Nr. 14» Drittes Blatt. Sonntag vkn 26. Juni 1887. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. VNre««: Gchulstraß» 7. Erscheint tätlich mit Ausnahme brt tteiS vierreljührlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinyertotzn. urd) bi? !Vc'\ ‘r;r,ari "iertelsäbrlick 2 Mark wV Amtlicher H1) ei t. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz der „Freia", Kinderversorgungsbank in Hamburg, die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen unter Bedingungen auf Widerruf ertheilt hat. Gießen, den 23. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boek mann. i—M—MMMPM8MWKMB8MMHLMSE.' —■■■ 11 Darmstadt, 23. Juni. ^Hessischer Landtag.) Die Zweite Kammer trat heute noch einmal zusammen, um den Rest der Arbeiten aus dem gegenwärtigen Landtag zu erledigen. Insbesondere beschäftigte sich diese noch mit der Berathung über den Antrag Heinzerling wegen Herstellung besonderer Lagerplätze für die zur Beschotterung dZr Chausseen nöthigen Steine. Abg. Heinzerling, welcher seinen Antrag eingehend begründet, ersucht das Haus, seinem Antrag beitreten zu wollen, Großh. Regierung zu ersuchen, 1. bei dem Neubau von Kunststraßen stets besondere Lagerplätze für die zur Beschotterung erforderlichen Steine in der Art oorzusehen, daß die Straße von Material selbst frei bleibt, 2. bei den schon vorhandenen Kunststraßen die allmälige Herstellung solcher gesonderter Lagerplätze in's Auge zu fassen. Das Haus tritt diesem Ersuchen einstimmig bei. Der Antrag der Abg. Vogt und Genossen auf Abänderung des Jagdpolizeigesetzes, insbesondere des Art. 10 des Jagdpolizei-Gesetzes und Gesuch der Mitglieder des rheinhessischen Jägeroereins, denselben Zweck betr., ruft eine lebhafte Dtscufsion hervor. Abg. Vogt begründet seinen Antrag, welcher dahin geht, die gesetzliche Bestimmung, welche die Zahl der Theilnehmer in jedem Jagdbezirk auf drei festsetzt, zu streichen. Mtnisterialrath Rohde kann sich Namens Großh. Regierung nicht für diesen Antrag aussprechen, da noch kein Bedürfniß vorliege, das bestehende Gesetz einer Aenderung zu unterwerfen. Die Regierung könne nicht zusttmmen, daß die Zahl der Theilnehmer auf 8 oder gar 10 festgesetzt werde, weil ihr durch diese Bestimmung die Aufsicht über die Jagd erschwert werde. Der Antrag des Ausschusses, Großh. Regierung zu ersuchen, die Vorschriften der Jagdordnung einer allgemeinen Revision zu unterziehen, unter geeigneter Berücksichtigung des Antrags Vogt und Genossen, findet hiernach einstimmige Annahme. Hierauf tritt daS Haus in die Berathung des Antrags Heinzerling auf Erlaß eines Gesetzes wegen Vereinigung eines Theiles einer Gemeindegemarkung mit der Gemarkung einer Nachbargemeinde. Abg. Heinzerling weist nach, daß sein Antrag aus dem Verhältnisse der Gemeinden Bessungen und Darmstadt entstanden sei und ergeht sich in heftige Vorwürfe gegen den Gemeinderath von Bessungen, der den Anschluß an Darmstadt auf ganz unverantwortliche Weise verschleppt habe. Abg. Friedrich spricht sich gegen den Antrag Heinzerling aus. Es würde durch die Annahme eines solchen Antrages ein Präjudiz geschaffen, dem er nicht zustimmen könne. Hiernach wird der erste Theil des Ausschuß-Antrags, welcher die Regierung ersucht wissen will, den Antrag Heinzerling in Erwägung zu