M. 98 Samstag den 23. April 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau: S ch u! st r a ß e 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pl. Politische Ueberficht. Gießen, 22. April. Die Trink- und Inhalations-Kur des deutschen Kron- Prinzen in Bad Ems verspricht den günstigsten Erfolg und fühlt ftch der hohe Herr schon jetzt bedeutend bester, so daß die baldige und vollständige Beseitigung seines hartnäckigen Halsleidens mit Sicherheit zu erwarten steht, lieber bie Dauer der Emser Badekur sind noch keine endgültigen Dispositionen getroffen, doch dürften der Kronprinz und seine Familie etwa dis in die zweite Malwoche in Ems weilen und hieraus einen kurzen Aufenthalt in Potsdam nehmen. Im Juni begeben sich dann die kronprinzlichen Herrschaften anläßlich des 50jährigen Regierungs-Jubiläums der Königin Victoria nach England. Die Wiederaufnahme der parlamentarischen Thätigkeit nach Ablauf der Osterferien am Dienstag brachte im Reichstage eine „Socia- listen-Debatte". welche sich an die Vorlegung der Denkschriften, betr. die „Verhängung des Kleinen Belagerungszustandes über Stettin und Offenbach", knüpfte. Der socialdemokratische Vertreter für Frankfurt a. M., Sabor, erhielt zunächst das Wort und suchte er den Nachweis zu führen, daß die Anwendung der genannten außerordentlichen Maßregel aus Stettin und besten Umgebung durch die thatsächlichen Verhältnisse nicht gerechtfertigt gewesen sei und daß die Arbeiter- Tumulte anläßlich des Strikes auf dem Eisenwerke „Vulkan" dem provocirenden Verhalten der Poltzei-Organe zugeschrieben werden müßten. Auch die Verhängung des Kleinen Belagerungszustandes über Offenbach fand der socialdemo- kratische Redner als in Widerspruch mit den dortigen Verhältniffen stehend und meinte er, daß die Proklamation des Belagerungszustandes in Offenbach nur mit Rücksicht auf das benachbarte Frankfurt erfolgt fei, wobei er die Ermordung des Polizeiraths Rumpff streifte. Den Ausführungen seines Gesinnungsgenoffen secundirte Abg. Singer, welcher ebenfalls der Polizei die Schuld für die Stettiner Tumulte gab und bezüglich der Verhängung des Kleinen Belagerungszustandes über Offenbach äußerte Herr Singer die Anschauung, daß diese Maßregel lediglich ein politisches Manöver der Regierung sei, durch welches der Wiederwahl Liebknecht'- eutgegengewirkt werden sollte. Schließlich kritisirte der Redner das Socialistengesetz und dessen Wirkungen nach „bekanntem Muster." Den Ausführungen der beiden socialistischen Redner über die Offenbacher Verhältnisse trat der hessische Bundesbevollmächtigte v. Neidthardt allenthalben entgegen und betonte er die Nothwendigkeit der von der hessischen Regierung aus Grund des Socialistengesetzes getroffenen Anordnungen. Es folgte nun die Berathung des Singer'schen Antrages, die in der vorigen Session eingebrachten Darlegungen der Regierung, betr. die Verhängung des Kleinen Belagerungszustandes über Berlin, Frankfurt a. M. und Hamburg-Altona, dem Hause nochmals zu unterbreiten, was der Antragsteller damit mottvirte, daß er der Regierung Gelegenheit geben wolle, sich wegen der Handhabung des Socialistengesetzes nochmals zu rechtfertigen. Staatssecretär v. Bötticher ersuchte um Ablehnung des Antrages, da die Verpflichtung der Regierung zu ihrer Rechtfertigung über die Vorlage des Rechenschafts-Berichtes nicht hinausginge; aus ähnlichen Gründen erklärten sich Abg. v. Hahn Namens der Confervattven und Abg. Dr. Meyer-Jena Namens der Nationalliberalen gegen den Singer'schen Antrag. Dagegen befürwortete Abg. Munckel (freif.) denselben, indem