Nr 20, Dienstag den 25. Januar 1887’ icßcner Anzeiger Amts- uub Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. f. Bureaur Schnlstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pr. Amtlicher Hheil. und zu verpflegen; Dr. Zeller. Di-irniaen iunqen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werde» irdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige , Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig fteiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Bekanntmachung. e. ein Unbcscholtenheitszeugnitz, welches für Zöglinge von höhere« Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasieu und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; 4. das Schulreugnitz. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwillige« während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. Zu pos. d: daß die Schulzeu-niße, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord., sämmtlich nach de» Schema 17 zur Ersah-Ordnung (L Theil tz« Wehr-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 — Reg.-Bl. Rr. SS von 1875) ausgestellt fein müssen. wirb. 4, Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. GeburtSzeugnitz; c _ K ein Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwillige« während einer einjährigen aetiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten U gl* Vv* p| Ivy vH . Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der SS 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Orb. verwiesen. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Krdurch auf die nachfolgenden, bei Anbring: suche ohne Weiteres zurückgegeben werden. 1 Das Gesuch ist bei der unterzeichneten PrüsungS-C-mmission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Grotzherz-gthum Hessen »estellungSPflichtig ist, d. h. seinen dauernden Ausenthaltsort hat. 2 . Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jabres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung znm einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zu» 1. April deS- selben Jahres zu erbringen. Ä. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Luch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben je it l BP Ü6 9 h Deutschland. Frankfurt a. M., 22. Januar. In dem vor der hiesigen Strafkammer gegen die Soci^ldemokraten Prinz und Genossen verhandelten Proceffe wurde heute das Urtheil gefällt. Wegen Vergehens gegen die §§ 128 u. 129 des Strafgesetzbuches (Teilnahme an geheimen ober solchen Verbindungen, zu deren Zwecken gehört, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften) wurden die Hauptangeklagten Prinz, Füllgrobe und Trompeter zu je 6 Monaten, acht Angeklagte zu je 4 Monaten, zwei zu je 5 Monaten, einer zu 2 Monaten und 17 zu je einem Monat Gesängniß verurtheilt. Sämmtlicken Verurtheilten wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Vier Angeklagte wurden sreigesprochen- Straßburg, 22. Januar. Prinz Alexander von Battenberg ist gestern Abend von Darmstadt kommend hier eingetroffen. Kngkand. London, 22. Januar. Die „Morning Post" meint, wenn Frankreich wirklich sriedliche Absichten habe, wie seine Leiter und seine Presse vorgeben, so könnte es Europa leicht einen unverkennbaren Beweis hierfür geben. Friedliche Erklärungen allein hätten keinen praktischen Nutzen, wenn mit großen Opfern ganze Armce-Corps zu Versuchszwecken mobilisirt würven, wenn jedes Arsenal und jede Fabrik Tag und Nacht an der Herstellung von Repetir- gewehren arbeite, wenn hölzerne Baracken an der deutschen Grenze gebaut und die Festungen mit Explostv-Granaten versehen würden. Falls Frankreich aufrichtig Frieden wünsche, fei es die erste Pflicht seiner Regierung, diese Kriegs- Vorbereitungen hinouszuschteben, welche nothwendig Argwohn und Mißtrauen in jeder europäischen Hauptstadt erwecken müßten. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Correspondenr - Bureau. Straßburg, 23. Januar. Prinz Alexander von Battenberg ist heute früh nach Mailand^abg^reist.^Z. Chamberlain hielt gestern Abend in einer Wählerversammlung zu Hawick eine Rede, in welcher er die jüngste Conferenz zwischen den Führern der liberalen Partei besprach. Wenn er auch zugebe, bemerkte er, daß die Schwierigkeiten, welche zu überwinden wären, sehr ernste seien, so könne er doch con- statiren, daß die Hoffnungen, mit welchen man in die Conferenz eingetreten sei, sich erfüllt hatten durch das, was stattgefunden habe. Alle Dieienrgen, welche der Konferenz beigewohnt hätten, sowie Diejenigen, welche in der Konferenz direct oder m- direct vertreten gewesen, seien von dem loyalen Wunsche beseelt, die Eintracht auszudehnen bis zu den äußersten Grenzen der Principien, welche be de Theile als fundamentale ansehen. In keinem Falle werde die Emigke t der liberalen Partei «erkauft werden durch eine Demüthigung oder Unterwerfung, welche den einen oder den anderen Theil der Partei verächtlich machen könnte. Eine freie und ehrenhafte Meinungsverschiedenheit sei besser als ein gegen unehrenvolle Concessionen. erkaufter Waffenstillstand. Petersburg, 23. Januar. Wie das „Journal de St. Petersbourg" erfährt, begegneten die Bestrebungen zu einer Beilegung der Krisis in Bulgarien einer günstige» Aufnahme seitens der meisten Regierungen, welche die Aufrechterhaltung des Friedens wünschen. Die Hauptsache sei, daß man sich einer legalen Situation gegenüber befinde« wie sie von Anfang an die russische Regierung verlangt habe. Eine Verständigung über die Wahl eines Fürsten, über die Bedingungen seiner Erwählung und seiner Eandidatur, welche Rußland als der Lage am besten entsprechend erachte, würde selbstverständlich folgen. Es sei zu hoffen, daß dieses Programm die allgemeine Zustimmung finden werde. Jedenfalls werde Rußland nicht abweichen von seiner festen und beharrlichen Politik. und zu mehren. Der General-Feldmarschall Graf Moltke. 8 9 f <3 l C e. Gießen, 24. Januar. Da einer studentischen Feier des neunzigsten Geburtstags unseres Kaisers die Universitätsferien hinderlich sind, so wurde der 18. Januar alS Gedenktag der Wiederaufrichtung des Deutschen Reichs von der hiesigen Studentenschaft durch einen allgemeinen Commers gefeiert, an welchem auch der akademische Lehrkörper sich lebhaft betheiligte. Mit einmüthigem Beifall aufgenommene Reden von Studirenden und Professoren brachten die hohe Bedeutung des Tages und die Pflicht der Dankbarkeit gegen die Männer, welche so Großes für die Nation geschaffen haben, zu beredtem Ausdruck. Auf die von der Versammlung an Se. Majestät den Kaiser, an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog, an den Reichskanzler Fürst Bismarck und an den Generalfeldmarschall Graf Moltke abgesendeten Telegramme sind bis jetzt folgende Antwortschreiben an den Rector der Universität Professor Dr. Kittenbusch angelaim^. ^graphische