Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Ar. 1/17 Mittwoch den 29. Juni 1887« Gießener Anzeiger Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. -reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. tW \ Amtlicher Hheil. Gießen, am 25. Juni 1887. Betreffend: Die Gemeindekrankenversicherung der Arbeiter; hier die Verrechnung der desfallsigen Einnahmen und Ausgaben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglicheu Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserem Amtsblatt Nr. 4 vom 21. April l. I. noch nicht nachgekommen sind, werden an die Einsendung der Voranschläge pro 1837 mit Frist von 8 Tagen erinnert. Dr. Boekmann. Nr. 20 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. d. M., enthält: (Nr. 1724.) Gesetz, betreffend Abänderung bezw. Ergänzung des Gesetzes, betreffend die Quartierleistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes, vom 25. Juni 1868 (Bundes-Gefetzbl. S. 523), sowie des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 (Reichs-Gefetzbl. S. 52). Vom 21. Juni 1887. (Nr. 1725.) Verordnung, betreffend die Caution des Kafsirers der Legattonskaffe. Vom 16. Juni 1887. (Nr. 1726.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Aufnahme einer Anleihe auf Grund der Gesetze vom 16. Februar 1882 (Reichs-Gesetzbl. S. 39), Vorn 31 März 1885 (Reichs-Gesetzbl. S. 79), vom 16. März 1886 (Reichs-Gesetzbl. S. 58), vom 30. März 1887 (Reichs-Gesetzbl. S. 148) und vom 1. Juni 1887 (Reichs-Gesetzbl. S. 204). Vom 16. Juni 1887. Nr. 21 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 25. d. M., enthält: (Nr. 1727.) Gesetz, betreffend die Besteuerung des Branntweins. Vom 24. Juni 1887. Gießen, den 27. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische Ueberficht. Sietzen, 28. Juni. Mit freudiger Genugthuung ist die Nachricht zu verzeichnen, daß Kaiser Wilhelm am Freitag Nachmittag zum ersten Male seit Wochen wieder eine Ausfahrt unternommen hat. Dieselbe ist dem greisen Monarchen, der von seiner erlauchten Tochter, der Frau Großherzogin von Baden, begleitet war, in erwünschtester Weise bekommen und kann somit das jüngste Unwohlsein des Kaisers als gänzlich beseitigt betrachtet werden. Es steht daher auch dem Antritt der alljährlichen Badereisen des Kaisers nichts mehr im Wege und soll die Abreise nach Ems nunmehr am kommenden Samstag erfolgen. Obwohl das Reichsparlament bereits seit länger als einer Woche geschloffen ist, so herrscht in Bundesraths-Kreisen doch noch eine angestrengte Thättgkeit, da die vom Reichstage beschlossenen Gesetze bekanntlich der Sanction durch den Bundesrath bedürfen. Am Freitag hielt die genannte Kärperschast eine Plenarsitzung mit ziemlich reichhaltiger Tagesordnung ab; es wurden das Branntweinsteuergesetz und das Unfallversicherungsgesetz sür Bauarbeiter, die Gesetze über die Anwendung gesundheitsschädlicher Farben, über die Rechtsverhältnisse in den deutschen Schutzgebieten und über die Abänderung der Gewerbeordnung (Jnnungswesen) genehmigt. Die Gesetze, resp. die Novellen zum Nahrungsmittelgesetz und zum PostdampsschifffahrtSgesetz, werden zur allerhöchsten Vollziehung vorgelegt werden. Die Anträge von Reichstagsmitgliedern über Arbetterschutz-Bestimmungen wurden den bezüglichen Ausschüssen überwiesen. In einer der nächsten Sitzungen wird über die Unfallversicherung der Seeleute und über die Zuckersteuer beschlossen werden. Das Plenum des Bundesrathes wird wahrscheinlich noch ein paar Wochen versammelt bleiben und bezüglich der Ausschüsse verlautet sogar, daß dieselben den ganzen Sommer über tagen würden. Der kirchenpolitische Ausgleich in Preußen hat durch die nun definitiv erfolgte Ernennung des Bischofs Dr. Kopp von Fulda zum Fürstbischof von Breslau eine neue Besiegelung erfahren. Dr. Kopp hat sich durch feine erfolgreiche vermittelnde Thätigkett zwischen Preußen und dem Vatikan mit Recht den ehrenden Beinamen eines Frtedensbiichofs erworben und seine Berusung aus den wichtigen sürstbischöflichen Sitz von Breslau kann man nur als ein weiteres Zeichen für das gegenwärtig zwischen der preußischen Regierung und dem