er namentlich daraus hinwies, daß die Rechte und die Würde des Hauses die Annahme des Antrages erforderten und selbstverständlich plaidirte auch Abg. Hasenclever für die Singer'sche Resolution. Dieselbe wurde indessen bei der Abstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt. Die gleichfalls am Dienstag erfolgte Wiedereröffnung der Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses war ausschließlich der Erledigung von Petitionen gewidmet und erwies sich demnach die Sitzung al- belanglos. Um so bedeutungsvoller dürfte sich die Sitzung am gestrigen Donnerstag gestaltet haben, da dieselbe die erste Lesung der kirchenpolitischen Vorlage brachte. Die Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über das Kirchengesetz haben dadurch noch an Interesse gewonnen, daß ihnen die Veröffentlichung de- päpstlichen Schreibens an den Erzbischof von Köln in Sachen der Vorlage fast unmittelbar vorangegangen ist. Das Schreiben äußert sich durchaus anerkennend über die Ergebnisse der Revision der kirchenpolitischen Gesetzgebung in Preußen, dennoch aber bezeichnet das Schreiben auch den jetzigen Zustand der kirchen- politischen Dinge noch nicht als den besten und verweist es fpeciell auf die noch ihrer Erledigung harrende Frage der Anzeigepflicht. Trotzdem weist der Papst in feiner Kundgebung, indem er sich die Erzielung eines Einvernehmens mit der preußischen Regierung über diese Frage vorbehäA, das Centrum an, für die Kirchenvorlage nach den Beschlüssen des Herrenhauses zu stimmen. Dem Centrum ist also die Marschroute bereits klar vorgezeichn t und ein Widerspruch von dieser Seite steht also nicht zu erwarten und tu auch die Conservativen gewillt sein sollen, für die Vorlage in der Fassung des Herrenhauses, und zwar ohne Commissions-Berathung, einzutreten, so wird sich die kirchenpolitische Debatte im Abgeordnetenhause vermuthlich ohne besondere Ueberraschungen abwickeln ; immerhin dürste sie noch manche interessante Momente zeitigen. Die Ausschüsse des Bundesrathes haben sich am Montag mit dem Nachtrags-Etat beschäftigt, ohne daß doch das in demselben enthaltene Zahlenmaterial bis jetzt zur Veröffentlichung gelangt wäre. Alles, was bislang über die Höhe der Forderungen des Nachtrags-Etats in die Oeffentlichkeit gelangte, beruht auf Combinationen und Vermuthungen, wie sich denn auch die Angaben über die einzelnen Summen ganz auffallend widersprechen. Da aber der Nachtrags-Etat dem Reichstage, wenn nicht in dieser, so doch bestimmt int Laufe der nächsten Woche zugehen soll, so ist nicht zu verstehen, we-halb die Regierung mit dem Zahlenmaterial noch immer hinter dem Berge hält. Unter den au- Frankreich gemeldeten Ereignissen bleibt der Rücktritt Paul D^roulede's von der Leitung der Patrioten-Liga noch immer das interessanteste. Bekanntlich hat Döroulede feinen Aufsehen erregenden Schritt durch Familienrücksichten motiöirt, aber man hält in Paris diese Erklärung nur für einen Vorwand und ist überzeugt, daß sich der „große Patriot" nur deshalb au- der Oeffentlichkeit zurückziebt, weil sein Treiben von oben herab nicht mehr mit wohlwollendem und nachsichtigem Auge betrachtet wird. Döroulöde soll sich hochgestellten Persönlichkeiten gegenüber wiederholt bitter darüber beklagt haben, daß seine Bestrebungen auf Hinderniffe gestoßen seien, welche von der Regierung selber herrührten und allerdings ist es gar nicht so unwahrscheinlich, daß das Cabinet Goblet angesichts der allgemeinen Friedensströmung dem Patriotenhäuptling etwas schärfer auf die Finger gesehen hat. Außerdem wird aber