Abend 715 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4 Uhx, end 9 Uhr- Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Reaumur aemessen am 28. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 19 Grad, Luft im Schatten 22V2 Grad. i L. Ehr. Rübsamen. weil ne fe ber -Uq wimi em: Eik elcheL bcs -im.' it och lenttß nenSs luhtt «1 u tait fafcifc bdstnrr eenk i* ft I & Nif ifo & rofiM igbip' a » dm# Al®' li 0 ITcB ’6 ijifib -*1 - t im 5^ jiW Ä Z Nebenbahn Stockheim—Gedern. Die zur Herstellung eines Lokomo- Av-Schuppens in Bahnhof Stockheim iWthlvendig werdenden Arbeiten, und rzwar: ! Maurerarbeiten, veranschl. zu 2333,06 -Zimmerarbeiten, „ „ 1057,69 OGlaserarbeiten, „ „ 256,71 töchlosserarbeiten, „ „ 141,60 'Dachdeckerarbeiten, „ ,, 354,48 zusammen 4143,54 sollen in öffentlicher Submission an einen Unternehmer vergeben werden- Offerten sind portofrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 1. August L I., Bormittags 10 Uhr, aus unserem Bureau einzureichen, woselbst auch der Kostenanschlag, Zeichnungen und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Nidda, den 20. Juli 1887. Grohh. Baubehörde für Nebenbahnen. Stahl.__5525 Samstag den 30. Juli, Nachmittags 2 Uhr, werben auf hiesigem Ortsgericht die den Gg. Fdch. Plank's Erben gehörigen Grundstücke: Flur IX Nr. 47: 1712 Mir. Acker auf der großen Weide, " IX Nr. 48 : 725 Mtr- Acker daselbst Ersteigert und wird bei entsprechendem Gebot der Zuschlag sofort ertheilt- Greßen, Juli 1887. Großh. Ortsgericht. ____Lüdeking._________5635 Freitag den 29. Inti l. I., „ . Nachmittags 7 Uhr, versteigere ich in Oswald's Garten dahier Zwangsweise 1 Sommerwagen (Omnibus) Wh Baarzahlung. Me Bersteigeruug findet bestimmt statt. Greßen, den 22. Juli 1887. _____ Großh. Geric^tsvollziEer. 5644] Frühkartoffeln zu verkaufen- Bahnhofstraße 26. Allgemeiner Anzeiger! 5650 Bekanntmachung. Betreffend: Die Enteignung von Gelände des Friedrich Zöller von Gießen zur Ausfühmng M Ortsbauplans. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts vom 16. dieses Monats, abgedruckt in Nr. 166 des „Gießener Anzeiger vom 21 desselben Monats, nach welcher wegen des Enteignungsverfahrens m obigem Betreff Tagfahrt vor der Lokolkommission auf Montag den 29. August d. I., Bormittags 11 Uhr, auf das Bürgermeisterei-Bureau Gießen bestimmt worden ist, wird hiermit weiter rur Kenntniß gebracht, daß der Plan nebst der Eingabe der Stadt Sen in der Ä vom 1. bis 18. August 1887 auf dem Bureau der Großberzoglichen Bürgermeisterei während der Bureaustunden Vormittags von 8—12 und NachmfltagL von 2-6 Uhr zu Jedermanns Einsicht osten liegt. Gießen, den 23. Juli 1887. Großherzogliche Bürgermeistern Gießen. A. Bramm. $ie mit 22 goldenen Medaillen und Ehren-Diplomen präwiirten ChvcoladkN und lödliede Cacaopmlver, ebenso Baron Ltebtgs Malto-Leguminosen-Nähr- und Gesundhritspräparate aus hör nftrotinmmirfpn ^abrif von St arker & P 0 buda, Köuigl Hoflieferanten in Stuttgart, bringe hiermit nach ärztlichen Kundgebui^en als anerkannt beste und reellste Fabrikate der Gegenwart in empfehlende Erinnerung- 3890 Oarl Schwaab Delicateffenhandlung. in allen Qualitäten, sowie Stoffe für Waschanzüge empfehle zu außerordentlich billigen Preisen. Anfertigung nach Maß unter Garantie guten Passens. 5376 Julius Klipstem, Lindenptah- Beste weisse Kernseifen, Schmierseifen, Z Nielsen - und Hoffmann's - Stärke, Crome- und Mack's Doppel-Stärke. Soda, Waschblau, Fettlaugenmehl, Borax, Wach», Stärkeglanz re, empfiehlt in nur besten Qualitäten und zu billigsten Preisen Ferd. Drehes, Marktplatz 21. Zwiebelkuchen Montag, Mittwoch u. Freitag Morgens 9 Uhr bei Fr. Hennings, 5420___________Seltersweg. 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Juli, Abends 8'/- Uhr Zeiieral-Versammlung im Vereinslocal. Tagesordnung: 1) Ergänzung des Vorstandes. 2) Sonstige Vereins-Angelegenheiten- 5651 Der Vorstand. NB. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. sowie für die reichen Blumenspenden und insbesondere die treue Pflege der guten Schwestern, sagen herzlichen Dank Frau George und Kinder, | Gießener Vienenjülhter-Vercin. Sonntag den 31. Zuli, Nachmittags 3 Uhr Versammlung in Grossen - Linden Abfahrt dahier 1 Uhr 55 Min. Nachmittags. 5649 Bei der Haberkorn'schen Stiftung können 1 iOOO Bk. Zinsen ausgeliehen werden. Greßen, den 27. Juli 1887. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theil- nahme bei dem Verluste unseres heben Sohnes und Bruders Um allen Wünschen entsprechen zu können, führen wir nunmehr außer .„raufe. M «m... ...... i b“ VevaeEvtrpIettev. ..ch Neues igrünkom Saargemünder Thonplatten, la. Qualität ." 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