Nr. 301 Drittes Blatt. Sonntag den 25. December 1887. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schnlstraße 7. cmTOTinmrrMwiwiiniMmiMwem Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Vf. mit Brinaerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Darmstadt, 21. December. Bekanntlich hatte s. Z. die zweite Kammer . die Auszaylung des jährlichen staatlichen Zuschusses zur Dotation des Bischofs im Betrage von 13,714 JL 20 H so lange beanstandet, bis die Wiederbesetzung : der Bischofssitzes erfolgt sei. Die Auszahlung an die Domcapitelskaffe wurde \ erst vcm 11. Juni 1886 ab wieder verfügt, nachdem an diesem Tage die Be- : stätigung des neuen Bischof» erfolgt war. Inzwischen hatte sich jedoch die bischöfliche Curie mit Rücksicht auf den bevorstehenden Ablauf der Verjährungsfrist veranlaßt gesehen, gerichtliche Klage auf Zahlung der fälligen Beiträge zu erheben, und er erging ein Erkenntntß, welches die Forderung der Kirche anerkannte. Nach Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles stellte die Regierung, unter ausdrücklicher Wahrung de» seither eingenommenen Rechtsstandpunkles, dem Ordinariate zu Mainz eine Propositton an die Landstände in Aussicht, wonach zur endgilrtgen Beilegung des Rechtsstreites die seit 1. April 1880 nicht bezahlten Beiträge nachträglich zur Auszahlung gelangen sollen. Wenn auch die Regierung an dem seither eingenommenen Rechtsstandpunkte feflhält, so ging sie doch von der Ansicht aus, es erscheine zweifelhaft, ob die bischöfliche Behörde ein straf- bare» Verschulden an der unterbliebenen Besetzung des Bischofrstuhles treffe, weshalb eine gütliche Erledigung des Rechtsstreites angestrebt wird. Unter den außerordentlichen Ausgaben des neuen Staatsbudgets für die Finanzperiode 1888/91 ist deshalb der während der Jahre 1880/86 nicht zur Auszahlung gelangte Beitrag mit 82 285 Jt. 74 H eingestellt worden und beantragt eine Vorlage an die Landstände Genehmigung der nachträglichen Auszahlung. (F. Z.) B o t a i t e. Gietzen, 24. December. sSitzung der Stadtverordneten vom 22. December.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bra mm, Herren Beigeordneten Gnauth und Keller, Seitens der Stadtverordneten die Herren Baist, Georgi, Dr. Gutfleisch, Grüneberg, Hanstein, Hoch, Homberger, Jughardt, Ad. Noll, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Simon, Vogt und Wallenfels. Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt Herr Bürgermeister Bramm zwei Eingänge zur Kenntniß der Versammlung. Ersterer betrifft ein Schreiben des Bureaudirectors des Reichstages, in welchem mttgethetlt wird, daß die vor einiger Zett von dem Stadtoorstande an den Reichstag gerichtete Petition gegen Erhöhung der Getreidezölle durch die stattgehabte Beschlußfassung des Reichstages für erledigt erklärt worden ist. In Bezug auf den zweiten Punkt hat Herr Stadtbaumeister ©tief berichtet, daß ein ungenannt bleiben wollender hiesiger Einwohner beabsichtige, zur Verschönerung des Friedhofes eine Anzahl Zierbäume zu stiften. Diese Stiftung soll dankend angenommen werden. — Die Rechnung der Armenkasse aus dem Jahre 1886/87 ist geprüft und einige Anstünde inzwischen erledigt worden. Nach der Rechnung betragen die Einnahmen 62 802.22 A, die Ausgaben 54 606.43 Jt, das Kapitalvermögen am Schlüsse des Rechnungsjahres 258 940.92 JL — Die Rechnung der Plockischen Stiftung weist auf an Einnahmen 6995.67 Jt, an Ausgaben 6357.56 und