Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 1887 Ur. 19. Erstes Blatt I Vrrreau: S ch nlstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des WtontaQZ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinacrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. . E. ^ieröurdj zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz genehmigt hat, daß mit dem diesjährigen Friedberger §ruhiahrs-Pferdemarkt eine Verloofung von Pferden und sonstigen Gegenständen verbunden wird. Es dürfen höchstens 8000 Loose i 1 Jl. 50 ausgegeben und müssen 7320 JL zum Ankauf von Gewinngegenständen verwendet werden. ^.Der Verkauf der Loose im Großherzogthum ist von Großherzoglichem Ministerium gestattet und genehmigt'worden, daß, insoweit die Loose nicht Vollständig abgesetzt werden sollten, eine verhältnißmäßige Verminderung der Ausgaben für Gewinngegenstände eintreten kann. Gießen, am 18. Januar 1887. Großherzoglicheö Kreisamt Gießen. . Dr. Boekmann- Gefunden: 1 Kinderboa, 1 Thürdrücker, 1 weißer Korb, 1 Coupon-Bogen, 1 Buch, 1 goldenes Armband, 1 Uhrkette, 2 Taschentücher 1 Parthie Leder, 1 Federmesser, 1 Halstuch. Zugelaufen: 1 graues Pinscherhündchen. Gießen, am 22. Januar 1887. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________Fresen ius. * Deutschland. Werkin, 21. Januar. Der Kaiser nahm Vormittags mehrere kurze Vorträge und eine Meloung des Generals Hahnke entgegen, conferirte darauf mit Ged. Rath Wilmowski, empfing Nachmittags den russischen Botschafter Grasen Schuwalrff und machte später eine Spazierfahrt. — Nachdem die Berühre eine Pferdeaussuhr aus Mecklenburg von einigen Tausend Pferden, aus Westfalen ebenfalls von beträchtlichem Umfange ergeben haben, wird der Antrag auf Erlaß eines Ausfuhrverbots vom Kaiser dem Bundesrath unterbreitet werden und in der nächsten Woche im Bundesrath zur Verhandlung kommen. — Eine Versammlung der Vertrauensmänner der drei nationalen Parteien Hierselbst wählte gestern ein Central-Wahlcomit^. Die Vorsitzenden desselben sinn v. Monteton (conserv ), Kyllmann (nationallib.), v. Zedlitz (sreiconserv.). Als Candidaten wurden einstimmig vorgeschlagen: Im ersten Wahlkreis v. Levetzow; im zweiten Graf Moltke; im dritten Mquel; im vierten BSdiker; (nationallib.); im fünften Cremer; im sechsten Holtz (sreiconservatio). — Dar Abgeordnetenhaus erledigte in heutiger Sitzung die erste Lesung des Etats und verwies das Extraordinarium, sowie mehrere Positionen des Ordinariums an die Budget-Commission. Der Finanzminister legte die Finanzlage dar und schätzt das Ergebniß des laufenden Jahres demjenigen des Vorjahres gleich. Handel und Verkehr zeigten eine unleugbare Besserung; der Eisenbahn-Etat würde 20 Millionen mehr liefern, als die erforderlichen Aufwendungen erheischten; er bitte im Vertraue« auf eine baldige Besserung der Verhältnisse und der Finanzen den Etat anzunehmen. An der Debatte bethei- ligten sich die Abgg. Meyer, Minnigerode, Huene, Zedlitz - Neukirch, Eynern, Ennecceru» und Winothorst. Als Letzter an den Finanzminister eine Frage wegen dec Monopole richtete, erwiderte der Minister, die Frage, ob das Monopol heute ausgegeben sei, könne er mit Ja beantworten, denn bei den verbündeten Regierungen liege keinerlei diesbezüglicher Antrag vor; auf die Frage, ob die Sache definitiv ausgegeben sei, könne eine bestimmte Entscheidung