Pr. 220. Erstes Blatt. Donnerstag den 22. September 1887. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. ——i ■ ■■■■■ Amtlicher HHeil. Lehrer - Confereuj des Eoiljsrcnz-Bezirks Gietze«. Mittwoch den 28. September, Vormittags 10 Uhr, in Gießen. — Lieder 4. 6. 185. Gießen, den 20. September 1887. Büchner, Schulrath.__________ Politische Ueberficht. Gießen, 21. September. Dar Befinden des Kaisers ist fortgesetzt ein befriedigendes und nichts deutet daraus hin, daß die mancherlei Anstrengungen der nun verflossenen Fest- und Manövertage in Pommern irgendwelche Nachtheile für die Gesundheit des greisen Monarchen im Gefolge gehabt hätten. Ueber Tag und Stunde der Abreise der Kaisers nach Baden-Baden steht noch nichts Genauere» fest, doch wird sie jedenfalls noch im Laufe dieser Woche erfolgen. Merkwürdig ist nur, daß selbst jetzt noch dar Gerücht austauchen konnte, es werde wahrscheinlich doch noch eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Kaiser von Rußland statlstnden. Letzterer soll den Wunsch geäußert haben, bei seiner demnächstigen Rückreise von Kopenhagen nach Petersburg in Swtnemünde mit seinem kaiserlichen Großohm zusammenzutreffen und sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß man in den Berliner Hoskreisen diesen Vorschlag zustimmend beantwortet habe. Die „Voff. Ztg.", welche diese Mittheilung zuerst brachte, will sie natürlich von „zuverlässtger Sette" erfahren haben, die „Voff. Ztg." muß aber einen seltsamen Gewährsmann besitzen, denn anzunehmen, unser greiser Kaiser, welcher kaum erst von Pommern nach Berlin zurückgeretst ist, würde nochmals dorthin reisen und nun gar nach Swtnemünde mtt seiner scharfen Seeluft, wäre einfach nicht glaublich. Man hat es in dem erwähnten Gerücht eben mit dem letzten Ausläufer jener Bewegung zu thun, welche das Project der Stettiner Kaiser- Begegnung in der deutschen wie auswärtigen Preffe hervorgerufen hatte; nunmehr wird diese Bewegung hoffentlich zur Ruhe kommen. Warum der Czar von seiner dänischen Sommerfrische nicht nach dem verhältnißmäßig nahen Stettin zur Begrüßung unseres Kaisers herübergekommen ist und ob er überhaupt einen solchen Gedanken gehegt hat — da» wird man wohl nie erfahren und so sei denn diese» Kapitel geschloffen. Die Friedrichsruher Minister-Begegnung hat die deutsche Preffe nicht in dem Maße beschäftigt, wie die» bezüglich der früheren Zusammenkünfte zwischen dem Reichskanzler und dem Grasen Kalnoky der Fall gewesen ist. Die alljährliche Wiederkehr der Unterredungen des leitenden deutschen Staatsmannes mit dem österreichischen Staatsmanns ist eben allgemach eine fast selbstverständliche Erscheinung geworden und so mag e« kommen, daß man der heurigen Begegnung des Kanzlers mit dem Grafen Kalnoky nicht mehr ein außergewöhnliches Interesse entgegentrug. Natürlich verändert dies an der politischen Bedeutung dieses Ereignisses nichts und nur das, was in Friedrichsruhe erörtert und beschlossen worden ist, wird einstweilen noch Geheimntß eingeweihter Kreise bleiben- Indessen will ein Gerücht wissen, daß die hohe Politik diesmal weniger im Vordergründe der Conserenzen beider Staatsmänner gestanden, sondern daß den Mittelpunkt ihres Zwiegespräches das handelspolitische Verhältniß zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn gebildet habe. Diese Annahme