1887. ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Nr. SOI Zweites Blatt. Sonntag den 25. December »««a»- Ech.lftr.ß- 7. t ■talwft Einladung zum Abonnement -es* auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö Anzeigeblatl für öen .Kreis fließen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, iael. der Beilage „Gießener Familieublatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der AbonnementSpreiS für den Anzeiger, frei Ln'S Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im L Quartal 1888 zusendeu und den AbonnemeutSbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß den Abonnenten des Anzeigers die „DerwaltungSblätter" zum ermäßigten Preise von 50 H pro Quartal geliefert werden. Die Expedition. Wochen - Ueberficht. Gießen, 24. December. Im Kreise unserer erhabenen Kaiserfamilte herrscht diesmal bei der Christseier eine große, eine schmerzliche Lücke — er fehlt der Kronprinz mit den Seinen. Fern von der Heimath, an den sonnigen Gestaden der Riviera, verbringt die kronprinzliche Familie dar schönste, trauteste Fest der Jahre» und längst wissen wir ja alle, baß eine tückische Lra-ckheit dm ritterlichen Thronfolger a« den Aufenthalt im Süden bannt. Mit theilnahmvollster Spannung folgte dar deutsche Volk den so wechseloollen Stadtm in dem Leiden der allgeliebten Kaisersohne», er athmete froh bei jeder hoffmmg»vollen Botschaft auf und er trauerte bei jeder beunruhigender klingenden Nachricht. Gerade in der letzten Zeit schien die Krankheit de» Kronprinzen infolge der neuentstaudenm Wucherung im Halse wieder eine bedmklichere Wendung genommen zu haben, dem indessen jetzt abermals zuversichtliche Nachrichten gegenüber stehm. Jhnm zufolge handelt er sich bei der neuen Wucherung um eine völlig gefahrlose Bildung und soll der bisherige Gang der Leiden» den Schluß gestattm, daß der Hals des hohen Patienten vielleicht niemals vollständig geheilt werden könne, daß aber bet fortgesetzt regelmäßiger Behandlung, wie gegenwärtig, die eigentliche Gefahr sich auf ein Minimum verringern und der Kronprinz in der Lage sein werde, allen an ihn herantretenden Pflichtm zu genügen, die ihm nicht geradezu körperliche Anstrengungen auferlegten. Man kann nur innigst wünschen, daß sich diese neuerliche hoffnung-frohe Auffassung bestätigen möge! Die Berliner Hofnachrichten veröffentlichen eine« dringenden Wunsch de» Kronprinzen, daß ihm freundlich zugedachte Sendungen, wie sie dem hohen Herrn die letztm Wochen hindurch in Gestalt von hundertm von Geschenken der mannigfachsten Att zugegangen sind, nicht mehr direct zugeschickt werden möchten. Vielmehr soll betreffs dieser Zusendungen künftig beim kronprinzlichen Hosmarschallamte in Berlin angefragt werden, wohin sie zu richten seien. Unter den nach Sau Remo abgesandten Geschenken haben sich auch zahlreiche Tannenbäume au» den deutschen Wäldern befunden. Die Weihnachtswoche hat auf dem Gebiete der inneren Politik nicht- sonderlich Neues gebracht. Die parlamentarischen Verhandlungen feiern sämmt- ltch und hiermit ruhen auch die Fragen, die in ihnen zur Erörterung gelangten, resp. welche sich noch in der Schwebe befinden. Letztere» hat namentlich von der Verlängerung de» Socialtstengesetze» zu gelten, welche im Bunde-rathe noch vor der Weihnachtspause beschlossen worden ist, ohne daß doch der betreffende Entwurf dem Reichstage bis jetzt zugegangen wäre. Al» Grund dieser Verzögerung wird die Schwierigkeit genannt, bis Motive für die Verschärfung de» Gesetze» — Verlängerung auf 5 Jahre und Ermöglichung der Ausweisung aus dem ganzen