Nr. 19 Zweites Blatt Sonntag dm 23. Januar 1887 L i O SZ P iliJi M ti 11 / O I O IJ I W | lz ®z i i lz 1 , JgL Ä , i i 4|z | i i i/ i F yrlrTT Amts- und Anzeiqeblatt für den Kreis Gießen. vurea«: Schulstraße 7. Erschein! «äg.ich mit Ausnahme des M-ntagS. Me^o'^bem’Äerk2!’?$«* 2 Warf 50 % MMMMMMMMM——W——M!> Wl WIM 1 ■ IBM !■ I ■! l. Solemacher-Antweiler, der Urheber de» Adreß-Entwurfes, welch' letzterer in der hierzu gewählten Commisston ein Umarbeitung erfuhr. In ihrer nunmeh- r-igen Gestalt versichert die Adresse angesichts der gespannten internationalen Lage und gegenüber dem Reichstags-Beschlüsse in der Mtlitärfrage den Kaiser btr unbedingten Treue und Anhänglichkeit des Herrenhauses und spricht fie am Schluffe die Zuverficht aus, daß dem preußischen Volke kein Opfer zu schwer fein werde, das Heer dauernd bei der Wehrhaftigkeit zu erhalten, jede dem Vaterlande drohende Gefahr abzuwenden. In dieser Fassung wurde die Adresse vom Herrenhause einstimmig genehmigt, worauf noch die Wahl der Deputirten Mr Ueberreichung der Adresse an den Kaiser erfolgte und gehört jener u. A. auch Gras Brühl, ein entschiedener Vertreter der katholischen Interessen, an; alsdann vertagte fich das Herrenhaus aus unbestimmte Zeit. Wie verlautet, wird sich das Abgeordnetenhaus dem erwähnten Schritte des Herrenhauses nicht ^schließen. Das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigte fich am Mittwoch zumächst mit dem Anträge des Centrums-Abgeordneten Dr. Lieber, Hitze und Genossen aus Vermehrung der Fabrik-Jnspectoren. Der Antragsteller Dr. Lieber biezog sich in seiner Begründung aus die gleiche bekannte Reichstags-Resolution ’ und legte im Weiteren die Nothwendigkeit einer Vermehrung der Fabrik-Jnspectoren in Preußen kurz dar. Der Regierungs-Vertreter, Unter-Staalssecretär Magdeburg, nahm dem Anträge gegenüber eine etwas reservirte Stellung ein und betonte, daß durch die Berussgenoffenschasten aus dem Gebiete der Unfallverhütung ja schon Erhebliches geleistet worden sei. Von Seiten der anderen Parteien des Hauses hatte sich der Antrag einer rückhaltlosen Anerkennung zu erfreuen und ging, er schließlich an eine Commisston von 21 Mitgliedern. Auch der zweite Hauptgegenstand der Tagesordnung, die Vorlage über die Ausführung des Reichsgesetzes, betr. die Unfallversicherung Der land- und forst- wirthschaftlichen Arbeiter, für Preußen, wurde einer 21gliederigen Commisston überwiesen. Am Freitag trat das Haus in die erste Lesung des Etat» ein. Zur bulgarischen Krisis, die noch immer im Mittelpunkte der Weltbegebenheiten steht, liegt aus den jüngsten Tagen von englischer Seite eine beachtenswerthe Aeußerung vor. Dieselbe rührt von Mr. Goschen- dem Nachfolger Lord Churchill'- im Schatzsecretariate, her, welche er gelegentlich einer in Liverpool stattgesundenen Wahlversammlung fallen ließ. Goschen bementirte ganz offen die Meinung, als ob stch England irgendwie für die Wiedereinsetzung des Fürsten Alexander in Bulgarien interesstre und erklärte er in bestimmtester Weise, daß England nichts thun werde, was e» von den Friedensmächten trennen könnte. Im Interesse einer weiteren Klärung der bulgarischen Affaire kann diese Aeußerung des englischen Ministers nur beifällig begrüßt werden, während ste freilich den Bulgaren zugleich beweist, wie wenig fie selbst von England