ein Kapitalvermögen von 84 538.47 — Zu dem neulich gefaßten Beschluß zur Unterbringung des Heinrich Renker und Karl Pfeuster in eine Besserungsanstalt hat Großh. Kreisamt auf diesfalls erstatteten Bericht rescribirt, daß die Kosten in der Anstalt zu Hähnlein 180 JL, in derjenigen zu Jugenheim 150 JL pro Jahr und Kopf betragen, wozu die Stadt die Hälfte, sowie die Kosten für Kleidung und Reise nach der Anstalt betzutragen habe. Es wird beschlossen, diese beiden Jungen in die Anstalt zu Jugenheim zu verbringen. — Ein in Pirkenhammer bei Karlsbad zusammengetretenes ComitS bittet um einen Beitrag zur Errichtung eines Körnerdenkmals, die Versammlung bewilligt 30 JL — Dem Gesuche des Herrn Weißbindermeisters Ehr. Petri V. um Ueberlassung städtischen Geländes kommt die Versammlung insofern entgegen, als sie beschließt, die an der Loge gelegenen Bauplätze, auf welche Herr Petri reflectirt, demnächst einer Versteigerung, erst getrennt, dann im Ganzen, auszusetzen. — Zur Anlage eines Turnplatzes bei der neuen Kaserne bedarf die Militärverwaltung eines weiteren Platzes von 2205 mMtr. Die Versammlung beschließt auf Antrag der Baudeputation, das erforderliche Terrain zum Preise von 1.60 »M pro LH Meter an die Militärverwaltung abzutreten. — Herr Seilermeister Huhn, welcher gelegentlich der Aufführung seines Neubaues am Scltersweg 2.60 O'Mtr. städtisches Gelände behufs Einhaltung der Straßenfluchtlinie bebaute, soll hierfür den auf 71 JL festgesetzten Preis zahlen. — Auf diesbezügliches Gesuch des Herrn Dachdeckermeisters Ph. Kröck, welcher das Geschäft des Herrn Louis Schwalb käuflich erworben, wird beschlossen, den mit dem Letzteren seither bestehenden Pachtvertrag über den am Tiefenweg gelegenen, der Stadt gehörigen Werk- platz auf Herrn Kröck zu übertragen. — Dem Gesuche des Herrn Eommerzienraths Adolf Noll um pachtweise Ueberlassung von hinter seinem Befitzthum an der Wteseck gelegenen Gelände wird entsprochen, nachdem sich die Baudeputatton mit den festgestellten Gre izen an dieser Stelle einverstanden erklärt hat. — In Betreff des Steges über die Wieseck nach der Bleiche des Herrn Wilh. Schmall beschließt die Versammlung nach Anhörung eines diesbezüglichen Berichts des Herrn Gaswerkdirectors Bergen, Herrn Schmall anzuhalten, den Steg über die Wteseck in ordnungsmäßigen und sicheren Zustand zu setzen, ferner soll von der Ostanlage aus ein 3 Meter breiter Weg hergestellt werden; für Belassen des Stegs hat Herr Schmall eine jährliche Abgabe von 1JL, für Benutzung des Weges eine solche von 5 zu entrichten; zu einer gänzlichen Schließung des Weges konnte man sich im Interesse des die Bleiche benutzenden Publikums nicht entschließm. — Ueber die Legung des Fluthgrabens in der Flügclsgasse in eine Steinsohle wird der Versammlung der Voranschlag vorgelegt, welcher sich aus 1126 A beläuft; die Herren Treff und Huhn haben sich zu einer entsprechenden Beitragsleistung bereit erklärt und erfolgt hierauf Genehmigung des Voranschlags. — Betreffs der Einrichtung eines Bades in der Stadt- mädchenschule, worüber schon in ftüheren Sitzungen Beschlüsse gefaßt wurden, haben Erhebungen stattgefunden und sind auch Erkundigungen in Göttingen eingezogen worden. Weiter ist zur Kenntniß der Herren Stadtverordneten gelangt, daß in einer Schule in Sachsenhausen ebenfalls ein Bad eingerichtet worden sei. Herr Beigeordneter Gnauth bemerkt, daß die Kosten der Anlage dieses Bades in