ziehen, gegen 5 Stimmen angenommen, dagegen der zweite Theil, die Regierung zu ersuchen, eine diesbezügliche Gesetzesvorlage dem Hause zu unterbreiten, mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt. Die Interpellation des Abg. Stephan bezüglich des Baues der Nebenbahn Osthofen-Westhofen und die etngetretene Verzögerung dieses Baues beantwortet Ministerialpräsident Weber dahin, daß die Bahn in etwa 18 Monaten vollendet sein werde. Diese Bauzeit sei nöthig durch die eigenthümlichen Verhältnisse des Grunderwerbes. Die Gerüchte, als werde die Bahn überhaupt nicht gebaut, gehörten in das Reich der Mythe, an welches wohl der Abg. Stephan selbst nicht glaube. Er wisse ja selbst, welche Schwierigkeiten ein Grunderwerb in jener Gegend habe und daß vielfach das Expropriationsverfahren eingelettet werden müsse. Abg. Schröder hält es für selbstredend, daß eine einmal beschlossene Bahn gebaut werden müsse. Hiermit ist die Interpellation erledigt. Morgen früh 11 Uhr findet der Schluß des Landtages statt. Darmstadt, 24. Juni. ^Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Stände.) Zum letztenmale trat die zweite Kammer heute zu ihren Berathungen zusammen, um noch über verschiedene Recommunicationen der ersten Kammer zu berathen. Hauptsächlich ist es die Rückäußerung der ersten Kammer bezüglich des Gesetzentwurfs, die Abänderung des Art. 84 der Verfassungsurkunde, insbesondere Wahrung Der Immunität der Abgeordneten betreffend, welche zu längerer Debatte Veranlassung gibt. Die erste Kammer verwarf nämlich den zu dem Gesetzentwurf gestellten und von Der zweiten Kammer mit 22 gegen 19 Stimmen angenommenen Antrag des Abg. Metz-Darmstadt, welcher bezweckte, daß die Immunität der Abgeordneten auch vor der Strafhaft geschützt werde. Abg. Metz-Darmstadt begründet nochmals seinen gestellten Antrag und betont, daß über Nothwendigkeit die Jmmunitätsrechte der Abgeordneten zu wahren kein Streit bestehe. Der Streit bestehe nur über den Umfang der Nothwendigkeit und darüber, ob sich der Schutz beschränken soll über die Untersuchungshaft oder auch auf die Strafhaft. Die Regierungsvorlage sei für ihn so lange ein Torso, als man nicht erkenne, daß der Abgeordnete auch während des Landtags vor der Strafhaft zu schützen sei. Die Regierung habe dem Hause durch dieses Gesetz anstatt Brot einen Stein gegeben. Er bittet, auf dem früheren Beschluß beharren zu wollen. In ähnlicher Weise spricht sich der Abg. Wasserburg aus. Staatsminister Finger erklärt, er halte es für seine Pflicht, dem Hause mii- Zutheilen, daß ein Beharren auf dem früheren Beschluß den Gesetzentwurf für die Regierung unannehmbar mache. Hierauf beschließt das Haus, das Gesetz einer Neuberathung zu unterziehen und dieselbe auf dem nächsten Landtage vorzunehmen. Die übrigen Punkte der Tagesordnung bieten kein Interesse und schließt der Präsident die Sitzung um 11 Uhr. Abg. Stephan drückt dem Präsidenten Kugler öffentlich Dank für die umsichtige und parteilose Leitung der Verhandlungen während des 25. Landtags aus und ersucht das Haus, zum Zeichen des Dankes sich von den Sitzen zu erheben. Um 12 Uhr fand sodann der feierliche Schluß des 25. Hess. Landtags statt. Zu demselben hatten sich sämmtliche Mitglieder der ersten und zweiten Kammer, erstere in