klingt gerade nicht unwahrscheinlich, doch wird ihre Bestätigung immerhin erst noch durch die kommenden Ereignisse abzuwarten sein. Bekanntlich besteht zwischen den Küstenstaaten der Nordsee eine üebereinkunst, um dem Mißbrauch durch Verkauf geistiger Getränke an Fischerei'Fahrzeuge aus hoher See zu steuern. Auch Deutschland hat sich bei den internationalen Vereinbarungen auf diesem Gebiete betheiligt. Neuerdings verbreitete Nachrichten über eine bevorstehende Conserenz der beteiligten Staaten sind bereits als irrthümlich widerrusen worden. Thatsächlich handelt es sich darum, sür einzelne Punkte der Convention, die sich im Allgemeinen als zweckdienlich erwiesen hat, weitergehende verschärfte Bestimmungen sestzusetzen und finden hierüber augenblicklich Besprechungen statt. In der gesammten ungarischen Presse herrscht Entrüstung gegen die rumänische Regierung, weil der resormirte Bischof von Siebenbürgen, Dr. Szasz, aus einer Jnspectionsreise durch die ihm unterstellten reformirten Gemeinden Siebenbürgens eine angebliche Vergewaltigung durch die rumänischen Behörden zu erdulden hatte. Zum Thatbestande ist Folgendes zu verzeichnen: In Braila ließ der dortige Präfect den Bischos wiffen, die Polizeibehörden seien vom Minister de» Innern, Herrn Stourdza, angewiesen worden, es zu verhindern, daß Dr. Szasz außerhalb der Kirchen Reden halte oder die Schulen besuche. Nach Abhaltung einer Consistorial - Sitzung fuhr der Bischos nach Piteß weiter, wo ihm vom Präfecten bedeutet wurde, die Begrüßungs-Anrede an die dortige resormirte Gemeinde und den Schulenbesuch zu unterlaffen; doch kam es hier zu keinem weiteren Zwischenfall. In Bukarest aber, wo Dr. Szasz in der reformirten Kirche gepredigt hatte, wurde er beim Verlassen derselben von einem Polizisten aufgesordert, ihm nach der Polizei zu folgen. Dr. Szasz begab sich indessen zuerst nach der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft, wo er einen schriftlichen Protest gegen das Verfahren der Polizeibehörden aussetzte und ging dann nach dem Poltzeigebäude, wo ihm durch den Präfecten eine rohe Behandlung zu Thetl geworden sein soll. Letzteres behaupten wenigstens die ungarischen Blätter und fordern sie den Grafen Kalnoky auf, von der rumänischen Regierung Genugthuung zu verlangen. Es ist indessen noch nicht bekannt geworden, daß der Zwischenfall zu einer diplomatischen Reklamation Oesterreich» in Bukarest geführt hätte. Eine neue RedeBoulanger's meldet der französische Telegraph, Der Revanche-General hielt dieselbe gelegentlich der Truppen-Uebungen des von ihm commandirten 13. Armee-Corps an die Ofsiciere und empfahl er die Entwickelung der Offensivtaktik, die Stunde der Abrüstung habe noch nicht geschlagen; Es sei Thorheit, das zu glauben, ein Verbrechen, es zu sagen. Es würde heißen, der Frieden um jeden Preis sei das einzige Ziel Frankreichs; die Feinde wüßten, daß dem nicht so sei, es gelte also für Frankreich weiterzuarbeiten. E» ist die» offenbar nur ein dürftiger Auszug der Rede, aber er genügt, um auf» Neue erkennen zu lassen, wie General Boulanger trotz seiner „Verbannung" nach Clermont-Ferrand fort und fort der militärische Träger de» Revanchekrieg-Gedankens ist. Frankreich soll für den Tag, an dem e» seine Revanche für Sedan nehmen will, bereit sein und darum an der Verstärkung und Verbesserung