Ar. N4. Erstes Matt. Sonntag dm 24. April 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für dm Kreis Gießen. A .. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mtt Bringrrlo^. B«rea«r Schulstraße 7. Erscheint täglich mtt Ausnahme des Montags. Durch die Volt betonen vierteliäbrlich 2 Mark 50 Vt Amtlicher Hheil. Oeffenttiche Bekanntmachung. In der Nacht vom 11 aus 12. d. Mts. wurden in der Gemarkung Reiskirchen eine Reihe Obstbäu«chen, thells an der Straße, tbells aus Grundstücken angepflanzt, beschädigt, auch ein am Bahndamm stehender s. g. Meterpfahl ausgeriffen; der Thäter ist bis jetzt noch nicht ermittelt. Alle Diejenigen, welche Miltheilungen, die zur Entdeckung des Thäters führen könnten, zu machen in der Lage stnd, werden hiermit aufgefordert, solche alsbald hierher gelangen zu lassen. Gießen, den 14. April 1887. Grotzherzogl Staatsanwaltschaft. Jacke l. Gefunden: 2 Portemonnaie's mit Inhalt, 1 Taschentuch, 1 Kinderschuh, 2 silberne Ringe, 1 seidenes Tüchelchen, 1 Theil von einem Pferdegeschirr, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken. , Gießen, am 23. April 1887. Großherzoglrches Polrzeulmt Gießen. ________ Fresenius. Darmstadt, 22. April. Am 6. d. Mts. wurde der Zugführer bei den Oberhefsifchsn Eisenbahnen Philipp Bopp auf sein Nachsuchen, unter An- erkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. an, in den Ruhestand versetzt. X Darmstadt, 22. April. [II. Kammer der Landstände.) Nach der Verkündigung einer Reihe neuer Einläufe durch den Präsidenten setzt die II. Kammer der Landstände ihre Berathungen heute fort und beginnt mit dem Gesetz-Entwurf „dre Gemeinde-Umlagen betr." Der Ausschuß beantragt: 1. Hinzufügung eines Abs. III zu Art. 1, welcher bestimmt: „3ngleicher Weife wird das Einkommensteuerkapital solcher Actiengesellfchaften und Lommanditgesellschaften auf Actien, welche in verschiedenen Gemeinden bezw. Gemarkungen stehende Gewerbe betreiben oder gewerbliche Anlagen haben, im Verhältniß der am einzelnen Ort der Gesellschaft zur Last gestellten Grund- und Gewerbesteuerkapitalien unter die einzelnen Gemeinden bezw. Gemarkungen vertheilt," 2. Art. 2—7 des Gesetz-Entwurfs unverändert anzunehmen, 3. Großh. Regierung zu erfuchen, eine anderweitige Einrichtung des Formulars für Gemeindesteuerzettel zu veranlassen. r„ Abg. Wolfskehl empfiehlt den Ausschutzanlrag mit dem Wunsche, die Beschwerden der Stadtverordneten von Mainz für nicht berechtigt zu erachten. Abg. Reinhardt beantragt die Heranziehung des Staates zu den Gememde- umlagen hinsichtlich der Eisenbahnen, Domänen rc. und bedauert, daß der vor zwei Jahren von dem Abg. Ellenberger eingebrachte gleiche Antrag bis beute noch mcht -berücksichtigt fei. rjr Ferner stellt der Abg. Wasserburg einen Antrag, welcher bezweckt, daß den Städten ein besonderes Vorrecht in Bezug auf die Zuziehung der einzelnen Steuer- kapitalien zuerkannl werde; im Uebrigen schließt er sich auch dem Antrag Rem- Abg. Elken berg er spricht sich ebenfalls für den Antrag des Abgeordneten Reinhardt aus. Abg. Schröder wendet sich gegen die Anträge Reinhardt und Wasserburg, indem dieselben das ganze kaum beschlossene Einkommensteuergesetz aufs Neue gefährden würden. Nachdem von Seiten des Berichterstatters Abg. Wolfskehl die Annahme nach