Mittwoch den 25. Mai 1887. Nr. 119 ießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. a——— v—j.—muw « Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Betreffend: Sterblichkeitsstatistik. Amtlicher Theil. Gießen, am 23. Mai 1887. Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen an die Großherzoglichen Standesämter des Kreises Gießen. Von verschiedenen Standesämtern wird immer noch die Vorschrift nicht beachtet, nach welcher in jedem Fall, in welchem keine ärztliche Bescheinigung der Todesursache auf dem Todesschein beigebracht wird, der Standesbeamte sich darüber, daß wirklich keine ärztliche Behandlung stattgefunden, stch zu vergewissern und im bejahenden Fall dies unter Beifügung feiner Namensunterschrift auf dem TodeSzeugniß zu bescheinigen, im entgegengesetzten Fall aber die Erlaubniß zur Beerdigung bis zur Beibringung des ärztlichen Ältestes zu versagen, eventuell die Weigerung des Arztes, dasselbe auszustellen, uns anzuzeigen hat. Wir bringen diese Bestimmung wiederholt in Erinnerung mit dem Bemerken, daß wir Verfehlungen gegen dieselbe künftighin zuständigen Ortes zur Anzeige bringen müßten. , " _ t p , L , , ~ Selbstverständlich wird hierdurch die Pflicht des Leichenbeschauers oder des Standesbeamten nicht aufgehoben, in denjenigen Todesfällen, m welchen keine ärztliche Behandlung eingetreten ist, die Todesurfache selbst anzugeben, insoweit dieselbe dem Verständniß eines Nichtsachverständigen zugänglich ist. Gleichzeitig sind wir durch das Verhalten einiger Standesämter veranlaßt, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß das Einträgen der Todesursachen in die Sterbfalls-Zählkarten Ihnen obliegt und wir um fo mehr darauf bestehen müssen, daß Sie dies, insoweit dieselben leserlich geschrieben sind oder die Nummer des Schema's beigefügt ist, auch selbst besorgen, da durch die theilweise sehr verspätete Einsendung der Sterblichkeitsnachweise uns kaum die nöthige Zeit für die Aufstellung der Mortalitätstabelle bleibt. vr. Köhler. _____________________________________________________ ____ Politische Ueberstcht. Gießen, 24. Mai. In Bayern wie in Sachsen finden demnächst Neuwahlen, resp. Ergänzungswahlen zum Landtage statt. Während es sich in Bayern im Wesentlichen um den alten Kampf zwischen dem Liberalismus und dem Klerikalismus handeln wird, dürste in Sachsen mehr das Eingreifen der Socialdemokratie hervortreten. Dieselbe besitzt in der sächsischen zweiten Kammer bereits vier Mandate und hoffe nun, diese Zahl in der bevorstehenden Wahl- Campagne zu vermehren und bei dem verhältnißmäßig niedrigen Steuercensus sür die Wahlberechtigten sind die Chancen für die Socialdemokraten in Sachsen keine ungünstigen. Wie man hört, haben dieselben in 13 Wahlkreisen, also für mehr als ein Drittel der zur Erledigung kommenden Mandate, Candidaten ausgestellt und die Ordnungsparteien werden da gut thun, die Augen offen zu halten. Seit Freitag weilt Prinz-Regent Luitpold von Bayern zum Besuche seiner Schwester, der Herzogin von Modena, in Wien, wo er Gegenstand besonderer Auszeichnungen seitens der kaiserlichen Fannlie ist. Kaiser Franz Josef war in den ersten Morgenstunden des Freitag eigens von Ischl nach Wien zurückgekehrt, um den Prinz-Regenten am Bahnhofe begrüßen zu können. Die Spaltung des Czechenclubs des Reich srath es ist das neueste Ereigmß im parlamentarischen Leben Oesterreichs. Der Czechenclub In seiner bisherigen äußerlichen Zusammensetzung wird überhaupt verschwinden; die Alt Czechen haben unter Leitung Dr. Rieger's und in Verbindung mit den feudalen Vertretern des böhmischen Großgrundbesitzes bereits einen neuen Club gegründet und werden sich nun auch die Jung-Czechen unter ihrem Wortführer Dr. Gregr zu einem besonderen Club zusammenthun; die steten Reibungen zwischen den mehr conservatioen Alt-Czechen und den liberale Neigungen bekundenden Jung-Czechen führten zu dieser Spaltung. Ob dieselbe aber auf die varlamentarische Gesammt-Situation im Reichsrathe von wesentlichem Einflüsse sein wird, ist zu bezweifeln. Die Nachricht von dem Ableben des berühmten Wiener Chirurgen Professors Billroth bestätigt sich nicht, nur liegt er an einem heftigen Bronchial- Katarrh schwer darnieder. Der Stand der belgischen Strikebewegung ist noch unverändert. Wenn einerseits gemeldet wird, daß dieselbe im Central-Kohlenbecken keine weiteren Fortschritte gemacht habe und daß in verschiedenen Werkstätt.n und Gruben die Arbeit zum Theil sogar wieder ausgenommen worden sei, so in Chatelet, Gilly, Lambisart, Cuesmes, Frameries u. s. w., so muß anderseits auch die Nachricht verzeichnet werden, daß im Kohlenreviere von Charleroi auf zahlreichen Arbeiterversammlungen der Beginn eines allgemeinen Strikes proklamirt worden ist; in den meisten Gemeinden des Strikegebietes sind die Bürgerwehren unter Waffen. In Mons gelang es, einen der Haupturheber der Bewegung zu verhaften. Der Staatsrath hat den Recurs der Herzöge von Aumale und Chartres gegen ihre Streichung aus den Armeelisten zurückgewiesen, dagegen denjenigen des Prinzen