Ar. L25. Zweites Blatt. Sonntag den 29. Mai 1887. (fneßenet Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vareau; Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. Preis oierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn, "i urd) die Polt bezogen oierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Die unnöthigen Thierquälereien beim Schlachten des Kleinviehes. Wenn man uns sagte, daß es ein Land gibt, in welchem täglich über hunderttausend Thiere vtvisecirt werden, so würden wir das als eine absurde Erfindung, als etwas Unmögliches bezeichnen. Und doch leben wir selbst in einem solchen Lande und die Massen-Bivisection, von der wir sprechen, ist das Tod mar lern unserer Schlacht- thiere, besonders der kleineren, der Kälber, Schweine, Schafe u. s. m., ohne vorhergehenden Kopfschlag oder sonstige Betäubung. Die großen Schlachtthiere, welche man nicht so leicht bewältigen kann, werden vor dem Schlachten durch einen Schlag auf den Kopf oder mittelst Schlachtmaske betäubt; nur die kleineren, deren Gegenwehr der Mensch nicht zu fürchten hat, müssen diese Wohlthat entbehren. Von den ca. 130 000 dieser Thiere, welche täglich im Deutschen Reich geschlachtet werden, werden nach einer eher zu hoch gegriffenen Schätzung nur- ungefähr 15 000 betäubt. Wir haben den Ausdruck Vivisection mit allem Vorbedacht gewählt, weil wir keinen bezeichnenderen kennen für die Art, in welcher bet uns diese kleineren Schlacht- thiere getödtet werden. Das gewöhnliche Verfahren bei der Schlachtung der Kälber ist, daß dieselben an den Hinterfüßen ausgehängt werden und frei in der Luft hängen. Es werden die starken eisernen Haken zwischen die festgeknebelten Beine gestoßen, was an der so empfindlichen Knochenhaut heftige Schmerzen verursacht. In größeren Schlächtereien werden aus diese Weise zu gleicher Zeit immer mehrere Kälber aufgehängt, oft lange ehe der Schlächter zur Stelle ist. Durch die auf Augenschein beruhenden Darlegungen bei den Thierschutzcongressen wurde constattrt, daß in kleineren Schlächtereien die Kälber nicht selten an den durchschnittenen Sehnen der Hinterbeine aufgehängt werden, was die Schiächter „Aufflechsen" nennen. Da der Kopf abwärts hängt und also das Blut nicht aus dem Hirn entleert wird, so hat das Thier bis zum letzten Augenblick Bewußtsein und die volle Empfindung dieser furchtbaren Marter. Die Schweine werden wohl in den größeren Städten vor dem Stechen betäubt, weil ihr Geschrei belästigt, aber nicht in kleineren Orten und auf dem Lande. Diele Schlächter sind der Meinung, daß „das Leben das Blut aus dem Körper treibt", man müsse also das Thier möglichst lange lebend erhalten, um das Ausbluten zu bewirken. Es wird deshalb der Schlachtakt möglichst lange ausgedehnt. Zu diesem Vehufe macht der Schlächter nur eine kleine Wunde, hält das Messer in derselben fest und schneidet, wenn das Blut aufhört zu fließen, wieder etwas weiter. In manchen Gegenden herrscht das Vorurtheil, ein Schwein, das beim Schlachten nicht recht lange und stark schreie, sei nicht gesund gewesen. Deshalb darf das Thier vicht schnell getödtet werden, und wenn es zu fett ist, um recht laut schreien zu können, so werden noch besondere „Handwerksvortheile" angewendet, um ihm ein Schmerzgeschrei auszupressen. So ist es ein beliebter Handgriff, den