seiner Wehrkraft weiterarbeiten — da» ist der Kern der jüngsten Boulangerffchen Kundgebung und sicher wird der französische Chauvinismus dieselbe für seine Zwecke zu verwerthen wiffen. In Paris werden die Auslaffungen des redelustigen Generals vielleicht nicht besonder» angenehm berühren, denn sie sind nur geeignet, dem Cabinet Rouvier Verlegenheiten zu bereiten — nun, die deutsche Regierung wird es dem Ministerium Rouvier nicht entgelten taffen, wenn Boulanger soeben wieder die Revanche-Idee aufgefrischt hat; im uebdgen bleibt noch abzuwarten, welchen Eindruck da» neueste Säbelgeraffel de» General» bei dem vernünftigeren Theile der Franzosen machen wird. Die französischen Kammern sollen nicht vor dem 20. October einberufen werden. Die radikalen Blätter bezeichnen diesen Entschluß der Regierung angesichts des orleanistischen Manifeste» als eine Gefährdung der republikanischen Interessen und fordern die schleunige Einberufung der Kammern. Die Verwerfung der Berufung der zum Tode verurthellten Chicagoer Anarchisten hat unter ihren Genoffen im Lande eine lebhafte Bewegung hervor- gerufen. jDer Telegraph berichtet von geheimen Versammlungen der Anarchisten und von großen Anstrengungen derselben, um öffentliche Meetings zu organi- firen, in denen gegen die bevorstehende Hinrichtung der Verurtheilten protestirt werden soll. Vielleicht werden auch noch ein paar Dynamit-Demonstrationen in Scene gesetzt, doch werden alle diese Bemühungen, die 7 Anarchisten vor dem wohlverdienten Strick zu retten, hoffentlich nutzlos sein. Schlitz, 19. September. Se. König!. Hoheit der Großherzog sind heute früh mit dem Fürsten Alexander, sowie dem Grasen und der Gräfin v. Görtz nach Salzschlirf gefahren, jenseits deffelben zu Pferde gestiegen und nach Großenlüder geritten, um dort dem Manöver der Großh. Division, welche von Generalmajor v. Wissmann geleitet wurde, beizuwohnen. Nach Schluß der Kritik sind die Herrschaften hierher zurückgesahren. Berlin, 20. September. Das Kammergericht hat die Revision, welche der Redacteur der „Freisinnigen Zeitung", Barth, gegen das Urtheil eingewendet, das ihn wegen der bekannten Meldungen über den Petersburger Militärbevollmächtigten Villaume zu vierwöchiger,Hast verurtheilte, verworfen und das erstinstanzliche Erkenntniß bestätigt. — Dem Vernehmen nach begiebt sich der Staatsfecretär des Auswärtigen, Graf Herbert Bismarck am 23. September nach Friedrichsruhe zum Reichskanzler und wird bereits am nächsten Tage wieder nach Berlin zurückkehren. Würzburg, 20. September. Bei der heutigen Landtagswahl stimmten wiederum 44 Wahlmänner für den ultramontanen, 44 für den liberalen Can- didaten. Es ist somit eine nochmalige Wahl nothwendig, die auf den 20. Decem- ber anberaumt ist. Metz, 20. September. Die „Lothringer Zeitung" meldet: Der sechs- zehnjährige Sohn des Polizeikommiffärs Schnäbele aus Pont ä Mousson wurde gestern in Cheminot verhaftet. Derselbe hatte am 14. September aufrührerische Plakate mit den französischen Nationalfarben an Bäume der Landstraße Cheminot - Pont ä Mousson angehestet. Als er gestern in Begleitung zweier Studenten über die Grenze kam, wurde er bis zur Ankunft der Gensd'armen von Grenzwärtern angehalten und heute früh in's Bezirksgefängniß Metz abgeführt. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corresponderrz-Drrrearr* Berlin, 20. September. Seine Majestät der Kaiser hat der ungünsttaen Witterung wegen die Fahrt nach Gransee zur Theilnahme an den Manövern o.s Garde-Eorps ausgegeben. Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 1 Summa: 5 4 1 1 Vom 11. September bis 17. (incl. 1600 Mann Milttär). Erwachsme: 1 September 1887. Sterblichkeitsziffer: 13,7 >/«. Kinder im vom 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr: 37. Woche. Einwohnerzahl: 19001 Es starben an: Lungenschwindsucht Organischer Herzkrankheit Bauchfellentzündung Leberendartung Tuberkulose des Gehirns Weiße Seidenstoffe v. Mk.1.23 bis 18.20 v Mei' Moire«, Foulard«, TaÄUtwÄu ^-TrPtobM'Ä kmg-h-nk (ft' u- K- Zürich. Muster Zusammen: 1 hr h»r ln ^J1?I?lmern Sesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle m der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießm gebrachte Kranke kommen. Gießen, 21. September. Samstag den 24. l. M., Vormittags 11 Uhr wird die Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Rüddingshausen in öffentlicher Sitzung des Kreisausschusses hier zur Verhandlung kommen. Gießen, 20. September. ^Schwurgerichts In der heutigen ersten Sitzung wurde der Kutscher Christian Mai von Gießen, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage bejaht hatten, wegen des ihm zur Last gelegten Sittlichkettsverbrechcns in eine Gefangnißstrafe von 1 Jahr verurtheilt. c ^ Gießen, 21. September. Zum Verwalter der Schlachthaus-Anlage ist von der Stadtverordneten-Versammlung gestern Nachmittag Herr Jul. Möhl. seither an der Main-Wefer-Bahn als Bureau-Beamter thätig und dn geborener Gießener. worbV8 ^crr ^ean Bruckmann, früher Locomottvführer, gewählt « bifße«, 21 September. Die hiesige Fleischer-Innung hat auch in ihrer Weise ein Angebinde zum 50. Geburtstagsfeste unseres Landesfürften dargebracht. Da dieselbe bei der Ausstellung der Lehrlingsarbeiten s. Z. in Darmstadt sich noch nicht betheiligen konnte, so sand e die Innung eine von Metzgerlehrling Ludwig Klein, Sohn des Ober- meisters Klem in Gießm gefertigte Cervelatwurst Sr. König!. Hoheit als Geburts- tagsgeschenk, welche Gabe denn auch mittelst Cabtnetsschretben vom 29. August aller- gnädigst angenommen wurde. 1 .. _ XX Gietzen, 21. September. Di- !„gerollt- Achselklappe" bildet jetzt die Signatur des Tages. Schon am verflossenen Sonntag bot sich uns aus dem Dahnhofe ein Bild der Entlassung der Reservisten. Mit dem Nachmittagszuge waren zahlreiche Vaterlandsvertheidigcr z. D. hier durchgckommen, alle in heiterster Stimmung und froh, ihre drei Jahre nunmehr abgerissen zu haben. „Heut' sehen wir uns zum letzten Mal, denn morgen gchl s nach Afrika", so hieß es immer und immer wieder. Manche waren sti fragwürdigem Costüm erschienen, mit abgeschabtem Waffenrock und graugestrcistem Civilbeinkleid, aber keinem sehlte — der unvermeidliche Stock mit der ÄÜbaS crfte',?aäJ'* b-r srischgebackene Reservemann kaust! ® nftefflen langst gegeben und noch immer wollte das Abschi-dnchmen, Jubeln und Singen kein Ende nehmen. Endlich machte der schrille Wagm^einzustcigen^ @cenen cin ®nbc und nöthtgte auch die Säumigsten, ftt die S ä<’ä ä“ s- .. “■ ®le “m. Somätaa stattgcfundene Maturitäts - Prüfung wies die für die betreffenden 27 Candtdatm gewiß erfreulich« Thatsache auf, daß diesi sämmtlich und zwar