zu besehen haben. Zur selben Zeit hat sich auch der italienische Minister des Aeußern, Gras Robilant, in einer den bulgarischen Wünschen gerade nicht sonderlich geneigten Weise ausgesprochen. Es geschah dies bei dem Empfange der Bulgarien-Deputation, welcher gegenüber der Minister betonte, daß Italien in den bulgarischen Angelegenheiten an dem Standpunkte strenger Nichteinmischung sesthalten werde. Doch ließ Graf Robilant durchblicken, daß die Bulgaren besser thun würden, sich mit Rußland zu vertragen, als in ihrer gegenwärtigen Haltung zu verharren. Einstweilen scheint man aber in Sofia entschlossen zu sein, sich nicht einschüchtern zu lassen und in diesem Sinne äußerten fich die bulgarischen Deputirten auch dem Grafen Robilant gegenüber. Nun hat zwar der zur Zeit in Konstantinopel wellende bulgarische Oppofitionssührer Zankoss gemeint, daß er hoffe, die bulgarische Krifi» mit Hülse der Türkei beschwören zu können, indessen wird man hierin kaum etwas anderes als eine prahlerische Phrase zu erblicken haben. Schließlich sei noch als ein neues beruhigendes Moment der telegraphische Neujahrswunsch erwähnt, den Kaiser Franz Josef anläßlich des griechisch-katholischen Neujahrsfestes an den Czaren gerichtet hat und in welchem der österreichische Herrscher seiner festen Ueberzeugung Ausdruck verleiht, daß e» gelingen werde, den Völkern die Segnungen des Friedens zu erhalten. Die deutschen Reichspost-Dampfer drohen zu einem belgisch- holländischen Conflict zu führen. In der ersten holländischen Kammer wies der ehemalige Minister Tak darauf hin, daß Belgien die norddeutschen LloydDampfer von der Zahlung der Lootsengebühren auf der Schelde befreit habe, was doch dem belgisch-niederländischen Vertrage von 1839 zuwiderlause und verlangte, daß die holländische Regierung deshalb in Brüssel vorstellig werde. Der Mini- 596 Giessen. st« de« Aeußern, van Karnebeck, pflichte!- den Aeußerungen Tak'r bei und erklärte, in diesem Sinne schon bei der belgischen Regierung vorstellig geworden ru Mn. — Dem ganzen Vorgänge liegt nur der Aerger der Mynheer« darüber zu Grunde, daß da« belgische Antwerpen und nicht da« holländische Rotterdam der Anlaufshafen für die Reichspost-Dampser geworden ist Besn-tscht«s. A Mainz, 21. Januar. Nach einer Mitteilung in den „M. N." ist in erner Straße in der Nahe der Neustadt der Typhus ausgebrochen und sollen in einem Süiiic bereits 17 Kranke darniederliegen. Ueber die Ursache der Krankheit verlautet noch nichts. Das Woher aus den Hausbrunnen wird eben einer chemischen Untersuchung unterzogen und ist der Brunnen einstweilen polizeilich versiegelt. s. mA, d! a in z 21. Januar. Zu den bevorstehenden Reichstagswahlen sind für den Wadlkreis Mainz - Oppenheim mit Ausnahme der demokratischen Pariei die Can- didaten sammtltcher Parteien letzt festgestellt. Seitens der nationalliberalcn Partei wurde in einer heute Vormittag stattgehabten Vertrauensmännerversammlung Pro- vinzmldirector Kuchler hier als Kandidat ausgestellt. In einer ultramontancn Ver- Kauensmanner-Versammlung gestern Abend erklärte sich der seitherige Abgeordnete N. Rack- zur Wiederannahmc eines Mandats bereit, vorausgesetzt, daß die Landesversammlung mit seiner Kandidatur einverstanden. Letzteres ist nicht zu bezweifeln Seite wird der Landtagsabgcordnete Jöst als Kandidat aus- gestellt. Bezüglich der demokratischen Partei verlautet, daß dieselbe mit einem heroor- H Unt.Dor bet Sommer-Saison mit meinem großen Vorrath g tn Wolle und Wollwaareu 1 W "wglichst zu räumen, habe diese Artikel um 2« % im Preise er. L ' empfehle diese günstige Gelegenheit zu billigen Einkäufen y B «»em geehrten Publikum Gießens und Umgegend 9 mtoufen K 1$ 553 Hochachtungsvoll A « M. 