nicht erfolgen. Uebrigens bleibe er ein Freund der Monopole. Spanien. Madrid, 21. Januar. Nach Meldungen von Sulu sollen dortige Eingeborene eine deutsche Fak.orei angegriffen haben, aber zurückgeschlagen worden sein. Hierbei sollen auf deutscher Seite 3 Personen getödtet und 2 verwundet worden sein. Der Gouverneur der Phllippinen hat der Garnison von Sulu Verstärkungen gesandt. Telegraphische Depeschen. Wolff'S klegr. Corresponderrz - Bureau. Hamburg, 21. Januar. Der Dampfer „Massalia" von der deutschen Dampfschiffsrhederei, der am 10. Januar von Hamburg nach Ostindien abgegangen war, ist bei Eap Trafalgar gestrandet. Der Vorder- und Mittelraum sind voll Wasser. Wien, 21. Januar. Die „Poltt. Corr." meldet aus Konstantinopel, in unterrichteten Kreisen gelte die Bereitwilligkeit der bulgarischen Negentschaft, zurückzutreten, als prinzipiell gesichert, vorausgesetzt, daß man in der Candidatenfrage beruhigende Zusicherungen erhalte. Da Rußland sich für die Candidatur des Fürsten von Min- grelien in keiner Weise officiell engagirt habe und die Pforte bereit zu fein scheine, ihr bekanntes, diese Candidatur empfehlendes Circular zurückzuziehen, so glaube man diese Schwierigkeit überwinden zu können und scheine es, als seien die vertraulichen Unterhandlungen der Mächte augenblicklich besonders hierauf gerichtet. Dem Bedenken Rußlands und der Türkei hinsichtlich der Sobranje wolle man in Sofia gleichfalls Rechnung tragen und einer aus allen Parteien zusammengesetzten Coalitionsregierung die Aufgabe zuweisen, durch Maßnahmen im Lande weitere Verhandlungen betreffs der Auflösung der Sobranje und der Ausschreibung neuer Wahlen vorzubereiten. Die türkischen Kreise hofften bestimmt, daß die bulgarische Frage auf dieser Grundlage -gelöst werde. London, 21. Januar. Der „Standard" bespricht die gegenwärtige prekäre Lage, die sich durch jedes Gerücht beeinflussen lasse, und meint, die von dem Fürsten Bismarck in dem deutschen Reichstage gestellte Forderung des Vertrauens und der I 'Appell an den Patriotismus des deutschen Volkes sei lediglich die öffentliche und un- I verkennbare Anerkennung der gleichsam elementaren Thatsache, daß zwischen dem deutschen Reiche und der französischen Republik nur eine durch Blut wegzuwaschende stetige Fehde bestehe. Diese mache die gegenwärtige Lage in vieler Beziehung schlimmer als ein wirklicher Krieg; wenn es gewiß sei, daß jetzt Geduld und Ausharren einen spateren Krieg verhindern könne, so werde das Volk gewiß zu jedem Opfer bereit fein. ... 7" Laut Meldung aus Melbourne ist ein neuer Komet von außerordentlicher Große daselbst sichtbar geworden. Rom, 21. Januar. Im nächsten Consistorium am 7. März werden die päpstlichen Nuntien in Wien, Madrid und Paris und Msgr. Masella zu Cardinälen ernannt: zwei andere Cardinalsernennungen sind außerdem wahrscheinlich. Der Papst nahm die Demission Jacobini's an und beließ demselben als Zeichen seiner Zuneigung und Hochschätzung die von ihm bisher innegehabten Wohnräume des Vatikans. Jacobini wird wahrscheinlich Präfekt des apostolischen Palastes. Gegenwärtig ist der Staatssecretärposten durch einen Cardinal besetzt. Nach dem Consistorium dürfte die definitive Ernennung des Nuntius in Madrid zum Staatssecretär erfolgen. Rangun, 21. Januar. Wie das Bureau Reuter meldet, soll die Armee in Birma im März auf 10,000 