theilwetse mit dem Prädikat „sehr gut", bestanden lummuny, uno un,eter °l-ctrischen Centrallichtstation nimmt immer mehr greisbare Gestalt on,_ indem man gegenwärtig die Baupläne für das Maschinenbaus ur b e Haustnstallalionen nöthigen Detailaufnahmen für die zur Aeclrischen Beleuchtung angemeldcten Wohngebäude bewerkstelligt. Ebenso werden die m ^hnf Sbfr,r b »erfcn Kah-lsträng- f-stg-st-llt. Die -le-tttfch- Einrichtung im Großh. Hosth-ater ist von der deutschen Edisongesellschast in Bnlin nahezu f-rtia- geben zu^önnem imCaufe bicfeä Winters di- Anlagen der Benutzung übe?- 1RRR OTaLr?flkabt,m ®ep‘Sn}bet- Ueber die Schulbildung der im Ersatzjabre sn * b k ®ro6b' hessischen Division eingestellten hessischen Untertbanen ist Ausweisungen zu entnehmen, daß sämmtliche 2636 eingestellten Manni-baft-n den Schulunterricht in deutscher Sprache genossen batten Es itt ot^ e.i» aÄ. » ? ÄHbU?® Stete Di- s°r.schr-Lnd-Schulbilduug erhellt aus folgenden Ü von Jöta 188t6 roEift baä 3°hr 1871—72 mit 64, d"-ni-drigstc 187^-80 unb «TU i9t rourben 454 Urth-il- w-gen'Lfraudati°n fämmtlÄ'fc 11 wegen Ordnungswidrigkeit ergangen. Die erfanten Geldstrafen üMiSrS «a . sammen 8003 Jü, die hinterzogenen einfachen Gefälle 739 20 JL hnrnutpr summe von 691 an Hund-steu-r. - Für Bi-rausiubr ^üs b'° ?°upt- Jahr- 1886-87 27,683 M an Steuern rückvergütet b $>cf,cn ®urbc" lm SMMWMS! mit den P.'schen Eheleuten gemeinschaftlich benutzten fmiiaflm- n ^cm I m., .»m. * &SS* i»Ä“5 SÄVS 8Bo6nwlfl e'Mraum-n, ohn« dab ein, solche frei ist. D«S Motiv sü, die EMssivnol I — Sdne Majestät der Kaiser nahm Vormittags die Vorträge Albedyll's und Caprtoi's entgegen und empfing Mittags den russischen Milttärbeoollmächtigten Kutusoff, welchem er gestern die zwdte Klasse des Kronenordens mit Stern verliehen hatte. Nachmittags 2 Uhr unternahm der Kaiser eine Spazierfahrt. — Nach den bisherigen Bestimmungen beabsichtigt Seine Majestät, Sonntag Abend nach Baden - Baden ab- zureifeo. Dre-de«, 20. September. Kalnoky ist heute Vormittag nach Wim abgereist. SörrigSverg, 20. September. Die „Ostpr. Ztg." veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers an dm General o. Kleist, in welchem derselbe dem 1. Armee-Corps seine Zufriedenhdt und fdnen Dank ausspricht für die Leistungen desselben in dem letzten Manöver, über welches Se. König!. Hoheit der Prinz Albrecht berichtet habe Gleich- zeitig gibt der Kaiser nochmals dem Bebauern darüber Ausdruck, daß er bei dem Manöver nicht habe zugegen sdn können. München, 20. September. Den „N. Nachr." zufolge hatte der Botschafter in Konstantinopel, o. Radowitz, nachdem er heute Vormittag hier eingetroffen war dne längere Unterredung mit Neltdow, dem seit dnigen Tagen hier weilmden Botschafter Rußlands an der Pforte. Petersburg, 20. September. Der türkische Botschafter Schakir Pascha hat sich zu vierzehntägigem Aufenthalte nach der Krim begeben. Southampton, 20. September. Bet der gestrigen Probefahrt des Dampfers „Elde" von der Royal Mail Companie in der hiesigen Bai, um die neuen Maschinen und Kessel zu prüfen, explodtrte ein Kessel, wobei 8 Personen.getödtet wurden, darunter der Obermaschinist. Plymouth, 20. September. Der Postdampfer „Gellert" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft traf heute früh mit zwei abgebrochenen Schrauben- ^geln hier ein; der