Sachsenhausen, incl. der baulichen Veränderungen, Wasserleitung rc. bei 5 Brausen 1800 bis 2000 JL betragen haben; da hier in Gießen indeß nur 3 Brausen nöthig seien, so würden sich auch die Kosten wesentlich niedriger stellen. Es wird beschlossen, vorerst Herrn Stadtbaumeister ©tief mit eingehender Besichtigung der Einrichtungen in Sachsenhausen zu betrauen und nach dessen Bericht in der Baudeputation weiter hierüber zu berathen. — Zu „Anschaffungen für die höhere Mädchenschule" liegt ein Bericht des Herrn Directors Vigelius vor, welcher die Beschaffung von Kleiderhaken, Subsellicn, Gestellen für die Anschauungsmittel, Kratzeisen rc. für nöthig erachtet. Diese Gegenstände sollen beschafft werden. Den Miethern von Wohnungen in der früheren Benner'schen Besitzung ist nach 8 2 des Mietvertrages die Verpflichtung auferlegt, die von ihnen benutzten Räume tn wohnbarem Zustande zu erhalten, dieselben haben sich damit einverstanden erklärt, bis auf einen Miether, welcher seine Unterschrift verweigert; es wird beschlossen, auf 8 2 des Miethvcrtrags zu beharren und das aus der Weigerung zur Erfüllung der festgesetzten Vervflichtungen weiter sich Ergebende zu veranlassen. — Die Probe mit dem im Commissionsznnmer der Bürgermeister ei neulich aufgestellten Wurmbach'schcn Füllregulierofen ist zur Zufriedenheit ausgefallen; es wird beschlossen, nun auch für den Sitzungssaal der Stadtverordneten zwei gleiche Oefen anzuschaffen; die Kosten für 3 Oesen, 212 JL, werden bewilligt, desgl. einige Posten von zusammen 189 Jt. 4 über Arbeiten im Rathhause, welche nicht ausgeschrieben werden konnten. — Zu dem neulich gefaßten Beschluß, Großh. Poltzeiamt zur Behandlung der eingehenden Baugesuche einen technischen Betrath in der Person des Herrn Bau- techniker Alto ater zur Verfügung zu stellen, haben Großh. Kretsamt und Großh. Polizeiamt ihr Einverständniß erklärt. Letzteres fragt nun an, ob die Festsetzung der Baufluchilinien, Revision der Gebäude rc. auch Herrn Altvater übertragen werden sollte; die Versammlung bejaht die Frage mit dem Hinzufügen, daß Herr Altvater diese Functionen mit Einverständniß des Herrn Stadtbaumeisters wahr nehmen sollte. — Dem entsprechend ist die Versammlung damit einverstanden, daß die von Herrn Aug. Montanus unternr 14. Mai d. I. erhobene Beschwerde über das seither bei Bautenrevisionen, Genehmigung rc. beobachtete Verfahren durch kreisamtliche Verfügung für erledigt erklärt wird. — Die Weserstraße kommt durch den beschlossenen Ausbau dieser Straße theilweise in eine andere Höhenlage, was drei Hausbesitzer daselbst veranlaßt hat, Beschwerde über die dadurch herbeigeführte Tiefer- legung ihrer Grundstücke, Einfahrten u. s. w. zu führen. Da nach der allgemeinen Bauordnung die Behörden verpflichtet sind, in dergleichen Fällen die Hausbesitzer schadlos zu halten, so wurde mit den letzteren, den Herren Böger, Lteueraufseher Bertling und Registrator Roth verhandelt und dieselben zur Angabe ihrer Schadenersatzansprüche amgefordert. Die Versammlung erklärt sich mit den von der Baudeputation vorgeschlagenen Vergütungssätzen einverstanden, lehnt aber das Verlangen des Herrn Böger nach einem eisernen Spalier ab. — Dem Anträge der Baudcputatien entsprechend wird beschlossen, behufs Erweiterung des Trottoirs vor dem Logengebäude, das vor demselben als Vorgarten dienende, durch Eisenspalter abgeschlossene Gelände freizulegen. — Dem Gesuche des Herrn Steinbach um Herstellung des rechtsseitigen Fußweges in der Göthestraße soll entsprochen werden; gleichzettig wird beschlossen, den Ausbau des zwischen der Ludwigsstraße und der Wteseck befindliche TheileS dieser Straße in das nächste Budget einzustellen und die für die von den Hausbesitzern vorgenommenen Auffüllungen festgesetzten Entschädigungen den Betreffenden zu bewilligen. — Die in einem diesbezüglichen Gesuch erbetene Ausbesserung des Kiesbanketetz in der Alicestraße soll ei folgen, wenn die bei dem Neubau des Herrn Com.