Reichsgebiete — auszuarbeiten. Besonder» günstig scheinen die Aussichten für die Annahme de» dergestalt verschärften Gesetzes im Reich»tage nicht zu sein; die Nationalliberalen wollen ihre Zustimmung zum Gesetze verweigern und würde demnach die Entscheidung vom Centrum abhängen. Augenscheinlich ist die ganze Frage noch nicht spruchreif uno wird erst noch eine Klärung der Parteistellungen hierzu abzuwarten sein. Auf militärischem Gebiete beabsichtigte die preußische Regierung, mit einer neuen, nicht unwichtigen organisatorischen Maßregel oorzugehen. die man offenbar ebenfalls mit dem Ernst der allgemeinen Lage i« Verbindung zu bringen hat. Es ist die Errichtung von 14 Carps-Bekleidungsämtern nebst Werkstätten mit mechanischer Triebkraft, unter gleichzeitiger Aushebung der Mon- Lirung-depot», beschlossen worden. Der preußische MUitäretat enthält ein» bezügliche Denkschrift, welche die erwähnte Maßregel in sehr eingehender Weise begründet. Hiernach sollen die Corps-Rrservewerkstätten die Hauptaufgabe haben, im Mobllmachungsfalle den sehr gesteigerten Bedürfnissen der Armee an Beklei- dungsgegenständen, namentlich an Schuhzeug, gerecht zu werden und um diese wichtige Aufgabe sofort im vollsten Umfange erfüllen zu können, ist es »othwe» ! big, daß dis Corps-Reservewerkstätten schon im Frieden entsprechend eingerichtet werden, lieber diese Einrichtung, wie über die Verwaltung und den Sitz der Werkstätten enthält dann die Denkschrift noch nähere Bestimmung. Der die allgemeine Lage noch immer beherrschende österreichischrussische Zwischenfall hat in dieser Woche eine wesentlich andere Physiognomie erhalten. In dem Wiener „Hoskriegsrathe" vom Sonntag und Montag ist dss alte österreichische Motto: „Immer langsam ooran* wieder einmal zum Durchbruch gelangt, denn seine Beschlüsse gipfeln darin, bi» auf Weiteres gegenüber den russischen Rüstungen keine besondere« Abwehrmaßregeln zu ergreifen. Wenn dieser Beschluß lediglich von dem Bestreben der österreichisch-ungarischen Regierung dictirt gewesen ist, ihrerseits nichts zur Verschärfung de» Conflicte» beizutragen, so wäre eine derartige Politik nur zu loben. Aber e» scheint, al» ob noch andere Ursachen bei dem Entschlüsse der Wiener Militär-Conferenzen, einstweilen noch keine Thaten sehen zu lassen, mitgewirkt haben und private Berichte deuten darauf hin, daß in den leitenden Kreisen der österreichischen Hauptstadt eine Partei anscheinend nicht erfolglo» thätig ist, die maßgebenden Factore» von der „Friedensliebe" Rußland» zu überzeugen. Ja, es ist sogar die Rede davon, daß diese Bestrebungen darauf zielen, den Dreibund zu treffen und demselben Oesterreich-Ungarn zu entziehen, indem man letztere» zu einer directe« Verständigung mit dem Petersburger Cabinet dränge. Die Schweiz wird nach einem jüngst erfolgten Beschlüsse de» National- rathe» zu dm wenigen Staaten gehörm, welche die Pariser Weltausstellung officiell zu beschicken gedenken; es sind zu diesem Zwecke vom Nationalrsthe 450,000 Frc». bewilligt worden. Dis Haltung der Schweiz zu der vorliegenden Frage wird indessen die größeren Industrie-Staaten in ihrem Entschlüsse, die Weltausstellung in Pari» im Jahre 1889 officiell nicht zu beschicken, schwerlich schwarckmv machen. Die bulgarische Frage tritt allmälig au» dem Stadium ihrer letzten Versumpfung heran». Zu der inneren Krisi» in Bulgarien, die sich durch die bevorstehmde Demission der Mnister Natschevitsch und Stoiloff markirt, gesellt sich eine äußerliche, denn der österreichisch-russische Zwischenfall wirkt ganz augenscheinlich auf Bulgarien