AK. 69. Mittwoch -cs 23. März 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Du«-«- Schulstr-ß° 7. Ersch^ täglich mit «M* Montes. MMtafBO Amtlicher Hheil. Kriegsgerichtliches Erkenntuift. Durch kriegsgerichtliches unterm 17. März d. I. bestätigtes Erkenntniß vom 9. März d. I. ist der Unterofficier Louis Reinhardt der 5. Compagnie 1. Großh. Hessischen Infanterie - (Leibgarde-) Regiments Nr. 115, geboren am 10. Februar 1860 in Hungen, Kreis Gießen in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldstrafe von Zweihundert Mark verurtheilt worden. Darmstadt, am 19. März 1887. Gericht der Großherzoglich Hessischen (25.) Division. Politische Ueberficht. Gießen, 22. März. Nicht nur im deutschen Vaterlande, sondern wohl allüberall aus dem Erdenrund, wo wackere deutsche Herzen schlagen, begeht man zum heutigen 22. März einmüthig die Feier des SO. Geburtstage» Kaiser Wilhelms. Einzig in der Geschichte aller Zeiten und Völker steht dieser festliche Tag da, denn die Geschichte nennt uns keinen Herrscher, dem es vergönnt gewesen wäre, aus drei Menschenalter zurückzuschauen und schon hierdurch erhält der heutige Tag sein ganz besonderes Relief. Aber Dessen Bedeutung erhöht sich noch, wenn man erwägt, welch' ein verdienstvoller Herrscher ei ist, der heute seinen Ehrentag feiert, denn in jeder Beziehung bildet Kaiser Wilhelm ein leuchtendes Vorbild für Jeden und Alle, er steht als Mensch wie als Herrscher gleich groß und erhaben da und gerade seine seltenen Charakter-Eigenschaften sind es nicht am wenigsten, die zu den unerhörte» Erfolgen seines Ihatenreichen Lebens beigctragen haben. Ein solches Leben, wie das seinige gelebt zu haben, heißt der Menschheit für alle Zeiten nützen, noch ungeborene Geschlechter werden von des ehrwürdigen kaiserlichen Helden Beispiel lernen und ihn ihren Kindern und Ki«deLkindern als die seltene Verkörperung aller menschlichen Tugenden preisen. Es ist dem greifen Monarchen vergönnt, seinen seltenen Jubeltsg in körperlichem Wohlbefinden wie frischen Herzens und Geistes zu begehen und von Millionen Lippen steigen heute inbrünstige Wünsche für da« fernere Wohlergehen des allgeliebten Jubilars empor — möge die Vorsehung auch in dem neubegonnenen Lebensjahre schützend und schirmend über Kaiser Wilhelm wachen! Sämmtliche europäische Staaten und Herrscherhäuser find, soweit sie nicht besondere Persönlichkeiten aus dem militärischen oder politischen Dienst zur Beglückwünschung unseres Kaisers entsandt haben, heute durch ein oder auch mehrere Mitglieder der betreffenden Negentenfamilien am kaiserlichen Hose vertreten. Die regierenden deutschen Fürsten stnd meist persönlich erschienen, an ihrer Spitze der König von Sachsen, die Großherzöge von Hessen und von Baden u. s. w.; von auswärtigen gekrönten Häuptern sind der König und die Königin von Rumänien eingetroffen. Außerdem stehen in erster Reihe der auswärtigen fürstlichen Persönlichkeiten Kronprinz Rudolf von Oesterreich, der Prinz von Wales und der Herzog von Edinburgh, Großfürst Wladimir von Rußland und feine Gemahlin, Großfürstin Vera, Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden, der Kronprinz von Dänemark, der Herzog von Aosta, Bruder des Königs von Italien, und der Graf von Flandern, Bruder des Königs der Belgier, nebst feinem ältesten Sohne, dem Prinzen Balduin. Im Ganzen sind zum heutigen Tage, wie schon bekannt, mit Einschluß der Mitglieder des Kaiserhauses, 85 fürstliche Persönlichkeiten um das greife Oberhaupt des deutschen Reiche« versammelt — fürwahr eine glänzende, erlauchte Versammlung, wie sie die Kaiserstadt an der Spree noch nie in ihren Mauern geschaut und vielleicht auch nie wieder erblicken wirb l Die kaiserliche Geburtstagsfeier trägt heuer überdies zugleich den Charakter eines Doppel Familienfestes, da sie mit der Feier der osficiellen Verlobung des zweiten Enkels des Kaisers, des Prinzen Heinrich von Preußen, mit der Prinzessin Irene von Hesse» verbunden wird. Unter den mancherlei Gnadenbeweisen und Auszeichnungen, zu denen der 90jährige Geburtstag Kaiser Wilhelms Anlaß gegeben hat, steht die Verleihung des Schwarzen Adler-Ordens an den Grafen Robilant, den Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Italiens, oben an. Diese Auszeichnung gilt allgemein als das äußerliche Zeichen der Erneuerung der Tripel-Allianz zwischen Deutschland, Oesterreich Ungarn und Italien und darf mau nur gespannt daraus fein, wie die Petersburger und Pariser Blätter die Ordensverleihung commentiren werden. Die jüngste nihilistische Verschwörung gegen Kaiser Alexander III. ist gegenwärtig Gegenstand eifrigster