-Nath Silber- eisen gehörigen Hauses entstandenen Beschädigungen beseitigt find. — Auch ein Theil des Trottoirs der Löbersttaße soll auf erfolgte Vorstellung hin ausgebessert werden. — Die Beschwerde des Herrn Weißbindermeister L. Heltmolt über Straßensperrung durch Steinhaufen und mangelhafte Beleuchtung der Schillerstraße soll Berücksichtigung finden. — Der folgende Punkt der Tagesordnung, die Straßenreinigung betreffend, veranlaßte eine längere Debatte. Veranlaßt durch eine Anfrage Großh. Poltzeiamts, ob die Stadt gewillt sei, die Reinigung der Straßen selbst zu übernehmen, anstatt wie seither dies durch die Hausbesitzer besorgen zu lassen, beschloß man in einer früheren Sitzung, vorerst Erhebungen über den Flächeninhalt der öffentlichen Straßen und Plätze, sowohl hinsichtlich der gepflasterten wie auch der chaussirten, anstellen zu lassen. Diese Erhebungen haben stattgefunden und hat die Baudeputatton beantragt, die Reinigung der gepflasterten und chaussirten Straßen (von der Reinigung der letzteren waren seither die Hausbesitzer befreit) auf die Stadt zu übernehmen, dagegen die Reinigung der Trottoirs und der «Gossen, sowie die Beseitigung von Eis und Schnee, Streuen bei Glatteis, wie seither den Hausbesitzern aufzugeben. Herr Beigeordneter Gnauth berichtet, daß nach den eingezogenen Erkundigungen in Offenbach dortselbst ebenfalls die Straßenreinigung auf die Stadt übergegangen sei. Sowohl das Verhältntß der Einwohnerzahl Offenbachs zu Gießen, wie dasjenige der Straßen- slächen von dort zu den hiesigen, verhalte sich wie 3 : 2. Die Kosten der Siraßen- reinigung in Offenbach beliefen sich auf rund 20,000 JL jährlich und wurden sich die Kosten für die Stadt Gießen, welche dermalen ca. 80,000 Meter gepflasterte und 109,000 Meter chaussnte Straßen habe, nach dem angeführten Verhältmß aus 13,000 pro Jahr belaufen. 6000 Jl. würden aber jetzt schon für Reinigung der öffentlichen Plätze und chaussirten Straßen aufgewendet, so daß sonach die Mehrausgabe nur 7000 JL. pro Jahr betrage. — Herr Scheel bezeichnet die den Hausbesitzern gebotene Erleichterung ihrer Pflichten als zu unwesentlich, um für den Antrag i‘‘°'I™n zu können; müsse der Hausbesitzer Gosse und Trottoirs reinigen, so komme es bei den meistenteils engen Straßen der Stadt auch auf ein Stück Straße mehr oder weniger nicht an, dagegen würde er dafür stimmen, daß auch die Reinigung der Trottoirs und Gossen mit auf die Stadt überginge. — Herr Hoch ist gegenteiliger Ansicht und weist auf die breiteren Straßen hin', die hinsichtlich ihrer Reinigung mehr Arbeit und andere Gerätschaften erforderten, und es bei diesen mit bloßem Kehren niqt gethan fei, von der Reinhaltung der Straßen hätten die Passanten Vorteil Nicht die Hausbesitzer, die ja ohnehin genügend belastet seien. —Herr Hanstein spricht sich für Reinigung durch die Stadt aus, da diese allein Gewahr biete, daß dies eine gleichmäßigere und