Nr. 299 Erstes Blatt. Freitag den 23. December 1887, Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. . PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn. ’ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Dureanr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». . feste de« Jahres die theilnehmenden Blicke aller patriotische fühlenden Deutschen Berlin, 19. December. Behufs der Ausstellung der Statistik für gewerbliche Anlagen werden jetzt bei den becheiligten Gewerbetreibenden Mittheilungen über die Löhne zu dem Zweck erbeten, dem von Handelskammern ausgesprochenen Wunsche der Erweiterung einer Gewerbestatistik über die Durchschnittslöhne evtgegenzukommen. — Da es vielfach vorkommt, daß Handwerks-Lehrlinge wegen einer von dem Lehrmeister erhaltenen Züchtigung aus der Lehre entlaufen und bei den Eltern Schutz finden, so wird auf die Bestimmung der Reichs-Gewerbeordnung verwiesen, wonach dem Lehrherrn oder dessen Stellvertreter das Recht der väterlichen Züchtigung zusteht und nur die Ueberschreitung dieser Grenze als sträflicher Mißbrauch zu ahnden ist. Allerdings wird die Ueberschreitung des Züchtigungs- rechts bestraft. Wie schwierig eine solche jedoch festzustellen ist, dar erhellt ja aus den vielen Bestimmungen und Entscheidungen über das Züchtigungsrecht der Lehrer. Verstaatlichung als dringend wünschenSwerth erscheinen ließen. Der Nord Ostbahn seien bereits 450 Frcs. per Actie geboten worden, doch habe der Bundesrath noch keine Antwort erhalten. Das englische Parlament tritt am 9. Februar wieder zusammen und c» scheint, als ob das Ministerium Salisbury bestrebt fei, bis zu diesem Zeitpunkte in der irischen Frage wenigstens einigermaßen annehmbare Resultate zu erzielen. Neuerdings gehl das Cabinet mit einer bemerkenswerthen Confequenz gegen die irischen Unterhaurmitglieder vor, welche aus der Veröffentlichung von Berichten über verbotene Versammlungen der Nationalliga resp. ihrer Zweigvereine eine Art Sport zu machen scheinen. Auch das Parlamentsmitglied Hooper, welcher fich dieses Vergnügen „leistete", ist in Folge dessen in eine empfindliche Strafe genommen worden, indem ihn das Gericht zu Cork zu einem Monat Gefängniß verurthetlte. Falls fich die englische Regierung in dieser ihrer energischen Haltung gegenüber den irischen Hetzaposteln treu bleibt, werden die hiervon zu erwartenden Resultate nicht ausbletben. Die Schließung der Moskauer Universität ist nur der Anfang von Maßregelungen gewesen, denen eine ganze Reihe anderer höherer Bildungsanstalten in Rußland seitens der Regierung ebenfalls. ausgesetzt worden ist. Es haben darum auch in Petersburg, Odessa, Kiew, Charkow und Kasan Unruhen ©tu* dirender stattgefunden und werden die betreffenden Anstalten sämmtlich von Kosaken bewacht. Seit Kurzem sollen in Rußland gegen 20,000 Studenten gemaßregelt worden sein. Privaten Meldungen aus Sofia zufolge stünden dort Veränderungen im bulgarischen Ministerium bevor. Es heißt, Natschevitsch, der Minister des Auswärtigen, und Stoiloff, der Justizminister, würden wegen Differenzen mit dem Cabinetschef Stambuioff zurücklreten. — Der bulgarische Kriegsminister, Mut- kouroff, unterhandelt mit auswärtigen Häusern wegen Lieferung von 15 Mill. Patronen bis zum 1. März nächsten Jahres. immer wieder auf fich zieht. Die schwankenden Nachrichten, welche gerade in der letzten Zeit über den Gesundheitszustand des kronprinzlichen Herrn wiederum in der Heimath eingegangen find, haben erklärlicher Weise das Verlangen in allen Schichten und Kreisen unseres Volkes nur gesteigert, gegenüber diesem Nach- richtenmosaik endlich einmal bestimmtere Meldungen und Aufklärungen zu erhalten. Bis zu einem gewissen Grade entsprechen Denn nun auch die jüngst aus San Remo von zuständiger Sette veröffentlichten Mittheilungen diesem Verlangen und zwar erhellt aus ihnen, daß ungeachtet der neuen Wucherung im Halse des Kronprinzen im örtlichen Leiden desselben keine Verschlimmerung einyetreten, das Allgemeinbefinden aber fortdauernd vortrefflich ist. Auch Kaiser Wilhelm hob, als er am Sonntag den neuen chinefischen Gesandten am Berliner Hose, Hung- Suen, empfing, die im Befinden des Thronfolgers eingetretene augenblickliche Besserung hervor, bemerkte indessen betreffs der Ausfichten auf Genesung, daß Liese in Gottes Hand stehe und gegenüber dieser frommen Ergebung des greisen Monarchen muß sich auch das deutsche Volk darauf beschränken, von der göttlichen Vorsehung eine gnädige Wendung in dem schwer übet dem erhabenen Kaiserhause und dem ganzen Reiche lastenden Geschicke zu erflehen. Der Empfang des neubeglaubigten Vertreters des chinesischen Reiches am Berliner Hose, Hung-Suen, durch den Kaiser gestaltete sich zu einem feierlichen Staatsacte, der am Sonntag Mittag in Gegenwart der Staatrsecre- tärs Grasen Bismarck stattfand. Bet Ueberreichung seines Beglaubigungs- schreibens entledigte sich der neue Gesandte zugleich einer besonderen Theflnahms- kundgebung für oen deutschen Kronprinzen Namens des Kaisers und der Kaiserin- Mutter von China. Alsbald an den Empfang des chinesischen Gesandten schloß sich derjenige des ebenfalls neuernannten japanesischen Gesandten, Marquis Saionzi, durch den Kaiser an. Als Abgesandter des deutschen Kaiserpaares zur bevorstehenden Jubelfeier des Papstes wird sich Graf v. Brühl-Pförten nach Rom begeben. Die Weihnachtspause in der inneren Politik ist mit der nun ebenfalls erfolgten Vertagung