Untersuchung der Petersburger Gerichte und erscheint sie darum der B» wachlung des Auslandes einstweilen mehr entrückt. Es muß eben abgewartet werden, inwieweit es der Untersuchung gelingen wird, die anscheinend weitverzweigten Fäden derselbe» zu entwirren und wendet sich sür's nächste das Interesse der Frage zu, welche Wirkungen das entdeckte Complot gegen den Czaren auf die russische auswärtige Politik haben wird. Hierüber liegen nun birecte Anhaltspunkte allerdings noch nicht vor, aber nach ähnlichen früheren Vorgängen zu schließen, stünde eine stärkere Wiederannäherung Rußlands an die benachbarten Monarchien zu erwarten und welchen Umschwung dieselbe in der europäischen Constellation herbeiführen würde, braucht nicht erst betont zu werden. In der russischen Action gegen Bulgarien scheint durch die Petersburger Vorgänge ein völliger Stillstand tingetreten zu sein und die Regentschaft hat daher Zeit und Gelegenheit, sich im Sattel möglichst kräftig festzusetzen, denn die Pause in der russischen Mintrarbeit wird wohl nicht allzulange dauern. Ja, die neuesten Meldungen über Bulgarien deuten sogar darauf, daß diese Untertninirung der Stellung der bulgarischen Regentschaft durch die russischen Parteigänger schon wieder begonnen hat. Der aus dem vorjährigen Putsche von Burgas hinlänglich bekannte Capitän Nabukow, der mindestens den Strick verdient hat, soll in der Umgegend von Konstantinopel eine etwa hundert Mann starke Bande angeworben haben — meistens Montenegriner — und beabsichtigen, einen Einfall in Ost-Rumelien zu machen. Die türkischen Behörden stnd loyal genug gewesen, die bulgarische Regierung von dieser neuesten gegen sie gerichteten Flibustier-Expedition in Kenntniß zu setzen und hat man in Bulgarien Vorbereitungen zur Ueberwachung der Grenze getroffen. Der französische Kriegsminister hat in seiner neuesten Brief- Affaire — seinem Schreiben an die Militär-Commission der Deputirtenkammer — in welchem er die Aufhebung der so beliebten Pariser polytechnischen Schule als Bildungs-Anstalt für die Officiere fordert, sehr bald „pater peccavi“ machen müssen. Die Entrüstung, welche dieses neueste Stücklein Bsulanger's in allen nicht unbedingt radikalen Kreisen Frankreichs erregte und welche durch die Veröffentlichung des betr. Brieses, noch ehe derselbe dem Präsidenten der Militär- Commission zugegangen war, nur noch gesteigert wurde, veranlaßte den Kriegsminister, an den Präsidenten des genannten Kammerausschuffes, de Mahy, ein Entschuldigungs-Schreiben zu richten, welches darauf hinausläuft, daß Herr Boulanger wieder einmal „mißverstanden" worden fei. Wie oft Herr Boulanger in seiner jetzigen Stellung solche „Mißverständnisse" schon hervorgerusen hat, läßt sich gar nicht mehr gut zusammenrechnen, ob aber der französischen Republik mit seinem Minister gedient ist, der sich nachgerade als „Conflictskünstler" aufzuspielen scheint, möchte denn doch zu bezweifeln sein. Frellich, so lange Bou- langer in Frankreich als die Verkörperung des Revanche-Gedankens gilt, fo lange wird er auch überall ungestraft anstoßen dürfen! Deutschland. Darmstadt, 21. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 16. März den provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Adolf Strack in Gießen zum Lehrer an dem Gymnasium und an der Realschule zu Worms, mit Wirkung vom 7. Mai d. Js. an, zu ernennen. Darmstadt, 19. März. Der Gesundheitszustand Sr. Hoheit der Fürste« Alexander ist glücklicher Weise so weit vorgeschritten, daß nach sorgfältiger Vornahme der gebotenen Deüinsections-Maßregeln aus das Gutachten der behandelnden Aerzte die bestandene Sperre aufgehoben ist. Darmstadt, 19. März. (Zweite Kammer der Stände.) Namens bts* Finanzausschusses erstattete Abg. Theobald Bericht über den Antrag der 9l6gg, Ellenberger und Genossen: „Die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, in dem Budget pro 1888—91 unter dem Titel „Landwirthschast" eine angemessene Summe zur Unterstützung der Bienenzüchter-Vereine der drei Provinzen einzustellen." Der Ausschuß stimmt dem Antrag zu. — Ebenso stimmt der Ausschuß der Vorlage Großh. Ministeriums de« Innern und der Justiz, betr. die Heranziehung der im Großherzogthum garnifonirenben, im Osficiersrang stehenden Militärpersonen des activen Dienststandes zu den Gemeinde-Umlagen, unverändert zu; ferner der Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, betr. Bewilligung einer staatlichen Beihülfe im Betrag von 5400 «X zu den Baukosten der Nebenbahn Stockheim-Gedern. Aesterreich. Wien, 21. März. Die „Wiener Abendpost" bringt einen sympathischen Artikel anläßlich