Gala, mit den Ordensbändeln und Orden versehen, vollzählig eingefunden.' Staatsminister Finger verlas hierauf die Schließungsurkunde Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs, welcher den beiden Kammern wärmsten Dank für die Thäligkeit in dieser Landtagsperiode abstattet, und erklärte hierauf den Landtag für geschlossen. Se. Großh. Hoheit Prinz Alexander von Hessen nahm hierauf Veranlassung, ein dreifaches Hoch auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog anszubringen, in welches das Haus begeistert einstimmte. L o k a L e Gießen, 24. Juni. sStadtoerordnetensitzung vom 23. Juni, Nachmittags 4 Uhr.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Keller, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Bai ft, Grüneberg, Hansl ein, Hoch Ho mb er ger,J u ghard t, Kauf,Ad.N oll, Aug.Noll, Petri, vr. Plo ch, Scheel', Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Die von einer großen Anzahl Gewerbtreibender und Kaufleute eingereichte, bereits an Großh. Ministerium abgegangene Petition in Betreff des Güterbahnhofes, welche dahin geht, die Anlage des Güterbahnhofes möge am Rodberg erfolgen, ist auch dem Stadtvorstand mit dem Ersuchen zugegangen, derselbe wolle seinen Einfluß bei Großh. Ministerium nach der angedeuteten Richtung geltend machen. Die in der Verhandlung hierüber zu Tage getretenen Ansichten sind verschiedene, für und wider. Herr Wallenfels befürwortet die Petition und weist auf die Uebelstände hin, welche der ^stündige Weg nach dem Güterbahnhofe bei Rüsing für Menschen und Vieh verursache, die große Steigung an der Frankfurter Straße, der Uebergang über die Oberhessischen Bahnen :c. Die Terrainverhältnisse am Rodberg seien in jeder Beziehung günstige, der Weg dahin eben, während die in der Petition der Handelskammer befürwortete Verlegung des Güterbahnhofes an die Westseite des Bahnkörpers bei Rüsing mit Unterführung beim Gerberhäuschen größere Terrainschwierigkciten und sehr ungünstige Steigungsverhältnisse biete. Herr Petri ist gegen die Verlegung des Güterbahnhofes nach dem Rodberge. Die große Entfernung, welche jetzt für die Bewohner des Wallthors rc. bestehe, käme dann für die Bewohner des Selterswegs rc. zu Stande, er sei ebenfalls für die Petition der Handelskammer, umsomehr, als Seitens des Vertreters der Eisenbahn-Direction Hannover das darin entwickelte Project sympathischer bezeichnet worden sei. Herr Hom berg er spricht sich ebenfalls dahin aus, daß den Petenten Rechnung getragen werden möchte, allein der Verlegung des Güterbahnhofes in allzugroße Nähe der Stadt würden sich Terrainschwierigkeiten entgegenstellen, die bei Belassung in jetziger Gegend nicht in Betracht kommen könnten und auch der Eisenbahn selbst in Folge der bereits bestehenden Schienenanlagen rc. weniger Schwierigkeiten bereiteten: er sei für Befürwortung der Petition, aber nur insofern, daß am Rodberge eine Güter-Annahme- und Abgabestelle errichtet werden möchte. Herr Kauf ist der Ansicht, daß durch Eingehen auf ein neues Project, wie das in der Petition der Gewerbtreibenden dargelegte, nur die Kräfte zersplittert würden, welche nöthig seien, um endlich der beinahe perfect gewordenen Verlegung des Güterbahnhofes gegenüber seiner jetzigen Lage, mit Unterführung am Gerberhäuschen