Murat als berechtigt erklärt. In Rumänien fanden vorige Woche die Wahlen zu den Generalräthen statt, welche einen vollkommenen Sieg der Regierung ergaben. Deutschland. Darwstadt, 20. Mai. Bekanntlich geht der jetzige XXV, hessische Landtag in wenigen Wochen zu Ende und werden mit demselben folgende Abgeordnete aus der Zweiten Kammer ausscheiden: 1) Aus Wahlkreisen der Provinz Starkenburg die Abgeordneten Zreiherr v, Wedekind, Provinzial-Director Küchler, Regierungsrath Jost, OberLandesgerichtsrath Dr. Frank, Ober-Landesgerichtsrath Heinzerling, Kreisrath Haas, Gymnasiallehrer Friedrich, Rechtsanwalt Dr. Osann, Director Kugler, Bürgermeister Wolz. 2) Aus den Wahlkreisen der Provinz Ob er Hessen die Abgeordneten Oeconom Schaum, Gutsbesitzer Weich, Forft-Jnspector Theobald, Fabrikant Haustein, Oeconom Psannstiel, Oeconom Schade, Bergrath Tecklenburg, Pfarrer Ellenberger. 3) Aus der Provinz Rh ein Hess en die Abgeordneten Gutsbesitzer Römer, Bürgermeister Pilthan, Kaufmann Stephan, Mühlenbesitzer Matthäi, Architekt Geier, Bürgermeister Möhn, Kaufmann Rackö. Im Ganzen werden also 25 Abgeordnete ausscheideu, für welche Neuwahlen stattzufinden haben. Ein Theil der Ausscheidenden dürfte nun wohl wiedergewäh't werden, bei Anderen ist aber eine Wiederwahl sehr zweifelhaft. Von den obengenannten Abgeordneten gehören 4 der katholischen Fraktion an, währen) die übrigen insgesammt Mitglieder der nationalliberalen Partei sind, In der Kammer werden auch für den XXVI. Landtag verbleiben: die Abgg. Wolfskehl, Ohly, Jöst, Ulrich, Mctz-Gießen, Böhm, Jöckel, Grünewald, Reinhart, Pennrich, also die sämmtlichen Abgeordneten der Städte, welche besondere Vertreter wählen. Ferner die Abgg. Kredel, Arnold, Schönberger, Lautz, Metz-Darmstadt, Hechler, Wasserburg, Vogt, Freiherr von Nordeck zur Rabenau, Muth, Zinßer, Sturmfels, Möllinger, Dr. Schröder, Dr. Büchner. Die Kreisämter fordern in den Wahlkreisen, in welchen Neuwahlen zum XXVI. Landtag stattzufinden haben, bereits die Bürgermeistereien auf, mit der Bildung der Wahl-Commission und mit Aufstellung der Urwählerlisten unverzüglich zu beginnen und sodann die Listen, sobald dieselben vollendet sind, bem1 betr. Großh. Steuer-Commissariat zur Vergleichung mit den Listen der Steuerpflichtigen und zur Bescheinigung, daß sämmtliche darin aufgeführten Personen seit Anfang des Rechnungsjahres 1887/88 directe Staatssteuer, oder wenn dies nicht der Fall, Communalsteuer zu entrichten haben, mitzutheilen. Die Vorbereitungen sind derart zu treffen, daß die Offenlegung der Wählerlisten sofort erfolgen kann. (Neue Hess. Volksbl.) Darmstadt, 23. Mai. (Militärdienst-Nachricht.) Schmidt II., ©ec. Lieuten. von der Infanterie des 1. Bats. (Gießen) 2. Großh. Hess. Landwehr- Regts. Nr. 116, wurde zum Premierlteutenant befördert. Potsdam, 23. Mai. Der Kaiser besichtigte heute die erste Garde- Jnsanterie-Brigade, folgte dann einer Einladung des kronprinzltchen Paares zum Dejeuner nach dem neuen Palais und wird um 3 Uhr über Babelsberg nach Berlin zurückkehren. Berlin, 23. Mai. Durch die Zeitungen gehen feit einigen Tagen Sensations-Nachrichten über das Befinden des Kronprinzen. Wie wir aus bester Quelle vernehmen, find diese Nachrichten sämmtlich unbegründet. — Den Abendblättern zufolge gedenkt Schuwaloff im Laufe der Woche abermals nach Petersburg sich zu begeben, wie verlautet, zu einem 14tägigen Urlaub zur Ordnung von Privat-Angelegenheiten. Man dürfte in der Annahme aber nicht fehlgehen, daß die Reise doch mit der späteren anderweitigen Verwendung Schuwaloff's im gewissen Zusammenhang stehe. Die Abendblätter sagen, der Zwischenfall zwischen Bitter und Koszielski in der Herrenhaussitzung vom 14. Mai habe in jeder Beziehung und nach jeder ©eite hin eine ehrenvolle Erledigung gesunden. — Die Berufungs-Instanz erachtete die Redacteure des „Berliner Tageblatts", Dr. Zornow und Emil Barth für schuldig, durch Veröffentlichung der Gerüchte über die Erschießung der Oberstlieutenants Villaume groben Unfug begangen zu haben und verurtheilte dieselben zu vierwöchentlicher Hast. Hesterrcich. Pesth, 23. Mai. In Beantwortung der Interpellation Helsas wegen Beschickung der Pariser Weltausstellung wies der Mintsterpräfldent Tisza auy die durch ihre Häufigkeit verminderte Wichtigkeit der Ausstellungen und die Kostspieligkeit für die Betheiligung der Staaten hin; die Regierung habe deshalb beschlossen, fich an der Pariser Ausstellung ihrerseits nicht zu betheiligen, wovon die französische Regierung freundschaftlich verständigt worden sei. Einzelnen Unternehmern stehe eine Betheiligung frei, und würden dieselben, so weit dies ohne materielle Opfer möglich sei, die Protection der Regierung genießen. Die Antwort wird zur Kenntniß des Hauses genommen. Italien. Nom, 23. Mai. Wie verlautet, werden in dem morgen stattfindenden Konfistortum Monfignore Pallotti und Pater Bansa zu Kardtnälen, der neue Münchener Nuntius Ruffo Scilla zum Erzbischof in parlibus von Pietra, und der neue Wiener Nuntius Galimbert zum Erzbischof in parlibus von Nikäa