Daumennagel dem Thier hinter den Augapfel einzudrücken. Auch muß auf dem Lande das Geschrei der Schweine als Anzeige dienen, daß es „Schlachtschüffel" gibt. Am Gräßlichsten ist das Schlachten auf dem Lande durch die Bauern selbst, die des Schlachtens gänzlich unkundig, das Thier buchstäblich zu Tode martern. Ohne die Lage der Blutgefäße zu kennen, stechen und bohren fie, oft mit stumpfen und schartigen Messern, am Hals des Thieres herum, durch die Luftröhre und durch den Schlund. Oft ist der ganze Hals verftochen und immer sind die Hauptadern noch nicht geöffnet; Las Blut fließt schwach und das Thier stößt ein fürchterliches Schmerzgeschrei aus, bis Pfingsthoffnungen. Jedes wiederkehrende Pfingstfest erfüllt die Menschheit mit neuer Freude Pfingsten ist ein Fest des Geistes, der auch den schwächsten Körper belebt. Pfingsten ist der Sieg des Lichtes über die Finsterniß, der Freiheit über die Gebundenheit, der Hoffnung.über die Verzagtheit. Es waren einfache Handwerker und Fischer, arm an Menschenweisheit, aber reich an Gotteserkenntniß, die am Pfingstmorgen einmuthig beieinander waren, als schnell ein Brausen vom Himmel geschah, „und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären fie feurig". Alles was diese Apostel im jahrelangen Umgänge mit dem Heiland Edles und Wohlthätiges geschaut und was sie von göttlichen Lehren in sich ausgenommen hatten, ohne darüber recht klar zu werden, das wurde ihnen am Pfingsten offenbart. Eine innere Erregung traf ihre Seelen und loste ihre Zungen zur Predigt über Christi Leiden und Herrlichkeit. Der Herr lebte wahrhaftig in ihnen und gab ihnen Kraft, um sich ganz in den Dienst der Nächstenliebe zu stellen. , r . , , ,f. So wie die Jünger des Herrn nicht vergebens auf den ihnen verheißenen heiligen Geist gehofft hatten und durch ihn für ihren Beruf geweiht wurden, so darf auch heute noch jeder aufrichtige Christ auf eine innere Erneuerung unter dem Beistände des Geistes hoffen. Diese individuelle Besserung ist die Voraussetzung der socialen Reform. Innere Arbeit und Entsagung ist die wichtigste Förderung produktiver Thatigkett, weil sie auch zum äußeren Berufe Kraft und Ausdauer gibt. Die besten Gedanken und Entschlüsse kommen aus dem Herzen und sind Inspirationen, welche der Mensch einer tieferen Beschäftigung mit dem Geiste und Gewissen verdankt; sie kommen im Schlummer oder Wachen, oft plötzlich ohne Zuthun, oft erst nach längerem Ringen um die Wahrheit und Gerechtigkeit. , So wie am ersten Pfingsttage empfängt die Menschheit noch alliahrlrch ihre Offenbarungen und die Wethe für ideale Bestrebungen, welche unzertrennlich sind von der wirthschaftlichen Wohlfahrt. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele! Die Gegenwart scheint diesen Spruch vergessen zu haben. Fleischeslust und Mammonsdienst, Selbstsucht und Reid machen sich oben und unten geltend und möchten sich die Güter dieser Erde ohne viel eigene Arbeit und Entbehrung auf Kosten der Gesammtheit aneignen. Die einzelnen Völker und die verschiedenen Klassen der menschlichen Gesellschaft rüsten sich zum mörderischen Kampfe gegeneinander. Alte Formen, in denen die Menschheit bisher wandelte, wollen sich lösen in Kirche, Staat und Gesellschaft. Wer wird schließlich die moderne Cultur und die sociale Ordnung