des Geburtstages Kaiser Wilhelms, worin es heißt: „Dieser so ereignißreiche und von den schönsten Erfolgen gekrönte Lebenslauf des ebr* würdigen Herrschers auf -dem deutschen Kaiserthrone, verbunden mit seinen anerkannten Vorzügen als Monarch und Friedensfürst, rechtfertigen wohl zur Genüge das lebhafte allgemeine Interesse, sowie die herzlichen Sympathien, welche der morgigen fo bedeutsamen Gedenkfeier allseits entgegengebracht werten. Insbesondere sind es die Völker Oesterreich-Ungarns, deren erhabener Monarch durch Bande innigster Freundschaft mit dem kaiserlichen Jubilar verknüpft tü, welche die morgige erhebende Feier mit ihrer wärmsten Theilnahme begln en und ihre besten Wünsche für das Wohlergehen Kaiser Wilhelms, freudig m den heißen Segenswünschen der ganzen deutschen Nation vereinen. England. , London, 20. März. Croß, zuletzt Unter-Staatrsecretär für Jndrcn m Gabinet Gladstone, beging vergangene Nacht Selbstmord. Derselbe war seit längerer Zeit leidend. ____________________ ___________________________________ Keichrtag. E. R. Verli«. 21. Marz 1887. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Etatsberathung und zwar derjenigen Theile, welche der Budgetcommission zur Porberathung zugewiesen waren. Der Etat der Marine-Dcrwaltung wird ohne Discussion nach den Anträgen der Budgetcommission bewilligt, ebenso die noch restirenden Titel des Etats der Verwaltung des Reichsheers. Nur bei den geforderten Commandozulagen, welche die Kommission mit ganz geringen Abstrichen zur Bewilligung empfiehlt, verweisen Abg. Dr. Baumbach (bfr.) und Abg. Richter (dfr.) darauf, daß der Reichstag diese Positionen früher aus Ersparnißrückfichten abgelehnt habe, daß sich aber inzwischen nichts geändert hätte, um dieselben heute zu bewilligen. Abg. v. Köller (cons.) und Abg. Kalle (natlib.) befürworten die Bewilligung, die vom Hause ausgesprochen wird. Die fortdauernden Ausgaben werden alsdann ohne weitere Discussion bewilligt. Im Extraordinarium werden auf Antrag der Budgetcommission 110,000 X zum Neubau und Ausstattung einer Garnisonwaschanftalt in Bromberg gestrichen. Ferner werden den Anträgen der Budgetcommission entsprechend gestrichen: 100,000 X erste Rate zum Neubau einer Caserne in Minden, 350,000 X zum Neubau einer Caserne rc. in Mainz, 121,000 X zum Neubau einer evangelischen Sarnison- kirche in Straßburg i. E., 200,000 X zum Neubau einer Caserne :c. in Greifswald. Zum Neubau und zur Ausstatlungsergänzung eines Casernements für drei Escadrons Eavallerie, die von Babenhausen nach Darmstadt verlegt werden sollen, wird die Bewilligung der ersten Rate von 6000 X zur Entwurfsbearbeitung mit 127 gegen 105 Stimmen ausgesprochen. Eine längere Discussion entspann sich bei der Forderung von 283,000 X zur Errichtung einer Unteroffizierschule in Neu-Breisach. Gegen die Bewilligung erklärten sich die Abg. Dr. Windthorst und Richter aus den in früheren Sessionen wiederholt entwickelten Gründen. Für die Bewilligung sprachen die Abgg. Dr. Bürklin (natlib.), Dr. Miquel (natlib.), ö. Kardorff (Reichspariei), v. Massow (cons.), sowie der Kriegsminister v. Schellendorf: Die Erfolge, die in dieser Vorschule erreicht werden sollen, werden dazu beitragen, daß das Neichsland, welches wir unter keinen Umständen wieder loslassen werden, sich mehr und mehr in die neuen Verhältnisse fügt. Die heilsame Wirkung des Aufenthalts elsässischer Rekruten in der deutschen Armee sei bereits deutlich bei diesen selbst wahrnehmbar. Die Forderung wird bewilligt. (Lebhafter Beifall.) Nächste Sitzung Mittwoch den 23. d. M. (Etat und Reichsbeamtengesetz.) Telegraphische Depeschen. W-lff'S telegr. Csrrespondenr-Brrreait» Berlin, 21. März. Der Kaiser ertheilte Nachmittags im Beisein des Staats- fecretärs Bismarck dem päpstlichen Gesandten Galimberti, sowie den Specialgesandten Portugals, Spaniens, Hollands, des Sultans, Japans, Griechenlands, Serbiens, Chinas und der südafrikanischen Republik Audienz. — Der König und die Königin von Sachsen sind mit dem Prinzen Georg Friedrich August und der Prinzessin Mathilde Nachmittags 3 Uhr hier eingclroffen. Sie wurden vom Kronprinzen am Bahnhofe empfangen und nach bem königlichen Schlosse geleitet. — Die städtischen Behörden beschlossen, der Kaiser Wilhelm- und Augusta- Stiftung anläßlich des Geburtstages des Kaisers 300,000 X zu überweisen und dem Kaiser am Geburtstage hiervon Kenntniß geben zu lassen. - Das rumänische Königspaar traf heute Mittag hier ein und wurde von dem Kronprinzen und den Prinzen Wilhelm und Heinrich empfangen. Am Bahnhofe war eine Ehrencompagnie vom 2. Garde-Regiment aufgestellt, welche