ernannt werden. Reichstag. P. Berlin, 23. Mat 1887. (34. Sitzung.) Die internationale Literarconvention wird in dritter, die Declaration zum internationalen Vertrag zum Schutze der unterseeischen Telegraphenkabel in Verbindung mit dem Gesetzentwurf zur Ausführung dieses Vertrags wird in erster und zweiter Berathung debattelos angenommen. Es folgt die zweite Berathung der Novelle zum Quartierleistungsgesetz, sowie zum Gesetz betr. die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden. (Referent: Abg. Baurschmidt.) Abg. Rintelen (Centr.) wendet sich gegen die in S 7 enthaltene Bestimmung, wonach die Feststellung aller durch die Benutzung von Grundstücken zu Truppenübungen 2C. entstehenden Schäden, sofern über den Betrag eine Einigung nicht stattfindet, endgültig unter Ausschluß des Rechtsweges auf Grund sachverständiger Schätzung erfolgen soll. Staatssecretär v. Bötticher erklärt, daß es sich bei dieser Bestimmung lediglich um die Feststellung der Höhe der Entschädigung handle. Im Uebrtgen soll der Rechtsweg nicht ausgeschlossen sein. Abg. v. Köller (cons.) meint gleichfalls, daß die Frage, wer den Schaden zu tragen habe, durch diesen § 7 gar nicht berührt werde. Die Feststellung der Höhe des Schadens müsse unter Ausschluß des Rechtsweges erfolgen, da diese Feststellung unmittelbar nach der Beschädigung erfolgen müsse. Die Vorlage wird hierauf in der Commissionsfassung angenommen. Die Novelle zum Nahrungsmittelgesetz wird in erster Lesung debattelos erledigt. Verweisung an eine Commission wird nicht beliebt. Die zweite Berathung findet somit demnächst direct im Plenum statt. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahl des Abg. Dr. Reinhold (3. Arnsberg) wird beanstandet. Die Wahlen der Abgg. Sabor (6. Wiesbaden), Günther (8. Merseburg), Brauer (8. Frankfurt a. O.), Leuschner (17. Sachsen), Lüders (9. Liegnitz) und v. Arnswaldt-Hardenbeftel (6. Hannover) werden einfach für gültig erklärt. Die Wahlen der Abgg. Rickert (8. Potsdam), Schrader (3. Danzig), Ku le mann (3. Braunschweig), Dr. Drahna (Sondershausen), Fieser (10. Baden) und Lerche (1. Erfurt) werden gleichfalls für gültig erklärt, doch wird gleichzeitig die Anstellung von Erhebungen über in den Wahlprotestcn behauptete Thatsachen beantragt. Morgen 1 Uhr: Rechnungssachen, Unfallversicherung für Bauarbeiter. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenr - Bureau. Berlin, 23. Mai. Die Branntweinsteuer - Commission wählte Gamp zum Berichterstatter im Plenum und beschloß, die Nachsteuer unter Zurückziehung des Beschlusses auf Ausschluß der Oeffentlichkeit in der ersten Sitzung nach den Ferien zu berathen. — Die Branntweinsteuer - Commission berieth die der Subcommission überwiesenen Paragraphen, nahm S 10 mit dem von der Regierung bekämpften Amendement Buhl an, wonach es dem Bundesrathe zusteht, ob und unter welchen Bestimmungen für den im freien Verkehr zwecks Eonsums weiter bearbeiteten Branntwein eine Rückvergütung einer niedrigeren Verbrauchsabgabe bis zu 5 pCt. für Schwund zu gewähren, ferner wurde S 18 mit dem Antrag, daß in den Fällen der SS 16 und 17, wenn Defraudation nicht stattfand oder nicht beabsichtigt war, nur eine Ordnungsstrafe eintreten solle, angenommen; ebenso § 25 und folgende mit den Amendements der Subcommission, daß der Brennereibesitzer nur dann strafbar sei, wenn die Defraudation mit seinem Wissen und Willen verübt wurde, ferner, daß der Höchstbetrag der Geldstrafe 10,000 JL nicht übersteigen dürfe und daß die Bestimmung der Gewerbeordnung wonach der Kleinhandel mit Branntwein von einer Erlaubniß abhängig ist, für denVer- kauf amtlich denaturirten Branntweins nicht platzgreift; die übrigen Paragraphen wurden theils unverändert, theils mit unwesentlichen, vorwiegend redactioncllen Aende- rungen genehmigt. Danzig, 23. Mai. Sechs Arbeiter, sämmtlich Familienväter, machten gestern Nachmittag von Neufahrwasser aus eine Vergnügungsfahrt mit einem Segelboot in die See. Das Boot schlug in Folge des Sturmes um und sämmtliche Insassen ertranken. Pesth, 23. Mai. In Südungarn richten die austretenden Flüsse große Verheerungen an. Das Hochwasser steigt noch. Großwardein ist zum Thetle überschwemmt. Teme-var, 24. Mai. Die Gegend zwischen Paracz und Czebza ist gänzlich überfluthet. Petromary ist vollständig überschwemmt. Viele Häuser sind etnaestürzt und die Einwohner geflüchtet. Der Ort Mazedonia hat stark gelitten, Czebja ist gänflich vernichtet. ö Paris, 23. Mai. Bei der gestrigen Wahl eines Deputirten des Seine-Devarte- ments wurde Mesureur (radikal) mit 220,000 Stimmen gewählt; 38,500 Stimmzettel trugen den Namen Boulanger's, obgleich derselbe nicht kandidirte. berufen" Morgenblättern zufolge wird Greoy heute Vormittag Floquet zu sich ~ daris, 23. Mai. Rouvier hatte gestern Nachmittag noch Besprechungen mit Fallidres, Spuller, Naquet und de Heredia. Eine „Havas"-Note sagt: Rouvier wenn « °uch di-Ausii-b-der Bildung des C-bin-ts abl-hn-, fo übernahm er -s doch 7uf Ansuchen Grevy's, die Elemente für ein solches zu suchen. Derselbe besuchte