Mann reducirt werden. $ o 7 d I e I. Gissten, 22. Januar. sStadtverordnetensitzung vorn 20. Januar, Nachmittags 4 Ufrr.J Anwesend Herr Bürgermeister Bramm. die Herren Beigeordneten Keller und Gnauth, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Baift, Georgi, Dr. Gutfleisch, Haustein, Hoch, Hornberger, Jughardt, Kauf, Ad. Noll, August Noll, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Bekanntlich wurde im Laufe des verflossenen Jahres ein Gesuch um Errichtung eines Güterbahnhofes am Rodberg von der Königl. Eisenbahn-Directton Hannover abschlägig beschieden. Heute nun liegt von Interessenten ein Gesuch um Errichtung einer Haltestelle am Rodberg vor und hofft man, da hierdurch besondere Kosten nicht erwachsen, eher auf Erfolg dieses Wunsches. Das gleiche Gesuch liegt von der Bürgermeisterei Wieseck vor. Die Versammlung schließt sich dem Gesuch an die Königl. Eisenbahn-Direction zu Hannover an. Herr Beigeordneter Gnauth setzt die Versammlung von einer Notiz in der Frankfurter Zeitung in Kenntnis;, wonach für Umbau d. h. für Wegüberführung auf Bahnhof Gießen im Eisenbahnbudget für das laufende Jahr 210,000 Mark vorgesehen und bereits 75,000 Mark als erste Rate angewiesen sind; die Kenntnißnahme dieser Notiz ist bei den schwebenden Verhandlungen mit der Königl. Eisenbahn-Direction für die Stadtvertretung von hoher Wichtigkeit. Die Stellung der Rechnung pro 1885/86 wird der Finanzdeputation überliefen; die Prüfung der Rechnung der Armenkasse pro 1885/86 bat, außer einigen, bei der Revision sofort berichtigten Schreibfehlern, feinen Anstand ergeben; die gefammten Einnahmen betrügen 52,773 Mark, die Ausgaben 44,716 Mark; das Ergebniß der Rechnung der Plock'schen Stiftung ist: Einnahme ca. 4496 Mark, Ausgabe 4268 Mark; bei der auch hier, vorgenommenen Prüfung findet sich fein Anstand vor. . Der für die Ausübung der Armenpraxis durch das academische Hospital zu leistende Beitrag ist pro Jahr auf die Summe von 10,000 Marf festgesetzt. Für solche Kranfe, welche in der Klinik Aufnahme finden, wird pro Kopf und Tag JL 1.— berechnet und von Gr. Univerfitätsfasse erhoben werden, wofür jedoch 45 Pfennig rückvergütet, an obiger Pauschalsumme in Abzug gebracht werden sollen. Das Gesuch des Restaurateurs Herrn Franz Schrey um Concessionirung zum Betrieb einer Schenfwirthschaft, der seitherigen Feidel'schen Wirthschaft, Weidengasse 1, wird nach Darlegung der Art und Weise, in welcher das Geschäft weiter betrieben werden soll, wonach Ausschank von Branntwein, über welchen die Bedürfnißfrage zu entscheiden hat, hier gar nicht in Betracht kommen kann, genehmigt. Die Entscheidung über das Gesuch des Wirthes. Herrn Carl Krombach, um Concessionirung zum Wirthschaftsbetrieb, Kaplansgasse 10, veranlaßte eine lange Dis- cussion. Zuletzt wird der Anttag des Stadtverordneten Herrn Georgi, daß in diesem fpeciellen Falle, da Herr Krombach Concession zum Ausschank von geistigen Getränken für sein derzeitiges Geschäft, Neustadt 27, bereits besitzt, da ferner auch die Concession schon seit Jahren auf dem von ihm erkauften, oben genannten Hause ruht, die Bedürfnißfrage ebenfalls nicht maßgebend fein kann, angenommen. . Das Gesuch der Fleischerinnung um käufliche Ueberlassung der städtischen Schlachthausanlage veranlaßt ebenfalls eine lange Verhandlung. Beschluß: Zusage nach Antrag der