retten? Die Macht des Staates wird dazu kaum ausreichen, wenn nicht die Kraft des Geistes die Menschenherzen wieder verbindet zu freiwilligem Thun und Entsagen für Anderer Wohl, wenn wir nicht dafür sorgen, daß das Feuer, welches Christus auf Erden angezündet hat, wieder überall Licht und Wärme verbreitet und die Leidenschaften der Genußsucht, des Parteihaders und Klassenhasses verzehrt. Jedes Pfingstfest, an welchem wir in der äußeren Natur alles wieder grünen und blühen sehen und die Stürme des Winters vergessen, erweckt in uns auch Hoffnungen auf eine innere Wiedergeburt der Menschen und auf ein neues Wirken des Gottesgeistes auf Erden. Mögen in allen Ländern Charaktere auftreten wie die ersten Christen, welche eine neue bessere Sitte der Zuchtlosigkeit der Zeit muthig entgegensetzen und sich die Hand reichen zu einem Friedensbunde für Sittenreinheit, Mäßigkeit und Völkerwohlfahrt. es endlich nach halb- oder dreiviertelstündiger Qual ausgeröchelt hat. Nicht selten schinden mehrere an dem unglücklichen Thiere herum; denn der Junge, kaum ist er dem Knabenalter entwachsen, soll auch das „Schlachten" lernen. Während das Thier in dieser Weise zu Tode gemartert wird, halten es gewöhnlich Knaben oder Mädchen an den Hinterbeinen fest, drücken es mit den Knieen nieder, zerren und schlagen es; ein Kind hält die Blutpfanne, ein anderes rührt das Blut und die übrige Dorfjugend steht herum und sieht dem widerlichen Schauspiel begierig zu. Welchen Einfluß es auf die Volkssitten hat, wenn die Kinder, kaum können sie auf den Beinen stehen, an solchen Anblick gewöhnt werden, wenn sie später selbst Handreichungen bei diesen gräßlichen Schlächtereien leisten und die rohen Scherze, die bei solcher Gelegenheit gemacht werden, mit belachen, ist wohl jedem Denkenden klar. Wenn in dieser Weise das Gemüthsleben und damit der Boden für alle sittlichen Regungen schon im Kinde verwüstet wird, so darf man sich nicht wundern über die vielen Rohheitsakte und die Angriffe auf das Leben von Menschen, die besonders in manchen ländlichen Gegenden in so erschreckender Zahl begangen werden. Es ist bekannt, daß Tierquälerei immer in ursächlichem Zusammenhang mit Mordlust und Verbrechen gegen Menschenleben steht und so ist es begründet, wenn man die Schlachtfrage eine Frage der Volksmoral genannt hat. Man sollte es nicht für möglich halten, daß sich ein solcher Zustand bis heute erhalten konnte in einem christlichen Culturstaate, in welchem ungefähr 40,000 Geistliche, 150 000 Volksbildner und ein großer Polizei- und Gesetzgebungsapparat für Förderung von Moral und humaner Bildung, für Aufrechthaltung von Ordnung und Sitte zu sorgen haben. Man weist vielleicht darauf hin, daß wir einens Gesetzartikel zur Verhütung von Thierquälereten haben; man sagt vielleicht, es sei Sache der Thierschutz-Vereine, die Schlachtstätten zu überwachen und Fälle wie die oben geschilderten zur Anzeige und Bestrafung zu bringen. Wohl steht im deutschen Strafgesetzbuch unter den Ueber- tretungen gegen die öffentliche Ordnung ein Artikel, welcher lautet: „Wer öffentlich oder in Aergerniß erregender Weise Thiere boshaft quält oder roh mißhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 JL oder mit Haft bestraft." Bei den hier verlangten Kriterien: „öffentlich, in Aergerniß erregender