und Ueberbrückung der Wiefeck, näher zu kommen: an diesem Project müsse festgehalten werden unb sei dies vielleicht auch schon in Angriff genommen, wenn nicht die allzugroßen Kosten in Betracht gezogen worden seien, die es verursache. Auch die Herren Hoch, Scheel und Schopbach sprechen sich für die Beibehaltung des früheren Projectes aus, indem Letzterer noch betont, daß auch dem Viehhandel und der Landwirthschast Rechnung in Rücksicht auf die Lage des Viehmarktplatzes Getragen werden müsse. Die Bedenken des Herrn Han st ein, daß den Interessenten, die für die Verlegung des Güterbahnhofes nach dem Rodberge sind, doch damit nicht ganz gedient sein könnte, weil drei verschiedene Bahnen in Bettacht kämen und die für die Köln-Gießener und Oberhessischen Bahnen bestimmten Güter doch nicht auf der Filiale am Rodberge expedirt werden könnten, suchen die Herren Wallenfels und Homberger zu entkräften, indem Ersterer betont, daß es sich für die Interessenten darum handle, vorerst wenigstens die mit der Main-Weser-Bahn ankommenden resp. abgehenden Güter bequem transportiren zu können, Letzterer dagegen hält, daß die beiden obengenannten Bahnen jetzt unter einer Verwaltung stünden. Herr Haustein befürwortet noch des weiteren die Beibehaltung des früheren Projectes und weist auf die moralische Verpflichtung der preußischen Regierung zur Ausführung desselben hin, welche durch ihrer Vertreter diese Zusage gegeben habe. Herr Bürgermeister Bramm ist ebenfalls gegen die Petition und zwar in Rücksicht auf die bereits geschehenen Schritte zur Verwirklichung des alten Projects, spricht sich dagegen für die Errichtung einer Güter-Annahme- und Abgabestelle am Rodberge aus und beantragt, das Gesuch der Petenten in der Weise zu befürworten, daß am Rodberg eine Filiale des Güterbahnhofes angelegt werde unter Beibehaltung des früheren Projects. Der Antrag wird angenommen. 'Der Anttag des Herrn Scheel, der Eingabe der Gewerbetreibenden und Kaufleute die Befürwortung nicht zu Theil werden zu lassen, welchen derselbe damit motivirt, daß vorerst ein Project ausgeführt werden möge und man sich mit der Befürwortung eines neuen Projects nicht beschäftigen könne, wird abgelehnt. Der Ansicht des Herrn Baist, daß alle Wünsche berücksichtigenswerth seien und auch alle Großh. Ministerium vorgelegt werden könnten, event. auch durch Abordnung einer Deputation, damit das Ministerium diesem oder jenem Project seine Zustimmung ertheile, tritt Herr Hanstein entgegen, indem er anführt, daß Großh. Ministerium bestimmte Vorschläge von Seiten der Stadt erwarte und wissen müsse, welches Project am wärmsten befürwortet werde. Nachdem noch die Herren Homberger und Wallenfels oen Antrag des Herrn Bürgermeisters befürwortet, wird mit Annahme desselben rote oben bemerkt, dieser Gegenstand verlassen. — Dem Verein deutscher Lehrer in Uigiano, welcher sich bereits im vorigen Jahre um eine Unterstützung bemüht, aber "bfastagua) beschieden worden war, werden 20 bewilligt. — In Saehen: „Klage oes Joys. Engelhardt II. und Eonsorten von Annerod gegen die Stadt,.Fahrckrecht„bett. /wirb beschlossen, auf den vom gegnerischen Anwalt vorgeschlagenen handelt sich hier um etn^n aus Anlaß der Errichtung des Exerzierplätzeo in Wegfall gekommenen Weg, auf dessen