Begrüßung Namens der Universität Gießen hat mich herzlich erfreut. Euere Magnificenz bitte ich ergebenft, den beteiligten Herren für diese» Ausdruck wohlwollender Gesinnung meinen verbindlichsten Dank übermitteln zu wollen, v. Bismarck. Euer Hochwohlgeboren bitte ich, den betheiligten Herren meinen verbindlichsten Dank für das Telegramm vom gestrigen Tage zum Ausdruck bringen zu wollen. Die Karin ausgesprochenen patriotischen Gesinnungen haben mich wahrhaft erfreut; möge es Ihnen vergönnt .sein, dieselbe in den weitesten Kreisen zu erhalten Gießen, 24.Januar. [(Soncert] Mozart,Streichquartett — o-äur,Volkmann — g-moll, Schubert — d-moll. Das gestrige Concert bot einen reinen, ungetrübten Genuß. Was die „Jllustrirte Zeitung", was die Presse gerühmt, hat sich vollauf bewährt. Wir haben sicherlich seit den Florentinern kein Quartett mehr gehört, das mit dieser reinen Intonation, mit diesem Adel, mit dieser bis in's Kleinste ausgefeilten Technik spielte. Die einzelnen Quartette, so verschieden sie waren, das einfache Mozart'sche in c-dur, das feurige Volkmann'sche in g-moll, das edle Schubert'sche in d-moll war jedes seinem Charakter gemäß treu wiedergegeben. Alles war wie aus einem Guß, jede Schattirung mit einer Feinheit ausgcführt, welche die größte B^ wunderung aller Zuhörer hervorrief. Ueberruschend schön war das pp, klang es doch oft wie ein Echo aus weiter Ferne. AndäcHige Stille herrschte während des Spiels, und Niemand mag wohl den Saal ohne die höchste Befriedigung verlassen ^ben. Deo begeisterte Beifall, der lebhafte Hervorruf war beredtes Zeugniß hierfür. Wir wollen nicht individualisiren, da jeder Einzelne der Künstler das Beste leistete. Zoffen wir, daß uns noch oft Gelegenheit geboten wird, das Leipziger Streichquartett hier zu hören. — Ein Schäferknecht aus Burggemünden, welcher seinem Dienstherrn vor einigen Tagen in Ulfa, unter Mitnahme verschiedener werthvoller Kleidungsstücke, w- wie auch Herausschwindeln von Geld auf denselben, heimlich durchgegangen war, wurde gestern dahier ermittelt und verhaftet. n 6 getagt ®amaI5 W “ bercit§' ^-nfalls unter dem Beifülle der Nütionülliberülen, .UZSSliW iibermS6i3Cn der Stüütsausgüben, Ebenso habe er schon damals empfohlen: „ Einkomm enä* Men en." @tna,§cinfünf,e sollte -ine bireete Besteuerung des Nicht ohne Beschämung könne so Mancher, der jetzt in leidenschüftlicher Aüitütion den Frersinn bekämpft, feine Unterschrift unter dem Wühlüufrufe von 1881 betrüchten 'n welcher gerobe düs gebilligt wurde, wüs Redner auch jetzt noch vertrete. ' ____ 3*1* 585ne man Seitens der Gegner über die Wornung der freisinnigen Partei vor der Reaktion, wührend man 1881 dieser Warnung sich onschloß Was sei Senn dieser Zeit geschehen was die Annahme der Gegner ® b® eVum bie sv 0Crv. r 11 lc^- jnehr gefährlich stehe? Welches dieser freiheitlichen Sache dienliche Gesetz sei denn m den letzten fünf Jahren zu Stande gekommen?Gan» S- t ?-it-ns der Gegner die schweren Angriffe auf die wirthschafiliche und politische Freiheit, rote so manche Vorlage der Regierung, namentlich aber die auf Einführung von Monopolen gerichteten Pläne sie bethätigt hätten Im Jahre 1881 haben die sammtlichen Liberalen im Wahlkreise znm Kampfe gegen chkse Pläne sich zusümmengeschaart und mit Freude es begrüßt, daß der lana äbriae fanfernntine «S sitzstand im Reichstagsmandate durch diese gemeinsame Thätigkeit zerstöit wurde Nun Mitkämpfer für^ die ! Ä 8ÄSUS*" j« ** s«™ «*«” ftföäsiss &Ä iS'» ÄÄ.