den Ausfchußanträgen nochmals empfohlen wurde, beschließt die Kammer, den Gesetz- Entwurf im Sinne der Regierungsvorlage und mit den Aenderungen des Ausschusses «nzunehmen. _ , , , , ± Der Antrag des Abg. Wasserburg wird mit allen gegen 3 Stimmen abgelehnt, dagegen der Antrag Reinhardt mit 17 gegen 9 Stimmen angenommen. Punkt 2 der Tagesordnung betrifft den Antrag der Abgg. Ulrich und Jöst auf Einführung allgemeiner obligatorischer Volksschulen im Großherzogthum und die Uebernahme der Kosten des gesammten Volksschulwesens auf die Staatskasse und beschließt die Kammer einstimmig, conform mit dem Antrag des Ausschusses, die Großh. Regierung zu ersuchen, einen diesbezüglichen Gesetz-Entwurf dem Haufe baldigst vorzulegen und darin vorzusehen, daß die Kosten des gesammten Volksschulwesens des Landes von der Staatskasse getragen werden. Ebenso wird der 3. Punkt, Antrag der Abgg. Lautz und Genossen betr. die staatlichen Realschulen des Landes und resp. des Schulwesens im Allgemeinen, nachdem Seitens Großh. Regierung eine baldige Vorlage eines diesbezüglichen Gesetzes in Aussicht gestellt wird und nachdem der Abg. Tecklenburg noch den Wunsch ausdrückt, daß sich die Erhebungen bezüglich der Subventionirung auch auf die erweiterten Volksschulen, wie eine folche z. B. in Nidda bestehe, erstrecken möge, im Sinne des Aus- schußantrages, die Angelegenheit für erledigt zu betrachten. Es folgt Punkt 4, Antrag des Abg. v. Rabenau, die Organisation der land- wirthschaftlichen Staatsverwaltung und der landwirthschaftlichen Vereine betr. Hierzu beantragt der Ausschuß: Großh. Regierung wolle unter Aufhebung der landwirthschaftlichen Eentralstelle mit der Errichtung einer landwirthschaftlichen Staatsverwaltungsbehörde mit Executivbefugnisfen baldthunlichst vorgehen. Von Seiten des Vertreters der Großh. Regierung, Ministerialrath Ja uv, wird die Erklärung abgegeben, daß das Staatsministerium augenblicklich Erhebungen in dieser Richtung anstellen lasse und daß dem Hause baldigst eine Vorlage gemacht werde. Abg. Osann wünscht Aufklärungen, wie man sich vcfe Eentralbehörde eigentlich denke. Er kann sich nicht für dieses neue Institut erbarmen. Er glaubt, man könne es Großh. Regierung überlassen, nachdem ihr die Wege angedeutet seien, wie am besten die landwirthschaftlichen Verhältnisse unseres Landes zu regeln feien. Er kann sich von dem Gedanken nicht trennen, daß durch das Einsetzen der Centralbehörde ein großer Staats-Apparat in Bewegung treten wird ohne besonderen großen Nutzen für die Landwtrthfchaft. Er beantragt mit dem Abgeordneten Schröder, Großh. Regierung zu ersuchen, Erhebungen und eine Neuregelung der landwirthschaftlichen Verhältnisse anzustreben und über den Stand dieser Erhebungen der Kammer demnächst Vorlage zu machen. Abg. Haas spricht sich für den Antrag des Ausschusses aus. Nach erfolgter Abstimmung wird der Ausfchußantrag mit 18 gegen 9 Stimmen angenommen und der Antrag Osann hiermit abgelehnt. Morgen früh 9 Uhr Sitzung. Am nächsten Dienstag wird als erster Punkt das Dammbau - Gesetz zur Verhandlung kommen. Berlin, 22. April. Abgeordnetenhaus. In der fortgesetzten Berathung der Kirchenoorlage bekämpfte Fürst Bismarck, wiederholt das Wort ergreifend, die Ausführungen Hammerstein's und Brüels, welche die