Baudeputation und bei hinreichender Garantie für Wahrung aller hier in Frage kommenden allgemeinen Interessen, sowie gleichzeitige Ueberroeifung an die juristische Commission zn eingehender Prüfung dieser hochwichtigen Angelegenheit. In Bezug auf das gegen Lederhändler Zöller einzuleitende Expropriationsverfahren ist die Versammlung mit der vom Gesuchsteller Wilhelm Ockel geleisteten Caution in den angegebenen Papieren einverstanden. Ein für die neue Mädchenschule angeschaffter Probeofen von Würzburg wird angenommen und die Anschaffung einer Uhr für dieselbe Schule beschlossen.»— Dem Ansinnen des Schulvorstandes, Herrn Stadtrechner Enders als Dacanzenrechner für's laufende Jahr zu bestätigen, wird entsprochen. Auf ein Schreiben der academischen Administrationscommission wird die Prüfung des Gases auf seine Leuchtkraft beantragt. In der Verhandlung über diese Angelegenheit setzt der inzwischen zugegangene städtische Gaswerks-Director, Herr Otto Bergen auseinander, daß die effectioe Lichtstärke unseres Gases nie unter die normale Leuchtkraft gesunken, ja meistens über derselben gewesen sei. Es hätten aber in den Wochen vor Weihnachten während des stärksten Eonsums, welchen das hiesige Gaswerk überhaupt jemals hatte, meistens so ungünstiges Wetter und besonders fast orkanartige Stürme geherrscht, daß aus dringend gebotener Vorsicht, um Schlimmes zu verhüten, bei der jetzigen Einrichtung nur mit vermindertem Drucke gearbeitet werden durfte, so daß allerdings unliebsame Schwankungen in der Beleuchtung nicht zu vermeiden waren. Herr Bergen wünscht selbst dringend öftere Prüfungen des Leuchtgases auf seine Lichtstärke und chemische Beschaffenheit von sachkundiger Seite vornehmen zu lassen. Die Versammlung beschließt, die Prüfung auf die Lichtstärke im Winter alle 14 Tage und im Sommer monatlich vornehmen zu lassen, die chemische Untersuchung dagegen abzulehnen. — Im Anschluß an diese Verhandlungen wird auch das Gesuch des Schreinermeisters Herrn E. H. Müller, Schillerstraße 29, um Fortsetzung der Gasleitung bis an seine Behausung zur Speisung eines größeren Gasmotors und die Aufstellung einer Laterne daselbst nach dem Vorschlag der Baudeputation genehmigt. — Die Prüfung der Zeichnungen für zu errichtende Grabdenkmäler soll an den Stadtbaumeister übertragen werden. — Dem Gesuch von Bewohnern des von Geh ren'schen Hauses, bis zum Mai gegen entsprechende Miethe die bisherigen Wohnungen noch weiter bewohnen zu können, kann vorerst nicht entsprochen werden, da die Verwerthung der hier entstehenden Bauplätze nicht lange anstehen kann. Die Angelegenheit wird zu weiterer Beschlußfassung der Baucommission überwiesen. Ein lange Verhandlung entsteht über das Gesuch des Herrn Architekten I. Stein um Trottoirpflasterung an seinem Hause in der Nordanlage. Es werden alle hier einschlägigen Paragraphen älterer und neuerer Bauordnungen geprüpft und schließlich der Antrag angenommen, Großh. Kreisamt zu erwiedern, daß die Stadt sich nicht verpflichtet hält, dem so gestellten Gesuch zu entsprechen. Dem Gesuch des Herrn Director Gg. Heß wegen Wasserabführung und dem hiermit gleichzeitig angeregten Ausbau der Ludwigs st raße an dieser Stelle wird nach Antrag der Baudeputation entsprochen. Wegen Aufstellung eines Brunnens der Quellwasserleitung am verlängerten Asterweg wird die Baudeputation