Abends uCllU Unterredungen mit, welche er mit hervorragenden politischen P-rs°nlichkciten gehabt, wonach es möglich sei, ein Eabinct,u bilden, worin die revu- blikanischcn Kräfte unter der Leitung eines politischen Mannes concentrirt wären welcher bereits den Dorsch in einem derartigen Eabinet innegehabt habe. Grevy dankte Rouvier und erklärte, die Sache überdenken zu wollen, um die Lösung der Krise >u beschleunigen. ' b jU ,, dariS 23. Mai. Grevy empfing heute Vormittag Duclerc. Floauet beaab sich bish-r nicht ,u Freycinet IN der Meinung, daß eine Cabinetsbildung mit Duclerc beabsichtigt sei, obwohl auf Veranlassung Grevy's eine Besprechung zwischen «[nanef und Freycmet bereits verabredet war. 9 3 ' ,tn Floquet 6,864,00Ö“fÄ. 6CUtC bCCnbCtC 93erfauf d-r Krondiamanten ergab insgesanimt London, 23. Mai. Unterhaus. Howell kündigt an, er werde die Slufmerf- famfcit beä auf d°n Bericht des Ausschusses über den angeblichen Mißbrauch öffentlicher Gelder Seitens des Londoner Municipalraths lenken und bcantraaen dos Verfahren des Letzteren zu mißbilligen. Bradlaugh will beantragen, auszusprechen daß gewisse Beamte des Londoner Municipalraths dle Privilegien des Parlaments oirle?! hätten. - Bei Berathung des zweiten Artikels der Irischen^StrafteMsbill kündch Smith an, die Regierung nehme das Amendement an, wonach Verbrechen welche un er das Gesetz gegen die irischen Whiteboys fallen, von der summarischen Jurisdiktion ausgeschlossen werden sollen. Petersburg, 23. Mai. Das Kaiserpaar und die Großfürsten sind gestern in Gatschina eingetroffen. Mons, 23. Mai. Im Borinage ist der Strike jetzt allgemein. Gegen 13,000 Arbeiter striken. — Gestern wurde eine Dynamitpatrone in das Erdgeschoß des „Hotels du Commerce" in Lalouoiere geschleudert. Ein Oberstlieutenant und ein Arzt wurden verwundet. Der angerichtete Schaden ist beträchtlich. — Drei Männer bedrohten die Schtldwache bei dem Telephonbureau mit Thätltchkeiten. Die Schildwache gab Feuer und tödtete einen der Angreifer. Lüttich, 23. Mai. In Seraing und Umgegend fanden heute Morgen Arbeitseinstellungen statt. In Seraing wurden Ansammlungen von Arbeitern durch die Gensdarmerie zerstreut. Lokales. Gießen, 24. Mai. sT he ater.) Auf Anregung hiesiger Kunstfreunde findet zu Anfang Juli ein Ensemble-Gastspiel Casseler Hofschauspieler in Gießen statt. Die hervorragendsten Künstler der Casseler Bühne geben alljährlich mit größtem Beifall einen Eyklus von Vorstellungen in unserer Nachbarstadt Marburg und das allgemeine Interesse, welches man diesen Darstellungen entgegenbringt, war die Veranlassung, die Künstler auf einen Abend für Gießen zu gewinnen. Gießen, 24. Mai. In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurde an der Einfriedigung des neuen Schlachthofes ein Schloßdrückcr gewaltsam abgeschlagen. — Schade, daß dergleichen Rohheitsstreiche statt mit behaglicher Haft nicht mit nachhaltigerer Züchtigung geahndet werden! — mimischen Vorträge und Zauberkünste der Herren Borsdorf und Joung finden bei ihren Zuhörern reichen Anklang; wir wollen daher auf die heute Abend auf Lony's Bierkeller stattsindende Soir6e Liebhaber derartiger Vorträge noch besonders aufmerksam machen. Universttäts - Ghrouik. Qrf Freiburg i. Br., 21. Mai. Der Professor der Anatomie, Geheimerath Alexander Ecker, ist gestern gestorben. DerMifchteS. Frankfurt a. M., 23. Mai. (Vom Blitz erschlagen.) Trotz der abnorm niedrigen Temperatur kam heute Nachmittag über uns ein Gewitter mit heftigem Hagel zum Ausbrauch, das sich zwar nur in wenigen schweren Schlägen entlud, deren letzter aber ein Todesbote war. Wohl Niemand der Anwohner des Friedberger Thores ließ es sich träumen, als dieser jähe Blitzstrahl herniederkrachte, daß er ein hoffnungsvolles junges Leben aus unserem Kreise abberufen hat. Ein auf dem Wege nach der Musterschule begriffener 15jähriger Schüler, der Sohn des im Geschäfte von Holzmann u. Comp. thätigen Ingenieurs Ullmicher, ist, nur wenige Schritte vom Halteplatz der Trambahn, unter der großen nach dem Weiher führenden Allee, am sechsten Bäume derselben, linker Hand, vom Blitz erschlagen worden. Der Schlag traf den Knaben der mit aufgespanntem Regenschirm, die Bücher unter dem Arm, sorglos dahinwanderte' am Kopfe, fuhr die linke Wange hinab, die Uhrkette entlang in die Uhr und so fon durch den Körper des Unglücklichen. Von Passanten aufgehoben, wurde die Leiche auf die nächste Bank getragen, worauf die Behörde und durch diese der Vater des jungen Menschen benachrichtigt wurde, der sofort auf die entsetzliche Nachricht von dem jähen Ende seines Sohnes herbeigeeilt kam. Jene kleine Bank auf der Promenade hat da eine herzzerreißende Scene mit angesehen. — Die Leiche ist nach dem Sachsenhäuser Friedhöfe überführt worden. cm • 2b- Mai. SBir haben letzter Tage eine Skizze von den neuen aRatnaerJjjafenanlaflen gebracht; im Anschluß hieran dürften folgende Angaben über die maschinellen Einrichtungen von Interesse sein, die erst ein richtiges Bild von der Großart gkeit der Anlagen geben. Die Dampfmaschine, durch