Verhältnisse der evangelischen Kirche mtt der Vorlage in Beziehung brachten. Fürst Bismarck führte aus, daß dieselben nicht mit der vorliegenden Frage Zusammenhängen. Besonders scharf wandte sich der Reichskanzler gegen Brüel und dessen welfische, reichsfeindltche Tendenzen, die ein Interesse an der Fortsetzung des Kulturkampfes hätten. Er (der Reichskanzler) betrachte die Maigefetze stets als Kampfgesetze mit) war stets zum Frieden bereit; auch hoffe er einen dauernden Frieden. Wenn wir bei dem Abschluß des Frankfurter Friedens überzeugt gewesen wären, der Friede könne ewig erhalten werden, hätten wir den Krieg damals nicht beenden dürfen. In dem kirchenpolitifchen Kampfe handelt es sich nicht um die Stärkung der Staatsautorität, sondern um Schutz gegen die Eingriffe der staatsfeindlichen Elemente, wie der Welfen. Er fei für die Selbstständigkeit und das Ansehen Preußens wie des Reiches in dieser wie in allen anderen Fragen eiu- getreten. Nachdem Stöcker im Sinne Hammerstein's gegen die Vorlage gesprochen, et* 1 2 3*; Lite JaZd-ewski Namens der Polen, daß sie mit Rücksicht auf die Kundgebung des Papstes für die Vorlage stimmen würden. Das Haus lehnt die Commissionsverwetfung mit allen Stimmen gegen diejenigen der Nationalliberalen ab und beschloß die Weiter- berathung der Vorlage im Plenum. Reichstag. P. Berlin, 22. April. Tagesordnung: 1) Berathung von Petitionen, 2) Erste Berathung des Entwurfs eines Gesetzes betr. die Abänderung von Bestimmungen des Gerichtskostengesetzes und der Gebührenordnung für Rechtsanwälte. Das Haus ist sehr schwach besetzt und tritt zunächst in den 2. Gegenstand der Tagesordnung, die Berathung der Gerichtskostengesetznovelle, ein. Staatssecretär v. Schelling: Rach dem Zustandekommen der Reichsjustiz- gesetze mußten zunächst die Gebührensätze geordnet werden und man war sich von vorn herein darüber klar, daß eine dauernde und befriedigende Festsetzung dieser Sätze mangels vorliegender Erfahrungen nicht möglich fei, daß es sich nur um ein Experiment handle. Es stellte sich auch bald heraus, daß das Publikum sich durch die Prozeßkosten sehr belastet fühle und die verbündeten Regierungen beeilten sich, die Gerichtskosten zu ermäßigen. Wenn wir jetzt nach 8 Jahren auch an eine Revision der Anwaltsgebühren gehen, fo ist wohl der Vorwurf am allerwenigsten gerechtfertigt, daß diese Revision verfrüht sei. Bis zum Werthe von 10,000 soll Alles beim Alten bleiben, und die Abänderungen, welche vorgeschlagen worden, bezwecken lediglich die Consequenzen des Systems des Pauschquantums zu ziehen. Es sind daher die Anregungen, die früher aus dem Reichstag gekommen, berücksichtigt, und ist durchaus darauf Rücksicht genommen, den Anwälten eine auskömmliche Situation zu sichern. Auch bei den Gerichtskosten ist, wo irgend möglich, eine Herabsetzung vorgeschlagen, aber allgemein durchführbar ist eine folche nicht, da dies einer Abwälzung von den Prozeßführenden auf die Allgemeinheit gleichkommen würde. Abg. Meyer (Jena, nat.