Weise, boshaft oder roh" kann zwar Jemand bestraft werden, der ein Pferd oder einen Hund auf öffentlicher Straße schlägt, aber der Richter kann auf Grund dieses Artikels Niemand verurtheilen, der beim Schlachtgeschäft die ärgsten Grausamkeiten begeht. Ist es doch voraekommen, daß Schlächter freigesprochen wurden, die angeklagt und überwiesen waren, daß sie ein noch lebendes Thier abgehäutet hatten! Um eine bessere Fassung dieses Artikels zu erwirken, haben sich die Thierschutz- Vereine seit Jahren an den Reichstag, an die Partikular-Regierungen und Landtage gewendet, aber ohne Erfolg. Der Verband der deutschen Thierschutz-Vereine hat nun eine Petition an den deutschen Reichstag gerichtet, in welcher er um die Aufnahme eines Artikels in das Reichsftrafgesetz bittet, durch welchen das Tödten unserer Schlachtthiere ohne vorhergehende Betäubung mittelst Schlag oder Schlachtmaske bei Strafe verboten wird. Dieser Schlachtmcthode stehen keinerlei Hindernisse, keinerlei Verletzung irgend welcher Interessen entgegen. Das Schlachtgeschäft wird durch dieselbe nicht nur nicht erschwert, sondern vereinfacht und erleichtert. Der Beweis hierfür ist erbracht in jenen Orten, wo die Betäubung der Schlachtthiere schon lange in Hebung ist, und besonders durch die allgemein übliche Art der Schlachtung des Großviehs. Es ist unmöglich, alle die Ursachen, welche Schuld tragen an dem verrotteten Zustand unseres Schlachtwesens, Rohheit, Gewohnheit, mißverstandener Eigennutz, Vorurtheil, zu beheben, aber sie können unschädlich gemacht werden durch eine gesetzliche Vorschrift, welche die Betäubung vor dem Schlachten der Thiere anordnet. Man muß annehmen, daß es den wenigsten Menschen, besonders in den gebildeten Kreisen, bekannt ist, weich' scheußliche Proceduren mit der Tödtung unserer Schlachtthiere verbunden sind; es wäre sonst unbegreiflich, daß ein solcher Zustand heute noch bestehen kann, unbegreiflich, daß Leute, die mit Entrüstung erfüllt werden, wenn etwa ihr Hund von einem rohen Menschen einen Schlag bekommt, gegenüber dieser Massenfolter gleichgiltig bleiben. Es gibt sehr viele Menschen, die kein Thier tödten sehen können, die es bedauern, daß wir die Thiere zu unserer Nahrung brauchen. Mit dieser Empfindsamkeit ist aber sehr wenig genützt. Wahres menschliches Gefühl muß sich thatkräftig zeigen. Wir müssen dem Jammer nicht aus dem Wege gehen, sondern ihm festen Auges entgegentreten und was an uns ist thun, ihm abzuhelfen. Und hier, in der Schlachtfrage, hier können wir viel thun. Jeder kann in seinem Kreise wirken. Hat er Geistliche, Lehrer, Gemeinde- und Administrativ-Beamte unter seinen Bekannten! so soll er ihr Interesse an dieser Frage zu wecken suchen; viel könnten besonders die Geistlichen auf dem Lande wirken. Bis zur retchsgesetzlichen Regelung der Frage können die Gemeinden durch ortspolizeiliche Vorschriften wenigstens eine Reform des Schlachtens, soweit es durch gewerbsmäßige Schlächter ausgeübt wird, bewirken. Vor Allem aber soll Jeder, der mithelfen will, den grauenhaften Zustand in unserem Schlachtbetrieb zu beseitigen, soviel ihm möglich, auf die gesetzgebenden Factoren, besonders auf die Mitglieder des Reichstages einwirken. Die geforderte Abhilfe wird nicht länger verweigert werden können, wenn alle Gebildeten ihre Stimme