zurück. Nach englischm Informationen würde Fürst Ferdinand der angebahnten Verständigung zwischen Rußland und Oesterreich zum Opfer fallen, es soll eine Aufforderung in unzweideutiger Weise an ihn erfolgen, da» Land zu verlassen. War aber geschehen soll, wenn der Bulgarenfürst dieser freundlichen Einladung nicht Folge leistet, dürften die Herren Diplomaten selber noch nicht wissen, benn eine etwaige russische Intervention würde offenbar die Lage nur nrch weit mehr verwickeln. Begreiflicher würde e» darum erscheinen, wenn die inneren Zustände de» Lande» den Coburger zur Abdankung nöthigten; da» Gerücht, Fürst Ferdinand bereite schon ein Manifest zur Begründung seiner Abdankung vor, ist aber offenbar den Ereignissen noch weit voraus, klebrigen» schreibt das Wiener „Fremdenblatt", daß an maßgebender Stelle von Verhandlungm zwischen den Mächten Über die bulgarische Frage nicht» bekannt fei. In Frankreich folgt man den Vorgängen in der auswärtigen Politik, speciell wa» den österreichisch-rufsischeü Conflictsfall anbelangt, mit einer gewissen Reserve, die ganz gut zu dem Wunsche paßt, mit dessen Uebecmittelung an allerhöchster Stelle Präsident Carnot den französischen Botschafter in Berlin beauftragt hat, daß nämlich die besten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich obwalten möchten. Lokales. ©ieftett, 24. December. Es geht dnrch die Lüfte ein geheimnißoolleS Weben und in das Menschenherz zieht ein Gefühl unnennbarer Wonne und Freude. Weihnacht e n ist wieder herangekommen. Die Brust weitet sich bei dem Gedanken an die Heberolle Erlösung de» Menschengeschlechts durch die Sendung Christi, in der Er- i.nerung Itbtn -°r un8 btt J-Hrt dtr «tndhttt wteber «uf, unb ft> trauri,I unb schloss« der Ernst des Leben» uns auch gemacht haben mag, ein Strahl remster Fest- freude fällt in unser Inneres. Der Glaube an die Liebe Gottes und des Menschen, wann könnte er reger sein, wann sich mehr befestigen und kräftigen als im Schimmer der Weihnachtskerzen, als an jenem Tage, der uns die gräßte Liebesthat aller Zeiten in das Gedächtnitz zurückruft und der im Volksgebrauch durch immer neue Liebeslhaten geheiligt wird. Die köstlichen Tugenden des Menschen betätigen sich am Shristfeste, der Eigennutz hat keinen Thetl an dieser Feier, „nicht für mich, sondern für meine Lieben" heißt ihre Devise. Darum ist die Freude der Geber nicht minder groß als die der Empfänger, und unter'm strahlenden Ehristbaume wird Kummer und Herzeleid vergessen. Der beste Trost ist, Andere zu erfreuen. In keinem Lande ist der Zauber des Weihnachtsfestes so tief in die Volksseele gedrungen, wie in Deutschland, der Deutsche, wo immer er auch sei, ob ihm die Strahlen des Nordlichts leuchten oder das Kreuz des Südens über seinem Haupte glänzt, ob die Einsamkeit der Wüste oder der rege Lärm der Stadt ihn umgibt, der Deutsche fühlt überall die gewaltige Macht dieses Tages der Liebe. Daß den Lesern ein retneS ungetrübtes Lethnachtsglück descheert werde, das ist unser aufrichtiger Wunsch und unsere frohe Haffnung. Vui»ersttäts»GHronik. — Die Universität Halle zählt im lausenden Wintersemester 1501 eingeschriebene Studtrende, von denen 585 zur thealozischen, 121 zur juristischen, 293 zur medicinischen und 501 zur philosophischen Fakultät gehören. Van den preußischen Praotnzen hat Sachsen 590, Brandenburg 147, Schlesien 111, Westfalen 71, Rheinland 55 jnnge Männer der genannten Universität »ugefützrt, btt übrigen zusammen 240. Die anderen deutschen Staaten haben 191 Studirande für Halle gestellt, das Ausland 92, davon Oesterreich-Ungarn 