-lib.): die Vorlage gehe zu cinfeittg vor, rndem sie nur die Gebührensätze der Anwälte einer Revision unterziehe, während die wiederholt im Reichstage ausgesprochenen Wünsche sich gleichmäßig auf eine Revision der Gerichts- kostensätze und der Anwaltsgebühren richteteten. Der finanzielle Gesichtspunkt dürfe nicht der allein maßgebende sein bei der Revision, da die Rechtspflege eine der vornehmsten Aufgaben des Staates ist. Indem Redner auf einzelne Punkte der Vorlage eingeht, behält er sich endgültige Stellungnahme für die 2. Lesung vor und beantragt Ueberweisung des Entwurfs an eine Eornmifsion von 21 Mitgliedern. Abg. Dr. Poefch (Ctr.): die Gerichtskosteufätze hat man allerdings zunächst versuchsweise eingeführt, aber die Anwaltsgebühren nicht, diese sollten als Definitivum gelten Die Klagen aus dem Publikum und im Reichstage bezogen sich auch immer nur auf die Höhe der Gerichtskosten. In der Novelle werden nun die Gerichtskosten fast gar nicht herabgesetzt, die Anwaltsgebühren dagegen tn einer Welse, dre zum Theil unannehmbar erscheint. Sollte der Entwurf Gesetz werden, fo wurde das Recht suchende Publikum keinen Vortheil haben, die Klagen über die Höhe der Gerichttzkosten würden fortdauern und der Anwaltsstand würde schwer geschädigt werden. Die Vorlage erfordert die eingehendste Prüfung; ich fchließe mich daher dem Antrag auf Kom- missionsberathung derselben an. Bundescommissar Geh. Rth. v. Lenthe: der Staat hat mcht nur die Interest en der Anwälte, sondern auch vor Allem die des Publikums wahrzunehmen. Dre verbündeten Regierungen sind nun der Ansicht, daß die Prozeßgebühren das Publikum zu sehr belasten und zwar wesentlich in Folge der Höhe der Anwaltsgebuhren, tote halten daher eine Ermäßigung dieser Gebühren für geboten, wenn dadurch au« einzelne Anwälte geschädigt werden sollten. Die Präsidenten der Landgerich l übrigens der Meinung, daß die Anwälte, welche das Vertrauen des Publikum.. g< meßen, auch bei den neuen Taxen durchaus existenzfähig sind. Dublikum Abg. v. Reinbaben (Rchsprt.) ift ebenfalls der Meinung, druckend weniger die Gerichtsgebühren, als die langen Kostenrechnungen der Anwmw empfindet. Die Denkschrift der Anwälte sei nicht gerade glücklich abges B , halte starke Ausdrücke, aber schwache Argumente. sprechen. Aber zu- Abg. Munckel (dfr.): Er beabsichtige nicht, pro M 'pre« an- nächst stehe in Frage, welches Interesse der Staat, die ganze Rech g W dem Anwaltsstande habe und wie sich die Wirkung der Vorlage auf das Publikum rmd den Anwaltstand äußern werde. Man berufe sich auf die Klagen des Publikums. Nirgends aber habe man gehört, daß die Proceßführenden gern und willig die Gebühren für das Gericht, unwillig aber für den Anwalt zahle. Wenn dem so sei, solle man aber diese beiden Dinge nicht trennen. Dieser negative Theil der Vorlage, daß man den Fiskus herauslassen will, sei das Bedenklichste; bedenklich erscheine ferner, daß man über die Vorlage die Anwälte nicht befragt habe. Noch nie ist es vor- gekommen, daß man einem Manne plötzlich den vierten Theil seiner Einnahmen streichen will. Wenn die Anwälte gegen das Gesetz seien, so sei das eminentem Interesse des Publikums, denn seine Folge werde ein Anwaltsstand sein, wie man ihn nicht gern haben wolle, ein Anwaltsstand, von dem es heißen werde „Billig und schlecht", und das muß vermieden werden. Abg. Kurz (cons.) spricht sich für die Vorlage aus. Eine weitere Herabsetzung der Gerichtskosten wäre verfehlt, da hierdurch die Streitsucht Nahrung fände. Der Entwurf wird an eine Eommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Schluß 4*/, Uhr. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. T.-O.: Nachtragsctat. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Corresponbenz ° Bureau. Berlin, 22. April. Der Kaiser empfing Vormittags militärische Mel- düngen un) mehrere Vorträge, conferirte darauf mit Wilmowski und Graf Stolberg und machte Nachmittags eine Spazierfahrt. — Die Verhaftung Schnäbele's erfolgte auf Verfügung des Untersuchungsrichters und sieht in Verbindung mit den landesverrätherifchen Vor- gängen im Reichslande. Metz, 22. April. Die auswärts verbreiteten Nachrichten von in den Letzten Tagen hier siattgehabten Ausweisungen find unbegründet. PariS, 22. April. Der Justizminifter conferirte gestern mit Goblet und Flourens anläßlich der V rhaftung des Polizei« Commifsärs Schnäbele und trug alsdann dem Generalprokurator, sowie dem Prokurator von Nancy an. sich nach Pagny zu begeben und einen Bericht über die näheren Umstände der Verhaftung einzuholcn. — Der Präfekt des Departements Meurthe et Moselle, der gestern Abend nach Paris gekommen ist, conferirte über diesen Fall mit Goblet. London, 22. April. Das Unterhaus nahm in erster Lesung einen Antrag in Betreff der Fortdauer des bisherigen Theezolles an. Hierauf wurde die Budgetdebatte vertagt. Nom, 22. April. Wie verlautet, wurden folgende Ernennungen zu Nuntien definitiv beschlossen: Rotelli in Paris, Galimberti in Wien, Dipietro in Madrid, Ruffo Scilla in München. Wahrscheinlich wird Rampolla Staate secretär und Agliaroi apostolischer Delegirter in Konstantinopel oder Secretäc der außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten anstatt Galimberti's. Die Ernennungen sollen nach dem Mitte Mai staltfindenden Conftstorium publicirt werden. — Aus Maffauah wird gemeldet, daß General Saletta heute früh dort eingetroffen ift. Er übernimmt morgen dar Commanoo. Lokales. — Gießen, 23. April. Am Realgymnasium und an der Realschule sind bei dem letzten Aufnahmetermin mehr als 100 Schüler neu ausgenommen word'en. ^n das Lehrer-Colleglum und neu ein getreten die Herren Erb (für naturwissenschaftliche Facher und für das Turnen) und W. Geiger (für Mathematik). au -"l^^legr^mm der „Franks. Ztg." hat Professor Kaltenbach in Gießen einen Ruf als Nachfolger Olsbausen's für Halle angenommen. ^eb auf die Schulter sprang und ihm Gesicht und Hände lerfkifrhtp f Angegriffene laut um Hilfe. Die herbeigeeilten Bcwobner- den Dieb, aus vielen Wunden blutend, noch immer in der Gewalt des Affen aus brr wiWKXtao'ÄaÄÄäi ÄS lst heute von neuerlichen polizeilichen ober perr^^tH^^en Bten ?eaen ^tCi*i:pDLl?PCInD^r?tcn mehr bekannt geworden. Das „Mainzer Tageblatt" weches als krers amtlich es Organ Beziehungen zu verschiedenen Behörden hat' melbet tagegen, daß „zuverlässigstem Vernehmen nach noch weitere Verhastunaen Ueberelnstiinntung mit meiner gestrigen Meldung theilt das genannte Blatt ferner mit, daß sich über die Resultate der Untersuchung mit Bestimmtheit noch gar nichts sagen laste. „Soweit es bis jetzt den Anschein Habe, seien aber einzelne Ve^ sonen nn toinne der Anklage stark verdächtig." Nach unserer ßsrnze Untersuchung möglichst beschleunigt betrieben werden; bei der großen ^ahl der ^nhaftrrten wird mdeß die Voruntersuchung immerhin einige 8eit in Anspruch nehmen zumal der größte Theil der Verhöre in den außerhalb gelegenen »«"r® m denen die Jnhaftirten interntrt sind, stattsinden sollen ^z.rrsgefangrnffen, o ui t i 23. April. Von offenbar eingcweihter Seite bringt das Maiv'p^ für d°e Ma"in üVr r'h Hiuberraschende wie wichtige Mittheilung, daß der Bauplan t)rUi.r?