Unfall hatte vor 4 Tagen ftattgefunden. Nachmittags Atzte der „Gellert" die Fahrt nach Cherbourg fort. 1 1 Wer zweckmässig annonciren will, d. h. seine Anzeigen in effectvoller Form durch die für den jeweiligen Zweck erfolgreichsten Blätter zu verbreiten beabsichtigt, wende sich an die allgemein bekannte, leistungsfähigste Annoncen- Expedition von —————— Rudolf Messe. Frankfurt a/M., Rossmarkt 3. Dieses 7 -i v ... ... Institut steht mit allen Zeitungen und Fachei c ritten in intimem Geschäftsverkehr und ist vermöge seiner grossen Um* sa ze mit den Zeitungen in der Lage, die günstigsten Conditionen grat«6Wahren* — Zeitnngs • Cataloge, sowie Kosten-Anschläge Vertreter in Giessen: Julius Wallach. 10 vage ist daher nicht daS Waschfaß, sondern die Verbeiratbuna k Sm u-brig-n wird di- behauptet-B«4«tzung b-s^j-Nnes ber m^ler ^.K»g-rs! zum B-w-ts- des Gegmthells b-stritl-n." '-»-"-nveines b-r P. fchm Töchi-r big Frankfurt a. M., 18. September. Am ^rdtaa h,n w ff. 4 r auf Veranlassung des Vereins zur Züchtung reiner^HuMerassm fabei kldnen Saale des Zoologischen Gartens ein Vortrag des Herrn Uhr »w aus Rathstock über den „deutschen Vorstehhund", sowie die Vorstehhunde und Besprechung derselben statt. Herr Major"von S^.Ä?^fchev Autorität ersten Ranges auf diesem Gebiet allgemein bekannt und cs als hafte Behandlung dieses hochinteressanten Themas zu erwarten baß es den Jagern und Jagdliebhabern, Forstern, Forstbcamten sowie freunden sehr wrllkommm sein wird, den genannten Herrn bei dieser 3ieT= m£r ®intritt in dm Zoologischen Garten ist an diesem Abend Gäste willkommen. • cno ^et und sind t ^Frankfurt a. M., 19. September. Die Eröffnung des Central^k. c £ den Personenverkehr ist für den 15. Mai 1888 in Aussicht genomm,„ für sollen alle Anstrengungen gemacht werden, um die Betriebs-Eröffmin» ^^Egftens Termin zu ermöglichen. Der Herr Eisenbahnmtnister Maybach heaEt ar ?fcfcn Octöbcr selbst hierher zu kommen, um den Fortgang der Arbeiten in A?-!' Snfan0§ nehmeck' lind einige noch schwebende Fragen zu entscheiden. ” ^^^enschetn zu _ k~ .tDer Selbstmord in Preußen.l Ein trauriges Kapital uni,^ Aiatisttk, das aber für die Beurtheilung der ethischen, wie socialen unbjnTr^f^^r^^ Zustande des Volkslebens von ungemein großer Bedeutung ist, bildet der Selbstmorde. Nach der „Stat. Corr." wurden in Preutzen Regtstrirung qPnhr,£iRHqäaCm^rc6 ^bstmvrb gezählt, gegen 5900 lm Jahre 18M uS fim'885 Während also von 1883 zu 1884 ein- Abnahme um 271 m1? ,m (439pCt.) -ingetreten war, ist von 1884 zu 1885 die Zahl wieder um las,?,#0"“' ßeftiegen. Unter den Selbstmördern des Jahres 1885 befanden to 4811 m£,56,,6lj ?21L5ara^S- Was d-n Beweggrund des Selbstmordes betrifft, u>Än7,!!nb tn 4928 Fällen, 81,75pCt. aller, ermittelt. Dabei ergab sich in 1582 Mnl J°Aie Reseda und aus keinem Blumenbrett sollte im Winter dieses dustenbe MÄ Floras fehlen. Um Reseda für den Winter zu haben, muß man jetzt, spätestens Ansan« Octobcr, den Samen in di- dazu bestimmten Töpfe legen die mit einer tÄ " Gartenerde zu füllen sind. Da ein Verstopfen der jungen Pflanien ble (fntm?5b( 6 Wr beeinträchtigt soll man die Samen gleich in di- für di-Pflanzen^geMH ü^Töpst Ic9en, aber,nur s-hr dünn. 2-3 Körner sind für -inen Topf von 10-15 Ctm DuL mcsser genügend. Gehen die Pflanzen trotzdem zu dicht auf, o müssen