versichert, daß Döroulöde mit seinen fanatischen Revanche-Ideen in den Kreisen der Turn- und Schießvereine, aus denen sich die Mitglieder der Patrio- ten-Liga ja hauptsächlich recrutiren, selber auf Widerspruch gestoßen sei; die Leute haben eben die ewigen kriegerischen Tiraden des „Revanche-Dichters" endlich falt bekommen und düse für ihn offenbar sehr schmerzliche Wahrnehmung scheint ebenfalls ein Grund mit gewesen zu sein, der Herrn Döroulede zur Niederlegung seiner Würde als Chef der Patrioten-Liga bestimmte. X Darmstadt, 21. April. [II. Kammer der Landstände.j Zur heutigen Verhandlung steht als erster Punkt der Tagesordnung das Gesuch des Stadtvorstandes zu Grünberg und der Bürgermeister der Gemeinden des ftüheren Kreises Grünberg um Wiederherstellung des ftüheren Kreises Grünberg, welches eine lebhafte Discussum veranlaßt. Abg. Tecklenburg bemerkt hierzu, daß er beantrage, auch Nidda bei dieser Gelegenheit in Berücksichtigung zu ziehen, im Interesse der dortigen Bevölkerung. Abg. Küchler wünscht, da sich das Bedürfniß in gleicher Weise auch in anderen Kreien herausgestellt hat, die Angelegenheit bis zur Revision der Verwaltungs-Gesetze zurückzustellen. c r Abg. Kugler spricht sich für die Ausscheidung der Städte aus den Kreisen und für die Bildung von besonderen Stadt-Kreisen aus und stellt einen dementsprechenden Antrag^taat^m^jster Finger erklärt, die im Laufe der Verhandlungen zu Tage getretenen Wünsche zur Neuregelung der Kreise verdienten alle Beachtung, aber er habe auch die Ueberzeugung gewonnen, daß ohne eine Reorganisation der Verwaltungsgesetze nicht genügt werden könne, insbesondere würde der vom Abg. Kugler gestellte Antrag vorher nicht ausgeführt werden können. Die Großh. Regierung habe bereits bedeutende Vorarbeiten eintreten lassen und man werde wohl begreifen, daß hier nur langsam vorgegangen werden könne. Die Großh. Regierung werde bei dieser Gelegenheit ihr Augenmerk darauf richten, die Reorganisation der Kreise im Lande in Erwägung zu ziehen und dann sämmtliche Wünsche berücksichtigen, die ihr zu Ohren gekommen seien. Die Abgg. Schröder und Wasserburg sprechen gegen den Ausschuß-Antrag, welcher nur Oberhessen zweckmäßiger gestaltet wünscht. Ebenso sprechen die Abgg. Tecklenburg, v. Rabenau, Jost, Wolz sich für eine Revision der Verwaltungsgesetze aus und stellen in diesem Sinne die beiden ersteren Abgeordneten einen diesbezüglichen Antrag. Abg. Ellen berg er spricht sich gegen sämmtliche Anträge aus, hält die Kreise für genügend, wünscht im Gegentheil die Aufhebung einer Anzahl von Kreisen auch noch in Rheinhessen und stellt in diesem Sinne einen Antrag. Gegen den Antrag Kugler sprechen noch die Abgg. Jöckel, Möhn, Osann, welch Letzterer sämmtliche Anträge verworfen wissen will, da vor Revision der Verwaltungsgesetze ein Eingehen auf diese Materie nicht thunlich erscheine. Auch der Berichterstatter Abg. v. Wedekind schließt sich den Ausführungender Abgg. Osann, Schröder, v. Rabenau an, bekämpft den Antrag Kugler als unreif und verfrüht und bittet um Ablehnung des Antrages. Nach erfolgter Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses einstimmig abgelehnt, dagegen ein Antrag des Abg. Ellen berg er, Großh. Regierung zu ersuchen, die Gestaltung der Kreise bei der in Aussicht stehenden Revision der Verwaltungsgesetze in Erwägung zu ziehen, mit fast allen Stimmen angenommen. Der Antrag Kugler wird mit 15 gegen 25 Stimmen abgelehnt. Es folgt die Vorstellung der David Löwenstein Wwe. zu Okarben, Unterstützung durch die Gemeinde Okarben. Der Ausschuß beantragt, dem