des Bundesrathes, sowie der verschiedenen mittelstaatlichen Parlamente, Die noch neben dem Reichstage versammelt waren, eine vollständige geworden. In seiner letzten Plenarsitzung vor den Weihnachtsserien, am Montag, genehmigte der Bundesrath noch die Kornzoll-Vorlage nach den Reichstagsbeschlüssen und ferner beschloß er, den neuen deutsch-österreichischen Handelsvertrag zur allerhöchsten Ratification vorzulegen. Nach einer speciellen Richtung hin ist die Thätigkeit der genannten Körperschaft noch immer nicht abgeschlossen. Wiederholt hat fich der BundeSrath mit den Ausführungsbestimmungen zum Branntweinsteuergesetz beschäftigt, ohne indessen diese Frage definitiv zur Erledigung bringen zu können; es iss von neuen einschneidenden Aenderungen in den jetzigen, allerdings nur provi'orischen Bestimmungen die Rede, doch scheint der Bundesrath sich offenbar noch nicht schlüssig gemacht zu haben. Es wird hierbei darauf hingewiesen, daß bezüglich des Branntweinsteuergesetzes die Nothwendigkeit bestehe, täglich neue Erfahrungen zu machen und daß demgemäß die Ausführungs- Lestim^ungen ebenso gut erweitert, wie beschränkt werden könnten. Wie erst jetzt bekannt wird, hat jüngst auch in Berlin eine militärische Berathung anläßlich des allarmirenden Artikels des „Russischen Invaliden" stattgefunden. Derselben wohnten außer dem Kaiser Prinz Wilhelm, Graf Moltke der Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf, der Generalquartierme»ster Graf Waldersee und General v. Albedyll, Der Chef der Mlitärkanzlei des Kat- fers bei Es soll sich lediglich darum gehandelt haben, die vielfach unwahren Behauptungen, die vom „Invaliden" über die gegenseitigen Verhältnisse Deutschlands, Oesterreichs und Rußlands aufgestellt worden waren, zu widerlegen, und darf man jedenfalls einer bezüglichen Kundgebung der Berliner Regierungrprefle auf ben_12*3)^ä^fl^2cr^ ^schloß die officielle Betheiligung der Schweiz an der Telegraphische Depesche«. Wolff'S telegr. Eonewondenz-Brrrearr. Bekanntmachung. Der Ortsvorftand zu Biebesheim beabsichtigt, gelegentlich des daselbst am 6. März k. I. stattfindenden Fasel-, Zuchtvieh- und Schweinemarktes eine Verloosung von Zuchtvieh zu veranstalten. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ercheilt hat, daß nicht mehr als 5000 Loose i 1 JL ausgegeben werden dürfen und mindestens 76% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet worden. Gießen, am 21. December 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Jost. ________________________________________________________________ entgegensehen. u A . In den Niederlanden tritt man jetzt der Frage des Schutze» der i Kinderarbeit ernstlich näher. Di- Regierung brachis in den «amm-rn einen I berüaliöben Entwurf ein, wonach Kinderarbeit in Fabriken und ähnlichen Etabuffe- 1 — '''— went» »ertöten tp , faB« die Kinder noch nicht 13 Jahre alt find. Rur bei I Pariser Weltausstellung und bewilligte ,u diesem Zwecke 42»,000 Fr. Politische Ueberficht. I Feldarbeit dürfen Kinder von 12 Jahren an beschäftigt werden. Die tägliche öd Arbeitszeit darf bis zum Alter von 16 Jahren 10 Stunden nicht überschreiten. . er ™ii' x?r q . ; In der Schweiz betreibt man jetzt die Verstaatlichung der Eisenbahnen, , Sm dunkler Schatten ruht Heuer am dem Weihnachtsfeste des : offen zugegeben wird, in erster Linie aus politischen Gründen. Im Nationaldeutschen Volke« — e« ist die Krankheit seines Kronprinzen mit ihren so eigen- rathe erklärte das Bundesratbsmitalted Welti. daß fick aus dem iehiaen Passant» Berlin, 21. December. Ein Schreiben des Hofmarschalls des Kronprinzen, des Grafen Radoltnski, besagt, der Kronprinz sei, wie bereits mehrere Male ausgesprochen worden, über die Theilnahme und Anhänglichkeit, die demselben in Briefen und Telegrammen, besonders aus Deutschland, zu erkennen gegeben werde, in hohem Grade gerührt und erfreut. In den letzten Wochen seien derartigen Kundgebungen aber auch Geschenke aller Art in solchen Mengen betgefügt worden, daß es nicht mehr möglich sei, dem Kronprinzen von diesen nach Hunderten zählenden Gaben einzeln Kenntniß zu geben. Es wäre daher sehr erwünscht, wenn künftig betreffs dieser freundlich gemeinten Zusendungen vorher bei dem Berliner Hofmarschallamte angefragt würde, wohin die näher zu bezeichnenden Gaben gerichtet werden sollen. Bern, 21. December. Der Bundesrath hat den Beginn der Fruhjahrssession ist die Krankheit seines Kronprinzen mit Ihren so eigen- j rathe erklärte das Bundesrathsmitglied Welti, daß fich aus dem jetzigen Zustand artigen Schwankungen, welche Inmitten der Vorbereitungen zum s^önsten Freuden- i jn Europa Verhältnisse für die schweizerischen Eisenbahnen ergäben, welche bereit 8 o S a t e Gießen, 22. December. Der Jahresbericht der Großh. Handelskammer sur 1885/86 ist erschienen und iheilen wir in Nachstehendem sowie in spateren Nummern das Wesentlichste aus demsetven mit. In der Einleitung heißt es: Unserem Jahresbericht über die Jahre 1885 und 1886 schicken wir nur die einleitende Bemerkung voraus, daß nach den eingelaufenen Berichten über die Geschäftslage sich dieselbe im Wesentlichen gegen die vorige Bertchtsperiode nicht geändert hat. Die Klagen über schleppenden Geschäftsgang, geringen Verdienst und mangelnde Unternehmungslust haben auch heute noch nicht abgenommen. Ebenso besteht auch jetzt noch das Verlangen nach größerer Ruhe fort, sowohl was die auf das Geschäftsleben rückwirkenden