ein,elm^moli entfernt werden. So lange di- Witterung gut ist, kann man di- Pflanzen irn ffÄ N?' b°nn stellt man sie auf ein Fensterbrett und hält st- etwas trocken um S Schießen zu vermeiden. Je nach der Wärme des Zimmers werden sich die Blüth-n- knosp-n früher oder spater zeigen. Sowie das der Fall ist, werden dit Töpfe S mehr begossen, um eine reiche Bluthe zu erzielen. opre cDer Warmhäuser rc. von Schnecken, Würmern und anderem Ungeziefer rein zu halten, benutzt man in England und Frankrdch ein Thier, das man bet uns au?s Heftigste verabscheut und verfolgt, nämlich die Kröte. Dieses hier zu Lande als Mia ^Ä^s ^^TH"r, welches diesen unangenehmen Ruf dem Umstande zuzuschreiben bat ^s^ ^bn Koth abspritzt, doch sonst ist die Kröte durchaus ungefährlich' Dadurch, daß sie sich von Schnecken, Würmern rc. nährt und zugleich ziemlich aeftäkia wird sie zu einem Bundesgenossen des Gärtners, was unsere Nachbarn stnsetts des Canals aufs beste ausnützen, indem sie, wie gesagt, in ihre Warmhäuser Kröten setzen und sie so vor den Schädlingen bewahren. v 1 n Schiffsnachrichten Bremen, 20. Septbr. [$er transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Fulda, Capitän R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd -in Bremen, welcher am 10. Septbr. von Bremen und am 11. Septbr. von Southampton abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen.j Sitzende Lebensweise 4049 ^Llfn?V?Ari>aUol10^törun0Cn' Leberanschwellungen, Verstopfung, Hämorrhoiden rc- Diese beheben Lippmann's Karlsbader Brausepulver. Erh in Sch. ä 1 und o ou tn den Apotheken von Gießen (Hirsch-Ap.), Wetzlar (Haupt-Ap.) rc. Allgemeiner Anzeiger. 3W Donnerstag — heute -ws Dormittag» von TO bi» 11 U6e können die Bismarckstraße 10, 2. Stock, befindlichen Möbel: 1 altdeutsche Garnitur — Sopha und 6 Stühle —, 1 Sopha, Spiegel, Teppich, ovaler Tisch, 1 Bett mit Sprung- und Polster-Matratze — sämmtliche Gegenstände fast neu — besichtigt und durch Unterzeichneten verkauft werden. Im Auftrag: 6997 Louis Rothenberger« Versteigerung Freitag den 23. September, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Trieb dahier die Ernte von einem Viertel mit Kartoffeln, Bohnen und Gemüsen gegen baare Zahlung versteigert werden. Zusammenkunft Woli- straße 10. 6999 Horn. Ileikgeöotenes. Tricot - Taillen. Eine Parthie schwere Winter-Taillen Wpfehle ich unter Preis. 7003________PH. Ellittger. Salz von der Großherzogl. Saline Bad-Nauhelm aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Bade salz, EiSsalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräilug und zu den billigsten Preisen zu belieben bei Herrn Kaufmann /-2 Uhr, Nachfeier um 1/25 Uhr. Eine grössere Anzahl neuer kreuzsaitiger Pianinos offerire ich zu aussergewöhnlich billigen Preisen« Willi. Rudolph, 6673 Pianoforte-Handlung in Giessen. Zu Damenkleidergarnituren empfehle besondere Neuheiten in Pelusch, Moire, Sammt u« Facorrne's, sowie verschiedenes in Seidenstoffen etc. in großer Auswahl und zu billigen Preisen. 6866 A. Fangmann» Kirchenplatz. Damen-llegenmänteln 5731 Hermann Ratz St TZ 8 ? (Statt besonderer Anzeige.) Heute Morgen 10 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater, Grossvater und Bruder der Grossh. Steuerrad) Karl Puckel im 78. Lebensjahre. 6994 Im Namen der tiellrauernden Familie: Landger.