Vatikan herrschende gute Einvernehmen betrachten. Es scheinen sich in den maßgebenden vatikanischen Kreisen von extremer Seite nicht unerhebliche Einflüsse geltend gemacht zu haben, um die Besetzung des Breslauer fürstbifchöf- lichen Stuhles durch eine so versöhnliche Persönlichkeit, wie Dr. Kopp, aus allen Kräften zu Hintertreiben. Wenn trotzdem die Ernennung desselben ersolgt ist, so darf man hierin unzweifelhaft einen Sieg der gemäßigten Elemente im Vatikan begrüßen und zugleich einen wesentlichen Erfolg der persönlichen Politik des Papstes Leo XIII. erblicken. Bemerkenswerth ist auch oas Schreiben, welches der neue Cardinal-Staatssecretär Rampolla an den Weihbischof Gleich, den Verwalter der Breslauer Diöcese, gerichtet hat. In dem Schreiben heißt es, daß nach Erwägung der gesammten Verhältnisse dieser Diöcese und unter Berücksichtigung „der ausgezeichneten Verdienste des Bischofs Kopp von Fulda und des Rufes, des Talentes, der Klugheit und der Frömmigkeit desselben, sowie auf Empfehlung mehrerer Bischöfe Deutschlands" sich der Papst entschlossen habe, den so lange verwaisten Bischofssitz durch den Oberhirten Kopp zu besetzen, und zwar „unter Hintansetzung der Vorschlagsliste des Capitels." Aus letzterem Passus geht hervor, daß sich Bischof Kopp gar nicht aus der Candi- datenliste des Breslauer Dom-Capitels befunden hat. Schon vor einiger Zeit verlautete, daß Prinz Ludwig von Bayern, der älteste Sohn des Prinz-Regenten Luitpold, den Wunsch geäußert habe, ein* mal an den Uebungen der deutschen Panzerflotte theilnehmen zu dürfen. Dieses Gerücht bestätigt sich, denn es ist dem bayerischen Thronfolger eine auf dessen Wunsch bezügliche Einladung des Kaiser- zugegangen und wird demgemäß Prinz Ludwig an Bord des Panzerschiffes „Kaiser" den diesjährigen Manöver-Uebun- gen des deutschen Panzer-Geschwaders beiwohnen. Dieselben beginnen vor- aussichtlich am 21. August und dauern bis zum 11. September und ist während dieser Zeit Capitän-Lieutenant Baron von Plessen als seemännischer Begleiter des Prinzen commandirt. An diesem Dienstag finden in Bayern die eigentlichen Abgeordneten- wahlen seitens der am 21. Juni gewählten Wahlmänner statt. Durch die Abgeordnetenwahlen werden noch manche Ungenauigkeiten in den Wahlresultaten vom 21. Juni ihre Berichtigung erfahren, aber an den Ergebnissen dieses Tages ändern sie im Großen und Ganzen nichts mehr. Als das hervorragendste Moment der diesjährigen Landtagswahlen bleibt daher die empfindliche Niederlage "der klerikal - patriotischen Partei, oder wie sie sich jetzt nennt, der bayerischen Centrumspartei, bestehen; durch den Verlust ihrer bisherigen Mandate in München, Augsburg, Regensburg, Passau u. s. w. wird die extrem-klerikale Partei in der neuen Kammer nicht unwesentlich vermindert, etwa in der Anzahl von 70 Mitgliedern, wiedererscheinen und also nicht mehr die führende Rolle besitzen. Dieselbe fällt vielmehr den vereinigten Liberalen zu, die ca. 78 Mann stark sein werden, nur ist vorerst noch abzuwarten, ob die Einigkeit aus liberaler Sette lange vorholten wird. Ueberraschend sind die Erfolge der Socialdemo- kratie, welche diese Partei bei den bayerischen Landtagswahlen errungen hat, an denen sie sich zum ersten Male jetzt planmäßig betheiligte. Zwar unterlagen die Socialdemokraten in Nürnberg den vereinigten Anstrengungen der Gegenparteun, aber ihre Candidaten brachten es doch aus ansehnliche Minderheiten, in München II und Fürth aber haben die socialistischen Candidaten sogar Aussichten, gewählt zu werden, so daß die Partei nun vielleicht auch in den bayerischen Landtag einztehen wird, wie ihre Vertreters ja bereits in den Landtagen von Sachsen und Hessen sitzen. Darmstadt, 26. Juni. Die Thronrede, welche Staatsminister Finger in der gemeinschaftlichen Schlußsitzung beider Kammern verlas, hat folgenden Wortlaut: Durchlauchtigste, hohe und hochzuverehrcnde Herren! Es ist Ihnen, Durchlauchtigste, hohe und hochzuoerehrende Herren, bekannt, daß Se. König!. Hoheit der Großherzog aus Anlaß der Feier des höchsterfreulichen Regierungsjubtläums Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und