die rumänische Nationalhymne intonirte. Der König schritt die Front ab und fuhr dann mit der Königin und dem Kronprinzen nach dem Schlosse. Eine halbe Stunde später traf der Herzog von Aosta ein; er wurde am Bahnhofe von den Prinzen Wilhelm und Heinrich empfangen. Berlin, 21. März. Zur Vorfeier des Geburtstags Seiner Majestät des Kaisers fanden bereits heute in allen höheren Lehranstalten Festakte statt, ebenso hatten mehrere Bürger-, Krieger- und Turnvereine sich gestern und heute zu Festversammlungen vereinigt. Die Stadt ist von Fremden überfüllt. Vor dem Kaiserpalais waren während des ganzen Tages große Volksmassen angesammelt; überall sind Vorbereitungen zum Schmuck der Straßen und Plätze im Gange. Dem Vernehmen nach ist für morgen eine größere Anzahl von Gnadenerweisungen zu erwarten. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erwähnt das Gerücht, der Leibarzt des Kaisers, d. Lauer, werde eine Dotation von 300,000 erhalten. Berlin, 21. März. Der Fackelzug der Studirenden anläßlich des Geburtstages des Kaisers, woran 3000 bis 4000 Fackelträger, Vertreter aller deutschen Universitäten und Hochschulen theilnahmen, ist aufs Glänzendste verlaufen. Die Chargirten halten in langer Reihe mit Fahnen vor dem Palais bis zum Opernhause Stellung genommen Vor dem Katserpalais fand eine großartige Ovation statt. Der Kaiser befand sich mit der Kaiserin beim Herannahen des Zuges am zweiten Parterrefenster, die Kaiserin saß zur Rechten des Kaisers, welcher erst später ebenfalls Platz nahm. Der Vorsitzende des Ausschusses der Studentenschaft, Münch, ritt sodann vor das Fenster des Kaisers welcher sich erhob und die Großherzogin von Baden zwischen sich und der Kaiserin an'ä Fenster zog, während der Großherzog von Baden am Nebenfenster erschien. Münch brachte hierauf ein enthusiastisch aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus den siegreichen Herrscher in glorreichen Schlachten, den geliebten Landesvater, den Einiger der deutschen Stämme, den Vertheidiger der Landesgrenze, den Hort des Weltfriedens Der Kaiser verneigte sich mehrfach nach allen Seiten. Hierauf wurde die Volkshvmne gesungen, während welcher der Kaiser am Fenster stehend verblieb. Bei dem hierauf folgenden Vorbeimärsche des Zuges, welcher sich in fünf Doppelreihen schleifenförmia von der Schloßbrücke dis zum Denkmal Friedrichs des Großen aufgestellt hatte dankte der Kai,er ununterbrochen. Vor dem Reichskanzlerpalais fand ebenfalls eine arofr artige Ovation statt. Der Reichskanzler, Graf Herbert Bismarck und Graf Rantzau erwarteten den Zug am Fenster. Auf donnernde Hochs öffnete der Reichskanzler das Fenster und grüßte anhaltend. Eine ähnliche Ovation wurde vor dem Generalstabs- gebäude dem Grafen Moltke bereitet. Auf dem Platze vor den gelten wurden die Fackeln unter Absingung des „Gaudeamus" verbrannt. Die Haltung des nach Hunderttausenden zählenden Publikums war vortrefflich, nirgends fand die leiseste Unordnung statt. ' — Während der Fackelzug vor dem kaiserlichen Palais hielt, ließ der Kaiser mehrere der Chargirten zu sich entbieten und sprach denselben in Gegenwart der Kaiserin und des badischen Furstenpaares seinen Dank und seine Freude für die Ovation aus. Er freue sich sehr über den Geist der jetzigen Studentenschaft und erwarte viel von der akademischen Jugend, denn die Verhältnisse und die weiten seien ernst. Der Kaiser berührte sodann auch die Reichstagsauflösung, zu der er sicb nur nothgcdrungen entschloffen habe und ließ sich die einzelnen Chargirten vorstellen und befragte sie nach Geburtsort, Studium , Semesterzahl, Corporationsruaebö -tafelt v Die Kaiserin sprach gleichfalls ihren Dank aus. ^"onszugeyougkeit rc. Schwerin,. 21 Jülärj- $ie'Bettungen veröffenklichen ein Dankschreiben des Großherzogs für die ihm anläßlich seines Geburtstags dargebrachten Wünsche g?na Schr-ib-n schließt: .Ich ergreife diese Gelegenheit, um meiner Freude über das Er- «ebniß der jüngften Reichstagswahlen in Mecklenburg Ausdruck >u verleiben Mi, Stolz erfüll, mich die Thatsache, daß Mecklenburg stets treu 3um fiäifer ftebT unb im Deutschen Reiche sich die Stellung bewahrt, die unter der Führung sein s in Gott ruhenden Fürsten zu erringen ihm vergönnt mar." 8 , ntJ ln e o f «s i c ». Gießen, 22. Mürz. Als würdige Vorfeier zum 90. ©eburtstaae unt.r.a «llverehrten Kaisers wurde gestern Abend 7 Uhr das wohl einzige Fest mH Klocken unserer Stadtkirche eingeläutet. Um 9 Uhr fand großer -fapsenstreich statt dem sich eine tausendköpfige Menge anschloß, während in verschiedenen Lokalitäten entsprechende Feierlichkeiten abgehalten wurden. Heute