Erhaltung resp. Wiederherstellung von Seiten der Obengenannten, welche in der Gemarkung Wieseck Wiesen besitzen, Anspruch erhoben mürbe' Da aber die Wiederherstellung des Weges über den Exerzierplatz die Militärbehörde mcht zuglebt, so wurde ein theils durch den Wiesecker, theils durch den städtischen Wald führender Weg angelegt, für welchen nun aber nicht nur für die direct inleressirten Wiesenbesitzer allein, sondern auch für die übrigen Anneröder Einwohner, welche sväter in der Gemarkung Wieseck Grundeigentbum erwerben sollten, das Fahrtrecht in Anspruch genommen und außerdem die Instandhaltung des Weges der Stadt Gießen an- gesonnen wurde. — Für die vorläufige Unterbringung Geisteskranker müssen andere ^ocautaten beschafft werden, und wurde zu diesem Zweck das alte Arresthaus in der Saudgafie in Aussicht genommen. Die Versammlung ist damit einverstanden und gibt auch ihre Zustimmung zur Abordnung Sachverständiger behufs Beaugenscheiniauna der Emrlchtungen in der Anstalt zu Heppenheim. — Herr Gastwirth Heinrich Fentzen welcher die an der Westanlage belegene Krafft'sche Hofraithe käuflich erworben und in derselben ^chankwlrthfchaft betreiben will, sucht um Befürwortung zur Erlangung der Eoncession hierzu nach, insbesondere in Verbindung hiermit um die Erlaubmß zum Ausschank von Branntwein und Spirituosen. Das vorliegende Gutachten Großh Polrzeiamts tft dem Gesuchsteller durchaus günstig, so daß die Versammlung mit Rück- ™ ^auaUr-?a& Bähung der Bedürfnißfrage für Wirthfchastsbetrieb in größerem Maßstade sich nicht vorenthalten lasse, das Gesuch befürwortet — Die Feu er lösch- oeputation hat die unter dem 15. Januar eingereichte Eingabe der Fretw. Gail'schen Feuerwehr um Vermehrung der Hydranten und Schläuche, Anbringung des Metz'schen GewmdeS an den Ausslußröhren der Pumpen nicht befürwortet, weil inzwischen die Ausdehnung des Rohrnetzes und mit dieser die Vermehrung der Hydranten stattgefunden habe. Die Verfammlung hält demnach die Eingabe für erledigt. — Der Hinweis des Herrn Scheel auf den Mangel an Trinkbechern an den Pumpen soll berücksichtigt — Zu dem Gesuche der Frau Fillmann Wittwe (Neustadt) um Entfernung der Gaslaterne an ihrem Hause wird beschlossen, die Gasdeputatioii zu veranlassen emen anderen Platz zur Aufstellung einer Laterne in Vorschlag zu bringen — Sur (Erbauung eines Schwesternhauses in der Lonystraße hält der Vorstand des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege die weitere Erwerbung eines 2 Mtr breiten Streifens für notbig, um der polizeilichen Vorschrift genügen zu können, welche einen ^sprechenden Abstand der projectirten Gebäude nach dem event. später zu bebauenden Gelände der 3fr. Gemeinde fordert. Die Baudeputation hat beantragt, dem Gesuchsteller einen 1 Mtr. breiten Geländestreifen von dem Eckplatze zum Preis von 5 J-L ver Quadratmeter abzulassen. — Herr Wirth Steucrnagel beabsichtigt, innerhalb der Emfriedigungsmauer seiner Hofraithe an der Sicher- und Grünberger-Straße ein Stallgebaude zu errichten. Die Versammlung beschließt Befürwortung des Gesuches auf Widerruf nur aus dem Grunde, well der projectirte Stall durch die Einfriediaunas- mauer von außen nicht sichtbar sei, andernfalls das Gesuch in Rücksicht auf S 18 der Localbauordnung nicht