M. 2SO Donnerstag dm 27. October 1887. Amts- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen. W Nnreau r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher HHeil. Nr. 41 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 22. d. MtS., enthält: (Nr. 1752.) Bekanntmachung, betreffend die Einfuhr von Pflanzen und sonstigen Gegenständen des Gartenbaues. Vom 20. October 1887. Gießen, am 25. Oktober 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Politische UebersichL. GieHen, 26. October. Mit lebhafter Genugthuung ersieht jeder patriotische Deutsche aus der Antwort des Kronprinzen auf das ihn zu seinem Geburtstage beglückwünschende Telegramm des Statthalters Fürsten Hohenlohe, daß es mit dem Befinden des hohen Herrn entschieden bester geht und daß die Aerzte mit seiner noenn auch nur langsam fortschreitenden Genesung durchaus zufrieden sind. Lach diesem Zeugniffe des erlauchten Patienten selbst dürsten nun wohl alle Geisel und beunruhigenden Gerüchte, welche in letzter Zeit in weiten Kreisen der Nation hinsichtlich des Gesundheits-Zustandes des Kronprinzen ausgetaucht lMen, wieder verschwinden, hoffentlich wird dastelbe nun aber auch von den lüngathmigen und nicht immer tactvollen Preßerörterungen über das Halsleiden ws deutschen Thronfolgers zu gelten haben. Es ist ja fehr erklärlich, daß das inm schon viele Monate andauernde Leiden und das hierdurch bedingte Fernsein s»es kronprinzlichen Herrn von der Heimath im deutschen Volks einige Besorg- ßiffe und weitgehende Theilnahme hervorrust und daß sich daher die Blätter beeilen, ihr Publikum über das Befinden des Erben de» Kaiserthrones auf dem Laufenden zu erhalten. Aber wenn fich schließlich hierbei eine förmliche Polemik varüber herausbildet, ob die bet dem hohen Patienten angewandte Heilmethode Vie richtige sei, ob die englischen oder die deutschen Aerzte bei seiner Behandlung ü>as Richtigere träfen und was dergleichen Ratsonnements mehr sind, so läßt W eine solche Haltung nicht mehr mit dem Interesse und der Theilnahme an ftiem Leiden des fürstlichen Herrn decken. Den Kronprinzen selbst dürste es nicht sonderlich berühren, wenn er in den deutschen Blättern aus spaltenlange, ihn und sein Befinden mit allen Details behandelnde Artikel stößt und da es .jetzt feststeht, daß der Kronprinz ärztlich durchaus gut berathen ist und seine Genesung in dem milden Klima Italiens langsam, aber sicher vorwärts schreitet, so steht zu erwarten, daß in der öffentlichen Beurthetlung dieser Angelegenheit Mich etwas mehr Zurückhaltung eintritt. Aus die Reichstagsnachwahl im Wahlkreise Sagan-Sprottau ist die Nachwahl zum Landtage für denselben Wahlkreis, der durch den verstorbenen Abg. Schmidt im Reichstage wie im Abgeordnetenhause vertreten wurde, ziemlich rasch gefolgt. Gewählt wurde der Candidat der Conseroativen, Graf zu Dohna - Mallmitz, mit 187 von 287 abgegebenen Stimmen. Der Candidat der Nationalliberalen, Amtsrath Reinecke, welcher bekanntlich auch bei der Reichstagsnachwahl candidtrte, erhielt 55 Stimmen, der Rest fiel auf den freisinnigen Candidaten. Der eben erst inthronisirte Fürstbischof Dr. Kopp von Breslau hat bet Antritt seines neuen hohen Amtes einen Hirtenbrief an seine Diöcesanen erlassen, der das Zeichen wahrer Versöhnlichkeit an der Stirn trägt. Es heißt in dem Schreiben u. A.: Wir Katholiken wollen die Kluft nicht erweitern, die zwischen den Kindern eines Landes durch die Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses besteht; wenn wir auch mit Ueberzeugung gegen unseren Glauben Treue und Hingebung bewahren, so wollen wir das Alles vermeiden, was Andere mit Recht verletzen oder mit Grund empfindlich berühren könnte. Wir wollen dabei wetteifern mit ihnen