welche der Accumulator mit Wasser gespeist wird, hat 70 Pferdekräfte. Die Dampfkessel zu der Maschine haben eine Lange von 4000 Mm. und einen Durchmesser von 1500 Mm. Die Hebvorrichtungen, um die Maaren aus- und einzuladen, bestehen aus drei Portalkrahnen (Krahnen, welche die Durchfahrt von Etfenbahnwaggons gestatten), einem Wein- und einem Oelkrahnen und einem leichteren Krahnen mit einem sehr weit ausreichenden Arm. Die Oel- und Weinkrahnen stehen fest, dagegen lassen sich die übrigen Krahnen, dle, wie auch die beiden oben angeführten, sämmtlich Drehcylinder haben, auf Schienen hin und her bewegen. Die Tragfähigkeit der Krahnen ist eine dreifache und kann dieselbe je nach Bedarf auf 10, 20 oder 30 Gentner gebracht werden. Neben diesen Hebevorrichtungen, die sämmtlich mit Wasserdruck in Bewegung gesetzt werden, sind an verschiedenen Stellen vertheilt acht „Spill" oder Capständer, mit je 13 Pferdekrasten, angebracht, nut welchen schwerbeladene Schiffe oder Eisenbahnwaggons durch einen leichten Tritt mit dem Fuß bequem herangezogen werden können. Im Innern des Lagerhauses befinden sich, in den vier Ecken diSponirt, 4 Fahrstühle, die sich mit einer Tragkraft von 24 Centnern in 5 Etagen bewegen lassen. Ein gleicher Aufzug oder Fahrstuhl befindet fich in der Revisionshalle. Um Güter rasch von einem in das andere Magazin zu verbringen, functionirt im Hofe eine auf 15 Gentner Tragkraft berechnete transportable hydraulische Winde. Ohne die Fundamentirung haben die gesammten maschinellen Einrichtungen einen Kostenaufwand von 163 000 erfordert; ausgeführt wurden dieselben von der Firma G. Hoppe in Berlin in Gemeinschaft mit der Firma Gebrüder Schulz hier, welche zu der Oberleitung der Ausführung Ingenieur Schenk, eine fachmännische Autorität für derartige Anlagen, gewonnen hatten. A Kastel, 22. Mai. Hier herrscht die Tiphteritis noch immer — schon über em halbes Jahr - unter den Kindern, es vergeht fast kein Tag, an welchem die Krankheit nicht etn neues Opfer fordert. Anfänglich hat die Epidemie nur Kinder von 2+-3 Jahren ergriffen, während sie jetzt unter den Kindern von 5—6 Jahren grassnt. „ r - Die 60. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte findet in diesem Herbste m Wiesbaden statt. Es ist das dritte Mal, daß diese Versammlung in Wiesbaden tagen wird. Zuerst im Jahre 1852 und dann im Jahre 1873 ist sie dort zusammengetreten und beide Male ist Geh. Hofrath Professor Dr. R. Fresenius als erster Geschäftsführer thätig gewesen, der das gleiche Amt auch für die 60. Versammlung übernommen hat. Als zweiter Geschäftsführer steht ihm Sanitätsrath Dr. Arnold Pagenstecher zur e>eite. r. Die Vorbereitungen befinden sich in vollem Gange. In einer Versammlung, zu welcher die Vertreter der Naturwissenschaften und des ärztlichen Standes in Wiesbaden von der Geschäftsführung eingeladen worden waren, wurde beschlossen, in gleicher Weise wie auf d-r voriahrigm Versammlung in Berlin, folgende 30 Seclionen zu bilbm' 1. Mathematik und Astronomie. 2. Physik. 3. Chemie. 4. Botanik. 5. Zoologie 6. Entomologie. 7. Mineralogie und Geologie. 8. Geographie und Gtbnoloflit 9. Anatomre und physische Anthropologie. 10. Physiologie. 11. Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie. 12. Pharmakologie. 13. Pharmacie. 14. Innere Medicin. 15. Chirurgie. 16. Gynäkologie und Geburtshülfe. 17. Pädiatrie. 18 Neurologie und Psychiatrie 19. Ophthalmologie. 20. Otiatrie. 21. Laryngo- und Rhinologie. 22. Dermatologie und Syphilidologie. 23. Hygiene. 24. Medicinische Geographie, Klimatologie und Tropen-Hygiene. 25. Gerichtliche Medicin. 26. Militär-Sanitäts- we en’ oa ^"Heilkunde., 28. Veterinärmedicin. 29. Landwirthschaftliches Versuchswesen. 30. Naturwissenschaftlicher Unterricht. Für jede Section ist ein Einführender und ein Schriftführer bestimmt worden und von diesen werden augenblicklich die Einladungen zur Betheiligung an den Seciions- fitzungen verschickt. Für die allgemeinen Sitzungen ist der große Saal des Kurhauses vom Ge- memderath der Stadt Wiesbaden zur Verfügung gestellt worden, als Sitzungslokale für die Secttonen sind geeignete Räumlichkeiten in den beiden Königlichen Gymnasien und in den städtischen höheren Schulen in Aussicht genommen. Mitte Juli werden die das Programm enthaltenden allgemeinen Einladungen zur Versendung kommen. Berlin. Durch argen Skandal wurde die am Samstag Abend von Herrn Theo Böllert im Saale der Philharmonie abgehaltene, sehr gut besuchte hypnoiische SSance gestört. Der erste Theil der Vorstellung verlief programmmäßig, die Auswahl ber Medien ging in voller Ruhe vor sich, auch gelangen die ersten Experimente ganz vortrefflich. Unter den Medien befand sich auch ein anscheinend dem Arbeilerstande anaehörend'er Herr, an welchem Herr Böllert seine Kunst probirte. Das Medium zeigte sich sehr empfänglich, mit Leichtigkeit war es in Schlaf versetzt. Herr Böllert executirte das bekannte „Froschexperiment": er suchte das Medium in den Wahn zu versetzen, er sei ein Frosch und müsse hüpfen und quaken wie ein Frosch. Herr