berücksichtigt werden könne, welche den Bau von Stallungen'c an Straßen verbietet - Das Gesuch des Herrn Karl Hahn und Eonsorten um Er- laubmß zur Wasserabfuhrung in einen städtischen Canal erhält widerrufliche Genehmigung, sofern die Ausführung der Anlage nach Angabe beg> Stadtbauamts erfolgt 2e s)r"Ter?h°^rIeitUnu tn ^r Gothestraße soll fortgeführt und den Gesuchstellern fUAUnk ?or ihren Hausern die entsprechende Vergütung zu Theil werden - Dem Gesuch des Herrn Louis Keller um Pflasterung des Trottoirs vor seinem Hause ui der ^udwigsstraße wird unter der Bedingung entsprochen, daß sich Gesuch- steller zu dem durch das demnächst erscheinende Localbaustatut bestimmten Beitrag der Trottoirpflasterungskosten verpflichtet. - Für verschiedene Anschaffungen von Utensilien Legung neuen Fußbodens in einem Schulzimmer zc. im Schulhause am Oswaldsbera werden die erforderlichen Mittel, veranschlagt zu 285 A, bewilligt. 9 Gießen, 24 Juni. sSchwurgericht.^j Georg Diemer, Wagner von Romrod, des Verbrechens des Meineids angeklagt, wurde gestern, nachdem die Ge- fchworenen die Schuldfrage verneint hatten, freigesprochen. r T^.^Ztige, umfangreiche Verhandlung hatte die Anklage gegen den Wirtb «l-in V. den Musiker Georg Gottfried Mahl und den 18jährigen h?nUmC,»r^sr^eIm r0rr' ^mmtlich zu Ilbenstadt, zum Gegenstand. Aus den Verhandlungen laßt sich das folgende feststellen: a l4' bro°ember o I. wurde zu Ilbenstadt die Nachkirchweihe abgehalten und es fand in der Wirthschaft des Angeklagten Klein Tanzmusik statt, welche von jungen Leuten aus Ilbenstadt zahlreich besucht war. Unter den Anwesenden befanden sich ^r^lge Domestiken des Grafen von Leiningen zu Ilbenstadt, nämlich der Leibjäger 2^^s^^ü ^vebst einigen Dienstmädchen, die zusammen an einem Tische laßen. ^e,n Einwohnerschaft Ilbenstadts und den Schloßbewohnern scheint nicht das beste Einvernehmen w bestehen; es wurde tm Laufe des Abends während des Tanzens lungen pirschen mehrfach der Versuch gemacht, den Tisch, an welchem Damen saß, umzustoßen, Schulze kümmmerte sich indeß nicht darum und verließ um 12 Uhr mit seinen Begleiterinnen den Saal. Es folgte den- ä*rn6ktn ^au^cn Leute und im Hofe angekommen, umringten dieselben die Schloßbewohner, wodurch em großes Gedränge entstand und es ohne Zerren und Stoßen nicht abgmg; der unter dem Haufen befindliche Heinrich Huhn erhielt hierbei angeblich von dem Jager Schulze mit einem Messer einen Stich "in die Seite Der PorfQ% Steige gebraut und bereits am folgenden Tag erfolgte durch Gr. Amtsgericht Friedberg die Einleitung der Untersuchung gegen Schulze wegen , Körperverletzung Am 25. Januar d. I. wurde die Sache vor dem Schöffengerichte zu^Friedberg verhandelt und es erfolgte die eidliche Vernehmung einer Reihe von I 3eugen. Schulze leugnete gestochen zu haben, überhaupt kein r.,- . , Zu haben und die am ragt Abend in feiner 6ct gehabt dies; während der Angeklagte Klein Äate will und die beiden anderen Angeklagten den Vorfall fn ^hnrffpntpn C haben mit dem V-rlcht-n Huhn im H°> allein Mammm a troff n L M sammentreffen habe Dickenberger gesehen, daß Sckulre den / ?lefcm Zu- Aussagen führten zu der Verurtheilung des Schulie nnd in Ä Diese die Sache vor hiesige Strafkammer. Dieselbe nrbnph» 9« 9clan9te Sprüchen der