in Ausübung aller Bürgertugenden und ulcht zurückbleiben, wo es gilt, unjern Antheil zum Wohle des Gemeinwesens und des Vaterlandes beizutragen. Wir wollen endlich in gemeinsamer Arbeit die Säulen aufrecht erhalten, welche das Christenthum in unserem Vaterlande noch tragen und stützen. — Das find echt priesterliche Worte, die hoffentlich überall eine gute Stätte finden werden. In Belgien haben am Sonntag die Stichwahlen für die Gemeindevertretungen stattgesunden. Es wurden gewählt: In Brüssel zwei Gemäßigt- Libsrale, in Schärebeck die gemäßigt-liberalen Candidaten und ein „Unabhängiger", in Lüttich die liberalen Candidaten. Dagegen fiegten in Renatx, Ypres, bastelt und Braine le Comte die katholischen Candidaten und sind demnach die Anstrengungen der Liberalen, in den Gemeinderäthen auch dieser Orte festen 8u6 zu fassen, vergebliche gewesen. Um Uebrigen ist durch die Stichwahlen in den Resultaten der communalen Hauptwahlen keine bemerkenswerthe Veränderung bewirkt worden. Im auswärtigen Amte zu Rom sind am Samstag die Conferenzen behufs Abschlusses eines neuen italienisch-österreichischen Handelsvertrages begonnen worden. Dieselben erhalten einen bedeutsamen politischen Hintergrund durch den ihnen vorangegangenen festen Anschluß Italiens an das drutsch-österreichische Bündniß und sicherlich wird der mit Bestimmtheit zu erwartende Abschluß des Vertrages auch auf das politische Verhältniß zwischen Italien und Oesterreich zurückwirken. Diese Ueberzeugung klingt auch aus der Begrüßungs- Ansprache deutlich hervor, mit welcher der Ministerpräsident Crispi die öster- rrichijchen Vertreter bewillkommnete. Crispi wies in derselben auf die sreund- Mftlichen Beziehungen beider Staaten hin und drückte den Wunsch au», diese Bande möchten durch rasches Gelingen der Verhandlungen noch befestigt werden. Der österreichische erwiderte in gleichem Sinne. Die sanitären Maßnahmen der italienischen Regierung gegen Schiffe aus den siciliantschen Häfen sind, sofern während der Uebersahrt keine Seuchenfälle vorkommen, aufgehoben worden und kann man demnach die Cholera aus Sicilien als erloschen betrachten. Jüngst ging das Gerücht durch die europäische Presse, der rumänische Ministerpräsident Bratiano werde demnächst eine Reise nach Wien und Berlin antreten und zwar angeblich aus Gesundheits-Rücksichten. Daß man zur Stärkung seiner Gesundheit von der Balkan-Halbinsel schwerlich nach Berlin und Wien reist, namentlich in jetziger Jahreszeit, ist indessen klar und daher tonnte es nicht überraschen, daß diese seltsame Motivirung nirgends Glauben sand, sondern daß die signalisirte Reise des rumänischen Staatsmannes sofort auf politische Gründe zurückgesührt wurde. Inzwischen dementirte eine Bukarester Meldung die Nachricht von der Reise Bratiano's, aber dieselbe taucht jetzt um so bestimmter aus und versichern Wiener Meldungen, sollte Bratiano abgehallen sein, so würde an seiner Stelle Stourdza, der Minister des Auswärtigen, in Wien und Berlin erscheinen. Seine Reise soll der Erneuerung des Verhältnisses Rumäniens zur mitteleuropäischen Allianz gelten, welches angeblich binnen Kurzem abläuft; die Erneuerung sei gesichert, nur die Einzelheiten würden noch festgestellt werden. Inwieweit diese Nachrichten begründet sind, muß sreilich noch abgewartet werden._________________________________________________________ Paris, 25. October. In der heutigen ersten.Sitzung der Kammer wird der Ministerpräsident Rouvier einen Gesetzentwurf einbringen, durch welchen das außerordentliche Budget für den Krieg und die Marine auf 100 Millionen festgesetzt wird, sowie einen Gesetzentwurf über die Convertirung der alten IVaProcenligen Rente in 3procentige. Der Kriegsminister