beauftragt, wegen der Platzfrage mit Herrn L. Bernhard zu verhandeln; sodann wird die Beschaffung von Reservestücken für die Hydranten und die Entfernung des alten Brunnens auf dem Neuenweg beschlossen. Behufs Gelände-Erwerbung zum Neubau von Kliniken hat die Abschätzung der einzelnen Grundstücke durch einen Sachverständigen Resultate ergeben, welche mit dem Urtheil von wirklichen Fachmännern durchaus nicht harmoniren. Es wird daher beschlossen, auf den früher gestellten Angeboten zu beharren und auf Grund dieser alle weiteren Verhandlungen einzuleiten. Zur Düngung städtischer Wiesen wird der verlangte Betrag von 216 dL bewilligt. — Die neue isrealitische Religionsgesellschaft ersuckt um (eoent. käufliche) Ueberlassung von Gelände zu einem Friedhof. Die Baudeputation hat ein Stück oberhalb des alten israelit. Friedhofs und zwar den lHMeter zu 8 dl vorgeschlagen. Herr Stadtverordneter Homberg er beantragt jedoch vorerst Ablehnung des Gesuches, da die israel. Religionsgemeinde den Mitgliedern der iffael. Religionsgesell- schaft die Bestattung ihrer Todten noch für zwei Jahre zu dem auch für sie festgesetzten Betrage gestatten will, welchem Anträge die Versammlung zustimmt. Schluß der heutigen Sitzung nach 8 Uhr. Gießen, 22. Januar. sAuf wie lange wird der Reichstag gewählt?) Da darüber therlweise Unklarheit herrscht und es Leute gibt, welche der irrigen Meinung sind, der am 21. Februar zu wählende Reichstag bleibe nur so lange in Thätigkeit, als der aufgeloste geblieben sein würde, also bis zum Herbst d. I., und dann müßten wiederum Neuwahlen stattfinden — so sei darauf aufmerksam gemacht, daß der jetzt zu wählende Reichstag so gut wie jeder andere auf volle drei Jahre gewählt wird Die Dauer der Thätigkeit eines Reichstags nennt man die „dreijährige Legislaturperiode" (d. h. dreijährige Gesetzgebungszeii). Gießen, 22. Januar. In der am Donnerstag den 20. d. M., Abends 8 Uhr, im Vereinslokal „Einhorn" abgehaltenen, zahlreich besuchten Generalversammlung der hiesigen Rudergesellschaft wurde der Jahres-Geschäftsbericht erstattet und die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Die Gesellschaft hatte im vergangenen Jahr die größte Mitgliederzahl seit ihrem Bestehen zu verzeichnen (45 active, 117 passive und 2 Ehrenmitglieder). Die Activa betragen 9328.71 dt, welchen nur 813.48 dt als Passiva gegenuberstehen. Der Fahrpark besteht aus 4 vierruderigen, 1 zweiruderigem und 2 emrudengen Booten (Skiffs). Mit der Leitung der Geschäfte für das Jahr 1887 wurden folgende Herren betraut: Jean Kirch, 1. Präs., Adolf Busch, 2. Präs., W. Spieß und C. Scheel, L und 2. Schriftführer, Ehr. Reiber, Eassier, Earl Krailing, Mat.-Verwalter, Fritz ftrJ?ct?r\ er?ft satter, Alb. Berger, Ruderälteste, Herm. Mettenheimer - und H. Wallach, Vertreter der passiven Mitglieder. Zu dem am 20 und 21. März in Stein's Garten stattfindenden 3. ordentlichen Rudertag wurden die Herren Jean Kirch und L. Petri III. als Telegirte gewählt. Gießen, 22. Januar. sConcertprogramm.^ Volkmann — Streichquartett in g-moU (AIJtgro con spirito — Andante — Scherzo — Andantino — Allegro energico.) r A lgro con setzt kühn, pathetisch ein mit von allen vier Stimmen in gIeAd)K^C^9UM Ünb Stärke gebrachten Passagen. Schon das I. Thema packt durch Mlhmische Straffheit und Energie. Die 2. Violine im Terzett mit Bratsche und Cello fuhrt das . Ntotrv ein, während die 1. Geige vierzehn Takte lang eine melancholisch klingende, auch in der Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer" verwandte Figur fefh tt o-1!