Zeugenaussagen nochmalige ausführliche Erhebungen bie drei Angeklagten in Untersuchung wegen Meineids ! Sm« ' , bcrenJJoIge heutigen Verhandlung gibt Schulze zu, ein Messerbei^ der Uebrigen stehen sich auch heute wieder die Aussagen der Schloß^nb m nebensächlichen Punkten theilweise gegenüber und es werden -^.wohner Letzteren unbeeidigt vernommen. Bezüglich des Klein beantraafp C !TJ9e bcr sogleich Freisprechung, wegen der beiden anderen Angeklagten toat^anwalt Geschworenen verneinten jedoch die sämmtlichen ihn^L ÄLL«! b‘e Vermischte». ,. A a in3, 24. Juni. Ein Eioilprozeß. bei weichem firfi nm ■ object Don X 4o bandelte, brachte heute die Makler @o ttfrieh %.> i Friedrich Jackobs von Flonheim vor die Schranken des bieiia/n rller und unter der Anklage des Meineids. Beide machten bei ihrerleuae b^Än^^/^'^ in dem Prozeß vor dem Amtsgericht in Wöllstein Aussagen bie° berarMn h?m‘^mun9 Widerspruch mit den Aussagen der übrigen Zeugen staL bah ber Om\±l,Cn^ra‘™ sich veranlaßt sah. die Sache zur Kenntniß der StaatSan'waltichait >n 'hb ^rrhter der heutigen Verhandlung traten unter den Zeugen wiederum mehrjack^^k' tewor, Jo daß die Geschworenen nicht zu der Ueberzeugung mlangten^ ichuldigten emen wissentlich falschen Eid geleistet und sprachen nurUlrfrT’ 5e0er des fahrlässigen Meineids schuldig, worauf von dem Assisenhof eine Straff°n»" b Monaten gegen denselben verhängt wurde. totla,e Don hllr , △ Juni. In dem Gonsenbeimcr Walde passirte letzter ^aae einem durch eine reiche Erbschaft über Nacht zum Rentier gewordenen Mainzer Metzaer d^ einen Waidmannsvergnügcn opfert, das Unglück, statt einen LaÄn einen Treiber zu schießen und demselben die ganze Ladung Schrot in Kopf nnd " ,a0?A,2err-®etoof|cne mußte noch am Abend in das Spital nErbiS roe Ln VU ist über den Vorfall derart untröstlich, daß er sich L erkkä I zu übeAassem"' $£ 6 " einCn ßro6m ZI)eiI 'etn£§ nicht unbeträchtlichen Vermögens A Vo m R b ein. 24. Juni. Am 24., 25. und 26. d. Mts findet in Mnide^ Kreditgenossenschaften für Rheinland. Westfalen, LippeÄ Waldeck statt., Die Vorversammlung findet Freitag den 24. Abends 8 llbr r Hauptversammlung Samstag den 25., Vormittags 9 im Ho '^ur -raube ^"- Sonntags schließt sich eine Festfahrt und ein Bankett an o, r, „ ri . Heirathsschwmdlern trotz aller Warnungen immer noch ein L^b^h offen steht, bewies eine Verhandlung, welche vor dem Berliner Landgericht n^pn eA .®r.nft Neumann stattfand Der Angeklagte wohnte eine Zeitlana M Schlafbursche bet einer Wittwe Haase, der er nach ^öefannt^^^afreinen^ße"ratfi§ antrag machte. Die Wittwe war aber vernünftig genug, den 38jährigen Freier daraus machen, daß^ sie ihrem Alter nach ganz gut seine Mutter sein fönne jjaebte aber den Heirathslustigen auf die ihr bekannte unverel.eliäite' in u Ä ??1"'/1!6 Urbare Jungfrau von 40 Jahren, welche nicht abgeneigt war in den Ehestand zu treten. Als der Angeklagte erfuhr, daß die Müller im N?siüp eigenen Wirthschaft und eines kleinen Ersparnisses war, da hatte er sein Ideal gefunden- d leiette er Mit Fraulein Müller öffentliche Verlobung und zog zu^ 10r Neumann schütt Ans Cr«f Se.lt Nichtsthun, er erklärte seiner Brant, daß er Anwar" /i Flasche ä 20 Vr Flasche ä 11 empfiehlt 4293 A. 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