Irland außer Landes weilen. Hierdurch zu Allerhöchst Ihrem Bedauern verhindert, persönlich den gegenwärtigen Landtag zu schließen, haben Seine Königl. Hoheit mich beauftragt, Ihnen Allerhöchst Ihren landesherrlichen Gruß, sowie Dank und Anerkennung für Ihre höchst ersprießliche und zum Theil sehr mühevolle Thättgkeit während des 25. Landtags zu übermitteln. Indem ich mich dieses Allergnädigsten Auftrags entledige, darf ich nicht unterlassen, Ihnen vor allen Dingen für die förderliche Berathung des Hauptvoranschlags der Staats-Einnahmen und Staats-Ausgaben und die entsprechende Feststellung oes Finanzgesetzes für die laufende Finanzpcriode Dank zu sagen. Hierbei hat sich ore n der vorhergehenden Landtagsperiode beschlossene und eingeführte Steuerreform zweckmäßig erwiesen und eine allgemeine Herabsetzung des Steuerausschlags, msv 1 eine Herabsetzung der Grundsteuer ermöglicht. , nur Das durch die Steuerreform bedingte, zu Beginn Ihrer Sitzungen z für die Dauer von 3 Jahren zu Stande gekommene Gesetz über die Gem -ü* ?ter hat sich inzwischen zu fast allseitiger Befriedigung so bewahrt, daß in Zett Ihre Zustimmung zu einem definitiven Gesetze gleichen Inhalts zu eigenen Der günstige Stand der Finanzen des Großherzogthums hat sowohl zu Bildungs- wie auch zu wirthschaftlichen Zwecken- $ eichen S.e. willigen konnten. Werden die Neubauten an der Landes-Universital, zu we^en «x Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 27. Juni. Der Kaiser empfing Vormittags IO3/* Uhr den Hofmarschall Grasen Perponcher, machte um 11 Uhr eine Spazierfahrt und nahm einen längeren Vortrag Wilmowski's entgegen. Berlin, 27. Juni. Die erste Torpedoboots-Division ist mit dem Divi- fions-Chef Prinz Heinrich am 27. Juni von Chatham nach Kiel in See gegangen. abgereist Großherzogin von Baden ist gestern Abend nach Karlsruhe Wien, 27. Juni. Der König von Serbien machte gestern dem Minister Kalnoky einen Gegenbesuch; empfing heute früh den Generalstabsarzt Podrazky zur Consultation und Mittags den russtfchen Botschafter Lobanow. London, 27. Juni. Ferguffon theilte im Unterhaus mit, die Psorte hätte den lebhaften Wunsch ausgedrückt, die Ratification der englisch - türkischen Convention auf nächsten Montag sestzusetzen. Obschon eine so lange Verschiebung sonst nicht üblich sei, hätte die Regierung es doch für angemessen erachtet, dem Gesuch der Psorte zu entsprechen. Fergusson erklärte ferner, daß die Reihen- folge, in der die Königin die Glückwünsche der Botschafter und Gesandten entgegennahm, ohne politische Bedeutung sei. Der Gesandte des Papstes sei in etwas früherer Stunde als einige andere Botschafter empfangen worden; das „Hof Journal" verzeichnete vermuthlich die Audienzen in thatsächlicher Reihenfolge. Smith erklärte, daß die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen mit dem Vatikan weder vom Papst noch von der englischen Regierung angeregt sei. Das Haus trat sodann in die Discusfion des Berichts über die irische Zwangsbill ein. Das von der Regierung bekämpfte Amendement Morley's, wonach die Bill auf drei Jahre begrenzt werden soll, wurde mit 180 gegen 119 Stimmen verworfen. — Das Oberhaus erledigte die Einzeldebatte, betr. die Uebertraguna des Grundbesitzes, ohne wesentliche Amendements. Chicago, 27. Juni. In dem Waarenlager der Chicago Packing und Provision Company brach gestern Nacht ein verheerendes Feuer aus. Die Ge- bäude, welche eine Oberfläche von 5 Acres bedecken, wurden zerstört und mehrere Millionen Pfund Speck und Schmalz verbrannten. Die Armour Cannina Company büßte 700 Fässer Schweinefleisch und 600 Schweine ein. Der ©e* sammtschaden wird auf 1% Million Dollars geschätzt. Lokales. ^Schwurgericht.) Georg Friedrich Rausch von mnr "egen Verbrechens im Amte zu verantworten. Der An- 01^r 0o Gemeindeeinnehmer zu Höchst a. N. und führte bisher sein 5r?ULC bc§ origen Jahres gelangten Unregelmäßigkeiten in der Yir0 seiner vorgesetzten Behörde und es wurde u X t v. I. bei Rausch vorgenommen. Es stellte sich hierbei heraus, Gemeindegelder vereinnahmt, in seinem Nutzen verwendet und falsche