Beziehungen des Deutschen Reichs zu den Nachbarstaaten anlangt, als auch was die Neuerungen und Umwälzungen betrifft, die sich auf dem Gebiete der Gesetzgebung, insbesondere der Steuer- und Zollgesetze, in den letzten Jahren vollzogen haben. Unter „Gutachten, Ansichten und Wünsche" erwähnt der Bericht über die allgemeinen Handelsbeziehungen zum Auslande, daß diese mehr oder weniger dem allgemeinen Charakter entsprechen, welchen heutzutage die internationalen Bkziehungen auf diesem Gebiete fast durchweg anzunehmen begonnen haben. Allenthalben tritt das Bestreben zu Tage, den Markt des eigenen Landes gegen die Eoncurrenz des Auslandes durch Absperrungsmaßregeln zu schützen, welche der davon betroffene Nachbarstaat alsbald mit gleichen Maßregeln beantworten zu müssen glaubt. Diese Bestrebungen, denen fast alle Eulturstaaten huldigen, wirken auch in Deutschland hemmend auf Handel und Verkehr und schädigen insbesondere die einheimische Industrie, welch, in manchen Branchen auf dem auswärtigen Markte trotz bisheriger Erfolge den Eoncurrenzkampf unter so erschwerenden Umständen kaum mehr aufzunehmen vermag. lieber Branntweinmonopol und Branntweinsteuer-Gesetz sagt der Bericht, daß die Kammer zu allen Entwürfen, insbesondere auch zu dem jüngsten in vielfach veränderter Form zum Gesetze gewordenen Entwürfe Stellung genommen habe und sowohl Großh. Staatsregierung als auch dem Reichstage ihre Ansichten unterbreitet habe. Was das Monopol-Project betrifft, so hat die Handelskammer eine Eingabe an Großh. Ministerium eingereicht, welche die Stellung derselben zur Monopol- srage ausführlich beleuchtet und in der Bitte gipfelt, daß der Einführung des Branntweinmonopols von Seiten der Staatsregierung die Zustimmung versagt und der Vertreter im Bundesrathe demgemäß instruirt werden möge. Dem Monopolgedanken könne die Kammer auch nicht die geringste Sympathie entgegenbringen, sie halte eine jede Monopolisirung für eine wirthschaflltch, finanziell und moralisch verderbliche Maßregel. Die Kammer ist der Ansicht, daß man die Nachtheile des Branntweinmonopols in ihren Wirkungen unterschätzt habe. Von dem Augenblicke an, wo der Lstaat die Weiierverbrettung und den Verkauf des Products übernimmt, werden sämmtliche damit befaßte Private ihrer Geschäfte exproprtirt; dadurch, daß Hunderte von Millionen an Kapital, Hunderttausende von Menschen frei werden und sich auf andere Geschäfte werfen, wird dem allgemeinen geschäftlichen Niedergang Vorschub geleistet und der Ueberfluß an Arbeitskräften in bedenklicher Weise vermehrt, denn daß der Staat nur noch einen geringen Theil der erwerblos Gewordenen in seinen Dienst herübernehmen kann, wird schon durch die sparsam und vortheilhast 'eingerichtete Verwaltung des Monopols bedingt. Besonders aber treffe Diejenigen die Wegnahme ihrer Beschäftigung, welche in vorgerückterem Alter stehen, nicht mehr von Neuem anfangen könnten, diese Folgen feien schon bei Aufhebung von Privatgeschäften unheilvoll genug. Der Private, welcher genöthigt sei, mit Einführung des Monopols fein Kapital in anderer Weise nutzbringend anzulegen, werde zugleich genöthigt, seine Kapitalausstände plötzlich und schnell einzutretben, namentlich würden dann die Wtrthe auf dem Lande gezwungen, baldigst Haares Geld zu schaffen und dies würde sie in der Mehrzahl nur durch Aufstellung eines Theiles ihrer Immobilien erreichen können; mit Zunahme der Jmmobiliar- verkäufe würden aber die Bodenpreise noch mehr sinken, der an sich geringe Werth der Grundbesitze auf dem Lande würde noch mehr verringert und damit die Vermögens- sähigleit der kleinen Bauern, und so würde nicht nur der Geschäftsinhaber, sondern auch jeder Grundbesitzer schwer geschädigt, die dadurch herbeigeführte verminderte Kaufkraft des Bauern wirke naturgemäß ungünstig auf die allgemeine Geschäftslage. Wenn nun der Einwand, daß durch Einztehen der Ausstände den ungesunden Ereditverhält- nissen ein Ende bereitet werde, erhoben worden, so sei zwar ein solcher Erfolg wünschens- werth, er dürfe jedoch nicht mit Mitteln herbeigeführt werden, welche so plötzlich und schädlich wirken würden. Nach approximativer aber nicht zu hoch gegriffener Schätzung Sachverständiger haben die 10 größeren Liqueur- und Branntweingeschäfte der Stadt Gießen nahezu 1 Million Mark Ausstände und zwar vorzugsweise auf dem Lande. Die Wirkung der plötzlichen Einziehung dieser Ausstände, welche sich nur auf einen kleinen Theil aller bestehenden Geschäfte beziehen, ist kaum abzuschen. Vermischte-. Krofdorf, 21. December. Eine Eiche von außergewöhnlicher Stärke ist dieser Tage in einem Schlage des hiesigen Gemeindewaldes zur Fällung gebracht worden. Nachdem dieselbe zertheilt war, ergab sich, daß folgende Holzquantitäten aus ihr gewonnen worden: 1) ein Stamm von 5 Festmeter Inhalt, 6 Raummeter Nutzholz, 12 Raummeter Scheitholz, 3 Raummeter Knüppel, 5 Raummeter Stöcke und zu guter letzt noch 8 Raummeter Reiser. Der Durchmesser des Stammes beträgt 1 Meter 30 Eenttmeter. Von der Größe des Waldriesen kann man sich hiernach eine Vorstellung machen. △ Mainz, 20. December. In einer frequenten Straße hier kam es gestern am Hellen Nachmittag zwischen einem Hilfsgertchtsschreiber und einem Wirthe und dessen Sohne zu einem Streit, der damit endigte, daß der Hilfsgerichtsschreiber einen Revolver aus der Tasche zog und nach dem Wirthssohne schoß. Zum Glück verletzte der Beamte durch den Schuß seinen