-Rath Flicke! Wilh. Orbig und Frau. 6988 9120 66.80 80.90 9520 80 50 9500 57.7* 74.6* 137.2* 195.6*1 o$ (im früher Heichelheimffchen Laden). NB. Gleichzeitig empfehle eine sehr große Auswahl der neuesten schwarzen Fantafiestoffe für Kostüme, die feinsten Sack?»: in nur reiner Wolle, hoppelt breit, bedeutend unter Preis, per Meter von 1 25 $ an. Büdingen, am 20. September 1887. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 2 Blätter. _ Der heutigen Nummer liegt ein Prospeet der Hausfrauen,Zeitung: „Dies Blatt gehört der Hausfrau!" bei. 7005 iJKär’ Zur gefälligen Beachtung. Da ich durch günstigen Einkauf in den Stand gesetzt bin meinen werthen Kunden ein groß assortirtes Lager in allen erdenklichen Schuhwaaren bieten zu können, empfehle: Herrenzugstiefel, prima Maare, von Mk. 6.50 an, Herren-Sckaftensttefel von Mk. 6.75 au Damen-Knopf-, Zug- und Hackenstiefel in Wichs-, Kalb-, Kid- und Cheveotleder, sowie alle möglichen Sorten in Knaben-, Mädchen- und Kinder-Schuhen, von den billigsten bis zu den feinsten, zu staunend billigen Preisen. Ed» Siiss, 9 Marktstraße 9. Auch Eingang Wettergasse. NB. Mache besonders aufmerksam auf ein großes Lager in guten dauerhaften Arbeiter-Stiefeln u. Schuhen, beste Maare, Handarbeit zu billigsten Preisen. SMF Maaßarbeit und Reparaturen werden billigst besorgt. ’UfcG 7000 Wiiulfeof« Sonntag den 25. September: Danksagung Für die uns bewiesene herzliche Theilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste, sowie allen Denen, welche uns während der langen schweren Krankheit unseres lieben Sohnes so hilfreich zur Sette standen, sagen wir unseren tiefgefühltesten Dank. 16.14-16.li 1610-1611 20.37-2'.4-! 4.17—4.20t _ m. „ Coursbericht der Frankfurter Börse. Reichsbank-Drsconto 3% 20. September 1887. Franks. Bank-Disconto 3% m Damen-Kleidersloffen find in größter Auswahl eingetroffen. Samstags bleibt mein Geschäft geschloffen. 4% Oesterr. Goldrente 4’/5% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente 5% 1871/1873 Russen Oblig. 4% 1880 Russen Oblig. 5% Portugiesen Oblig. 3% do. 4% unif. Egypter Oblig. Darmft. Bank-Actten Disconto Com.-Antheile Geldsorten. 6995__________________________ 6991 Eine freundl. Parterre-Wohnung nebst Zubehör ist an eine kleine Familie oder an eine einzelne Dame zu oermiethen und gleich zu beziehen. Näheres in der Exped. d. Bl.__ 6996] Möbl. Zimmer zu oermiethen. ______________Neuenweg 33, 2. Stock. 7008 Der 2. Stock, Grünbergerstraße, vis-ä-vis der Caserne, 6 Zimmer nebst Zubehör und Pferdestall, sowie der 3. Stock, 3—4 Zimmer nebst Zubehör, per 1. November zu oermiethen. H» Eiertänzer. 7007] Kleiner Laden, mit oder ohne Wohnung, in der Neustadt, billig zu oer» miethen. Näheres in der Exped. d. Bl. 6782 Ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Grünbergerstraße 31. 6990 Ein Kaufschilling von ^12000 zu 4% abzutreten. Näheres in der Exped. d. Bl. 6993 Ein jetzt vom Militär abgebender Offiziersbursche sucht alsb. passende Stelle. Näheres Krofdorferstraße 3 bei Beck. 6712] Ein junges Mädchens welches im Winter die Alicen-Schule besuchen will findet in einer feinen Familie gute Pension. Näheres in der Exped. d. Bl. 7004] Ein braves Bürschchen zum Fahren gesucht. Eduard Noll. 20 Francs-Stücke do. in Vi Engl. Souvereigns Dollars in Gold ____________Chr. Duill. 6992 Einem jungen Mann