* T / feurigen Anfangstakte kehren wieder in neuer Gestaltung, dann das II Thema indem nacheinander Bratsche und Eello jene begleitende Figur bringen: "e§ ° rA L rn Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wcllen Eiche 79 87,5 78 251U , Buche 195 64 71 3160 - Nadel - 2 2 290 ' Die Vorzeigung des Holzes erfolgt iit dem Termine durch den Forstwarten t Schlag in Hausen von 9 Uhr an. ’ Zusammenkunft hierzu Licherstraße, Z 7. Schneise. Die Versteigerung selbst t beginnt um 10 Uhr. Gießen, den 22. Januar 1837. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 577 I-- 1 Bekanntmachung. Zur Verdingung der Lieferung des R ivro Etatsjahr 1887/88 für die hiesi- i, gen Garnison-Anstalten erforderlichen c Bedarfs und zwar: 155 rm Kiefern Klobenholz, 500 kg Petroleum mit 20 m Dochtband, 400 „ grüne Seife, * 60 „ weiße Kernseife, 800 ,, crystallisirte Soda, lt 204 hl weißer Streusand, c siowie der Anfuhr von 8100 Gentner ri Steinkohlen ist ein unbeschränkter Submissionstermin auf Sonnabend den ; 3 Februar ISST, Vormittags 10 Uhr, im Garnison - VerwaltungS- Bureau, Nahrungsberg Nr. 7 hier I anberaumt, woselbst die Lieferungs- rc. Bedingungen zur Einsichtnahme auf- J Belegt sind. 569 B Gießen, 21. Januar 1887. Großh. Garnison-Verwaltung. : Eisknlirstrung. Die Lieferung von 13 Stück j_ Eisenträgern, deutsches Nor- mialprofil 26 u. 22, in Längen von H Ä,53—12,70 m — Gewicht incl. Zweier Anker von 40 mm st. Rund- 3 eisen — circa 6000 ko; sodann von iS Stück gußeisernen Säulen 3 m lang, 120 mm st. — wiegend «circa 2090 ko — soll im Submissions- n Tüege vergeben werden, und können y Leßfallsige Offerten an unterzeichneter Stelle abgegeben werden» 4 Rabenau (Londorf), am 20. Januar 1887. Der Bauverwalter: 559 Unger. ii ------- —--- (8 iS I j \ I J 1 Aeikgeöotenes. Den Herren Pferdebesitzern zur gefl. Kenntnißnabme. daß ich keinen Gehülfen, auch fönst Niemanden beauftrage, für mich Pferde zu kaufen und wollen sich Verkäufer gütigst diiect an mich wenden. M. Keßler, Pferöemetzger. Soplia’s in gediegenem Fantasiestoff und Damaft- überzug, sowie fertige Bette« empfiehlt 554 Wilk. Hut»schrad9 Tapezier, KaplanSgasse 27. Bekanntmachung. Betr.: Die Reichstagswahl. Es wird hiermit verkündigt, daß die Liste der bei der ReichS- tagswahl Stimmberechtigten von Momtag den 2£. Januar bis Montag den 31. Januar laufenden Jahres einschließlich jedoch mit Ausschluß des Sonntags, den 30. Januar, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr, auf dem Bürgermeistereibureau zu Jedermanns Einsicht ausgelegt ist, und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste innerhalb acht Tagen vom Beginne der Auslegung an gerechnet, bei Vermeidung des Ausschlusses damit bei uns vorzubringen sind. Gießen, den 21. Januar 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 550 Bekanntmachung. Offerten wegen Erwerbung des zur Straßenverbreiterung nicht erforderlichen Geländes der durch die Stadt angekauften von Gehrenffchen Besitzung in der Bahnhofstraße mit Gebäulichkeiten oder ohne solche werden binnen 14 Tagen von heute an bei der unterzeichneten Behörde entgegen genommen. Etwa gewünscht werdende Auskunft ertheilt Herr Stadtbaumeister Sties. Gießen, den 21. Januar 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 585 veranschlagt v4t zu tagen 549 1. Erd- und Maurerarbeiten, 2. Lieferung von Blendsteinen, 3. Lieferung von Portland-Cement 4. C-mentarbeiten (Fußböden und Gewölbe) 5. Asphalb Arbeiten, 6. Steinmetz-Arbeiten, 7. Zimmer-Arbeiten, 8. Holzcement-Arbeiten, 9. Dachdecker Arbeiten, 10. Grob-Schlosserarbeiten 11. Lieferung gewalzter ^Träger und von Eisenguß.......... 