Bucheinträge vollzogen hat. Der Angeklagte wurde in 7 Fällen der ihm zur Last Lfimr11 ^^echen schuldig befunden; die Geschworenen billigten jedoch dem voll Schicksalsschlagen Betroffenen mildernde Umstände zu, worauf Verurtheilung auf die Dau» "°°n 3 Jah7-n «folgk. ^b-rk-nnung der bürgerlichen Ehrens. s Mainz, 27. Juni. Bet dem heutigen Trajekttren der Vassaaiere bes 2.,^-L 99X °°n Warms nach Bensheim ist das Damvsbvv'i Nr 2 d-r H°Kch-n Ludw^bM I mit dem zu Thal kommenden Dampfer „Haniel Nr. 1" zusammengestoßenwobei ersteres beschädigt wurde Die Passagiere des Zuges 223, von welchen Niemand ver- I gluckte, wurden vom Dampfer „Hantel" aufgenommen. Das beschädigte Dampf- I Ä fCLnem r*rOrbcJtbciL gesunken und war auf eine Sandbank nach der I Wormser Rheinseite geschleppt worden. Die Untersuchung ist eingeleitet (ft 3) KölneL^,?. 2?< Juni. Heute ftüh gegen der Berltn- Wottsstra^ M dem Uebergange an der Wermelskirchener Straße und der rmei ÖrfmnS? L führte vier Personen- und einen Schlafwagen, einen Post- und I afn ö0ef1‘tx k-r auf dem rechten Geleise einlaufen, in Folge falscher I Weichenstellung fuhr bte Locomotive in das Geleise der Bergisch * Märkischen Bahn I KV1' ^nen Gepäck- und einen Personenwagen mit sich führend; gleich hinter der enta^ikter? bD-?^^lung des dritten Wagens los und die übrigen sechs Wagen I tu k VJfiderselben fiel um auf die rechte Sette und der zweite kam aus aufterTalb HaC “T auf J>ic "uke Seite gefallen, der Schlafwagen stand eben ebens? -in LfLL aufrecht, der Postwagen stand neben dem Geleise, indem n a0; Passagiere des Zuges kletterten, soweit es möglich war, bersten C S^^auerci ihnen Hilfe leisteten, aus den Wagen. Viele HrbP sRMphHnn L1106^6^“^118611 Glitten. Eine ältere Dawe erhielt eine erbeb- 9??is-ndln ?ag am Kopfe; Quetschungen und Beulen am Kopfe haben wohl die meisten "/hrere hatten Armverletzungen, ein Herr hatte beide Knie D 1? ? letzt bekannt, ist Niemand um's Leben gekommen. Alsbald -."^nachbarten Hausern und der Station Hilfe zur Stelle. Der Bahnarzt hpn Moers waren sofort an der Unglücksstätte und bsn Wen b c Hilfe. Die Verletzten wurden, soweit dies nöthig ben Schwestern aus dem Dreikönigen-Hospital in dieses I nlpr Krankenhaus geschafft. Augenzeugen erzählen, es sei ein ganz schreck- gewesen, wie die entsetzten Passagiere, mit todtenbleichcn, von Staub ge- - v! Ämtern aus den Wagenthüren und Fenstern herausgeklettert seien. Der vtaub, der sich in Folge der Entgleisung erhob, war so stark, daß Leute, die an derr ’Ne Mittel gewährten, einen weiteren Aufschwung dieser wichtigen Anstalt zur Folge haben, so versprechen die Nebenbahnen, deren Bau Sie gut geheißen haben, den Verkehr und namentlich den Absatz der Landesproducte in den Gegenden, welche bisher dieser Verkehrsmittel noch entbehrten, in erheblicher Weise zu fördern. Durch die Bewilligung einer sehr namhaften Summe für die Erbauung einer Zellenstrafanstalt haben Sie die Möglichkeit gegeben, daß das Strafvoüstreckungswesen in dem Großherzogthum nunmehr in einen den heutigen Anforderungen entsprechenden Stand gebracht wird. Der Fürsorge, welche Sie der Landwirthschaft, dieser Quelle des Unterhalts und Wohlstands der großen Mehrheit der Bewohner des Landes, zu widmen gewohnt sind, verdankt die Regierung, daß Sie noch gegen den Schluß des Landtags hin sich der Berathung großer und schwieriger Gesetze unterzogen haben, welche sämmtltch dahin abzielen, theils durch den Schutz, welchen sie gegen Ueberfluthung gewähren, thctls durch gemeinsame Einrichtungen und Maßnahmen den Ertrag der Arbeit des Land- wirths zu sichern und zu erhöhen. Einen besonders erfreulichen Abschluß Ihrer Thätigkeit bildet die noch in den jüngsten Tagen erfolgte Verständigung über die Gesetzesvorlage, betreffend die Vor- blldung und Anstellung der Geistlichen. Se. Kgl. Hoheit der Grotzherzog, Allerhöchstwelcher das gleiche Interesse für Seine katholischen wie für Seine evangelischen Untertanen hat und von dem Bestreben erfüllt ist, der einen wie der anderen Kirche in gleicher Weise gerecht zu werden, hat mich beauftragt, Ihnen Seine besondere Allerhöchste