44, Rußland 19, Amerika 5, Japan 3. Gegen daS «bgelaufene Sommersemester hat der Besuch der Universität um 33, gegen da« vorige Wintersemester um 26 Studtrende abgenommen. — Die Universität BreSlau wird gegenwärtig von 1314 S»udirenden besucht, »an denen 161 evangelische Theologie, 169 katholische Theologie, 203 Rechtswissenschaft, 382 Medtcin und 399 philosophische Wissenschaften betreiben. Von denselben gehören 1265 den preußischen Provinzen (982 Schlesien, 142 Posen), 21 den übrigen deutschen Staaten, 28 dem Aullaude an. Gegen b«l vorige Sommersemestcr hat die Universität an ihrem Besuch um 43 ab-, gegen das »orige Wintersemester um 10 Studtrende zugenommen. Pump, Pkujahrsrechnungen, Poftaustrag (Nachdruck verboten.) „Repetitio eat mater etudiorum“ lehrt man unausgesetzt den Schulern, und .fortgesetzte Wiederholung ist die Mutter der Erfolge", gilt auch für die Wirksamkeit bet Ta,erpresse. Ganz fruchtlos sind offenbar die in den letzten Jahre» eraangenen Mahnungen in der Presse gegen das leichtfertige Borgen und Anstehenlasse» der Rechnungen doch nicht geblieben. Namentlich scheinen diese fortgesetzten Ermahnungen hier vnd da unter den kleinen Händlern und Handwerkern daS Bewußtsein ausgedr-itei zu haben, daß die im deutschen Kleinverkchr tief eingerisiene sinnlose Creditschlcuderei die .schlechten Zeiten" noch schlechter machen Hilst, als sie sonst sein würden, und daß sich dieser handgreifliche Fehler nach beiden Seiten rächt. Das Publikum selbst leidet dabei ganz entschieden, Gewerbestand und Kleinhandel können nie dabei aufblühen, und selbst Der Großhandel wird durch die vielen, durch leichtsinniges Ereditgeben hervorgerufenen Concurse der Gewerbtretdenden und Unterhändler in arge Mitleidenschaft gezogen. Daß hierin die fortgesetzten Ermahnungen viel, sehr viel geholfen haben, beweist am besten, daß endlich die Gewerbtreibenden dazu zu bewege» gewesen sind, zu Neujahr ihren Kunden Rechnungen zuzustellen und daß ganze Innungen Aufrufe in der Presse erlassen haben, in welchen sie „die geehrte Kundschaft höflichst bitten, die Neujahrs- rechnungen baldmöglichst ausgleichen zu wollen". Mag dies auch beim bevorstehende» Jahreswechsel wieder so sein. Jetzt ist es Zeit, die säumigen Zahler an ihre Verpflichtungen zu erinnern. Namentlich denjenigen Geschäftsleuten, welche noch zögern mit dem RechnungSzusenden, die „ihre Kunden nicht gern beleidigen möchten", denen sei dieser Buruf aus's Neue wieder an's Herz gelegt. Besonders im Kampfe gegen eingewurzelte Gewohnheiten ober Neigungen muß das Nichtigere, Vernünftigere, auch wenn es noch so einleuchtend ist, stets von Neuem wieder eingeschärft werden, wenn es zuerst in den Köpfen haften und sodann den Willen ergreifen und zu praktischer Seltun, enb Anwendung kommen soll. Leider gibt es aber Leute, die trotz Mahnbriefe, höflicher und endlich auch grober Art nicht zahlen. Hier soll der Geschäftsmann kurzen Proeeß machen und ehe er den Klageweg beschreitet, von dem sehr zu empfehlenden Postauftragsversahren Gebrauch machen. Fünfzig Procent seiner Rechnungen werden dadurch zur Begleichung gelangen. Wenn auch der Gemahnte solch Verfahren übel nimmt, an derartiger Kundschaft ist wirklich nicht viel zu verlieren. Wendet sich dieser Käufer auch an dcn Eoncurrenten, dort wird es ihm ebenso ergehen, und dann wird er sehr bald zu der Einsicht gelange», daß fein Jahre lang mit Erfolg betriebenes Pumpsystem nicht mehr fortbestehen kann. Er muß und wird sich ändern. Nun gibt es aber auch noch andere Ereditnehmer, die mit dem besten Willen nicht prompt zahlen