1887. iel)cncr M. Zweites Blatt. Donnerstag den 23. Juni Schulstraße 7. Erscheint täglich nut AuSnadme be^ Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn. Duch die Post betonen vierteljälnlich 2 Mark 50 W. car Einladung zum Abonnement -5E7 auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö Lnzeigebsatl für Öen -Kreis gießen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn« und Feiertagen, incl. der Beilage „Gießener Familienblatter" welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in's Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche n«r bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger «uch im III. Quartal 1887 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälltgst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß den Abonnenten des Anzeigers die „Derwaltungsblätter" zum ermäßigten Preise von 50 pro Quartal geliefert werden. Die Expedition. Amtlicher Tßeil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz dem Stadtrathe zu Baden-Baden die Erlaubniß erthellt hat, die Loose der von demselben int laufenden Jahre zur Erhaltung der Baden-Iffezheimer Pferde - Wettrennen zu Veranstaltenden Berloosung von Gegenständen der Kunst, der Industrie und des Gewerbes im Großherzogthum zu vertreiben. Nach dem von Großherzoglich Badischem Ministerium des Innern genehmigten Gewinnpläne dürfen im Ganzen 250,000 Loose i 2 10 ansgegeben und muffen 250,000 zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. Gießen, am 20. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _______________________________________________Dr. Boekmann.________________________________________________ Betau ntmachun g. Der 'Unterausschuß für Errichtung eines Volkstheaters und Festhauses in Worms beabstchtigt, zum Zweck der theilweisen Gewinnung der Geldmittel für den Baufonds eine Berloosung zu veranstalten. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Berloosung unter der Bedingung erthellt, daß nicht mehr als 75000 Loose ä 2 «X ausgegeben werden dürfen und mindestens 33 Vs % des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu Verwenden sind. Zugleich hat Grobherzogliches Ministerium den Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet Gießen, den 20. Juni 1887. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Bekanntmachung. Während der Beurlaubung des Rendanten Wrlther ist der Finanzaspirant Karn mit der Verwaltung der Großherzoglichen Districts-Einnehmerei Gießen I. von Großherzoglichem Ministerium der Finanzen beauftragt worden. Gießen, den 21. Juni 1887. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. < Politische Ueberficht. Gießen, 22. Juni. Endlich, endlich schlug nun für die Reichsboten die Stunde der Erlösung von langer und angestrengter parlamentarischer Thätigkeit und wohl mag man es den Vertretern der Nation gönnen, wenn sie im Hochgebirge oder am Strande des Meeres sich des Horaz'schen „procul negotiis“ erfreuen, wenn sie hier Ruhe und Erholung von den Lasten ihres parlamentarischen Berufes suchen. Drei und einen halben Monat ist der Reichstag zusammengewesen und nur hie Oster- und die Pfingstferien brachten ihm größere Ruhepausen, während sonst fast Tag für Tag im Plenum wie in den zahlreichen Commissionen fleißig gearbeitet worden ist. Gerade in der Schlußwoche schaffte das Reichsparlament mit verdoppelter Kraft, um das vorhandene Arbeitspensum bis zu dem Termin, der für den Schluß der Session endgültig bestimmt war, bis zum vorigen Samstag möglichst vollständig zu bewältigen, da sich das Haus über diesen Termin hinaus entschieden nicht mehr zusammenhalten lassen wollte. Freilich verwandelten sich die Sitzungen zuletzt in eine förmliche parlamentarische Hetzjagd und eine Reihe von Vorlagen wurden in zweiter, resp. dritter Lesung fast debattelos „durchgepeitscht" und nur aus diese Weise gelang es, das riesige Arbeitsmaterial im Großen und Ganzen zu erledigen, bis auf drei Vorlagen, die beiden Entwürfe über die Abänderung der Rechtsanwalts-Gebühren und den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen und die Vorlage, betr. die Einführung der Reichsgewerbeordnung in Elsaß - Lothringen. Dieser angestrengten Thätigkeit entsprechen jedoch auch die erzielten Resultate und auf den verschiedensten Gebieten hat der Reichstag wichtige Beschlüsse gefaßt, von denen diejenigen bezüglich des Septennats und der beiden Steuer-Vorlagen die hervorragendste Stelle einnehmen. Der kaiserliche Dank, welcher dem Reichstage für dessen Wirken unter specieller Bezugnahme aus die erreichte Stärkung der Wehr- wie der Finanzkraft des Reiches zu Theil geworden ist, muß daher auch als wohlverdient bezeichnet werden und der Reichstag kann auf diese außergewöhnliche Auszeichnung stolz sein. Hoffentlich wird die ersprießliche Thätigkeit, welche