Befriedigung über das Zustandekommen dieses Gesetzes zu erkennen zu geben, von dem man sich mit Zuversicht versprechen darf, daß es für die Zukunft ein gleich ungetrübtes Verhältniß, wie es bisher zwischen dem Staate und der evangelischen Kirche bestand, auch in den Beziehungen des Staats zu der katholischen Kirche begründen und ein ersprießliches Zusammen- ! geben von Staat und Kirche in den ihnen obliegenden großen Aufgaben er- I möglichen werde. _ Möge diesem Werke wie allen mit Ihrer Hülfe zu Stande gekommenen Arbeiten der Segen von Oben nicht fehlen!" Uersammlung der Vertreter der Berussgenossenschasten. . . m , Frankfurt a. M., 27. Juni. . g Versammlung der V^treter der Berufsgenossenschaften behufs Begründung eines Verbandes der deutschen Berufsgenossenschaften waren anwesend etwa 150 Vertreter von Genoffenschaftsvorstanden, außerdem wohnten Staatssekretär v. Bötticher Mrmsterlaldirektor Bosse, Präsident Boediker und Oberbürgermeister Miquel der Ver- A^IUI20(oxbecm ?orMende eröffnete die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf Se.Matestat den Kaiser. Nachdem die Versammlung durch das Frankfurter Lokalcomrt6 begrüßt worden war, nahm der Staatssekretär v. Bötticher das Wort und sprach seme Freude darüber aus daß ihm die Einladung Gelegenheit gebe, den Ver- ^^rn der deutschen Industrie seinen Dank auszusprechen für die eifrige, verständniß- volle Mitarbett an den sozralpolttischen Maßregeln, welche der Förderung des inneren grtebenä gewidmet s-i-n. W-nn die Gesetzgebung Fehler enthalte, so liege der Grund darin, daß man sich nicht aus Erfahrungen stützen konnte. An angs sei die Rei-bs- r-gl-rung m üoorgc gewesen, ob sie innerhalb der Industrie das erforderliche opfe?- @nt0Wnfo n ben be. na$ ben je8igcn Erfahrungen sei dieser Zweifel Leschwunden und die Regierung gehe mit Zuversicht daran, den Beru sgeno sen'schasten Ä' ruruwe.sen, welche durch die Altersversicherung beding werden Ge'°tzmtwurs werde voraussichtlich früher zum Abschluß kommen, als man Ansangs zu haften wagte; dann werde Deutschland aus dem Gebiete der Humanität «ine Gesetzgebung besitzen, wie kein anderes Land, die aber hoffentlich auf andere ? eInn,rtfn Die heutige Organisation solle die noch vor- d-n LstrLgen von Herz°7^bk,Cm Sinne «ÜMe er ^5!0« ^s Ausschusses, welche heute ihren Abschluß finden solle durch die Schaffun0 einer eudgiltigen Organisation der Berufsgenossenschaften auf Grund eines Statuts, welches der^ Ausschuß der Versammlung zur Genehmigung vorlege /r,Hebcr ^Eferirt Direktor Holtz-Berlin (Chemische Industries Seitens der Gegner des Unfallverficherungsgesetzes werde vorzugsweise geltend gemacht daü Be Apparat ber berufsgenossenschaftlichen Organisation über bas Bebürfniß ber ^ ?^brstcherung hmausgehe, unb baß letztere viel einfacher unb billiger burch bureau- ^^£0 eingerichtete Versicherungsanstalten burchgeführt werben könne. Dieser Ein- , f06 CZ P^beutung bes Unfallversicherungsgesetzes noch gar erfftnnt 1 kerbten ft, bie Berufsaenossenschaften ins Leben gerufenen haben, sei an sich mmbeftens ebenso groß, wie bas ber Durchführung ber UnfanJr ÄSS lei ^durch zum ersten Male eine fSliche Vertretung ber gesammten beutschen Jnbustrie geschaffen worben wAche be- aub berufen ist, eine Reihe von Aufgaben zu lösen bie über den hor ^nfallversicherung weit hinausreichen. Kon rufsgenoffenschaften neue weitergehende Funktionen iu überfraam . bet in Vorbereitung begriffenen Jn°alibenveZ°rgung g?m7cht werd^ bekannt; ebenso, baß ber Reichstag bei ber Beratbuna ber L fei ■fi" £ schaffen. Von anderer Seite gehe man noch weiter und wolle^die Reaelün? iu 'D7tblil‘5.tn(JPr0,bufti0n Maßgabe des wechselnden Bedarfs in di?hä,che der Bmüsae' noffen chasten legen, um so eine der Hauptqucllen wirthschaMicher Kri „ >u Man könne gegen viele dieser Pläne sich ablehnend Debatten- iebenfnns’ r b e große Entwickelungssähigkeit der Bcrufsgenossenschasten, berin ÄÄ® als einer ber ftuch barsten gefttzgeberischen Gebanken bes Fürsten Bismarck anerkannt I Keyb,ckn n"rb- Diese weitere Entwickelung stets im Auge zu behalten unb Einstuß auk I dieselbe zu