*A*jS8 «rK. S Ctrn,k* m>fi:riber fpran8«' entsetzt aus den Betten, ihre nackten Füßchen Nsss »ton hat den Wuthausbruch von dazumal, den einzigen seines Lebens bereits S DW-MU-WSS-M Literarische», srä W- »äm .ns w B.Ä S« ÄÄ Äl'X“"s«S' M Ä ’“"™« WoZen n^^ b-Mmm-n. 3. B. kann man sofort daraus ersehen^ a welchem "V*”* Ä ... »äsasa*"“ i- »* 23’3?n- Tie heute Nachmittag im Saale des Casö Leib dahier ab- gehaltene ^ertrauensmannerversammlung des Vereins der deutschen freisinnigen Partei stark besucht. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden des Vereins, Herrn Fabrikanten Georg:, ergriff Herr Rechtsanwalt Metz von hier das J+n?an0erC^ ble 6ei ^er bevorstehenden Reichstagswahl haupt- sachliu) :n Betracht kommenden Moinente auseinander und schlug schließlich den ßerrn ‘ 17' * Gießen, welcher den WahUreis bereits i>k den Jahren 1681 1884 vertreten, als Candrdat der freisinnigen Partei vor, welcher Vorschlag von der Versammlung mit Warme begrüßt wurde. Nachdem noch Herr Rechtsanwalt Grünewald, bezüglich des zu bildenden Wahlcomit^s der einzuleitenden Agi- tatron und der ^Uherigen ^hatigkeit des Vereinsvorstandes gesprochen, erschien Herr Recht.anwalt Dr. Gutfleisch aus inzwischen ergangene Einladung oes Vorsitzenden rm Saale, von den Anwesenden enthusiastisch begrüßt. Der Vorsitzende ertbeilte dem Herrn Dr. Gutfleisch das Wort, worauf dieser folgende Ansprache Alt: ^Lte herzliche Aufnahme, die er heute wiederum bei so zahlreicher ?n£e'-rfe:- EH/5 ein erfreulicher Beweis des ungeschwächten An- f11 ^lC relr2n'0C n’ie srüher sich hier rühmen dürfe. Für das ehrende Vertrauen welches aus Stadt und Land durch Aufstellung seiner Kandidatur zum Reichstage auch diesmal ihm bekundet sei, bringe er seinen aufrichtigen Dank keilen Moment die, wie es scheine, zu Wahlumtricben benutzte Nachricht richtig gewesen sei, als lehne diesmal er die Candidatur ab. Allerdings ^ete er mit schwerem Herzen in einen Wahlkampf ein, der von einer früher befreundeten L?en den Freisinn m einer Weise geführt werde, die durch die Wahlbewegung des Heibsie^ 1884 sattsam bekannt sei. Er habe sich aber für verpflichtet halten müssen in geaenwarttger schwieriger Zett die Zusage zu wiederholen, die er zum erftennmle hn Satjre 1881 unter ganz ähnlichen Umstanden wie heute ertheilt habe. Nicht ernster als heute se, damals d,e Lage des Volkes gewesen und doch habe damals schon in seinem Programme vom 18. Oeiober 1881 er unter Zustimmung auch des national liberalen Theiles des liberalen Wahleomitö's die Worte ausgerufen' ‘ Ihren vollen Werth erhält unsere Einheit erst durch die Freiheit, in der „allem die segensreiche EtttfaUung der nationalen Kräfte denkbar ist. Wer ohne „Befangenheit die Thätigkeit der Reichsregierung und der ihr ergebenen Parteien „tn den letzten Jahren uerfotgt 6at, wird sich der Einsicht nicht verschließen daß "Kff *H'»n *#? ?a^tn b-s Reiches geförderte freiheitliche Entwickelung unseres „öffentlichen, Lebens einer rückläufigen Bewegung gewichen ist, in weicher ich „schere Gefahren für den inneren Ausbau des Reiches erblicke Dem aem-nüber "gilt es, einen Reichstag zu schaffen, der in seiner Mehrheitwieder7»'^die alten "^iten^fFortschritts emlenkt oder doch mindestens die errungenen Frei- irnf?