-!^Nlnuberbruckung bet Kostheim eine vollständige Aenderuna und eine Eisenbahn- und @trafeenbrürfe££ « ioü von dem Nicht mehr neuen Gedanken ausgehen, die linksrheinischen un£ Bahnen bei Kostheim über den Main zu führ n hi^qr0^ ’^n ? an d"s rechtSuserige Schicnennetz zu suchen. Während aber früher bie Mainuberbruckung Anschluß an die DorntaligeXaunuöbafin unbüber• Hefe oirntZr Ä^ng^i Verbindung mit Frankfurt suchen wollte sei das heutiae Proiekl dazu bestimmt, die Nassauischen Linien der Hessischen Ludw'igsbahn über bie StaUon Bi chofsHeim mit dem übrigen Netz der Ludwigsbahn und dann auch auf indirektem Wege Mit dem Eentralbahnhof Mainz in Verbindung ui setzen fnrr einer Zweigbahn geschehen, welche von Bischofsheim ausgehend über- Erbenhenn führen unb an letzterem Orte in bie Sink nach Kbaben ^si?i/bd^hauseli - Limburg etnmünben soll. Das Projekt soll bereits ziemlich feste ^m"^orber"itm^Schrstte^gc^cbm^itu UHb prCu6i,d’en Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. d-s MEe!°meist-r?J°h?n°nEPhm^^^ Gi-ßm. ®rö6 Henriette Margarethe Johanna Schadt vmr hkr ' 20 Carl I sef Schutz, gebu.tig von Neudorf, Koch dahier, mit Marie Größer hier selbst SnftituÄr Micha-l ®tuT®miSiinÄ 8WMLS J°s°finkTs°b°ch-^fa'Aw7g!e; 813&SÄttfer 16 Johanna. Schwegler zu Lollar 16 ^ollster von Gartner Johannes Wittwc von Chauffkc-Aufff'hcr Mathias Senninger”' 18 ^arl^o? ?8 ‘ Bauer von Ehringshausen Kreis Alsfelb iq S?*' ^8 Jahre alt, ledig, 78 Jahr- alt, L-hr-rin i K da i-r 19 Johann ®tor8i’ L. SÄ ÄXÜfs Literarisches. . .... Neben, Ansprachen unb Trinkfprüche bei patnotifchen, Vereins- und Famtlien-Festlichkeiten von Dr. Nordheim Kattowttz, O.-Schl. bet G. Siwinna, 263 S. 2 Mark ' Derer ro rh^ bt/h, Unternehmen an die Ocffentlichkeit, das um die Gunst aller ^erer wirbt, bte tu der Lage sind, öffentlich sprechen zu müssen. Es ist chu» U-n?fIUr5eIer+ ,in^ bangerer Gelegenheitsreden und Toaste, von denen die meisten Slnregung von außen gegeben werden; ihnen soll es sein, als säßen sie einmal untrr nff1 Pi wre\n die Gabe eines andern auf sich wirken Für sie reicht ia NZKIVMZLSrV W8 SSE Vermischtes. nn. Darmstadt, 22. April. Gestern Abend 9 Uhr hat sich an der -ralteNell- der Darmstadt-Eberstädtcr Stratzenbahn am Casino der Vereinigten Gescllschast eüi entsehllwcr UngluckSfall ereignet. Ober-Domancnrath Hauser wollte an dieser Stelle »en Zug besteigen, kam durch den in Bewegung gesetzten Zug zu Fall und wurde ihm der rechte Arm vollständig zermalmt. Eine Amputation mutzte sofort vorgenommen werden. Der Zustand des Verletzten soll ein sehr bedenklicher sein. . △ y,atni' Die Haussuchungen und Verhaftungen von Svcial- demokrmen dauern noch wrt. Nachdem während des Morgens noch ein hier beschä - «gier Maurer von Hcchtsheim rn Hast genommen und zur Mittagsstunde bei einein der Führer, dem Schuhmacher und Lederhändlcr Zimmermann, wiederholt eine sich bis au Svercher und Keller erstreckende Haussuchung stattgefunden