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D,e Bestätigung des letzteren Gerüchts bleib, stb-nb 2?l^anua\ Nachdem bei langsam steigender Temxera'ur gestern GlaÄis zur -folae8batw""^ ntcderging der den Verkehr vielfach unangenehm störendes Plärrers zur ^olge hatte, lag heute wahrend des ganzen Taaes ans deni WhHn Pin K n^?Crr^ebeI' welcher in Verbindung mit dem staken Treibt Nackunittaa m1*,t l-nseitigen Ufer sehr erschwerte. Erst am späten .cachmtttag lrchtete sich um em Unbedeutendes der Nebel, um am Abend wieder einen Treibeis brniat nnd her kx .(„jx aimm / •, lnur noch sehr wenig Hfpr fnnmfpi gleich einem breiten Bandstreifen an dem jenseitigen bild Dill 2lusnabme''der ft »^bt sich doch an und auf dem Strom das volle Wivwr- K?iäÄRi,“'*• ----- w ib., b,mÄ'Ä! Wochm^cr^erbreit-W V-rnehmen nach wird die seit mehreren ää* wji bä'‘k*Ä",? h'väs Allgemeiner Anzeiger. Reichstagswahl. Die auf Sonntag den 23. l. Mts. anberaumte Versammlung frelstnnigcr Vcrtraucusmäuner findet nicht im Stein'fche« Saale, sondern im Leibscheu Saale (Urstauratimi Gühlholh) t^^horstmße 38 dahier, Nachmittags 2\ Ahr, Auf das erstgenannte Lokal ist Seitens des unterzeichneten Vereins zu Gunsten eines Festes verzichtet worden, das zu emem mlldthatigen Zwecke veranstaltet wird. Gießen, den si Januar 1887. A. Merttens, Seltersweg CiviliugeaiQTuyB 71. Anlagen für Elektrische Beleuchtung für Säle Werkstätten und Bauplätze. 9 _ , ,r _ ®°Äe“’ und Glühlicht von einer Maschine. Erhebt. Ersparniß gegenüber der Gasbeleuchtung, nachgewiesen durch Referenzen oon “ber 100 ausgeführten Anlagen. 479 Voranschläge und genaue Betriebskosten-Berechnung gratis Der Vorstand des Berlins der deutschen freisinnigen Partei. X Montag, Dienstag X X «einen, X X foSS*e6iai0nenX“”’i4’e ,Ür unb unter ^ic 6äIftc des Fab'rtkprNes, zum ♦ Bekanntmachung. Am Hause des Herrn Buchbinders Kühn in der Löwengasse ist ein Briefkasten angebracht worden, welcher zu den an demselben angegebenen Zeiten geleert wird. Gießen, den 21. Januar 1887. Kaiserliches Postamt. Ritsert. Bekanntmachrmg. Die am 11. November 1886 (Martini) an die Fürstliche Renteikasse dahier fällig gewesenen Holz- und Pachtgelder 2c. müssen bei Vermeidung gerichtlicher Schritte nunmehr längsten- binnen 14 Tagen bezahlt werden. Zahltage sind DienStag und Donnerstag. Die Herren Ortsvorstände, in deren Gemeinden sich Schuldner befinden, Werden in deren Interesse um gefällige Bekanntmachung in ortsüblicher Weise ersucht. Hohensolms, den 20. Januar 1887. Fürstlich Solmsische Rentei. 552 Dörmer. Brennholz- Versteigerung im Licher Gemeindewald. Donnerstag den 27. Januar werden im District Oberspeierlings- r»pf versteigert: 96,5 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 336,7 „ „ Knüppel, 12 „ Eichen- und Birken- Knüppel, 3Ü47 Eichen-Wellen, 1875 Fichten-Wellen in Haufen aufgeschichtet, Ü54 Rmtr. 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