früh war große Tagesreveille durch unsere Regimentsmusik; in sämmtlichen Schulen wurde die Feier auf übliche Weise abgehalten. Festgottesdienste sanden statt in der Stadtkirche, der katholischen Kirche und bei den beiden israelitischen Gemeinden. Die auf 11 Uhr vorgesehene große Parade kann des inzwischen eingetretenen Regenwetters halber leider Nicht abgehalten werden. Mittags und Nachmittags findet Essen und die übrigen Feierlichkeiten für die Mannschaften des Regiments statt. Für die heute Abeno vorgesehene allgemeine Illumination sind an den Kasernen, verschiedenen öffentlichen und Privatgebäuden große Vorbereitungen getroffen. Die Stadt prangt in reichem Flaggen- schmuck. Hoffentlich wird der Himmel gnädig sein und dem freudig bewegten Volke für die noch übrigen Stunden des frohen Festtages ein freundlicheres Gesicht zeigen. Gießen, 22. März. Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers ist in den höheren schulen in üblicher Weise durch Gesang, Declarnation und Rede gefeiert worden. Im Gymnasium hielt die Festrede Herr Gymnasiallehrer Stamm, im Realgymnasium Herr Dr. Mensch und in der höheren Mädchenschule die Herren Aubel und Dr. Buchhold. Gießen, 22. März. (Schwurgericht.) Die gestrige letzte Verhandlung hatte die Anklage gegen den Wirth Eduard Roth von Ruhlkirchen wegen Körperverletzung mit tödtlichern Erfolg zum Gegenstand. Am 3. October v. I., dem Kirchweihfeste, befanden sich in den Wirthschaften zu Ruhlkirchen, bis zur frühen Morgenstunde Gäste. Kaspar Biecker, der Schwager des Angeklagten, verbrachte den Nachmittag und Abend in der Wirtschaft des I. Weber, welche er gegen 3 Uhr Morgens verließ, um sich nach Hause zu begeben. Vor seinem nahe an der Ortsstroße gelegenen Hause blieb er eine Weile stehen, um ein Bedürfnitz zu befriedigen und bemerkte er währenddem zwei Personen die Ortsstraße herab- kommend, von denen eine eine Laterne trug. Es war der Angeklagte, welcher einem schwankenden Zecher das Geleit gab. Die V-rüberziehenden erkannten den Biecker und als Roth sich auf bem Nachhauseweg befand, kam er mit seinem Schwager, mit dem er schon längere Zeit in Feindschaft lebte, in Streit und es entstand zwischen beiden eine Schlägerei, die mit der schweren Verletzung des Biecker endigte. Biecker ist nach Wochen verstorben. Der Angeklagte schützt vor, von Biecker angegriffen worben zu sein und habe er demselben die Verletzungen im Zustande der Nothwehr beigebracht. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, worauf Verurtheilung des Angeklagten in eine Zuchthausstrafe eon 3 Jahren 4 Monaten erfolgte. D Gieße«, 21. März. (Dritter ordentlicher Rudertag.) Zunächst mästen wir einen Jrrthurn in unserem gestrigen Bericht richtig stellen, es muß heißen: Vertreten waren durch Dclegirte 39 Vereine, welche über 79 Stimmen verfügten. ., Heute Morgen 9*/, Uhr wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Zuerst wurden dce Berathungen über die Abänderungsvorschläge betr. das Grundgesetz zu Ende geführt und bann über einige kleinere Anträge Beschluß gefaßt. Als 9. Punkt ber Tagesordnung lag vor ein Antrag des Ausschusses, das Meisterschaftsrudern betreffend. Der Ausschuß weist darauf hin, daß ber zuletzt gestiftete Preis für das deutsche Meisterschaftsrudern jetzt definitiv an Frankfurt gekommen und es deshalb nothwendig sei, einen neuen Preis zu beschaffen. Er schlägt als solchen vor, eine goldene Medaille im Werth von 1000 X Dieser Antrag wird angenommen. Der weitere Antrag des Ausschusses, einen bestimmten Turnus der Städte, in welchen bas Meisterschaftsrudern abgehalten werden soll, feftzusetzen, aber wurde abgelehnt und die frühere Bestimmung, nach welcher das Meisterschaftsrudern an dem Ort stattfindet, wo ber Meister bes vorhergehenden Ruderns wohnt, beibehalten. Als Vorsitzender des Ausschusses für die nächsten 2 Jahre wurde wiederum Herr Ad. B urme st er-Hamburg einstimmig von . . Versammlung gewählt. Bei der Wahl der übrigen Ausschußmitglieder wurden einige Aenderungen gegen früher vvrgenommen. Wahrend nämlich früher der größte Lheil der Mitglieder aus Süddeutschland gewählt worben war, würbe jetzt ber Aus- fd)u§ so zusammengesetzt, baß auch Norddeutschland in demselben Verhältnis; wie Süd- beuttcblanb vertreten ist. Als Ort für den nächsten Rudertag wurde von der Versammlung einstimmig Hamburg, die Vaterstadt des Rudersports in Deutschland, geroaglt. Die Verhandlungen wurden dann mit einem Hoch auf den Kaiser um V22 Uhr geschlossen, nachdem der Vorsitzende den Vertretern für ihr Aushalten bis jum Ende der Berathungen gedankt und darauf hingewiefen hatte, daß