^S6 '"'m irgend eine Schädigung RrWehr^ kraft der Nation enthalten set. Die freisinnige Partei habe, wie nicht oft aenua betont ht7w™'fe"ne' s1C>"Mtc" 157 2?hre ohne irgend einen Abstrich bewilligt was b e Regierung geforbert habe. Die Partei, stehend auf dem Standpunkte d r durch bte Retchstwrfaffmtg garantirten Mitwirkung der Volksvertretnna nt jeder SlernnS »°bung auch Ür das Heek,,habe das volle Sertrauen ba§, o Mroe'r „Leb unfe« "" ”n SÄ l«"!/ -m Reichstag sich finben werbe , der barau" ausgehe unfere Wchrhaftigkeit nach außen zu schmälern. Wer dieses Vertrauen nicht habe, der könne überhaupt kein Freund der Mitwirkung der Volksvert?etuna be Ordnung des öffentlichen Lebens sein, von dem sei daher auch nicht zu erwart-1 daß er den bevorstehenden Angriffen auf die breite Grundlage unserds Reichstages' das geheime und allgemeine Wahlrecht, widerstehen werde. Schon jetzt zeige bie fnstematiiche Art w,e man Seitens der Gegner die Reichstagsmehrheitbe jebe?Opposi „ « I» die Regierung angreife und vervächtige, wie wenig Achtung vor dieser mäßigen und Bet Schaffung des Deutschen Reiches mit so freudigem Jubel begrüßten bcU ,?C? Parlamentes die Gegner haben, wie wenig sie die Au ' gäbe bieses Parlamentes begreifen. Eigenthümlich sei hierbei hnfe M Apn™™ m, Vie letzt die Schlechtigkeit der seitherigen Reichstag^nehrheil anklaaen welMe die ganze Militärforderung der Regierung auf d?ei Schlußfolgerung gelangen, daß, wenn schon dieser angeblich so schlechte Puffeg" ber Volksvertretung noch' ?rt?agTn‘ w°enn°d"er tommen ®l3taa blo^d's S-ptennat bewilligen würde und dann eine SIufaaBe Sfift«V•bo§ WÄÄ Äde teQe aJ Ä» Aobak- und Branntweinmonopols die Wohlfahrt des Reiches^ rn r7tfpn H iC§ «ÄÄt WÄ4 »X» unter MoÄ ,,......4),°[.brt,elcn Gefahren der Zukunft biete Rettung nur eine Partei bi - als sRtAt- Repettoir der vereinigten Stadttheater z» Frankfnrt a. M Opernhaus. fisch Januar: Zum ersten Male wiederholt: Die Perlen- von ^tid* Le7Lnementz°''LöÜe Prellt" dr°-s-n. Die Stumme MittelAffNE» den 27.Januar: Zu Mozart's Geburtstag. Figaro's Hochzeit. Freitag den 28. Januar geschlossen. Samstag den 29. Januar: Ezar und Zimmermann 5Ncrne Preise _. GcharrfpieLhaus. §.7ustag den 25. Januar: Maria Stuart. Große Preise. Mittwoch den 26. Januar: Die Sternschnuppe Große Preise Donnerstag den 27. Januar geschlossen. PP 45relfc* Freitag den 28 Januar: Der lustige Krieg. Große Preise. Samstag den 29. Januar: Torquato Tasso. Große Preise Sonntag den 30. Januar: Geyer-Wallu. Anfang 7 Ubr Große torm M°nt°g den 31. Januar: Neu'einstudirt:' Julius' Cäfar. Große^Aeise. Forderung der Wohlfalirt des Nteicoes zu erwarten haben und daß diese (Srfp» e ^tc au^in.unferein Wahlkreise ,um Siege 'jähren w'erd7 d» S^e^e^Ä^ v?ac5 bcr ^hr beifällig aufgenommenen Rede des 5->errn Gutfleisch inrn* Ä bte Herren Archltect Diesener-Gießen und Georgi; letzterer Ibeilte in^ 2Üd ffirÄpT TU bC?1 r Februar d. I. dahier ein freisinniges Blatt unter MhJ fnr s Hebung, frersinmges Organ für Hessen" täglich erscheinen werd-- fhi? *•*« Äffe I Geturnt wurde: a. Frei- und Ordnungsübungen; b. ®erät^eübunfleT^Xtd ISS: ^"öelnen Uebungen wurden recht präcis ausgeführt und gab di?s dem eifrigen Turnen in den einzelnen Vereinen bestes Zeugniß. DOn 24^ Januar. Gestern Abend gegen 10 Uhr bemerkte ein Vasso^ Zulage ein im Schoorgraben befindliches menschliches Wesen, welches um ß>?is! b e Verl n ^^ Hilt-ru,- herbeigeeilter junger Mann unternahm'sofort ben V-Ä @4?eeT?eIM^nTe^<Ä?U3'^e"'/eI in S°l8c des bie Bäsehung bebeckcnbm b: ®ra6cn und gelang es ihm troß oller Anstrengungen nidit aus bemselben herauszukommen. Die beiben im Wasser Befinblichen mußten mm bi. törfta-rk"—nßeinenbremeTC ber Nachbarschaft abwarten, an welcher zuerst blc halb ^riw^rte eme dem Trünke ergebene altere Frau — und dann der inno? wL’ bSZnÄu. erwischen benadi^tigte Polizei übernahm"bi^L^- melAer^ns6^' o.t" Ef?"Uür. Wähler für den beuischen Reichstag ist jeber Deutsche BerWischteH. nnn 231 3ai?iarr; Bei milder Temperatur ist der Rhein auf der Strecke ■Stoffen leit gestern Abend vollständig eisfrei. Der Main brinat mit "Är ganz wenig E-s. Die kleineren PttsonenWffe bie ben r r^^ch-u hier unb Kostheim, Biebrich und Eltville vermitteln haben hm ftatifti^er IBt, SÄÄ« Natuno^ne"fi7be^°eben^uin Zwecke •y >*ÄS SÄ-ftag“; 5 erfahrpn^u^h^te ®eI)aIte ^cr kleineren und mittleren Weine Feststelluna seiUgt^werden dürftet Mißlichkeiten beim Vertriebe derselbe in ZWS sw« tz e^in^ro^P^entiaß P/'?^°»aert waren zusammen wohl 8000 Personen, barunkr ^rocentsatz Fremder, die, ungeaaitet aller Tagessorgen durch die oelunoenc-n Lmb blfptifnp9CICsnn blf onnnirtesten Mainzer Earnevalsstimmungen kamen. Da-, nächste 6.^ Februar darauffolgendem Ball der „Prlnzengarde^ finde? Kirchliche Anzeigen der evsngcl. Gemeinde. Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Markus Kap. 5, Heilung des Besessenen im Gadarenerland, Pfarrer Dr. Naumann. Handel und Verklebr. Frankfurt, 22. Januar. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffel« per Malter 5.00-5.50, das Gescheid 6—10 Eier das Hundert X 6.00—10.00, das R—IO X Butter im Großen X 70,00—75.00, im Detail das Pfund X 0.90 1 20 Weißkraut per Stück 10—15 H, Rothkraut per Stück 15—30 H, Kohlrabi ner Stück 0—0 Ochsenfleisch per Pfund 45—70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45—60 Kalbfleisch 40-65 Schweinefleisch 65-75 H, Hammelfleisch 50-70 1 Hahn ^7 0 70-1.80, 1 Huhn X 1.00—2.50, 1 Ente X 2.00—3.50, Gans Pfund 50-/0^, 1 Taube 40-60 H, Welsche X 12.00—00.00. Gotirsdienst für die israelitische RkligionsgeseUschaft. Dienstag Nachmittag 5,30 Uhr, Mittwoch Vormittag 7,15 Uhr. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. An Stelle des ausgetretenen Vornan dsmitglieds Ludwig Heibertshausen üst Friedrich Kraft in den Vorstand des Spar- und Vorschußvereins Staufenberg gewählt worden. Gießen, den 21. Januar 1887. Großherzogliches Amtsgericht. Gottwerth. 601 IagiMkrpachtung Montag den 7. Februar, Nachmittags 1 Uhr, ßoll die der Gemeinde O b e r ° Bessingen zustehende Jagd mnter dc,n bei der Verpachtung bekannt ggemacht werdenden Bedingungen auf 86 Jahre verpachtet werden. Ober-Bessingen, 21. Januar 1887. 8Gr. Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Kühn. 597 Gutiwerpachiung. Das Gräfliche Hofgut Obbornhofen, Station Hungen der Oberhess. Eisen- Lahnen, mit 600 Morgen = 150 ha Acker- und 52 Morgen — 13 ha Wiesenland, in bester Lage der Wetterau mnd reichem Rübenbau, in vorzüglichem üLulturzustand, kann entweder mit oder ivhne Inventar alsbald schon für Laufendes Jahr verpachtet werden. Laubach, am 21. Januar 1887. Gräflich Solmsische Rentkammer. Weber. 