gewinnen, sei in erster Linie Sache ber Genossenschaften selbst 2 K ei es nothw-nbig eine Vereinigung zu bilben, welche'di- Intern der Ges mmt inbustr>e in allen diesen Fragen vertreten soll. Aber abgesehen von diesen weites Zielen habe auch schon die nächstliegende Aufgabe der Berussgenossen chasstn d^! Unsallvcrstcherung, das B-dürfniß eines engeren Zusammenschlusses allgemein iüblbar gemacht. Täglich tauchen auf diesem Gebiete neue Fragen aus, zu deren Lölnna -I wunschenswerth M. daß die Erfahrung der EinzAnen der ©eUmt^iu ®ute kommt, unb bie Schwierigkeiten burch gemeinsame Arbeit unb Erörteruna ^befdtiat roerben. In btejem ©inne empfiehlt ber Rebner bie einmüthige Annahm? des vorliegenden Statuten-Entwurfs. vmc ÜC5 DOrs Präsident Böbicker constatirte, um Mißverständnissen vorznbeugen daü nHr Ä'Äen btt® »'eiche Maß von Selbständigkeit genießen und daß dos | derselben zum Reichsoersicherungsamt jeden Zweifel an Harmonie .Das Statut wurde schließlich en bloc angenommen, bie Wahl bes geschah führenben Ausschusses ieboch vertagt. seicyesis- ..rm, Mitglieds bes geschäftsführenben Ausschusses würben gewählt: Die noid- oMe Baugewerks-Berufsgenossenschast, bie Norbbeutsche Textil - Berufsgenossenschast bie Rheim-Wests. Maschinenbau- u. Kleineisen-Jnbustrie-Berufsgenossenschaft, bie Berufs- genos enschaft ber chemi chen Jnbustrie, bie Knappschafts-Berufsgenossenschaft, bi- Wer Holzindustrie Berufsgenossenschaft, bie deutsche ^?b^^-derufsgenossenschaft, bie Brauerei- unb Mälzerei-Berufsgenossenschaft di- * unb Spebitionsgenossenschaft. Den Vorsitz führt bie Buchbrucker Ge- ^ofienschast. Zu Punkt 2 ber ^agesorbnung, Verstänbigung mit ben Regierungen im De reff ber behorblichen unb berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungs - Vorschriften o- Bötticher, baß bei einer Collision von genossenschaftlichen und' behördlichen Vorschriften die letzteren nicht ohne Weiteres außer Kraft gesetzt werden konnten, bie Regierung werbe aber bie Behörben anweisen, in allen Fällen eine Sß?5 stanbigung nut ben Genossenschaften zu suchen. Punkt 3 ber Tagesordnung (Verhält- Ä”0 unb Beauftragten ber Berufsgeuossenschaften ru den staatlichen Aussichtsbehorben) bebauert Dr. Martius-Berlin, baß für bie Ehrung ber vom Reiche erlassenen Gewerbeorbnung nicht auch eine Reichsbehörde mafegebenb sei. In einer Genossenschafts-Sektion, bie sich über mehrere Staaten erftreefe, stehen oft 3 ober mehr Staatsbeamte mit verschiebenen Ansichten bem Beauftragten ber Genossenschaft gegenüber. Rebner hofft, baß burch Einsetzung einer Behorbe für bas Reich auch dieser Uebelstanb beseitigt werde. Ministerialbirektor Bosse verspricht, baß ber Antrag wegen gewerblich technischer Reichs- n^rrbnir+1tn0imenb ^Ogen werbe, eine Abhülfe bes gerügten Uebelstanbes sei badurch S^rLft111^ )mmer zu erwarten, boch werbe bie Regierung stets bereit fein, wenn ©eIbÜDern)anunö§or0ane sich vertrauensvoll an sie roenben, berechtigte Interessen ber Wa?TnÄme2L , Punkt 4 (Unfallstatistik) würbe beschlossen) baß ber a£ I^oft^uhrenbe Ausschuß eine Commission niebersetzen solle, welche in Gemeinschaft mit 91.mfttCA^ürrT*ereni§amt 0/^6nete Normen für bie Unfallstatistik aufstellen soll. Punkt 6 ber Tagesordnung (Entschadigungsfeststellungen mit Rücksicht auf bie Ent- L^C,rbUn0Cn b*eV richte unb bes Reichsoersicherungsamts, sowie Ausstellung .allgemeinen Invaliditätsi.cala) würbe von ber Versammlung für unburchführbar erla (Entschädigungsfeststellung für nur zeitweilig beschäftigte Tages- im'Ännc" Versicherungspflicht auf bie bet bem Unternehmer P^lvuen) unb 9. (Zulässigkeit einer Cautionserhebung 5? lecher Weise, wie bei ber Betriebseinstellung) würben zurück- g^ogen.. Die Punkte 10 (Grunbung eines Verbanbes ber Berufsgenossenschaften zur eT 1C?