können; sehr häufig nur darum nicht, weil sie nicht verstehen, sich nach der Decke zu strecken, weil sie für entbehrliche Sachen zu viel ausgeben, die Frau für Putz, der Mann für das Wirthshaus, vielleicht schlemmen beide. Auch bei solchen Leuten nur zugemahnt, an solchen Kunden ist ebenfalls nichts zu verdienen. Besser den Kunden verlieren als sein theures Geld. Es muß eben in allen Geschäftskreisen eine straffere Geschäftspraxis Platz greifen, es wird hohe Zeit. Der günstige Rückschlag aber, den dieses straffe Anziehen der Geschäftspraxis auf dasjenige liebe Publikum machen wird, dem Borgen keine Sorge macht, welches grundsätzlich alle Schulden nicht bezahlt und ebenso grundsätzlich neue Schulden alt »erben läßt, kann schlechterdings nicht ausbleiben und wird Demjenigen, der an der Beseitigung dieses Uebelstandes mit bauen Hilst, selbst nur zum Segen gereichen. Endlich wird ungesunder Luxus abnehmen und für die Nothwendigkett des Lebens wirb mehr Gelb als bisher vorhanden sein unb jene stets sicher emporkommenben Hanblungen werben sich vermehren, welche nur gegen Baarzahlung verkaufen, Dabei aber nur Waaren von bester Qualität zu unerbittlich festen Preisen führen. Also nochmals: Rechnungen aussenben, bet säumigen Schuldnern Postauftrag erlassen. Neujahr ist ja bald vor der Thür. Egon W. B t i h i f 4 t < l Gedenket der arme« Postvögelein! Gar manches Vöglein hin und her Fliegt auf der weiten Erdenrunde Und bringt »en Hellem Sonnenschein, Den Wolken unb vom Himmel Kunde — Der Vöglein sei von Euch gedacht In Eures Jubels Festesfreude, Doch denket auch der Bögelein, Die nicht im leichten Federkletbe Die täglich wandern hin und her, In Sturm und Wetter Euch zu dienen, Und die auch jetzt zum Festesglanz So treu und reichbepackt erschienen. Sie brachten Euch gar manchen Schatz, Gar manches Liebeswort von Ferne, Ob starr die Hand, ob schwer das Herz, Sie brachten'S neidlo» doch unb gerne. Don all' der ganzen Herrlichkeit Lacht ihnen nichts als nur die Hülle, D'rum diesen armen Vöglein gebt Doch auch ein Korn von Eurer Fülle! Unb naht der Bote Eurer Thür Mit reichen Gaben Euch zu grüßen, So mögt zum fröhlichen Neujahr Den harten Weg ihr ihm versüßen! Klara Reichner. Stuttgart, 20. December. In der „Neckar-Zeitung" hatte dieser Tage ein vr. F. G......n ein Recept, „wie man denaturirten Spiritus genußsähig macht", mitgetheilt. Der „Staatsanzeiger" bemerkt hierzu: Einsender und Redaction dürsten wohl den 8 18 Z. 5 beS Branntweinsteuergesetzes nicht gelesen haben, lautend: .Eina Defraudation der Verbrauchsabgabe wirb als vollbracht angenommen .... 5) wenn Branntwein, für welchen Befreiung von der Verbrauchsabgabe gewährt ist, zu anderen als den gestatteten Zwecken verwendet wird." Ferner $ 22: Die Beihilfe unb Begünstigung ist mit Gelbstcase bis zu 150 JL zu bestrafen." Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — Wie schon des Oesteren, so wird auch neuerdings gemeldet, baß wieber im Maulwurf Trichinen nachgewiesen seien. Es wirb baran die Warnung geknüpft, gefangene ober getödtete Maulwürfe nicht auf bie Dungstätte ober dn Orte zu werfen, wo sie von Schweinen gesunden und gefressen werben können. Trotzdem noch nicht als absolut sicher anzusehen ist, daß int Maulwurf wirklich Trichinen vorkommen ober ob bas nicht nur in seltenen Fällen so ist, kann man den Rach, bie tobten Maulwürfe nicht auf den Dünger zu werfen, uur billigen. Es sei aber betont, baß man gar keinen Grunb hat, den Maulwurf, gleichviel ob er trichinenhaltig ist ober nicht, zu verfolgen unb zu tobten, da er ein treuer