wird einen Gesttz- entwurf über die Organisation der Artillerie und der Gebirgstruppen vorlegen. Minister Flourens wird der Kammer die gestern unterzeichneten Conventionen über die Neutralisirung des Suez-Kanäle» und über die Neuen Hebriden unterbreiten. Pari-, 25. October. Deputirtenkammer. Der Deputirte Cuneo d'Ornano beantragte die Einsetzung einer Commission von 22 Mitgliedern zur Untersuchung der Anstoß erregenden Vorgänge im Kriegsministerium und der Beschuldigungen gegen den Abg. Wilson. Cuneo verlangte zugleich die Dringlichkeit für seinen Antrag. Der Ministerpräsident Rouvier erklärte sich gegen die Dringlichkeit, indem er hervorhob, daß diese Angelegenheiten bereits die Justizbehörden beschäftigten und daß durch Annahme der Dringlichkeit eine Verwirrung in den Competenzen hervorgerusen werden würde. Die Kammer nahm gleichwohl mit 379 gegen 155 Stimmen die Dringlichkeit an. Paris, 25. October. Deputirtenkammer. Die Minister brachten die bereits gemeldeten Gesetzentwürfe ein. Delatre, von der äußersten Linken, wünscht, die Regierung über die Mobilisirung des 17. Armee« Corps, mit Bezug auf die Sicherheit der Truppentransporte bei derselben, zu interpelliren. Die Berathung wurde auf Donnerstag, den 3. November, festgesetzt. Die Kammer vertagte sich hierauf bis Donnerstag und wird alsdann die Commission zur Untersuchung der Angelegenheit des Ordenshandels wählen. Im Senat gedachte Lecroyer der während der Vertagung verstorbenen Senatoren. Isaac brachte eine Interpellation ein über das Dekret, betr. cie Vereinigung der indo-chinesischen Besitzungen unter einem General-Gouverneur. Der Tag der Berathung der Interpellation wird später festgesetzt werden. Dor Senat vertagte sich alsdann ebenfalls bis Donnerstag. __________________ Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Eonesporrdenz - Bureau. Wernigerode, 25. October. Seine Majestät der Kaiser fuhr gegen 1 Uhr zur Jagd, welche oberhalb des Christianenthals auf Schwarzwild und Rothwlld stattfinden soll. — Se. Majestät der Kaiser^schoß auf der heutigen Jagd im L-aupark 4 Roth- hirsche, 3 Dammhirsche, 1 Stück Rothwild, 6 Stück Dammwild, 11 grobe und eine geringe Sau. Prinz Wilhelm schoß 1 Stück Rothwild, 1 Dammhirsch, 4 grobe und 4 geringe Sauen. Das gesammt^Jagdergebniß war 79 Stück Wild. Abends um halb 7 Uhr findet das Diner statt. Um 8 Uhr ist die Besichtigung der Strecke im Schloßhof. „ Berlin, 25. October. Dem Bundesrathe gingen die Etatsentwurfe für die Reichskanzlei, die Reichsjustizverwaltung, das Reichseifenbahnamt und den Rechnungshof zu. Die einmaligen Ausgaben sind um 450,000 zurückgegangen in Folge Mil.ver- bedarfs für den Bau des Reichsgerichtsgebäudes. . . . . — Die Borsig'sche Eisengießerei in der Kirchstraße Moabit) wurde durch em heute früh ausgebrochenes Feuer bis auf die Umfassungsmauern in Asche gelegt. D^e Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt. Menschen sind, soweit bekannt ist, nicht zu Schaden gekommen. £ in _ ,r. , Aacherr, 25. October. Die englische Post von gestern früh ist ausgeblichen,^ weil das Schiff wegen ungünstigen Wetters verspätet in Ostende gelandet ist. ,:a rt tu b i: Bi st 1311 pc a« Le ni iS .Ttt je jf -v L rr i« drr lütt cft jid pi jic 1 in ity ck - irr Br K iti ur> 1 lt 5 J - ■u .0 aeschrieben:^D>-T°^,,^^"°^ungsfrage.Z Der „Fr. 3tg." wirb aus Wesiialem falens in ftolae hpa eJ^ gegenwärtig in zahlreichen Gemeinden West-- M^ttetWkLMk'- ?eE Metzger und Bäcker? trotz der gesunkenen MH- gründ der lokalen ^nt-Ä^oerkauf den früheren hohen Preis festzuhalten, im Sorber zu Elberfeld, welch? für 2nnn ^06b dem Vorgang der Königlichen Eisenbahndirection genossenschaftlichen Beiua n^ÄÜCr lhrer Eisenbahnhauptwerkstätte zu