gerade dieser Rudertag der erste gewesen sei, welcher sich durch Sachlichkeit der Verhandlungen aus- gezeichnet habe. Bemerken wollen wir noch, daß beschlossen wurde, dem Kaiser ein Geburtstagstelegramm zu schicken. „.,%r h"tte Nachmittag auf den Gleiberg unternommene Ausflug verlief äußerst gemuthlich Sämmtliche Vertreter schieden wohl vollständig befriedigt aus Gießen, ja ihre kühnsten Erwartungen waren übertroffen worden, wie auf dem Gleiberg mehrfach heroorgehoben wurde. . Dietzen, ^2. Marz. Gestern verunglückte beim Abladen von Stammholz ander Euler scheu Schneidmuhle am Hamm ein Mann von GO Jahren, indem ihm ein fdjroerer Stamm auf die Beine rutschte, wobei das rechte solche Beschädigungen erlitt, ba§ es in der Klinik amputirt werden mußie. Man zweifelt an dem Aufkommen des Verunglückten. Einen Andern trifft die Schuld an dem fragt Unglücksfalle nicht. Vermischte». Wetzlar, 21. Mar, Aus einer Fabrik am hiesigen Bahnhofe explodirie gestern Nachmittag ->ne Anzahl der für Kaisers Geburtstag bestimmten Feuerwerkskörpcr Durch den hierbei entstehenden Luftdruck wurde eine massive Wand uma-worfen welche einem Arbeiter - Kaspar Schäfer aus Niedergirmes - die «ruft eindrückte Der Unglückliche, welcher sofort tobt blieb, hinterläßt eine Wittwe mit mehreren Kindern. „ ,21' 3n l*ncr Wirtschaft in der Judengassc wurden verflossene Nacht zwei fremde, sich vorübergehend hier aushaltende Arbeiter nach einem vorhergcgangenen Wortwechsel von zwei dortigen Taglohnern erstochen. Die mit ®oldjmeffer verübten Stiche waren derart wuchtig, daß der eine der beiden Gestochenen dem das Messer in das Genick gestoßen wurde, sofort seinen Geist aufaab, während der zweite, der einen Stich in den Hals erhielt, bei dem Transport in das Spital verstarb. Die alsbald verhafteten Thäter, zwei Verwandte Namens Hendrich, sind übel beleumundete Subzccte. ' d°m Rhein, 21. März. Die Leiche des bei dem Schiffunsall des Scklevv- dampfers „Ruhrort' VIII. am 3. März ertrunkenen Capitäns Stillarius wurde am Samstag unweit der Unfallsstelle gelandet und nach Eaub zu den Auaehöriam gebracht. D B Schtffroachrichten. Bremen, 19 März. Wer tt-nsatlantischen Telcgraph.s, Der Postdampfer Donau, Capt. H. Supmer, vom sliorddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am mCmCn ^--"mgen war, ist am 11. März, 9 Uhr Morgens wohl- behaltm in Baltimore angekommen. 4 Eaudel «uh Berkehr. m n «r® nCanC $cnttacn Markt kostete: Butter per Pfund 0.85 0.90, Hühnereier 2Stck. 9—0 Enteneier St. 5—6 H, Käle vr. St 4—7,3 pr. Liter 17 Linsen 26 X Tauben per Paar 70 bis nfr°(^i^Ü^nirqo—085-4.00, Hahnen pr. Stück X 0.85-1.40, Enten o ft / Ganse per Pfunb 00—00 H, Ochsenfleisch per Pfunb 62 bis 64 Sch"/zAfle,ifch 56—60 Hammelfleisch 50 bis -^'g^^bfleisch 44—50^?, Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00—5.00, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Centner X 7.00-7.50. ' p Frankfurt. 21. März. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Anae- Öchsen, ca. 18 Bullen, ca. 339 Kühe unb Rinber, ca. 265 Kälber. Die Pretse stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 62—64, 2. Qual. X 58__60 Kübe und rk* ßA~o5VkOua1, ** 48—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 55—60 H, 2. Qual. 45—50 H per 1 Pfund Schlachtgewicht? Konkursverfahren. lieber das Vermögen des Philipp Pfeiffer, Geschirrhändlers von Gießen, tvirb heule am 19. März 1887, Vormittags 10 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Agent Karl Klees von Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 6. April 1887 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerauSschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf Donnerstag den 7. April 1887, Nachmittags 3 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag den 7. April 1887, Nachmittags 3 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus her Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 6. April 1887 Anzeige zu machen. Gießen, am 19. März 1887. Das Großherzogliche Amtsgericht, gez. Gebhardt. Veröffentlicht: Glässing, Gerichtsschreiber. 2169 Bekanntmachung. Johannes Fuchs Eheleute in Lollar haben in dasiger Gemarkung gekauft von Johann Heinrich Riehm II. daselbst Flur I Nr. 409 laut Kaufbrief vom 14. Januar 1869, Heinrich Klippels Kinder daselbst Flur XI Nr. 123 laut Kaufbrief vom 10. Juni 1869 und von Heinrich Klinket II. Erben daselbst Flur IV Nr- 8 laut Kaufbrief vom 30. August 1870, die Kaufbriefe sind aber unvollständig quittirt. Wer noch Ansprüche an die Kausschillinge haben sollte, wolle dieselben so gewiß binnen 2 Monaten hier geltend machen, als sonst die Zahlung als erfolgt angesehen und das Beschränkt gelöscht wird. Gießen, am 19. März 1887. Großh. Amtsgericht. Langsdorfs. 