Gesuch keine Folge zu geben und beschließt die Kammer einstimmig in diesem Sinne, ebenso hinsichtlich eines Gesuches des Kasp. Keßler von Steinberg, seine Ausweisung aus Gießen betr. Ein Antrag des Abg. Haas wegen Anordnung einer besonderen Staatsprüfung für Bewerber um die Stellen der Landescultur-Jngenieure wird nach dem Antrag des Ausschusses, an Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, in der Regel nur solche Cultur-Jngenieure anzustellen, welche ihre Befähigung in einer besonderen staatlichen Prüfung nachgewiesen haben und in das Programm dieser Prüfung unter anderm auch die einschlägigen landwirtbschaftlichen Fächer aufzunehmen, einstimmig angenommen. Es folgt nun der Antrag Küchler und Ohly, „Eoncessionirung von Gast- und Schankwirthschaften. sowie des Kleinhandels mit Branntwein und Spiritus" betr., sowie die Vorstellung des Rhein-Main-Gastwirthe-VerbandeS und von Wirthen des Landes. Abgg. Ohly und Schröder beleuchten die Schäden, welche durch den Gcnuv des Branntweins, welcher besonders in den zahllosen Branntwein-Schänken verabreicht wird, entstanden sind und danken Großh. Negierung für die Einschränkung d'.e)es Krebsschadens durch die in Anwendung getretene Bedürfnißfrage. Der Ausschuß beantragt den Antrag Ohly ?c. für erledigt zu erklären, der Vorstellung des Rhein-Main-Gastwirthe-Verbandes sowie der Wtrthe, sowert sie st« auf die Bedürfnißfrage beziehen, soweit sie über die Vorschriften ber ®e*uer - . ({Z eine Prüfung der Person bei Ertheilung der Concession zum, Betrieb keine gewerbes und der Bitte, daß nur Voll-Eoncessionen ertheilt werden‘ mit Folge zu geben, im Uebrigen Großh. Regierung zu ersuchen, daß d _ ... Branntwein thalsächlich nicht in Wirthschaftsbetrieb ausarte Kammer mit allen gegen 1 Stimme diesem Antrag an. . Schluß der Verhandlung UV< Uhr. Morgen früh Sitzung. Von Gottesdienst in der Ayrmaoae. eamätaj'W?rt7»Ufr W' 6amStafl m°rflcn 8 Uhr. SamSta, mittag 4 U»r. Katholische Gemeinde. 2. Sonntag nach Ostern. _ (Misericordia.) 6 Uhr an Beichte. Berlin, 21. April. Der Kaiser nahm heute mehrere kurze Verträge Entgegen, confenrte darauf längere Zeit mit Albedyll und dem Kriegsminister und machte Nachmittags eine Ausfahrt. ' — Abgeordnetenhaus. (Kirchenvorlage.) Nachdem Gneist gegen die Vorlage gesprochen, verliest Windthorst eine Erklärung des Centrums, wonach daffelbe nach der jüngsten des Papstes zur Annahme der Vorlage in der Raffung des Herrenhauses bereit sei. Fürst Bismarck vertheidigt in längerer Rede die Vorlage, welche rn keiner Weife die Rechte des Staates schädige. Würde die Vorlage abgelehnt, so würde er aus dem preußischen Staatsdienste ausscheiden und seine Dienste nur dem Reiche widmen. Da man vielleicht schweren äußeren und inneren Kämpfen entgegengehe, wolle er vorher alle inneren Streitigkeiten abthun. Virchow ist gegen die Vorlage, welche nur die hierarchische Gewalt des Papstes verstärke Bismarck sagt hieraus, der Vorredner sei sein principieller Gegner in allen großen Fragen gewesen. Er (Bismarck) habe die Maigesetze definitive Institution, sondern stets als Kampfgesetze bezeichnet, wie tstengesetz sei. Er habe nur darnach gestrebt, die F-iedlieben. dm unter den Katyoltken zufrieden zu stellen; „einen Theil unserer Mitbüraer dauert^ unter Druck zu halten, sei ein Ziel, wonach er nie gestrebt habe." Jnr ble $or[a9e mit dem Wunsche, daß auch der evangeli. Uh Cme 9to6ere Selbstständigkeit gegeben werde. — Fortsetzung morgen Ziußlaud. „ [Tetmr6but8' 21- In Gatschina fand gestern zu Ehren der zapantschen Pnnzenpaarer Komatsu ein Galadiner