Gegner nur unerheblich. Als Ursache des Vorfalles wird angegeben, daß die Streitenden schon lange im Eonflict leben und der Beamt' g'. stern beim Verlassen seiner Wohnung von dem Wirthssohne wieder um thätlich angegriffen worden sei, worauf der Angegriffene in Rothwehr die Waffe angewendet. — In der hiesigen Lokalpresse wird über die Zügellosigkeit der Mainzer Straßenjugend lebhaft Klage geführt. Daß die Klagen nicht unbegründet sind, geht aus der Thatsache hervor, daß die Zöglinge eines Mädchenpensionats nur noch unter der Bewachung eines Schutzmannes ausgeführt werden können, weil die Mädchen und jungen Damen fortwährend wörtlichen und thätlichen Insulten ungezogener Straßenrangen ausgesetzt waren. Die hiesige Presse richtet an die Polizei- und Schulorgane die Aufforderung, auf das Strengste gegen die Gassenjugend einzuschreiten. A Mainz, 21. December. Im Anschluß an eine jüngst vorgenommene Revision der Statuten der Mainzer Sparkasse beschäftigten sich heute Abend die Stadtverordneten eingehend mit der Gehaltsregulirung und Sicherheitsleistung der für beregte Anstalt eriorderlichen Beamten. Einem neu anzustellenden Director wird ein Gehalt von at 5400, einem Kontrolleur ein solcher von at 1600 und einem Rechner ein solcher von at 2400 normirt. Den beiden letzten Beamten wird außerdem eine Remuneration von je at 400 zugesichert. Der Director hat eine Caution von at. 20,000, Berlin, 21. December. Seine Majestät der Kaiser wohnte gestern Abend der Vorstellung im Schauspielhause bei, empfing im Laufe des heutigen Vormittags den Wirkt. Geheimerath v. Wilmowski. Um 4 Uhr erscheint Staatssecretär Graf Herbert Bismarck zum Vortrag. London, 21. December. Sheehy, irisches Mitglied des Unterhauses, wurde heute in Clomnel zu einmonatlichem Gefängniß wegen Aufreizung zum Ungehorsam gegen die Gesetze verurtheilt. Petersburg, 21. December. Der deutsche Botschafter v. Schweinitz ist heute hier eingetroffen. — Die „Nowoje Wremja" sagt, mit der militärischen Ausführung der „Köln. Ztg." über den Artikel des „Russki Invalid" könne sich der russische Staatsbürger nur ruyiger und gesicherter fühlen, gleichviel, ob gegen die„K. Z." noch replicirt werde oder nicht. San Remo, 21. December. Der Kronprinz machte heute mit dem Erbprinzen und der Erbprtnzessin von Meiningen einen Spaziergang. und die beiden anderen Beamten eine solche von at 10,000 zu stellen. Ferner wurde beschlossen, die Directorstelle alsbald öffentlich auszuschreiben. — Wie das „M. I." mittheilt, sind letzter Tage al 10,000 als Gabe zum gol- denen Priester-Jubiläum des Papstes aus der hiesigen Diöcese an den päpstlichen I Nuntius Aloys Fürst Scilla in München zur Weiterbeförderung nach Rom abgegangen. Mainz. (Beleuchtet Hausstur und Treppen.j Ter Schutzmann D. dahier war i vor einigen Monaten auf einem Tienstgange in das Haus des Herrn W. gekommen , und hatte das Unglück, die Stiege herur.terzufallen, wobei er sich eine Verletzung am j Beine zuzog, deren Heilung längere Zeit in Anspruch nahm. Da der Unfall nur | durch die schlechte Beleuchtung der Stiegen verschuldet war, klagte D. Ter Haus- ? besitzer W. verpflichtete sich durch gerichtlichen Vergleich, dem D. 225 at zu zahlen j und sämmtliche Kosten zu übernehmen. W. kann dem Schutzmanne dankbar sein, daß dieser den Vergleich einging, sonst hätte W. bedeutendMnehr zahlen müssen. Fulda, 20. December. (Eisenbahn-Unfall.j Auf der Linie Gießen-Fulda der j Oberhessischen Bahnen nahe der Station Bad Salzschlirf (beim Dorfe Eichenau) ; wurde in der Nacht vom Sonntag auf Montag ein großer Steinblock auf die < Schienen gewälzt, jedenfalls in der Absicht, den Frühzug (6'/r Uhr Morgens) entgleisen zu macken. Wegen der undurchdringlichen Dunkelheit konnte der Maschinenführer dieses Hinderntß nicht bemerken, der Zug fuhr mit voller Kraft auf, aber ohne auszuspringen; nur die Maschine wurde defect; nachdem durch den Draht aus Alsfeld eine Hilfsmaschine herbeigerusen war, erreichte der Zug mit 40minutltcher Verspätung die Endstation. Frankfurt, 16. December. Die Liebe überwindet Alles, sagt die Schrift; aber einem Fall, der vom hiesigen Standesamt erzählt wird, ist zu entnehmen, daß vom Geld selbst die Liebe sich überwinden läßt. Da erschienen am Mittwoch Bräutigam und Braut, um die Eivtltrauung vornehmen zu lassen. Als der Erstere hörte, daß die Biaut, die bis dahin ihr Alter mit 30 Jahren angegeben hatte, 39 Jahre alt war, empfahl er sich und ließ die Braut stehen. Schon gestern Vormittag erschienen nun beide Parteien abermals vor dem Standesamt und diesmal konnte die Trauung ohne Störung vor sich gehen, denn die Mitgift war inzwischen um so viele Tausend Mark erhöht worden, als die Braut älter war, wie sie früher angegeben hatte. Reichenbach i. V., 18. December. Aus hiesiger Gegend ist eine, wenn auch noch geringe, so doch erfreuliche Besserung des Gesundheitszustandes zu melden, unb die Trichinosis scheint allmältg nachzulassen. Tic Wiederherstellung der Kranken, von denen viele noch recht schwer darniederliegen, wird jedoch lange Zeit in Anspruch nehmen und die öffentliche Mildtbätigkeit wird sich in's Mittel legen müssen, um die Genesenden zu unterstützen und den Wittwen und Waisen zu helfen. — (Beseitigung der Schimmel aus dem Heeres Bei den französischen Kavallerie-Regimentern werden, mit Ausnahme der in Algerien stehenden, keine Schimmel mehr eingestellt. Dagegen sind die Aerzte, nach Anordnung der französischen