Böllert machte die Bewegung vor, und richtig, das Medium hüpfte hinterdrein'. Großes Staunen der Versammlung. Der menschliche Frosch hüpfte, wie das „K. I." berichtet, noch einige Male vorschriftsmäßig im Saale umher, da plötzlich ein mächtiger Hupf auf das Podium, der Froschmensch stößt ein wahres Jndianergeheul aus und ruft dem erstaunten Publikum und dem wie hypnotisirt diese Verwandlung betrachtenden Hypnotiseur zu, daß „Alles Mumpitz und fauler Zauber sei, die Medien seien bezahlte Subjekte" u. s. w. Ein unbeschreiblicher Tumult erhob sich, das Publikum drängte nach dein Podium, die Enthüllungen des Simulanten mit Ausrufen der Entrüstung beantwortend. Mit Mühe nur gelang es Herrn Böllert, sich Gehör zu »erschaffen. Er bezeichnete den skandalösen Vorfall als ein unsauberes Kampfmittel seiner Gegner, welche kein Mittel unversucht ließen, ihm zu schaden. Es sei traurig, daß sich der Simulant, den zu entlarven nicht in seiner Macht gestanden habe, zu dieser wenig noblen Rolle hergegeben habe. Ein „echets" Medium ging dem Simulanten mit scharfen Worten zu Leibe, dieser solle für seine Beschuldigungen Beweise beibringen, das könne er aber nicht, mithin falle der Vorwurf der „bezahlten Subjecte" auf ihn selbst zurück. Das Auditorium nahm theils für, theils gegen Herrn Böllert Partei; die Majorität trat für denselben ein. Die Auseinandersetzungen der Parteien nahmen einen immer heftigeren Charakter an, Injurien flogen herüber und hinüber, ein Zusammenstoß schien nicht ausgeschlossen. Da tauchten die Helme der requirirten Schutzleute auf, die Skandalmacher wurden zur Wache sistirt. um dort über den Vorfall zu Protokoll vernommen zu werden. Im Saale legte sich die Erregung nur sehr langsam, schließlich aber blieb der Sieg den Anhängern des Herrn Böllert, welcher die Seance obne wettere Störung zu Ende führen konnte. Literarische-. — Das Preisausschreiben der illustrirten Zeitschriftbetreffend, erläßt die Redaction dieses Journals soeben die nachstehende Bekanntmachung: „Die außerordentlich rege Theilnahme an dem von uns im verflossenen Jahre erlassenen Preisausschreiben, zu dem, wie bereits angezeigt, nicht weniger als 410 Manu- scripte eingegangen sind, machte es den Preisrichtern unmöglich, das Resultat zu dem vorher festgesetzten Termin (1. Mai) zu veröffentlichen. Voraussichtlich wird die umfangreiche und schwierige Arbeit bis Ende dieses Monats zur Erledigung gelangen und bitten wir die pp. Concurrenten die eingetretene Verzögerung entschuldigen zu w0Qen." ' D. Red. d. „Universum". GchifsSn ach richten. Bremen, 20. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampftr Saale, Capt. H. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. Mai von Bremen und am 12. Mat von Southampton abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Telegraphischer SchiffSbericht der „Red Star Line" Antwerpen. Philadelphia, 17. Mai. Der Postdampfer „Switzerland" der „Red-Star-- Lmie, welcher am 4. Mai von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen. New-Nork, 18. Mai. Der Postdampfer „Noordland" der „Red-Star- Line , welcher am 7. Mai von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen. fatthl und Verkehr 24. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund ^L0.90—1.10, Hühnereier per St. 4—5H, Enteneier St. 5—OH, Käte vr. St. 5—7H, Käsematte 3—0 H, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen 24 H, Tauben per Paar 60 bis 70 H. Hühner per Stück JL 1.50—1.70, Hahnen pr. Stück X 1.70—2.00, Enten per Stück v*L 1.70—2.30, Gänse per Pfund 00—00 H, Ochsenfleisch per Pfund 62 bis 64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Schweinefleisch 54—60 H, Hammelfleisch 50 bis 62 H, Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—5.uO, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner 6.00—8.00, Kirschen per Pfund 80 H. Frankfurt. 23. Mai. Der heuttge Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 501 Ochsen, ca. 23 Bullen, ca. 431 Kühe und Rinder, ca. 381 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Quak JL 60—63, 2. Qual. 54—57, Kühe und Rinder 1. Qual, jt 52—54, 2. Qual. JL 44—48 per 100 Pfund Schlachtgewicht» Kälber 1. Qual. 50—55 H, 2. Qual. 45—50 H per 1 Pfund Schlachtgewicht. Frankfurt, 23. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer M 19,75—20,25, fremder JL 18,50—20,50, Roggen eff. hies. JL 14,50—00,00, fremder v4L 13,50—14,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 15,00—17,00, fremde v* 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JL 12,25—12,50, fremder JL 00,00-00,00. Lorflund's Kindkrmiich, aus Alpenmilch und Weizen-Extrakt, gibt, nur mit Wasser verdünnt, die kräftigste und leichtverdaulichste Nahrung, bei der die Kinder von der Geburt an sehr gut gedeihen; bei Darmkatarrh besonders zu empfehlen. JL 1.20 per Büchse in den Apotheken, en gros von Ed. Loeflund in Stuttgart. 