statt. - Der M-rineminister Stcettbmtral Schestakow, tst zu einer Jnspection der Häfen und Schiffswerste des Schwarzen Meeres dorthin abgereist. - Da» Ministerium der Volksausklärung giebt bekannt, daß die Aus- nayme von Zöglmgen höherer Frauenkurse im Lehrjahre 1887/88 fistirt tst - Dem Generallieutenant Orühewski ist für die musterhafte Verwaltung der in den letzten 5 Jahren von ihm bekleideten Aemter als Gehülfe des Ministers des Innern, Chef der Polizei und Commandeur des Gensd'armerie-Corps, der Dank des Kaisers ausgesprochen worden. v . ~ Der General Iwan Ganetzki, durch seine Theilnahme an den Kämpfen um Plewna bekannt, ist gestorben. “."■MO £: ÄftÄS,?'“""b" «• t 2 Uhr: Andacht. IFin dem heutigen Sonntage schließt die österliche Zeit. Schiffs * Bewegung her P°st-D-mpfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrt-Actten-Gesellschafi »Ä “4'Ä N»rk, 16. April Lizard paffirt. „Holsatia" 30 Mär> non K« a cCm: 16. April in Harre angekomme-n ,Borufsia", 24Ä ® n S? in Hamburg angekommen. „Wieland" 7 Ämil von "°s, 17. Apr.l 18. April Lizarb paffirt. „Gellert" 17 Avr nnÜ Hamburg, „Hammonia", 6. April pon Hamburg, 17. April in 9?ero-3)otf anaefomrmm^ 3. April ron Hamburg, 17. April in NewBorkZmm 6 0Mt"' -Rhaet.a", Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corrcspondcnz- Bureau. Münch««, 21. April. Der Staatsrath Pfistermeister ist mit der interimistischen Leitung des Justizministeriums beauftragt »««iinnjnjcgen London, 21. April. Lord Salisbury hielt in einer Versarnmluna her rnn- ferDattDen Siga eine Rede, in welcher er sagte: Das Votum des Unterhauses uom Montag beweise, wie bedeutungslos die liberalen Oster-Demonstratinne« ^n. es fei die feste Absicht der Regierung, die Sachl der Froheit in 3rhnÄ dicklich zu oerlheidigen, indem ste das System des Terrorismus welches jede wirt lidie Fr-th-« .unmöglich mache, unterdrücke. Gladstone, von welchem d e bervor ragendsten Manner der liberalen Partei abgefallen feien, babe allerd^gs anbererfeits L" ^S°bene Parteigänger gewonnen, nämlich bie Parnelliten welche von den Geldbeiträgen derjenigen lebten, die offen politischen Meuchelmord vredtim Dord ---alisbury glaubt, die Wähler würden die Unterstützung Gladstone's oerfaaen9 fo- Mb fie beffen inne wurden baß derselbe eine Verbrüderung so verdächtiger völitstcher Persönlichkeiten annehme, wie es die Parnelliten seien. 0 ponit’^er _ Wie«, 21 April. Der bisherige Militärattache General Kaulbars nebst Familie ift heute Vormittag nach Dresden abgereist. namoars nebst cn .«3 ber Angelegenheit des Prazak'schen Sprachenerlasses bat heute hna Reichsgericht wegen der Beschwerden, welche verschiedene Gemeinde- und Bezirksvertretungen anläßlich der Sistirung von Kundgebungen gegen die Svrackenordnn^ Ä 0Cfäa\ Die Sefefrlrben^ÄÄSufe lanb^ Karlsbad und Sternberg wurden für begründet erachtet, dagegen die der Gemeinde Reicheiiberg verworfen da dem Stadtverordneten-Collegium das Recht nicht Miede an einem Regierungsakte Kritik zu üben. °u,lcyc' an r, m otn-e ^cr „Agence Havas" aus Pagny über die gestern durch die deut che Polizei erfolgte Verhaftung des Svecial-EommisW „„tX.L ^näMe' ’“ß‘: P°S-u) -XÄl‘" erbt n bte ihm geft Ute Falle gegangen, da berfelbe von dem deutschen PolizeieommÜsar Gautsch m Ars mehrere Schreiben erhalten haben solle, worin er aufgesorderi worden & 9“ über die Handhabung des Dienstes an der Gren e zu constriren Schnäbele habe sich daraus gestern Nachmittag zu Fuß zu Gautsch aus^ ben Wea ae- "E fC?mn rwet deutschen Polizeibeamten in die Mitte genommen und .u- naebft nach Nooeant dann nach Dietz geführt worden. Die Behauptü7a d?r Meber Zeitung , die Verhaftung Schnabele's hänge mit der Agitation der " sammen, sei vollständig unbegründet. 