Kriegsverwaltung, verpflichtet, sich mit Schimmeln beritten zu machen. Diese Einrichtung wird von der „Deutschen Heereszeitung" „praktisch und nachahmenswerth" genannt, da sie die unter dem Schutze der Genfer Konvention stehenden Aerzte weithin kennbar mache. Handel und Verkehr. Limburg, 21. December. Rother Weizen pro Malter at 14.65, weißer Weizen at 14.50, Korn at 10.20, Gerste at 9.40, Hafer at 5.75, Erbsen at 00.00, Kartoffeln at 0.00. Frankfurt, 21. December. Auf dem heutigen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter at 0.00—0.00, das Gescheid 12—00 H, Eier das Hundert at 0.00—0.00, daS St. 6—8 Butter im Großen at 00.00—00.00, im Detail das Pfund at 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 20—25 H, Rothkraut per Stück 30—40 Kohlrabi per Stück 4—6 Ochsenfleisch per Pfund 45—70 H, Kuh- u. Rindfleisch 45—55 H, Kalbfleisch 40—50 H, Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 40—60 H, 1 Hahn at 0.90—1.80, 1 Huhn at 1.00—2.50, 1 Ente at 1.80-3.00, Gans Pfund 60—70 1 Taube 40-70 H, Welsche at 12.00—15 00. LandwLrthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — (Die Schweinepest in Skandinavien.] In den skandinavischen Ländern ist bekanntlich unter den Schweinen eine Krankheit aufgetreten, die zuletzt ganz besonders in Dänemark grassirte und zahlreiche Opfer forderte. Von Tänemark aus findet nun eine sehr große regelmäßige Einfuhr von Schweinen und Schweinefleisch nach Deutschland statt, so daß jene Vorgänge bei unseren nordischen Nachbarn unsere höchste Aufmerksamkeit verdienen. Durch ein Einfuhrverbot ist zwar der Gefahr der Einschleppung nach Möglichkeit vorgebeugt worden, da iudeß noch 4n letzter Zeit eine sehr große Einfuhr von Schweinen nach Deutschland stattgefunden hat, so ist heute noch nicht zu sagen, ob nicht doch eine Verschleppung stattgefunden bat. Ist doch die Ausbreitung der cseucke in Dänemark lange verheimlicht worden und tritt doch ferner als erschwerend hinzu, daß die Krankheit oft erst vierzehn Tage und länger nach erfolgter Ansteckung ausbricht. In jedem Falle ist Vorsicht geboten und das umsomehr als die Krankheit bei uns neu ist und darum oft nicht zeitig erkannt werden dürfte. Nach den Beschreibungen dänischer Blätter und nach dem Berichte des Dr. Bang in Kopenhagen ist die Krankheit, die der letztere „Schweinepest" nennt, eine dem Roth- lauf ähnliche Krankheit, aber doch von diesem, wie auch von der in Deutschland bekannten Schweineseuche verschieden; sie dürfte mit der in Amerika unter dem Namen Hog-Cholera bekannten Seuche identisch sein. Es tritt bei dieser Schweine-Cholera oder Schweinepest zunächst eine Ermattung der Thiere ein, sie lassen Schwanz und Ohren hängen und liegen meist still. Eine hochgradige Erhitzung tritt dann dazu, die Freßlust hört auf und ein heftiger Durchfall tritt nach einer vorübergehenden Verstopfung ein. Die entleerten Excremente sind sehr dünn, übelriechend und oft mit Blut vermischt. Bei manchen Thieren färbt fick die Haut zunächst an den Ohren und der Schnauze roth, diese Röthe ist aber nicht so dunkel unb so bläulich wie die bei Rothlauf eintretende, auch ist sie nicht so umfangreich und verbreitet sich nur selten über den ganzen Körper, ferner ist der Durchfall eine Erscheinung, die die Verwechslung mit Rothlauf ausschließt. Auch verenden die von der Pest befallenen Thiere nur selten in kurzer Zeit, oft erst nach 8—14 Tage währender Krankheit. Vor dem Verenden treten häufig Krämpfe ein. lieber das Wesen und die Verbreitungsart der Krankheit ist man noch nicht unterrichtet. Man findet bei den erkrankten Thieren im Racken, Maule, unter der Zunge an den Backen und Gaumen diphteritische Flecken und Schorfe, auch unreine, graugefärbte Wunden. Es ist auch erwiesen, daß diese Flecken und Schorfe auf die Zitzen und Euter säugender Thiere übertragen werden können und dort ähnliche Erscheinungen Hervorrufen. Auch hat die Untersuchung gefallener und gctödtetcr kranker Thiere ergeben, daß Entzündungen des Blind- und des Dickdarmes stattfinden, die in verschiedenen Stadien, von der einfachen Röthung bis zur vollkommenen Auflösung der Darmwand in eine lederartige, innen gelbliche und käseartige Masse führen. Toch aus alledem ist noch nichts Sicheres über die Entstehung der Krankheit, ihre Heilung unb Verhütung zu folgern, dazu müssen weitere Erfahrungen abgewartet werden. Damit aber die Seuche nicht in Deutschland zur Ausbreitung gelange, sollte jeder Besitzer auf feine Schweine sehr sorgfältig achten. Bei irgend welchen verdächtigen Anzeichen ist das erkrankte Thier sofort, von den andern zu trennen und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit sicher festgestellt werde, ob die Schweinepest eingeschleppt ist oder nicht. Christbaumständer mit Musik, ein oder mehrere Stücke spielend, sind eine prächtige Zierde für den Weihnacktslisch; nicht allein erhöhen sie die Weibe der Be- scheerung durch das Ertönen lieblicher, dem We.hnachtsfeste gewidmeter Mckodieen, sondern bringen'auch durch den bewegenden Mechanismus den im Lichterglanze strahlenden Christbaum, diesen Hauptschmuck des Weihnachtstisches in der deutschen Familie, der ihn umstehenden Kinderschaar von allen Seiten zu Gesicht. Diese neuen Christbaumständer sind in der Spielwaarenhandlg. von I. H. Fuhr oorräthig. (Siehe Inserat.) — Wie ärgerlich ist eS, wenn das Kochfleisch nickt weich werden will, also der Hausfrau die Gefahr droht, daß