gründlichere, weil mit geschulten Kräften »orgenommene, wurde. — Herr Georgi ist der Ansicht, daß der Kostenpunkt em wesentlich höherer nicht sein könne, wenn auch die Gossen und Trottoirs auf städische Kosten mit gereinigt würben. —Herr Beigeordneter Gnauth ist in Bezug auf die Aeußerung des Herrn Scheel die Uebernahme der Reinigung der eigentlichen Fahrbahn auf die Stadt sei zu unwesentlich, gegenteiliger Ansicht, in den engen Straßen möge dies Zutreffend se^ und man könne dort die Reinigung des Pflasters durch Dienstboten bewerkstelligen lasM, nicht aber z.B. auf dem Seltersweg, die Entfernung des dort sich ergebenden Kehrichts könne man einem Dienstmädchen nicht zumuthen. Er sähe Zs allerdings auch lieber, wenn Gossen und Trottoirs durch die Stadt mit gereinigt wurden, begnüge fi(ti aber mit dem von der Baudeputation Vorgeschlagenen, was immerhin als em Fortschritt zu bezeichnen sei. — Herr Baist bemerkt, daß er schon vor 13 Jahren sich für Uebernahme der Straßenreinigung auf die Stadt ausgesprochen habe, weshalb er ben Antrag der Baudeputation nur begrüßen könne; auch er habe nichts dagegen , wenn sich die Stadt der Reinigung der Trottoirs und Gossm annahme, ..gerade^das seitherige mitunter recht mangelhafte Reinigen der letzteren veranlasse die üblen Gerüche, unter welchem verschiedene Stadtteile zu leiden hatten. Im Interesse derjenigen .)aus. besitzer, deren Grundstücke auf große Strecken an der Straße liegen und denen gegenüber es eine Härte sei, ihnen die Straßenrelnigung auszuburden, mochte ei dafür stimmen, daß die Stadt die Reinigung auch auf (Sofien und Trottoirs ausdehne. - - Herr Petri spricht sich ebenfalls für Gossen- und Trottolrreinigung durch die etaöt aus die Arbeit der Dienstboten sei mitunter eine sehr mangelhafte. — Herr Han stein erklärt sich gleichfalls mit den vorhergehenden Rednern einverstanden und will nur die Verpflichtung der Hausetgenthümer zum Entfernen von Schnee und Eii, sowie zum Bestreuen des Trottoirs bei Glatteis aufrecht erhalten wissen , da die Abstellung der damit verbundenen Uebelstände meistens sehr schnell bewerkstelligt werden müsse und dies von der Stadt ohne ein Massenaufgebot von Arbeitskräften mcht bewerkstelligt werden könne. - Herr Hornberger vertritt die Meinung, day, wenn dre Stadt die Straben reiniae, sie auch die Gossen mit übernehmen könne, die Trottoirs könne man den Hausbesitzern überlassen, wogegen Herr Ad. Noll anführt, daß Gosse und Trottoir sich nicht gut getrennt reinigen ließen. — Nach einer nun folgenden Geschäftsordnungs- Debatte wird der Antrag der Baudeputation angenommen und weiter beschaffen, daß die Stadt auch das Reinigen der Trottoirs und Gossen (ausgenommen die Entfernung von Schnee und Eis, sowie daß Streuen bei Glatteis) mit übernimmt - Nachdem früher beschlossen worden, den Stadtringgraben auf der Strecke Wallthor-Aserweg in eine Steinsohle zu fassen, hat die Baudeputation beantragt, mit Herrn Albrecht Stein in Wetzlar über die Fassung der Reststrecke wegen des Kostenpunktes in Ver- banbluna zu treten; die Versammlung ist damit einverstanden. — Die zur Herstellung eines Weges in den Wingert en erforderlichen Mittel, veranschlagt auf 1230 incl. Geländeerwerb werden bewilligt. - Großh. Polizeiamt ersucht um Beschaffung von Straßenkehrgeräthen, Besen, Schippen, Hacken, Karren ?c., um die die Hülfe der hiestgen Ver- pflegungsftation in Anspruch nehmenden Durchreisenden genügend beschäftigen