9 Ianen Dcr Patriotenliga zu- Die „Agence Havas" verbreitet über einen vom englischen @eneraL(Snnfnf i in Philippopel auf dem Diner zu Ehren der bulgarischen Regenten folgende angebliche Version: „Ich trinke auf die Unabhängigkeit d r Entwickeluna Bul^ -ariens, welches durch eine kriegerische Thatkraft und Tüchtigkeitbew* halber ^^banglgkeit würdig ist, dadurch Europa ermutbigend, Bulgarien luunkrftüLn hn6 den Prätenstonen des russischen Colosses Stand halten könnte" r|tUÖen' daß « ? , Parlamentarische Kreise glauben, die Regierung sei geneigt die Rerntbnn« des Einkommensteuergesetzes zu vertagen, weil sie Ersvarniffe im k !1"9 Millionen machen zu können hoste, wodurch n dreißig Ergebneß der Steuer hergestellt würde. Ar KriegListe? Jürb bierte Mäßigung der Ausgaben seines Ressorts um 15 Millionen zustimmen - u I Kirchliche Anzeigen der Stadt «ic«en. Evangelische Gemeinde. „ . _® 0 t t e S b i e n ft. Sonntag Mtsericordias Domini, den 24. Avril MmÄags 2 6; Kjelde,. °1 Äkirchh1 ul'.“fer[‘o'ffer"' Realschüler. siasten und°ReÄschüler^und' st?^Verbin^unamit*°b’°t 1hb'£mn“ = E'genthums beigetreten. Seitens Deutschlands fei auf eine ÄrfSÄ"“ ium Beitritt noch keine Antwort erfolgt Goschen brachte n.s n 13 ^unbe e die Vorlage. Der thatsächliche Ueberschuß des Vorjahres beträgt ft be§ laufenden Finanzjahres sind auf 91 Millionen die Alison die Wagensteuer wird den Localbehörden zur WeaeunterbaU^nn ermäßigt, erhalt statt dessen einen Jahresbeitrag non oO 000 "berwiesen. Irland Tabakzoll wird von 42 auf 38 Pence per Pfü^ h/e St,mLr^}?a9^r^ten- Der ä Jaw" ",wä.sää: In bt, Richtung bDn3eüb9.rf?nne»l^B7b™ftbeLmubfmbT@tb?d!^ltiVuMt "7 geprägt wellenförmiger Bewegung wahrgenommen. Dieselbe baue^ e eintn8, und war von einem heftigen Rollen begleitet, das e^er yrtmetie gelangten 412 Versicherungen über 2,922,800 Sie 8ab bet anaemelbekn Ä6 taUe betrug 130 mit 955,800 Versicherungssumme f m Ganten «u?ben te0 bte,es Jahres 1269 Versicherungen übe? 9,323,9“S^m7^bSÄb’wMS Äu» mit 27« f Ä* Sterbesälle würbe? inbemglei^ ^enraume duz mit 2,206,600 JL Versicherungssumme anaemeldet Die seit den, N. 176e6OOb000ynJta t^U9gwa^tC‘\^rJi.4-T-a§iummCn beziffern sich aus zusammen estcä Bankfonds betragt jetzt circa 136,500,000 Jt. Die Ueberscküsse werben voll und unverkürzt an die Versicherten als Dividende zurückgewäbrt^» diesem Jahre nnrb nach dem alten System eine Dividende von 43 pCt der Jabr^ pramie mid nach dem neuen „gemischten" System eine Prämiendivtdende'von 33 nfit' und eine Reservedioidende von 2,4 pCt. vertheilt In Drocent^her «V gedruckt berechnet sich im laufenden Jahre nach dem letzten System d^^sam^ ätteuen febon auf ’u21’^ntbtDii>enbenberetbtigten Versicherungen auf 34 p6t„ für die ., —neuen (Rickel:)20-Pfennigstücke, welche nunmehr zur Ausgabe aelanaen ^lc^nen llch durch eine außerordentlich scharfe Prägung und geschmackvolle Crname?- hrung vortheilbaft aus. Sie bringen den stumpf gehaltenen Reichsadler in blankem Felde, umgeben von einem Elchenkranz, und auf dem Revers die große Aabl 20 mh der Umschrift: „Deutsches Reich 1887. 20 Pfennig." 