603 Holzversteigerung. Donnerstag den 10. Februar, von Morgens 9 Uhr an, ssollen im Weitershainer Ge- nneindewald, District Streithein und Windkopf, nachverzeichnete Holzsorti- nnente versteigert werden: 28 Eichenstämme, bis zu 62 Ctm. Durchm., bis zu 14 Mr. Länge, 40 Festm, 34 Fichtenstämme, bis zu 41 Ctm. Durchm., bis zu 19 Mr. Länge, 50 Festm. Bemerkt wird, daß unter den Eichen- ßiämmen sich ein Mühlwellbaum beendet. Der Anfang ist im District Streithein an der Kreisstraße nach Lumda Lei Nr. 1. Weitershain, den 21. Januar 1887. Großh Bürgermeisterei Weitershain. I. V. B. 604 ______Theiß, Beigeordneter. Dienstag den 8. Februar, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht das Grundstück Flur XXXX/308,5 456 Meter auf dem Sand, meistbietend versteigert werden Gießen, den 24. Januar 1887. Großherzogliches Ortsgericht. Müller. 610 Mittwoch den 26. Januar, Nachmittags 2 Uhr, werden auf meinem Bureau gegen Baar- zahlung versteigert: 1 Sopha mit 6 Stühlen, 1 Schreib- secretär, Kleiderschränke, Kommoden, Tische, Spiegel, Bilder, 2 Taschenuhren, 1 Pferd, 1 Kuh und 1 Stoß- karren. . Geißler, 611 Gerichtsvollzieher. 621 Ein kräftiger Bursche zum Kohlenfahren gesucht. Wo? sagt die Exp, d- Bl. BekanntMKchttng. Vom 21. Januar ab erhält die Landpost Hungen—Laubach folgenden Gang: aus Hungen (Bahnhof) 521 Nachm. „ „ (Postamt) 540 in Villingen 620 Abends „ 9iuppertsburg 655 n „ Laubach Hungen, den 20. Januar 1887. 735 ff Kaiserliches Postamt. Holzel. 1 Gänzlicher Ausverkauf. Wegen Aufgabe des Uhren-, Gold- ck Silberwaaren-Geschäftes des verstorbenen Uhrmachers Herrn Theodor Geismar soll das reichhaltige Lager aller Arten Uhren, Ketten, Ringe, Brochen, Ohrringe und TiSberwaaren, um rasch zu räumen, zu und unter Fabrikpreis abgegeben werden. Die Ubren sind ausschließlich gutes Fabrikat und unter Garantie mit besten Werken versehen. Das Haus ist zu verkaufen eventuell der Laden mit Wohnung soforr zu vermiethen. Gießen den 24. Januar 1887. 618 MssfirNer Staats - Aoose Allerletzte. Gewin^'Aetiung vom 1. bis 15. Februar 1887. Es existiren in Hu ein nur noch 5000 Loose, denen 5000 Gewinne gegenüberstehen, jedes Looe- nuß also unfehlbar mit Treffer gezogen werden. Hauptgewinne von ft. 50,000 2c. 2C. 9?ie0rtgster- Ireffer Mark 85.71. Bestellung auf ganze Looft excl kleinsten Treffer a Mark 140 werden baldigst erdeten. Ausnahmsweise können iud) Anibeilloose excl. kleinsten Treffer, V2 ä Mk. 70, 14 a Mk. 35, Ve ä Mk. 18, Vi6 ä Mk. 0, abgegeben werden. I SzneU'ian. sowie Auskunft und nach der Ziehung Liste gratis. 600 I Mork Stiebri Soiane, Bankgexchaft, Frankfurt a. M. MWW 613 sowie Dominos in schöner großer Auswahl zu verleihen bei Gustav C*er5aardt. 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Herr Profeffor Dr. KöstLin aus Friedberg über: Mkovali-, ein religiöse- Charakterbild. 3. Herr Professor Dr. Gottschrck dahier über: Luther'- Anschauung Dom evangelischen Gottesdienst. Vielfachen Wünschen entsprechend haben die Unterzeichneten eine Anzahl namhafter Theologen ersucht, in hiesiger Stadt eine Reibe hn* Vorträgen über zeitgemäße kirchliche Fragen oder über einzelne christliche Persönlichkeitesi u. dgl. zu halten * “ Diese Vorträge verfolgen einen doppelten Zweck. -uJmxnc£ zollen sie dem hiesigen Publikum Gelegenheit bieten, fich über wichtige und interessante Fragen oder Personen auS dem kirchlichen Leben naher zu unterrichten und damit den Bedürfnissen Vieler nach solchen Erörterungen entgegenkommen , sodann aber soll der pekuniäre Erfolg der Vorträge dem BaufondS für eine zweite evangelische Kirche zu Gute kommen deren Wnth, wendigst für dle evangelische Gemeinde Gießens außer Zweifel steht. Das Interesse an dieser für unsere Gemeinde wichtigen ^Angelegenheit wird, so hoffet wir, auch durch diese Vorträge gefordert werden. 