€LUn? Genossenschaftsorgane gegen Unfälle bei Ausübung ihrer Obliegenheiten) unb 11 (Bestimmung bes Ortes unb ber Zeit bes nächstjährigen Berufsgenossenfchaftstages) würben dem Ausschüsse zur Erlebigung übers wiesen. — Morgen findet ein gemeinsamer Ausflug nach bem Nieberwalb statt. Distern der benachbarten Häusern gestandm, nur eine dicke Staubwolke, aber nichts von den entgleisten Wagen im ersten Augenblick gesehen haben. Viele Passagiere, die mit unerbeblichen Verletzungen davongekommen sind, reisten mit einem sofort an der Station bereitgestellten Zuge weiter. Die Unglücksstätte macht einen wüsten Eindruck. Das ganze Geleise (drei Schienenstränge) ist aufgewühlt und an einzelnen Stellen gebrochen. Die Puffer einzelner Wagen haben sich eingedrückt in andere Wagen, Fensterscheiben, einzelne Wagentheile, Trittbretter und Verbindungen der Wagen sind gänzlich zertrümmert. Der Verkehr ist gesperrt. Sofort waren Arbeiter zur Stelle, welche das eine am wenigsten beschädigte Geleise fretmachten, um den Verkehr wieder zu ermöglichen. Die Untersuchung des Unfalles ist im Gange. Die Behörden waren bald zur Stelle, um die Ursache zu erforschen. Zahlreiche Neugierige umstehen die Unglücksstelle, welche durch Militär und die Mülheimer Polizei abgesperrt ist. (Köln. Ztg.) Köln, 27. Juni. Die Entgleisung des Berliner Courierzuges bei Mülheim erfolgte an einem schrägen Strahenübergang durch Ausiprtngen eines Wagens. Der Zug hatte acht Wagen. Die Locomotive schleifte zwei. Wagen eine Strecke weit, zwei andere stürzten um. Der Schlafwagen blieb im Geleise. Dte Zahl der Verwundeten wird auf 13 angegeben. Köln, 27. Juni. Bei dem Mülheimer Eisenbahnunfall wurden nur zwei Damen aus Berlin schwerer verletzt, Mutter und Tochter, die Uebrigen, etwa 15 bis 20 Personen, leicht. Letztere wurden auf der Unglücksstätte verbunden und sind sofort wettergercist. Wien, 27. Juni. Gestern Nachmittag ist auf dem Trabrennplatze der Luftballon des Luftschiffers Speltrini, mit welchem Leona Dore aufsteigen sollte, durchgegangen. Der Platz war außerordentlich gut besucht, als in Folge eines starken Sturmwindes das Netz, welches Gondel und Ballon zusammenhielt, riß und die Gondel zu Boden fiel. Der Ballon schwebte empor, bis er in unermeßlicher Höhe entschwand. Eine große Aufregung des Publikums begleitete die Flucht des Ballons. Einzelne verlangten ihr Eintrittsgeld zurück, erhielten aber nichts. Der Ballon faßte 940 Kubik- meter Gas. (F. Z.) Gingesandt. Gießen, 28. Juni. Gestern Abend fiel ein 7jähriger Knabe von dem Wiesecksteg in der Bleichstraße auf's Ufer der Wieseck; der arme Junge wird lange an der nicht unbedeutenden Verletzung zu leiden haben. Wfc ru verwundern, daß bei dem verhältnißmäßig großen Ve'.lcbr her M ßof»roafiernnnhr| ^Urlichk-it der Benutzung des ,-hr primitiven Sieges namentlich vet Hochwasser und im Winter, nicht schon mehr Unglück passirt ist. nöt6ig ÄgeMa” Ä/etabt'“86 ®tMe ^°ut, -s ist dieses jedenfalls so Die Bewohner der Blcichstraßc scheinen allmälig Alles über sich ergehen zu Snast maen,n bl°* cinma! al§ .Stiefkinder behandelt werden, denn sonst müssten ic Ä S. ,«1",-rbau-ndm Bruck- beim Stadtvoistand eingekommen sein, der auch wahrscheinlich em derartiges berechtigtes Gesuch nicht unberücksichtigt lassen Wärmegrade der Lahn und der Luft nach Rcaumur gemessen am 28. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17 Grad, Luft im Schatten 14 Grad. L. Ebr. Rübsam en. au Handel und Verkehr. JL 0 7t $yni- Ä dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0.75-0.85 Hühnereier pr. St. 5—0^, Enteneier St. 6—0 3, Käse vr. St. 5—8 Käsematte 3—0 H, Erbsen pr- Liter 18 3, Linsen 30 3, Tauben per Paar 70 bis pcr Stück JL 0.90—1.20, Hahnen pr. Stück JL 0.90—1.40 Enten ^use per Pfund 00—00 H, Ochsenfleisch per Pfund 62 bis Rindfleisch 54-56 H, Schweinefleisch 54—60 Hammelfleisch 50 bis Kalbfleisch 40—46 3, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.50—6.50, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner JL 12.00-14.00, Kirschen per Pfund 18-25 3,. Frankfurt. 27. Juni. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- ^ieb^ waren 431 Ochsen, ca. 29 Bullen, ca. 457 Kühe und Rinder, ca. 294 Kälber. Die Preise stellten sich: Hchsen 1. Qua( JL 58-60, 2. Qual. JL 50-54, Kühe urü) H Oual. JL 45—48 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 55—60 3. 2. Qual. 45—50 3> per 1 Pfund Schlachtgewicht. .. iQärQOAfrLuV' c7, äuni. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer ff «'S fÄer ^cTr0,25, ^"gzen eff. hies. JL 14,50-14,75, fremder u nn ™ AA5' @erftc cffecttD hiesige und Wetterauer JL 15,00—17,00, fremde ** 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JL 12,00—12,50, fremder JL 00,00—00,00. ,. .. Herborn (an der Köln - Gießener Eisenbahn), 27. Juni. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht 498 Stück Rindvieh und 721 Schweine. Der nächste Markt ist am Donnerstag den 28. Juli d. I. In der Krivatktagesache des Lehramts - Accessisten Jacob Keil von Hohenfülzen, zur Zeit in Worms, vertreten durch Rechtsanwalt vr. Gutfleisch, Privatklägers, Wiederbeklagten, gegen 1. Gerichtsaccessist Carl Fuhr zu Gießen, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Dittmar, 2. Lehramts - Accessist Dr. Otto Dingeldein von Alsfeld, zur Zeit in Büdingen, 3. Dr. med. Heinrich Stade zu Dörzbach,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Reatz, Angeklagte, Widerkläger, wegen Beleidigung, wird durch Urtheil des Großherzoglichen Schöffengerichts zu Gießen vom 12./19. März 1886 beziehungsweise Urtheil der Strafkammer des Großherzoglichen Landgerichts zu Gießen vom 7. Dezember 1886 für Recht erkannt: I. Daß der Berufung des Privatklägers Keil stattzugeben,' das Urtheil des Schöffengerichts Gießen vom 12./19. März 1886 in seiner positio 1 aufzuheben, die drei Angeklagten der öffentlichen Beleidigung nach § 185, 200 St. G. B. schuldig zu erkennen und 1. der Angeklagte Dr. Dingeldein in eine Geldstrafe von sechzig Mark, im Falle der Uneinbringlichkeit mit zehn Tagen Gefängniß zu verbüßen; 2. der Angeklagte Gerichtsaccessist Carl Fuhr in eine Geldstrafe von sünszig Mark, im Falle der Uneinbringlichkeit mit acht Tagen Gefängniß zu verbüßen ; 3. der Angeklagte Dr. med. Heinrich Stade in eine Geldstrafe von fünfundzwanzig Mark, im Falle der Uneinbringlichkeit mit vier Tagen Gefängniß zu verbüßen; sowie Jeder der drei Angeklagten in Ein Drittel der Gerichtskosten und der nothwendigen Auslagen des Privatklägers in beiden Instanzen zu verurtheiten sei; II. Dem Privatkläger wird das Recht eingeräumt, diese Verurtheilung binnen 14 Tagen, von Rechtskraft des Urtheils gerechnet, im „Gießener Anzeiger" auf Kosten der Verurtheilten bekannt zu machen; r Anzeiger. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß die Herren Bäckermeister Kart St ernberger, Zregeleibesitzer Heinrich Schomber und Oekonom Friedrich Helfrich als Feldgeschworene für dte Gemarkung Gießen ernannt und verpflichtet worden sind. Gießen, den 28. Juni 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________A. Bramm. 4940 Mein noch vorräthiges Lager in Damen- und Mädchen-Hüten sowie Neuheiten in Sonnenschiemen gebe wegen vorgerückter Saison bedeutend unter Preis. 4566__A. Fangmann, Kirchenplatz. Salvator - Mer aus der Brauerei Friedet von heute ab im Zapf bei Herrn SB* Hammel, „ „ E. Schwall, „ „ C. Steuernagel, „ „ Heinr. Schnell, „ „ L. Herbert Wwe., v „ C. Roth, „ „ Heinr. Grün und in der Hauswirthschaft Wilh. 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Bemerkt wird noch, daß die hiesige Jagd stets einen starken Rehstand hat, und wurden im vorigen Jahr dahier und in nächster Umgebung ca. 130 Rehe geschossen. Bettenhausen, den 27. Juni 1887. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. Rückel. 4924 Iieilgeöotenes. 1 Kleidercattune in circa 100 verschiedenen Mustern empfiehlt zu spottbilligen Preisen das Wäsche- u. Ausstaltungsgeschäst von M. Kann, Marktstraße. Äechten Emmenth.Hchwcherkiise sowie fst. Goth. Cervelatwurst empfiehlt 4890 __L. Kalkhof, Herren- und Knabenhüte empfiehlt in großer Auswahl und billigen Preisen 4569 A, Fangmann, Eine gut erhaltene Chaise billig zu verkaufen bei & Hch. Mühlich, g Wagnermstr., Flügelsgasse. Hamburger Rauchfleisch, westphälischen u. gekochten Schinken, Gothaer u. Braunschweiger Cervelatwurst empfiehlt in besten Qualitäten 4776 A. «och Nachfolger Hamburger Fisch- u. Delicateffenhandl. Leichte Wagen (Halbverdeck) zu verkaufen. 4837 Fr. Schwan, Wetzlar. 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