0 B ’ mil -4 ur-T ^n statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- uns bdlCJ die Roheisen - Production des Deutschen Reiches (ein- Vorjahres'"^''" 885'818 Konllcn «-^n 854,115 Tonnen im gleichen ZeLme des Mecklenburgs Die Stadt Lübz ist in den letzten ^aaen hPr „pr, gangenen Woche durch eine Brodoergiftung, von der eine große Anrabl der b"r°Mn w°r en ist in nicht geringe Ausfegung versetzt Len "Äs Spnkpü°m?ber Vergiftung zeigten sich bald nach dem Genüsse des von dem betreffenden Bäcker in hPn Kerkehr gebrachten Brodes Uebelkeit, anhaltendes Erbr7chen heftig- convulsiois^ ^'üllem' i" bün^üken"''^3itarhr T ^Gefühl berLähmung in ben ©Hebern, arfatiin hi& hLs f6cn* 3«^ der Erkrankten beträgt in der Stadt circa aust-ig. hundert; ferner sind auf einem Gute und in einem Dorfe der llmnpnMih nod) eine größere Anzahl Personen erkrankt. Ein Todesfall ist glücklicher Weise noch mcht vorgekotnme». Soweit es bis jetzt ben Anschein Hat, ließt offenbar eine Asien». Backen^rwanbte Mehk gÜk°ommeu°isü'°^°"' a“f Weise bas Gift in bas'zum Ä-ÄÄS -SÄ" M 4€lMntftbiU0 ?f,er«?T“lt »ErMJ' dah ber Strahl sich 50 Fabün hüch erhob Von ÄKÄ ’^^uÄ^Äe^tb^Z^^ U nut beiu Erbol angctullt unb bie nicht zu bänbigenbe Ueberfülle fließt bem Meeres iU.riÄÄ 81,«! «mÄFÄÄÄSSS ^01111 Jeü Zähren in seinem Eomptoir, dessen Pflichttreue und Fleiß stets seine ^vollste ®iS tagte. ,,3(1) habe meiner Geliebten versprochen sie zu beiratben tnHa firfi Schis sSnachrichten. ===== rr. „ ^0. April. [SPer transatlantischen Telegraph.l Der Poftbamvier Donau Cap.tan H. Supmer, vom N°rbbeuisch7n Lloyb^ inBremeÜ^ we^*e? nm Battimorü angckÜ^ ^g-ng-n war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Die ^Versteigerung vom 19. d. M. in der Oberförsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Ab- suhrscheine können von Freitag den 29. d. M. an bei Großh. Rentamt Gießen bezogen werden, die Ueber- weisung des Holzes erfolgt Samstag den 30. d. M., Morgens 8 Uhr. Greßen, den 20. April 1887. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. 3168 Submission. Für die Schlachthaus-Anlage sollen ferner nachstehende Arbeiten mittelst Submiffion vergeben werden: Glaserarbeit, veranschl. zu 2264,52 Weißbinderarbeit, „ „ 5742,07 Die Angebote für die bezüglichen Arbeiten sind spätestens am Montag den 2. n. Mts., Vormittags 11 Uhr, «auf dem Stadtbauamte einzureichen, woselbst vorher in den üblichen Amts- fhinben die einschlägigen Voranschläge, Zeichnungen und Uebernahmsbeding- ungen offen liegen. Gießen, den 22. April 1887. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 3190 Die Lohe aus den Gemeinde-Waldungen von Hochelheim, ca. 35 (Str., 16 jährig, Hörnsheim, ca. 35 (Str., 14 jährig, Lützellinden (Markwald), ca. 300 Ctr., soll im Wege schriftlichen Ausgebots versteigert werden. Bis längstens den 29. d. Mts. Abends sind die Gebote hierher einzureichen und können Bedingungen u. s. w. hier eingesehen werden. Gr.-Rechtenbach, 21. April 1887. 3176 Das Bürgermeister-Amt. Mittwoch den 27. April, Mittags 1 Uhr, sollen in der Gemeinde Treis a/Lda. veranschl. zu Pflaster- u. Chaufsir- Arbeiten 489 JL 50 Anfuhr v. Materialien 275 „ — „ Maurerarbeiten 58 „ — „ öffentlich in den Accord gegeben werden. Gießen, 22. April 1887. Senssfelder, 3177 Bez.-Bauaufseher. Jjamstag den 23. d Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Baarzahlung: 4 vollständ. Betten, einige Sopha's, Kleiderschränke, Glasschränke, Kommoden, Tische, Spiegel, Bilder, 1 tupf. Kessel, 1 Nähmaschine, 2 Hobelbänke, 2 Stoßkarren, 2 Pferde, 3 Schafe, 2 Wagen voll Heu, ca. 20 Rmtr. Brennholz u. a. m Zusammenkunft auf meinem Burean. Gettzler, 3148 Gerichtsvollzieher. Aeitgeöolenes. 3192] Mehrere Packlisten zu verkaufen. Kaplansgasse 23. Vorzüglichen Aepfelwcin empfiehlt 3189 C. Roth, _______Wallthorstraße 5. 3160 BZäs© franz. 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