erheben und laut die Beseitigung eines Zustandes verlangen, der bei einem christlichen, cioilisirten Volk ebenso unbegreiflich wie unentschuldbar ist. Literarische-. »Erfurter illuftrirte Garterrzeitung*, früher „Erfurter Eultur-Wegweiser". Einem Jeden, der Lust und Liebe zur schönen Gartenkunst besitzt, empfehlen wir aus voller Ueberzeugung die in Erfurt im Verlage von I. Fr oh berg er erscheinende „Erfurter illuftrirte Gartenzeitung". Dieselbe hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon zahlreiche Freunde im In- und Auslande erworben und zählt schon Personen aus allerhöchsten Kreisen zu ihren Abonnenten. Die „Erfurter illuftrirte Gartenzeitung" hat es sich zur Aufgabe gemacht, mtt- zuhelfen an der Hebung des allgemeinen Interesses für den Gartenbau und mit zu wecken die Liebe zur schönen Gartenkunst. Jedoch nicht allein dem Obstbau will sie sich widmen, nein, alle Gebiete des Gartenbaues, Blumen-, Gemüse-, Obstzucht-, 2-oprj" pflanzencultur rc. will sie gleichmäßig behandeln und somtt jedem Gartenliebhaber etwa bieten, auch wird sie nicht versäumen, öfters interessante Abhandlungen über decorationen zu bringen. , . _____ 1Ins Die „Erfurter illuftrirte Gartenzeitung" will für Reich und Arm, H Niedrig, für den besser, sowie auch für den weniger Gebildeten bestehen, a ' ein, ihr lernen, Nutzen und Segen davon tragen und wird sie biestrhal hmten- sachen, belehrenden, nützlichen Abhandlungen auch die Wissenschaft! ch rsurt-r illuftrirte Gartenzeitung" ist ein nun Blumen-, Obstzucht zu seinem Vergnügen aber zu I-Mem nutzen LandwirthfchaftlicheS. — Es entspricht nur der Natur der Sache, daß die Verwendung von Maschinen im landwirthschaftlichen Betriebe mit der zunehmenden Intensität des Betriebes und der gleichzeitig wachsenden Abneigung der Arbeiterbeoölkerung vor den schweren Arbeiten des Landbaues auch in Deutschland immer mehr zunehmen muß. Daß dieselbe einer sehr nützlichen Ausbreitung noch fähig ist, sehen wir an dem Beispiele der nord- amerikanischen Ackerbaustaaten, in denen mit erstaunlich wenigen yandarbcitskraften der Feldbau betrieben wird. Daher dürfte das Unternehmen der Deutschen Landwirth- schafts-Gesellschaft, alljährlich auf ihren Ausstellungen Maschinen und Geräthe auszustellen, auch deren Prüfung vorzunehmcn, ein sehr zeitgemäßes sein. Die vom 9 bis 13 Juni ds. Js. in Frankfurt stattftndende erste Wander-Ausstellung wird bereits 1400 Maschinen und Geräthe vereinigen. Duplikate sind hierbei grundsätzlich ausgeschlossen. Nach dem uns zugänglich gewordenen Verzeichniß wird das erste und älteste Ackerbauinstrument, der Pflug, am zahlreichsten, und zwar in 200 Exemplaren verschiedener Construction vertreten sein, darunter 9 vollständige Dampfpflüge, welche z Th. auf einem Felde in der Nähe des Ausstellungsplatzes in Betrieb gesetzt werden sollen. Von anderen Ackerinstrumenten zählen wir 50 Eggen, 32 Walzen, 18 Drills, 22 Breitsäemaschinen, 21 Hackmaschinen und mehrere Pflanzmaschinen; von den viel gefragten und umstrittenen Düngerstreumaschinen sind 11 vorhanden. Von Erntemaschinen für Getreide und Gras sind zu nennen 17 Mähemaschinen, ebenso viel Rasenmäher, 2 Mähe- und Bindemaschinen, 14 Ernte- und Heurechen, 6 Heuwender und 10 Kartoffelernteapparate, die leider noch immer zu den wenig erprobten