2175 Holz-Versteigerung. Freitag den 23. u. Samstag den 26. März e. kommen in den Winneröder Walddistrikten „Burg", Bauerheid", „Neuhof" 2C. nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung: 11,71 Festm. Eichenstammholz, 14,11 „ Nadelstangenholz, 109 Rmtr. Buchenscheit, 135 „ Buchenprüael, 116 „ Buchenstockholz, 101 „ Nadelprügel, 91 „ Nadelstockholz, 42 „ Eichenprügel, 16 „ Eichenstockholz, 24 „ Eichenreisholz, 180 „ Buchenstammreis, 402 „ Buchenzopfreis, 52 „ Nadelstammreis, 369 „ Nadelzopfreis. An der „Burg" wird um 9 Uhr Vormittag begonnen. Zusammenkunft am Gutshofe. Winnerod, den 20. März 1887. 2124 Zimwer'sche Försterei Allgemeiner Anzeigen 1 II. 2173 4574,58 577,97 8843,50 430,00 468,30 4140,00 III. IV. V. VI. VII. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Kranz. Bauverding. , , Zur Ausführung eines Soolrefervoirs mit Gradierwerk und Wandel- bahn zu Bad-Nauheim sollen nachstehende Bauarbeiten, einschließlich Material- lieferung im Wege allgemeiner schriftlicher Unterbietung verdungen werden ■ I. Erd- und Maurerarbeit 3760,92 + 813,66 = ---- ” Steinhauerarbeit (in Basalt) 526,50 + 51,47 = Zimmerarbeit 8812,60 + 30,90 = Schlosserarbeit Pappdeckung " Rohrleitungen in Gußeisen und verzinktem Schmiedeeisen Schmiedeiserne Reservoire „ 2718,00 Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen bei unterfertigter Stelle zur Einsicht offen und sind die Angebote in Prozenten der Titelsummen ausae- drückt, versiegelt und postfrei bis zum Termin am 30. März c , Bormittags 10 Uhr, ebendaselbst eiuzureichen. Angebotsformulare sind bei uns kostenfrei erhältlich. Friedberg in Hessen, den 21. März 1887. Holzvcrstcigcrungkn am Samstag den 26. d M., a. Vorm. präeis von 9 Uhr ab im Gemeindewald von Hochelheim, Beginn im Distr. „Fuchslöcher 3 a", Zusammenkunft auf der Straße von hier nach Niederkleen. Eichenstämme: 3 II. Kl. = 5,10 lm, 12 III. „ = 9,72 „ 5IV. „ = 1,04 „ Kiefernstämme: 35 III/IV. Kl = 6,72 lm, Kiefernstangen: 116 I.—IV. Kl. und 4,5 rm Kiefern-Nutzholz. d. Mittags präciS von 11 Uhr ab im Gemeindewald von Kleinrechtenbach, Beginn im Distrikt „Dicke Buchen" 6a.b. Eichenstämme: 1 I. Kl. --- 2,82 fm, 10 II. „ = 16,99 „ 13III. „ = 9,62 „ 2IV. „ = 1,22 „ u 5,5 rm E.-Nutzholz Kiefernstämme: 17 IV. Kl. — 2,45 fm, Kiefernstangen: 151 I.—IV. Kl. und 1,5 rm Kiefern-Nutzholz. c. Nachmittags präeis von 1 Uhr ab im Gemeindewald von Vollnkirchen, Beginn im Distr. „Michelsee" 15 a. Eichenstämme: 2 I. Kl. = 5,22 fm, 8 II. „ = 14,48 „ 14 III. „ = 9,96 „ 1 IV. „ = 0,18 „ u. 10 rm Eichen-Nutzhotz. d. Nachmittags präeis von 2 Uhr ab im Gemeindewald von Weiden- h aus en, Beginn im Distrikt „Kir- bach" 1. Eichenstämme: 2 I. Kl. = 7,71 fm, 1 II. „' = 1,81 , 7 IIL „ = 5,21 „ 7 IV. „ = 1,16 „ u. 3 rm Eichen-Nutzholz. Sodann nach Verkauf des Stammholzes in demselben Gemeindew. noch: Eichen: 7,5 rm Sch., Kn., 4,5 rm Stöcke, 8,25 rm Reiser. Buchen: 2 rm Kn., 41 rm Reiser. Kiefern: 2 rm Reiser. Gemischt: 1 rm Knüppel. Die Waldungen liegen unmittelbar zusammen und endet die Versteigerung uahe bei Weidenhausen spätestens Nachmittags 3 Uhr. Großrechtenbach, 17. März 1887. 2050 Das Bürgermeisteramt. Mittwoch den 23. d. Mts , Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in meinem Bureau gegen Baarzahlung: Sopha's,- Kommoden, Kleiderschränke, Glasschränke, runde und viereckige Tische, Wanduhren, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Taschenuhr, 3 vollst. Betten, Spiegel, Bilder, 1 Ladeneinrichtung (Theke u. 4 Schränke), 1 gr. kupf. Kessel, 2 Pferde, 3 Schafe, 2 Wagen voll Heu, 20 Rmtr. Brennholz, 1 Stoßkarren und 1 Porzellanofen (dunkelgrün). Der Porzellanofen wird bestimmt versteigert. Geißler, 2152 Gerichtsvollzieher. Arbeitsdersteigerung. Freitag den 23. ds. Mts., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dahiesizem Rathhause nachverzeichnete Arbeiten veranschl. zu 1. Schreinerarbeit, JL 338,— 2. Weißbinderarbeit „ 46,95 3. Tapeziererarbeit „ 21,— an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Staufenberg, am 21. März 1887. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. ____________Vogel.