Witten den Lüdenscheid Paderbmn^ h^maflren einrichtete, haben sich zu Soest, Hammi Fleischerbandwerk hnr* ?;UbJ?0$?u^n u* a- Bürgervereinigungen gebildet, welche da»! sÄuna der Kett- um s ständigen Imports von auswärts zur Herab, ist das Verfahren der 20pCt. nöthigten. Noch durchgreifenden Verein für bilHn? c 1^er Stadt Hagen; dieselbe schloß sich zu einem den Victualienaeübn^u 0CJun^c Volksernährung" zusammen und dictirt nun einfcttiff fleisch 55, Schwarchrod D0Wänbigen Perkaufstaris: Rindfleisch 45, Schweim: Entziehung der Kundschaft^h^et w^ ’’ f" b°"°" N'-i-tbeachtung mit soioUig"- (Snib- mÄ™ 1- Januar 1888 tritt bas Gesetz, betreffenb ben Feingehalt von Ä»n&S.ini^ woraus sich also bie Interessenten gebührender Verarbeitung übli^" bätten! Durch dieses Gesetz werden die bisher bei der Silber- den Lagerhalter onn Sterlet Silbergehalte auf einen reducirt, insofern fün Form ?u halten branAf acr nunmehr die Gegenstände nur in einmaligen ibm der ?ott rotc bisher in dreimaliger. Weniger Sympathie wir.d mehr ober wuiiaer"d^^ Ladenbesitzer entgegenbringen, weil ihm das Gesetz ein t v mger drückende Verantwortlichkeit dem kaufenden Publikum gegenüber: Vork fo^Äft verL^°Nach^r/b?ä^n^° "6tnb°Uflan"- ir » 2A October. Der Gerichtshof in Wexford verurtheilte den Eiaen- Brotokoll? Ostung „People", Namens Walsch, wegen Veröffentlichung ^des r^^^lls der Verhandlungen unterdrückter Zweige der Nationalltga zu zweimonatlichem Gefangniß, davon einmonatliche Zwangsarbeit. Der Verurthetltt appellirte reich tu °uch dadurch heroorgerusen?dab Frank- f®6ftcrn Nachmittag fand im Stadtviertel Rotherithe eine Kundgebung der «fC0rCn ble Unterdrückung politischer Versammlungen und gegen n bte Preßfreiheit in Irland und England zu protestiren. Etwa xebiv- ordnungd^rttef^ ™ ber Versammlung Thetl, welche ohne irgend welcheUn- Lokales. SMMZZMZM hausstrase von 6 Jahren""^" " Unb 30 ein'a*cr Diebstähle in eine Zucht- W-Ä «"*.> gebracht ‘ "£ Untersuchungshaft wird den drei Erstgenannten in Anrechnung Bremen, 25. October. Von der Rettungsstation Hinast wird fprpnrrtnbirf • Don der bet Straminke gestrandeten Schaluppe „Christine", Capftän ÄT finb 2 Personen durch das Rettungsboot der Station Zingst gerettet Sturm aus NNO r«°n der Rettungsstation Stolpmitt.be wird iLgraphiri: °Von Fstch rbooten sind emiiumünbe wirb tetegrapbkt: tßon bem bet Misbroy gestrandeten benschen Schuner r'1«1'1 flnb ? cr Personen burch ben Raketenapparat ber Station Swine- munbe^Cft gerettet roorben. - Rettungsstation Reuenborf telegraphirt: Am 25 bs blT, »U',feut|chen Schuner „Reinhold", Capitän Roos, gestrandet flenttet ' ben Dicr Personen durch den Raketenapparat der Station Lohme CTD-4U 25. October. In der Bankettrede sagte Crispi: Italien mit allen Machten befreundet, steht indessen zu einigen derselben in ganz besonders intimen Beziehungen, indem es auf dem Continent mit den Centralmächten allttrt ist und auf bai Meeren im Etnoerständniß mit England handelt. Italien steckte sich indessen kein l andere Mächte bedroht fühlen könnten. Seine jüngste Reise nach “1 cr/e0^ .ohne Grund die öffentliche Meinung in Frankreich • glücklicher ™ erschütterte diese Erregung das Vertrauen der französischen Regierung nickt we.che die Loyalität der Absichten Italiens kennt. Das Allianzsystem der Regierung bezwecke die Erhaltung des Friedens, keinen Angriff auf bieDrbnuna keine Beun- ruhtgung. Italien, verfolge auch Deutschland dasselbe ^iel den Frieden au ® c k^e^cIc*n V?11111110 ^er Gedanken und Gesinnungen' Bismarck's mit J P'S İJV ^st lange daiire, sei sitzt nur noch mehr befestigt. Wenn man gesagt, daß in Friedrtchsruh eine Verschwörung gemacht worden sei so war dies eine Verschwörung zu Gunsten des Friedens. Alle, die denFrieden wollen können lieb bieder Verschwörung anschließen. Die Diskretion erlaube es nicht alle denkwürdigen Worte zu wiederholen, welche ihm Bismarck gesagt nur eines Wortes wollerer Sknftn"n'fflea.