sie eine flaue kraftlose Wassersuppe und ein zähes Stück Fleisch auftischen muß! Das Weichwerden des Fleisches wird gewöhnlich dadurch verhindert, daß das zum Kochen benutzte Wasser „hart", nämlich allzu kalkhaltig gewesen ist. Diese Eigenschaften haben in der Regel Brunnen- und Quellenwasset, dagegen Regen- und Flußwasser sind „weich". Ein geringer Zusatz von dovpeltkohlensaurem Natron, etwa eine Messerspitze voll auf jedes Liter des verwendeten Wassers kann dem Kochfleische zum Weichwerden verhelsen. Was die Suvve betrifft, so gibt es em ganz unfehlbares Mittel, dieselbe noch im letzten Moment kräftig und wohlschmeckend werben zu lassen: eine winzige Zuthal von Liebig'b Aleisch-Ertract reicht hin, um der mißglückten Speise, bezw. Saucen und Nagouls ullrr Art, Wohlgeschmack und Würze zu verleihen. Jede erfahrene Köchin wird dies bestätigen und daher sollte daS ächte Liebtg'sche Extracl in keiner genügend ausgestatteten Küche oder Speisekammer fehlen. — Der Trost der Mütter beim Keuchhusten der Kinder. Wer kennt wohl nicht diese epidemische Krankheit, die mit kalarrhalttchen Affektionen beginnt und progressiv in' den heftigsten Krampfhusten ausartet, der Erbrechungen und Blutungen aus Nase und Mund hervorruft? Der Keuchhusten ist ein Schrecken für die Mütter, eine Marter für die Kinder. Die Wissenschaft hat kein Heilmittel, wohl aber die Natur und zwar in den Sodener Mineral-Pastillen, die, in warmem Wasser aufgelöst und öfters verabreicht, das heilende, datz beruhigende, das lindernde Mittel sind, das diese langwierige Krankheit, die zuweilen Lungenentzündung, selbst Schwindsucht im Gefolge hat, in kürzester Zeit hebt. Bedarf es der Weisung mehr für eine vorsorgende Mutter, als daß diese Pastillen pro 85 die Schachtel in allen Apotheken zu haben sind? 6950 umiwtii 'i l. i. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 3" Uhr, Samstag Vormittag 838 Uhr, Samstag Nachmittag 3* Uhr, Samstag Abend 4" Uhr. An unsere geehrten Abonnenten. Wiederholte Beschwerden, welche in den letzten Tagen uns kund wurden, veranlassen uns, die geehrten Abonnenten unseres Blattes zu bitten, jede Unregelmäßigkeit der Austräger uns mit kurzer Notiz gefl- bittet zu melden. Nur dadurch sind wir in Stand gesetzt, Abhilfe zu schaffen. Die Austräger sind angewiesen, den Anzeiger in die Wohnung der Abonnenten zu bringen und nicht, wie vielfach zu geschehen scheint, auf Treppen und Fluren abzulegen. Die Exped. deS Gießener Anzeiger. Bekanntmachung. 'Zur Empfangnahme bezw. Betschreibung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spor« und Leihkaffe angelegten Capi- talten am (Silbe dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Geschäftslage festgesetzt und zwar: 1- Samstag den 24. Dezember 1887, 2. Dienstag „ 27. „ „ 3. Mittwoch „ 28. „ „ 4. Donnerstag „ 29. „ „ 5 Samstag „ 31. „ „ sowie 6 Dienstag den 3- Januar 1888 7. Mittwoch „ 4. „ „ 8. Donnerstag „ 5. , „ 9. Samstag „ 7. „ „ 10. Dienstag „ 10. „ „ 11. Mittwoch „ 11 „ „ 12. Donnerstag „ 12. „ „ 13. Samstag „ 14. „ „ Die Einleger werden daher ausgefordert, ihre Schuldscheine vorzulegen. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 29. November 1887. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Kehr. Jeilgeöotenes. 9450 Eine sehr gute Zither billig zu verlausen. sagt die Expedition d- Bl._______ Junge fette Gänse o,55 p. Pfd. Graue Bettfedern „ 4-30 „ « Gute kräftige Gänsefedern * 2.— „ „ „ ,, Halbdaunen „ 2.50 „ „ Extra prima Halbdaunen „ 3.— „ „ Prima Daunen « 3.50 „ „ vers i. doppeltgerein. staubst. Waare frc- geg. Nackn. Nichtcono. F. u. Daun nehme frc zur 9144 A. A. Ursch, Attendorn i/Westf- Christbäume treffen täglich ein Brandplatz, Ecke der Dimstm°nn^ Mägm-Verkaus. 1 neuer und 1 gebrauchter Landauer, 1 neues und 1 gebrauchtes Haldoerdeck, 1 neues Break, 1 neues Doka, 1 gebrauchte Glaskalesche bet [9439 Friedberg, tz. M N-M-jser. Alleinverkauf. Ctiristbauin-Schnee (flammensichere, Imprägnlrte, 2h blendend weisse Wolle), i schönste Zierde unserer Christ- 1 bäume; Unzerbrechliche ■ patentirte verstellbare I Christbaum-Ständer, I praktischste aller bis jetzt ersohie- I nenen Arten, desgl mit Musik, 2 Stücke spielend. J. 11- Fuhr. I Gleichzeitig empfehle ich sämmt- I liehe 907d Christbaum- V6kL!6I'UNK6it I in grosser ganz neuer Metzger-HackbretleT all°" Euler"" Attgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Betreffend: Die Ergänzungswahl der Mitglieder der Handelskammer zu Gießen. Zur Ergänzungswahl der Mitglieder der unterzeichneten Handelskammer für das nächste Jahr haben wir Termin auf Mittwoch den 28. December 1887, Nachmittags von 2 bis 6 Uhr, im Lokale der Handelskammer (alte Realschule) anberaumt. Die stimmberechtigten Mitglieder des Handelsstandes der Stadt Gießen werden zu dieser Wahl mit dem Anfügen eingeladen, daß vier Mitglieder u wählen sind, und die nach dem Gesetze ausscheidenden Mitgli der, die Herren 2t. Kraatz N Scheel und Hch. Schirmer, wiedergewählt werden fönnnen, daß ferner für das mit dem Ende dieses Jahres freiwillig austretende Mitglied, Herrn 21. Atnßer, eine Ersatzwahl stattzusinden hat Als Wahlkommissär wird Herr 21. Zinßer fungiren. Gießen, den 21. December 1887. Großherzogliche Handelskammer Gießen. ________Der Präsident: Ed. Silbereisen, Commerzienrath.____ 9456 Der Neujahrsmarkt wird wie gewöhnlich am 31. d. Mts. dahier abgehalten. Grünberg, am 21. December 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. ____________________________Pracht.