zu können; die Versammlung bewilligt die zu beregtem Zwecke erforderlichen Mittel. - dem Gesuche der Handwerkerschule um Ueberlaffung eines Schulsaales beschließt die Versammlung Annahme des Antrags der Baudeputation, welche dem Gewerbeverein den Saal der Industrieschule im Gebäude am Afterweg zur Mitbenutzung über- lassen will. — Bur Ergänzung des Brandkatasters wird die Beschaffung eines nöthig gewordenen Supplementbandes beschlossen. - Die aus der „Verminderung der Sperlinge" resultirenden Kosten werden bewilligt. Auf die Bejahung der Anfrage des Herrn Baist, ob das Abschießen der Vögel noch fortgesetzt werde, beantragt derselbe daß zu diesem Zwecke keinerlei Mittel mehr aus der Stadtkasse bewilligt werden möchten, worauf Herr Georgi betont, daß das Abschieben der Sperlinge zu allerhand Mißständen führe, die Schützen feuerten auf offener Straße auf die Vogel, andere betrieben dies wieder als Sport. Man solle doch die Feldschützen entsprechend in- ftrutren. Der Antrag des Herrn Baist wird abgelehnt. — Die durch Regulirung der Einkommensteuer verausgabten Gebühren werden bewilligt; desgleichen die Kosten für Anschaffung verschiedener kleiner Gegenstände für die Einrichtungen im Schlachthause. Vermischtes. „An das Fenster Hopft es: pick, pick! Macht doch auf einen Augenblick! Dick fallt der Schnee, der Wind geht falt, Hab' kein Futter, erfriere bald!" Wenn der böse Frost des Winters die Stimmen der kleinen Sänger draußen in Wald und Hain verstummen macht oder sie gar in banger Flucht längst daoon- getrieben hat, wärmeren Gefilden zu, behauptet doch ein wohlbekanntes geingesehenes Zugvögelein zuweilen seinen heimathlichen Platz, indem es vor der Zeit dahin zurück- I kehrt oder gern dort überwintert: das muntere zahme Rothkeh'.chen. Mit Hellem Äug' hüpft es umher und läßt die klaren Töne erschallen durch die Stille der Natur, zur lieben Weihnachtszeit die Geburt des Heilandes der Welt mitfeiernd, denn der kleine Vogel mit der rotben Brust und rotben Kehle ist von Alters her dem lieben Gott geweiht, wie eine fromme Sage uns erzählt. Als Jesus Christ für alle Menschen einst am Kreuze starb und im bitteren Schmerze mit dem Tode rang, als man die Dornenkrone ihm zu Schimpf und Spott auf's Haupt gedrückt, da tarn ein kleines Vögelchen herbeigeflogen und suchte mitleidsvoll mit großer Mühe ein Dörnlein aus der Krone ihm zu ziehen. Doch das heilige Blut, das aus Der Wunde floß, als das Vöglein an dem Dorne zog. färbte dessen Brust mit rothem Schein und fo ist es auch fortan geblieben, und „Rothkehlchen" heißt noch jetzt das mitleidige Thierchen, das allein die Geburt des Erlösers, das liebe schöne Christfest, mitfeiern darf und das man deß- httb auch das „Gottesvögelein" benannt. Loeflund’s Diätetische Mittel. LoeflttNd'S echte» Malz-Extrakt ist bei Husten, Heiserkeit, Katarrh, Asthma, Brust- und Halsleiden seit 20 Jahren bewährt, ebenso sind Loeflund» Malz« Extrakt-Bonbon» als Hustenbonbons sehr beliebt. Das Malz-Extrakt mit Eise« wird bei Bleich'ucht und Blutarmuth, das mit Kalk bei engl. Krankheit, das Malz- Extrakt mit Leberthra« für schwächliche Kinder empfohlen, die es gerne nehmen- In allen Apotheken, wobei ausdrücklich zu verlangen: von Ed. Loeflund in Stuttgart. 7882 —Ä Special-Arzt für Geschlechts-u.Krane«- Hl* OVCrlaClle Krankh.,Frankfurta/M.,Stiftstr.221. "■ • V 1 Sprechst.tägl.v.10-1 u. 3-bUhr. 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