12. Spengler-Arbeiten, 3066.— 2038.10 Die Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen an den Wochen- bis zu dem unten angesetzten Termin auf unserem Baubüreau zür Ein- Gießen, den 20. Januar 1887. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. Walter. 37093.60 4480.— 360.— 4285.50 2736 — 23275.- 13700 — 150.— 3929.— 3035.38 Arbeitsvergebung und Materiallieferung. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung eines chemischen Laboratoriums in Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Zur Vergebung gelangen vorerst die Rohbau-Arbeiten und zwar: sicht der Jntereffenten offen, woselbst auch die Ueberdrücke der Voranschläge und Bedingungen, gegen Erstattung der Druckkosten, erhoben werden können. Die Angebote müssen auf dem dafür gedruckten, bei uns erhältlichen Formulare, verschloffen und portofrei, bis zum 8. Februar l. I., 10 Ubr Vormittags, auf unserem Büreau eingereicht werden, woselbst die Eröffnung in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten stattfindet. Es wird noch bemerkt, daß auch Angebote auf alle Arbeiten eingelegt werden können. Zur Ballsaison empfehle in großer Auswahl und billigen Preisen Spitzenstösse und Volant, Spitzen, Atlasse und Sammete in allen schönen Farben, Ballblumen, Bänder, Rüschen und Handschuhe. A. Fangmann, 588 Kirchenplatz. Sand! Sand I Nur echter weißer Streusand ist zu haben aus der Grude der Johs. Reuter III. Wittwe in Wieseck. Die Abfahrt bei Frostwetter wird jedem Abnehmer angenehm sein. „ Karl Kuhl. Geschäfts-Eröffnung. Hierdurch erlaube mir, ergebenst anzuzeigen, daß ich am hiesigen Platze Neuen Bäuen Nr. 17, ein Weißbinder- und Lackierergeschäft errichtet habe. Unter Zusicherung führung der mir gütigst empfohlen und zeichne 564 reeller Bedienung, sowie solider, geschmackvoller Ausübertragen werdenden Arbeiten halte mich bestens hochachtungsvoll Ohr. Schmidt. Restauration Kessler Neuenweg 566 per Port. Warmer Sauerbraten 20 4 Beefsteak w. geröft. Kartoffeln 50 „ Schinken 15 , Roulade 10 „ Kartoffeln 10 „ Gebratene Leberwurst 10 „ 1 Taffe Boullion 5 „ 1 Teller Suppe 5 „ 1 Xaffe JMfee 5, Mr Lungen- und Brustleidende! Aerztliche Anerkennung. Malz-Extract und Caramelleu*) L. H. Pietsch & Co., Breslau. Ihr Malz-Extract (Hufte-Nicht- Schutzmarke) habe ich speciell nach seiner Zusammensetzung und Wir- kungsart geprüft u empfehle selbiges sowohl gegen catarrhalische Affectio- nen der Athmunqsorgane als auch gegen chronisch entzündliche Zustände der Lungen und des Kehlkopfes, sowie gegen anhaltenden quälenden Hustenreiz. Dr. med Michaelis, pract- Arzt. Nur echt mit dieser Schutzmarke. Husle-Nicht *) Extract ä Flasche 1 J4, 1,75 u. 2,sq. 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Heinrich Kehr aus Treis a/Lda. in der Wirthschaft des Philipp Klein zu AUendorf a/Lda. ausgesprochene Beleidigung erkläre ich für unwahr, und nehme sie deßhalb hiermit öffentlich zurück. Treis a/Lda., den 19. Januar 1887. 