937 nunmehr 19 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen hinüber- troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft und begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft zu 40 H u. JL 1,10 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 1215 Berichtigung. In dem Bericht über das Licher Turnfest (siehe Nr. 117 d. Bl.) ist durch ein Versehen der IX. Preis als einfacher aufgeführt, während er ein Doppelpreis war. I Der zweite Errmger ist Turner C. Gutbub von Gießen. Oeffknlliche KeklMnIiNchnng. In dem Konkurse über das Vermögen des Schneidermeisters Gustav Kautz von Gießen ist Vergleichs- lermin bestimmt worden auf Dienstag de» 21. Juni ISST, Vormittags 11 Uhr- Gießen, am 16. Mai 1887. Großherzogliches Amtsgericht. ________Gebhardt. 4047 ^Freitag den 3. Juni, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Daniel Vogt Eheleuten gehörigen Immobilien Flur VI Nr- 92 — 2956 Mtr. Acker am Laufertsröderweg, „ VIII Nr. 18 - 2500 Mtr- Acker diesseits am Grasweg, „ XXV Nr. 58 u. 59,7 — 1656 Mtr. Acker vor dem Weiher, „ XXVII Nr. 233 — 2238 Mtr. Wiese an der Stephansmark jenseits derWieseck, stößt auf das Bruch, „ XXVIII Nr. 194 - 444 Mtr. Acker am hohen Rain, „ XXVIII Nr. 195 - 1225 Mtr. Acker daselbst, „ XXXI Nr. 29 — 3750- Mtr. Acker zwischen dem Grüninger Pfad und dem Erdkauter Weg, „ XXXII Nr. 116 — 2569 Mtr. Wiese am Altenfeld vor dem alten Weiher, „ XXXIII Nr. 149 — 275 Mtr. Acker am Nahrungsberg, auf den Steinbacher Weg, - freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. Mai 1887. Großh. Ortsgericht Gießen- I. A- Vogt- 4054 'Mobiliar-Versteigerung. Donnerstag den 2. Nachmittags ili2 Uhr, werden Südanlage 16, 111. St., aus dem Nachlaß der Frau I. Baherthal Wrve. Möbel und sonstige Hausgeräthe, insbesondere eine seine Plüschgarnitur, Caufeuse, 2 Sessel und 6 Stühle, Sopha's, Kleider- und Weißzeug- schränke, Spiegel, 1 feiner Blumentisch, Teppiche und sonstiges Haus- anobiliar versteigert. Sämmtliche zum Ausgebot kommenden Gegenstände sind sehr gut erhalten und können am Versteigerungstage Morgens von 9 Uhr an eingesehen werben. 4061 Im Auftrag Hoffmann, Ortsgerichtsmann. 4052 Ein zweiter Hausbursche wird gesucht im Hotel Prinz Carl» Allgemeiner Anzeiger. Möbelfabrik und «Lager von pWo Carl Stuckratia tteA empfiehlt größte Auswahl in 849 ,S7‘ M Möbeln jeder Art ■wiiii zu außergewöhnlich billigen Preisen. — Friedr. Teipel En gros. Markt 16 En detail. empfiehlt zur Saison Eorfetten, Handschuhe in fil de cos, fil de pers' und Seide, Krausen, Neuheiten in Cravatten, Kragen, Manschetten, größte Auswahl in baumw. und Merino-Damen- und Kinder-Strümpfen, Socken, Unterjacken in Seide, Wolle und Baumwolle, Filetjacken, Hosen, Tricot-Taillen und -Kleidchen, Damen- und Kinderfchürzen rc. 3606 zu äußerst billigen Preisen. Og“ Zu staunend billigen Preisen empfehle schwarze reinwollene CachemirS, Neuheiten in Kleider - Cattunen, Gardinen, sowie eine Parthie zurückgesetzter Confirmandem und Damenhewden. 2362 M. Kann, Wäsche- und Ausstattungsgeschäft, Marktstraße, Ecke der Wetterqaffe (früher Lindenplatz). Neuester Mat-Fahrplan aller in Gießen ankommenden und abgehenden Eiscnbahnzüge in der Expedition des „Gießener Anzeiger", sowie bei den Zeitungsträgern zu haben- Preis 20 Pfg._______________ Restauration t. Dralling Kalmltof LtOllar empfiehlt feinst^ Gießener Actien Exportbier, Röhrle'S Bier und Münchener Hackerbräu, auch englische Biere, sowie beste warme und kalte Speisen zu jeder Tageszeit. 3206 Männer-Bade-Berein. Die Anstalt ist eröffnet. Der Abonnementspreis beträgt ver Saison 3 — Söhne von Mitgliedern zahlen, wenn sie sich in dem Knabenhaus aus- und ankleiden, unter 14 Jahren nichts. Eingezäuntes Bassin für Nichtschwimmer. 3615 Mittwoch den 25. Mai, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Baarzahlung: Sopha's, Kommoden, Glasschränke, Kleiderschränke, 2 Waschtische, 2 Wanduhren, Tische, Bilder, Spiegel, eine Ladeneinrichtung, 2 Pferde, 1 Kuh u. a. Zusammenkunft in meinem Bureau Geitzler, 4027 Gerichtsvollzieher. Freitag den 27. Mai l. I., Vormittags 9 Uhr, soll im Pfandlocal (Seltersweg 11) 1 Futtermaschine, 1 Kleider- und 1 Küchenschrank gegen baare Zahlung versteigert werden. Gießen, den 23. Mai 1887. 4058 Grünewald. Iieitgeöotenes. Plakatfahrpläne, Reichskursbuch, Taschenfahrpläne rc- o empfiehlt H. Kühn. Haus mit Laden unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres 4056________Schloßgasse 10. Liouis Runge’s, Leer, Ostfriesland, wiederholt prämiirtes Special - Fabrikat Groninger-Honigkuchen (X. K.) Santtatswaare (la. Bienenhonig) eine gesunde, nahrhafte Delicatesse. Vorräthig bei Ed. Lind, Hofconditor, 2243_______________Gießen._____________ Uhrseder-Corsetts, Mchbein-Corsetts, elegante Faeons, guter Sitz, empfiehlt von den billigsten bis zu den hochfeinsten Sachen — Robert Haas, 2167 Seltersweg 18, Confirmanden- Kinder-Corsclts, 4018 Eine möblirte Herrenwoh- nung in der Nähe der Kasernements vom 1. Juni bis Ende Juli zu miethen gesucht. Offerten an die Exped. d. Bl. 4009 Ein braver Junge, welcher das Schneidergeschäft erlernen will, kann in die Lehre treten bei Will). Heß, Brandgasse 6. Keisender-Gesuch. Ein tüchtiger junger Reisender für ein Colonialwaaren - En-gros - Geschäft gesucht. Schriftl. Off. an die Exped. d. Bl. erbeten. 