Gehülfe deS Landwirths unb des Gärtners ist und letztere daher wohl Ursache haben, ihn zu schonen. Das ist oftmals gesagt worden, bedauerlicher Weise wird meist dagegen verstoßen. Ferner sei noch bemerkt, daß Fleischreste und tobte Thiere überhaupt nicht auf ben Düngerhaufen gehören, auch wenn sie nicht im Verdacht stehen, Trichinen zu verbreiten. Ganz abgesehen davon, daß die MtaSmen, die bei der Verwesung entstehen, schädlich sind, geht auch ein Thetl bes Nutz- werthes tobter Thiere verloren, wenn sie einfach auf ben Düngerhaufen geworfen werden. Sie dienen bann zahlreichen schädlichen Jnsecten als Brut- und Nährstelle. Tobte Thiere unb Fletschabgänge gehören in den Composthaufen, dort werden sie in ihrem vollen Werthe nutzbar gemacht. Arrac, Rum, Cognac, — Punschessenzen — sowie vorzügliche Tisch-Weine empfiehlt billigst 9423 Ohr. Ludw. Thomas, 10 Neuen Bäue 10. 9114 Einige Sopha's sollen billig vero kaust werben Alicenstraße 24. Akkgemeiner Anzeiger. Aeikgeöolenes. Crftne Conaressstoff für Vorhänge, 110 Ctm. bieit, i» 60 H pr. Meter, empfiehlt in bester Qualität, Muster gratis unb franco, 9249 Rudolf Nick, Darmstadt. Die besten Reit- und Schäften- , Stiefel bekommt man am billigsten ) »ei [8789] L. Süß, Marktstr. 9. J Prachtvolle Orangen, ? Mandeln, Nofinen, Corinthen offerirt sehr billig 9356 _______8. Elsoffer. Prima neue MuglieserMandeln per Pfd. 90 H, bei 5 Pfd. 85 sowie alle übrigen , Ingredienzien zur feineren Bäckerei in seit Jahren bewährten Qualitäten j zu billigsten Preisen empfiehlt 8968 Fr. 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Ludwigsplatz 5. 9382 Ein Wohnung im 2. Stock mit 6 Zimmern und Zubehör, auf Wunsch auch Pferdestall, und eine Mansardenwohnung mit 3 Zimmern und Zubehör sind bis 1. April 1888 zu vermiethen- W. Schäfer, Nord-Anlage._ 9338 (5fne Wohnung, 4—5 Zimmer, II Stock, Wasserleitung, per April 1888 zu vermiethen L. Bötz, Bismarckstraße. 7899 Der mittlere Stock, fünf Zimmer mit Zubehör, alsbald oder später zu ver- miethen. Htlgardt, Ederstraße 5. 8422] Südanlage 11 ist der dritte S.tock vom 1. April 1888 ab zu vermiethen. __Prof. Nauman«. 8859 Eine sch. Wohn., 6 Zim. m. Zub., Wasserl. u. Gartenanth., e. Tr. h. i. d. Bahnhofftr. ist zu verm.; beziehbar am 1. April. Näh, in der Exp d. Bl. 9195 Ein kl. Logis, 2 Zimmer und Küche zu vermiethen bei Christoph Schmidt, Weißbindermstr, Göthestraße. _________ 9351 Eine Wohnung von 6—7 Zimmern per 1. März zu vermiethen bei __I. Ruppel, Ludwigsstraße 30. 9364 Durch Versetzung ist der mittlere Stock meines Hauses l Grünbergerstraße Nr. 28), bestehend in 5 Zimmern nebst Zubehör, bis zum 1. Avril, event. auch früher, zu vermiethen. Zu erfragen Eichgärten 19.____________ "9393] 3. Stock, 6 Zimmer rc-, per so- fort oder später zu vermiethen. Bismarckstraße 10. 1846 Am 1. Feiertag, Abends 8 Uhr, hält der Verein, wie alljährlich, so auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsbescheernng mit Verloosung in dem Vereinslokal (Cafe Schnell) ab. Die Mitglieder werden ersucht, die Geschenke zur Verloosung, welche einen Werth von mindestens 50 haben müssen, bis spätestens Abends 6 Udr des genannten Tages im Vereinslokal abzugeben. Zahlreicher Betheiliguna sieht entgegen 9346 Der Norftand Jede Familie sollte auf die „Thier-Börse“ abonniren, welche in Berlin erscheint (Herausgeber Dr. Langmann) und neben vorzüglichen Illustrationen und interessantem Text in ihrem Jnseratentheil ein erschöpfendes Bild von dem gewaltigen Kauf», Verkauf- und Tauschverkehr unter den Thierzüchtern und Thierliebhabern des In- und