Geräthen gehören. Von Dreschmaschinen, die zu den besteingeführten Apparaten zu zählen sind, werden über 100 am Platze sein, dazu über 50 Göpel und über 50 Loco- mobilen und Dampfmaschinen zu verschiedenem Gebrauch. Ebenso werden 50 Getreidereinigungsmaschinen und Unkrautauslesemaschinen, Geräthe, deren Anwendung in dem letzten Jahrzehnt außerordentlich sich erweitert Hal, vorgeführt werden. Recht zahlreich sind auch die Maschinen zur Futterzubereitung vertreten, so HO Häckselmaschinen, 55 Schrot-Mühlen und -Quetschen. 5 Mahlmühlen, 30 Rüben- und Kartoffelschneiden, 25 Koch- und Maischapparate, 10 Oelkuchenbrecher, Waschmaschinen für Hackfrüchte u. bergt mehr. An großen und kleinen Waagen werden 50 am Platze sein. Neben 30 Karren und Wagen zu mannigfaltigen TranSportzwccken wird eine große Auswahl von Feldbahnen aller vorhandenen Systeme mit vollständiger Ausrüstung gezeigt werden, die von den steten Fortschritten dieser sich mehr und mehr einführenden Transportwetse Aeugniß ablegen wird. betreiben, ein Rathgeber in zweifelhaften Fallen. Wenn man bedenkt, wie vrel im Gartenbau allgemein gesündigt wird durch Unkenntniß und Unachtsamkelt, so sollte em Jeder den Abonnementsbetrag nicht scheuen und srch durch das Lesen dieser Zertung die Kenntnisse verschaffen, die zu einer rationellen Bewirthschaftung eines Gartens erforderlich sind. Und daß dies alles die „Erfurter illustrtrte Gartenzeitung" bieten kann, das verbürgt die Mithülfe der ersten Meister des Gartenbaus. Ferner bringt jede Nummer am Schluß eine Menge kleinerer sehr interessanter Notizen und steht den Abonnenten die Rubrik „Briefkasten" zur Verfügung, in welchem alle den Gartenbau betreffenden Anfragen gern beantwortet werden. Wiederholt empfehlen wir daher diese reich illustrirte Zeitschrift allen Gartenfreunden auf's Wärmste. Sie erscheint monatlich zweimal und ist der vierteljährliche Abonnementspreis von 1.50 JL ein billiger zu nennen. Zu beziehen ist sie durch jede Buchhandlung, Postanstalt oder direct durch die Expedition in Erfurt. . . . . „ ,, .r , .. Probenummern auf Verlangen gratis m jeder Buchhandlung oder durch die Expedition. ___________________ Eine in demselben Maße neuerdings ungeahnte Ausdehnung findende Branche des landwirthschaftlichen Maschinenwesens, das der Molkerei, ist durch 7 vollständige Meiereien und 100 einzelne Maschinen und Geräthe vertreten. Der Gegend angemessen sind eine größere Anzahl und zwar 40 Obst- und Weinpressen ausgestellt. Außer den genannten werden noch 200 verschiedene Maschinen und Geräthe vorhanden sein darunter allein 54 Pumpen. Von diesen 1400 Maschinen und Geräthen sind 91 absolut neu und noch auf keiner Ausstellung gezeigt. Dörrapparate bewerben sich in einer Concurrenz, die sich je nach der Reife der zu dörrenden Früchte bis in den Herbst feru setzen wird, um eine Anzahl Preise, ebenso Schälmaschinen. An dieser Ausstellung betheiligen sich die Mehrzahl der namhaftesten Firmm Deutschlands und einige Weltsirmen des Auslandes, im Ganzen 100 Aussteller. Der Kernpunkt dieses Theiles der Ausstellung der Deutschen Landwirthschasts-Gesellschaft liegt indessen nicht daran, daß in Frankfurt eine glänzende Maschinenabtheilung vorgeführt werden wird, sondern darin, daß die Ausstellung der Anfang eines Systems von Ausstellungen