3683 । jiiwiiiwwim E Pianino’s, | 3 Clavierfttmmen u Reparaturen g a werden solid und billigst auvgeffrr-rr. I tz 1052 G. D. Gebauer y Asterweg 47. — Ederstraße 8. 8 Statt jeder besonderen Anzeige die traurige Mtttheilung, daß es g Gott gefallen hat, unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Schwieger- l mutter und Schwester Katharina Haller*, geb. Klug, [ h^ute Nachmittag 3 Uhr zu sich zu nehmen. Gießen, den 23. Mai 1887. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch den 25. Mai, Nachmittags I 4 Uhr, vom Neuenweg 62, H. (Wiener Hof) aus statt. 4057 M«H»n: «. Tche?»«. — »niet mb SßtrU, der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pieilch) in Siebe». Wernüetpungen. 4050 Mein Nebenhaus ist zum 1. Oktober an eine ruhige Familie zu ver- miethen.____________________Dr. Ploch. 3910 Das von Frau Ebel Wwe. seit längeren Jahren bewohnte Logis ist per 1. August, event auch früher, zu ver- miethen. Louis Petri l. Wwe., _________________Neuenweg 39. 3455 Der 2. Stock meines Hauses (5 Zim- mer rc.) zu verm. Dr. Dornseikk, Schulstr. 3137 Zwei kleine Logis zu vermietben. ______C. Haas, Leihgesternerweg 24 4012 Der zweite Stock meines Vorderhauses, mit Wasserleitung versehen, ist zu vermiethen.______Leopold Schlatter. 4006 Ein Familienlogis zu vermiethen- ___H. Ferrßer, Asterweg 3. 3999 In meinem Neubau ist die Mansarde^ u^vernu^TH^ Schmidt, Ederstr 6. 3989] Wohnung mit 4 Zimmern und Zubehör an ruhige Leute zu vermiethen. __ __ Alicestraße 13, Hinterhaus. 2229 Die Belletage m. Hauses, Südanlage 4, 8 Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung, ist zu vermiethen und am 1. Juli l- I. zu beziehen. I. Alker. 307 L Der 1. und II. Stock in meinem neuerbauten Hause in der Ludwigsstratze ist zu vermiethen. Wilh. Seipp. 3264 Ein Familienlogis, 4 Zimmer rc., im Gartfeld Anfang Juli zu vermiethen. __Friedrich Georg, Handelsgärtner. _ 3988] Mobl. Zimmer mit Cadinet u. kleines Zimmer zu vermiethen. ___Marktplatz 2.« 4014] Möbl Zimmer zu vermiethen. _____ Ba hnhofstraße 58. 4Ö3S] Möbl Zimmer mit 2 Cabinets an 2 junge reinliche Leute per 1. Juni zu vermiethen. Näh. in der Exp^. Bl.' 3876] Möbl. Zimmer zu vermiethen. __________Aster weg l._ 3392 Die von Herrn Dr. Klein seither innegehabte Stallung für 3 Pferde, sowie 2 verschließbare Chaisenremisen, Stroh- u. Heuböden, find per 1. Juni d. I« anderweitig zu vermiethen. Chr. Lony. dadan au vermiethen. AUULH [3763] Stadt Mainz., 3287] Laden und Zimmer Wettergasse 3 zu vermiethen bei Jul. Buch. Wermischte Anzeigen. Käufe, Verkäufe, Miethen und Ver- miethungen von Häusern, Grundstücken und Geschäften jeder Art besorgt 723 K. KleeS, Ludwigsstratze 5- Mohnungsverättdeumg. Von jetzt ab wohne ich Sonnenstraße 1, bei Herrn Fuhrunternehmer Adam. Joseph Möhl, 3804 Weißbinder und Lackirer. 4055 £ Reparaturen werden schnell und billig besorgt. 2296 Lager von GuRskrenzen und Porzellanplatt^n 4049 Sitzende Lebensweise Carl Bieler, Kreuzvlatz 6. la. ächten Enimenthaler Schweizerkäse frisch eingetroffen bei bedingt Verdauungsstörungen, Leberanschwellungen, Verstopfung, Hämorrhoiden rc- Diese beheben Lippmann's Karlsbader Brausepulver. Erh. in Sch. ä 1 und 3 50 in den Apotheken von Gießen (Hirsch:Ap.), Wetzlar (Haupt-Ap.( .c. Lab Steinmetz- & Marmor- Geschäft yon Emil Kalbfleisch in vis-a-vis dem Friedhof empfiehlt sich zum Anfertigen von GrabheukmälernAouMenttU etc. Hraöeinfassungen, sowie zu allen in dieses Fach einschlagenden Arbeiten in allen Steinarten. Hamburger Fisch- u. Delicateffenhandl. Ä Koch Nachfolger empfiehlt heute und Mittwoch früh ein- treffend: frischen ächten Rheinsalm, Aale, Hechte, Karpfen, Schellfische, Seezungen, Räucherlachs, neue Matjesheringe.4064 Neuer Flaschenrcinigungs-Schrot Deutsch. Reichspat. 37315 Emailschrot. Große Rein igungsfähigkeit u. absolute Unschädlichkeit. 4048 XicoE Valentin, ______kl. Hochstr. 16, ffrankfnrt a M. Durch jede Buchhandlung zu beziehen: Führer durch das Sieg-, Dill-, obere Lahnthal und den Westerwald, von Dr» Kneebusch in Dortmund. Mi t einer Karte. Preis 1 Mark. Uerlag der Köppen'schen Buchhandlung (.Otto Uhlig) __in Dortmund.______4059 4051 Eine Parthie leere Ehampsgnerflaschen sind zu verkaufen im Hotel Prinz Carl. 4060] Prima ger. Lachs, Bücklinge z. Roheffen, neuen Caviar, neue Matjes-Häringe empfiehlt C. G. Kleinhenn. 4008] Sehr gute Speisekartoffel, per Ctr. zu erfahren. Frau Conrad Zimmer, Grünberg. Dienstag bei Scharmann. Wichtig für jeden Haushalt! Dr. Thompson’s Seifenpulver. Bestes, billigstes und bequemstes Waschmittel. Blendend weiße Wäsche. Große Vrsparniß an Zeit und Geld. Preis pro V- Pfund-Packet iS Pfa. Zu haben in den besseren Colonial« und Spezerei'Hand- lungen W“ Die verehrlichen Hausfrauen W erden im eigenen Interesse xM- gebeten, darauf zu achten, daß Dr. Thompsons 9tame und £2^- Schutzmarke auf den Packet en steht, da minderwerthige, der Wäsche schädliche Nach- ahmungen angeboten wer- E" den. 2554