der am 21. Februar neugewählte Reichstag gleich in dem ersten Abschnitte der jetzigen Legislatur-Periode entfaltet hat, sich auch in den kommenden Sessionen zeigen! Unmittelbar nach dem Schlüsse der Reichstags-Session, noch am Samstag Nachmittag, ist der socialdemokratische Reichstags-Abgeordnete Kräcker verhaftet worden, wie es heißt, auf offener Straße. Dem „Berliner Volksblatte" zufolge hinge diese begreifliches Aufsehen erregende Verhaftung mit der angeblichen Entdeckung jenes socialistisch- anarchistischen Geheimbundes zusammen, der seinen Sitz in Breslau haben soll. Mit der mysteriösen Angelegenheit dieses Geheimbunves soll bekanntlich auch die in Würzburg erfolgte Verhaftung des Breslauer Studenten Marcuse in Verbindung stehen. Inwiefern nun die Verhaftung Kräcker's in diese ganze seltsame Affaire hineinspielt, muß vorerst noch abgewartet werden. Gegenüber den sich widersprechenden Gerüchten über die Neubesetzung des Breslauer sürstbischöslichen Stuhles ist „Schles. Volks-Ztg." zu verzeichnen, wonach die Ernennung des Bischofs Dr. vp von Fulda zum Fürstbischof von Breslau in kürzester Fnst erfolgen> w.roe Das genannte Blatt weiß seiner Meldung dis Mittheilung hlnzuMUg , B eine bezügliche Information aus Rom bereits in Breslau emgetroff 1 * jenigen würden also Recht behalten, welche gleich von Anfang an e F Allgemeiner Anzeiger ®i«of als zum Nachfolger de« Fürstbischofs Dr. Herzog destgnirt bezeichneten- Eine deutsche Torpedo-Flotille, aus 7 Booten bestehend ist unter dem Comnmndo des Prinzen Heinrich von Preußen in Sheerneß r@na, lötnb) am Samstag angelangt. Bon Sheerneß begab stch der Prinz nach Lon- don, um den Jubiläums-Festlichkeiten beizuwohnen. Es ist das erste Mal oak e n selbstständiges Marine-Commando führt, nachdem er bislang immer an Bord eines Schiffes als Ofstcier Dienst aetkmn borf man erwarten, daß der künftige Admiral der deutschen Flotte stch auch rJeinf®e0[oub‘OunHs ®*rei6en überreicht. Herr Stumm gab r'-rb-t dem Wunsche seines erhabenen Souveratns, die freundschaftlichen Se« *Clt ben ^ö^en üon Berlin und Madriz wie zwischen den beider- ?nrnAl1|n31iCh^rUroen»1et^a[te!?. r8U, ^en' Ausoruck und die Königin Christine sprach in ihrer Erwiderung dieselben Gesinnungen aus, indem ste jualeirfj di? ausrichliae Mttwirknng ihrer Regierung zu diesem Ziele zust?rte * ’ * , der „Red Star Line" Antwerpen. Vermischte». ZZZZW-M-MZ EWWZWGM können genug Schaden ndittoi babm rn,r e,lc.n d-r Stange und beide d-r Blitzableiter sorgsam mituntersuchtweL “US0efe6t ift' 6ei btr R-oision -»LL ’ää Literarische». "--- 'ut°r-s,.ren; dastelbe befindet sich in der ,$on»#r’Ä hit Überhaupt von allen künstlerischen »'Z i .TÄ' anerkennenswerther Firiakeit" Nnti» nimmt “q? =DIln Bedeutung und Interesse mit »eu-hn, unterhaltenden J a t L b treff Lu Numme7't>1tr"»i« SS folgendes heroor: Aus de? Mappene« alten 4° ?e6™ rolr A-r nur heit gelangter Virtuosen; köstlich sind fdäfd) bk TOnfifnr«*ber 1>?el,S6ml’ * "SS. • vcrsälsckto schwarze Seide. Man ver- I 1MZMZEKMW^ sondern krümmt- Zerdrückt man die Asche d^^5^^n^^!^Selde mcht kräuselt, der verfälschten nicht. Das Seiden - 2tF Än£eiboe' J° zerstäubt sie, die ShK" *3S; öUütf zu ÄÄ'dÄÄ?*“ d-,7aus b°gann gerade so hell geworden wie die meine Haut .Wochen war die Negerhaul von Thiersch, hat nun eine arökere Emhelmlschen. Dr. Karg, der Assiften Stadien des Schwarz- und Weiß-Werdens mifrnäFn den verschiedenen fachen gefunden, welche über die Vorgänge btib?r£"th UnUl( ud?r u,lb wichtige That^ der Oberhaut Aufschluß geben 9 9 bct bcr ^ung, sowie bei der Ernährung finden wir in^der^Köln^Ztg."^aus dem Reiche — einiger Zeit in seinem redactionellen Theil einen sehr veröffentlichte vor Fahnenfabrck m Bonn. Darauf von der anacariff.n/n ^F Ausfall gegen die Bonner Reda-tiou -wie die Sonne? SaÄbrit tpeilt bte sehr naive Antwort, daß der betreffende 9rrt9iS9 bcd ^rrgmals mit- l5oncurrenten der Bonner Fabrik mit 200 je berablt m°Vln(£l" württem- ob sich das von selbst verstände. Derartige D nae kö^en Ät fTbee:t fei' 9Qn3 als markt werden 0 ^in0C ronnen nicht scharf genug gebrand- Jerlgeöotenes. 4428 Eine Parthie Sommerhosen in fiuter Qualität, ä at 2,50, Sommer-Knsbkn-An,üge, Säckchen, Westen, s E?^^bosen, Hemden in weiß und Metzgerblousen u. s. w. empfehle •Vvjicns« 4,90 Louis Rothenberger, j4^8 Neuenweg 22. Beste weisse Kern* Seife 4A enr < PCr P^nd 27 10 Pfund at 2.50, 25 Pfund 6- Vttma gelbe Harz-Kernseife, per Pfund 26 Beste weiße Schmierseife (Silber-Seife), per Pfund 23 J, Glyeerin-Schwierfeife, , . per Pfund 22 sowie 3fl. Reis- u. Weizen-Stärke, ®t2JfeÖIani' Borax, Calcmirte und cryftallisirte Soda, May er's verbesserte ^lerch:Soba, Bestes engl. Waschcrystall, „Marke Sholl", , Fettlaugenmehl. 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