werden wird. Die Maschinenfabrikanten werden nicht mehr wie bisher alle Jahre auf Ausstellungen hin und her gezerrt werden, sondern sie werden ihre Pflicht der weiteren Oeffentlichkeit gegenüber erfüllt haben, wenn sie auf den jährlichen Ausstellungen der^Deutschen Landwirthschasts-Gesellschaft sich zeigen. Die Landwirthe aber werden eine Stelle alljährlich haben, wo sie alles sehen können, was an Fortschritten im landwirthschaftlichen Maschinenwesen überhaupt zu sehen ist, wo sie eine große Auswahl haben und das kaufen können, was für ihre besonderen Zwecke und Verhältnisse paßt. Schiffs - Bewegung der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrt-Actien-Gesellschaft. „Hammonia", von Hamburg nach New-Aork, am 16. Mai Dover passirt. „Albingia", am 16. Mai von St. Thomas nach Hamburg abgegangen. „Gellert-, von New-Aork, ist am 17. Mai in Hamburg angekommen. „Suevia", von Hamburg nach New Aork, am 17. Mai von Havre weitergegangen. „Wieland", am 19. Mai von New-Aork nach Hamburg abgegangen. „Rugia", von New-Aork, ist am 20. Mai in Hamburg eingetroffen. „Polynesia" von Hamburg nach New-Aork, 20. Mai Dover passirt. „Hungaria", von St. Thomas, ist am 20. Mai in Hamburg angekommen. „Allemannia", am 21. Mai von Hamburg nach St. Thomas abgegangen. „Lessing", von New-Aork nach Hamburg, ist am 22. Mai von Eherbourg weitergegangen. „Gothia", von New-Aork nach Stettin, ist am 23. Mai in Eopenhagen eingetroffen. „Gellert", von Hamburg nach New-Aork, ist am 23. Mai in Havre angekommen. „Australia", von Hamburg, ilt am 15. Mai in New-Aork angekommen. „Sorrento", von Hamburg, ist am 20. Mat in New-Aork angekommen. „Slavonia", von Stettin, ist am 23. Mai in New-Aork angekommen. „Rhaetia", von Hamburg, ist am 23. Mai in New-Aork angekommen. Loeslund's echtes Msh Extrakt ist bet Husten, Heiserkeit, Katarrh, Asthma, Brust- und Halsleiden als Diätetikum seit 20 Jahren bewährt, ebenso sind Loeftund's Malz-Extrakt-Bonbons als Hustenbonbons sehr beliebt. Das Malz-Extrakt mit Eisen wird bei Bleichsucht und Blutarmuth, das mit Kalk bei englischen Krankheiten, das mit Leberthran für schwächliche Kinder empfohlen. Das neue Mittel, Loeffnnbs Rahm-Konserve, wird bei zehrenden Krankheiten mit bestem Erfolge gebraucht. In allen Apotheken, wobei ausdrücklich zu verlangen: von Ed. Loeflund in Stuttgart. 792 Lieferung. Für das Großherzogliche akademische Hospital in Gießen soll die Lieferung von: ca. 2000 Ctr. Anthracitluchlen, 2800 „ melirte Kohlen, 50 Kmtr. Tannen-Kcheit- Hot; aus dem Submissionswege vergeben werden. Offerten sind bis zum 4« Juni 1887, Vormittags 12 Nhr, auf dem Verwaltungsbureau obiger Anstalt, mit entsprechender Aufschrift versehen, versiegelt einzureichen. Die Bedingungen liegen an Wochentagen von 3—6 Uhr auf genanntem Bureau zur Einsicht offen. Gießen, den 26. Mai 1887. Großherzogliche Direction des akademischen Hospitals- Riegel. 