1 v " " Für diesen Winter sind 4 Vorträge vorgesehen, die sämmtlich in der uns gütigst überlassenen großen Aula dcS UniversttätSaebäudes gehalten werden. n Herr Pfarrer lic. theol. Spitta aus Obercaffel, Privatdoeent an der Universität Bonn, über: W-lch« Aufgaben erwachsen der «vangeltschen Kirche aus ihrer gegenwärtigen Stellung zu der römischen für ihren Cultus. . Der Preis der Gintrittskart- zu den 4 Vorträgen beträgt für 1 Person 2 Mk., Familienkarten für 2 Personen 3 Mk, für 3 4 Mk. u. s w. Der Preis einer Karte zu einem einzelnen Vortrag 1 Mk. Zur Bequemlichkeit des Publikums wird in diesen Tagen eine Liste circuliren, in der wir Namen und W der Karten einzutraaen bitten bem sind Karten in der Ferber scheu und der Fehlenfeld'scheu Buchhandlung, sowie in der Rudolph'schen Musikalienhandlung zu haben 9 - Der erste Vortrag («bercoufistorialrath Dr. Sell) wird schon nächsten Freitag, den 28. Januar, Abends 8 Itattjtnceiti Die Kirchbaucornmiffion des ev. KirchenvorftandeS: Bramm, Bürgermeister. Dingeldey, Pfarrer. Dr. Naumann, Pfarrer. I. No«, Goldarbeiter Schlosser, Pfarrer __________________________________________________Dr. Thaer, Professor. Wermiethungm. 599 Ein großes schön möbl Zimmer sofort zu oerm. Ludwigstr. 5 I, Nordseite. 614 Ein schönes Zimmer für eine alleinstehende Person zu vermiethen. _______________________Morktstraße 18. 669] Kleines Stübchen an 2 Arbeiter zu vermiethen bei H. Frech. Vermischte Anzeigell. 619 Eine Frau empfiehlt sich im Waschen und Putzen ober Itaufdienst. Zu erfragen bei Schlosser Pröfchold, Mgelsgasse 19. 598 Ein Secundaner ertheilt Schülern unterer Classen Nachhülfe. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 615 Ein braves reinliches Dienstmädchen, das in Küche und Hausarbeit erfahren, alsbald ges Seltersweg 83 III. 617 Ein tüchtiges reinliches Mädchen für Hausarbeit gesucht. ______________Frau H. Schaffftüdt. 602 Ich suche für Comptoir u. Lager einen jungen Mann, der mit der Papter- branche vertraut ist. Eintritt möglichst sofort. Julins CellariuS, Alsfeld, Buch- und Papierhandlung, __________ Papierwaarenfabrik._______ 13**' Stellensuchende jeden Berufs vlacirt schnell Reuters Bureau in Dresden, Reitbahnstr. 25. 8668 Akademischer Concertverein in Marburg. Donnerstag den 27. Januar 1887: Drittes Concert im Saalbau unter Leitung des königl. Nniversitäts-Musikdirectors Herrn Otto Freiberg: Die Schöpfung, Oratorium in 3 Abteilungen von lluydll, Reichstagswahl. Diejenigen Stimmberechtigten, deren Namen in der im „Gießener Anzeiger^ veröffentlichten Grund ltste nicht enthalten sind, Werden ersucht, sich persönlich nach dem Rathhaus zu bemühen und ihre Namen dort in die Liste eintragen zu lassen, sowie ferner hiervon Herrn Kaufmann Chr. Wallenfels am Marktplatz Anzeige zu machen. gog H. NESTLt’S KINDERMEHL Zahlreiche KHCI'tiXINSK der ersten medicinieohen Autoritäten. 21 Auszeichnungen, worunter 8 Ehrendiplome and 8 Gold. Medaillen. in ©TZcmdef, Qvanyz, (Aidzon, (2Aocola8a istßinne/n 5 Olein, ßetz&ustetlen mit£ßy.u„ sw 9^ A- Spezialitäten: s • Q Ed jWÄ JHebaction: A. Scheyda. — Druck und V-rlaz bet Brühlsschen Druckerei (Fr. Cbr. PietsM in Kietzem Die heutige Nuwvrer enthält l Blatt u. 1 Beilage.