hatte, wurden Nachmittags 4 cihr zwer Setzer aus der §)fffctn des „Mainzer Anzeigers" verhaftet Mit diesen beiden Verhafteten begab sich der verhaftende Commissar und mehrere Criminül- d-amte per Chaite nach dem nahegelegenen Dorfe Gonsenheim, um dar gleichfalls Haussuchungen vorrunehmen. lieber das Resultat letzterer Haussuchungen ist zur Stunde noch nichts bekannt Weiter verlautet, daß am Nachmittag auch noch Haus uchungen ,n Mvmbach und Gonsenheim stattgesundcn. Im Ganzen sind j-tit 15 Ver- innen verhattet und zwar außer den bereits genannten der Schuhmacher Stötzel Maurer Merz und die Schristsetzer Buhlauer und Dürr. Fast fätnmtliche Verba i-ten t?,^ verhelralhet und mit zahlreichen Kindern gesegnet; einige der Familien sind derart gestellt, daß, wenn bte Hast langer andauern sollte, die öffentliche Mildtbättake t .u der Erhaltung eintreten muß. lieber ben nächsten Anlaß zu ben 3 wirb jeßt eine Version verlautbar, die sehr vi?l Wahrscheinlichkeit ha? Mef?Per«vn geht bahn datz man bei einer Haussuchung, die jüngst bei dem wegen des V^dackis der Brandstiftung verhattetcn Socialdcmokraten Häfner Görtz von Wörrstadt v^r genommen wurde, eine größere Anzahl Papiere und besonders Quittungen ,^'rr vons über bezahlte Parteibeiträge gefunden haben soll wAche Funde «7cht nur nnt «nA w-ttverzwe-gie Verbindung hindeuten, sondern den Bebörden^glelch.ettia ! Bud) die yaden an die Hand gaben, die einzelnen Glieder der Verbinduna? , Senn bteie älngabtn richtig, so ist, wie bereits bemerkt, biete in Wörrllad/oew?^' Entdeckung doch fedenfalls nur der nächste Anlaß für bie 9tphÄrb»t?r; k gemachte Maßnahmen gewesen, indem bie gan,7Art und^We'is- bei ÄMlmeÄ rechtfertigt, daß man, vielleicht unterstützt von einer obe/ber anbp^Ä^ b dation, fchon lange Belastungsmaterial hatte und fammeUe das fckließ^ hen 'Ißorrftabter Verfall seine Anwendung fand. Wie uns noch mitaetheilt^nst^b I hesf-n, ÄnlEriMbeÄ Aull,"ein ballen S^L^nb Va"7l""' Rh°i"- trefflichen Eigenschaften als Mensch wie als Richter alei» hn* ,DlL9Cn ,Einer Beamte, sein 50jähriges Dienstjubiläum Die Jubetteie? mi?b ” unb beliebter I abspielcn, doch bringen bcr S abtvorstanb bi- Mitah« »&" 4en8Sn Kreisen von Rheinhessen, wie die Spitzen ber^übrigen^^B-börd n^^ dem^g-sammien Rechtspfleg- Zubilar osficiell die Glückwünsche bar. 8 Horden dem tm 74. Jahre stehenden Schuhmacher Veit Becker ^in^seiner Wohnung erschossen "^E^ütttt/^^lt8^^ bcr I »iffe wie sonstige Familienmis^re durften das Motiv fein r tetc Familienverhält- I — Bei dem Thierhändler Wattendorf in Altona brach pin Bleichstraße 26 III, 3251 Ein Logis an ruhige Leute ru --IDEN:________Mrroeg 15. ’ 3252 Ein schön möblirtes Zimmer ru oermiethen.____Westanlage 15, parterre 3215 Zwei fein möblirte Zimmer ru ÄffwÄa6e-@tfe SBoW^' 1 Dtzd. 50 Kieler Bücklinge, di». Geflügel «. frische Fische, Apfelflnen «. Citronen (prima Waare sehr billig j, Blumenkohl, per Stück 35 empsichlt ®. G Kleinheun. Prachtvollen Schwkizerkäse im Schnitt. 12 audt in Rm Buchen- Scheitholz, la. Qualität, abzugeben frei Bahnhof Nieder Gemünden Adreffen F. F. post- lagernd daselbst. 3205 Selbstgeftttiglr lackirte Möbel aller Art stets oorrätbig zu billigen Preisen bei Earl Steller, Schillerstr. 9. 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