4113 "IMiiäRersteigerung. Donnerstag den 2. Juni, Nachmittags Uhr, werben Südanlage 16, ni. St-, aus dem Nachlaß der Frau I. Bayerthal Wwe. Möbel und sonstige Hausgeräthe, insbesondere eine feine Plüschgarnitur, Eauseuse, 2 Sefsel und 6 Stühle, Sopha's, Kleider- und Weitzzeug- schrünke, Spiegel, 1 feiner Blumentisch, Teppiche und sonstiges Hausmobiliar versteigert- Sämmtliche zum Ausgebot kommenden Gegenstände sind sehr gut erhalten und können am Versteigerungstage Morgens von 9 Uhr an eingesehen werden- 4061 Im Auftrag _____Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Dienstag den 14. Juni d. A, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des Louis Pimper n. gehörige Hofraithe Flur I Nr. 1005 — 62 Meter Hofraithe in der Flügelsgasse, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 2. Mai 1887. Großh- Ortsgericht Gießen- 3461 Lüdeking. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Jagdpächter des Distrikts „Schiffenberg und Herrenwald" haben uns mitgethellt, daß sie in genanntem Jagdbezirk zur Verhütung der Ueber- handnahme des Raubzeugs Fangeisen und Fangbrocken auszulegen beabsichtigen. Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß mit dem Bemerken, daß es sich für Waldbesucher empfehlen dürste, etwa mitgenommene Hunde, um diese vor Schaden zu bewahren, innerhalb des Waldes stets an der Lein- zu führen. Gießen, den 17. Mai 1887. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. ___________________________Heyer.__________________________ für Damen und Mädchen garnirt und ungarnirt, Herren- und Hnabenhüte, Sonnen- und Regenschirme empfiehlt in großer Auswahl zu fehr billigen Preisen 3906 A. Fangmann __________________________________________ Kirchenplatz.______________ H. 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Juni, Nachmiltags 2 Uhr, fallen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Daniel Vogt Eheleuten gehörigen Immobilien Flur VI Nr. 92 — 2956 Mtr. Acker am Laufertsröderweg, „ VIII Nr. 18 - 2500 Mtr. Acker diesseits am Grasweg, „ xxv Nr. 58 U. 59,7 - 1656 Mtr. Acker vor dem Weiher, w XXVII Nr. 233 — 2238 Mtr. Wiese an der Stepbansmark jenseits derWieseck, stößt auf das Bruch, „ XXVIII Nr. 194 — 444 Mtr. Acker am hohen Rain, „ XXVIil Nr. 195 — 1225 Mlr. Acker daselbst, „ XXXI Nr. 29 — 3750 Mir. Acker zwischen dem Grüninger Pfad und dem Erdkauter Weg, „ XXXII Nr. 116 — 2569 Mtr. Wiese am Altenfeld vor dem alten Weiher, „ XXXIII Nr. 149 — 275 Mtr. Acker am Nahrungsberg, auf den Steinbacher Weg, freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. Mai 1887. Großh. Ortsgericht Gießen- liogt. 4054 Arbtttslmsteigerlmg. Donnerstag den 2. Juni, Nachmittags 1 Uhr, soll aus dem Gemeindehaus das Um- pflastern von etwa 250 l. Meter AbzugSrirrnen an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Leihgestern, am 26. Mai 1887. Großh- Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. 4117 Keifgeöotenes. Neu! „Mikado46 Neu! feinstes, li-blichst-s, bisher . „nüber, troffenes Parstinn Depot bei 4071 __PH» Stier, Friseur. 3202] Gut erhaltene Fenster zu verkaufen Marburgerstraße 13. Beste weisse Kern* Seife per Pfund 27 10 Pfund A 2.50, 25 Pfund JL 6.—, Prima gelbe Harz,Kernseife, per Pfund 26 Beste weiße Schmierseife (Silber-Seife), per Pfund 23 H, Glycerin-Schmierseife, per Pfund 22 H, sowie Fst. ReiS- u. Weizen»Stärke, Stärkeglanz, Borax, Calcinirte und crystallisirte Soda, May er's verbesserte Bleich-Soda, Bestes engl. Wascherystall, „Marke Sholl", Fettlaugenmehl, Verschiedene Sorten Waschblau in Pulver, Kugeln und Stangen. Azurblau empfiehlt in nur besten Qualitäten zu billigsten Preisen 3995 Fr. Seibel. 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