________________________9445 Tie Sammlung zu einer Weihnachtsbescheerung für arme Kinder ertrug 352 cX 10 H. Es wurden 215 Kinder mit Gaben erfreut. Herzlichen Dank den edlen Gebern. 21. Dornfeiff. M. Schlaffer. C. Henry. I. Thaer. E. Steinberger. J ugendfreund. Die Christbescheerung am vorigen Sonntag, bei welcher 22 Kinder vollständige Kleidung erhielten, war sehr zahlreich besucht. Es ist unsere Pflicht, den herzlichsten Dank allen Denen, die uns unterstützten mit Geldbeiträgen und Sammeln von Cigarrenspitzen auszusprechen; ferner danken wir den Herren Wirthen, welche die Aufstellung der Sammelkasten in ihren Lokalen erlauben und die Sammlungen für den schönen Zweck fördern helfen, wir danken dem Herrn Fr. Bauer, sowie der Bürgergesellschaft, welche uns dieses Jahr in so großem Maße unterstützte, wir danken dem Herrn Besitzer und dem Herrn Redakteur dieses Blattes für die unentgeltliche Aufnahme aller unserer Inserate und Nachrichten, wir danken dem Herrn Bürgermeister Gramm und dem Schulvorstand für die freundliche Ueberlaffung der Mädchen - Turnhalle ind. Beleuchtung und Heizung, _jDir danken dem Herrn Kaufmann Süß, der uns zwei Sammelbüchsen schenkte, und wir danken Allen, die dem Vereine, uns unbewußt, ihre Unterstützung zu Thell werden ließen. Insbesondere danken wir auch Frau Emil Kalbfleisch für die mühevolle Herbeischaffung der Stoffe und unentgeltliche Anfertigung der Mädchenausstattung. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß es uns mit obiger Hllfe gelingen wird, auch für die Folge eine gleiche Anzahl Kinder und wenn möglich noch mehr kleiden zu können, wenn solch guter Wille uns erhalten bleibt. I. A.: H. Schnell. GGOOOWVOOOOGMOOGOGOOOGOOG 8 Die Eröffnung g der diesjährigen £ g Grossen WeiliBäChlsaosstelluogl ; d in sämmtlichen A Z HinderspieBwaaren 8 ® zeigen hiermit ergebenst an i 8 een Moritz Gregor! & Sohn. 8 Earbol- Theersebwefel Seife bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt in kürzester Frist eine reine, blendendweiße Haul. Vorrathia ä Stück 50 H bei Carl Schtvaab. [8588 Baumlichter in allen Größen und Qualitäten empfiehlt billigst die Seifen- und Lichterfabrik i* jo#, yiöbfit Mäusburg. 9124 Billigste Bezugsquelle vorzüglicher wodernerSchuhwaaren. Schuhhandlung Ä JEtsoflPer, Marktstrasse 557 offerirt Kinder-Filzpantoffel von 50 $ an, Damen'^tlzpantoffet von 70 $ an, Serren-^tlzpantoffel von 80 an, Kinder-Lchnürschuye von 50 $ an, Hackenstiefel von 3 JL an, Knabenstulpsttefel von JL 4.50 an, Damenzugstiefel von JL 4.60 an, Lederne Damen Pantoffel, Plüsch- Pantoffel, genagelte Tuchschuhe in großer Auswahl zu den erdenklich billigsten Preisen. Herrenzugstiefel von JL 6.— an bis zu den feinsten. Man bittet, auf meine Firma genau zu achten. 9380 8. Elsoffer. a Aeehte Malzextract-Bonbons aus der Medicinal-Drogerie Otto Scheinf, Giessen Seltersweg 39 sind aus bestem Zucker und achtem Malzextract bereitet und enthalten letzteres in grösstmöglicher Beimischung. Sie sind deshalb nicht nur äusserst wohlschmeckende, sondern auch vorzüglich wirksame 8089 Kattarrh- und Husten» Bonbons. ■ 2 Marktstrasse empfiehlt zu ^Weihnachten eine grosse Auswahl: Gesangbüchern mit feinen Einbänden, Billet- und Briefpapiere mit Monogramms, in Bürger-Club Poesie-, Schreib- u. Marken-Albums, Photographie-Albums, Portemonnaies und Cigarren-Etuis, Feuerzeuge, Visitkarten-Täschchen, Notizbücher u. Brieftaschen, Jugendschriften u. Märchenbücher, Bilderbogen, gemalt u. ungemalt, Modellir-Cartons, Laubsäge-Muster, Ankleide Puppen, Etuis mit Blei- u. Buntstiften. Photographie Bahmen, Papeterien u. Bilderbücher, Beisszeuge u. Farbekasten, Feder- u. Zeichnen-Kästchen, Schul- u. Schreibheft Mäppchen, Schreibzeuge, Schreibmappen. Lampenschirme. ■ - - ' 4 I. v ■ Wilhelm Klee Marktstrasse 2 Photographische Anstalt Rußb. Mitte Nähtische verkauft 9i51 L. Noloff, Wallthor- Ferner ofTerire eine grosse Auswahl Visitenkarten, Postpapiere und Couverts mit Firma, Wechsel, Speise-, Wein- und Adresskarten, Rechnungsformulare, Spielkarten, Ballorden, sowie Christbaum-Decorationen, Lametta, Lichthalter in verschiedenen Sorten 8992 9455 Eine große Hundshütte von -Eisenblech billig zu verkaufen- __________________Frankfurterstraße 82. Extra prima Stearinkerzen empfiehlt Willi. Orblg, 9454____________Marktplatz 7. Denaturirten Spiritus, prima 94 %, welcher nicht die Lust verpestet, empfehle stets zum billigsten Preise. H. F. Nassauer, 9017_______Neuenweg 15.________ Wer solide Schuhwaaren kaufen will, gehe zu 8788 __________L. Süss, Marktstraße 9. Spelzspreu 8109 bei August Schlesfinger. Kinder-Nähmaschinen und Kinder-Velocipede emvfieblt als geeignete Weihnachtsgeschenke Die Nähmaschinenhandlung von Th. Haubach. [9066 Prachtvolle Orangen, Mandeln, Ikosinen, Corinthen offerirt sehr billig 9356 ________S. Elsoffer. Die besten Reit- und Schäften- Stiefel bekommt man am billigsten bei [8789] 8. Gütz, Marktstr. 9. la. Sauerkraut, baii0 |unb empfiehlt H. F. Nassauer, 9018 Neuenweg 15. 9457 Ein seit über 20 Jahren an hiesigem Platze bestehendes Cigarren-EngroS-Geschäft ist unter günstigen Bedingungen aus Gesundheitsrücksichten abzugeben. Näheres in der Expedition d. Bl. AermietHungen. 945?] Wohnung in schönster Lage, 6 Zimmer mit allem Zubehör und Garten- antheil »um 1. April an ruhige Familie zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl-_________ 7621] MSbltrte Zimmer, mit und ohne Kabinet, zu vermietlr'n. G^tenstraße 29. vermischte Anzeigen. 