üaHA bJr Abschiede gesagt: „Wir erweisen Europa einen “ *■“w* ■« ©elgrat», 25. October. Der König ist heute Nacht hier eingetroffen. < sind, einen festen Zuschuß von jährlich 6000 jt ttWuo - bte Reise- und Ausrüstungskosten. Die erforderlichen eine Vergütung «- Ä* 1«”'1""”* “ - - «ää Strjyte — sJn den Fußtapfen des Vaters.^ Was ein ° pitQI ber wirb bei Zeiten galant. Zur Erhärtung bief?§ s?La°n R®116 werden fDm geschrieben: Vor einigen Tagen kam Prinz Albert ro^b aus Lond^ nehmes Lonboner Juwelengeschäft unb veilangte, etwas verleb 200168 in ein vor schieden, ein hübsches Armband, welches er, wie er saate ® ^ar, aber doch enn Geschenke zu machen gedenke. Der Prinz meinkj ^lof S0en W bares sein, noch wünsche ich, daß die Verzierung iraendwi- b. ttwa sehr Ä mental scheine". Der alte Chef des Geschäftes brack unflSloU °ber ffi e Goldreif, mit Perlen besetzt, und sagte dem Minzen Ä* einm ®trb3$nen gefallen, Hoheit, ich erinnere mich genau, daß vor imnVrf' Musteu Jahren Ihr Papa, der Prinz von Wales, mich in einer ebin9f!u* ^ufundzwamj« bohrte und fast die gleichen Worte zu mir sprach, dabei kaufte ^gelegenheu Armband, wie das, welches L>ie hier sehen." Der Prinz erluftint/fi*BCrr2bc s°lch' eim dÄÄUnb rttUf,C na4 bem Ä 'e'n°s «•«W#ft8tär1|gf|^ ber SReformaHon jugejoanb* unb W?no*''b^b^ß“ bertr^tionm"fräJ* gder des vterhundertiahrigen Geburtstags Luther's im Jahre 1883 m„%r^°4- 3ua s^in ju einem Lutherbrunnen gelegt, dessen Vollendung und fekrlto, ffL^@n,n6= f=mrPIibeEn Sommer vor sich gehen wird. Unter so bewandlen imi e8 fn cbsehlen, daß die große Theilnahme, welche in vielen bebeu??nl ^Cn-fonnfc? unseres Vaterlandes dem Lutherfestspiele von Hans Herrig^ -uaewa^Ak" Städten günstigen Boden fand. Es that sich eine größere Anzahl hiesiger Bür?/?' ahausen dürfte schon darum besondere Aufmerksamkeit « Ä 7^» Male der Versuch gemacht wird, sämmtttch^ Ä/n ^iels, auch die des Luther, von Dilettanten darstellen zu lassen unb für f?fi 3 ^nnan^''5°af ud auä H°Uanb über Cleve" eine Schachtel, ent- Schächtelchen mtt wdk'.m u m,t graubraunem Pulver unb ein etwas größeres HeTSerftä^bia^Ä,,^^flegen J]3oftna«nabme von 36 JC Die Puloer sind aus Knochenvulve8r fn« ^LTtbcn besteht ber Inhalt bes größeren Schächtelchens, gepulverten Wuriel ber" A^e« *6 *-°rn' iUnb ber änhalt ber anberen Schächtelchen aus ber Dolkshdlmittel^aeaen gemeiner Beifuß, und repräientiren diese: - am 1 äuauft ?83S®n lruf s «-”1 H°ndelswerth von zusammen 25 Psg. Mahlew mit Sornamcn 6btiftian\ri?hH*Uftb.n'llm Sreife Nienburg a. W. geboren - beiß« ist wegen fflemerbefteu^JiJr^h,? ®aJ Küher Lanbwirth unb Sammetlager •, sich seit Anfang bes ??u^et "nb Betrug wieberhvlt beftrait unb halst WMÄÄT überhaupt nicht mehr in Hannover aus, ionberm seinem jeweiligen Aufenibntts» ""kommenben Briese, etwa alle acht Tage, nadj gewarnt." 8 Aufenthaltsort nachsenben. Das Publikum wirb vor biesem Betrügen liegenden katholischen Ortschaften Mainzer finh hT? bau§, ben um- Seminar eingetreten. Die^Lebrkrätt- Wr W weniae in das früher geblieben. Die Wiedereröffnung iieS ^lekfaKnaV, T?rb 0lcCi?e^. wie geschlossenen katholischen Knabenconvüts finh?? Jr^?n^01]0 Culturkampfs geeigneten Lokals erst sm n7chttm Frühjahr statt ' auf ben Mangel eines ©irectoren zu erlTibm'^^tai/* „"sübnenl'erite^rn':bo*Ino*iiDteIfCll8C' ”ehIc6c bie ätzten Wte wir nämlich hören, haben sick obarpith ü cI umworben zu werden, geschrieben ist, schon eine ganze Reihte' Bew!rbu- etng^fundm öeni0e 2a0e au§5 lung beiÄen’rgffla1beibet'’Äürunt/0ere^^O8e&^nbn cinc D°r'°mm- Wnglt wegen socialistischer Umt ebe^ »u aI5 -ben ber tn Waldmichelbach ernannt * lt 8anboo0t in Heusenstamm zum Pfarrer wuVualiSU? «Ä?0rtei/bXZnM »EÄ’SSrTrÄ* von 7 Jahren, allein zu Hause gelasien. Wäbrenb bi? »"°ben im Alter tucht g im Ofen eingeheizt worben. Bei ihrer Rückkehr brana e la0en' n,ar Qualm entgegen unb als sie bie Thur öffnete tohm fnaar bn rr2”»,“” cin dichter Höh, welches auf bem Oren gelegen, war buru ben Er.