565 ___Conrad Nuhn. 581 Unterzeichnete empfiehlt sich hiermit als Leichenwärterin. Frau Dürr, Wallthorstraße 13. Gesucht 576 wird ein tüchtiges Hausmädchen, welches im Nähen und Bügeln gut bewandert ist, auf sofort. Näheres auf bcm $cr< mietbbureau Frau Müller, Löwengasse. 579 Ein Herrenschneider empfiehlt sich imRepariren u. Reinigen v. Kleidern gut und billig; auch geht derselbe auf Wunsch in Wohnungen zum Arbeiten. Näheres Ostanlage 9 im Hinterhaus. Wöem'®®n"«ufd»^b$if*8,Ctft” “"b ""deutschen «cinenstickereicn gebe größten- 583 I Um stilles Beileid bitten n dt UrWriWMrs populär siMmWMMes ZMilllmrk. * n 9 n L 1 I o72 Ein znverlässtger Bursche vorn Lande gesucht. Näheres Neuenweg 14. 574 In meinem Lause ist der zweite Stock per 1. April 1887 zu vermieden. Herd. 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Fangmann, Kirchenplatz empfiehlt zu Maskeraden Atlasse und Sammet- in gelb, hellblau, rosa, ponceau grün und weiß, per Meter Mk. l.zio, in schwarz per Meter Mk 1.— in schöner Qualität. 587 Haus-Verkauf. welchem schon ca. ost Jabre Metzgerei mit Erfolg betrieben wird, und welches sich wegen ferner vorzüglichen Lage auch zu zeder anderen Geschäftsbräuche eignet nebst neuerbauter Scheune und Stallung zum ersten Mal- öffentlich meistbietend versteigern. Butzbach, den 19. Januar 188/. $5? ___Georg Karl Fischer. 592 Ein kräftiger Bursche für Oeco- nomte und Viehfüttern gesucht. - ____________Chr. Haubach. 543 Ein tüchtiger Schuhmacher, welcher selbstständig arbeitet, und der auch Zuschneiden versiebt, kann gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung finden bei Moritz Mayers Nachfolger, Homberg a/Ohm. ausgeführt von hiefigeu beliebten Comikern. _____________________ Anfang 8 Uhr. _____________ 595 Geselligkeitsverein. Sonntag den 23. Januar: Unterhaltung mit darauf folgendem TaOZ im Vereinslokale Gasthaus zum „Schiffenberger Thal". Anfang 8 Uhr. o8_~Der Vorstand. Ciafe Leib. Sonntag derr 23 Januar: C.WiSSES CONCEIiT °us«1iihrt von der Capelle des 2. Großh. Heff.-Jnf.-Rgts (Grostherzog, Nr. 116 unter Leitung des Grosih. Musikdirektors Herrn 6 Krauste . Auf meseitigen Wunsch kommt u. Ein Jahrmarkt in Krah> wrnkel, humoristisches Potpourri von Schreiner zur Aufführung. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. 5_____ SMSSTV^er im Glas. Central - Kranken- und SterbekässH der Schuhmacher, Gieften. Sonntag den 30. Januar im Saale des Cafe Leib: 1» Stiftungsfest e» s 2??^ Tanz Unterhaltung. Autang Abends 8 Uhr Bier im GlaS. ~ n- ^mnttskarten ä 75 sind bei den Vorstandsmitgliedern, sowie an der Kasse zu haben. Der Vorstand. Ä dh « 228 Montag: Thoma. Redaciion: A. Scheodc. — Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. Cbr. Pi-tsS) in ~-------------- Die heutige Nummer enthält 2 Blätter. Wermietßungen. 551 Das in meinem Hause von Herrn Landgericktsrath Dr. Möbius bewohnte Logis ist wegen dessen Einzug in sein neues Haus vom 15. Mai an zu vermiethen. HZipp, östanlage ^. _ 571] Möblirtes Zimmer billig zu ver- miethen. Tirfenweg 6. 292] Kleine und größere Wohnung zu vermiethen. Hammstraße 27. 542 Der unterste Stock eines Hauses, in guter Lage, als Geschäftslokal besonders für Bäcker oder Metzger sich eignend, ist zu vermiethen- Näheres in der Erved. d Bl.