9440 Ein altes solides Bielefelder Leinen-HauS sucht Vertreter, Damen oder Herren, zum Verkauf seiner Fabrikate an Private, Hotels, für ganze Aussteuern, Lieferungen rc. Gefällige Offerten nebst Referenzen werden erbeten durch die Annoncen- Expedition von Budolf Mosse, Cöln, unter U. 60 27. Donnerstag den 29. d. M., Abends präcis 8 Uhr: Theater und Tanzunterhaltung im Cafe Leib. Die Liste circulirt und sind die Karten am 29. bei Herrn Fischbach in Empfang zu nehmen. 9447 Der Vorstand. Gießener Zitherelub (Wohlihiitiglreitsverein.) Am 3 Feiertage: Tanzimterhaltung im Hotel Prinz Carl Karten sind im Vorverkauf ä 50 Pfg. pro Person zu haben bei den Herren Friseur Conrad und W. Wirsig, Seltersweg. Abends an der Casse ä 75 Pfg. Die Mitglieder haben freien Zutritt. 9453 Der Vorstand. Fraroz Gerbode 104 Schulstraße 9. 11«, 4« gulda 758, 130, 435, 10. lsfeld 758, 130, 4-5, 10. Coursbericht der frankfurter Börse Franks. Bank-DiSconto 3°.o< Tendenz: beruhigt. von: 116* 2« Ankunft in Gießen Srarikfurt 1», 8, 9^* 11«, 432, 7-9, 847«, 10<7, 123*. 9449 Ein Bursche, der mit Pferden umzugehen versteht, wird gesucht- Huhn, Löwengasse. Fahrplan. Abfahrt von Gießen nach: »rankfurt 2«, 4°8, S«*, 6«, 8'8* 11*, 1-0, 442, 76«, 8 8 Lollar 1« (Localzug). Marburg 12 *, 1»*, S«, 8'°, 9«*, 11“, 12'*, 4«, 8“, 907. Eafsel 12 *, l28, 3*3, 8'°, 9"*, 11“, 1-4«, 444, 854«. Wetzlar 530, 6", 82**, 9", 1159, 12-«, 4« 450, 720«, 8 7, (bis Weilburg), 9' Kaplansgasse (nächst dem Kreuz); Anfertigung von Photographien In jeder Art nnd Gröäbe. 3929 Aufnahmen bei jeder Witterung Regenschirme werden bei mir sofort reparirt und überzogen. J, Weitzenkora, (bis Betzdorf). Ems-Eoblenz 53u, 8"*, 9«, 720«. Deutz 634, i2-s, 450. Fulda 6«, 11«*, 735. Alsfeld 6*o, liso, 5, 735. Gelnhausen 8', 12*o, 4". Nidda 83, 12*o, 442, 745. Reichsbank-Disconto 3% 21. December 1887 Bürger - Gesellschaft. Am 27. December (3. Feiertag): Abendunterhaltung mit Christbescl in Stein'S Garten. Die Befcheerung findet in derselben Weise wie im vorigen Jahre statt. Loose ä 50 sind bei Herrn Friseur Conrad zu haben, müssen aber spätestens bis 3. Feiertag, Mittags 12 Uhr, abgeholt werden. 9452 Der Vorstand. 9438 Von einem anständigen Herrn wird ein größeres unmöbl. Zimmer mit [ «lsfeN» T“, 1«>, 4», io. oder ohne Cabinet auf sofort zu miethen ' Gelnhausen 93*1, 3“, ö“. gesucht. Offerten mit Preisangabe an die Nidda 616 930, 335 ß«. tirpeJL d. Bl. erbeten._____________________ « bedeutet Schnellzug, die fetten Ziffern 9414] Pferdeknecht mit guten Zeug- | die Nachtstunden von Abends 6 biS nissen findet Stelle b- Aug. Lchlefinger. ' Morgens 5”. Cassel 220, 5*o», 8*»», 11”, 4»', 6«*, 800, 11*9. Wetzlar ^*° (von Weilburg), 7" (von Betzdorf), 9*o, 11", 1259*, 3«, 4« 655, 8-9*, H*0, H56. EmS'Coblenz9*o 125»*, 335, «ss, 8-»* u». Deutz 11", 434, 1156. Lollar 745 (Localzua). Marburg 2-o, 5-«*, 6«, 8"*, 11», 4", O5b$, 800, 1119. Stelle gesucht. Ein unoerheiratheter Mann, der in Arbeiten und Kenntnissen der Oecoiomie bevorzugt ist, wie Atteste auswetsen, sucht Stelle als Verwalter oder Oberknecht. Eintritt auf Verlangen. 9446 Näheres in der Erped. d. Bl. Zur Beachtung! Ein Haus mit großem Hofraum in der Nähe der Stadt Gießen, welches sich zu einer Fabrik eignet, ist zu verkaufen, eventuell zu verpachten. Nähere Auskunft ertheilt Johannes Münker, Dienstmann Nr. 10. [9400 9402] Auf Weihnachten oder Neujahr sucht ein hiesiger, gebildeter und gut situirter Mann einen Vertrauensposten. Gebalt E insprüche 700 Mark jährlich. Schl sitl. Anfragen besorgt die Expedition d. Blattes- 9441 Ein tüchtiger und erfahrener Bierbrauer sucht von Anfangs Januar an Stellung. Zu erfahren in der Exped d Bl 9442 Suche einen tüchtigen Knecht, mit guten Zeugnissen versehen, welcher mit zwei Pferden fahren kann, auf sofort gegen hohen Lohn. Liebmann BLr, Rodheim a. d- Bieber. 9443 Ich suche auf sofort einen tüchtigen soliden Kutscher zu zwei Pferden. Zu melden bei Herrn Zimmermeister Alker, Südanlage 3, Gieren. Rodheim v- d. Höhe Dr. Alker. 9448 Ein lederner Geldbeutel mit Inhalt verloren gegangen (in Gießen). Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung in der Expedition d- Bl. abgeben zu wollen. 40/0 Preußische Consols 106.30 31/8% do- 100— 4% Naffauer Oblig. 102.30 4% Bayerische Oblig. 105.20 40/0 Badische Oblig. 104.50 4% Hessische Oblia. 104-80 4% Franks. Hypothbk.-.Pfandbr. alte 100.80, neue 102.20 3'/a% do. 97.30 4'/,o/o Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 102.60 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102 0 ) 3'/2% do. 97 80 50/0 Buderus Oblig. 103.90 3'/,°/o Solms-Brauns. Oblig. 9380 4% Gießener Oblig. 103.90 4% Oesterr. Goldrente 76.80 4‘/5% Oesterr. Silberrente 63.50 5% Portugiesen Oblig. 94 40 Darmst. Bank-Actien 135.00 Geldsorten. 20 Francs-Stücke 16.09-16.12 do. in '/» 16.06-16.10 Engl. Souvereigns 20.28—20.32 Dollars in Gold 4.16—4.20 Telegraphischer Coursbericht der Ber Oesterr. Creditactten 433.00 Oesterr. Staatsbabn-Actten 352.00 1880 4o/o Russen Oblig. 77.90 4% unif. Egypter Oblig. 74.25 liner Börfe vom 22. December 1887 Disconto-Com-Antheile 187.50 Laura-Actien 88.50 4% Ungar. Goldrente 77.45 50/e Gemischte Russen 91.37 Redactton: A. Schcyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen SMKtatf (Fr» Ehn Pietsch) in '- Die heutige Nummer enthält 2 Blätter.