^u- fo“ im bie in Ermangelung eines Concurrenten im „Ä“n9JTÄ®SS Habet die er nur ungern auf den Fabrikanten abwalzen wird; zugleich bietet das ÄeK eine kräftige Handhabe zur Bekämpfung unreeller Concurrenz. Für das Publikum bietet das Gesetz eine Sicherheit beim Einkauf von Gold- und Silberwaaren, ÜuAe ihm bisher fehlte, indem z. B. der bisherige 13-, 12- und lllöthige Gehalt der silberwaaren nur ein nomineller war, d. h. das 13löthige Silber, welches in 1000 Thl. ri2 Thl. Silber enthalten sollte, enthält meistentheils nur 780 Thl., das 12löthige statt 750 Thl. nur 730 Thl. rc. Das Gesetz verlangt nun die Abstempelung der Waaren von einer gewissen Fetnheitsgenüge ab, bei Silber von 800 Tausendtheilen. llm den Feingehalt von Waaren unter diesem Satze kümmert sich das Gesetz nicht; <>eber weiß also, was ihm bevorstebt, wenn er vom 1. Januar 1888 Gold- und Silberpaaren ohne Stempelung kauft. — sWeibliche Vorsicht.) Ein berühmter, noch heute lebender Musiker und Komponist, der bet aller Herzensgüte, vielleicht in Folge nervöser Ueberretztheit, ein nicht eben im Rufe großer Liebenswürdigkeit stehender Gatte ist, ging nach dem Tode seiner ersten Gattin eine zweite Ehe ein. Aus Absonderlichkeiten muß man gefaßt sein, wenn man einem Genie die Hand zum Bündniß reicht und da dem genialen Mann auch vor dem Tode bangt, wunderte es die junge Frau gar nicht sonderlich, als er ihr das Versprechen abnahm, daß sie sich, falls er vor ihr sterben sollte, an seinem Harge erschießen müsse. Die Gattin gab ihm, so erzählt die „R. Mus.-Ztg.", feierlich hie Hand unD gelobte zu thun, wie er begehrte. — Wenige Jahre später lenkte der «usall zwischen den Beiden das Gespräch aus Testaments-Angelegenheiten und der Wusiker brachte nun sein natürlich längst vorbereitetes Testament an's Tageslicht, Mtcües eine große Ueberraschung für die kleine Frau enthielt, die sich inzwischen daran gewöhnt hatte, daß — so viel Musik es auch um sie gab — ihr Ehehtmmel^nicht voll Gcigen hing. Aber die Entdeckung war denn doch zu wunderbar; der Sonderling Kalte über sein ganzes, sehr beträchtliches Vermögen zu Gunsten wohlthättger Anstalten letztwiUig verfügt. „Von mir steht ja keine Silbe in dem Testament?" sagte die junge Frau, das Papier noch einmal überfliegend. „Ich muß Dich leider an Dein eidliches Helöbniß erinnern", erwiderte der Eomponist mit strenger Betonung, „Du weißt, was wir für den Fall meines Todes verabredet haben, Du würdest mich nicht lange überleben, was würde Dir ein Vermögen nützen? Du weißt, daß Du mir versprochen hast, Dich an meinem Sarge zu erschießen." — „Ja, ja", antwortete die Gattin gedankenvoll, „das ist ja wahr, aber steh' mal Liebster, wie ist's denn, wenn ich nun daneben schieße?" — Der keineswegs erfundenen Geschichte ist nur noch hinzuzufügcn, dah Diejenige, die diesen artigen Beweis von weiblicher Vorsicht gegeben, aufgehört hat, die Gattin jenes Künstlers zu sein, daß mithin das schreckliche Gelöbniß seine bindende Kraft verloren hat. Eingesandt. Gießen, 26. October. Schon seit länger als einer Woche kann man allabendlich die electrische Beleuchtung der Heyligenstädt'schen Eisengießerei wahrnehmen. Besonders auffallend sind dir beiden vor der Gießerei aufgestellten