________2168 Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. März, Nachmittags 2 Uhr, werden im Maurermeister Langs- dor fischen Hause, Ludwigsstraße 57, die zum Nachlaß des Herrn Gymnasiallehrer Dr. Textor gehörigen Mobilien, als: Tische, Stühle, Kommoden, Kleiderschränke, Küchenschrank mit Glasaufsatz, 1 Regulator, antiqueS eingelegtes Cylinderbureaux, Betten, Weißzeug, Porzellan, Glas und Küchengerätbe, eine Badewanne von Zink und ein großer Stickrahmen versteigert. Im Auftrag: F Hoffmann, 2185 Ortsgerichtsmann. Aeilgeöotenes. Nhrfeder-Corsetts, Mchbein-Corfetts, Consirmanden- u. Kinder-Corsttts, elegante Fayons, guter Sitz, empfiehlt von den billigsten bis zu den hochfeinsten Sachen Robert Haas, 2167 Seltersweg IS. Eine Parthie zurückgesetzte Eorsetts sehr billig. Im Verlage des »Wassersports" in Berlin ■ ist erschienen: Photogr.-Aufnahme des 3. Deutsch. Rudertag I zu Gießen. Preis 2.50 JL franco. Aufgenommen von «ebr. Müller, Photogr. 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Zimmer zu Bahnhofstraße31, WM' Der heutigen Nummer liegt ein Prospect des „Berliner Lokal-Anzeiger", betr. Einladung zum Abonnement, bei. 2187 Alice - Schule für Frauenbildung und Erwerb veranstaltet Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. März, Morgens von 10—12 und Nachmittags von 2—5 Uhr, in dem Vereins- lokale auf dem Asterweg eine Ausstellung der Arbeiten der Schülerinnen wozu Eltern und Freunde der Anstalt freundlichst eingeladen werden. Die Curse im Sommerfemester beginnen am 18. April; an demselben Tage beginnt der 7. Cursus zur Ausbildung von Handarbeits- Lehrerinnen. Für letzteren Cursus haben die Anmeldungen bis zum 15. April Zu geschehen. Auskunft ettheilt und Anmeldungen nimmt entgegen 2176 Gießen, im März 1887.Der Vorstand. Mahler sche Lohnkutfcherei wird unverändert weiter betrieben und empfiehlt sich bei billigsten Fahrpreisen dem geehrten Publikum bestens. 2161 Mch Mahler Wwe., WMHorllr. 41. Lindenplatz 5. Rothamel & Petry Lindenplah 5. en gros Zlurzmaaren-HaiMmg en gros empfehlen ihr Lager in allen Sorten 2172 Bindfaden unb Seilerwaaren zu Fabrikpreisen. (Bei Abnahme größerer Quantitäten entsprechender Rabatt.) Todes-Anzeige. Gestern Morgen 7 Uhr verschied sanft nach langem Leiden unser geliebter Vater, Schwiegervater und Großvater Christian Dcchert im 80. Lebensjahre, was mir hiermit tiefbetrübt anzeigen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 22. März 1887. Die Beerdigung findet statt Mittwoch Nachmittag 2 Ubr vom Sterbehaus (Tiefenweg 7). 2170 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die reiche Blumenspende, insbesondere aber der Schwester Elise ftir ihre aufopfernde Pflege sagt innigsten Dank bei Herrn I. Noll. Seltersweg 53, „ I. B. Noll, Burggraben 12, r Chr. Wallenfels, Marktplatz 17, Pedell Schmidt, Ludwigstraße 11 und „ Herrn Restaurateur Stein. miethen. Arofborferftrafte 13. 20*5 Mr Einjährige. ” Awei feix möblirte Zimmer in nächster Nahe der Kaserne zu vermieden. Sonnenstraße 3 II. ' XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXOXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX X Der billige Verkauf von Damen- und Mädchen-Regenmänteln aller Art, 5 X Promenademänteln, Umhängen, Jaquets, Paletots rc. befindet sich im Laden Kreuzplatz X X zur Stadt Mainz, Eingang auch vom Neuenweg aus. 8 1957 An eine bessere Gesellschaft ein ^"elplokal abzugeben. Näheres in der Exped. d. Bl, Unterricht im Maschinennäherr sowie all. Handarbeiten. Wetterg. 5 II, 2092 Eine Wohnung von 4 bis 5 ? mrn™nr und Zubehör, am liebsten Parterre-Wohnung, in guter Lager pr. 1. April zu miethen gesucht. Offerten nebst Preis- Äur°gb. E' 3 Tischkarten zu dem am 26. März, Nachmittags 2 Uhr, stattfindenden rstessen wolle man bis spätestens Mittwoch den 23. d. MtS., bends 7 Uhr, an einer der nachverzeichneten Stellen lösen: 21641 15,000 Mark per sofort aus- leihen. Näheres in der Exped. d. 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Mts., Abends 8 Uhr, wird in hiesiger Stadtkirche der evangelische Prediger Juan Fuente aus Granada in Spanien eine Erbanuugsstunde halten über das Thema: Die Evangelisation in Spanien Wir laden zur Theilnahme freundlichst ein. Gießen, den 22. März 1887. 2186_________ Dr. Naumann Schlosser. Dingeldey. Für verstandlose Schwätzer! svv Mark zahlen wir Demjenigen, welcher in so kurzer Zeit so genau und accurat wie wir Namen in Uhren u. f. w. gravrrt. Hauns & Hoffmann, Graveure. Wohnung: Stadt Mainz. Lehrling. Für mein Lack- und Firnißfabrikatkons- Geschäst und Farbenhandlung en gros suche ich unter günstigen Bedingungen zu Ostern oder früher einen Lehrling mit guter Schulbildung, Besitz des Zeugnisses für den einjähr. Dienst Bedingung. _2158_________Wilhelm Aurbrrch. 2081 Ein braver Hausbursche, von 16 bis 18 Jahren, gesucht. ’’ ' _______Christian Lonh. 1719 In einer feineren Familie erhalten Kaufleute, Einjährige ob. 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