Auslandes gewährt. Der Abonnementspreis ist so billig, daß er gar nicht in Betracht kommt, nur SO Pf. das ganze Vierteljahr, vom Briefträger in die Wohnung gebracht 65 Pf. Man abonnirt nur bei der nächftgelegenen Postanstalt oder beim Briefträger. Bestellungen per Januar, Februar und März wolle man recht bald bei der Post aufgeben, damit man Nr. 1 des neuen Jahres rechtzeitig erhält. Wer Tbiere jeder Art kaufen, verkaufen oder tauschen oder Geschäfts- Anzeigen wirksam veröffentlichen will, annoncirt nur in der »Thier-Börse*, die in einer Auflage von 20,000 den größten Leserkreis hat. Die Expedition der „Thier-Börse" Berlin 8., sowie die Agenten der „Thier-Börse" und alle Annoncen-Expeditionen nehmen Inserate zum Originalpreise an. Agenten werden an allen Orten Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz angestellt. Geeignete Bewerber wollen sich melden. Rauer lcher flejongoerein. Am 2. Weihnachtsfeiertag Abend-Unterhaltung im Prinz Carl. Anfang 71/2 Uhr. Der Vorstand Nß. Entree für einzuführende Herren 1 Jl. Ohne Karte ist Niemand der Zutritt gestattet.9335 Giesteuer Zjtherelub (Wohlthätigkeitsverein) 9453 Am 8. Feiertage: Tanzunterhaltung im Hotel Prinz Carl. Karten sind im Vorverkauf ö 50 Pfg. pro Person zu haben bei den Herren Friseur Conrad und W. Wirsig, SelterSweg. Abends an der Caffe ä 75 Pfg. Die Mitglieder haben freien Zutritt. Anfang V28 Uhr. Der Vorstand. Weffschasi „Heiterkeit". Am 2. Feiertage Abendniiterhaltang m. Olstbescheernog im Hotel Einhorn. Anfang T/j Uhr. Der Vorstand. Nß. Damen ohne Karten haben keinen Zutritt.__________9345 Stadt Marburg (Marburgerstraße). Am S. Feiertage: Tanzmusik. Anfang 4 Uhr. Am 3. Feiertage: Concert. Sn4rse frei. [9415] G. Todt. 9425 Ein Familienlogis zu vermiethen. _____________________Bahnhofstraße 32. 9011 Ein Logis im Vorderhaus mit Gartenantheil zu vermiethen. I. Georg Unverzagt, Steinstraße. 5458 Die Wohnung im 3. Stock meines Hauses, 5 Zimmer mit Zubehör, neben Gtein's Garten, ist wegzugShalber sofort zu vermiethen.________Ernst Moes er. 7302 Ein freundliches Familienlogis von 3 bis 4 Zimmern nebst Zubehör zu< vermiethen.____________Marktstraße 32. 8265 DaS seither von Herrn Rechtsanwalt Baist bewohnte Logis (mit Garben), im Meyerfeld'schen Hause, Wall- thorstraße 71, ist per 1. April I088, auf Wunsch auch früher zu vermiethen- Näh. bei Max Friedberger, Wallthorstr. 44. ~S58J- Nne schöne Mansardenwohnung an ruhige Leute zu vermiethen. Löberstraße 6; zu erfragen im Hinterbaus. 9398 Eiu kl. Familienlogis zu verm.. bei Jae. Thomas, Schiffenbergerweg. 9458] Wohnung in schönster Lage, 6 Zimmer mit allem Zubehör und G^rtem antheil zum 1- April an ruhige Familie, zu vermiethen Näheres in der Exped. d. Bl. _______ 9089] Mehrere kleine Logis zu ver- miethen bei E. H. Müller, Schillerftr. 9261 Ein LogiS frei. _______________________Elsoffer. 8393 Ein Logis hat zu vermiethen Ehr. WallenfelO, Marktplatz 17. 7621] Möblirte Zimmer, mit und ohne Kabinet, zu vermiethtn. ____G«rtenstraße 29. 9214] 2 Zimmer und Eabinet zu ver-- miethen. Näheres in der Exp. d Bl. 8(114] Möblirte Zimmer zu vermiethen ___________________________Ostanlage 9.__ 7732 Ein möbl. Zimmer zu oermiethe ______________________Nordanlage 28. 8429] Lagerraum zu vermiethen. _____,____Wallthorftraße 20. 8520] Laden zu vermiethen ____________________Wallthorftraße 6 9162 Einer meiner Lüde« zu ver^ miethen. S. Elsoffer. Fermischle Anzeigen. 9432. Zwei Sehülfen können bis zum Neujahr eintreten bei _________H. Mühlich, Wagnermftr. 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