Bogenlampen, die mit ihrem milden, weit- strahlenden Lichte die Umgebung auf weite Entfernung hell erleuchten. Achtung und Ehre zollen wir Herrn Heyligenstädt, der, weil durch die entfernte Lage des Etablissements eine Gasleitung nicht benutzt werden konnte, als der Erste in unserer Stadt die electrische Beleuchtung, zugleich als eine Wohlthat für seine Arbeiter, zur Anwendung gebracht hat. **. Musik. Zur Säcular-Feier von Mozart'S Don Juan. Am 29. October werden hundert Jahre verflossen sein, daß der unsterbliche Mozart seine ihn so gut verstehenden Prager mit diesem herrlichen Meisterwerke beschenkte. — Die „Neue Musik-Zeitung" schreibt hierüber: „Eine reiche Fülle von Motiven und Situationen bot das Libretto dem Tonschöpfer dar und er behandelte dasselbe als „Mysterium", das gleich „Faust" Ausblicke in Himmel und Hölle öffnet und dazu in wenigen dramatischen Charakteren das ganze bunte Treiben der Welt malt." Vergegenwärtigt das Ganze auch, statt eines unseren modernen dramatischen Organismus, mehr eine Folge von einzelnen abgeschlossenen Situationen und Nummern, „ist eS möglich, Vollendeteres zu finden, als jedes Stück dieses Don Juan?" sagt Richard Wagner, Mozart's Nachfolger im Ausbau des musikalischen Dramas. So hatte Mozart das unerschöpfliche Vermögen der Musik dargethan, jeder Anforderung des Dichters an ihre Ausdrucksfähigkeit in undenklichster Fülle zu entsprechen und bei seinem ganz reflectirten Verfahren hatte der herrliche Musiker auch in der Wahrheit des dramatischen Ausdruckes, in der unendlichen Mannigfaltigkeit seiner Mouvuung dieses Vermögen der Musik in bei weitem reicheren Maße aufgedeckt als Gluck und alle seine Nachfolger." — Die (BäcuLirfeier des „Don Juan" wird in der ganzen civilisirten Welt mit großen Fest- Vorstellungen begangen, um somit den herrlichsten aller Meister, den größten aller Tonfchövfer, den unsterblichen Mozart zu feiern. Unsere dis jetzt so concertöde Zeit ist jetzt beendet und wird nächsten Samstag mit einem großen Eoncert der trefflichen Regiments-Capelle der 116er in den nunmehr vollendeten und prächtig gemalten Stein'schen Lokalitäten neu eröffnet. Herr Musik- dirrctor Krauß e hat, um dem Tag der 100jährigen Aufführung des „Don Juan die ehrenvolle Weihe zu geben, dem Großmeister Mozart einen speciellen 21)eil in seinem Programm gewidmet. Es ist somit dem Publikum und speciell den Mozart- Verehrern Gelegenheit geboten, die Säcularfeier auch in unseren Mauern würdig zu begehen. Ueber das höchst interessante Programm werden wir Gelegenheit nehmen naher )u berichten. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) . — (Aussaat des Blumenkohls und der Kohlrabis Wer diese beiden beliebten Gemüse treiben will, muß jetzt die Aussaat vornehmen. Man sät in abgeräumte Mistbeete. Sobald die jungen Pflanzen dies gestatten, d. h. sobald sie zwei Blätter erhalten haben, bringt man sie dann auf ein anderes Mistbeet, daß eine möglichst sandige Erde haben muß. Dort werden sie ungefähr zwei Zoll von einander piquirt. Weiter ist bann uur darauf zu achten, daß gegossen wird, sobald die Erde abzutrocknen beginnt und daß die Pflanzen vor Frost bewahrt bleiben. Sonst ist ihnen ein oftmaliges Lüften sehr dienlich und es sollte dies daher vorgenommen werden, wenn es nur irgend möglich ist. Im Januar kann dann das Treiben beginnen. — ^Fütterung der Bienen im Cctober.) In einem verbreiteten Blatte wurde kürzlich empfohlen, den Bienen im October keine flüssige Nahrung, namentlich keinen unbedeckelten Hopig zu geben, sondern lieber etwas Kandis zu reichen. Freilich darf den Bienen keine flüssige Nahrung gegeben werden, aber im October sollte nach den Anschauungen der tüchtigsten Imker überhaupt nicht mehr gefüttert werden. War einem Volk Winternahrung nöthig, so mußte deren Einbringung im September geschehen, da konnte sie noch verwandt und richtig aufgespeichert werden, was jetzt den Bienen nicht mehr möglich ist. Wer daher seine Bienen nicht ganz vernachlässigte, sondern im September den Stöcken die annähernd richtige Schwere gab und jetzt nur ängstlich ist, ob er es recht gemacht hat, der störe lieber die Bienen nicht mehr in ihrer Ruhe durch das Neichen von Kandis. — sUeberwinterung des Meerrettig.) Vielfach wird der Meerrettig im Herbst aus der Erde genommen, da hin und wieder der Glaube herrscht, er überwintere im freien Lande nicht gut. Das ist jedoch keineswegs der Fall und man kann ihn ganz gut an seinem Standort belassen. Der zum Gebrauch bezw. zum Verkauf bestimmte Meerrettig ist dagegen im October aus der Erde zu nehmen, schon weil dessen Entnahme durch Frost erschwert werden kann. Die zu diesem Zweck herausgenommenen Meerrettigstangen legt man nebeneinander zu Haufen zusammen und bedeckt diese dann mit einer ziemlich starken Erdschicht. Vielfach wird auch eine Strohbedeckung empfohlen, von anderer Seite wird dagegen auch behauptet, daß die Ueberrotnterung der ausgenommenen Stangen zweckmäßiger so ausgeführt wird, daß man nur Erde aufbringt. Ebenso wird auch der zum Verbrauch bestimmte Porree am besten Ende Oclober aus der Erde genommen. Man hat ihn bann zu reinigen und darnach am zweckmäßigsten in Erdgruben einzuschlagen. Schiffs - Bewegung der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. „Rhenania", von Hamburg nach Colon, am 15. October in St. Thomas angekommen. „Allemannia", von St. Thomas, am 17. October in Hamburg angekommen. „Wieland", von Hamburg nach New-Aork, am 18. October von Havre weitergegangen. „Polaria", am 19. October von Hamburg nach New-Aork abgegangen. „Rhaetia", von New-Aork, am 20. October in Hamburg angekommen. „Lessing", am 20. October von New-Aork nach Hamburg abgegangen. „Nugia", am 23. October von Hamburg nach New-Aork abgegangen. „Borussia", von Hamburg nach Colon, am 23. October in Havre angekommen. „Gellert", von New-Aork nach Hamburg, am 24. October Dover passirt. „Gothia"", von Stettin, am 18. October in New-Aork angekommen. „Hammonia", von Hamburg, am 20. October in New-Aork angekommen. SchiffSnachrichtrn. Bremen, 25. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Elbe, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. October von Bremen und am 16. October von Southampton abgegangen war, ist heute 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 25. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Derj Postdampftr Main, Capt. H. Bödeker, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. October von Bremen abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Weiße Seidenstoffe v Mk. 1.25—18.20 p. Met. fca. 120 versch- Qual.) — Atlasse, Faille Fran • Gießener Ruder-Gesellschaft. Unser Vereinslocal befindet sich von jetzt ab im Cafe Ebel (Balzer). Zn den jeden Donnerstag (2lbends tz'/r Uhr) stattfindenden Zllsammenknnften beehren wir uns die passiven und activen Herren hiermit frenndlichst einzuladen. 8056__________ f/rr lorstfwtd, Sämmtliche Neuheiten in Wollwaaren, als: Tricot-Taillen und Kleidchen, Tücher, Kaputzen, Normal -Unterzeuqe (System Jäger), Strümpfe, Socken und Handschube sind in reicher Auswahl eingctroffcn und empfiehlt zu billigst gestellten Preisen 8069____ J. Kaan jr-s Kreuz. «051 Ein ASer, hinter der neuen , 8<>5y Ein" mit Wtesenarbeiten ver- Realschule gelegen, ist zu verpachten. I trauter Mann gesucht Näheres Schloßgasse 19. | Wo? sagt die Exped- b- Bl- Bekanntmachung. Freitag den 28. 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